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[SchwertQuest] Der ewige Streit
Verfasst: Dienstag 27. Februar 2007, 17:55
von Der Erzähler
...Das Schwert glühte noch immer, und es würde noch so lange glühen, bis alles Klagen über diesen Krieg verstummt war. ...
Sie alle schliefen.
Die Geschichten schliefen, die von einer Elfenklinge erzählten, die Alatar verletzte. Doch ganz waren die Klagen noch nicht verstummt. Noch war nicht vergessen, was das steinerne Blut auf dem Boden zu bedeuten hatte. Noch war nicht vergessen, wenn ein Panther aus dem Schatten der Bäume heraus ein weiteres Opfer ansprang.
In ihren Träumen verließ sie die Hand ihres ehemaligen Herrn, der in diesen Momenten starb und weitere seines Volkes mit in den Tod riß. Sie träumte, wie sie flog, an der Aufmerksamkeit der Katzenaugen vorbei. Gefangen von einer Hand aus Licht. Getaucht in das Blut des Bruders.
Die Verderbnis wollte kein Ende nehmen, es rief und lockte in ihr. Doch sie schlief, wartend auf die Zeit, in der ihr Schicksal weiter seinen Lauf nehmen würde.
Sie schliefen, die Bücher, in denen das Wissen der Menschen geborgen war. Schliefen in den Regalen von Bibliotheken und Gelehrten, an den Horten des Wissens, oft Staub ansetzend. Sie warteten auf die Zeit, in der ihre Seiten neu gelesen werden würden, und der Sinn ihrer Worte zu mehr erwachen würde, als nur Tinte auf Papier zu sein.
In seinen Träumen sah er Zwerge und Elfen vergehen unter der Macht seiner Gewalt. Er träumte, wie er den Befehl erhielt vom noch lebenden Sohn der Göttin: vernichte sie alle. Er träumte, wie er starb, und er träumte, wie er im Tod noch gerettet wurde. Es war nicht vorbei, denn das Verderbnis würde nie ein Ende nehmen. Er würde wiedererlangen, was ihm am kostbarsten war, und dann sollte nichts den Strom vergossenen Blutes mehr stoppen. Doch er schlief, wartend auf die Zeit, in der Teile von ihm zusammenfinden würden, die in so manchen Augen nicht zueinander finden sollten... Schwächlinge.
Sie schliefen, all die Dinge, die Teil des großen Ganzen waren, die Anteil an Heldenmut, Werden und Vergehen genommen hatten. In den Tiefen des heiligen Berges, in den Liedern des Elfenvolkes, im endlosen Sand der Wüsteninsel, im ewigen Eis. Verstreut, und nur die Macht des Schicksals, nur die Macht des Liedes, das selbst Eluive betört hatte, würde sie zusammenführen - und neu erwecken.
Zwei schliefen nicht.
Wachsam, hektisch und nervös huschten seine Blicke durch die Umgebung, er nahm den Geruch von Fisch und Teer kaum wahr, er suchte den Schatten, der ihn jahrelang verfolgte. Es war nichts zu sehen.
Doch diesem Trugschluß seiner Augen glaubte er schon lange nicht mehr. Wenn der Schatten nicht schon hier war, würde er bald da sein.
"Er schläft nicht, nein. Das ist es doch. Er wird nicht loslassen." Heiseres Flüstern. Eine schwarze Krähe flog dicht über seinen Kopf hinweg, und rasch zog er die braune Kapuze tiefer ins Gesicht.
"Sturm zieht auf. Ich werde ihn auch hierher bringen. Das ist es doch."
Aschgraue Augen, die wachsam den Horizont musterten. "Wieso habt ihr ihn auf das Schiff steigen lassen? Wer weiß, ob das wirklich auch dorthin fährt, was dieser Tölpel von Hafenmeister gesagt hat."
Mit ledernem Knirschen schloß sich der schwarze Handschuh noch enger um das Schiffstau, als solle es das Seil erwürgen.
"Wie hätte ich ihn denn daran hindern sollen? Das wäre alles zu auffällig gewesen, wie du ja immer so gern betonst."
"Wir werden ihn wiederfinden", erklang eine andere Stimme, die jedes Wortgefecht zum verstummen brachte. "Wir haben ihn noch jedesmal wieder gefunden. Der Herr ist mit uns."
Vieles schlief.
Und manches regte sich.
Verfasst: Mittwoch 7. März 2007, 03:14
von Der Erzähler
"Wirrrrd nichhhht mehrrrrrrr schlafnnnnn...", grollte das lebende Stück Fels und musterte aus wie Diamanten glitzernden Augen die beiden Menschlinge, die sich von ihrem Schrecken erholt hatten und nun saßen und ihm zuhörten.
Undeutlich sprach es, hatte mit Worten merklich Mühe, und so mussten die beiden Erzschürfer Arak Mignus und Tullman van San etwas raten, was es nun eigentlich wollte.
"Wir sollen die Zwerge vor dem Frühling warnen??"
Nein. Nicht vor dem Frühling und der Schneeschmelze. Aber vor etwas anderem.
Unruhe in einem Haus in Varuna. Alles schien unberührt, aber wer hatte dann die Seiten in dem Verzeichnis über die Bücher der Bibliothek zerknittert, in die letzte Seite gar ein Eselsohr gemacht? Der Eintrag, der dort ein unbekanntes Buch aufführte, war nicht von ihr. Mit akribischer Mühe wurden die Seiten geglättet, doch der Argwohn war geweckt. Nichts sonst schien angerührt, nirgendwo.
Doch es war nicht nur der Scherz eines Kobolds gewesen, wie Frau Ducat erst vermutete. Es gab tatsächlich ein neues Buch in den Bücherregalen, ganz wie es freundlicherweise aufgelistet worden war.
Ein Unbekannter, der so nett war, anonym eine Spende zu machen? Sehr anonym... er hatte dazu in das Haus eindringen müssen, völlig unbemerkt. Und nichts, was sonst von seiner Anwesenheit gekündet hätte, selbst für den akribischen Blick der Hausbesitzerin nicht. Und das für ein einfaches Buch, wie man es vermutlich auch in anderen Bibliotheken finden konnte?!
Doch ist Papier bekanntermaßen geduldig und schweigt - einzig für den Kundigen läge der Schlüssel zwischen den Zeilen...
Verfasst: Samstag 10. März 2007, 23:30
von Der Erzähler
In seinen Träumen sah er Zwerge und Elfen vergehen unter der Macht seiner Gewalt. Er träumte, wie er den Befehl erhielt vom noch lebenden Sohn der Göttin: vernichte sie alle. Er träumte, wie er starb, und er träumte, wie er im Tod noch gerettet wurde. Es war nicht vorbei, denn das Verderbnis würde nie ein Ende nehmen. Er würde wiedererlangen, was ihm am kostbarsten war, und dann sollte nichts den Strom vergossenen Blutes mehr stoppen. Doch er schlief, wartend auf die Zeit, in der Teile von ihm zusammenfinden würden, die in so manchen Augen nicht zueinander finden sollten... Schwächlinge.
Reglos lag der Arkomagus der Arkorither auf dem steinernen Boden der Kathedrale von Rahal. Die Blicke seiner Schüler Sarog und Lanaya auf ihm ruhend. Kaum atmete Jago di Trequona. Lagen nicht Schlaf und Tod manchmal eng bei einander?
Doch was war es, was sich ihm in diesen Bildern erklären wollte, die Besitz von seinem Geist ergriffen und ihn in unsägliche Tiefen gerissen hatten?
Für alle spürbar, doch nur für Jago auf ein Ziel gerichtet, erfüllte das Gefühl des Herrn, das Gefühl von Haß, den weiten Raum der Kathedrale. Der ganze Haß, mehr als ein Mensch hätte ertragen können, schien auf ein Schwert gerichtet, und sehr schnell nahm der Haß die Form eines gewaltigen Drachen an, der ebenso dieses Schwert hasste. Der Haß galt Elfen, Menschen, Zwergen...
In einem blutigen Kampfrausch sah der Magier, wie sich Drache und Schwert aufeinander stürzten und sich gegenseitig zerfetzten. Unfassbarer Schmerz, dann Stille. Beides schien ins Nichts und in die Bedeutungslosigkeit zu versinken - und doch nur zu schlafen...
Der Fokus konzentrierte sich auf den Drachen, der ruht und wartet, daß man ihn findet, wartet, daß er sich neu erheben könne...
Im nächsten Bild sah er diffus den Schatten des Drachen sich über Varuna legen und panisch rennen die Menschen umher, unfähig, der neu erwachten Macht des Drachen etwas entgegenzusetzen. Sämtliche Waffen sieht er wie morsches Spielzeug an ihm zerbrechen. Tod, Blut und Verderben.
"Finde mich!
Wecke mich!"
So lautete das unbändige Verlangen und der Auftrag...
Verfasst: Sonntag 11. März 2007, 13:34
von Lanaya Shevanor
Bereits während ihrer Stunde warf der Erzmagier prüfende Blicke in ihre Richtung. Verdächtigte sie, doch war ihr nichts aufgefallen. Lehrreich waren die Lektionen auch dieses Mal gewesen. Doch was gen Ende passierte...
Achtsam hatte sie den Kopf gehoben als der Lehrer aus seiner Haut zu fahren drohte. Sarog hatte die Hand bereits auf seinem Schwertknauf, nur all zu bereit um zuzustechen so die rechte Hand des Meisters noch mehr Schwäche zeigte. Was war nur mit ihm? Wurde er verrückt. Rasch wog sie die Möglichkeiten ab. Keinen Liedschlag würde sie zögern sich seiner zu entledigen sollte dies zutreffen. Allerdings wollte sie Sarog keinesfalls an Jago`s Stelle sehen. Sie musste eingreifen so der Magier sich auf den Lehrer stürzen würde. Im Moment jedoch überwog der Zorn. Er glaubte seine Schüler seien verantwortlich für seine Schwächeanfälle. Vergaß er gerade was er selbst gelehrt hatte? Argwöhnisch verengte sie die Augen. Auf den Arcomagus wirkte offenbar etwas ein. Sei es ihn zu beherrschen oder ihm etwas zu offenbaren. Sie war sich nicht sicher. Doch mächtig musste es sein so es ihn hier in der Ordensfeste erreichte. Die Kapuze über den Kopf ziehend verlor sie ihr Vertrauen in sein Person. Solange die Umstände nicht geklärt waren konnte es alles mögliche sein was ihm da zu setzte. Dann jedoch richtete sich Jago auf. Den Blick auf die Wand der alten Feste gerichtet schien er irgendetwas dort wahrzunehmen. Ihr Blick flog zu Sarog. Auch dieser War noch sichtlich angespannt doch verharrte auch er auf seinem Platz. Rasch wurde Jago wieder in Augenschein genommen. Ihre Anwesenheit schien er vergessen zu haben.
Kurz glaubte sie einen Schemen gesehen zu haben. Als sie jedoch ihren Blick darauf richtete war dieser verschwunden. Die Melodie des Arcomagus sonst so vertraut und unverkennbar nahm in den Spähren des Liedes immer wieder einmal einen düsteren, mächtigen und vor allem fremden Beiklang an. Der Meister schien seine Finger also nicht im Spiel zu haben. Aber was dann? Vor allem wer? Ihr vielen eine ganze Hand voll Feine ein die dem Orden schaden wollten. Allerdings bezweifelte sie ernsthaft das auch nur einer davon die Macht hatte derlei zu bewerkstelligen. So also blieb es nur abzuwarten und zu beobachten. Je länger Jago zwischen ihnen stand den Blick seiner Augen auf die Wand gerichtet desto mehr verdichtete sich die Spannung. Bald war es als würde jemand sie beobachten. Verweilte der Meister in seinem Turm? Den Blick auf Sarog geheftet der sie ansah versuchte sie in seinem Gesicht zu lesen. Da sie auf seinen Zügen allerdings wenig erkennen konnte wandte sie den Kopf zur Seite das Fenster hinter sich musternd. Nichts, das Gefühl allerdings blieb und so trat sie etwas bei Seite.
Einige Worte hatte Jago laut gesprochen doch nun schien er bereit aufzubrechen. Bereit mehr zu erfahren und seiner Sache zu dienen. Ohne zu zögern folgte sie ihm. Blut war schließlich bindender als Tinte. Sie wollte gar nicht wissen was passieren würde so sie das jemals vergessen würde. Der Arcomagus öffnete einen Riss in den Sphären der sie nur um so schneller in die Stadt des Herrn brachte. Mit wehenden Umhängen schritten sie auf das Allerheiligste zu betreten. Den Tempel des Herrn. Auf einen Wink hin schwangen die Türen auf und sie Schritten ein. Jago voraus Sarog und sie einige Schritt hinter ihm an seiner Seite. Einem Dreieck gleich verharrten sie. Der Arcomagus vor dem Altar sie selbst im Gang neben den ersten Sitzreihen. Ganz gegen die Ordensregeln hatte Jago sich demaskiert. Seine Stimme war sicher und klangvoll als er das Wort erhob.
Da sind wir, Herr.
Kurz schien es als würde auf diese Worte nur spöttische Stille antworten dann jedoch passierte etwas direkt vor ihr – im Rücken des Erzmagiers. Ein Schemen manifestierte sich. So schnell als würde er direkt aus den Schatten des Bodens entspringen. Kaum jedoch wurde der Blick zielgerichtet auf diesen geheftet verschwand er. Diesmal jedoch war ihr die Gestalt klar gewesen. Ein riesiger, schwarzer Panther dessen Augen stechend im Rücken Jago´s lagen. Dieser allerdings hatte sie auch bemerkt und war herum gefahren. Kaum das der Schemen verschwunden war wirbelte Jago um sich selbst als könne ihn jeden Moment etwas anspringen. Die Lichter im Tempel flackerten auf und eine erhabene Stimmung machte sich breit.
Jago allerdings wurde mehr und mehr von Schatten eingehüllt. Er kniete inzwischen auf den Stufen vor dem Altar und es schien als würde seine Kraft immer mehr nachlassen. Langsam sank sie selbst mit einem Knie auf den Boden. Den Stab fest in der Hand haltend blieb dieser aufgerichtet. Leicht gesenkt strahlte das Gesicht eine gewisse Andächtigkeit aus die ob des Ortes und der Ereignisse wohl durchaus angemessen war. Dann jedoch verdichtete sich die Stimmung im Raum. Hass, so greifbar nahe. Ihre Augen funkelten auf den Blick auf den wehrlosen Arcomagus gerichtet. Tastend fuhr sie über die pochende Halsschlagader während es in ihren Fingern kribbelte. So reglos er auch war. Diese verriet das er noch lebte. Ihr Hass allerdings richtete sich nicht auf ihn. Sie konnte ihn spüren bis in die kleinste Haarspitze. Alles in ihr war angespannt und lud sich förmlich auf in dieser Emotion. Doch wurde sie nicht gelenkt. Es war kaum auszuhalten und sie griff den Stab fester in ihrer Haltung verharrend.
Sie würde dem Lehrer nicht von der Seite weichen, komme was wolle.
Verfasst: Sonntag 11. März 2007, 14:44
von Jago di Trequona
Bleierne Müdigkeit hatte ihn erfaßt, kaum, daß der Panther aus seinem Rücken wieder verschwunden war. Wehrlos sank er auf die Stufen, die zum Altar des Einen hinaufführten.
"Herr.... was... befielst......" waren die letzten Worte, die sich qualvoll langsam durch seine Gedanken zogen und mit letzter Kraft hob er den Kopf gen Altar. Noch in der Bewegung übermannte ihn die Müdigkeit, der Körper des Magiers kippte rückwärts, rutschte von den Altarstufen und blieb schließlich auf dem Rücken vor seinen beiden Schülern liegen. Der Kopf rollte zur Seite, hin zur Hand, die den Magierstab hielt und die sich nun langsam öffnete. Gänzlich schutzlos lag der machtvolle Magierstab in seiner Handfläche.
Er bekam nicht mehr mit, wie sein Atem fast verlosch, wie nur noch das pochende Pulsieren der Halsschlagader verriet, daß noch Leben in ihm war. Er wußte nicht, daß das Gefühl des Hasses sich verdichtete, die beiden Arkorither an den Rand der Selbstbeherrschung brachte und den verletzlichen Hals des Ordensmeisters als lohnenswertes Ziel erscheinen ließ.
Er selbst tauchte tiefer und tiefer in die Traumwelt ab, als sich der Schatten des Herren zunehmend über ihm verdichtete, ihm förmlich durch die Atemwege in die Brust zu dringen schien, von seinem Geist Besitz ergriff und ihm die Traumbilder, die er nun zu träumen begann, vorschrieb.
'Elfen, Menschen, Zwerge.... das Schwert... der Drache.... Alles war in Blut getaucht... Schwert und Drache sanken darnieder, zerfetzt vom tödlichen Kampf....'
'Finde mich! Wecke mich!'
Der Schrei hallte ohrenbetäubend durch seinen Geist, riß ihn aus seinen Träumen und schleuderte ihn zurück in die Gegenwart.
Er fand sich zwischen seinen Schülern wieder und noch im Aufstehen zog er sich die Kaputze über den Kopf.
Später, zurück in der Ordensburg, war mittlerweile die Nacht gänzlich hereingebrochen. Doch der Erzmagier schlief nicht. Noch immer gewandet in die dunkel schimmernde Magierrobe stand er am Fenster und ließ den Blick über die Festungsmauern in die Ferne schweifen.
Noch vor wenigen Stunden hatte er Sarog und Lanaya seine Vision und Traumreise geschildert, gemeinsam hatte man die nächsten Schritte beschlossen. Lanaya würde als Hofmagierin des Alkas seiner Heiligkeit einen Bericht überbringen, Sarog würde Lythiana aufsuchen, um ihr ebenfalls zu berichten. Von dort würde die Nachricht ihren Weg weiter an Albea finden, er selbst würde den Weg in den ehemaligen Schuldnerturm nahe Varunas nehmen und der dort Ansässigen berichten. Es konnte sicherlich nicht schaden, sich die Diener Kra'thors an die Seite zu holen.
Mit kurzem Bedauern dachte er zurück an die Templer des Herren. Auch sie hätte er gern an seiner Seite gehabt - doch konnte er sich keinen Verbündeten leisten, dem er nicht trauen konnte. Konkurrenz und Machtdenken in den eigenen Reihen machte schwach und angreifbar. Entweder, man stand Schulter an Schulter und vertraute sich - oder man ließ es bleiben.
Fröstelnd rieb er sich über die Arme. So machtvoll, unwiederstehlich und voll glühendem Haß die Berührung seines Gottes auch gewesen war, fiel man zurück in die gewohnte Umgebung, schien einem die Temperatur nur umso frostiger. Er hatte sich an der Glut Alatars verbrannt, der Auftrag und das brennende Verlangen, diesen auszuführen, hielten ihn wach.
Das Bett - groß, kalt und leer - wirkte wenig verführerisch auf den Erzmagier und so wartete er hoch oben in seinem Turm am Fenster stehend auf den Morgen.
Verfasst: Sonntag 11. März 2007, 17:02
von Sarog Pilyan
So schwach und verletztlich hatte Sarog seinen Lehrmeister das letzte Mal gesehen, als es dem Grafen an den Kragen gehen sollte. Sie hatten damals erbärmlich versagt, weil ihre Macht doch zu schwach war. Damals gab es im Kettengeflecht ein einziges, schwaches Glied, was die Pläne zusammenbrechen ließ. Er erkannte es bis heute nicht, aber von einer Tatsache war er überaus überzeugt - Er war nicht das schwache Glied des Ordens. Er war ehrgeizig, mächtig und wissbegierig. Er hatte Kreaturen gesehen und getötet, ja sogar selbst beschworen, von denen manche Dörfler nichtmal etwas wussten. Und so er seinen Meister so schwach sah, wusste er, was ein guter Schüler machen musste, so er jemals an Macht gewinnen wollte. Er musste ihm das Leben aushauchen, um dann den Platz des Lehrmeisters einzunehmen. Dieser Kreislauf musste immer eingehalten werden, damit neue Energie in den Orden kommen konnte. Und als seine Hand auf dem Knauf des Langdolches lag, wusste er doch, dass er diesen Moment hätte ausnutzen könnte. Dennoch hatte er Hemmungen. Eine Kraft, die über seinem Willen stand, hatte ihn zurückgehalten, ganz so, als würde er Jago noch für spätere Zwecke gebrauchen können. Außerdem war Lanaya auch noch da, die sicher nicht auf seiner Seite stehen würde, nach den letzten Konflikten die beide austrugen. Letztendlich beobachtete er nur den Großmeister der Arkorither und sah ihn von oben bis unten immer wieder an, aus seiner Mimik lesend, was vielleicht in ihm vorging.
Er nickte ihm zu, als Jago seine Hilft und seine Fähigkeiten verlangte und Sarog wusste, dass es nun daranging ein höheres Ziel zu erreichen, wichtigere Aufgaben zu erfüllen, die über seinen persönlichen Differenzen lagen. Der Magus musste sich wieder zusammenreißen, den geduldigen Schüler spielen, obwohl er sich sicher war, dass auch Jago wusste, wie es in ihm vorging. Er wusste auch darum, wie schnell Jago Konkurrenten beseitigen konnte - Er selbst hatte erlebt, wie die Maden von ihm zerstampft wurden, noch ehe sie ihr Gift nach dem Kampfmagier spucken konnten. Sarog war ihm noch lange nicht gewachsen und so sah er sich an, was denn für Informationen zu holen waren. Selbst seine Ordensschwester Lanaya war in ihrem Tun plötzlich sehr eingekehrt und wagte nicht den falschen Schritt zu tun, während Sarog selbst Initiative bewies und auf den liegenden Jago zuschritt.. um ihm beizustehen? Nein, er wollte sehen, was es für Worte zu sprechen gab, bevor vielleicht der Panther selbst nach dem Bannerträger der Arkorither griff.
Als er letztendlich nach dem kurzen Konflikt mit den Templern geredet hatte, gefiel Sarog die aufgelegte Aufgabe schonmal gar nicht. Er musste Lythiana kontaktieren und womöglich würde es vielleicht wieder dazu kommen, dass ihm dieses grässliche Weib über den Weg lief, dass sie Liebste nannt. Allein beim Gedanken daran stieg ihm das Mittagessen den Hals hoch. Dennoch musste er wieder persönliche Abneigung hintenanstellen und verließ das Zimmer direkt nach Lanaya. Einen letzten Blick warf er Richtung Jago und wollte ihm zu verstehen geben, dass er doch froh war, dass dieser noch lebte, mit dem Rat, er solle sich ausruhen. Die Worte waren doch genauso voller Lüge, wie die kalten Gedanken, die sich dahinter verbargen.
Verfasst: Freitag 13. April 2007, 17:07
von Der Erzähler
In einer Kammer, vor 50 Jahren...
Sie waren versammelt, erneut, denn es war Zeit. Die Waffe war auf weißes Kissen gebettet, das Temorakreuz darüber umspielte ein bläuliches Schimmern, doch es schien schwach gegen das rote Glühen des schlanken Elfenschwertes.
Golden schimmerten die Rüstungen der sieben Krieger, und ihre Schritte klangen siebenfach wie von einem Mann. Sie zogen den Halbkreis enger, bis er nahezu geschlossen das Schwert vor dem Ankh umgab. Der Mann in der Mitte erhob seine Stimme: "Vor unseren weltlichen Herren beugen wir das Knie, doch vor dir, Herrin, beugen wir beide."
Die gestandenen Männer sanken auf die Knie, mit gerader Haltung, nur den Kopf leicht geneigt. Wie auf ein stilles Signal hin zog jeder seine Waffe, ein blank poliertes Schwert, und stellte es mit der Spitze vor sich auf den Boden, legte beide Hände um den Griff und auf die Parierstangen. Keiner von ihnen hatte dies je zuvor getan, doch jeder wusste, was er zu tun hatte.
"Ehre sei Gelir Ancelliûl, Träger der Klinge." Von rechts wurde das erste Schwert geneigt, mit dem Griff voran zum Kreuz, still gehalten.
"In seinem Tod lag Ehre. In seinem Tod lag Mitgefühl. In seinem Tod lag Aufopferung." Das zweite Schwert wurde gesenkt.
"Schwester gegen Bruder, Licht gegen Dunkel, Tugend gegen Frevel - aus Tod wurde Leben." Es folgte das dritte Schwert, zwischen den Worten Stille, die nur vom leisen Knistern dutzender Kerzen unterbrochen wurde.
"Ehre sei Temora, der Hüterin der sieben Tugenden! Ehre sei unserer Herrin, die die Waffe hob, als keine Wahl mehr war." Mit dem Verhallen der vierten Stimme, dem Senken der vierten Waffe, wurde das blaue Schimmern des Temorakreuzes heller, strahlender.
"Geehrt sei Nastad e-goth, Schwert der Elfen, Schwert der Göttin." Die fünfte Waffe wurde gesenkt, und es schien, als erstarke auch das rote Glühen. Mancher, dessen Blick hätte begehrlich werden können, flüsterte lautlos im Geiste ein 'Demut. Ich kenne meine Grenzen' und senkte den Kopf tiefer, schloß die Augen.
"Blut des Brudermörders, du klebst an dieser Klinge. Verderbnis ist die Natur des Panthers, Verderbnis auf der Klinge." Die sechste Waffe fügte sich zu den fünf vorigen.
"Und nimmer soll das Glühen erlöschen, als bis alles Klagen über diesen Krieg verstummte. Auf dir ruhte die Hand der Göttin. Wir wissen um deinen Segen, Nastad e-goth", kurz nur die Pause, "Und wir wissen um deinen Fluch."
Als die siebte Waffe sich in der Geste des Respekts senkte, in der Geste des Geschenkes, verblasste das Licht der Kerzen im Raum wie Sterne gegen die Sonne, als das blaue Licht aufstrahlte und für einen Herzschlag lang keine Schatten ließ. Auf den sonst so ernsten Gesichtern der sieben Schwerthüter trat seliger Friede, mancher lächelte. Und jedes Herz war sich bewusst, der Kampf war nicht vorbei. Das rote Glühen existierte danach noch immer, doch schwächer als vor der Zeremonie.
"Es ist getan, der Fluch des Schwertes neu gebannt, Brüder", sollten Worte erklingen, "So wie vor fünfzig Jahren, vor hundert Jahren... Temora ist mit uns, solange wir wachsam sind."
"Ehre der Herrin!"
Die Toten ruhten. Und vielleicht waren sie sogar noch wachsam. Doch reichte es nicht, der Aufgabe nachzukommen, die Riten durchzuführen, die ihnen auferlegt und überliefert worden waren.
Alle 50 Jahre...
250 war der Kampf nun her...
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In den Wäldern der Elfen, heute...
Was war nur los? Wachsam blickten alte, doch faszinierend schöne Augen durch die Zweige der Büsche auf das Wildschwein, das mit triefenden tief liegenden geröteten Augen auf das Reh losging und mit seinen Hauern tiefe Wunden riß.
Nein, das war nicht normal. Es war nicht normal, daß das Reh nicht flüchtete, sondern sich verbissen zur Wehr setzte, obwohl es nichts zu verteidigen hatte - und noch viel weniger, daß es das Reh gewesen war, welches zuerst angegriffen hatte! Tödlich verletzt sank es zu Boden.
Ein Pfeil wurde auf die Sehne gelegt. Es würde verenden. Sinnlos.
Faszinierend schöne Augen verengten sich, Hand und Auge suchten, zielten.
Es war sicher auch nicht normal, daß der Pfeil das Wildschwein tötete? Daß schöne, geschwungene Lippen zuvor ein elfisches Wort, das man mit "Mistvieh" übersetzen mochte, flüsterten?
Was war nur los...
Verfasst: Montag 16. April 2007, 21:51
von Mory'tael
Es traf den alternden Lethyren wie ein Dolch in die Brust als man ihm von der unheiligen Klinge der verkommenen jüngeren Schwester berichtete. Dieses Gewürm aus Varuna bereitete sich darauf vor aus seinen kläglichen Tatzen wirklich gefährliche Klauen zu formen die dem Vater gefährlich werden könnten. Dieser Versuch nach Aufmerksamkeit aus Rahal zu betteln würde von den heiligen Wesen des Reiches Rahal beantwortet werden mit allen nötigen Mitteln.
Es war eine Schande es aus zweiter Hand von einem bis zu diesem Tage Fremden zu erfahren ohne eigne Kenntnisse über jenen kläglichen Versuch zu besitzen. War dies die Unfähigkeit der eigenen Leute oder die der freien Mitarbeiter? Es sollte dem Lethyren gleich sein denn eines war sicher, es würden Köpfe rollen für dieses Versagen. Nie war die Gefahr für den Vater größer als in diesem Moment. Jeder Fehltritt könnte den Feind ermutigen einen gefährlich nahen Schritt in die Richtung des heiligen Reiches zu wagen. Dies würden die Kinder des Einzigen jedoch mit all ihren Kräften zu unterbinden wissen.
Zischend und fauchend wies Mory'tael seine Lethrixoren auf die Menschenjagd ein und zugleich entsandte er seinen Schattenläufer die Redelsführer dieses Angriffsversuches auf Alatars Macht auszumachen. Diese varunesichen Narren sähten Zorn in den Herzen des Letharenvolkes und würden unsagbaren Schmerz durch ihre Hand ernten. Bisher war es den Letharen gleich was dieses Gewürm im Schilde führte so es ihnen kaum ein Dorn im Auge war, doch müsste man nun die Strafe in Form dieser Klinge für die eigene Selbstzufriedenheit in kauf nehmen.
Zwei Namen fiehlen in einem Satz mit der Klinge der Ketzer und diese waren nun Ziel der Schattenläuferin Rahals. Sie würde diese Personen ausfindig machen auf das die Lethrixoren jenen Personen einen zuvorkommende Einladung in die Folterkammern des heiligen Volkes überbringen könnten. Es sollte leicht sein jene Personen zu finden zumal eine der beiden in den Augen Rahals kein unbeschriebenes Blatt zu sein schien. Möge Alatar jene Ketzerin lang genug am Leben lassen um den süßen Schmerz der Läuterung zu erfahren.
Verfasst: Dienstag 17. April 2007, 15:26
von Treia
Sichtlich zufrieden lehnte sich die Frau am frühen Morgen zurück. Gefühle mochten nicht so recht ihr Ding sein, aber ab und an gönnte sie sich dann doch noch den Luxus kurzweiliger Genugtuung.
Das Gespräch an diesem Abend war interessant gewesen. Dieser Vandrak hatte in der Tat etwas schillerndes an sich. Zu schade, daß er theologisch so schlecht beraten war. Mit seiner Art würde er die ihren bereichern, war er ihnen in seiner pragmatischen Sicht doch sehr ähnlich und dieses ewige Gepoche auf Titel, Ämter und Zuständigkeiten schien ihn nicht minder zu stören wie sie beide. Sei es drum, man konnte nicht alles haben.
Der Informationsfluß war an jenem Abend zwar sehr einseitig gewesen, doch eben darum war sie sich sicher, daß sie beide an jenem Abend ins Schwarze getroffen hatten. Sie hatten die Antworten auf seine Fragen gehabt, sie würden eine Lösung für seine Probleme unterbreiten, sie beide wie sie dort gesessen hatten, sie waren die Antwort und er wußte, daß er sie wollte. Blieb ab zu warten wie er auf ihre Idee reagieren würde und wie weit er geneigt war ihnen entgegen zu kommen. Ihnen armen. Unweigerlich mußte sie kichern. Wie sie gespielt hatten, die energisch auftretenden, die unbeugsamen, dann wieder die armen Opferlämmer, die Informanten, die Generäle und zu keinem Zeitpunkt unterwürfig. Wie sie das Spiel mit den Worten, das Spiel mit den Menschen liebte. Manches male konnte sie sich glatt selbst hassen. Die nächsten Tage würden interessant werden. Doch bis dahin gab es noch einiges vorzubereiten.
Verfasst: Mittwoch 18. April 2007, 00:12
von Mory'tael
Lavamassen erhoben sich im Dunkel des Nestes um durch dessen Licht ab und an einen Schatten im Neste der Letharen zu offenbaren. Das speihende Feuer zischte ähnlich den fauchenden Lauten der Zornigen Bewohner dieses unheiligen Ortes. Es roch nach Schwefel und ab und an sah man aus dem Dunkel der Gänge einige Augen zornig aufleuchten. Man spürte die Gefahr die aus jeder Ecke dieser Höhlen ausging und selbst die Mutigsten würden es kaum wagen weiter in diese Gänge hinein zu gehen. Weit im innersten des Komplexes fauchte ein zorniges Wesen über ein Pergament sinnierend und stieß fluchende Laute in der unheiligen Sprache des großen Schwarzen aus. Es war der wieder aufgestiegene Mory'tael welcher soeben von seinem erneutem Machtantritt an der Spitze der Letharen erfahren hatte.
Nicht das es diesen Lethyren störte seinen im gehörenden Platz wieder einzunehmen, so war es eher der Gedanke auf die enorme Macht des Shan'rhyl bei kommenden Taten zu verzichten. Die Zeiten bedeuteten nichts gutes und nah schien der Feind an der mächtigen Waffe der Lügnerin zu sein. Eine Waffe die selbst in den richtigen Händen für die Letharen immer eine Bedrohung darstellen würde. Diese Klinge das einzige was den Vater je zu stoppen vermochte musste vernichtet werden. Weder in Feindes noch in Freundeshand sollte eine Waffe existieren die dem Vater je schaden könnte. Zu Groß wäre der Schaden sollte diese sich je gegen ihn wenden.
Blut sollten die Lethrixoren schwitzen bei der Vorbereitung auf kommendes. Die Hände der Letherix sollten aufreißen bei der Schaffung besserer Waffen. Die Menschen waren in den Augen der Letharen nie mehr als Nutztiere mit erweiterten Funktionen und doch sahen sie diesmal nicht nur eine Gefahr für ihr Leben sondern auch eine für ihr Leben nach dem Tode. Wo würden diese schwarzen Seelen Enden ohne den allgegenwärtigen Vater. Sie würden nicht als Fraß für den aufsässigen Sklaven enden, nicht Kampflos.
Doch würde die Zeit zeigen was folgen würde und diese schien ihnen wie der Sand durch die Finger zu gleiten. Die Schattenläuferin musste Erfolg haben um den Jägern das richtige Ziel zu weisen. Erst dann würden die Lethrixoren ihren Wert beweisen können vor des Vaters allsehenden Augen.
Verfasst: Mittwoch 23. Mai 2007, 16:30
von Der Erzähler
Mit einem tiefen Grollen des Wyrms zersplitterten die Klauen, dunkelrot wie geronnenes Blut, einen Stein, als der gewaltige geschuppte Leib sich in den Schutz des Gebirges um Rahal zurückzog. Zischend tropfte erneut Blut auf den Boden - dieser kostbare Lebenssaft, doch erst vor Kurzem zurückgewonnen...
Es ärgerte ihn maßlos, daß er verloren hatte, doch im Moment war er sogar zu verletzt, um diesem Zorn Kraft zu geben. Er musste sich auf seine ganze Macht konzentrieren, um das - erneute - Sterben seines Leibes aufzuhalten.
Oh, wie leicht wäre ihm dies gefallen, würde er den Saphir haben... SEINEN Saphir.
Ein Schaudern ging durch den Leib, als er sich zur Ruhe legte. Schlafen. Nicht sterben, nur schlafen. Vielleicht war es die Angst vor dem Tod gewesen, die ihn nun in dieser verdammten Stadt gerettet hatte. Vor einem Menschen zu flüchten... doch es war nicht dieser sterbliche Wurm, es war die Waffe in seiner Hand gewesen, die anders als jedes andere Metall in seinen Körper schnitt, unsägliche Schmerzen verursachte.
Er kannte die Klinge, doch sie war anders geworden. Er hatte noch in Erinnerung gehabt, sie zerbrochen zu haben, um an den Stein...
"MEIN STEIN!", heulte wehmütig haßerfüllt ein Gedanke auf. Die geschlossenen Augenlider über den geschlitzten Pupillen zuckten. Dann übermannte ihn der Schlaf der Drachen, tief und doch unberechenbar darin, wann er beendet wurde.
Als er wieder erwachte, sagten ihm die Sterne, daß er ein paar Tage geschlafen hatte. Fast mochte man es ein Nickerchen nennen, doch viel konnte in der Welt der sterblichen Würmer an einem Tag geschehen. Es war ihm egal. Doch er würde den Gesandten seines Herrn zu sprechen verlangen, ihn, den man "Alka" hieß. Ja, das Wissen um die wahren Namen der Dinge war kostbar...
Dampf stieg aus den Nüstern, als er sich knurrend in die Höhe stemmte. Vieles, was ihm nicht gefiel, und er war leicht zu reizen.
Doch erst hallten die panischen Schreie der Waldtiere wieder auf, als er zuvor seinen Hunger stillte.