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Die Krankheit - Gedanken sind der Anbeginn des Endes

Verfasst: Dienstag 20. März 2007, 13:11
von Chalys Sangares
Macht.. stetes Bestreben um diese. Ihr Weg war deutlich, für andere wohl nebeldurchzogen, doch war sie sich ihrer Schritte bewusst. Im Glauben verfehlend Wandelnde, die ihre Seele sicher wähnten, mochten stets den Nebel sehen, den sie zu sehen verdienten. Jene die dem Glauben an den Seelenherrn folgten, wussten dies für sich zu nutzen. Fanden hierin Schutz und Verborgenheit.

Seelen, einzig um sie würde es immer gehen. Viele Wege sie ihm zu erbringen. Intrigenspiel stets ein geschickter Pfad. Auch dies ein Geschenk der Verborgenheit. Ein jeder Schritt, ein jedes Wort, eine jede Tat musste gut durchdacht und geführt sein. Es schulte den Geist, machte ihn wertvoller und es würde den Herrn mit Zufriedenheit erfüllen.

Pläne wurden geschmiedet, gemeinsam durchdacht und ausgeführt. Ihr gemeinsames Gift würde Wirkung tragen. Mochte dies genügen? Es bräuchte Zeit, vage und ungewiss ob manches der Pläne Gefallen in den Augen des Herrn finden würde und die Seelen erbringen, die ihn stärkten in seiner Macht. Eine jede verloren für jene die angeblich so fürsorglich waren. Geschenkt jenem der sie zu halten erschaffen war.

Die Gedanken kreisten. Die Ränkespiele, die ihren Weg nur langsam nahmen, sie lagen nicht einzig in ihren Händen. Zudem bewiesen sie den Verblendeten nicht viel. Sie glaubten noch immer Herr über ihr Leben, ihren Weg zu sein. Welch interessanter Gedanke war es, würden sie sich an ihrem eigenen Sein verzehren. Würde jenes, dass ihr Wesen ausmachte, sich gegen sie stellen. Ihnen zur Falle werden. Einer Krankheit gleich..

Krankheit, hierin mochte die Lösung liegen. Sie begann die Gedanken weiterzuspinnen. Schon bald kamen ihr die Möglichkeiten vor Augen, die ein solches Geschenk an jene, die nicht sahen, bringen würden. Das Ziel wuchs deutlicher in ihren Vorstellungen. Sie würde hieran forschen müssen. Was würde vermögen, diese Kraft, dieses Geschenk an die Erblindeten, weiterzureichen? Es musste gefunden sein. Mochte es den Herrn, mit Zufriedenheit erfüllen, so dass sein Segen über jenen Plan kommen würde. Die Forschung hieran musste baldmöglich beginnen.

Verfasst: Dienstag 27. März 2007, 07:33
von Chalys Sangares
Die Krankheit - Auswirkungen, die diese mit sich führen sollte lagen so klar vor ihren Augen, als hätte der Richter selbst seine Gedanken und Wünsche in ihren Geist gesandt. Ein jeder Mensch hatte seine Wesenszüge, die er abzulegen niemals imstande war, wohl sie zu zügeln und zu kontrollieren, doch sie waren vorhanden. Sie zu verstärken war das Ziel. Sie zu einem krankhaften Extrem zu führen, das es einer Sucht gleichkommen musste, hiernach zu handeln, sich dafür schuldig zu fühlen und doch nicht ablassen zu können, in einer sich ständig steigernden Weise, bis alles was man sich zur Errettung erdenken konnte der gewählte Freitod wäre. Ein Geschenk an den Seelenherrn, würde er doch in diesem Moment die krankheitsberührte Seele, die ihm so dargeboten und geweiht war, an sich reissen.

So war es der Plan, welcher in ihr wuchs. Die Mittel jedoch mussten gefunden werden. Kräuter und Beigaben, welche die Krankheit in sich trugen, gar verstärkten. Sie mussten gefunden werden. Zudem ein Weg der Weihe selbst, Krathor's Macht, seine Kräfte und seinen Willen hineinführten in das zu entwickelnde Mittel.

Ein Schritt nach dem nächsten. Ert einmal hiess es zu forschen, welcherlei Kräuter und Beigaben geeignet wären, solch gewünschtes auszurichten. Ihre Reise führte sie an den Hort der Gelehrsamkeit, wohl wissend dort einen gleichgesinnten Geist, eine Schwester des Glaubens vorzufinden, hier inmitten der Stadt der Selbstbelügung... Varuna! Schon einmal, war dies der Ort des Todesherrn gewesen. Entrissen war ihm, was ihm gehörte, doch sicher nicht auf Dauer.

Die kleine Gesprächsrunde im Keller verlief erfolgsversprechend. Einige Kräuter waren benannt, die zu suchen es galt. Zudem das Versprechen, Bücher und Notizen über diese Form von Krankheiten des Geistes zusammenzutragen gegeben. Der Tag der Mitte würde es sein, an dem sie das Schriftwissen in den Händen halten würde, um mit der weiteren Planung zu beginnen. Zudem galt es Ausschau zu halten nach einem Opfer, die Weihe zu unterstützen. Es mochte keine schwere Wahl sein, die Welt war gewiss voll von Nutzlosen, die kein Heim ihr eigen nannten, niemanden besassen der ihr Fehlen betrauern würde. So vermochte eine solche Gestalt der Forschung gewiss noch würdiges Geschenk zu werden.

Doch es würde noch weiteres brauchen. Ein Behältnis, die zu weihenden Beigaben zusammenzuführen, um ihre nutzbringenden Wirkungen zu entfalten. Ein geweihtes Gefäss, dem Herrn selbst dienend im Leben wie im Dasein des nachfolgenden Dienstes. Ein fahles Lächeln zierte ihre Lippen, als sie ihre Wahl hierfür traf. Mochte der einstige und erste Meister vergangen sein, würde es ihn würdigen, seine Hinterlassenschaft hierfür zu nutzen. Sein Schädel weilte gut bewahrt in ihrem geheimen Keller. Dessen Platte, ausgehölt und in der Gemeinschaft geweiht, die am Tage der Mitte zusammentreten würde, wäre gewiss ein würdiges Behältnis. Eifrig machte sie sich in den Räumlichkeiten des Kellers an die Arbeit, die Schädelplatte entsprechend vorzubereiten.

Mit einem zufriedenen Nicken, schloss sie schliesslich die Arbeit ab, die neue Schale behutsam am Rande des Blutbeckens abstellend. Am Tag der Mitte würde sie diese noch zeitig abholen. Die gemeinsame Runde der Diener des Raben würde ihre Idee präsentiert bekommen. Ein erstes Opfer, so die Krankheit erfolgreich entwickelt werden könnte, trat ihr bereits in den Sinn. Einmal war er ihnen entkommen, wenn auch gezeichnet durch die erinnernden Geschenke eines fehlenden Fingers und der Narbe im Gesicht. Der Tag an dem er sich selbst das Leben nehmen würde, in der Verzweiflung seines Schaffens, würde ein Freudenfest werden.

Verfasst: Dienstag 27. März 2007, 14:47
von Wijay Loreen
Der Plan der Glaubensschwester war ziemlich kreativ, das musste man ihr neidlos zugestehen. Dieses Wissen könne man auch nutzen, um theoretisch jemanden zu kontrollieren, so lange, is man ihn "erlöst" und seine Seele de Einen opfern würde.

Das Gespräch und die Vereinbarung die auf ihren Plan folgte war zufriedenstellend, so dass man nun an die Forschungen herantreten konnte das, angesichts des kurzen Zeitrahmens gewiss allerhöchstens oberflächlich ausfallen würde, doch durchaus ein Ergebnis liefern konnte, das man getrost verwenden konnte. Sie besann sich auf ihre Lehrzeit zurück, das Wissen ihres Vaters als auch das Wissen aus seinen Büchern, die sie als einziges aus dem brennenden Haus gerettet hatte, als der Rest ihrer Familie schon tot war.

Natürlich hatte sie schon Einiges davon selbst angewendet. Problematisch war das fehlende Wissen auf Gerinor, die Kräuterkunde reichte so weit in den Süden nicht, so dass man derlei Kräuter höchstens sdlich der Isel vereinzelt wild wachsend finden mochte und/oder es anderen Kräutersuchern vielleicht gar nicht auffiel, welch großartige Wirkungen manche Pflanzen in sich bargen.

Schlafmohn gemahlen konnte durchaus eine Wirung auf den Geist ausüben. Eine solche Substanz onnte man theoretisch als Leiter der Krankheit nutzen.

Unfreiwilliger Kannibalismus hätte vielleicht die Wirung wie Knochenmehl auf Rinder, sie greifen den Geist an. Vielleicht war es notwendig den Herrn um ein Opfer zu bitten, eine Seele, welche in das tote Gebein eines Menschen fährt und mit Kra'thors Segen erfüllt.

Das Blut geweihter Diener wäre natürlich noch eie Möglichkeit, aber keine Zuverlässige, im allerbesten Fall eine Möglichkeit, die Wirkung zu besiegeln.

Kräuter wie Melisse, Minze oder Süßholz könnte man zum Konservieren nehmen oder als zusätzlichen Leiter, um das Gift schnell durch den Körper zu tragen, um die Wirkung auch so sicher als möglich zu erzielen.

Wiay wusste genau, wie man eine Krankheit am besten versteckt. In diesem Falle wäre es ein Brot. Der zermahlene Schlafmohn, die Kräuteröle und -extrakte werden gemeinsam mit dem Blut in das mitgeführte Knochenmehl gemischt. Dieses Gemisch wird dem Teig des Brotes beigemengt und schließlich weitergegeben. Ein simpler Vorgang, welcher schlussendlich das gewünschte Ziel erreichen würde.

So blätterte sie die wenigen alten mitgeführten Bücher durch, ab und an sich notizen machend. Schon bald konnte man mit praktischen Versuchen beginnen.

Verfasst: Donnerstag 29. März 2007, 07:22
von Chalys Sangares
Der Beginn war gemacht. Endlich hielt sie das nötige Wissen in den Händen, eifrig gesammelt und niedergeschrieben durch die gelehrte Glaubensschwester zu Varuna. Mit Bedacht nahm sie das Buch in den dunklen Katakomben der geheimen Zusammenkunft entgegen und verstaute es sorgsam. Es würde gewiss Erfolg in ihre Suche nach einem Mittel bringen, der die Krankheit mit dem gewünschten Effekt belegen würde.

Der Arbeit des gemeinsamen Sinnens im Vorgehen um die offensichtliche Suche nach einem machtvollen Artefakt nahm seinen Lauf. Sie konnte nicht umhin erneut zu betonen, dass ein solch machtvoller Gegenstand, am besten in den eigenen Händen aufgehoben war, so konnte es sich nicht gegen die Gemeinschaft des Richters wenden, ihnen gar Nutzen bringen. Ihre Worte fanden Zustimmung.

Nun schliesslich, am Ende der abendlichen Zusammenkunft, vermochte sie sodann ihre Pläne um die Krankheit, der Glaubensgemeinschaft vortragen. Eine Einladung war gesprochen, sowie die Bitte diese weiterzutragen. Der Tag der Freiheit, der Tag des Treffens würde kommen. Sie musste bereit sein. Die Kräuter und beigaben gefunden, das Ritual vorbereitet. Wenngleich das Ziel schon klar vor Augen lag, ebenso wie das erste Opfer für einen Test dieser neuen Krankheit, gab es noch viel zu bereiten. Ein Scheitern durfte sie nicht in Kauf nehmen.

Das Ritual – Segenreicher Erfolg

Verfasst: Samstag 7. April 2007, 09:26
von Chalys Sangares
Der Tag des Zusammentreffens war gekommen. Alles bereitet und gefunden für das gemeinsame Ritual, es galt sich einzig zu versammeln, den Zweck zu erfüllen, das Mittel zusammenzuführen und mit dem segensreichen Ritual seiner Bestimmung zuzuführen. Gebeine und Seele, die das Ritual abrunden sollten, waren ebenso erwählt. Der alte Meister, ihr erster Ausbilder, aus dem Leben geschieden in Ungnade und Enttäuschung des Richters selbst, vermochte nun doch noch einen Wert zu erbringen. Wenngleich ein anderer Schädel gewählt war, hatte sie doch seinen ureigensten anderer Verwendung zukommen lassen, wie ein Blick auf die Schale, gefertigt aus der Schädeldecke, offenbarte.

Die Stunde des Rituals rückte näher und so machte sie sich auf den Weg, die Glaubensgeschwister am besagten Treffpunkt zu suchen, um sie zum Ort der Weihestätte zu führen. Vier waren es die kamen, so eröffnete sich ihr der Gedanke, fünf geweihte Kerzen am Altar aufzustellen, eine an des Altars Kopf, vier weitere an die gegenüberliegende Seite gestellt, den Glaubensgeschwistern die Position darzubieten, durch den Seelenherrn selbst eingegeben schien. Er hatte die rechte Zahl gerufen und sie waren erschienen. Schritten gemeinsam hinter ihr in die kleine unauffällige Hütte inmitten des Waldes. Ein wahres Geschenk, dass sich ihren Augen vor langer Zeit offenbart hatte, diese verlassene Hütte. So unauffällig und ohne auch nur den geringsten Verdacht aufwerfend, war es eine würdige Tarnung dessen, was sie unter diesem Ort errichtet hatte.

Gemeinsam hatte man sich in der Hütte in würdigeren Stoff gekleidet. Rituelle Roben und die knochigen Stäbe, gefüllt mit der Kraft des Herrn selbst, waren nun durch jeden getragen, als sie hinabschritten in den gut verborgenen Keller, welcher dem Seelenherrn geweiht war. Sie vermochte die anerkennenden und forschenden Blicke wohl zu erkennen, als sie den gut verborgenen Ritualraum betraten. Wie die Kerzen es vorgaben nahmen die Glaubensgeschwister ihre Aufstellung um den runden Bodenaltar, während sie ihre Position an der Rituals-Kopfkerze einnahm. Mit sorgsamer Handhabung zog sie Gebeine des alten Meisters, die Schädelschale und die Kräuterbeigaben hervor, alles vor sich ausbreitend, so dass das Ritual nun endlich beginnen konnte. Nochmals liess sie den Blick über die Anwesenden schweifen. Einzig die Gelehrte aus Varuna schien seltsam fern, kränklich wirkte sie, kaum imstande sich auf den Beinen zu halten. Es blieb zu hoffen, dass sie das Ritual mit zu führen imstande war.

Sich versichernd, dass ein jeder der Anwesenden wohl wusste, aus welchem Grunde man zusammengerufen war, begann sie mit leiser und beschwörender Stimme vor den aufmerksamen Blicken der anderen zu sprechen, um die Seele des alten Meisters herbeizurufen: „Gegangen den Weg des Herrn im Leben zu jeder Stunde, doch fehlend im Willen und Erkennen. Gefunden die verlorene Seele, welche allein im Leben zurückblieb zwischen Rauch und Asche, warst du willens mir seinen Weg nahezubringen, auf dass ich dir dereinst half ihm nahezukommen. Fehlend im Erkennen der wahren Stunde, fandest du Unheil und Enttäuschung, Qual und Folter, alter Meister. Strafe die dir gebührte durch den Richter und Herrn. Doch durch ihn bist du erwählt, nun deinen Sinn zu finden, zur Verführung einer fehlenden Seele. Sie, die krank ist in Verblendung durch falschen Glauben, soll berührt werden auch durch deine Hilfe. So erscheine, dies befehlt dir die Dienerin, willentlich den wahren Weg Suchende! Erscheine vor mir und den ebenso willigen Seelen, die anwesend sind, dem Herrn dies Geschenk des Abends zu danken, es zu würdigen.“
Ihr Ruf verhallte, doch er zeigte Erfolg. Nebelschleier erhoben sich über dem Altar, wirbelten umher und fanden ihre Form in der gerufenen, klagenden Seele selbst, welche auf die bereitgelegten Gebeine zuschwebte. Ein würdevoller Augenblick, gewährt durch den Herrn der Seelen selbst, der diese eine darbot, viele neue zu locken und zu verführen. So erhob sie ihre Stimme: „Dank sei dem Herrn der Seelen der diese eine zu uns entsandte ihren Zweck zu erfllen.“

Die dargebotene Seele, welche nun wehklagend über den Gebeinen schwebte, mit Zufriedenheit betrachtend senkte sie gebieterisch den Knochenstab ab, so dass dieser nun auf die Knochen selbst zeigte. Ein knappes Nicken zu den anderen Anwesenden, liess diese ebenso verfahren und sie nahm ihre befehlenden Worte wieder auf: „Erkenne dein Gebein, vergangen und bewahrt. So mögest du dich erneut verbinden, für den wahren und einzigen Zweck. Gesegnet mgen die Knochen sein, wie dereinst gesegnet deine Seele für den Herrn.
Unter dem Willen des Herrn, geführt durch seine Macht und den Willen jener, die ihm treu dienen, zu dieser Stunde anwesend sind zu vollbringen den Willen des Richters. Segne durch dein Einfahren zurück in dein Gebein die Knochen, auf das sie den Willen des gewählten Opfers verführen und wandeln, die Krankheit vollbringe, jene Seele zum Herrn selbst zu führen, seinen Geist zu wirren, auf dass die übelsten Gedanken seiner habhaft werden, ihn verändern und quälen, ihn bereiten für den Willen des Richters , so dass er die Seele empfange. Fahre ein!“

Zufriedenen Blickes erkannte sie nun das Verblassen des Seelengeistes, der wie befohlen in die bereitliegenden Gebeine fuhr. Schabende Geräusche erklangen nun vom Boden des Ritualplatzes. Kurz hierauf erhob sich der Knochenhaufen zu einem Skelett, das aus leeren Augenhöhlen die Anwesenden kurz zu mustern schien, bevor es wieder in sich zusammenfiel. Ein unheiliges und dunkles Glimmen lag nun über den Gebeinen, ein Zeichen führend, dass diese für das Ritual bereit waren.

Bedächtig sammelte sie Knochen aus dem Gebilde auf um diese in der Schädelschale zu feinem Mehl zu zerstossen. Die übrigen Gebeine würde sie gewiss später für nachfolgende weitere Herstellung des neuen Mittels bewahren. Kaum das Knochenmehl bereitet führte sie die übrigen Beigaben hinzu, diverse geschmacklich tragende aber auch wirkungsverstärkende Kräuter, sowie den milchigen Saft des Schlafmohnes. Sodann wurde alles sorgfältig zu einer Masse verrührt. Eine letzte Beigabe fehlte nun noch. Als wäre es der Welt kostbarstes Gut, trug sie die Schale zum Rande des Blutbeckens, stellte sie dort ab und zückte einen filigranen Ritualdolch. Rasch war der Ärmel der Robe zurückgeschoben und ein Schnitt in den Unterarm geführt, so dass etwas Blut in die Mischung tropfte unter ihren leisen Worten: „Mein Blut gegeben deinen Segen zu erbitten, Richter und Seelenherr!“. Alsdann nahm sie die Schale behutsam erneut auf und reichte sie an die Gelehrte zu Varuna weiter, unter den Worten: „So wie ich gab, gebe ein jeder vor seinem Angesicht sein persönlich Opfer!“ Reihum wanderte die Schale nun und ein jeder Anwesender gab bereitwillig einige Tropfen seines Blutes hinzu, als weiteren Weiheträger. Schlussendlich wanderte die Schale wieder in ihre Hand und sie verrührte ein weiteres mal die Mischung um sie dann mit einer ehrerbietenden Verbeugung auf den Altar niederzustellen.

Erneut senkte sie den geweihten Knochenstab mit seiner Spitze in Richtung der Schale nun, welche auf dem Altar ihren Platz gefunden hatte und nickte den Glaubensgeschwistern zu, so dass diese es ihr gleichtaten. Erneut nun erklang ihre leise doch klare Stimme: „Gegeben die Seele, die irrte und willens ist die Krankheit zu tragen , den Geist zu wirren unter deinem Willen. Gegeben sind die Knochen des Meisters selbst. Gegeben sind die Kräuter und der Saft der Welt selbst, möge es die Seele vergiften! Gegeben in freiem Willen und Treue zu deinen Lehren Richter der Seelen, ist das Blut deiner Diener. Erbeten sei nun, durch deine Hand, der Segen selbst, auf dass gewähltes Opfer ertrage und leide die Krankheit deines Willens allein.“ Mit geschlossenen Augen und konzentriert, erwartete und erhoffte sie die Antwort des Herrn. Die nun aufsteigenden düsteren Nebelschwaden, welche die Schale umschlossen und so vor den Augen der Anwesenden gar verbarg, erkannte sie hierdurch nicht, doch fühlte sie die Kraft und Macht des Herrn für einige Augenblicke in sich aufsteigend. Das kalte eisige wispern in ihrem Geist, fordernd, streng und doch erhebend. Sie riss ihre Augen ob dieses Gefühles auf und ein jeder vermochte für diese Augenblicke die selbe Düsternis jenes Nebels am Altar in ihren Augen zu erkennen, welche das Grün ihrer Augen völlig verdrängt hatte.

Nur kurz währte es, dann sank sie entkräftet für einen Moment auf die Knie, wissend und spürend, dass ihr Ritual erfolgreich war. Der Träger jener Krankheit, den sie im Geiste Seelenfraß taufte, war erbracht. Welch Geschenk der Macht lag in ihrer aller Hände! Gepriesen sei der Seelenherr!

Sehr sorgfältig füllte sie 10 kleine Phiolen mit dem Wirkstoff. Eine jede Phiole gewisslich ausreichend eine Seele zu vergiften. Zwei Phiolen behielt sie für sich selbst ein und reichte den Beutel mit den 8 übrigen herum, so dass ein jeder der Anwesenden sich zwei Phiolen entnehmen konnte. Es war nun die Zeit gekommen, die neue Krankheit in die Welt zu tragen. Seine Wirkung bedeutsam, der Gedanken hieran durchdrang ihren Geist: Die tiefliegendsten Eigenschaften einer erkrankten Person würden sich gegen diese wenden, ins Extrem dessen wandeln und zu Taten treiben, die sie sonst nie begehen würde. Einer Sucht gleich würde es diese Person quälen und doch ein Ablassen hiervon unmöglich machen. Wenngleich der Erkrankte sich wohl seiner Taten bewusst wäre, so würde er doch voller Verzweiflung sein, keine Abkehr finden und im Verlaufe dieser Krankheit schliesslich die einzige Erlösung im erwählten Freitode suchen, durch seine alles durchdringenden Schuldgefühle getrieben. Der Moment des Todes würde dem Herrn der Seelen ein Geschenk sein, wäre die durch Krankheit berührte Seele durch ihn gesegnet und ihm allein geweiht.

Verfasst: Samstag 7. April 2007, 12:19
von Treia
Erschöpfung war wohl das vorherrschende Gefühl, das sie ergriffen hatte und die anderen vier sahen kaum besser aus. Den Geist des Verfehlten zu rufen war Aufgabe der Ritualleitung gewesen, aber ihn alsdann in sein neues Gefäß, seine alten Gebeine zu zwängen, war anstrengender, als sie es sich ausgemalt hatte. Für gewöhnlich folgten die Körperlosen diesem Ruf bereitwillig, doch dieser eine schien andere Pläne mit seiner Zukunft, so er denn eine besaß, zu haben.
So saß sie selbst nun dort, in dem kleinen Gasthaus, nippte an ihrem Wein und dachte über das Geschehen nach. Es tat gut, ab und an auf die eigene Unzulänglichkeit hingewiesen zu werden. Es hielt einen davon ab, durch zu drehen und vollkommen übermütig zu werden. Die Mächte, mit denen sie alle spielten, waren einfach zu alt, zu machtvoll. Vielleicht würden sie sie nie ganz begreifen, nie ganz kontrollieren können. Ihr Blick wanderte zu der schwärenden Wunde an ihrem Handgelenk. Im Gegensatz zu den anderen hatte sie keinen Stahl auf ihrer Haut spüren wollen. Diese Wunde hatte sie selbst mit der lebensverneinenden Kraft geöffnet, die ihren Körper, ihren Verstand und ihre Seele durchflutete. Es würde lange dauern, bis das kränkliche, abgestorbene Gewebe verheilte. Sei es drum, eine gute Erinnerung an das Ritual und an das, was sie selbst bewegte. Sie haßte das Leben, sogar ihr eigenes und diesen schwächlichen Körper, den es ihr beschert hatte. Diese Wunde war mehr als nur passend.
Doch nun, hier sitzend, kam ihr dies alles so unendlich weit fern vor. Ihre Gedanken kreisten beständig um ihre zwei Phiolen. Eine interessante Idee, durchaus. Die Menschen zu Dingen zu verleiten, die ihnen fremd waren, die sie ohne das Eingreifen der Rabenkinder niemals vollbracht hätten, dieser Gedanke war ihr alles andere als fremd. Es war eine Kunst, ein Spiel, dessen Regeln sie unlängst begriffen hatte. Täglich schulte sie sich selbst darin. Dieses nun mithilfe dieses unscheinbaren Pülverchens zu bewerkstelligen faszinierte sie und stieß sie zugleich ab. War sie nicht die Kraft des gesprochenen Wortes? Ein Kind des Zwielichts und der Zwietracht? War nicht alles was da Lüge, Verrat, Intrige, schlicht Verführung und Hinwendung zum Unsagbaren war ihr eigentliches Element? Jedes Wort sollte mit Bedacht gewählt sein, war es doch ein Mißklang, eine Irritation des Urzustandes ewigen Schweigens. All ihr Potential, all ihre Fähigkeiten nun mehr wortlos aussäen zu können war schlicht faszinierend. Ein überdeutlicher Fingerzeig des Herren, daß ihr Werk so falsch nicht sein konnte. Und doch zögerte sie. Sollte sie ihn benutzen, dort, wo ihr Talent versagte? Sollte sie ihn ihr eigenes Versagen richten lassen? Welches Bild mochte er dann von ihr haben? Welchen Nutzen hatte sie nun überhaupt noch? Der Gedanke sollte sie noch mehrere Tage beschäftigen.

Verfasst: Samstag 7. April 2007, 12:50
von Wijay Loreen
Sie hatte schon den Ganzen Tag Schwierigkeiten, ihren Gedanken zu folgen. Die Müdigkeit und der Schwindel traten schon die Nacht zuvor ein.

Während des Rituals wurde es jedoch schlimmer. Der Kopfschmerz nahm zu und die Sehkraft ließ zusehends nach. Es war so als würde ihr geist in unendliche Tiefen gerissen... oder weit fort, zum Seelenherren selbst.

Bedächtig verfolgte sie das Ritual, doch sie vermochte es nicht, ihm so zu folgen wie sie es erhofft hatte. Krankheit floss durch ihre Adern. Aber es war nicht die Krankheit die gebraut werden sollte, es war auch nicht die Pest, die sie gezüchtet. Die Wirkungen waren ihr bekannt, hatte sie doch bei der Suche nach geeigneten Mitteln mitgewirkt. Es musste etwas anderes sein.

Das Ritual selbst verlief ziemlich... erregend. Es faszinierte sie immer, solche Rituale mitzuverfolgen. War die Idee der Schwester doch sehr kreativ und verdiente Respekt.

Als sie die Phiolen mit dem Mittel endlich erhielt war sie der Ohnmacht bereits sehr nahe. Es würde nicht mehr lane dauern und die letzten Kraftreserven alfen ihr nicht mehr dabei, aus der hiesigen Welt zu entschwinden und in das tiefe Loch der Ohnmacht zu fallen.

Das Mittel, welches ihr die Schwester gab wirkte allerdings fast sofort. Es war wie ein Schlag und sie war wieder vollends in der Welt, die sie kannte.

Interessant... Sie laß das Ettikett. Die Tollwut an sich zu erleben war für ihre künftigen forschungszwecke durchaus dienlich. Nun erkannte sie die wirkung dieser Krankhit endlich selbst, so wie sie alles an sich testete. Über Leid und Schmerz geht der Weg der Erkenntnis.

Tollwut. Vielleicht ein Zeichen des Herren. Denn es war in ihrem Blute welches sie dem Brei beigemengt hatte und konnte als Träger der Krankheit hervvorragend dienen. Wen es ein Zeichen vo ihm war, dann bedeutete dies zuerst, dass er Gefallen an Chalys' Idee fand und dass sie einen Weg fand, die Krankheit herorragend zu tragen. Seine Weisheit öffnete immer wieder neue Pforten.

So trennte man sich. Die zwei Phiolen bei sich tragend verschloss sie in ihrem Keller sofort sicher und würde eines Tages gewiss seine Wirkung erzielen.

Der Seelenfraß. Die Kreativität ihrer Glaubensbrüder und -schwestern war bemerkenswert. Sie war stolz, die diesen Kreisen zu gehören.