Seite 1 von 1

Ein Gewand auf Reisen.. zur Baronin von Stolzenfels

Verfasst: Donnerstag 1. März 2007, 16:51
von Savea Falkenlohe
„Ihr werdet das Gewand Baronin von Stolzenfels mit den besten Grüßen und meinem Dank zurück bringen.“ So die Anweisung Ihrer Hochgeboren von Elbenau.
Dem war, bis auf ein „Wie Ihr wünscht.“ und einem Knicks, nichts hinzufufügen.

Geradezu penibel fand sich das Gewand aus kostbarstem Stoffe zusammen gelegt, eingeschlagen in, vor Flecken schützenden, festeren Stoff, mit einem Band locker fixiert.
Während der Kutschfahrt hielt sie es sicher auf dem Schoß und den langen Weg zu Fuß zum Landsitz derer von Stolzenfels und de Arganta trug sie es wie ein Paket mit rohen Eiern.
Natürlich wollte sie es auch selbst Ihrer Hochgeboren von Stolzenfels übergeben, jedoch wußte die Bedienstete nicht zu sagen, wann Baronin von Stolzenfels eintreffen würde.
So richtete sie aus, was Freiherrin von Elbenau aufgetragen und überließ ihr das bis dahin keinen Schaden genommene Paket.

Sicher wäre es auch ohne Schaden in die Hände der Baronin gelangt wäre nicht... wäre da nicht just in diesem Moment der Stallbursche ins Haus geeilt und hätte sie von hinten fest umarmt, in dem Wissen, dass sowohl Sir de Arganta, als auch seine zukünftige Gattin gerade ausserhalb weilten. Wie lange hatte er schon auf die zierliche Person ein Auge geworfen und ihr gestern seine Liebe gestanden. Als sie ihm auch ihre Gefühle für ihn offenbarte, konnte er die kleinen Momente, die sie sich allein glaubten, kaum erwarten.
Nur so ist sein stürmisches Verhalten zu erklären, während sich der feine Stoff in dem festeren, bei seiner Umarmung der Hausmagd, zusammen gedrückt fand.
Den warmen Atem in ihrem Nacken spürend, gab sie sich einem Kichern hin und wand sich um, ihm zu, das Stoffpaket haltend, welches sich sodann gepresst zwischen die beiden schmiegte, als sie sich einem langen Kuß hingaben.

Als sie vom Koch gerufen ward, zwang sie ihrem Liebsten das Paket auf, mit der Bitte, er möge es für sie einer anderen Dienstmagd geben.
Tumult wurde laut vor den Ställen und so lief er geschwind hinaus, das Paket unter den Arm geklemmt. Ein feuriger Mustang wollte seinem Bewegungsdrang Raum verschaffen und stieg vor den Knechten auf, die vergeblich versuchten, ihn zu beruhigen.
Der verliebte Stallbursche trat tapfer hinzu und sprach beruhigend auf den Feurigen ein.
Als er eine Hand hob und den Zügel griff, stieg der Mustang erneut und der Bursche fasste mit der zweiten Hand nach. Das Paket glitt ihm dabei unter dem Arm weg und fiel zunächst unbemerkt in den Schneematsch, wo es von den sich senkenden Hufen des Mustangs in den Boden gedrückt wurde. An der einen Seite platzte der schützende Stoff und der feine, sich darunter verbergende Stoff des Gewandes riß ein. Als sie es mit vereinten Kräften geschafft hatten das Tier zu beruhigen und seinem Platz im Stall zuzuführen, genehmigten sie sich wohlverdient einen dünnen, heißen Wein.

Als der Stallbursche sich gewahr wurde, wie lange er nicht nach seiner Liebsten gesehen hatte, eilte er frohen Herzens über den Hof, dabei fast über das Paket stolpernd.
Rasch hob er es auf, klopfte es notdürftig ab und übergab es der erst besten Bediensteten, die ihm über den Weg lief, ehe er sich auf die Suche machte nach seiner Hausmagd.

So die Baronin bei ihrer Heimkehr das ‚gute‘ Gewand in Augenschein nehmen würde und die Hausmagd nach dem Zustand dessen befragen, würde diese ihr versichern, dass das Paket genau in diesem Zustand abgeliefert worden sei.



(OOC: Gewand befindet sich in Tasche im Postkasten)