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Rache süß wie frische Feigen

Verfasst: Freitag 23. Februar 2007, 19:11
von Baheera Ifrey
Baheera saß inmitten der Ruinen , hatte die Arme um die Beine geschlungen, das Kinn darauf abgestützt, starrte sie Löcher in die Luft.
Hier herrschte Stille. Ein leichter Wind strich über die Wüste, nichts im Vergleich zum Sturm vor einigen Tagen. Die Sonne glühte
auf den nun brennend heißen Sand und sie hatte ihren zierlichen Körper und vor allem den Kopf in den feinen, blauen Tüchern ihrer Familie
gewickelt.

Wenn sie den gestrigen Tumult so in aller Ruhe bedachte, war alles gut gelaufen..für sie.
Viel zu gut und dafür war sie Kemail aus tiefstem Herzen dankbar. Er hatte ihr unbewusst einen Weg geöffnet, den Baheera nun beschreiten konnte.
Seine Schwächen waren ein Vorteil, der nicht von der Hand zu weisen war. Er hingegen wusste nichts, rein gar nichts über sie.
Im Gegenteil, so wie sie sich ihm gegenüber verhalten hatte, musste er denken sie wäre schwach. Seine Beleidigungen hatte sie einfach übergangen. Auch das Schreien hatte sie nicht beeindruckt.

"Menschen die ihre Stimme erheben, sind verwundbar, Baheera“.
Er war verwundbar und sie wusste bereits wo. Sicherlich nicht was den Kampf anbelangte, das war ihr bewusst. Aber Dinge verändern
sich schneller als so mancher denkt.

Im richtigen Augenblick hatte sie einen kühlen Kopf bewahrt, darauf war sie stolz. Seine Schreie, die wohl die ganze Stadt in Aufruhr gebracht haben müssen, lenkten die Schritte von Hasib und Khalida zu dem Trainingsplatz, was so gesehen ein Glücksfall für sie war.
Schüchtern und scheu wich sie genau in dem Augenblick als die beiden ankamen vor ihm zurück. Eine Taktik. Er sollte sie in die Enge treiben und genau das tat er auch.

Wie durchschaubar doch Männer waren. Wie leicht waren sie zu lenken.
So kam er immer näher bis Hasib ihn ansprachen.
Gut so Kemail.
Genau das war ihre Absicht gewesen.
Er hatte wohl gedacht, dass sie schwach wäre. Sicherlich von Statur hergesehen klein und zierlich, aber er hatte die Nomadin in ihr unterschätzt. Jene Stärke ,Wildheit und oftmals Unberechenbarkeit,
die in ihrem Inneren brannte wie ein loderndes Feuer. Ein weiterer Fehler, den er beging. Aber ein Vorteil für sie.
Ja, sie würde mit ihm kämpfen.
Das willst du doch oder? Insgeheim musste sie lächeln.
Du bekommst deinen Kampf.
Sicher er würde sie besiegen, auch das war ihr Plan.
Aber nicht um diese eine Schlacht ging es ihr, sie wollte bei weitem mehr und den Plan dazu hatte sie bereits in ihrem hübschen Köpfchen gefasst.
Ich habe Zeit, ich kann warten. Rache ist süß und sie wird dich dann treffen, wenn du schwach und wehrlos bist.
Und schwach wirst du sein, das verspreche ich dir.
Du wirst eine dir völlig fremde Seite der Masari Frauen
kennen lernen... die meine.


Rasch erhob sie sich mit vollendeter Anmut. Mit dem ihr so eigenen hüftschwingenden, tänzerischen Gang durchquerte sie die Wüste heimwärts in die Stadt.