Endlich, die Heimreise...
Verfasst: Sonntag 25. Februar 2007, 12:57
Noch in seinem Leben hatte Sarog so eine Schmach verspürt, als ihn die Gardisten umstellt hatten und sich der Richter hingestellt hatte, als habe er bereits gewonnen. Der junge Magier musste seine Wut unterdrücken und in andere Bahnen lenken. Niemals hätte er erwartet, dass gerade Varunesen einen Hinterhalt für ihn vorbereiten würden. Im nächsten Moment hätte er bereits gleißende Kettenblitze gegen seine Feinde geworfen. Diesmal hielt er sich jedoch zurück. Er gab weiterhin vor, der sogenannte Gerion Idarion zu sein, was wohl dummerweise immernoch seine alte Tarnung war, die inzwischen jedoch längst nichtmehr den Effekt erzielte, wie eben eine zweite Identität erreichen sollte. Diesmal hatte er wirklich auf ganzer Linie versagt. Er blieb freundlich und überaus kooperativ, doch die Wachen ließen keine Zweifel aufkommen, dass sie ihm nicht gerade lieblich entgegenkommen wollten. Sie zerrten ihn mit sich und erzählten ständig irgendwelche Geschichten davon, dass er sowieso nicht mehr lange zu leben hatte und dergleichen. Sarog wusste dennoch, dass es zumindest eine Verhandlung geben würde und bis dahin hatte er alle Zeit der Welt, die er brauchte um entweder eine Nachricht zu verschicken, oder sich selbst einen Ausweg zu schaffen. Er war weißgott schon in schlimmeren Situationen gewesen!
Sie waren angekommen. Mit einem geheimnisvollen Blick sah Sarog die Burg an, in der er noch lange Zeit zuvor kurzweilig gelebt hatte, mit seinem falschen Garfen und den anderen Magiern. Es amüsierte ihn, dass ihm das nochmals zum Verhängnis wurde. Dann sah er die kleine Zelle vor sich, in der er sich wohl kaum wenden konnte, so klein war sie ausgefallen. Links von seinem neuen Zimmer saß ein alter Bekannter auf dem Boden und hatte einen Blick drauf, als wollte er den Gardisten geradewegs die Herzen aus ihrem Leibe reißen. Sarel - Reikas Freund. Ein kurzes Nicken schenkte er diesem, beinahe erfreut, nicht ganz allein in diesen Räumen dahinzusiechen - Aber dazu würde es sowieso nicht kommen, wenn es nach Sarogs Gedankengängen ging. Sie musste natürlich ihren üblichen Hohn loswerden, was jedoch an Sarog abprasselte, wie der Regen auf kaltem Mauerwerk. Er hatte soetwas viel zu oft gehört und es langsam zur Gewohnheit werden lassen. Am meisten freute er sich darüber, wie sie ihn Verräter nannten. Wen hatte er verraten? Er war nie auf Seiten des Grafen, oder Varunas. Sein Glauben gehörte auch nicht einen Tag lang Temora.
Noch konnte er sich frei in seiner Zelle bewegen. Sarel und er tauschten einige Worte aus und belächelten die Gardisten davor. Sie wusste lange nicht, mit wem sie sich angelegt hatten und sie würden es irgendwann bereuen, wenn die beiden Alatartreuen sich erstmal wieder in Freiheit bewegten. Doch noch mussten sie auf die Nacht warten. Unerwartet viele Wachen waren jedoch in diesem Käfig zu geben, ständig wurde hier patrouilliert, so dass Sarog nicht wirklich die Möglichkeit zum Rufen seines treuen Dieners geboten wurde und so resignierte er, indem er ins Bett fiel und hoffte, dass es morgen wohl anders aussehen würde. Er täuschte sich schon, als sein erster Blick auf die Decke über ihm traf und er das ständige Geklirre von Metall hörte. Die Gardisten waren in Massen da und machten fleißig ihre Übungen. Bemerkenswerte Trottel, die sich hinter den Mauern Varunas sicher vorkamen, in ihren dicken Rüstungen und den schweren Schwertern, beziehungsweise Armbrüsten. Sarog musste aufbrummen und verzog angenervt sein Gesicht. Diese ganze Stadt nervte ihn einfach nur mit ihrer Aufrichtigkeit und der falschen Güte. Zumal ihm hier keiner diese Güte zukommen ließ!
Wenige Stunden später traf Rafael de Arganta ein und Sarog musste unweigerlich das Gesicht verziehen, denn länger konnte er sein Schauspiel nicht mehr betreiben. Er freute sich gewissermaßen darüber, dass er sich den Namen des Magus so gut eingeprägt hatte, denn er schien ihn offenbar damals schwer getroffen zu haben, gerade als er sich an Felicitas vergriffen hatte. Der Adlige sah für Sarog doch immernoch, wien ein Mann aus, der im Inneren, wie ein Kartenhaus aufgebaut war und schon mehrmals zusammengeklappt war. Mit einem Bedauern sah er ihn an, geradezu mitleidig. Dennoch gab sich Rafael ganz sicher nicht so und er wusste, dass ihm der Kämpfer direkt an den Hals gesprungen wäre, wenn er es denn gekonnt hätte. Wieder eine Provokation und Rafael war an dem Gitter um mit beiden Händen nach Sarogs Hals zu greifen. Sarog wich zurück, lächelte ihn gar süffisant und belustigt an. Es war so leicht, manche Leute zu zur Weißglut zu treiben. Ein kleines Spielchen eben.
Felicitas traf er einen Tag drauf und auch sie reagierte ebenso wie Rafael, vielleicht sogar noch ein Stückchen aggressiver. Hätte ihr baldiger Gatte sie nicht zurückgehalte, wäre sie Sarog direkt in die Zelle gehüpft, um ihn wohl löchrig zu machen. Dennoch provozierte er sie weiter bis zu der Grenze, bei der er es sich offenbar leisten konnte und spielte und spielte, wie er es von seiner ganzen Umwelt gelernt hatte. Als sie herausgetreten war, wurde er mit den Händen über den Kopf an das Gitter gestellt und angekettet, sein Mund wurde geknebelt und ebenso wurde ihm ein Eisenkragen umgelegt. Bei bestem Willen wusste er nicht, was dies wohl bringen sollte. Er wartete ab. Diesmal hatte er auch wirklich Glück, da die ganzen Wachen offensichtlich ihre Heimat verließen und keiner mehr in dem Zellentrakt patrouillierte. So ließ er seine Gedanken fliegen. Er suchte sich als Ziel einen Höllenhunde aus den Ebenen, welcher mit der Macht seiner Gedanken und der Konzentration auf das Lied des Wesens beschwören wollte. Sah mit weit geöffneten Augen auf einen bestimmten Punkt in der Zelle und knirschte vor Anstrengung mit den Zähnen, bis sich ein Portal öffnete. Der Höllenhund zerriss die Ketten scheinbar ohne große Widerwehr. Der kräftige Kiefer des Dämons biss scheinbar mit Leichtigkeit herum und ein Teil der Ketten schmolz sogar aufgrund der großen Hitze dahin. Ebenso wurde dann die Tür durch das Wesen aufgebrochen und Sarog lief in das Nachbarzimmer, um sich darin umzusuchen und sich seine Sachen zu packen. Die Gardisten waren scheinbar noch lange nicht informatiert worden. So rief er in aller Ruhe in einem Schatten der Gebäude sein Reittier aus den Ebenen heran und stieg auf dieses. An der Seite folgte ihm sein Treuer Höllenhund "Shir", um sich im Notfall vor seinen Meister zu werfen. Der nächtliche Ausflug durch Varuna war nicht lange, aber dafür erfolgreich. Sie waren durch das nächstbeste Tor geflohen. Es gab vieles neu zu überlegen und zu planen. Hundertfünfzig Schritte von Varuna entfernt drehte er sich um und sah nochmal auf die prächtige Stadt, wie ihm Gefängnis war. So bald würde er hier nicht wieder herfinden. Er gab sich selbst ein Versprechen, dass er hier nicht wiederkommen würde, ohne ein passendes Geschenk mit gebracht zu haben.
Zuhause angekommen, setzte er sich an seinen Schreibtisch und griff zur Schreibfeder. Er trug einige Namen auf das Pergament. Die Rache würde folgen und er fing mit der Person ganz oben an...
Sie waren angekommen. Mit einem geheimnisvollen Blick sah Sarog die Burg an, in der er noch lange Zeit zuvor kurzweilig gelebt hatte, mit seinem falschen Garfen und den anderen Magiern. Es amüsierte ihn, dass ihm das nochmals zum Verhängnis wurde. Dann sah er die kleine Zelle vor sich, in der er sich wohl kaum wenden konnte, so klein war sie ausgefallen. Links von seinem neuen Zimmer saß ein alter Bekannter auf dem Boden und hatte einen Blick drauf, als wollte er den Gardisten geradewegs die Herzen aus ihrem Leibe reißen. Sarel - Reikas Freund. Ein kurzes Nicken schenkte er diesem, beinahe erfreut, nicht ganz allein in diesen Räumen dahinzusiechen - Aber dazu würde es sowieso nicht kommen, wenn es nach Sarogs Gedankengängen ging. Sie musste natürlich ihren üblichen Hohn loswerden, was jedoch an Sarog abprasselte, wie der Regen auf kaltem Mauerwerk. Er hatte soetwas viel zu oft gehört und es langsam zur Gewohnheit werden lassen. Am meisten freute er sich darüber, wie sie ihn Verräter nannten. Wen hatte er verraten? Er war nie auf Seiten des Grafen, oder Varunas. Sein Glauben gehörte auch nicht einen Tag lang Temora.
Noch konnte er sich frei in seiner Zelle bewegen. Sarel und er tauschten einige Worte aus und belächelten die Gardisten davor. Sie wusste lange nicht, mit wem sie sich angelegt hatten und sie würden es irgendwann bereuen, wenn die beiden Alatartreuen sich erstmal wieder in Freiheit bewegten. Doch noch mussten sie auf die Nacht warten. Unerwartet viele Wachen waren jedoch in diesem Käfig zu geben, ständig wurde hier patrouilliert, so dass Sarog nicht wirklich die Möglichkeit zum Rufen seines treuen Dieners geboten wurde und so resignierte er, indem er ins Bett fiel und hoffte, dass es morgen wohl anders aussehen würde. Er täuschte sich schon, als sein erster Blick auf die Decke über ihm traf und er das ständige Geklirre von Metall hörte. Die Gardisten waren in Massen da und machten fleißig ihre Übungen. Bemerkenswerte Trottel, die sich hinter den Mauern Varunas sicher vorkamen, in ihren dicken Rüstungen und den schweren Schwertern, beziehungsweise Armbrüsten. Sarog musste aufbrummen und verzog angenervt sein Gesicht. Diese ganze Stadt nervte ihn einfach nur mit ihrer Aufrichtigkeit und der falschen Güte. Zumal ihm hier keiner diese Güte zukommen ließ!
Wenige Stunden später traf Rafael de Arganta ein und Sarog musste unweigerlich das Gesicht verziehen, denn länger konnte er sein Schauspiel nicht mehr betreiben. Er freute sich gewissermaßen darüber, dass er sich den Namen des Magus so gut eingeprägt hatte, denn er schien ihn offenbar damals schwer getroffen zu haben, gerade als er sich an Felicitas vergriffen hatte. Der Adlige sah für Sarog doch immernoch, wien ein Mann aus, der im Inneren, wie ein Kartenhaus aufgebaut war und schon mehrmals zusammengeklappt war. Mit einem Bedauern sah er ihn an, geradezu mitleidig. Dennoch gab sich Rafael ganz sicher nicht so und er wusste, dass ihm der Kämpfer direkt an den Hals gesprungen wäre, wenn er es denn gekonnt hätte. Wieder eine Provokation und Rafael war an dem Gitter um mit beiden Händen nach Sarogs Hals zu greifen. Sarog wich zurück, lächelte ihn gar süffisant und belustigt an. Es war so leicht, manche Leute zu zur Weißglut zu treiben. Ein kleines Spielchen eben.
Felicitas traf er einen Tag drauf und auch sie reagierte ebenso wie Rafael, vielleicht sogar noch ein Stückchen aggressiver. Hätte ihr baldiger Gatte sie nicht zurückgehalte, wäre sie Sarog direkt in die Zelle gehüpft, um ihn wohl löchrig zu machen. Dennoch provozierte er sie weiter bis zu der Grenze, bei der er es sich offenbar leisten konnte und spielte und spielte, wie er es von seiner ganzen Umwelt gelernt hatte. Als sie herausgetreten war, wurde er mit den Händen über den Kopf an das Gitter gestellt und angekettet, sein Mund wurde geknebelt und ebenso wurde ihm ein Eisenkragen umgelegt. Bei bestem Willen wusste er nicht, was dies wohl bringen sollte. Er wartete ab. Diesmal hatte er auch wirklich Glück, da die ganzen Wachen offensichtlich ihre Heimat verließen und keiner mehr in dem Zellentrakt patrouillierte. So ließ er seine Gedanken fliegen. Er suchte sich als Ziel einen Höllenhunde aus den Ebenen, welcher mit der Macht seiner Gedanken und der Konzentration auf das Lied des Wesens beschwören wollte. Sah mit weit geöffneten Augen auf einen bestimmten Punkt in der Zelle und knirschte vor Anstrengung mit den Zähnen, bis sich ein Portal öffnete. Der Höllenhund zerriss die Ketten scheinbar ohne große Widerwehr. Der kräftige Kiefer des Dämons biss scheinbar mit Leichtigkeit herum und ein Teil der Ketten schmolz sogar aufgrund der großen Hitze dahin. Ebenso wurde dann die Tür durch das Wesen aufgebrochen und Sarog lief in das Nachbarzimmer, um sich darin umzusuchen und sich seine Sachen zu packen. Die Gardisten waren scheinbar noch lange nicht informatiert worden. So rief er in aller Ruhe in einem Schatten der Gebäude sein Reittier aus den Ebenen heran und stieg auf dieses. An der Seite folgte ihm sein Treuer Höllenhund "Shir", um sich im Notfall vor seinen Meister zu werfen. Der nächtliche Ausflug durch Varuna war nicht lange, aber dafür erfolgreich. Sie waren durch das nächstbeste Tor geflohen. Es gab vieles neu zu überlegen und zu planen. Hundertfünfzig Schritte von Varuna entfernt drehte er sich um und sah nochmal auf die prächtige Stadt, wie ihm Gefängnis war. So bald würde er hier nicht wieder herfinden. Er gab sich selbst ein Versprechen, dass er hier nicht wiederkommen würde, ohne ein passendes Geschenk mit gebracht zu haben.
Zuhause angekommen, setzte er sich an seinen Schreibtisch und griff zur Schreibfeder. Er trug einige Namen auf das Pergament. Die Rache würde folgen und er fing mit der Person ganz oben an...