Zwei Gefangene, ein Urteil und ein Gebet zu Eluive
Verfasst: Samstag 24. März 2007, 12:06
Baheera war erschüttert. Das Urteil hatte sie verwirrt und setzte ihr zutiefst zu. Sicherlich die beiden hatten sich an den Früchten ihres Volkes vergangen aus Hunger, wie sie zugaben. Sie waren alleine in der Wüste unterwegs gewesen, und hatten Kakteen gesammelt um den Durst zu stillen. Und vielleicht hatten sie sogar einige der Schlangen, die die Wüste bevölkerten erledigt. Vielleicht war es aber einfach nur Notwehr gewesen, vielleicht wurden sie auch einfach nur angegriffen von ihnen und wehrten sich.
Baheera und die Wachen erleben diese Angriffe täglich. Die Aggressivität dieser Biester scheint sich zu mehren. Oder aber die beiden hatten in der für Wilde beschränkten Sichtweise doch alles in voller Absicht getan? Fragen über Fragen. Aber sie wusste keine Antworten darauf. Wie Vater ihr immer gesagt hatte, es gab immer mehrer Sichtweisen wie man Dinge betrachten konnte. Nur welche war hier nun angesagt?
Durfte sie das Urteil des Emirs anzweifeln? Mitnichten.
Das würde ihr nie in den Sinn kommen. Der Erhabene wusste alle, kannte sicherlich bereits die Antworten, bevor Baheera sich der Fragen bewusst war. Er war eben unfehlbar. Genau so war es!
Vielleicht aber wurden nicht alle Aspekte berücksichtigt? Vielleicht hat der Erhabene einfach nur aufgrund der vielen Angriffe der Festländer auf die Wüste auch nur ein Exempel statuieren wollen und müssen? Vielleicht aber an den falschen und vielleicht war die Strafe ein wenig zu grausam dann ausgefallen?
Hör endlich auf, Baheera! Hör auf dir Fragen zu stellen, die wie unendliche Kreise in deine Gedanken herumschwirren.
Sicher war, und das zweifelte Baheera nicht an, dass der Erhabene und sein Wesir für Recht und Ordnung sorgen mussten, und das ohne Rücksicht auf irgendwelche Gefühle.
Die beiden Wilden hatten unrecht getan. Aber sie kamen ihr so hilflos vor. Sie hatten keine Anzeichen von agressivem Verhalten gezeigt. Im Gegenteil, der Mann schien sogar froh darüber zu sein, dass jemand mit ihm sprach und beide gehorchten den Befehlen der Wachen ohne Murren. Willenlos eigentlich, so kamen sie ihr vor. Schwach eben und sehr verletzlich.
Wäre sie nur in der Stadt gewesen, dann wäre sicherlich alles anders verlaufen. Sie hätte mit ihnen gesprochen, ihre Fragen beantwortet und auch auf die Gesetze hingewiesen. Aber es war eben alles anders gekommen. Irgendwie fühlte sich Baheera schuldig und daraus ergab sie notgedrungener Weise eine gewisse Verantwortlichkeit für die beiden. Sie konnte nicht genau erklären in welchem Zusammenhang ihre Verantwortung gegenüber den beiden Wilden stand, aber in ihrem Herzen fühlte sie es. Sie konnte an dem Urteil nichts ändern, aber hoffen.
Der Erhabene war unfehlbar, wie ein Vater, der über seine Kinder, sein Volk wachte und sie beschützte. Baheera liebte ihn aus ganzem Herzen, so wie alle Frauen ihres Volkes. Er war das Unerreichbare, ein Vorbild und einfach vollkommen. Wie erhaben und schön waren er und seine Schwester gewesen.
Zum ersten Male hatte sie die sprichwörtliche Vollkommenheit einer Frau gesehen. Den süßen, wenn auch in diesem Augenblick ein wenig schärferen Klang ihre Stimme. So hatte Baheera sich immer in den Geschichten ihres Volkes eine Prinzessin vorgestellt. Genau so. Sie hatte kaum gewagt zu den beiden aufzublicken nur unter dem Schutz der dichten Wimpern hatte sie ein oder zwei Blicke unauffällig gewagt, um dann den Blick sogleich erneut zu senken. Vor Ehrfurcht und dem Glanz des Erhabenen und seiner Schwester hatte Baheeras Stimme versagt, was ein äußerst seltener Fall war. Sie hatte in ihrem Staunen und der atemlosen Bewunderung nicht einmal Munaya, die sie bewunderte, bemerkt. So gefesselt war sie von dem Anblick, der sich ihr bot.
Nach dem Urteil lief alles schnell ab. Die Gefangenen wurden in die Zellen gebracht. Dann verteile sich noch einige Datteln und Wasserkrüge in den Zellen und ging. Ihr Dienst war beendet aber sie war mit dieser Angelegenheit noch nicht fertig.
Baheeras Hoffnung war Eluive. Sie war sich sicher, dass sie all die vielen Fragen, vielleichts und keine Antworten der Kleinen bereits wusste. Hatte sie nicht jedes Mal Baheera auf irgendeine sonderbare nicht erklärbare Weise geholfen? Ihr Antworten gegeben? Vielleicht würde sie es auch diesmal tun.
Ihr Fragen waren aber in diesem Augenblick nicht wichtig. Es ging um die beiden Wilden…..die Gefangenen.
Baheera wollte Eluive um Milde anflehen, denn sie waren schwach.
Und das tat sie auch. Baheera stieg den heiligen Berge empor, in der schützenden Mulde beider Händen trug sie das Kostbarste, was sie hatte…..Salz. Auch trug sie genau das Kleid, welches sie zu Ehren Eluives erstanden hatte, und der zarte Duft des Rosenöls von ihrer Mutter umgab den zierlichen Körper.
Vor dem Altar sank sie auf die Knie. Dann zündete sie die Kerzen darauf an und streute das kostbare Salz darüber.
Zischend verbrannte es in den Flammen und leise erhob die kleine, zierliche Gestalt dann ihre Stimme an, flehend zu der einen, die Leben nahm und Leben schenkte…….Eluive.
„Sie sind deine Geschöpfe so wie ich es bin. Ich flehe für die beiden um Gnade. Der Erhabene würde sie gewähren, doch sind seine Hände gebunden, er darf keine Schwäche zeigen, sonst sind wir, sein Volk den Eindringlingen in Zukunft hilflos ausgeliefert.
Nun liegt es an dir. Hilf ihnen, so wie du es bei mir getan hast. Lasse Liebe walten. Ich habe die Angst der Frau verspürt, sicherlich sie war, wie es eben die Festländer gewohnt sind unzüchtig gekleidet, doch sehe darüber hinweg bitte. Sie wissen es nicht anders, ihre Seelen sind nicht so rein, wie die unseren. Sie verstehen nicht ihr Vergehen, und sollte man nicht eher diese Unwissendheit mit geduldigen Belehrungen und Gnade begegnen, sodass sie ihre Fehler einsehen können und sie nicht mehr wiederholen? Ich mache auch Fehler, doch zeigst du mir jeden Tag aufs Neue deine Liebe und Güte. Tue es diesmal auch für die beiden Wilden. Bitte! „
Kniend vor dem Altar fühlte Baheera tief in ihrem reinen Herzen, dass Eluive ihr auf unerklärbare Art und Weise nahe war. Als das letzte Salzkorn in dem Flammen verglühte erhob sie sich voller Hoffnung und Zuversicht. Eluive würde einen Weg finden.
Baheera und die Wachen erleben diese Angriffe täglich. Die Aggressivität dieser Biester scheint sich zu mehren. Oder aber die beiden hatten in der für Wilde beschränkten Sichtweise doch alles in voller Absicht getan? Fragen über Fragen. Aber sie wusste keine Antworten darauf. Wie Vater ihr immer gesagt hatte, es gab immer mehrer Sichtweisen wie man Dinge betrachten konnte. Nur welche war hier nun angesagt?
Durfte sie das Urteil des Emirs anzweifeln? Mitnichten.
Das würde ihr nie in den Sinn kommen. Der Erhabene wusste alle, kannte sicherlich bereits die Antworten, bevor Baheera sich der Fragen bewusst war. Er war eben unfehlbar. Genau so war es!
Vielleicht aber wurden nicht alle Aspekte berücksichtigt? Vielleicht hat der Erhabene einfach nur aufgrund der vielen Angriffe der Festländer auf die Wüste auch nur ein Exempel statuieren wollen und müssen? Vielleicht aber an den falschen und vielleicht war die Strafe ein wenig zu grausam dann ausgefallen?
Hör endlich auf, Baheera! Hör auf dir Fragen zu stellen, die wie unendliche Kreise in deine Gedanken herumschwirren.
Sicher war, und das zweifelte Baheera nicht an, dass der Erhabene und sein Wesir für Recht und Ordnung sorgen mussten, und das ohne Rücksicht auf irgendwelche Gefühle.
Die beiden Wilden hatten unrecht getan. Aber sie kamen ihr so hilflos vor. Sie hatten keine Anzeichen von agressivem Verhalten gezeigt. Im Gegenteil, der Mann schien sogar froh darüber zu sein, dass jemand mit ihm sprach und beide gehorchten den Befehlen der Wachen ohne Murren. Willenlos eigentlich, so kamen sie ihr vor. Schwach eben und sehr verletzlich.
Wäre sie nur in der Stadt gewesen, dann wäre sicherlich alles anders verlaufen. Sie hätte mit ihnen gesprochen, ihre Fragen beantwortet und auch auf die Gesetze hingewiesen. Aber es war eben alles anders gekommen. Irgendwie fühlte sich Baheera schuldig und daraus ergab sie notgedrungener Weise eine gewisse Verantwortlichkeit für die beiden. Sie konnte nicht genau erklären in welchem Zusammenhang ihre Verantwortung gegenüber den beiden Wilden stand, aber in ihrem Herzen fühlte sie es. Sie konnte an dem Urteil nichts ändern, aber hoffen.
Der Erhabene war unfehlbar, wie ein Vater, der über seine Kinder, sein Volk wachte und sie beschützte. Baheera liebte ihn aus ganzem Herzen, so wie alle Frauen ihres Volkes. Er war das Unerreichbare, ein Vorbild und einfach vollkommen. Wie erhaben und schön waren er und seine Schwester gewesen.
Zum ersten Male hatte sie die sprichwörtliche Vollkommenheit einer Frau gesehen. Den süßen, wenn auch in diesem Augenblick ein wenig schärferen Klang ihre Stimme. So hatte Baheera sich immer in den Geschichten ihres Volkes eine Prinzessin vorgestellt. Genau so. Sie hatte kaum gewagt zu den beiden aufzublicken nur unter dem Schutz der dichten Wimpern hatte sie ein oder zwei Blicke unauffällig gewagt, um dann den Blick sogleich erneut zu senken. Vor Ehrfurcht und dem Glanz des Erhabenen und seiner Schwester hatte Baheeras Stimme versagt, was ein äußerst seltener Fall war. Sie hatte in ihrem Staunen und der atemlosen Bewunderung nicht einmal Munaya, die sie bewunderte, bemerkt. So gefesselt war sie von dem Anblick, der sich ihr bot.
Nach dem Urteil lief alles schnell ab. Die Gefangenen wurden in die Zellen gebracht. Dann verteile sich noch einige Datteln und Wasserkrüge in den Zellen und ging. Ihr Dienst war beendet aber sie war mit dieser Angelegenheit noch nicht fertig.
Baheeras Hoffnung war Eluive. Sie war sich sicher, dass sie all die vielen Fragen, vielleichts und keine Antworten der Kleinen bereits wusste. Hatte sie nicht jedes Mal Baheera auf irgendeine sonderbare nicht erklärbare Weise geholfen? Ihr Antworten gegeben? Vielleicht würde sie es auch diesmal tun.
Ihr Fragen waren aber in diesem Augenblick nicht wichtig. Es ging um die beiden Wilden…..die Gefangenen.
Baheera wollte Eluive um Milde anflehen, denn sie waren schwach.
Und das tat sie auch. Baheera stieg den heiligen Berge empor, in der schützenden Mulde beider Händen trug sie das Kostbarste, was sie hatte…..Salz. Auch trug sie genau das Kleid, welches sie zu Ehren Eluives erstanden hatte, und der zarte Duft des Rosenöls von ihrer Mutter umgab den zierlichen Körper.
Vor dem Altar sank sie auf die Knie. Dann zündete sie die Kerzen darauf an und streute das kostbare Salz darüber.
Zischend verbrannte es in den Flammen und leise erhob die kleine, zierliche Gestalt dann ihre Stimme an, flehend zu der einen, die Leben nahm und Leben schenkte…….Eluive.
„Sie sind deine Geschöpfe so wie ich es bin. Ich flehe für die beiden um Gnade. Der Erhabene würde sie gewähren, doch sind seine Hände gebunden, er darf keine Schwäche zeigen, sonst sind wir, sein Volk den Eindringlingen in Zukunft hilflos ausgeliefert.
Nun liegt es an dir. Hilf ihnen, so wie du es bei mir getan hast. Lasse Liebe walten. Ich habe die Angst der Frau verspürt, sicherlich sie war, wie es eben die Festländer gewohnt sind unzüchtig gekleidet, doch sehe darüber hinweg bitte. Sie wissen es nicht anders, ihre Seelen sind nicht so rein, wie die unseren. Sie verstehen nicht ihr Vergehen, und sollte man nicht eher diese Unwissendheit mit geduldigen Belehrungen und Gnade begegnen, sodass sie ihre Fehler einsehen können und sie nicht mehr wiederholen? Ich mache auch Fehler, doch zeigst du mir jeden Tag aufs Neue deine Liebe und Güte. Tue es diesmal auch für die beiden Wilden. Bitte! „
Kniend vor dem Altar fühlte Baheera tief in ihrem reinen Herzen, dass Eluive ihr auf unerklärbare Art und Weise nahe war. Als das letzte Salzkorn in dem Flammen verglühte erhob sie sich voller Hoffnung und Zuversicht. Eluive würde einen Weg finden.