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ein unfreiwilliger Abenteuerurlaub

Verfasst: Dienstag 13. März 2007, 23:08
von Darna von Hohenfels
"Es wollt ein Ritter früh aufstehn..."

Sie ahnte schon, daß es bald wieder losgehen würde - eine Zeit, wo eine Neuigkeit die nächste jagte und sie wieder an vier Orten gleichzeitig sein könnte... gerade war es verhältnismäßig ruhig.
Einige Worte hatte sie mit Herrn Caprine gewechselt, ihm nahegelegt, das Kloster aufzusuchen, auch die Streiter vom OdT, hatte versucht, ihm von Lucenius' Vision zu erzählen... doch gab es irgendeinen Ort, den dieser Mann überhaupt für sicher hielt? In der Taverne hatte sie ihn jedenfalls nicht halten können. Seufzend hatte sie ihm nachgesehen, als er eher hastig rausstürmte, als daß man das Verabschiedung hätte nennen können.

Trotzdem - wie gesagt, verhältnismäßig ruhig. Und sie würde es gnadenlos nutzen. Das Haus würde Unsummen verschlingen, sie hatte dieses Steinproblem so nicht beachtet gehabt. Also Geld beschaffen. Und diesmal effektiv.
Fast alles an Zeug, was sie sonst "zur Sicherheit" mitschleppte, ließ sie diesmal als unnötigen Ballast im Schloß zurück: Laterne, drei Fackeln - weg. Sie hatte endlich Nachtsichttränke. Proviant - sie aß diesmal vorher, und so flogen auch Wurst und Brot raus. Jedesmal nahm sie drei volle Feldflaschen mit, von denen sie höchstens eine brauchte - also zwei weg.
Prüfend fühlte sie das Gewicht, nickte. Besser, wesentlich besser. Sie würde sich auf Lameriast mit allem versorgen können.

Ibert hatte die Morgenwache heute, und sie lenkte Sandsturm an ihn heran, erwiderte den Salut.
"Ibert, ich melde mich für zwei Tage ab. Eigentlich drei, ich werde erst übermorgen spät Abend wohl zurückkommen. Lameriast - seine Hoheit ist verständigt. Ruhigen Dienst noch."

Sie übergab Sandsturm der Obhut von Stallbursche Frang und machte sich zu Fuß auf zum Gebirge. Diesmal verspürte sie keinen Bedarf, sich erst stundenlang durch die Oger und Trolle der Wälder am Südrand der Insel zu schlagen.
Irgendwie war es herrlich, mal nicht mit einem halben Hausstand in die Erdhöhlen zu gehen und kürzere Strecken mal auch laufen zu können, selbst wenn dieses regelmäßig schnelle Stampfen in Rüstung wenig mit einem echten Spurt zu tun gehabt hätte.
Das Licht des Morgens noch im Rücken, betrat sie die Höhlen.


"Guten Morgen, liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da..."

Die Schleime. Ach ja... die hatte sie vergessen. "Ich hätte Fackeln mitnehmen sollen. Ha ha ha." Diese Biester waren wirklich lästig. Vor allem, sie waren nicht wirklich totzukriegen. Entnervt wandte sie sich zügigen Schrittes ab - es war ja nicht so, daß man die nicht abhängen konnte.
Dachte sie.
Es entpuppte sich allerdings als ausgesprochen lästig und ablenkend, gegen einen Erdelementar zu kämpfen, zu registrieren, daß noch ein zweiter auf sie aufmerksam geworden war, dahinter auch ein Zweikopf - und am linken Bein wurde die Rüstung metallisch kalt, als etwas zähflüssiges hinter ihr hergekrochen gekommen war und versuchte, sich bei ihr einzuschleimen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Doch sie bekam die Erdelementare trotzdem klein. Den Schleim nicht, aber sie ließ ihn und seinen Kumpel alleine zurück. Sie zersplitterte auch die Steingargyle weiter hinten und bahnte sich so ihren Weg zum toten unterirdischen "Wald" samt seiner gruseligen Bewohner.
"Irgendwas läuft verkehrt heute", stellte sie einige Zeit später fest. Ein Wolf war ja recht problemlos zu verkraften, wenn auch die Geschwindigkeit, mit der diese Biester zuschnappten, immer wieder beängstigend war. Aber warum lockte sie heute so oft gleich zwei dieser Biester an?! Überhaupt schien sich heute alles mit einem Engagement auf sie zu stürzen, daß sie teilweise in arge Bedrängnis geriet.
"Nicht hier umfallen. Dann bist du geliefert."

Sie hatte erst überlegt, länger in diesem Wald zu bleiben. Seit einiger Zeit genoß sie es aber auch, in abgeschiedenen Stunden wie diesen Bereiche alleine zu erkunden, die sie so vorher noch nicht gekannt hatte. Sich mit verschiedensten Gegnern zu messen. Streifzüge mit Hudgarr hatten ihr klar vor Augen geführt, wie wenig sie sich in diesen Dingen auskannte - und daß oftmals die Art des Kämpfens anderer Leute nicht die ihre war.
Die unterirdische Stadt übte diesbezüglich eine gewaltige Faszination aus: sie beherbergte die unterschiedlichsten Kreaturen, deren Kampfkraft sie teilweise nicht einmal kannte. Die Umgebung bot hervorragend Gelegenheit, taktisch vorzugehen, Gegner zu locken, zu überraschen, ihre Schwächen und Stärken zu erleben...
Heute würde sie sie einmal auf eigene Faust erkunden, gerade die Gegenden, die sonst links liegengelassen wurden! Die Stadt war alt, vielfältig - vielleicht würde sie sogar irgendwas entdecken, wo zuvor noch niemand drauf geachtet hatte.

"Now I've got heartaches by the number,
Troubles by the score..."


Sie hatte ziemlich viel entdeckt. Sie hatte zu spät entdeckt, wie hartnäckig und schnell Steinharpien sein können. Dieses Vogelvieh hatte sie in einen Bereich getrieben, wo sie dann entdeckt hatte, daß ein Gang, in dem sie sich vor einem großen Schlangenkrieger hatte zurückziehen wollen, kein Gang, sondern eine Sackgasse war.
Weiters hatte sie entdeckt, daß ein Blutelementar recht aufmerksam dabei zu sein schienen, Opfer zu entdecken, sich durch enge Lücken im Stein hindurchbewegen konnten und dieser verdammte Illusionszauber wirklich lange anhalten konnte. Irgendwie hatte sie es noch geschafft, daß nun Blutelementar und Schlange sich prügelten - beziehungsweise, es musste wohl so sein. Sie ließ die lila Hose weiter gegen den neongrünen Felsenbeißer kämpfen und tastete sich an den bunten Wänden lang, stolperte über unsichtbare Steine, sich bewegende Trümmer oder was das da immer war.
Ein blaues Einhorn kam auf sie zu und sie blinzelte, hoffte mit jedem Lidschlag, daß das aufhörte. Was immer da gerade auf sie zukam, hoffentlich war es nicht zu gefährlich, aber sie brauchte sehr dringend einen Raum, wo sie das Ende des Zaubers abwarten konnte. Vielleicht war es ein Zweikopf oder Troll, von denen waren auf dieser Ecke mehrere. Sie hieb mit der Klinge in Brusthöhe einfach vor sich auf das Ding.

Als sie wieder aufwachte, wusste sie zu ihrem Leidwesen nicht, wo sie war. Die einzig mögliche Lokalisierung: neben einem verstreuten Haufen unterschiedlich großer Knochen, von denen noch vertrocknete oder gammlige Fleischfetzen hingen.
Sie schien zu den Fleischvorräten der Oger hier gelegt worden zu sein. Wenig später hatte sie sich zwar freigekämpft, aber langsam tat ihr alles weh und sie hatte keinerlei Ahnung mehr, wo sie sich befand. Auf die Umgebung hier traf neben allem eine Beschreibung ganz besonders zu: fremd.

(Stunden später)
Sie hätte heulen können. Konnte es hier so viele alte Minenbereiche mit brachliegenden Einschlüssen von Edelsteinen und Kristallen geben, daß sie ausgerechnet eine gefunden hatte, die ihr immernoch keinen Orientierungspunkt gab?!
(nochmal irgendwann später)
Langsam bekam sie Hunger. Sie erinnerte sich noch sehr gut an ihre abschätzige Meinung, wenn den Leuten immer ausgerechnet kurz nach dem Betreten von Monsterhöhlen auffiel, daß sie Hunger und nichts zu essen dabei hatten. Sie hatte nun auch nichts zu essen dabei.
(sehr viel später)
"Ich will hier raus!" Monster nach Monster fiel, aber gefundene Bernsteine konnte man nicht essen. Immer wieder musste sie vor irgendwas flüchten, und schien sich immer nur noch tiefer in die Gassen dieser riesigen Stadt zu verirren. Noch ein Nachtsichttrank weniger. "Soviel zu deiner hervorragenden Idee, keine Laterne mitzunehmen. Und keine Fackel. Und kein Essen. Kaum Trinken. Himmel, ich könnt mich schlagen."

Sollten auch noch ihre Verbände zur Neige gehen, mochte Temora ihr die Gande schenken, die Wunden zu schließen - eine Gabe, die sie ungerne im Übermaß beanspruchte, sondern sich auch auf ihre Fähigkeiten verließ - aber das gab ihr weder Nahrung noch Licht.
"Temora gewährt ihren Paladinen diese Wunder bestimmt nicht, damit sie sich in unterirdischen Ruinenstädten sorglos verlaufen können!", fuhr es ihr sarkastisch schimpfend durch den Sinn, doch es trug die ersten Anzeichen von Ratlosigkeit.
"Irgendwo im Osten der Stadt ist der Drache.
Schön. Und wo ist Osten? Kannst ja den Lich da mal fragen, vielleicht gibt er dir Antwort."



Frightening chicken

Räuber! Selten freute sie sich über solch einen Anblick, aber es waren menschliche Kreaturen! Himmel, hier? Die Ärmsten... als sie sich vorsichtig näherte, stockte sie. Sie sprachen gerade miteinander, aber auf eine Art und Weise, daß mehr als deutlich wurde, daß die Trolle zu lange ihre Nachbarn gewesen waren. Eines der Gesichter konnte sie erspähen und erhielt vermutlich eine Erklärung, was eine sterbliche Seele abseits ihrer Motive hierher treiben konnte: dieser Mann hatte es offensichtlich ohne vernünftige Medizin geschafft, die Pocken zu überleben, und so sah er auch aus.
Dann stach der Geruch nach verbranntem Fleisch in ihre Nase - Essen!
"Na toll, jetzt überfällst du gleich Räuber, um was zu Essen zu bekommen? Verkehrte Welt."
Es behagte ihr nicht, aber über einer lausigen Feuerstelle hing gebratenes Fleisch, auch wenn von Kochkunst keine Rede sein konnte. Sie hatte diesmal eigentlich keine Lust auf einen Kampf - doch diese Leute griffen wohl alles an, was nicht aussah wie sie und damit Feind oder Opfer war.

Das Fleisch... schien Geflügel zu sein. Irgendein strenger Beigeschmack, den sie nicht zuzuordnen wusste. Sie mochte es nicht wirklich, aber es war besser als nichts.
Von was versorgten sich denn die Leute hier bloß? Es musste auch irgendwo was zu trinken geben. Vielleicht konnte man doch mit einem von ihnen reden...
Zwei Gänge weiter Tumult. Drei der Räuber stürzten sich auf eine Harpie und... aus den Kommentaren heraus erahnte sie, was sie da gerade gegessen hatte... Sie schaffte es noch, zwei Schritt weiter rückwärts das Visier hochzuklappen, bevor das wenige Essen sie auf dem gleichen Weg verließ, wie sie es zu sich genommen hatte.


"Stayin alive"

Und es gab ihr den Rest, was ihr Duchhaltevermögen anging.
Je länger sie darüber nachdachte, welche Probleme sich anhäuften, je länger sie hier unten bleibe, desto mehr ließ ihre Kraft nach. Um den Gallegeschmack runterzuspülen, hatte sie ihre einzige Feldflasche geleert. Es stand inzwischen für sie außer Frage, daß sie heute noch... heute? Wie spät war es überhaupt?
Sie brauchte irgendeine leere Ecke, musste sich ausruhen.
"Ausruhen. Witzig. Jeden Augenblick kann hier sonstwas um die Ecke kommen oder dich durch die aberdutzenden Löcher in den Wänden entdecken."
Hunger. Dieser Gedanke kreiste immer wieder. Hunger. Vielleicht sollte sie doch... es war essbares Flei... ein Gedanke an das Wesen, halb Federvieh, halb Mensch...
"Nein! Ums Verrecken nicht! So tief kann ich nicht sinken!
Doch - aber ich will es nicht!"

Ein Raum mit zerstörten Betten, er war leer, doch wer wusste schon zu sagen, ob das so blieb. Nur die Mengen an Staub gaben ein Anzeichen.

Sie verkroch sich in eine Ecke.
"Ich kann nicht mal wagen, die Rüstung auszuziehen, das kann mein Tod sein."
Sie lehnte den Kopf zurück, schloß flüchtige Momente die Augen. Jedes Geräusch hier war fremd und alarmierend.
"Nicht aufgeben. Das steht überhaupt nicht zur Diskussion. Man kann hier sicher überleben - wie, das hast du ja gesehen." Sie überlegte, ob in sowas eine Prüfung läge. Diese Menschen dort waren verzweifelt und hatten alle moralischen oder ethischen Bedenken abgelegt, und waren auch genauso als verkommene Gestalten zu betrachten.
Was hielt sie so davon ab, sich den scheinbaren Notwendigkeiten zu beugen? Lieber verhungern, als tote Harpie zu essen?
"Sie sind ehrlos. Das ist Existieren, aber kein Leben. Das hat mit Ehre wirklich absolut gar nichts mehr zu tun. Die Hoffnung auf Gerechtigkeit haben sie wohl auch verloren. Abgekommen von den Tugenden...
also inakzeptabel. Du wirst dich nicht so erniedrigen und so tun, als hättest du dich ja nur den Notwendigkeiten gebeugt. Ganz einfach."

Ganz einfach?
Sie senkte den Kopf, atmete einmal tief durch. "Temora, steh mir bei. Wobei ich das nicht mal verdient hätte, wie konnte ich so leichtsinnig sein?" Die Gedanken verfingen sich in einer trägen Schleife, ab und zu dämmerte sie vor sich hin, schreckte wieder auf.

Sie irrte noch weiter durch die endlos scheinenden Ruinen und Gassen, lief im Kreis, wurde gehetzt, geriet immer mehr in Schwierigkeiten. Wenigstens etwas Wasser fand sie, doch stattdessen wurde Dunkelheit das nächste große Problem, Orientierung noch aussichtsloser.
Undefinierbare Zeit.
Draußen würde es Mittwoch werden... dann Donnerstag... der Abend würde nahen... und vergehn...

Verfasst: Sonntag 18. März 2007, 08:40
von Rafael de Arganta
Na toll!
Rafael war weniger begeistert.
"Wo ist sie?"
Jedermann zuckte die Schultern. "Weg, fort, müsste schon längst wieder da sein." hörte er immer wieder von allen Seiten wo immer er auch nach der Ritterin fragte.
Das seit Mittwoch.
Hatte sie mit dem Alten schon gesprochen? Wenn ja, hing ihr verschwinden mit ihm zu sammen?
Wenn nein ... würde das alles ihre Chancen nun doch noch vereiteln etwas Sinnvolles heraus zu bekommen?

Thelor musste her.
Gemeinsam mit seinem Knappen ging er durch die Höhlen der Grafschaft.
Fragte bei den Zwergen nach... Zwergenbier, man wusste ja nie?!
Um dann jedoch ohne Ergebnis weiter gen und durch Berchgard und Bajard ritt um nach der Ritterin zu fragen.
Gerüstet war sie, hieß es.
Ein Hinweis.
Aber in den Höhlen war sie ja nicht.
Hatte Rahal sie erwischt?
Er schüttelt den Kopf. Dann hätten sie sie wohl schon wieder, und das möglicherweise Stückweise.
Oder aber zumindest einen Brief mit Forderungen.

Thelor schlug nun den Hafen vor und gemeinsam gingen sie hüber.
Konnte Darna eigentlich schwimmen? Schoss es ihm, warum auch immer durch den Kopf.
In Rüstung bestimmt nicht!
Er wollte gerade umdrehen als einer der Hafenarbeiter ihnen erzählte das er die Ritterin gesehen hätte.
Sie hatte ein Schiff bestiegen nach Lameriast.

Lameriast also.
Vielleicht war sie bei Falk?
Bei den Hinrahs angekommen, wurde ihm gesagt das man sie nicht gesehen hätte, aber man mit suchen würde.
Rafael bedankte sich. Er kannte sich in diesen Höhlenlandschaften auch nicht aus.
Aber er kannte wen der es konnte! Hudgar.
So schickte Rafael Thelor los Hudgar zu holen, das man gemeinsam die Höhlen nach der Ritterin durchsuchen konnte.
Der Gedanke das sie dort irgendwo verletzt lag, und das vielleicht schon seit Mittwoch... oder gar tot ... ließ ihn nur mit Mühe abwarten.
Aber er brauchte wen der sich dort auskannte.

Verfasst: Montag 19. März 2007, 03:38
von Darna von Hohenfels
"Drei, drei, drei, Darna", hatte Roderich gesagt, "Das merkt euch: Drei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser, drei Wochen ohne Nahrung - so lange kann ein Mensch ohne das auskommen."
"Auch, wenn er dauernd kämpfen muß?", dachte sie, während ihre Hand im Panzerhandschuh an der Wand längs kratzte. Da vorne rechts um die Ecke war Lichtschein. "Wäre zudem schön, zu wissen, wann hier unten denn ein Tag um ist." Eine Fackel, tatsächlich. Schön. "Wenn du die dabeihättest, könntest du die Schleime vorne am Eingang töten.
Wenn ich bei den Schleimen wäre, würde ich sie eher küssen, weil das dann bedeutet, daß ich so gut wie draußen bin! Verdammt nochmal!
Nicht fluchen. Nicht sinnlos wütend werden. Temora steh mir Idiotin bei."


Sie atmete langsam aus und sah mehrere Momente die Fackel an. Licht. Feuer. Diese Fackel musste doch zu irgendwas gut sein. Sie konnte kaum mehr klar denken.
"Du könntest hier mit Ruß die Stelle markieren, daß du schon mal hier warst.
Ja, schön... dann fehlt aber hier das Licht, um den Ruß zu bemerken, mh? Und wie lange wird das Ding schon an bleiben. Warst du hier nicht sowieso schon mal? Mehr als einmal?"

Sie lehnte einen kurzen Moment die Stirn an die Wand. "Nicht einschlafen. Um Himmels Willen nicht hier einschlafen. Wie weit war es noch bis zu dieser sicheren Ruinenecke? Einmal rechts, zweimal links, schräg gerade rüber und dabei zusehen, daß der Ogerfürst dich nicht bemerkt." Ihre Gedanken drehten sich nur noch im Kreis, drehten sich um einige der jüngsten Niederlagen. "Hieß es nicht, in einem Labyrinth soll man sich immer links halten, um raus zu kommen, und immer rechts, um reinzukommen? Oder war das anders rum...?"

Felswand. Kein brökliger Mauerstein, Fels. Und nachdem sie sich erst tierisch hatte freuen wollen, wurde ihr klar, daß sie nun immernoch nicht wusste, wo diese Felswand war. Vielleicht war es nicht einmal ein Teil Kavernenwand, die zum Ausgang führen würde. Sie hatte gegen eine alte Hauswand getreten, als diese immer mehr drohte, sie wieder in tausend Winkeln vom Fels weg zu führen.
Dann hatte sie ein Durchschlupfloch gefunden, war irgendwie "außen rum" immer weiter gewandert, getastet, im Dunkeln gestolpert... bis wieder zunehmend dieser beißende Schlangengeruch in der Luft lag, sie die zischelnden Geräusche hörte.
Es war gefährlich, im Dunkeln kaum unterscheiden zu können, ob das nächste Schlangenwesen ein gewöhnlicher Krieger war oder einer dieser weitaus kräftigeren. Der schmale Pfad hatte sich zu einer weiteren großen Kaverne geöffnet. Sie war in jedem Fall Darna unbekannt - aber vielleicht war es ein völlig unbekannter Teil, ein völlig anderer Ausgang...
Sie steigerte sich so sehr in diese unsichere Hoffnung hinein, daß sie die letzte Phiole Nachtsichttrank entkorkte und das Elixier schluckte.
Blinzelte.
Und bemüht war, nicht laut aufzuschreien, als sich scheinbar taghell präsentierte, was sie sonst nicht hätte sehen müssen: eine weitere riesige Höhle, die gegenüberliegende Wand kaum zu erahnen. Aber was immer dort sein mochte, dazwischen waren dutzende dieser gewaltigen Schlangenbiester mit ihren riesigen Hellebarden. Dazwischen weitere Magiebegabte - bei offener Sichtlinie tödlich. Und immernoch nicht abzuschätzen, wo das hinführen mochte.
Keine Chance. Rückzug.

"Demut lernt man hier, oh ja!
Vielleicht die letzte Lehre."

Und wieder wurde es irgendwann stockdunkel, wieder brauchte es lange, das bißchen Licht zu nutzen oder sich regelrecht blind zurechtzufinden.
Später ein anderes vages Leuchten, das ihr vertraut schien. Glitzern auf dem Felsboden. Und ähnlich funkelte in ihr auch die Hoffnung. Die Kristallminen...
"Nein! NEIN! So viele KANN es hier nicht geben!" Sie trat die rostige Spitzhacke beiseite, und sie knallte gegen die alten staubigen Steinbänke, von denen Darna wusste, sie hatte sie vorher noch nicht gesehen. Für einen Moment hätte sie nicht übel Lust gehabt, die Hacke zu nehmen, die Felswand wieder zu suchen und sich durch den Berg, wie viel auch immer es bis zum blauen Himmel draußen entfernt sein mochte, schlicht rauszugraben.
"Das ist GAR KEINE so schlechte Idee von den Zwergen! Die buddeln diese Gänge alle auch nur, damit sie genügend AUSGÄNGE aus diesem VERDAMMTEN BERG haben!!"

Nun ja. Das lag... Stunden? ... zurück. Sie nahm den Kopf von der Wand weg und riß den Schild hoch. "Könnte von der Wucht und dem dumpfen Geräusch auf dem Schild her ein Troll ohne Axt sein", sie drehte den Kopf. "Richtig, Troll ohne Axt. Vielleicht wäre Lob angebracht, wenn du sein Näherkommen gehört hättest."
Als das Vieh lag, sah sie teilnahmslos wieder auf die Fackel. "Du musst sie irgendwie markieren. Wenn du jede götterverfluchte Fackel hier unten kennzeichnen kannst, werden zwei davon nahe dem Ausgang sein. Da waren zwei, nicht?"
Sie hatte sich viel "unnützen" Gewichtes entledigt - aber ein guter Ritter hatte immer ein Taschentuch mit dabei. Sie hatte es schon an ihrer Klinge mit etwas Mühe kaputtgeschnitten, als sich der Gedanke aufdrängen wollte, wie viele winzigste Fetzen sie denn bitte daraus machen wollte, um etwas wie eine nachvollziehbare Spur zu legen?
Aber als das Taschentuch zuende war, musste auch der Wappenrock dran glauben. Sie zwängte die kleinen Stoffstücke in die Fackelhalterungen an der Wand.
"Da kannst du sie im Licht sehen. Wer immer diese Fackeln austauscht, er wird die Halter wohl kaum von Stoffstücken reinigen. Wenn es die Räuber sind, klauen sie höchstens die kleinen Fetzen mit der Goldstickerei. Vielleicht... wundert sich auch... irgendwer, der nicht bloß den üblichen Weg zum Drachen geht. Noch irgendso ein Idiot, der hier 'erkunden' will...
Himmel, wenn das jetzt auch noch einen weiteren armen Tropf hier hineinlockt, dann..."


Sie schüttelte den irrsinnigen Gedanken ab.
Erste Fackel, zweite Fackel... bald war das Taschentuch weg, der Wappenrock dran. Zweifelnd blinzelte sie die Fackel an, während ihre Augen vor Müdigkeit brannten.
Die ersten paar Fackeln schien es irgendwie zu funktionieren. Dann stand sie vor der ersten markierten, die Illusionen zerstörte: "Hier warst du also schon mal. Schön. Ja, ich kenne diese Ecke, richtig. Bin aus beiden Richtungen schon mal gekommen, nicht? Links? Rechts? Wenn ich noch je hier raus finde, darf ich nicht nach Varuna zurück. Adrian lacht sich tot und entlässt mich dann, so viel Dummheit in einer Person darf doch nix anführen, himmelverflucht noch eins... Nicht fluchen."

Es fiel ihr so unsäglich schwer, sich zu konzentrieren. Die spröden trockenen Lippen formten schon nach den ersten Worten kaum mehr als ein Flüstern:
"Tem... Herrin Temora, im Lichte deiner Gerechtigkeit - oh bitte hilf mir. Und wenn du nur die Monster von diesem Raum fernhälst, daß ich ein wenig schlafen darf, bitte! Ich stink in dieser Rüstung, die wittern mich doch schon gar nicht mehr. Mein Schwert fängt an, stumpf zu werden, meine Rüstung besteht bald aus ein paar trockenen Lederriemen und Metallschrott.
Hier sind nur noch du und ich - ja gut, und diese Oger und Schlangen und Elementare und... ich will hier nur noch raus. Schwert und Wehr hab ich in deinen Dienst gestellt... mit mir erreichen sie die Grenzen des Irdischen. Sie zerfallen - wie ich. Bald sind sie fort, und ich bin geliefert. Meine einzige Rüstung bist dann noch du. Mit dir bei mir, was bräuchte es dann noch ein Schwert?" Ein müdes Lächeln, während ihre Gedanken immer weiter abdrifteten. "Etwas vermessen. Lass mich nur schlafen. Lass mich doch schlafen, bitte."
Wirr kreisten Worte und Sinn zwischen Wachen und Träumen.

Verfasst: Montag 19. März 2007, 18:36
von Thelor von Reensdorf
"Lameriast also", erfuhren Thelor und Sir Rafael vom Hafenmeister.

"Gehe hin sie suchen Thelor, eile dich, schaue beim Clan denn da könnte sie nach Viola schauen, suche in den gebirgen denn dort geht sie Jagen, suche wo man sie nicht vermuten würde. Aber Eile dich." sagte Rafael zu Thelor und kaum 2 Stunden Später führte thelor in Reitereiharnisch das packpferd mit verpflegung und das Tier in Harnisch auf das Boot.

nach zweistündigem Bootfahren und heftigen entleeren der Magengegend war er froh sichern Boden unter den Füßen zu haben.
Vom kapitän erfuhr er auch das in letzter zeit keines der Boote gesunken sei, zwar hätte man ein oder zwei Überfälle von Piraten zu beklagen, doch keine Verluste unter den Gästen hätte es gegeben.

So machte sich Thelor auf zum Clan wo er sich nach freifrau von Elbenau erkundigte, doch konnte man ihm dort keine auskunft geben, nur das versprechen die Augen Ohren und Nasen nach ihr auszurichten und wachsam zu sein.
Vom hohen Norden lameriasts wo die Tiefländer ihr Lager hatten ritt er durchs gebirge und die kleineren Wälder doch fand er keine spur von Darna.
So machte er sich auf zurück nach varuna wo er Hauptmann von Stolzenfels berichtete.

Verfasst: Dienstag 20. März 2007, 16:08
von Thelor von Reensdorf
Er hatte sich gerade von seiner Suche ausgeruht als der Bote Rafaels ihn erreichte.
>>Thelor komm so schnell wie möglich zum Hafen Berchgard und bring leutnannt Adrenalon mit.<<

Sofort sprang Thelor in den Harnisch der Kürasserie und rannte die treppen hinunter und hätte beinahe vergessen bescheid zu sagen, wo er am leutnannt vorbeieilte.
So fanden sich nach kurzer zeit Rafael Adrenalon Viola( die dabei stand als thelor ihm beshceid gab) und er selber am Hafen Berchgards ein.
Und so Bezahlten sie dem Fährmann einige Münzlinge und er setzte zur Fahrt nach Lameriast an.

Einige Magenumdrehungen Später erreichten sie voll gerüstet die Insel und begaben sich auf den Weg zur ersten Höhle die möglicherweise Darnas ziel gewesen sein könnte.
Es war eine große Höhle und als sie ins innere Stürmten glauben thelor und Sir Rafael ihren Augen nciht, denn sie besuchten diese höhle das erste mal.
Vor ihnen wuchs ein Wald im inneren der Höhöe.
Ein Wald der kein licht braucht?
Ein Wald bewohnt mit untoten Tieren, Skeleten und anderen halb verwesenden geschöpfen..
Willd Stürtzten sich die tiere auf sie und auch das Untote gesindel blieb nicht aus, so wurde Thelor von der wucht einer Bärentatze und unter dem beschuss eines Skelettschützen gegen einen Baumgeworfen wo er benommen liegen blieb.
Die höhle zeugte von solcher düsterniss, das die anderen thelors fehlen erst nach dem Kampf mit den Untieren verstellten und so wurde ihm erst nach eingien Augenblicken wieder auf die Beine geholfen.

Heraus aus dem wald kahmen sie in eine alte unterirdische Stadt und viala führte sie durch die Gänge dieses Labyrintes.
Sie kämpften sich die Wege nach Nordosten dann anch westen durch.
trotz der führung standen sie manchesmal in einer saggasse oder vor Drachlingen wo sie nicht glaubten das Frau von Elbenau diesen Weg hätte nehmen können.
>> DAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRNNNNNNNNNNNAAAAAAAAAAAAAAAAAA<< bellte Rafaels stimme durch die Höhle , und die Gruppe muste Rafael beschwichtigen doch von nun an leiser zu sein.
Weiter und weiter gingen sie herein in die höhle und weder im westen noch im Norden oder im Osten fanden sie eine spur von ihr.

So fürte Viola sie schließlich gen süden als vor ihnen ein Geschöpf aus der Erde herausbrach und sie zum Kampf stellte.
mehrfach stürmten sie gegen den Gigantischen wurm an und schließlich gelang es der Gruppe dem wurm das Leben auszutreiben, ehe sie zum verschnaufen in ein Raum flüchteten der in der nähe schien.
Etwas war komisch am raum .
in der ecke stand ein Schrank wo ab und an etwas im Fackelschein aufblitzte.

Viola wurde demzuerst Gewahr und rückte unter fragenden blick der anderen, den Schrank beiseite.
>> DARNA<< schrie sie überglücklich aus, während die gebeugte udn hinter ihrem schildkauernde Freifrau zum Vorschein kahm.

Adrenalon stürtze direckt zu ihr während Rafael sich um etwas verpflegung kümmerte und Thelor den Ausgang der kammer sicherte.
Leider war die Freifrau nicht beisinnen und in ihrer Schützenden abwesenheit erkannte sie ihre Freunde nicht.
So das sie sich gegen die Hilfe wehrte.
Erst nach einigen Augenblicken gelang esa der Gruppe Darna zur besinnung zu rufen.
Ein wenig Wasser und einige Bisse essen und Darna war bereit sich unter Violas führung den Ausweg freizukämpfen.

Da sie recht schwach war ging sie ziemlich weit am ende der Gruppe und Thelor sicherte den weg von hinten als schlußlicht.
Bals erreichten sie den Wald und die gruppe wuste das sie es Bald geschaft haben würde.
Wieder stellten sich untote , Skelette und Tiere ind en weg und wieder wurden sie von dem ein oder anderen Skelttschützen behart ehe sie draußen wahren, doch hatten sie es alle Geschaft.

Einige minuten vershcnauften sie vor der tür während sich der Schnee um Thelors Bein langsam Rot verfärbte.
Ein Pfeil ragte aus dem rechten Panzerbeinschutz und Blut Kämpfte sich nun einen weg aus dem panzer heraus.
Nachdem Darna den pfeil an thelors bein so gut es ging entfernt hatte, trennte sich die Gruppe.
Adrenalon und Viola wollten Darna zum Schloß bringen, damit sie siche rholen könne , während Rafael den verletzten thelor zuden hinrahs bringen wollte, damit seine Wunde shcnelsstmögliche versorgung erhielt.

Verfasst: Dienstag 20. März 2007, 23:34
von Darna von Hohenfels
Es war vorbei.
"Wenn dir kein Metall der Welt mehr hilft, dann ist die letzte Rüstung dein Glaube. Wenn kein Muskel mehr deinem Befehl gehorchen will, dann liegt deine letzte Kraft im Glauben. Und wenn dich nichts mehr retten kann..."
Sie brauchte nicht wirklich zur Tür zu sehen, um sich nochmal ihren nahenden Tod in Gestalt einer wurmähnlichen Drachenkreatur vor Augen zu halten. Sie spürte das Wesen. Hörte dumpf die Geräusche, während sie seit schon längerer Zeit versucht hatte, etwas Ruhe hinter dem Sichtschutz einer kaputten Schranktür zu finden. Woher und warum es gekommen war, wusste sie nicht. Vielleicht, weil sie bis dahin immernoch wieder und wieder versucht hatte, hier herauszukommen. Vielleicht, weil sie wieder und wieder Temora um Hilfe gebeten hatte, zuletzt einfach nur noch um Rettung, als ihre Kräfte nachließen.

Und trotzdem war da irgendwo diese berauschende Kraft jenseits all ihrer Grenzen. Sie brauchte nur darum zu bitten, die offene Hand danach auszustrecken, und die Ritterin wusste, daß es nicht die Kraft ihres eigenen Körpers war. Diese Kraft schien grenzenlos, aber sie hatte Grenzen. Und es war seltsam... wenn Unsicherheit aufkam, dieses Geschenk nicht überzustrapazieren, so fiel die Konzentration auch schwerer, die Kraft schien sich zu schmälern. Oder lag sie mit dem Gefühl schon durchaus richtig und es funktionierte irgendwie anders herum?
Hier... konnte ihr aber kaum noch etwas weiterhelfen. Höchstens ein Wunder.

"Nicht aufgeben." Ein Schaudern. "Niemals loslassen..." Ein müdes Lächeln, sie atmete aus. "Ich glaube auch weiterhin an deine Gerechtigkeit. Das wird mir auch dieser Drache nicht nehmen."
Es war vorbei, und sie hatte das Gefühl, hier gerade noch einige Augenblicke die Sicherheit zu genießen, um rasch noch alles loswerden zu müssen, was ihr auf dem Herzen lag:
"Irgendwie bin ich froh, daß ich alleine bin. Und sicher, es tut mir leid, was passiert ist. Adrian wird sich ärgern, Adrenalon... sag ihnen bitte, daß es mir für sie leid tut."
Sie stellte sich das Geschimpfe vor, wenn sie fehlte... sie hatte es fast im Ohr klingen, die lauten "DARNA"-Rufe...
"Und sag Viola bitte, sie soll nicht so oft herumfluchen", schloß sie ihr Gebet ab, kaum mehr registrierend, ob sie nur dachte oder sprach.
Etwas berührte ihren Körper, die Tür war weggerissen worden, wie es ihr verspätet plötzlich klar wurde - es war also soweit. Kämpfen, um nicht kampflos zu enden.
"So leicht wirst du mich nicht kriegen, elender Drache!", rief sie und riß das Schwert aus der Scheide, von dem sie wusste, es würde diese Schuppenhaut kaum mehr durchdringen.

Er hielt ihren Arm fest, taumelte zurück... das war kein Drache.
Das war Adrenalon. Wo war der Drache? Da standen... sie brauchte wohl irgendwie mehrere Momente. Rafael. Jemand bewachte die Tür - Thelor. Viola, diesen furchtbaren Knochenhelm vor dem Gesicht, aber das war ihre kleine Viola, die mit tödlicher Sicherheit geführte Armbrust bei der Hand. Sie hatten den Drachen getötet.
"Ihr habt euch jetzt auch hier unten verirrt?" Sie hätte heulen mögen - nicht auch noch das, aber sie war kaum fähig, der anderen Hoffnung Raum zu geben.
"Nein, wir holen dich hier raus."
Adrenalon hatte sich den Helm vom Kopf gerissen, starrte sie an. Sie bekam ihr Visier nicht hoch, es klemmte. Wasser, ein... ein Apfel. Ein paar Bissen Fleisch. Keine Harpie. Etwas in ihr bleib wie betäubt.
"Du bleibst direkt hinter mir, hast du verstanden?" Selten, nein eigentlich nie hatte Adrenalon ihr derartig etwas befohlen. Warum sie dann doch kämpfte, am liebsten neben ihm, wusste sie nicht - es war inzwischen wohl Routine. Sie bewegte sich, kämpfte, weil... weil...
Sie wusste, daß sie am Ende war, aber sie war längst über den toten Punkt hinaus. In Momenten wie diesen "lebte" sie nicht, sie "funktionierte". Ja. Das war es. Das Einzige, was noch angenehm vertraut war.

Viola führte sie alle raus aus dieser Hölle. Licht. Ein paar lästige Ratten, dann war es... still.
Das Tageslicht und diese Stille, nur menschliche Stimmen, kein Brüllen, kein Stampfen, kein Schaben von Schuppen auf fester Erde... hier war Schnee - Wasser.
"Ich hätte nie gedacht, daß ich so froh sein könnte, Müll zu sehen", murmelte sie fassungslos und musste das alles irgendwie ausblenden. Sie konnte hier jetzt nicht zusammenbrechen, nein. Diese Leute, ihre Freunde, geliebte Menschen, hatten sie da rausgeholt, es war ein Wunder. Begriffen sie das eigentlich? Vermutlich nicht. Sie hatten sich für sie mit diesem Drachenmonstrum angelegt, in Thelors Bein steckte ein Pfeil...
Pfeil... im Bein... Blut... ihretwegen...
Sie blinzelte, alles grub sich nur schwer in ihr Bewusstsein. Dieser Pfeil musste aus dem Bein raus, damals hatte sich auch Aradan um sie gekümmert, nach der Schlacht um Berchgard.

"Naja, es war vermutlich für Adrenalon irgendwie unerwartet. Er hätte gedacht, daß du vielleicht sogar tot wärst, rausgetragen werden müsstest. Und dann kümmerst du dich um Thelor, statt um dich selbst, ziehst ihm einen Pfeil aus dem Bein", sollte sie später Violas Worte im Schloß hören.
"Aber es war in diesem Moment doch so einfach gewesen, Thelor einen Teil von dieser Kraft und Wärme noch abzugeben..."
Und irgendwann war sie dann endlich in Sicherheit gewesen. So, wie man ein Zuhause mit "Sicherheit" in Verbindung bringen konnte. Es gab eine tiefere Art von Sicherheit, die war überall, doch hier hatte sie ihre Ruhe.
Ruhe... ausgerechnet hiernach... warum hatte sie sich mit Adrenalon gestritten? Warum war er so wütend gewesen? Sie verstand es nicht.
"Glaub, was du willst, aber ich war da nicht freiwillig drin."
Viola versuchte, es ihr zu erklären, aber irgendwas daran entzog sich ihrem Fassungsvermögen. Er hatte sie da rausgeholt, und gleich hinter Berchgard wollte er weg, seine Rüstung in Nilzadan reparieren lassen... sie verstand es nicht. Er hatte sie da rausgeholt, und dann hatte er sie angebrüllt, als sie ihm folgen wollte, ihn nicht so schnell schon wieder missen wollte.
Sie verstand es nicht.

Vielleicht nach einem Bad, vielleicht nach etwas zu essen, Schlaf...
Sie sah an sich runter. "Wenn ich diese Rüstung jetzt ausziehe, fall ich in mich zusammen", stellte sie besorgt und müde fest. Sechs Tage war sie keine Minute aus dieser Rüstung rausgekommen, und sie stank wie ein Iltis. "Nein, ich werd dich stützen." Plötzlich konnte sie sich auf Viola verlassen, die bei ihr blieb. "Du sagst ziemlich oft heute Danke, Darna."
Ja, etwas verzweifelt sagte sie es immer wieder, denn es gab gerade nichts anderes, was sie hätte leisten können - und Adrenalon hatte es nicht hören wollen, es gefordert, und doch hatte es ihm irgendwie nicht gereicht, es... sie verstand es wirklich nicht, nein.
Als das Wasser ihren Körper berührte, der nur noch aus blauen Flecken bestand, schrie sie auf. Es war auch ein Wunder, daß sie keine offenkundigen größeren Verletzungen hatte, aber das Wasser brannte wie Säure auf ihrer geschundenen Haut.

Ein Bett! Ihr Bett! Wundervoll - und wie sollte sie darin schlafen? Würde sie, wie es gerade ihr sehnlichster Wunsch war, einfach nur reinfallen, würde der Schmerz sie wohl doch am Einschlafen hindern oder die Ruhe wenig erholsam sein lassen. Doch in ihrem Nachtschränkchen war noch eine grüne Phiole. "Sanfte Ruhe" - oh ja. "Danke, Nyell."
Es war vorbei.

Verfasst: Dienstag 3. April 2007, 22:37
von Darna von Hohenfels
Manche Dinge schienen immer merkwürdiger zu werden. Beängstigender? Absurderweise nicht - es schien ihr eh wie ein schlechter Alptraum, als sie mit Rafael vor dem Heilerhaus stand, in dem Herr Shamrock versorgt wurde. Zu versuchen, einem Balron auf den Rücken zu springen und ihn mit einer einfachen Waffe zu verletzen, war... mutig, leichtsinnig und ungesund.
Sich mit einem Schild vor den Balron zu stellen und sich von einem einfach Wisch an die nächste Wand schmettern zu lassen, war... mutig, leichtsinnig und erfolglos.
Sich bereits mit den Füßen ein gutes Stück über dem Boden in der Faust eines Balrons zu befinden und das zu überleben...

Als sie wieder daran dachte, lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken.
"Muß man sich irgendwie Gedanken machen, wenn ein Balron den Namen seines Opfers kennt?"
"Du kriegst unsere Seelen nicht, Ausgeburt der Verderbnis!"
Dieser Griff...
"Und wie willst du das verhindern, kleine Darna?"
Ja, sie hatte Angst gehabt. Schier überwältigende Angst. Ja, da war Verzweiflung gewesen, sie wusste, daß sie mit ihren Mitteln dieser Kreatur nichts anhaben, sie nicht töten konnte.
Irgend etwas in ihr hatte wie in diesen Sumpf der Angst hineingepackt und allen Mut, alle Kraft, alle Überzeugung hervorgezerrt - denn es durfte nicht das Ende sein.
"TEMORA, du mein Schild!"
Sie hob die Waffe, die sie fest umgriffen hielt. "Wenn alle Rüstung am Körper dir nichts nützt..."
"TEMORA, du mein Schwert!"
Es war ernüchternd, wie wenig die Klinge sich in die dunkle steingraue Haut fraß, doch etwas an der abgenutzten Schneide leuchtete, wie frisch nach der Weihe. Sie hörte den Aufschrei, versuchte sich noch etwas abzurollen, als die Bestie losließ, das geschah automatisch... und nebenher wunderte sie sich mit Erleichterung über das was geschah - brüllend flüchtete der Balron zurück in sein Refugium.

Ein Teil in ihr verstand es nicht. Wollte es nicht verstehen? Wie ein Kind, das laufen lernte, sah sie auf ihre eigenen Füße und wunderte sich, daß das funktionierte, hatte trotzdem etwas Furcht vor dem nächsten Schritt.

"Temora möge uns in diesen Tagen mehr beistehen, als ohnehin" - Nevyns Worte stießen sie vor den Kopf, auch wenn es um etwas völlig anderes ging. Es ging doch um etwas völlig anderes, nicht wahr?
"Das tut sie bereits."
Nevyn verstand Darnas Bemerkung nicht recht. Und sie selber eigentlich auch nicht.