Seite 1 von 1

Krankheit

Verfasst: Mittwoch 7. Februar 2007, 23:45
von Alin
Die linke Hüfte wird fest von der linken und recht zierlichen Hand des jungen Mädchens gepresst. Wobei die rechte Hand an ihrem Kopf verweilt, welcher ab und an von links nach rechts schlug. Keine Nacht mehr verging ruhig, diese Schmerzen, sie haben sich bereits im ganzen Bein ausgebreitet, nicht mehr nur die Hüfte wird von den schmerzlichen Stichen und diesen grausamen Pochen durchzogen. Welches sich jedes Mal im Kopf immer lauter und von Schlag zu Schlag fester anfühlte. Sie drehte sich wie Wirr auf dem Bett hin und her. Die rechte Hand krallte sich ins Kopfkissen und die schwere Atmung hatte starke Schwankungen in der Schnelligkeit. Manchmal setzte sie sogar einige Sekunden vollkommen aus. Jedoch sie schlief, alles was sie tat, wurde im Schlaf getan. Trotz dieser Schmerzen, an die sie glaubt sich gewöhnt zu haben, gelingt es ihr zu Schlafen. Einen Heiler aufsuchen? Nein, das kam nicht in Frage. Sie weiß doch eigentlich so viel über die Alchemie, also wird sie doch wohl in der Lage sein jene Schusswunde heilen zu können? Ihr Stolz ließ es nicht zu, sich irgendeinen Heiler zu suchen. Irgendjemanden um Hilfe zu bitten. Nein so war sie nicht, lieber schlief sie mit größten Schmerzen ein, wachte mit ebenso großen Schmerzen auf und durchlebte den Alltag. Als irgendwo ihre Hilflosigkeit zu offenbaren.
Senkrecht saß sie nun in ihrem Bett, welches von dem Schweiss, welcher durch die Schmerzen nur umso mehr in der Nacht entstand, vollkommen durchnässt war. Ihr trüber Blick starrte auf ihre dürren Beine, das Rechte sah noch recht in Ordnung aus, nur die Farbe des Linken ließ zu Wünschen übrig…
Ihre dürren Finger streifen sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht welche sich in der Nacht aus dem Zopf gelöst haben und ein schweres Seufzen ertönt. Ihre Beine werden langsam vom Bett geschoben und sofort wird der Stab gegriffen, welcher ihr auch am heutigen Tage das Laufen vereinfachen soll.

Ihre Hände halten schlaff die fast schon zerfallene Angelrute, welche ab und an aufzuckt, wahrscheinlich ein Fisch der am Köder nagt. Das jedoch registriert das dürre Mädchen schon lange nicht mehr. Ihr steht die Blässe ins Gesicht geschrieben. Ihre Augen sind nur noch zur Hälfte geöffnet und ihre Beine hängen schlaff an der alten Holzbank herab. Der Stab hat sich beinahe vollkommen im Schnee vergraben, es dauerte nicht mehr lange und auch die letzten Stücke des Holzes werden von den Schneeflocken bedeckt. Alles lässt darauf schließen, dass sie schon eine ganze Weile in dieser Position verharrt. Was war nur mit ihr los? Diese Gleichgültigkeit sah man selten in ihren Augen, genauso wie diese krankhafte Blässe in ihrem Gesicht. Das junge Mädchen war krank und nicht nur ihre Hüfte war der Grund.