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Ein alter Schatten

Verfasst: Montag 12. Februar 2007, 18:12
von Lilia Ater
Vyra summte fröhlich als sie mit der neu geschneiderten Dämonenrüstung bei ihrer Tür hereinkam. Es war nicht zu übersehen, dass sie extrem gut gelaunt war, allein die Vorfreude ihre neue Rüste anzuziehen schien den ganzen Winter und die besorgniserregenden Ereignisse in Bajard schier verschwinden zu lassen.

Langsam legte sie einen Teil nach dem anderen von der Rüstung an. Sie bewegte ihren Arm, ihre Finger, sprang zweimal links und rechts, drehte sich dreimal im Kreis und dann... lachte sie freudvoll auf. Sie saß nicht nur perfekt, sie erlaubte gute Bewegungsfreiheit.
Ein wahrlich guter Kauf, und womöglich war ihr Gemüt auch noch von der Wärme Meneks ein wenig beeinflusst.

Sie ging zur Kellertreppe, als plötzlich ein Schmerz wie aus dem Himmel herabfuhr. Ihre Füße versagten den Dienst und so stürzte sie Kopfüber die Stiege hinunter, und unten polternd angerollt kommend krachte sie gegen die Felswand.
Ihre Gliedmaßen schüttelten sich und Schaum kam ihr aus dem Mund, sie spuckte aus aber nichts von alledem sollte sie noch mitbekommen...

Verfasst: Montag 12. Februar 2007, 19:28
von Malachai Schwarzmourne
Nur ungern verliess Malachai den Hof seiner Geliebten. War jener Ort doch ein Ort der Freude, der Zuneigung, der Sehnsucht und der Liebe für ihn geworden.
Doch es ging nicht anders.
Er hinterliess ihr einen Brief und versprach wiederzukommen. Selbst wenn Sie schlief, so wusste er, dass Sie seine Worte im Unterbewusstsein aufnahm und sich an jene Worte erinnern würde, wenn Sie erwacht.
Er bestieg das Pferd. Viel an Verpflegung nahm er nicht mit, denn er war sicher, er würde bald wiederkommen.
Das Tor knarrte kurz, als er es öffnete, dann ritt er hinaus in der Dunkelheit.
Es war nicht sein erster Besuch dort und würde wohl auch nicht der letzte bleiben.
Ein seufzer entfachte ihn bei den Gedanken, jener Ausgeburt vielen Übels wiedersehen zu müssen. Doch es ging nicht anders. Einst liess er ihn leben, wohl der Hoffnung, er würde es von selbst beenden.
Doch jenes Glück wurde Malachai nicht vergönnt und nun muss er selbst Hand anlegen.
Merkwürdige Ereignisse geschahen in der langen Zeit. Fremde Menschen, verhüllt und maskiert, wollten ihn töten. Andere wiederum wussten mehr, als sie dürften und auch mehr erfuhr er über seine Familie, erfuhr einiges von ihren dunklen Geheimnissen und nun brauchte er Antworten.
Er schwor sich, ehe er Inara zur Frau nehmen könne, müsse er das Übel, was sich seinen Vater nennt, beseitigen.
Er wusste nicht, was ihn erwarten würde, wusste nicht, was sein Vater tun würde, wenn er wieder durch die Tür des heruntergekommenen Anwesens treten würde.
Doch es war ihm egal.
Er musste herausfinden, was vor sich ginge und wenn es sich nicht verhindern liess, dann würde er Blut fliessen lassen.
Schwarzmourne...ha...dachte er sich. Er trug diesen Namen, doch war es nie wirklich seine Familie. Nie hatte er Zugehörigkeit gefunden, nie konnte er jemanden seiner Verwandten vorstellen, einladen oder Glück mit ihnen zusammen geniessen.
Nein, das war nicht seine Familie und Marick Schwarzmourne nicht sein Vater. Er würde nur einen bösen Mannen töten, niemand sonst.
Langsam erhob sich die Sonne in der Ferne und liess etwas Licht erscheinen.
Das Schiff, was er bestellt hatte, wartete schon am Hafen Lameriast, der Kapitän, jener, der ihn auch nach Gerimor brachte und sich gut um ihn kümmerte, stand schon freudigst dort und winkte.
Ein leichtes Lächeln huschte über Malachais Gesicht, als er jenen alten Manne sah. Jener, der mehr Vater für ihn war als dieser, zu den er nun reisen würde.
Man begrüsste sich, der alte Kapitän bemängelte, dass er doch recht schrecklich aussehen würde, so verhüllt in Schwarz und er entlockte Malachai abermals wieder ein grinsen.
Man gratulierte ihn zu der Verlobung und wünschte ihm alle Gesundheit für das Ungeborene.
Sie würden für das Kind Whiskey ins Meer schütten, als Zeichen des Respekts und es dann einmal mit zur See nehmen, um ein Mann zu werden (sie gingen automatisch davon aus, dass es ein Junge wird).
Ja, so genoss Malachai die kurze Zeit bei alten Freunden.
Er erzählte ihnen nicht, was er vorhatte. Das brauchte er auch nicht. Der Kapitän wusste schon lange, dass es wieder gefährlich sein könnte und ja, er wusste, dass jemand sterben würde.
Es war jedesmal so, wenn er seine Dienste in Anspruch nahm, doch vertraute er seinen Gast, vertraute darauf, dass er nur die bösen Menschen richten würde und niemals Hilflose oder Unschuldige.
Die Sonne stand mittlerweile höher.
Der Wind war gut, die Segel waren straf und brachte sie direkt auf Kurs.
Aus weiter ferne war sie dann zu erkennen: Seine Heimatinsel.
Nun würde sich der Kreis schliessen. Nun würde die Familie Schwarzmourne ihren Sohne abermals wiederbekommen.
Doch es wird kein erfreulicher Besuch, dass wissen sie.
Ein Kapitel, was niemals hätte geöffnet werden, wird nun geschlossen.
Für den Frieden jener, die man liebt.

Verfasst: Dienstag 13. Februar 2007, 11:41
von Lilia Ater
Der Wind blies ihr ins Gesicht.

Wie war sie dahergekommen? Wo war sie überhaupt?

Die Hände umfassten eine Katana, sie hörte ihren eigenen Atem schwer ein und ausatmen, sie hörte die Glocken der Schiffe in der Ferne, das Geräusch der Schritte der Wachen. Sie stand aufrecht und wenn man zu sich kommt und aufrecht steht, droht man kurz umzukippen, weshalb dies sie auch kurz stolpern ließ.

Schwer atmete sie ein und aus. Die warme Luft aus dem inneren ihres verwirrten Körpers bildete eine kleine Wolke vor ihrem Mund. Noch immer hielt sie die Katana fest. Sie war benutzt, dreckig, an manchen Stellen Blut, an anderen Stellen verweste Leichenteile...

Vyra blinzelte. Sie stand vor Bajard, nicht weit von den Wachen entfernt, gerade in deren Hörweite, umklammerte ein Schwert und schien gerade wahrscheinlich und womöglich in den Katakomben gewesen zu sein, aber sie konnte sich nicht erinnern, warum und wieso.

Ihre Hand tastete am Gesicht entlang wo etwas kühles war. Blut. Ein Blutspritzer verlief von links unten an der Wange bis rechts oben an ihre Schläfe, quer über ihr ganzes Gesicht. Merkwürdig, normalerweise würde sie sowas sofort wegwischen. Doch auch die Maske war durchtränkt mit Blut.

In ihr war dieses Gefühl von Kälte, aber das ist doch nur natürlich, wenn man ohne Mantel durchfroren im Schnee steht. Schneeflocken tanzten den Himmel entlang und wurden wieder an ihr entlanggeblasen.

Schließlich entschied sie sich, als sie zu schlottern begann - denn sie wusste ja auch nicht wie lange sie schon dastand - langsam auf ihr Haus zuzugehen.

Für den Vogel, der nur wenige Schritt von ihr im Baum saß, musste das ein recht merkwürdiges Erlebnis sein. Rauchschwaden bildeten sich, eine Person schien aus dem nichts aufzutauchen und irgendwohin zu gehen... doch die Person selbst wusste nicht einmal, dass es so merkwürdig gewesen ist...

Verfasst: Dienstag 13. Februar 2007, 20:33
von Malachai Schwarzmourne
Das Land war erreicht. Auf dem Meer sieht man einen Sturm näher kommend zur Küste und der Kapitän war froh, dass Sie jenen Gewitter nicht auf See begegnet sind.
Man entlud einiges an Fracht und würde später auch neue auf das Schiff holen. In dieser Zeit würde Malachai hinfort reiten, zu jenem Hause, welches für ihn ein glückliches Heim mit einer glücklichen Familie hätte werden können.
Doch die Götter wollten es nicht so.
Das Pferd ging unruhg die Planke hinab auf den sicheren Steg. Es spürte, dass der Sturm kommen würde und schnaupte aufgeregt.
Dennoch hatte auch sein treues Ross eine Aufgabe zu erfüllen.
Malachai bestieg das Pferd, der Kapitän ermahnte ihn zur Vorsicht. Die Kaputze auf und die Maske hoch, dann gab er seinem Ross die Sporren.
Er achtete wenig auf das Dorf, an welchen sie anlegten.
Er galloppierte durch die engen Straßen, der Umhang flackerte und gerade wo er Das Tor erreichte, kamen die ersten Tropfen und der Himmel verdunkelte sich.
Es war wie ein Zeichen, dass ihn warnen, gar abhalten wollte von dem, was er tun würde.
Immer mehr kam der Regen hinab. Donner liess das Land erzittern und Blitze die Wälder für kurze Zeit erhellen.
Es war ein dämonisches Wetter, ungeeignet zum Ausritt.
Die Straßen waren schnell überfüllt mit aufgewühltem Schlamm und das Pferd hatte mühe, den Halt nicht zu verlieren.
Gut sprach Malachai ihm ein, er wäre ein starkes Reittier, würde jede Hindernisse meistern und hätte sich, wenn sie zuhause wären, eine Belohnung verdient.
Mittlerweile war es wie zu Nacht. Die Wolken verdeckten gänzlichst die Sonne und immer mehr Regen fiel vom Himmel hinab.
Es war nicht mehr weit. Obwohl er nur einmal dort war, wusste er, wolang es ging. Die nächste Abbiegung Rechts, dann nur noch Geradeaus.
Er würde direkt auf jenes Gemäuer reiten, dass eine Art Wall um das heruntergekommene Haus darstellen soll.
Wieder zuckt ein Blitz und lässt kurz den Wald aufhellen.
Was war das?
Es schien, als wäre eine schwarze Gestalt im Dickicht vorbeigerannt.
Bei der Geschwindigkeit?
Reine Dunkelheit. Jene, die Malachai Geister zu spielen scheinen.
Doch da.
Wieder zuckte ein Blitz auf. Eine Gestalt springt von einem Ast auf den Reitenden. Er will ihn wegtreten.
Das kennt er. Er packt das ihm ausgestreckte Bein und lässt sich zur Seite fallen. Dabei wirft er ihn mit der Wucht gegen einen Baum, rollt sich ab und zieht seine beiden Klingen.
Die schwarze Gestalt erhebt sich, ein wenig baumelnd und den Kopf schüttelnd, dann mustert er Malachai lachend.
"Ha, du hast gelernt seit unserer letzten Begegnung."
"Feige Angriffe, du hast im Gegenzug nichts neues dazu gelernt."

Der Mann mustert ihn.
"Alleine das du jene Tracht trägst, ist erniedrigend für uns. Doch man warnte mich, dass du einem Schatten ähnlich sein sollst. Man sieht deine Zähigkeit, die Tatsache, dass du nach unseren letzten Kampf immer noch lebst, ist erstaunlich."
Malachai stockte. Hatte er gerade "Schatten" gehört?
Jener Fremdling, er war nun zu erkennen. Er war schwarz Vermummt wie Malachai. Sein Umhang wedelte durch den Wind getragen, unter seiner Kaputze schien gähnend schwarze Leere zu herrschen.
Kann es möglich sein, dass es die Schatten gibt?
Jenen Titel, den er sich selbst vor Jahren auf der Burg gab. Jene Art des Lebens, das er sich gab. Ist es möglich, dass es ihn jemand gleich tat?
Und warum wollte man ihn töten?
Mochten jene Schatten keine Konkurrenz. Ist es für sie vielleicht Frevelei, wenn jemand sich als die ihnen ausgibt, selbst wenn Unwissenheit darüber herrschte?
Doch es war ihm egal.
Der Titel des Schattenlords war nur ein Ausdruck seines Lebens. Die Wanderung zwischen den Klingen. Gottlos, nur dem dienend, an das er glauben würde.
Nun zog auch jener Mann seine Klinge und bereitete sich auf den Kampf vor.
"'Was auch immer du von mir willst. Ich will nicht kämpfen, noch weniger dich töten."
Der Fremde gegenüber lachte nur.
"Mein Meister hat mir von deinen Hochmut erzählt. Dich zu töten, wird ihm die Begabung seines Schülers zeigen und er wird niemals an mir zweifeln."
"Was interessiert mich euer Meister. Was interessiert mich euch. Lasts mich in Ruhe gehen, denn ich bin keine Gefahr für euch."

Abermals lachte sein Gegenüber auf.
"Du bist weich. Du willst einen Kampf aus dem Weg gehen. Es stimmt, du bist kein Schatten. Du kopierst nur etwas, das du nicht kennst. Dennoch, mein Meister will euren Kopf und den bekommt er nun."
Dann sprang der Fremde mit einen Satz nach vorne. Es schien, als würde er dabei schweben. So schnell, kaum bewegend, kam er auf ihn zu. Den Arm nach hinten ausgestreckt, holte er kurz vor seinem Ziel aus und schlug zu.
Malachai hatte mühe, jenen Angriff zu parrieren, schaffte es dennoch mit einem Schwert und holte mir dem anderen aus.
Sein Gegenüber sprang zur Seite, duckte sich und wollte Malachai die Füße wegtreten, doch er sprang zurück.
Dann stand der Fremde auf, drehte sein Schwert ums Handgelenk und fing an, um ihn herum zu tänzeln.
"Na? Willst du aufgeben? Ma-La-Chai?"
Er grinste hämisch, als er betont seinen Namen nannte.
"Mir ist ein Rätsel, woher du meinen Namen kennst. Doch besiegen wirst du mich deswegen trotzdem nicht."
Malachai sprang nach vorne, sein Gegenüber tat es ihm gleich und sie kreuzten die Klinge. Malachai trat ihn zurück, drehte sich und holte dabei mit einem Schwert aus. Er verfehlte den flinken Fremden, welcher wieder zurück sprang. Doch Malachai holte aus und warf seine Klinge auf den Fremden.
Überrascht über den Wurf, konnte sein Gegenüber gerade so ausweichen, doch die scharfe Kante schnitt ihn in seinem Fleisch am Arm.
Der Fremde lachte nun nicht mehr und schaute auf seinen zerrissenen Ärmel, aus dem Blut quoll. Währenddessen griff Malachai unter seinen Umhang und zog eine weitere Klinge heraus.
"Du kämpfst also mit 4 Klingen. Na warte du Bastard, dass wirst du mir büssen."
Voller Zorn in einer Art Kampfschrei, stiess sich der Fremde vom matschigen Boden ab und griff an. Nur das kreuzen der Klingen hallte durch den Wald, während beide Mannen sich bis zum Ende verausgaben. Trotz zweier Klingen,war sein Gegenüber zu schnell, wich zuschnell aus und griff dann wieder an.
Es war ein Kampf der Titanen. Ein Kampf, wo die Schwäche des einen die Stärke des anderen war und so schaffte keiner es, den anderen wirklichen Schaden zuzufügen.
Man atmete schwer, rang nach Luft, doch gab sich keine Pause.
Wieder warf Malachai ein Schwert, dann das andere direkt hinterher. Es packte dem Fremden am Umhang, er hing an einen Baume fest und Malachai zog seine vierte Klinge und stürmte auf den Bewegungsunfähigen. Er holte aus. Das Geräusch von zerschnittenen Stoffe ertönte, denn der Fremde duckte sich und Malachai durchtrennte seinen Umhang.
Nun kämpften beide mit einer Klinge. Parrieren, Angriff, Ausweichen und Kontern. Ducken, treten, ein Schlag mit dem Ellbogen in des Feindes Magen.
Doch man konnte nicht heraussehen, wer im Kampfe unterlegen war und wer nicht.
Dann, in einem unachtsamen Moment, packte ihn der Fremde und schmiss Malachai rücklings auf den Boden. Ihn entglitt seine Klinge, sie schliderte im Matsche hinfort.
Doch auch der Fremdling liess für diesen Angriff seine Waffe fallen und würgte nun den am Boden liegenden.
"Du bist eine Missgeburt. Denkst....du wärest ein Schatten. Doch du bist ein nichts. Du warst nichts und wirst auch ewig nichts sein."
Voller Zorn sprach der Fremde, während Malachai versucht, seine erdrückenden Hände wegzuhalten von seinem Hals. Röchelnd, nach Luft ringend.
"Ich werde dich Töten. Dich und deine Nachfahren."
Er lacht zynisch auf.
"Ja, Malachai, mein Meister weiss um deine Verlobte. Weiss, um dein Ungeborenes. Wenn ich dich töte, reise ich zu ihr und bringe beide um. Beende deine erbärmliche Blutslinie."
Er lacht wieder auf, doch Malachai schoss nur eines durch den Kopf:
Inara? Er wusste von Inara. Er würde sie töten. In seinem Wahn, würde er sie und sein Ungeborenes töten.
Warum nur? Warum muss jeder Hass, jeder Zorn, jedes Verlangen, ihn zu töten, auch gleichzeitig jene einschliessen, die für ihn das wichtigste auf Erden sind. Jene, die sein Herz eroberten.
Langsam wird es Schwarz vor Malachais Augen. Er stirbt. Sein Leben sehnt sich nach Erlösung, nach Befreiung. Sein Leben sehnt sich....sehnt sich...nach Inara.
"Niemals...."
röchelt Malachai, seine Arme bekommen an Kraft dazu. Der Fremde scheint erstaunt, er drückt mit aller Kraft dagegen.
"Wie...wie hast du..."
"Niemals....wirst.....du....ihnen....etwas...."

Sein Bein erhebt sich.
"....etwas....ANTUUUUUN."
Mit diesen Worten gibt er seinen Feind eine Kopfnuss und stößt ihn dann mit den Beinen weg.
Jener prallt abermals gegen den Stamm eines Baumes, erhebt sich aber schnell und greift nach seiner Waffe.
Malachai selbst kriecht zu seinem Schwert, erhebt sich und stellt sich in Kampfposition.
"Komm her."
Sagt er mit kalter Stimme.
Der Fremde stürmt auf ihn zu, die Waffe im Anschlag. Das Geräusch von durchschneidenden Fleisch erklingt, die Klinge ragt nur bis zur Spitze aus Malachais Rücken.
Der Fremde lacht.
"Ha....ha....ha....a.....a....argh...."

Er stolpert zurück, mit jedem Schritt zeigt sich mehr und mehr Malachais Klinge aus seinem Bauch ragend. Er schaut hinab, seine Hand gleitet zu seinem Bauch. Blut, überall Blut. Er torkelt, fällt zurück und Malachai lässt die herausgezogene Klinge zu Boden gleiten.
"Wie....wie....du.....du hast..."
Er tritt näher, auf den am Boden liegenden Feind. Dabei zieht er seine Klinge aus seinem Körper hinaus.
Er lehnte sich bei seinem Angriff nur leicht zur Seite, so traf seine Waffe nur seinen Seitenkörper und verletzte keine wichtigen Organe. Doch die niedrige Deckung durch den Angriff des Fremden gab ihm die Chance, seine Waffe zu erheben und ihn jene durch seine Brust zu rammen. Ein tödlicher Stoß, der den Feind noch lange genug am Leben erhielt, damit jener begreift, was geschehen war.
"Du....hast.....absicht."
Er röchelte, Blut quoll über seine Maske hinweg, seine Hand fasste an die Wunde. Ungläubig begutachtete er sie, als würde er das erste Mal sein eigenes Blut sehen.
Malachai beugte sich über ihn. Er hob seine Klinge und starrte ihn an. Ein Blitz zuckte und gab ihm einen kurzen Blick auf seine Augen. Sie waren voller Hass, voller Zorn. Sie sagten dem Unterliegenden, dass er nun sterben würde.
"Niemals....lasse ich zu....dass jemand meiner....Familie etwas antut."
Dann streckte er die Spitze des Schwertes in den Körper seines Feindes. Er schrie kurz auf, dann verstummte er. Er war tot.
Frostschatten kam zurück getrappt. Es war ein schlaues Pferd, dachte sich Malachai. Es wusste, wann es gebraucht wird und wann nicht.
Malachai sammelte seine Waffen ein und erhob sich auf sein Ross.
Die Wunde blutete stark, doch sie schien nicht Lebensgefährlich.
"Auf Frostschatten....beenden wir nun jenes Schicksal.", sagte er mit schwächlicher Stimme und ausser Atem.
Dann ritt es weiter.

Verfasst: Mittwoch 14. Februar 2007, 18:01
von Lilia Ater
"Wirklich hübscher Keller" meinte sie noch. Vyra musste schmunzeln. Ja es war wirklich ein hübscher Keller. Unaufgeräumt zwar, besonders ihr Arbeitstisch, aber Ronya schien das nicht zu stören.

Die Neuigkeiten von der Entführung der Gräfin hatten Vyra innerlich etwas aufgewühlt, aber noch schien die Information an ihr zu arbeiten, hineinzusickern. Nachdem Ronya gegangen war, entschied sie sich sofort loszureiten und mehr über den Sachverhalt rauszufinden.

Vor allem ob wiedermal Theradil dahinter steckt. Aber eigentlich konnte sie sich das derzeit nicht vorstellen, denn Theradil wäre nicht so dumm und würde nur 170 Kronen als Lösegeld verlangen.

...

Als sie am Pferde saß und noch eine Runde durch Bajard drehen wollte, fasste sie sich an die Brust am Pferd, ein Schmerz durchfuhr sie und schließlich stürzte sie beim Teich Bajards in den Staub, was Koerte wohl dermaßen erschreckte, dass es weiterritt.

Was dann geschah wusste Vyra nicht. Was sie bemerkte war, dass ein junger Mann sie in die Bücherei trug, als wäre sie hilflos. Große Wut kam in ihr hoch. Wut und Kraft die sie sich nicht vorstellen konnte, es zu besitzen. Ihr wurde es heiß. Der junge Elias hatte sie inzwischen an ihren Tisch gebracht, fragte ob es ein Bett hier gäbe, was Vyra verneinte. So landete sie beim Tisch.

Verwirrt blickte sie sich um. So viele Bücher! Wer hatte all diese Bücher hier aufgesammelt? Dieser rothaarige Junge vor ihr. Er hieß Elias. Ein netter Junge. Er spuckte gerne Kirschkerne.
Irgendwann hatte sie das auch gerne getan.
Was war passiert, wo war sie und, ....

Das Lachen füllte die ganze Bücherei aus. Es war ein dunkles Lachen, als würden sie zwei Augen anstarren, und Vyra zuckte zusammen. Das Lachen erzeugte ein Echo in jeder Ecke der Bücherei. Erschrocken blickte sie sich um.

"Ihr blutet aus der Nase" meinte der Junge vor ihr zu ihr.
"Hört... hört ihr das Lachen auch?" meinte Vyra verängstigt
Er schien es nicht zu hören. Doch Vyras Gedanken waren plötzlich beim Satz des Jungen: Blut. Sie griff instinktiv zur Nase. Dann betrachtete sie den roten Tropfen auf ihrer Hand abwesend, als wäre es etwas völlig neues.

Blut...
Sie hatte noch nie aus der Nase geblutet.

Das Lachen war verschwunden wie es kam, und Elias redete noch eine Zeit lang auf sie ein... doch ihre Gedanken waren so durcheinander, dass sie einfach abschalteten. Es war gut, dass der Junge nicht lang blieb. Es war gut.

Ihr Pferd... wo war ihr Pferd?
Sie musste Koerte finden...

Verfasst: Mittwoch 14. Februar 2007, 18:15
von Inara Schwarzmourne
Dunkle Wolken zogen langsam am Abendhimmel herauf. Wahrscheinlich würde es wieder Schnee geben. Inara seufzte. Die letzten Tage waren schon etwas wärmer gewesen und die Aussicht auf neuen Schnee, den sie vom Hof fegen müsste, lies sie nicht gerade vor Freude jauchzen. Sie mochte den Winter eigentlich nicht sonderlich, auch wenn sie da weniger Arbeit mit dem Hof hatte. Doch die Kälte, die klammen Finger und die ewig nassen Kleidersäume würde sie mit Nichten vermissen, wenn endlich der Frühling wieder auf die Insel kam. Wieder wanderte ihr Blick durch das Fenster gen Himmel. Bedrohlich wirkten die schweren grauen Wolken. Sie hoffte, es würde kein Schneesturm werden und zündete die Kerze auf dem Fenstersims an. Das flackernde Licht sollte jenem Mann den Weg weisen, den sie so schmerzlich vermisste.
Sie hatte seinen Brief auf dem Kissen gefunden und natürlich war ihr klar, warum er ihr das nicht hatte selbst sagen können. Sie hätte auf jeden Fall versucht, ihn davon abzubringen. Wozu in der Vergangenheit stochern, wenn doch so eine schöne Zukunft vor ihnen lag. Aber so war er eben. Wenn er der Meinung war, etwas musste getan werden, dann tat er es auch, gleich welche Konsequenzen folgten. Und sicherlich war er auch der Überzeugung, dass es das Beste wäre. Ein seufzen entsprang ihrer Kehle. Wie immer machte sie sich Sorgen um ihn und hoffte, dass er auf sich acht gab. Langsam streichelte sie dabei über ihren nun dicker werdenden Bauch. Warum nur musste er in allem eine Gefahr sehen für sie? Und so hilflos wie er immer glaubte, war sie auch nun wirklich nicht. Nun, vielleicht sah sie es auch wirklich zu blauäugig. Seitdem die Familie Amarth keine Bedrohung mehr war, hatte sie sich stets sicher gefühlt.
Der Wind pfiff nun bereits um das Haus und rüttelte an den Fenstern, als suche er einen Weg hinein zu ihr. Doch hier, in ihr Reich, würde er niemals gelangen. Die Fenster waren alle fest verschlossen und mit Stoffstreifen abgedichtet, darum musste sie sich also auch keine Sorgen machen. So beschloss sie, ins Bett zu gehen. Heute konnte sie eh nichts mehr tun und seit ein paar Tagen war sie eh stets müde und schnell ausser Kräften. Die Schwangerschaft zehrte an ihr. Sie legte noch ein paar Holzscheite in den Ofen, damit er möglichst lang heute Nacht seinen Dienst verrichtete, dann kuschelte sie sich in ihr Bett und deckte sich bis zur Nasenspitze zu. Sanft lächelte sie. Mit etwas Glück würde sie von Malachai am Morgen wach geküsst. Sie hoffte zumindest, dass der Schneesturm draussen ihn nicht zu sehr bei der Heimreise behinderte.
Fast wäre sie auch schon eingeschlafen, als sie plötzlich ein komisches Gefühl im Bauch hatte. Es war eine Art ziehen, hörte aber genauso schnell auf, wie es kam. Grade wollte sie sich einreden, sie hätte sich das nur im Halbschlaf ausgedacht, als ein sanfter Stoss von innen ihren Bauch traf. Ein lächeln zierte nun Inara´s Gesicht und liebevoll strich sie über die Stelle, an der sie gerade gestossen wurde. Ihr Kind bewegte sich!

Verfasst: Dienstag 27. Februar 2007, 20:54
von Malachai Schwarzmourne
Der kalte Wind liess die Wunde brennen, Malachai fasste seine Hand an jene. Er röchelte stark, zerrte jener Kampf doch mehr an seiner Kraft, als er dachte. Sein Reittier war klug, es wusste, wohin es laufen es musste und lief mit all seiner Kraft durch den immer stärker werdenden Regen. Blitze zuckten auf und erhellten für kurze Zeit jenen finsteren Wald.
Es war nicht mehr weit. Reite, Frostschatten, reite. Malachai krümte sich auf dem Pferd, die Wunde blutete noch, doch es war keine Zeit, sie zu verbinden. Es würde von selbst heilen, ja, der Stich war nicht tief, er traf keine wichtigen Organe.
Dann war es soweit. Vor ihm offenbarte sich das Bild jenes heruntergekommene Anwesen, dass einst, für eine kurze Zeit, sein Zuhause war.
Ein Blitz schlug hinter dem Haus ein, es gab die Konturen preis. Die Lichter waren aus, alles war sonst dunkel.
Malachai liess sich eher von seinem Ross fallen, er fiel in eine Pfütze mit Schlamm. Doch je näher er dem Hause kam, umso mehr Zorn und umso mehr Kraft verspürte er.
Geh aufrecht, Malachai, steh fest auf deinen 2 Beinen und trete durch die Tür um dein Schicksal zu besiegeln.
Seine Hand glitt von der Wunde zu einer seiner Klingen. Neben dem plätschern des Regenwassers auf dem Dach und in Pfützen verteilt hörte man das leise herausziehen einer Klinge.
Es war das Diamantschwert, was er sich nahm. Jene Waffe, das einzige Erbe seines verstorbenen Bruders Valion. Jene Klinge, welche ihm oft half und welche auch nun an seiner Seite stehen würde.
Er öffnete langsam die Türe. Sie quitschte, wie das letzte mal auch und verriet ihn.
Doch er wollte auch nicht unauffällig sein. Nein, er wollte, dass sein Vater erfährt, dass er da ist. Er war gespannt auf seine Reaktion, gespannt auf die Unwissenheit, was nun genau geschehen wird.
Tropfen glitten seiner Kaputze hinab über den Umhang, über die Schultern, über seine Ärmel und fielen zu Boden. Der nächste Schritt war getan. Er schloss die Türe hinter sich. Es sah noch genauso aus wie das letzte mal, als er hier war.
Alles voller Staub und Spinnenweben. Lainentücher hingen über die meisten der Möbel und man könnte denken, dass jenes Haus seit Jahren leer stehen würde. Das kein normaler Mensch hier wohnen würde.
Doch Malachai wusste es besser.
Er ging durch den Flur. Seine Augen schauten dabei von links nach rechts in jeden Raum hinein. Er nahm die Treppe, bestieg sie und ging hinauf. Er wusste nicht, warum er gerade hier lang ging, es war, wie eine Intuition, die ihn verriet, wo es langgeht.
Oben angekommen nahm er den rechten Flur und die 2 Türe links. Er öffnete sie langsam, sie quitschte nicht und vor ihm offenbarte sich ein Kinderzimmer.
An den Regalen lagen Spielsachen, wie auch in einer Kiste in der Ecke. Vor ihm, in der Mitte des Raumes, stand ein Babybett, über dem ein Netz an der Decke hing.
Dieser Raum unterschied sich so sehr von den anderen alleine dadurch, dass er sauber war. Er sah aus, als würde man ihn täglich benutzen.
Er ging einen Schritt hinein, als von hinten aus dem Schatten der Ecke eine Gestalt heraustrat.
"Ich wusste, dass du kommen würdest....Sohn"

Verfasst: Donnerstag 1. März 2007, 00:15
von Malachai Schwarzmourne
Malachai drehte sich nicht um. Er ging einen weiteren Schritt auf das Bettchen zu und legte seine Blutverschmierte Hand auf das Bettchengeländer. Er starrte hinein.
Drinnen lag ein kleines Stofftier, das Bett war fein gemacht, eine Decke mit Wolken und ein Kissen mit Mond und Sterne.
Über dem Bettchen hing ein Mobile, bestehend aus Drachen und Rittern, die, als Malachai sie anstuppste, zu wackeln und tanzen beginnen.
Die Wände waren allesamt Blau gestrichen, ebenso wie alles andere auf das Zimmer eines Knappen vermuten liessen.
Malachai zog sich die Kaputze und die Maske ab, er musste atmen, er rang nach Luft.
Zu unwahr schien ihn das alles hier. Zu sehr, wie ein schlechter Traum.
Doch als die kalte Hand sich auf seine Schulter legte, wusste er, dass es Real war.
Er drehte nur leicht den Kopf und blickte in die Augen seines Vaters.
Alles um ihn herum scheint zum Stillstehen gekommen zu sein. Das klopfen der Regentropfen am Fenster, das zucken der Blitze und das donnern im Himmel. Alles schien stehen geblieben zu sein.
Die Hand drückte ihn leicht in die Schulter, sein Blick wanderte wieder auf das Bettchen. Er wusste, wo er war, er wusste, was dies sollte, doch nie hätte er gedacht, es zu sehen.
Ehe er den Gedanken zu Ende fassen konnte, sprach der alte Mann hinter ihm. Er sprach das aus, was Malachai wusste.
"Ja mein Sohn. Dieses Zimmer....ist deins."
Malachai starrte nur weiter ungläubig auf das Bettchen, als er ein Seufzer seines Vaters vernahm, welcher seine Hand von seiner Schulter abgleiten liess, einige Schritte auf einen Schaukelstuhl zu ging und sich setzte.
Er wirkte nun voller Sorge. Nicht so Fanatisch, nicht so Boshaft wie das letzte mal. Eher, wie ein Vater, der sich Sorgen um seine Kinder macht.
Er vergrub sein Gesicht in seine Hände und schluchzte kurz. Er schien zu weinen.
Malachai erwartete alles. Er hat Kämpfe erwartet. Er hat erwartet, dass er um sein Leben ringen müsste.
Die schlimmsten Sachen hat er sich ausgemalen, alles erdenkliche.
Doch damit rechnete er nicht.
Es schien, als würde sein Vater bereuen. All das, was geschah, würde er nun aus sich hinauslassen, gar vielleicht um Vergebung bitten.
Er hob wieder seinen Kopf, eine Träne lief ihm die Wange hinab. Er zog sich die Nase hoch und schaute auf das Regal. Er lächelte leicht und deutete dann mit dem Finger auf die Wände.
"Deine Mutter, Malachai, sie wusste, dass du ein Junge werden wirst. Noch am selben Tag, als Sie von ihrer Schwangerschaft erfuhr, malte sie das Zimmer blau und sagte zu mir, es wird ein Junge. Sie wusste es, du hattest deinen Namen schon recht früh mein Sohn, sie selbst suchte ihn aus."
Abermals lief eine Träne an ihm hinab.
Die Erinnerungen schienen schmerzhafter zu sein, als man hätte glauben können.
Warum nur, dachte Malachai, warum nur tat er es. Er stellte sich vor, er würde das Monster, dass er Vater nennen musste, töten müssen, aus Rache, aus Zorn. Ein kaltes, Herzloses Wesen von seinem Leid befreien, damit auch seine Familie Frieden und Ruhe findet.
Doch nun, da saß er, so gebrechlich, voller Tränen. Es konnte kein Schauspiel sein, nein, dafür waren die Emotionen zu echt.
Der Blick von Marick wandelte auf Malachai. Er lächelte leicht, während das Licht seine feuchten Augen glänzen liess.
"Sie erzählte immer, dass du ein staatlicher Mann wirst, ein starker Krieger, der unseren Pfaden alle Ehre machen würde. Sie war so stolz auf dich. Nach deiner Geburt, wollte sie dich sofort in den Arm nehmen und nie mehr los lassen. Für Sie warst du ein Gottesgeschenk."
Malachai senkte den Kopf. Er wollte es alles nicht hören. Er wollte ihn hassen. Hassen für das, was er ihm alles antat.
Dafür, dass er ihn als Baby umbringen wollte. Dafür, dass man ihn bei diesem Bastard aussetzte, welcher sein Ziehvater wurde. Welcher ihm nie eine fröhliche Kindheit gab.
Doch er konnte nicht. Er war kein Unmensch. Im Gegenteil, trafen ihn diese Worte sehr, die er zu hören bekam. Ja, er fing langsam an, seinen Zorn nicht mehr gegen ihn zu richten, ihn als einen Mensch, als seinen Vater anzusehen.
Marick erhob sich, er ging auf das Bettchen zu und legte ebenfalls wie Malachai seine Hand auf das Geländer des Bettchen.
"Hier, mein Sohn, hättest du eine wunderbare Kindheit haben können. Hier, wärest du unter der Obhut deines Vaters und deiner Mutter aufgewachsen. Kein Leid wäre dir wiederfahren. Nichts..."
Er schweigt kurz, ehe er einmal kurz schluckt und dann seinen Blick auf Malachai richtet.
"Nichts hätte dir geschehen können, mein Sohn....wenn dein Vater nicht so Törricht gewesen wäre und seinem Herzen gefolgt wäre."
Er dreht sich um, geht zum Fenster und schaut hinaus.
"Es wird Zeit, mein Sohn, Zeit, dass du die Wahrheit erfährst. Keine Lügen mehr, kein Geheimnis. Ich will, dass du meinem Enkel voller Stolz von mir berichten kannst."
Malachai schaute auf. Woher konnte er das nur wissen.
Doch ehe er fragen konnte, klang wieder jene wehleidige und traurig gebrochene Stimme des alten Mannes.
"Ich weiss, dass du Vater wirst. Ich weiss, dass du Heiraten wirst...und ich bin stolz auf dich mein Sohn."Ein Blitz zuckte und Marick drehte sich langsam um.
"Woher ich das weiss fragst du dich nun."
Er ging abermals einen Schritt auf das Bettchen zu, doch diesmal ging Malachai einen Schritt zurück.
"Ich weiss es, weil ich ein Schatten bin. So wie du. Mein Blut, fliesst in deinen Adern. Es ist in dir, das Wesen eines Schattens. Selbst ohne Kenntnisse, wandelst du auf diesen Wege, hast ihn dir selbst angeeignet. Es ist dein Instinkt, der dich dazu wandeln lief und du hast dich zu genau jenen Entwickelt, was deine Mutter mir immer prophezeit hatte.
Ein Stolz von einem Schatten, der Titel des Lordes steht dir bestens. Du hast ihn dir verdient."

Wieder ringte Malachai nach Luft. Hatte er richtig gehört? Dieses Pseudonym, was er sich selbst gab, um auf der Burg eine Begründung für sein Handeln und seine Existenz zu haben, gibt es wirklich. Sein Vater, soll ein Schatten gewesen sein? Vererbung? Blut? Instinkt?
Ihm wird schwindelig vor Augen. Er erfuhr von jenen Fremden, dass es eine Organisation der Schatten gibt, doch er dachte nicht, dass jene aus seiner Familie entspringen würde.
Die Wunde macht sich nun wieder bemerktbar und Malachai bricht auf die Knien zusammen.
Sein Vater tritt um das Bett, will ihm aufhelfen, doch Malachai schlägt nur seine Hand weg.
Er wollte seine Hilfe, sein Mitleid, seine Sorge nicht.
Er war nie für ihn da, warum sollte er ihn nun brauchen?
Er stand wieder auf, sein Blick richtete sich schwer atmend auf Marick.
"Sage mir, Vater, die Wahrheit. Was ist genau geschehen."
Marick seufzte und nickte. Er drehte sich um und liess sich auf den Stuhl nieder, streifte mit der Hand über die Armlehne und stützte dann seine Elbogen auf jene, die Finger ineinander verschlungen.
Es war die Körperhaltung, die Malachai immer auf seinem Throne in der Burg hatte. Wüsste er nicht, wer da sitzen würde, Malachai glaubte, es wäre ein Spiegelbild, nein, sein eigener Schatten.
Mit seufzender Stimme began sein Vater zu sprechen. Es schien ihn alle Mühe und Kraft zu kosten, damit zu beginnen, doch endlich tat er es.
"Die Schatten sind eine Vereinigung, die schon sei mehreren Generationen existiert. Immer auf der Mitte der Schwertscheide wandelnd, traten sie für ihre Ideale ein. Man unterschied dabei zwischen 2 Arten des Schattens:
Den Schatten selber, wie ich und du einer bist und die Schattentänzer, die damaligen Assassinnen, wenn man sie so nennen könnte.
Man lebte untereinander wie in einem Rudel, man beschützte sich, passte auf sich auf. Dörfer wurden als Tarnung von den Schatten besetzt und man lebte ign Frieden dort.
Solange, bis Zwiespalt gesäht wurde.
Ein Schatten, ergriffen von der reinen Boshaftigkeit, liess er sich von der Schwertscheide auf eine Seite fallen. Jener, welcher das Vertrauen aller Schatten genoss, wurde unser schlimmster Feind."

Marick legt bei den Gedanken abermals seinen Kopf in seine Hände und seufzte. Es dauerte einen Moment, ehe er seine Fassung wieder bekam und mit tränenden Augen hochschaute.
"Er war damals mein Freund, mein engster Vertrauter. Niemand konnte Ahnen, dass dieser, dieser Nemesis, vom Bösen besessen war."
Er schüttelte den Kopf und verfiel wieder in Trauer.
Malachai trat einen Schritt auf ihn zu, er tat ihm leid. Obwohl er ihn abermals hassen wollte, empfand er mitgefühl für diesen Mann.
Er legte seine Hand auf dessen Schulter, so wie er es bei ihm tat und sprach leise auf ihn ein.
"Was geschah, erzähl es mir. Sag mir die Wahrheit...Vater, sag mir die Wahrheit nun."
Marick schluchzte und nickte dann, ehe er sich fasste und mit kräftiger Stimme sprach.
"Vor vielen Jahren gab es einen Arkorither, welcher, ein Ritual entwarf, welches alles böse in eine Form des Lebens, in eine Kreatur, mit unendlicher Macht, heraufzubeschwören konnte.
Jene Informationen drangen zu mir durch und ich machte mich mit Nemesis und Arlora auf die Mission, jenen Zauberer einhalt zu gebieten.
Wir waren zu damaliger Zeit Schattenwächter. Die Belange zwischen Gut und Böse gingen uns nichts an. Doch wenn eine solch immense Bedrohung entsteht, wenn Gefahr ist, dass das Gleichgewicht zwischen den Kämpfenden so extrem ins Schwanken kommen könnte, dann mussten wir handeln.
Wir machten die Höhle, die als sein Versteck diente, ausfindig.
Das Ritual beinhaltete 5 Tränke, jeder, der eine eigene Macht für sich hatte, welche in ein Opfer fliessen sollte.
Wir stellten den Arkorither, töteten den Alchemisten, der die Tränke braute und während des Kampfes mit seinen Wachen, zerbrachen 3 der 5 Flaschen, das Rezept verbrannte fast gänzlich und der Arkorither konnte mit einer Flasche entschwinden. Arlora starb während des Kampfes und wir kannten nicht die Auswirkung des übrig gebliebenen Trankes. So befahlt ich Nemesis, die Flasche hinfort zu schaffen, zu vernichten, damit sie keine Bedrohung mehr sein könnte. Ich selbst nahm das letzte Stück Fetzen vom Rezept an mich.
Doch er hinterging uns alle.
Feigheit.
Dieser Bastard.
Er zerstörte nicht die Flasche, nein.
Durch jene Taten stiegen Nemesis und ich schnell auf in der Gemeinschaft der Schatten, soweit, dass er sogar nach vielen Jahren den Titel als Amagistra erhielt. Der Gelehrte und Magiekundige unter den Schatten.
Egal was der Amagistra sagte, man glaubte ihm und folgte seinen Worten, seinen Wissen, seinen Prophezeiungen."

Malachai stockte und schaute seinen Vater an, die Hand glitt von seiner Schulter.
"Ja, mein Sohn, der Nemesis war es, welcher die Prophezeiung brachte, die mir sagte, du würdest mein Untergang sein."
Wieder blickte sein Vater ihn mit diesen traurigen, wehleidigen Augen an.

Verfasst: Donnerstag 1. März 2007, 02:08
von Malachai Schwarzmourne
Malachai starrte ihn nur Gedankenverloren an. Ein Vertrauter, gar ein Freund seines Vaters, sagte ihm, er solle seinen eigenen Sohne töten.
Wie konnte es bloss soweit kommen.
Wie konnte man es zulassen, dass dies geschehen wird.
Doch die schreckliche Antwort sollte ihm bald offenbart werden, als diese traurige, schwache und alte Stimme weiter sprach.
Ruhig, kaum atmend, lauschte der Sohn den Worten seines Vaters.
"Er brachte Zwiespalt unter uns. Er erzählte den Schattentänzern das eine, prophezeite den Schatten selber das andere und so kam es zum Konflikt der Schatten.
Ein interner Krieg, der die glorreiche, starke Gemeinschaft der Schatten in zwei Parteien spaltete. Die Schattentänzer lösten sich und die Schatten als ganzes wurden mehr als stark geschwächt.
Niemand ahnte zu diesen Tagen, dass all jene Ereignisse aus einem bösen Herzen, aus soeinen kranken Kopfe entstanden sind, mit dem Ziel, dass, was er zu Hassen schien, auf ewig zu vernichten.
Noch vertraute man dem Nemesis. Er prophezeite die Spaltung der Schatten und man glaubte ihm. Er sagte, dass nun eine neue Ära anbrechen würde, eine neue, glorreiche Zeit. Er sprach davon, dass er es wusste, was kommen würde und das es gut so ist.
Was war ich für ein Narr, als ich ihm immer noch folgte, trotz allem, was geschehen ist.
Die Zeit verging, die Schatten strukturierten sich neu und gingen den Schattentänzern nach bestmöglichen Bestreben aus dem Weg. Sicher, gab es hier und da immer einen Konflikt, einen kleinen Kampf, doch man vermied es, dies in einen großen Krieg ausarten zu lassen.
Die Anonymität zu bewahren war auf beiden Seiten noch die oberste Priorität, etwas, was dem Amagistra missfiel. So musste er seinen Plan neu fassen.
Er prophezeite das, was du weisst, mein Sohn.
Er sagte mir, kurz nach deiner Geburt, dass du mein Verderben sein würdest.
Deine Mutter war die erste, die nun began, an ihm zu zweifeln. Sie, welche dich über alles liebte, würde es sicherlich nicht hinnehmen, dass jemand dich als Übel beschimpfte und deinen Tot befehligte.
Ich hingegen war nicht so optimistisch wie sie. Ich besass nicht den Mut, dass auszusprechen, was sie sagte. Ich, hätte dich auf seiner Prophezeiung her töten wollen und du siehst mein Werk anhand deiner Narbe. Doch deine Mutter hielt mich auf.
Es war eine Lüge, als ich dir sagte, dass sie mich überredete, dich am Leben zu lassen. Im Gegenteil, sie schlug mich nieder, mein Schwert traf nur mit der Spitze dein Auge und ich ging bewusstlos zu Boden.
Als ich erwachte, warst du und deine Mutter verschwunden.
Wie man bekanntlich weiss, folgt ein Fehler auf den nächsten.
Ich erzählte dem Nemesis, immer noch im Irrglauben, dass, was er sagt, sei richtig, gesprochen von einem Vertrauten, einem Freund, was geschehen war. Er legte seine Hand auf meine Schulter und sagte mir, er würde sich darum kümmern.
Vielleicht war es auch Angst, die mich festhielt, die mich nicht dazu brachte, meiner Frau, deiner Mutter, zu folgen, sie zu suchen und selbst jene Angelegenheiten zu klären.
Die Tage verstrichen, man suchte Sie, überall, der Nemesis selbst nahm sich jener Sache an, doch man sagte mir, man hätte Sie und dich nicht gefunden."

Wieder drangen Tränen aus den Augen des alten Mannes heraus, während sein weißes Haar im nun erschienenen Mondlicht schimmerte.
"Ich fand mich dann also damit ab, innerlich bereute ich schon das, was ich beinahe getan hätte und stellte mir vor, dass deine Mutter mit dir in Sicherheit gewesen wäre. Doch wie ich sagte, ich war ein Narr und abermals belehrte man mich eines besseren."
Der alte Mann wischte sich nun die Tränen weg, erhob sich und ging wieder zum Fenster. Sein Blick auf die ewige Dunkelheit des Waldes gerichtet.
"Es war Zufall, dass ich dich fand. Ich erkannte dich an der Narbe, schliesslich hattest du Sie von mir. Deine Mutter war dem Armagistra einige Schritte vorraus. Während er dachte, sie wäre sonst wohin geflohen, hätte dich sonst wo in Sicherheit gebracht, hatte sie dich zu der wohl an unwarscheinlichsten Person in Obhut gegeben. Einen Mannen, dessen Kaltherzigkeit jedem Bekannt war und es ging ums Land, dass er Kinder bekam. Eines, um es genau zu sein, erzählte er aber immer von 2en, die seine Frau, die während der Geburt starb, ihm schenkte.
Ich erkannte dich aber sofort. Ich wusste, dass meine geliebte Frau dich zu den unscheinlichsten Ort brachte. Frag mich nicht, mit was sie den alten Gauner bestach oder bedrohte, damit er dich aufnahm, aber er schien zumindest sein Wort zu halten, indem er dich nicht sterben liess."

Malachai schnappte nur missbilligend auf.
Es ist nicht gerade leicht, zu erfahren, dass man ihn bedacht zu einen schlechten Menschen unterbrachte. Selbst wenn er die Beweggründe verstand, so ging ihm nicht die Frage aus dem Kopf, warum man keine andere Möglichkeit suchte.
Doch auch jene Frage wurde ihn abermals bitter beantwortet, als die Stimme seines Vaters wieder nach Worten suchte.
"Du musst wissen, mein Sohn, trotz alledem liebte ich deine Mutter sehr, so wie sie mich liebte. Sie konnte mich einfach nicht verlassen, so wie sie dich nicht einfach sterben liess. Sie wollte zurück zu mir, dich in Sicherheit wiegen und mich dann zur Vernunft bringen, ja mir die Augen öffnen. Leider kam es nie so und ich musste die Wahrheit auf die bitterste und schlimmste Art erfahren, wie ein Mann sie nie erfahren durfte.
Abermals suchte ich den Rat des Amagistra auf, ich wollte Wissen, wie die Suche vorran ging, trotz des Wissens, wo du stecktest, mein Sohn, plagte mich die Frage, wo deine Mutter sei. Sie hätte dich wohl kaum in der Nähe in Obhut gebracht, wenn sie dann doch die Ländereien verlassen hätte. So suchte ich den Unterschlupf des Nemesis auf und mir offenbarte sich ein Bild des Grauens.
Jenes Reich war eigendlich verboten für die Schatten. Es hiess immer, die Magie und das Wissen, das dort leben würde, dürfte ausschliesslich vom Amagistra selbst genutzt werden.
Doch Magie, gar Wissen fand man nicht.
Es war ein Schlachthaus.
Kadaver, Tote Körper, halb verwest, zierten den Boden. Auf dem Tische fand ich neben einer Liste von Kindern, die umgebracht wurden auch eine mir bekannte Flasche.
Es war jene, die wir dem Arkorither abnahmen, jene, die ich dem Nemesis zur Vernichtung gab. Daher, nahm er seine Kraft, seine Macht. Er hat seine Seele dem Hass, dem Zorn, die Wut und die Kaltherzigkeit des Bösen verschrieben. Schlimmste Experimente offenbarten sich mir. Menschen, die aussahen wie Dämonen...oder Dämonen, die Menschen werden sollten.-
Pentagrame aus Blut, Folterwerkzeug. Ich wollte nicht den nächsten Raum betreten.
Noch einmal nahm ich mir die Liste zur Hand. Es standen dort alle neugeborenen Kinder der Mitglieder der Schatten drauf, fast alle durchgestriechen bis auf einen Namen."

"Malachai Schwarzmourne", entfuhr es Malachai, welches mit einem Nicken seines Vaters bestätigung fand.
"Genau mein Sohn. Jene Prophezeiung brachte er nicht nur mir, er brachte sie allen Eltern von Neugeborenen. Er wollte, dass die Blutlinie der Schatten so aussterben würde. Keine Nachfahren sollten mehr existieren. Verdammt, Malachai, deine Mutter wusste es, warum war ich bloss so blind."
Er schluchzte kurz, wischte sich abermals Tränen aus den Augen und seine Hände beganngen zu zittern.
"Ich ging weiter, dieser Alptraum, dieser schreckliche Alptraum. Es konnte nicht wahr sein. Ich öffnete eine Tür, da war sie: deine Mutter.
Ihr Körper hing an Ketten an der Wand. Sie war abgemagert, totes Fleisch kam aus ihrem Bein, ihr Gesicht, zerschnitten und blutig, die meisten ihrer Haare waren herausgerissen und lagen auf dem Boden.
Wenn sie nicht den Kopf erhebte, mich mit diesen flehenden, nach dem Tode sehnenden Augen angeschaut hätte, ich hätte nie gedacht, dass sie noch leben würde.
Entsetzt viel ich auf die Knie, ich weinte, ich flehte, dass dies nicht wahr sein könnte. Ich ging zu ihr, befreite sie von ihren Ketten und legte sie auf den Boden, nahm sie in meinen Arm.
Ich bat um vergebung, ich bettelte ihr zu, wie leid es mir tut, was für ein Narr ich doch war, dass ich ihr nicht vertraute, dass ich mich so hinters Licht führen liess.
Doch sie lächelte nur schwach. Sie hob ihre Hand, es fehlten der Daumen und der kleine Finger, drückte ihren Zeigefinger auf meinen Mund und befahl mir so zu schweigen. Sie brauchte einige Zeit, ehe sie schwer zu sprechen anfing.
'Beschütze deinen Sohn...beschütze Malachai...lass nicht zu, dass dieser Bastard ihn kriegt...lass dies nicht umsonst gewesen sein'
Mit jenen Worten starb sie in meinen Armen."

Nun brach Marick zusammen. Er schlug mit der blanken Faust auf den Boden, verfluchte sich selbst und brach in Tränen aus.
"Warum nur, warum nur musste es so kommen. Warum liess ich mich so blenden."
Malachai selbst starrte nur aus dem Fenster. Nun warren aller Zorn, jeglicher Groll, den er gegen seine Familie hegte, verflogen. Im Gegenteil, konnte auch er nicht ab davon, zu weinen. Er trauerte um seine verstorbene Mutter, die ihr Leben für seines opferte und er trauerte um das Leid seines Vaters, welches er erfahren musste.
Sicher, er hatte Fehler gemacht. Doch er wurde zu schwer dafür bestraft. Der Gedanke, er könnte in seiner Stelle sein, würde durch seinen Fehler Inara im Arme haltend, sterbend nach einer langen Zeit voll Folter und Qual, liess Malachai verrückt werden.
Wie nun sollte sich also sein Vater fühlen. Jener, der diese Qualen über 27 Jahre mit sich trug.
"Nemesis", began Marick voller Wut zu sprechen. "Er folterte sie über Tage, Wochen, er wollte Wissen, wo du warst. Er wollte dich finden, dich töten, doch deine Mutter schwieg. Sie verriet dich nicht und auch nicht eine Sekunde lang hatte sie den Gedanken, nachzugeben, den Qualen durch Verrat ein Ende zu setzen.
Sie starb in meinen Armen, dieser Bastard, hat sie gemeuchelt.
Mein Zorn stieg ins Unermessliche. Ich trug ihren toten Körper hinaus aus den Raum, durch die Flure. Jeder der restlichen Schatten sah mir dabei zu. Sah dieses Schreckensbild und ich ging direkt in die große Halle.
Die Schatten folgten mir, wissensbedürftig, was geschehen sei, lechzten sie nach Antworten.
Ich trat die Tür auf, dort sah ich ihn, jenen Manne, der für all das Leid verantwortlich war. Jener, welcher sich selbst zum Herrscher der Schatten kürrte, dabei Bedacht, alles zu zerstören, was hier lebte.
Ich stellte ihn zur Rede, ich schrie heraus, was ich sah, was es mit seinen 'Prophezeiungen' auf sich hatte. Seinen Plan, die Schatten allesamt zu zerschlagen, den Krieg und die Spaltung heraufzubeschwören, Experimente mit dem Bösen zu halten, Menschen zu foltern, Kinder zu töten. Alles erzählte ich ihm.
Man schimpfte mich einen Lügner, doch der Nemesis selber stritt nichts ab. Im Gegenteil, hochmütig, wie er war, erhebte er sich und klatschte nur.
Er bestätigte alles, was ich sagte, doch fügte er an, dass es so kommen sollte.
Die Tore, wie durch Geisterhand, verschlossen sich. Er verkündete nun das Ende aller Schatten, prahlte, dass auch die Schattentänzer ein ähnliches Schicksal wiederfahren würde. Schrekliche Wesen, Halbdämonen, sammelten sich aus den Wänden heraus, während der Nemesis nur lachte. Er war kein Schatten, nein, er wurde zu einen Dämonenbeschwörer.
Er nahm den Trank, welchen er vernichten sollte, zu sich und gab ihm damit Kontrolle über Wesen, die er erschaffen hatte.
Doch der Hochmut sollte auch ihn zu fall bringen, selbst, wenn der Preis schon fast nicht mehr bezahlbar war.
Die Schatten zückten ihre Klingen, in den großen Hallen began der Kampf ums Überleben. Diese dämonischen, halb toten Wesen, stürzten sich auf jeden, den sie zu Gesicht bekamen. Mit Messerscharfen Krallen zerrissen sie den menschlichen Körper, während ihre Zähne mit ihrem großen Maul einen Schädel im nu zerbissen.
Die Schatten, Meister ihrer Kampfart, waren Unterlegen. 3 Tote Schatten bedeuteten 1 Totes Untier. Doch meine Gedanken kreisten nur um einen, den Amagistra, den Nemesis. Für mich verschwam alles um mich herum, ich zückte die Klingen und rannte auf meinen ehemaligen Freund zu. Wir kämpften, es war ein harter Kampf und seine dämonische Macht überstieg meine sterbliche bei weitem.
Doch er verkannte mich. Er sah nicht, was ich noch besass: Die Wut, der Zorn, der Hass, getrieben durch eine verlorene Liebe, gestärkt durch eigne Vorwürfe. Schmerz empfand ich nicht, bei jeden weiteren Schlag wuchs meine Kraft, meine Geschwindigkeit verdoppelte sich. Etwas, womit der Nemesis nicht rechnete, etwas, was er nicht vorhersehen konnte.
So geschah es.
Ich weiss nicht mehr, ob es nur Sekunden, Stunden oder gar Tage lang so weiter ging, wann der Kampf beendet war. Ich weiss nur, dass vor mir ein zerstückelter Körper eines toten Verräters lag.
Seine Macht entschwand, so wie auch seine dämonischen Ungetiere.
Doch als ich mich umsah, war ich der letzte, lebende Schatten in den Hallen.
Das Böse war zwar getötet, doch erreichte er sein Ziel:
Die Zerstörung der Gemeinschaft der Schatten."

Die Tränen tropften auf den Boden, während Maricks Hände sich in den Teppich verkrampften.
"Wir alle mussten für unsere Leichtgläubigkeit teuer bezahlen. Wir folgten jemanden, obwohl unser Herz versuchte, uns zu warnen. Das Leid, was ich dir sage, ist nur ein Bruchteil von dem, was ich empfinde."
Nun legt Malachai seine Hand auf den Rücken des am Boden gekrümten, knienden Mannes, der sein Vater war, während Tränen sein Gesicht der Wande entlang liefen.
Marick schaute zur Seite, in das Gesicht von Malachai.
"Das ist die Wahrheit mein Sohn. Nun, sollst du deine Bestimmung erfahren. Ich kann nicht erwarten, dass du das Schicksal annimmst, warum solltest du auch. Ich kann nur hoffen, dass du erkennst, um was ich dich bitte. Du bist der letzte, reinblütige Schatten. Der letzte der Lebenslinie.
Deine Mutter erkannte schon bei deiner Geburt, welch große Rolle du spielen wirst, ich erkannte es erst, als du mich das erste mal auffandest und dich geweigert hast, mich zu töten, weil du deinem Herzen vertraut hast. Du bist wirklich der Schattenlord, nun lasse Taten sprechen.
Erhebe das Vermächtnis der Schatten aus dem Boden, damit das Gleichgewicht der Welt wieder gehalten werden kann. Rette die letzten Überbleibsel von dem, was wir einst waren und erfülle deinen Vater wie deine Mutter mit Stolz, indem du ihre prophezeiung, die sie dir bei deiner Geburt gab, erfüllst."

Malachai starrte nur ungläubig in das Gesicht seines Vaters. Doch der Ausdruck, den er zu sehen bekam, liess ihn nur bestätigen, dass er es ernst meinte mit seinen Worten.
Er erhob sich, drehte sich um, trat durch die Tür in den Flur.
Die Wunde brannte und schmerzte nun wieder, er fiel. Abermals wurde ihm dunkel vor Augen, der er verlor nicht das bewusstsein.
Er hörte, wie sich jemand erhebte und mit festen Schritte ihm folgte, neben ihm halt machte und ihm die Hand ausstreckte, um ihm aufzuhelfen.

Verfasst: Samstag 10. März 2007, 13:44
von Lilia Ater
Vorsichtig hob er die Phiole und blickte ihren Inhalt mit großen Augen an. Darin schimmerte es leicht, und ein kleines Glitzern trotz der relativen Dunkelheit des Raumes verriet den wertvollen Inhalt als etwas magisches, unaussprechliches – die Tränen eines zum Vollmond geborenen Einhornfohlens. Wieviele Menschen dafür sterben haben müssen, wieviel Gold dafür aufgetrieben werden musste, interessierte ihn nicht, nur das Besitzen dieses Mittels war alles, was er brauchte. Vorsichtig, als wäre es ein Neugeborenes, entkorkte er die Flasche und so behutsam, als wäre nichts wertvoller als jenes kleine Nass in jener Phiole, ließ er einige Tropfen in seinen kleinen Topf fallen. Ungeduldig, mit sich selbst kämpfend zwang er sich schließlich erneut zur Behutsamkeit als er die Flasche wieder zukorkte und langsam und behutsam zurück in dessen Verwahrungsort legte, einer kleinen Kiste aus reinem Obsidian gehauen, die über und über mit der feinsten Seide ausgelegt war. Sofort, als die Flasche bereits völlig sicher lag und ein kleines Seidenstück drübergelegt wurde, durch das immer noch ein leichtes Licht durchfiel, ließ er den Blick auf seinen gläsernen Brautopf werfen, es von allen seiten begutachtend. Das kühle Nass war in die klare Flüssigkeit getaucht und änderte langsam die Farbe in ein leichtes Gelb, welches auch vom Feuer hätte kommen können, welches den Topf erhellte.
Der Geruch war süß und wohlig, und so öffnete er rasch die Phiole mit dem dämonischen Blut, welches er bei sich trug. Mit einem Stossgebet ließ er es langsam eintröpfeln. Als würde ein uralter Kampf zweier Gewalten entbrennen zischelte jeder Tropfen auf, aber obwohl das Gebräu sich im Topf nahezu zu wehren schien, musste es das Blut in sich hineinlassen. Zuerst bildete es kleine Fäden, welche sich langsam zum Boden kämpften, Spiralen erzeugten da sich das warme Gebräu bewegte, doch langsam begannen sich die Schlieren zu lösen und der Topf wurde auf einmal immer rötlicher, bis das Blut die Farbe völlig geändert hatte.
Ein leichtes Grinsen entfuhr ihm. Nun brauchte er nur noch die Fingernägel...

Schreie waren von draußen zu hören. "Schneller" zischte der Mann hinter dem Alchemisten. Dieser blickte zurück und seine fauligen Zähne bleckten heraus als er einen dunklen Blick zu werfen versuchte doch sofort presste sich ein Dolch an seine Kehle. "Wage es nicht! Beeile dich! Sie sind hier..."
Die Schatten hatten sie gefunden. Waren es die Elfen gewesen, die sie geschickt hatten? Oder waren es gar irgendwelche Leute, die unter seinem eigenen Dienst standen? Der Arkorither war sich nicht sicher, aber fest stand, dass nun die Zeit knapp wurde.
Das Rumpeln einer Tür verriet, dass draussen vor der Kammer die zwei Wachsoldaten versuchten eine Tür zu verteidigen, die gerade eingebrochen wurde.

Er konnte ihre Anwesenheit spüren, die Stille die sich im Lied gelegt hatte, das Anhalten des Atems seiner Umgebung, als würde die Welt selbst versuchen nicht zu atmen, voller Spannung was nun passieren würde.

Des Arkorithers Augen und Ohren waren auf dunkle Art und Weise nach aussen gerichtet, als würde er durch ihre Augen sehen, durch ihre Ohren hören. Gerade noch übersah einer der Wachsoldaten den Innenhof, als eine Hand nach seinem Hals griff und ein leises Knacksen war noch zu vernehmen, ehe es dunkel wurde. Geschickt und schnell knippste jemand ein Licht nach dem anderen aus, jedesmal Schmerzen im Arkorither hinterlassend.Als er nur noch zwei Wachen spürte, die im Gang vor ihrem Kellerlaboratorium standen, löste er sich aus seiner magischen Trance, und bewegte seinen Diener, den Alchemisten, sich zu beeilen.

Keine Armee vor den Toren, keine elfischen Magier, die Blitze regnen ließen, nein, dunkle Schatten und kalte Messer aus dem Hinterhalt schalteten seine Augen und Ohren aus.
Es mussten sie sein, jene die er am meisten befürchtet hatte. Verflucht seien jene Mächte, die diese Kraft aus den Händen der dunklen Götter entrissen hatten!

Er hatte nun wieder seine eigenen Sinne erlangt, zwar geschwächt von der Zauberei aber dennoch wieder beweglich hatte er sich aufgerafft und seine rote Robe zurechtgelegt. Seine Gebete an Alatar waren leise aber bestimmt. Jedes seiner Worte wurde gestoßen und drückte Hass und Verzweiflung aus.
Der Alchemist war fast fertig.
Er sah zu ihm, wie er mit zittrigen Händen die Flaschen abfüllte.
Wieder ein Rumpeln draussen. Er brauchte sich nicht mit den Wachen verbinden, deren Augen und Ohren er vorhin in einem Ritual alle an sich selbst gebunden hatte, um zu hören, dass die Tür nun aufgebrochen wurde. Erneut zischte er: "Schneller!" - als hätte er damit etwas beschleunigen können.
Der Alchemist hastete etwas, doch zum Glück versuchte er dennoch die Flaschen behutsam zu behandeln, die erabfüllte.
Kurze Klirrlaute vor der Tür verrieten Schwerter die aneinander prallten, ein Summen war zu hören, wie ein Schwert Luft aufwirbelte, als eine dünne Klinge sich blitzschnell durch die Luft schwang und schließlich das Fleisch eines der Wachsoldaten auftrennte, wie eine Schere des Schneiders Seide zu trennen vermag. Der zweite Wachmann stöhnte unter der Belastung als er versuchte wohl einen der dunklen Angreifer zu treffen, aber zwei andere Klingen bohrten sich in sein Fleisch, was ihn kurz aufschreien ließ, ehe er für immer verstummte. Dann sackte er zu seinem Kameraden auf den Boden, der schon vorhin ohne Laut zu Boden gegangen war und brüderlich vereinten sie roten Saft am Boden.
Der Alchemist hatte bereits fünf Flaschen abgefüllt und begann sie zu verkorken. Da donnerte es auch schon an die Tür des Laboratoriums.
Die Zeit wurde knapp.
Viel zu knapp.
Der Alchemist würde nicht fertig werden.
Der Arkorither nahm sich eine der Flaschen, griff nach einer zweiten, die ihm der Alchemist geben wollte. Ein Rumsen der Tür und ein Quietschen verriet, dass es nun wirklich zu spät wurde. Es war keine Zeit mehr die andere zu nehmen, stattdessen flüsterte der Arkorither einige Worte und seine Konturen lösten sich auf, und er trat einen Schritt zurück, gerade rechtzeitig, um den Gestalten, die durch die aufgebrochene Türe stürmten, keinen Blick auf ihn erhaschen zu lassen.
Ohne einen Mucks sah er zu wie die drei Gestalten in den Raum stürmten. Ein Dolch schwirrte durch die Luft und traf den Alchemisten am Hals, der gar keine Zeit hatte zu den Paralyseflaschen am Regal zu greifen. Mit einer Hand etwas festhaltend versuchte der Alchemist nach dem Rezept zu greifen. Es wurde am Feuer angesengt und begann zu brennen.
Eine Gestalt sprang zu ihm und gab ihm einen Stoß, sodass das brennende Rezept zu Boden fiel. Während der tödlich verwundete Alchemist zurück taumelte setzte ihm die Person nach und zwei Schwertstriche durchfuhren dessen Körper.
Blut spritzte kurz durch den Raum, und einige Tropfen landeten irgendwo in der Leere, wo sie langsam durchsichtig wurden und verschwanden, wie der durchsichtige Untergrund auf dem sie pickten.
Der Arkorither stand still. Keine Zeit für Kampf.

Die zwei anderen Gestalten stürmten auch herein, einer warf alle Flaschen um, die gerade aufgefüllt wurden und begann dann das brennende Rezept auszutreten, der Dritte ging in den anderen Raum und versuchte sich dort umzusehen.
Zeit zu gehen.
Der Arkorither huschte hinaus, zu geschwächt um es mit drei Leuten aufzunehmen.
Er hatte eines der fünf Flaschen zumindest ergattert.
Ein Blick zurück verriet wie sich gerade eines der drei Angreifer über die Leiche des Alchemisten beugte... dann trugen die Füße des Arkorithers diesen hinaus in die rettende dunkle Nacht.

Der Blutspritzer quer über seine Robe würde sich morgen nur in einem leicht dunkleren Ton von seiner Robe abheben.

"Wie Motten vom Licht angezogen werden" knurrte der Arkorither, "so rennen diese Verfluchten dieser Flasche nach" fluchte er noch.
Es würde Zeit für das Ritual. Er hatte auf fünf Flaschen gehofft. Hätte seinem Orden die Pläne zeigen können, viel Respekt ernten. Nun musste er es allein machen.
Egal. Mehr Belohnung für ihn. Von IHM.

Verfasst: Samstag 10. März 2007, 14:11
von Lilia Ater
Kurz vor seinem Tod schwenkten die Gedanken des Nemesis zurück in eine Zeit, als dies alles anfing...

Er war angebunden worden. Der Arkorither vor ihm hatte die dunklen Gesten schon begonnen. Seine Sicht verschwamm und er spürte nur Schmerzen. Neben ihm lag die Waldläuferin, aufgeschlitzt, auf der anderen Seite sein Bruder, Arlora, ebenfalls in seinem eigenen Blut liegend. Ob die Waldläuferin tot war, wusste er nicht, aber Arlora würde wahrscheinlich nie wieder aufstehen.

Es war eine Zeit, in der er - der Nemesis - noch einen Namen hatte. Es war eine Zeit, in der er noch hätte zurück können. "Nemesis" würden ihn die Hunde später nennen. Ach, was war doch nochmal sein Name? Er konnte sich nicht an diesen erinnern. Nemesis. Er war der Feind.

Der Arkorither tropfte einen Tropfen auf das Gesicht des Kleinkindes und begann dann in einer dunklen Sprache zu krächzen. Es war das Kind dieser Waldläuferin. Ein kleines Mädchen wohl. Vielleicht wenige Jahre alt. Ich hätte sie danach nicht mitnehmen sollen, doch ihr Schicksal war mein Schicksal...


Der Nemesis hatte sich, seitdem er den Trank gefunden hatte, stark für Magie interessiert. Armagistra wurde sein Titel bei den Schatten. Es hatte schon lange keinen magiezugewandten Schatten gegeben. Das dunkle Geheimnis, dass seine Kräfte keinen Zusammenhang mit wahrer Magie, mit dem Lied zu tun hatten, hatte er verheimlicht. Er hatte nie etwas mit Magie oder dem Lied zu tun gehabt. Es war nur dieser Trank... ein Tropfen davon und...
Der Trank, den er nahm. Niemand wusste, dass er es hatte. Er hätte es wohl vernichten sollen. Doch niemand hatte hergesehen, als er es aus der Hand des Alchemisten nahm. Zu groß war die Versuchung.
Wie einen Schatz hatte er es bei sich getragen. Im Geheimen hatte er es gegen das Licht gehalten und dessen Inhalt bewundert. Und immer verlangte es ihn, einen Tropfen auf seine Lippen zu tun... dieses Verlangen...
Lange war es her, doch nun hatte er schließlich den Arkorither gefunden. Doch Arlora, dieser Narr wollte ihn direkt angreifen. Dabei hatte er so viele Fragen... Arlora starb im Kampf, er wurde bewusstlos - als er zu sich kam, war er angebunden. Und da war er nun. Musste zusehen wie dieser Arkorither seine Rituale vollzog.
Ja, damals hat es angefangen.

"Du Fürst der Dämonen, ich beschwöre dich, komme herauf" schrie der Arkorither. Nur Alatar selbst hatte jemals einen der mächtigsten Dämonen beschworen. Er musste es aufhalten. Doch irgendwas in ihm, irgendwas schien nur darauf zu warten, dass der Dämon käme.
Das Kind war wohl ein Opfer. Und der unheilige Trank... sollte es wohl dem Arkorither die Macht geben, fähig zu sein so einen Dämon zu beschwören - doch es war die letzte Flasche... das Rezept war auch verbrannt... wenn er ihn nun aufhalten würde - so dachte er - wäre dieser Fluch für immer gebrochen...

Er spürte wie der Dämon an Präsenz zu nahm. Tatsächlich. Er würde mächtiger als ein gefürchteter Balron sein, mächtiger als vieles, was diese Welt seit langer Zeit betreten hatte. Womöglich das Ende einer Ära. Der Nemesis spürte das. Er spürte vieles, was er nicht verstand... Damals jedenfalls nicht...

Der Arkorither tropfte sich den Trank auf seine Zunge.
Ein Tropfen.
Zwei.
Mit jedem Moment, wo der Dämon näher zu kommen schien, spürte auch der Nemesis mehr Kraft. Seine Gedanken vernebelten. Seine Augen färbten sich rot vor Blut, welches aus kleinen aufgeplatzten Adern in seinen Augen ausfloß. Seine Muskeln dehnten sich. Er spürte wie seine Hände verkrampften. Er senkte den Kopf. Wild in ihm schien etwas an Kraft zu gewinnen.

Der Arkorither lachte auf. "Was soll mich aufhalten" schrie er, als er bereits die viertel Flasche aufgetropft hatte. Sein lachender Blick fiel auf seinen Gefangenen, den Nemesis. Noch lachte er - dann jedoch, als er sah, dass der Nemesis mit wuterfülltem Gesicht gegen etwas in sich kämpfte, verschluckte er sein Lachen sofort.

Für eine Sekunde schien die Welt still zu stehen, in der der Arkorither die Wahrheit verstand:
Er, der Beschwörer, war nicht der einzige, der den Trank getrunken hatte.

"Nein..." stammelte der Arkorither. Der Blick des Nemesis hob sich und fixierte ihn. Seine Zähne bleckten bei einem Grinsen hervor.
"Nein... er war nicht für dich gedacht..." meinte der Arkorither noch. Dann rannte der Nemesis auf den Arkorither zu. Ein Knurren entkam ihm.

Eine viertel Flasche... gegen eine halbe Flasche?
Der Nemesis war ein Wildtier mit ungeahnten Kräften...
Es war schön damals... es war so schön damals...

____________

Was dann geschah, wusste der Nemesis nicht mehr genau, nur einzelne Bilder hatten sich erhalten aus seinem Blutrausch. Er hatte den Arkorither mit puren Händen zerfleischt. Das Ritual wurde unterbrochen. Das Kind und seine Mutter hatte er mitgenommen. Lange versuchte er alles geheim zu halten. Es zerfraß ihn. Er wurde gelobt für das Töten des Arkorithers. Man glaubte alle Tränke seien vernichtet, und er selbst wähnte sich auch in der Sicherheit, dass nun alles vorbei wäre.
Niemand müsste wissen, dass er selbst den Trank getrunken hatte.
Er hatte schließlich das getan, was die Schatten zu tun hatten.
Er hatte das Gleichgewicht bewahrt.
Er hatte den Dämon letzten Endes aufgehalten. Er hatte doch alles richtig gemacht. Warum hatten sie ihn dann gehasst?

Der Tod des Nemesis

Verfasst: Samstag 10. März 2007, 14:35
von Lilia Ater
Was erlaubte es sich dieser Marick, ihn in Frage zu stellen. Doch andererseits... er hatte danach angefangen selbst das zu tun, was er aufgehalten hatte. Der Trank, er hatte einfach Kontrolle über ihn übernommen, er hatte ihn immer mehr in die Dunkelheit gezogen. All die schöne Kraft die er dadurch bekam...

Nun war die Flasche leer, nun war sein Leben leer, und ein großes Schwert ragte aus seinem Bauch. Und der Schatten Marick stand vor ihm.
Dieses sterbliche verfluchte Wesen hatte ihn besiegt?
Er stöhnte. Dann fuhr es ihm durch den Kopf:
"Das Kind! Das Kind!"

Es war wohl natürlich, dass ein von der Dunkelheit vernebeltes Wesen am Ende seiner Zeit noch wenige Sekunden der Klarheit erleben durfte. Fast lächelnd würde er nun dem süßen Tod entgegen schreiten.
Doch die dunkle Erkenntnis der Tatsachen wurde ihm bewusst, wobei er immer noch die süße Stimme seines alten Ichs spürte, die ihm zuflüsterte...
Er hatte die Schatten zerschlagen, dann hatte er versucht die beiden Gruppen in einen Krieg zu verwickeln. Und er hatte schließlich fast sein Werk zu Ende gebracht. Die Schatten waren ausgelöscht, und wohl bald auch die Abtrünnigen, die dem Wort des Armagistra widersprachen, die Schattentänzer.

Er hatte immer geglaubt, dass es notwendig sein müsste, was er auch tat.

Zu ihrem eigenen Besten! Er hatte doch nur den Trank beschützt. Er hatte nur versucht, den wahren Nemesis, jenen Dämon, der irgendwo in den Niederhöllen tobte, nachdem er kurz den Geschmack der Welt Eluives spüren durfte, und nach oben wollte, aufzuhalten!
Sahen es die Schatten nicht? Sahen sie es nicht?
Die Schatten hätten doch immer versucht, ihm den Trank zu entreißen! Niemand durfte diesen Trank haben! Wenn sie es in die Hände bekommen würden... es war SEIN TRANK! ER musste den Trank beschützen...
nein... die Schatten musste er vor dem Trank beschützen... den Trank... besser sie starben, als sie würden das Schicksal des Trankes teilen...
Zwei Stimmen in seinem Kopf die sich widersprachen.

Die Verwirrung nahm zu. Was hatte er nur getan? Bald war es vorbei... Aber was hatte er getan?
Seine eigenen Freunde verraten? Wie ein Orkan bebte erneut die Erkenntnis über seine eigenen Taten in seinen Kopf, als die letzten Einflüsse des dunklen Trankes schwanden. Dieses süßen... ach hätte er nur noch einen Tropfen...
Doch da tauchte das Bild von dem Kind vor seinen Augen auf...

Er öffnete ein letztes Mal seine Lippen, ehe seine Augenlider völlig in weiß getaucht wurden:
"Meister Marick, die... Schattentänzer... sind in... Gefahr... das Kind... trägt noch etwas... in sich... vom Tropfen... ihr müsst sie... aufhalten... die Schlange... die Vyper... Drahhh..."

Dann beendete sich das Leben des Nemesis. Dunkelheit. Egal was nun kam, es konnte nur besser sein, als sein eigenes verfluchtes Selbst.

"Nayeena!" schrie er ein letztes mal auf.

Verfasst: Samstag 10. März 2007, 16:48
von Malachai Schwarzmourne
"Nayeena", hallte es durch Malachais Kopf, als er die Hand seines Vaters nahm und sich aufhelfen lief.
Marick benutzte den Namen. Er erzählte ihm irgendetwas, von Zeit, dass wohl nicht genug übrig wäre, von den Schattentänzern und erwähnte den Namen.
Er fasste sich an den Kopf. Er tat weh. Fiel er auf ihn?
Nein. Zuviel hörte er heute. Zuviel der Heuchelei, die er als Wahr empfinden muss, wurde er doch eines besseren belehrt.
Sein Vater, er schaute ihm in die Augen. Er konnte keine Wut mehr gegen ihn empfinden. Ebensowenig wie auf seine Mutter.
Sie waren gute Menschen. Leichtsinnigkeit, die verschlossenen Augen vor der Wahrheit, trieben sie zu ihren Taten.
Sie wurden belogen von einem Menschen, dem Sie vertrauten und sie bezahlten dafür teuer.
Sie wurden genug bestraft, Rache war hier nicht mehr von nöten, nur noch Vergebung.
Marick ging vorran, Malachai hinterher. Die Treppen hinab, um die Ecke an dem ersten Raume, die Küche, dann einen weiteren Raume, dass ein Schlafzimmer war vorbei an eine lehre Wand.
Marick ging zu einem alten Bild, er drückte daneben auf die Wand, ein Schalter kam zum vorschein, welcher sich nach der Betätigung drehte und das Bild nach innen schwenken liess.
Sie gingen hindurch.
Fackeln waren an den Wänden, eine Treppe hinab zu einer Holztür.
Er öffnete sie und betrat einen Raum.
Dieser Raum wirkte mehr als unheimlich. Kreisförmig und an jeden Meter eine Fackel. In der Mitte war ein kleiner Altar, auf dem ein Buch lag.
Malachai trat näher, er streckte seine Hand danach aus. Wie es da lag. Mit feinen Holzverzierungen, in einem edlen Schwarz. Ein Siegelschloss versperrte das öffnen dieses Buches.
Gerade als er es fast erreichte, griff Marick nach dessen Hand.
"Sei vorsichtig mein Sohn."
Er griff in seine Tasche und holte soetwas wie eine Medaille heraus. Sie war ebenfalls Schwarz und hatte ein eindeutiges Zeichen:
Das Zeichen der Schatten.
"Dieses Buch ist die Quell all unseres Wissens. Doch für jene, die nicht der Blutslinie angehören, ist es eine Falle."
Er deutete kurz auf die Verzierungen. Nur mit genauem Hinschauen erkannte Malachai, dass jene zur Ablenkung da waren.
Kleine, kaum sichtbare Löcher waren in den Verzierungen versteckt. Marick nahm das Buch mit einem Finger am Buchrücken, mit einem anderen am Siegel und versuchte leicht das Buch auseinander zu drücken, als Malachai erschrack und einen Schritt zurück ging.
Kleine Nadeln kamen aus den Löchern, überzogen mit einer grünen Flüssigkeit.
"Viperngift, versetzt mit einigen Kräutern und einer Spezialmischung. Tödlich.", entgegnete Marick, ehe er seine Hand vom Buch nahm.
"Jenes Medaillion steckst du in das Siegel, dann kannst du es gefahrenlos öffnen. Wenn das Siegel gebrochen ist, ist auch die Falle deaktiviert. Ein Gegenmittel steht auch im Buche drin, falls dir einmal ein Missgeschick passieren sollte."
Malachai blickte nur auf dieses Buch, erst als er das seufzen seines Vaters vernahm, schaute er zu ihm.
"Du bist der letzte Erbe der Schatten mein Sohn. Es tut mir Leid, dass du dich diesen wahnsinnigen Kerl stellen musstest, der mein Schüler war. Ich versuchte die Schatten wieder zum Leben zu rufen, doch ich bin zu Alt und zu Schwach. Ich hegte keine Sekunde lang Zweifel, dass du meinem Schüler unterlegen sein könntest. Du bist ein reiner Schatten, die Kräfte, die in die sind, können nur schwer antrainiert werden."
Er hob das Buch und reicht es Malachai.
"Dein Erbe, mein Sohn. Führe das Fort, was ich versuchte. Lass die Schatten auferstehen und erneut zu ihrem alten Glanze führen. Das Buch, die Quell alles Wissens aus vielen Generationen, wird dir sagen, wie du es anstellen musst. Es offenbart dir alles, was ich nicht im Stande bin, dir noch zu sagen."
Malachai schaute aufs Buch, dann erschrocken auf ihn.
"Zeit? Du bist hier. Du kannst es mir sagen. Lehre mich der Schatten."
Eine Träne ringt aus Maricks Auge, dann hebt er seinen Arm und zieht den Ärmel höher.
Malachai schnappte nach Luft. Er vermutete soetwas, doch er wollte es nicht glauben.
Am Arm waren zwei kleine Einstiche zu sehen, Marick nickte nur bestätigend.
"Ich vertraute, dass du kommst und wusste, dass du verstehen wirst. Ich erfüllte den letzten Wunsch deiner Mutter und beschützte dich, solange ich konnte. Immer waren meine Augen nur auf dich gerichtet bis zum heutigen Tage. Ich bin alt, mein Sohn, ich habe ein Leben für meine Sünden gebüsst. Nun wirst du mein Erbe fortsetzen, für mich, ist es Zeit diese Welt zu verlassen und darauf zu hoffen, mich wieder mit deiner Mutter vereinen zu können."
Malachai starrte nur entsetzt.
"Vater...warum....nicht....geh nicht....jetzt, wo ich alles weiss, wo ich dir verzeihe...geh nicht."
Auch Malachai entrinnt eine Träne, sein Vater kommt einen Schritt näher, nimmt ihn in den Arm.
Es war das erste mal, dass Malachai Geborgenheit von einem Vater bekam. Einem Vater, den er sich immer als Kind wünschte. Doch es würde auch das letzte sein.
"Sei ein guter Vater, mein Sohn. Mach nicht die Fehler, die ich machte und gebe niemals deine Familie auf." ,flüsterte Marick seinen Sohn ins Ohr. "Ich bin sehr stolz auf dich, Malachai. Du bist das geworden, was deine Mutter immer prophezeite. Lass die Schatten zum Glanze erheben, vereine das, was einmal war. Suche diese Nayeena, bewahre die letzten Schattentänzer vor einem Schicksal wie das unsere und kümmere dich gut um meinen Enkel und meiner zukünftigen Schwiegertochter."
Seine Stimme klingt wässrig. Aus dem einen Tropfen ist ein weinen geworden.
"Ich bin stolz auf dich. Auf dich und deine Familie. Ihr werdet dem Namen Schwarzmourne gerecht. Sag Inara, deiner Frau, dass es mir Leid tut, dass ich nicht zu eurer Familie gehören kann, wie du es dir vielleicht jetzt wünscht, doch meine Zeit ist nun beendet."
Er drückte Malachai das Buch an sein Herz, schaute ihn in die Augen, ein kleines lächeln und streichte ihm kurz über die Wange, ehe er einen Schritt zurück ging.
"Mach es gut, Malachai. Wenn deine Zeit gekommen ist, dann vertraue darauf, dass wir uns wiedersehen."
Er hob die Hand, winkte und da erkannte Malachai, dass er einen Dolch in der Hand hielt.
"NEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNN"
Doch zu spät. Marick rammte sich den Dolch ins Herz und fiel zu Boden. So war der Gang der Schatten. Gift sollte nur die Absicherung sein, die er sich in seine Arme sprühte, der Dolch sollte alles beenden.
Malachai kniete sich zu ihm nieder, Tränen rannten seinen Wangen hinab.
Er fand am heutigen Tage seinen Vater und verlor ihn zugleich.
Er drückte das Buch näher an sich ran, schloss mit seiner flachen Hand die Augen des toten, alten Mannes und erhob sich.
Er sah ein kleines Lächeln, einen Ausdruck der Freiheit im Gesicht seines Vaters und trotz des Schmerzes, den Malachai nun empfand, wusste er, dass der Tot der sehnlichste Wunsch des alten Mannes gewesen ist.
Er nahm eine Fackel, trat zum toten Körper näher heran und entzündete die Robe des Mannes.
Dann ging er die Treppen hinauf, der Keller fing schon mehr feuer und warf die Fackel in das Schlafzimmer.
Nach und nach began das Haus zu brennen, doch Malachai ging hinauf in sein altes Zimmer. Ein letzter Blick, ging er zum Bettchen und nahm das Kuscheltier hinaus, dass dort seit Jahren gelegen hatte.
Mittlerweile stand das halbe Haus in Flammen, als Malachai hinaus ging, zu seinem Pferde, sich noch einmal umdrehte und dem Spiel aus Feuer und Rauch zusah, welcher das Anwesen der Schwarzmourne gänzlichst verbrannte.
Zu Ende war jenes Kapitel der alten Schatten. In Rauch geht es auf. Malachai wusste, dass es so enden müsste, dass alles, was an seinen Vater und seine Mutter erinnerte, mit ihrem Tode auch sterben müsste.
Es war so, wie es sein Vater sagte und abermals hallte seine Stimme durch den Kopf:
"Du bist der letzte der Blutslinie. Der letzte Schwarzmourne."
Sein Vater hatte soweit recht. Er ist der letzte, noch, denn er erwartete einen Sohn, der seinen Namen tragen wird.
Er setzte sich aufs Pferd. Das Stofftier packte er behutsam in eine der Taschen, das Buch hingegen hielt er in der Hand.
Es war Zeit nach Hause zu reiten. Zeit, um jenen Ort auf ewig zu verlassen und sein eigenes Heim aufzusuchen, seine Geliebte in den Arm zu nehmen, dankbar zu sein, dass er sie hat und ihren Bauch zu streicheln, aus welchen in einigen Monaten ein Kind der Liebe entspringt.
Während er in der Nacht durch die Dunkelheit reitet, wird jenes Flammeninferno hinter ihm kleiner und kleiner.
Er wollte ein Monster töten und fand einen Vater wieder. Trotz der vielen Trauer, war er froh, dass es so kommen musste und er würde versuchen, den letzten Wunsch des alten Mannes, den er nun mit Stolz als Vater bezeichnete, zu erfüllen.

Verfasst: Montag 12. März 2007, 02:13
von Lilia Ater
Dieser verdammte Schwefelgeruch...

Vyra öffnete ihre Augen. Sie war ungewöhnlich müde obwohl sie so lange geschlafen hatte. Erneut stank sie nach Schwefel. Sie musste unbedingt herausfinden was zum Henker mit ihr los war. Eigentlich hätte sie schon lange zum Heiler gehen sollen. Aber sie fühlte sich nicht krank. Im gegenteil, in den letzten Tagen war sie so stark und wendig geworden wie noch nie.

Sie aß zwar etwas mehr, aber dafür war sie meist viel zu müde für die Schlafmengen die sie verbrauchte.

Und immer dieser verdammte Schwefelgeruch in der früh. Dabei hatte sie sich gestern abend extra in Blumendüften gehüllt. Sie hatte zum Einschlafen Schmetterlinge gezählt, damit sie beruhigt schlafen könnte. Sie tat alles, damit es ihr persönlich wirklich gut ging.

Aber am nächsten Tag wachte sie auf, als hätte sie kaum geschlafen. Schwefelgeruch, schmerzen im Gesicht, manchmal rot angelaufene Augen...

Müde setzte sie sich zum Tisch. Da lag ein Zettel. Mit ihrer Handschrift.

Drei Worte.
Ahsai ist tot.

Ohne zu verstehen, was es war, woher es kam und wie es sein konnte, nahm sie den Zettel in die Hand und blickte unglaubwürdig darauf.
Wann hatte sie das geschrieben?

Sie würde heute noch einen Heiler brauchen... oder vielleicht... wäre es besser... wenn sie das lieber doch keinem erzählt?