Ein neues Leben...
Verfasst: Samstag 24. März 2007, 17:23
Es war mitten in der tiefsten Nacht. Sie schlug ihre Augen auf, orientierungslos einmal umher blickend. Was war passiert? Was hatte sie geweckt? Ach ja.. da war dieser Tritt gewesen. Den ganzen Tag schon über wurde sie auf merkwürdige Art in ihren Bewegungen gestört.
Sie rollte ihr Gewicht auf die andere Seite, schob das Kissen wieder zwischen ihre Beine und versuchte erneut einzuschlafen. Das neue Leben in ihrem Leib ließ sie schon eine ganze Weile nicht mehr durchschlafen und man sollte meinen, dass sie sich langsam daran gewöhnt hätte, doch dem war ganz und gar nicht so. Während sie die Augen schloss, wirbelten ihre Gedanken nur so umher. Was war nur los? Irgendetwas war anders. Die Tritte wurden heftiger und sie hatte das Gefühl, von innen her zerrissen zu werden. Vor etwa einem Mondumlauf hatte sie so etwas auch schon einmal erlebt, wurde das kleine Wesen wieder von etwas wach gehalten und gab es ihr mit gleicher Münze zurück? Zu dem Zeitpunkt hatte sie geglaubt, dass es Wehen sein könnten. Die Tritte waren anderer Natur und auch an anderen Stellen. Nicht mehr nur vorne zur Bauchdecke hin, auch in Richtung ihres Kreuzes. Doch das dauerte nur etwa eine Nacht lang und am nächsten Morgen fühlte sie sich zwar unausgeschlafen, aber sie konnte endlich wieder ein bisschen besser atmen. Der Bauch schien sich ein wenig gesenkt zu haben und sie war nicht schon nach Aufstieg einer halben Treppe völlig außer Atem, nun kam sie die kompletten Stufen hinauf und konnte sogar noch weitere 2 oder 3 Schritt hinter sich legen, ehe sie nach Atem ringen musste.
Sie begann langsam ihren Zustand zu hassen, sie wollte, dass es endlich vorbei sein würde. Ihre Hilflosigkeit zerrte an ihren Nerven. Ihr Mann war mehr als verständnisvoll und trug ihr jede kleinste Kleinigkeit hinterher. Eigentlich ein Umstand, der einen zum Lächeln bringen sollte, doch sie wollte nur noch schreien. Musste er ihr doch sagen, ob sie nun die richtigen Socken trug und die passenden Schuhe dazu. Sie fühlte sich wie eine Tonne, über und über gefüllt und kurz vor dem Zerplatzen. Sie wollte nicht mehr. Wollte sich endlich wieder bewegen können und ihr eigen Fleisch und Blut in den Armen halten.
Sie schlug die Augen wieder auf, da war es wieder. Noch einer dieser ‚Tritte’. Nein, da stimmte wirklich etwas ganz und gar nicht. Ihr Bauch zog sich zusammen, wurde ganz hart und der Schmerz im Kreuz war unerträglich. Sie schnappte japsend nach Luft und griff unwillkürlich neben sich, nur um eine Faust machen zu können. Ihr Mann erwachte davon, hatte sie doch seinen Arm zwischen ihren Nägeln und auch er blickte sich orientierungslos um, der erste griff in Richtung seines Schwertknaufes. Er besann sich recht schnell, sein Blick lag nun besorgt auf ihr und die stumme Frage in seinen Augen schien sie Wahnsinnig zu machen. Etwas gereizt schlug ihm ihre Stimme gegen den Kopf „Nein, ich weiß nicht, was los ist!“ Auch Hudgarr kannte diesen Zustand schon, es gab kaum eine Nacht, in der er durchschlafen konnte. Bevor er noch etwas erwidern konnte, keuchte sie wieder und presste die Augen unter Schmerzen zusammen. Es musste ihm merkwürdig erschienen sein, denn er sprang aus dem Bett. Gut, seine Frau schlief schlecht, aber solche Schmerzen waren ihm doch fremd. Er sagte noch etwas zu ihr, als er schon in seine Hose schlüpfte, doch sie konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern was es war, als er schon zur Tür hinaus stürmte.
Der Schmerz war vorbei und sie lag nun hellwach in ihrem großen Ehebett. Sie betrachtete die düstere Decke und entschloss sich, erst einmal eine Kerze zu entzünden. Doch das war leichter gesagt als getan. Wieder durchzog sie dieser Schmerz als sie sich aufzurichten versuchte und so blieb sie im Dunkeln liegen.
Ihr Zeitgefühl verließ sie, doch sie hätte schwören können, dass eine Ewigkeit verstrichen war, ehe sie Stimmen und Schritte hörte. So etwas wie Erleichterung machte sich in ihr breit, diese schien aus ihr herauszuquellen, ein spitzer Schrei verließ ihre Lippen. Doch klang jener eher nach Qual, denn nach Erleichterung. Die Tür flog auf, sie wurde von einer Laterne etwas geblendet und plötzlich kam Unruhe in ihrem Schafzimmer auf. Wie viele Leute das Zimmer aufnahm und vor allem, wer sie waren, das konnte sie auch nicht mehr wirklich fassen. Sie hörte nur die sich überschlagende Stimme ihres Mannes und verlangte ihn an ihre Seite. So bald seine Hand auch nur in ihrer Nähe war, griff sie nach jener, und ja, sie hatte viel Kraft. Das durfte ihr Mann einmal mehr zu spüren bekommen. Jemand machte sich derweil an den Kerzenständern im Schlafzimmer zu schaffen und es wurde plötzlich hell. Es wurde an ihrer Decke gezogen und sie erhielt Anweisungen von einer fraulichen Stimme, bestimmt aber doch nicht unfreundlich. Sie sollte nicht pressen. „Pressen? Ich presse doch gar nicht!“, schrie es in ihrem Kopf, doch aus ihrer Kehle löste sich nur wieder ein spitzer Schmerzensschrei. Und auch ihr Mann presste die Lippen zusammen, schien sie doch ihre ganze Kraft dazu zu nutzen, seine Hand ein ‚klein wenig’ zu zerquetschen.
Da waren noch mehr Leute in ihrem Zimmer, sie hörte ein Stimmengemurmel wie in einem Bienenstock, doch noch immer konnte sie nicht fassen, wer jene waren. Sie war so konzentriert auf den immer wieder kehrenden Schmerz, dass es ihr in dem Moment auch herzlich egal war. Eine Stimme allerdings kristallisierte sich etwas heraus, sie war ganz nahe an ihrem Ohr, sie sprach sanft, einfühlsam, beruhigend. Doch was sagte ihr diese Stimme? Sie wusste es nicht. Ihre Gedanken wirbelten nur so umher und dann kam die rettende Anweisung: „Pressen!“ Für einen Augenblick schien sie endlich zu verstehen, was da vor sich ging. Sie wurde Mutter. Doch hatte sie sich das aber nicht so vorge… und dann kam der Schmerz, dieser Schmerz der alles andere in den Schatten stellte. Sie dachte, sie würde sterben, es schien nie enden zu wollen. Sie schrie nun aus Leibeskräften, ihr Haar war schweißnass und klebte ihr am Kopf. Die Frau die ihr gegenüber am Bettende stand, schien zu wissen was sie tat. Doch sie tat es nicht schnell genug, zumindest schossen jene Gedanken durch ihren Kopf, als der Schmerz für einen winzigen Augenblick etwas nachließ. Lauthals verlangte sie nach ihrer Armbrust, Hudi sollte ihr nie wieder unter die Augen treten! Wie er ihr denn so etwas antun könne?! Ihr Mann wurde von einigen solchen Aussprüchen getroffen, immer dann, wenn ihr etwas Luft zum Atmen blieb. Ihre Verwünschungen gingen wieder in Schreie über und auch seine Hand wurde erneut in Mitleidenschaft gezogen. Man konnte getrost behaupten, er litt tatsächlich seelisch und körperlich mit oder eher unter ihr.
Dann war es vorbei. Sie sank erschöpft in ihr Kissen zurück und sie schloss die Augen, als wolle sie einfach einschlafen. Doch ein leises, protestierendes Quäken, dass immer mehr anschwoll, ließ sie doch noch einmal aufblicken. Sie sah das wundervollste, was sie jemals gesehen hatte. Dass das kleine Wesen blutverschmiert, völlig durchnässt und doch noch sehr faltig war, nein, dass sah sie nicht. Ihre Augen lagen auf einem winzigen Wesen, wunderschön und die Erfüllung ihrer Träume. Ihre Lippen zogen sich zu einem glücklichen Lächeln, ihr liefen die Tränen aus den Augenwinkeln. „Mein Baby, mein Kind… meine Tochter?“, wieder wirbelten ihre Gedanken durch den Kopf. Sie konnte nichts sagen, sie musste das kleine Wesen immer weiter ansehen. Die rettende Stimme vom Kopfende ließ sie sich nun endlich vollends entspannen. „Eine Tochter und sie scheint gesund!“ Das kleine Bündel Leben wurde nun gewaschen und in eine flauschige Decke gewickelt. Das anfangs noch protestierende Schreien entwickelte sich zu einem leisen Schmatzen, als es ihr auf die Brust gelegt wurde. Sie blickte es an und konnte es doch nicht glauben. Ihr kleines Wunder.
Unendlich vorsichtig strich ihr Zeigefinger über die winzige Wange des Neugeborenen. Zur Belohnung wurde ihr ein herzhaftes Gähnen aus einem kleinen Mündchen beschert. Sie blickte nun zu ihrem Mann auf, in ihren Augen die stumme Frage, ob er je etwas so herrliches gesehen habe. Jener küsste sie auf die Stirn, murmelte leise Liebesworte in ihr Ohr, dabei voller stolz seine Tochter, seine Erstgeborene betrachtend. Das kleine Bündel Leben schloss ihre Augen und schlief selig ein. Sie hob die Kleine etwas an, um ihr einen Kuss auf die Stirn zu hauchen. Sie war sprachlos, sie war so übervoll von Gefühlen, der Schmerz der letzten Stunden vergessen, nur noch eines tanzte in ihren Gedanken „Fleur, ja so sollte sie heißen. Ihr Traum hatte sie nicht in die Irre geleitet“. Ein erstes und auch letztes Lächeln schenkte sie den Anwesenden in ihrem Schlafzimmer, nun empfand sie es als richtig, dass sie hier waren. Doch dann versank sie in einen erschöpften Schlaf.
Sie rollte ihr Gewicht auf die andere Seite, schob das Kissen wieder zwischen ihre Beine und versuchte erneut einzuschlafen. Das neue Leben in ihrem Leib ließ sie schon eine ganze Weile nicht mehr durchschlafen und man sollte meinen, dass sie sich langsam daran gewöhnt hätte, doch dem war ganz und gar nicht so. Während sie die Augen schloss, wirbelten ihre Gedanken nur so umher. Was war nur los? Irgendetwas war anders. Die Tritte wurden heftiger und sie hatte das Gefühl, von innen her zerrissen zu werden. Vor etwa einem Mondumlauf hatte sie so etwas auch schon einmal erlebt, wurde das kleine Wesen wieder von etwas wach gehalten und gab es ihr mit gleicher Münze zurück? Zu dem Zeitpunkt hatte sie geglaubt, dass es Wehen sein könnten. Die Tritte waren anderer Natur und auch an anderen Stellen. Nicht mehr nur vorne zur Bauchdecke hin, auch in Richtung ihres Kreuzes. Doch das dauerte nur etwa eine Nacht lang und am nächsten Morgen fühlte sie sich zwar unausgeschlafen, aber sie konnte endlich wieder ein bisschen besser atmen. Der Bauch schien sich ein wenig gesenkt zu haben und sie war nicht schon nach Aufstieg einer halben Treppe völlig außer Atem, nun kam sie die kompletten Stufen hinauf und konnte sogar noch weitere 2 oder 3 Schritt hinter sich legen, ehe sie nach Atem ringen musste.
Sie begann langsam ihren Zustand zu hassen, sie wollte, dass es endlich vorbei sein würde. Ihre Hilflosigkeit zerrte an ihren Nerven. Ihr Mann war mehr als verständnisvoll und trug ihr jede kleinste Kleinigkeit hinterher. Eigentlich ein Umstand, der einen zum Lächeln bringen sollte, doch sie wollte nur noch schreien. Musste er ihr doch sagen, ob sie nun die richtigen Socken trug und die passenden Schuhe dazu. Sie fühlte sich wie eine Tonne, über und über gefüllt und kurz vor dem Zerplatzen. Sie wollte nicht mehr. Wollte sich endlich wieder bewegen können und ihr eigen Fleisch und Blut in den Armen halten.
Sie schlug die Augen wieder auf, da war es wieder. Noch einer dieser ‚Tritte’. Nein, da stimmte wirklich etwas ganz und gar nicht. Ihr Bauch zog sich zusammen, wurde ganz hart und der Schmerz im Kreuz war unerträglich. Sie schnappte japsend nach Luft und griff unwillkürlich neben sich, nur um eine Faust machen zu können. Ihr Mann erwachte davon, hatte sie doch seinen Arm zwischen ihren Nägeln und auch er blickte sich orientierungslos um, der erste griff in Richtung seines Schwertknaufes. Er besann sich recht schnell, sein Blick lag nun besorgt auf ihr und die stumme Frage in seinen Augen schien sie Wahnsinnig zu machen. Etwas gereizt schlug ihm ihre Stimme gegen den Kopf „Nein, ich weiß nicht, was los ist!“ Auch Hudgarr kannte diesen Zustand schon, es gab kaum eine Nacht, in der er durchschlafen konnte. Bevor er noch etwas erwidern konnte, keuchte sie wieder und presste die Augen unter Schmerzen zusammen. Es musste ihm merkwürdig erschienen sein, denn er sprang aus dem Bett. Gut, seine Frau schlief schlecht, aber solche Schmerzen waren ihm doch fremd. Er sagte noch etwas zu ihr, als er schon in seine Hose schlüpfte, doch sie konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern was es war, als er schon zur Tür hinaus stürmte.
Der Schmerz war vorbei und sie lag nun hellwach in ihrem großen Ehebett. Sie betrachtete die düstere Decke und entschloss sich, erst einmal eine Kerze zu entzünden. Doch das war leichter gesagt als getan. Wieder durchzog sie dieser Schmerz als sie sich aufzurichten versuchte und so blieb sie im Dunkeln liegen.
Ihr Zeitgefühl verließ sie, doch sie hätte schwören können, dass eine Ewigkeit verstrichen war, ehe sie Stimmen und Schritte hörte. So etwas wie Erleichterung machte sich in ihr breit, diese schien aus ihr herauszuquellen, ein spitzer Schrei verließ ihre Lippen. Doch klang jener eher nach Qual, denn nach Erleichterung. Die Tür flog auf, sie wurde von einer Laterne etwas geblendet und plötzlich kam Unruhe in ihrem Schafzimmer auf. Wie viele Leute das Zimmer aufnahm und vor allem, wer sie waren, das konnte sie auch nicht mehr wirklich fassen. Sie hörte nur die sich überschlagende Stimme ihres Mannes und verlangte ihn an ihre Seite. So bald seine Hand auch nur in ihrer Nähe war, griff sie nach jener, und ja, sie hatte viel Kraft. Das durfte ihr Mann einmal mehr zu spüren bekommen. Jemand machte sich derweil an den Kerzenständern im Schlafzimmer zu schaffen und es wurde plötzlich hell. Es wurde an ihrer Decke gezogen und sie erhielt Anweisungen von einer fraulichen Stimme, bestimmt aber doch nicht unfreundlich. Sie sollte nicht pressen. „Pressen? Ich presse doch gar nicht!“, schrie es in ihrem Kopf, doch aus ihrer Kehle löste sich nur wieder ein spitzer Schmerzensschrei. Und auch ihr Mann presste die Lippen zusammen, schien sie doch ihre ganze Kraft dazu zu nutzen, seine Hand ein ‚klein wenig’ zu zerquetschen.
Da waren noch mehr Leute in ihrem Zimmer, sie hörte ein Stimmengemurmel wie in einem Bienenstock, doch noch immer konnte sie nicht fassen, wer jene waren. Sie war so konzentriert auf den immer wieder kehrenden Schmerz, dass es ihr in dem Moment auch herzlich egal war. Eine Stimme allerdings kristallisierte sich etwas heraus, sie war ganz nahe an ihrem Ohr, sie sprach sanft, einfühlsam, beruhigend. Doch was sagte ihr diese Stimme? Sie wusste es nicht. Ihre Gedanken wirbelten nur so umher und dann kam die rettende Anweisung: „Pressen!“ Für einen Augenblick schien sie endlich zu verstehen, was da vor sich ging. Sie wurde Mutter. Doch hatte sie sich das aber nicht so vorge… und dann kam der Schmerz, dieser Schmerz der alles andere in den Schatten stellte. Sie dachte, sie würde sterben, es schien nie enden zu wollen. Sie schrie nun aus Leibeskräften, ihr Haar war schweißnass und klebte ihr am Kopf. Die Frau die ihr gegenüber am Bettende stand, schien zu wissen was sie tat. Doch sie tat es nicht schnell genug, zumindest schossen jene Gedanken durch ihren Kopf, als der Schmerz für einen winzigen Augenblick etwas nachließ. Lauthals verlangte sie nach ihrer Armbrust, Hudi sollte ihr nie wieder unter die Augen treten! Wie er ihr denn so etwas antun könne?! Ihr Mann wurde von einigen solchen Aussprüchen getroffen, immer dann, wenn ihr etwas Luft zum Atmen blieb. Ihre Verwünschungen gingen wieder in Schreie über und auch seine Hand wurde erneut in Mitleidenschaft gezogen. Man konnte getrost behaupten, er litt tatsächlich seelisch und körperlich mit oder eher unter ihr.
Dann war es vorbei. Sie sank erschöpft in ihr Kissen zurück und sie schloss die Augen, als wolle sie einfach einschlafen. Doch ein leises, protestierendes Quäken, dass immer mehr anschwoll, ließ sie doch noch einmal aufblicken. Sie sah das wundervollste, was sie jemals gesehen hatte. Dass das kleine Wesen blutverschmiert, völlig durchnässt und doch noch sehr faltig war, nein, dass sah sie nicht. Ihre Augen lagen auf einem winzigen Wesen, wunderschön und die Erfüllung ihrer Träume. Ihre Lippen zogen sich zu einem glücklichen Lächeln, ihr liefen die Tränen aus den Augenwinkeln. „Mein Baby, mein Kind… meine Tochter?“, wieder wirbelten ihre Gedanken durch den Kopf. Sie konnte nichts sagen, sie musste das kleine Wesen immer weiter ansehen. Die rettende Stimme vom Kopfende ließ sie sich nun endlich vollends entspannen. „Eine Tochter und sie scheint gesund!“ Das kleine Bündel Leben wurde nun gewaschen und in eine flauschige Decke gewickelt. Das anfangs noch protestierende Schreien entwickelte sich zu einem leisen Schmatzen, als es ihr auf die Brust gelegt wurde. Sie blickte es an und konnte es doch nicht glauben. Ihr kleines Wunder.
Unendlich vorsichtig strich ihr Zeigefinger über die winzige Wange des Neugeborenen. Zur Belohnung wurde ihr ein herzhaftes Gähnen aus einem kleinen Mündchen beschert. Sie blickte nun zu ihrem Mann auf, in ihren Augen die stumme Frage, ob er je etwas so herrliches gesehen habe. Jener küsste sie auf die Stirn, murmelte leise Liebesworte in ihr Ohr, dabei voller stolz seine Tochter, seine Erstgeborene betrachtend. Das kleine Bündel Leben schloss ihre Augen und schlief selig ein. Sie hob die Kleine etwas an, um ihr einen Kuss auf die Stirn zu hauchen. Sie war sprachlos, sie war so übervoll von Gefühlen, der Schmerz der letzten Stunden vergessen, nur noch eines tanzte in ihren Gedanken „Fleur, ja so sollte sie heißen. Ihr Traum hatte sie nicht in die Irre geleitet“. Ein erstes und auch letztes Lächeln schenkte sie den Anwesenden in ihrem Schlafzimmer, nun empfand sie es als richtig, dass sie hier waren. Doch dann versank sie in einen erschöpften Schlaf.