Geschichte eines Templers
Verfasst: Dienstag 30. Januar 2007, 09:17
Vorgeschichte
Azador ward geboren in Rahal, der Stadt des Herren. Er ist der Sohn eines Gardisten namens Deorn. Seine Mutter war eine einfache Schneiderin namens Iliana. Weiterhin hatte er noch einen fünf Jahre älteren Bruder, dessen Name Darian lautete. Ihr Vater erwartete, dass sie beide in die Garde der heiligen Stadt eintraten, um jene mit ihrem Leben zu schützen. Darian ging in dieser Rolle auch völlig auf und zog so den gesamten Stolz des Vaters auf sich. Azador war noch zu jung um der Garde beizutreten und durchaus streckenweise sehr eifersüchtig auf seinen Bruder. Mit dessen Eintritt in die Garde Rahals drehten sich alle Gespräche in der Famile beinah nur noch um das Dienstgeschehen oder das Fortschreiten der Ausbildung. Jeden Abend malte sich Azador aus, wie er ebenfalls die Uniformen der Garde tragen würde, damit sein Vater auch auf ihn stolz wäre. Wenn er dann aber aus seinen Träumen erwachte und an sich hinabsah, dann musste er ein jedes Mal voller Frust feststellen, das sein Körper wohl nicht dazu geeignet sein würde eine Plattenrüstung und einen schweren Schild in die Schlacht zu tragen und Unmengen von Feinden unter sich zu begraben. Sein Vater würde niemals stolz auf ihn sein. Welchen Weg auch immer er einschlagen würde, den Stolz seines Vaters vermochte er nur als Kämpfer zu erringen. Die einzige Art zu kämpfen, die ihm lag, war der Kampf mit einem Rapier. Es war nicht so schwer wie andere Waffen und erforderte mehr Geschick als Kraft.
Ihm war nie ganz klar warum, aber der Eine hatte ihn mit keiner sehr großen körperlichen Kraft gesegnet, dafür besaß er aber einen aufgeweckten Geiste und ungeschickt war er auch keineswegs. Eben jener aufgeweckte Geist wurde eher weniger von der Kampfkunst beeindruckt, denn der Predigten der Templer in der heiligen Kirche Alatars. Während seine Eltern und sein Bruder die Kirchenbesuche eher als lästige Pflicht empfanden, genoss er jedes Wort, dass er aus dem Munde des Templers vernahm, welcher den Gottesdienst hielt. Viel zu schnell verfloss die Zeit, wenn er so in der Kirche saß und den Worten lauschte. Mit großer Begeisterung lenkte er immer seine Schritte dort hin und wenn der Strom der Worte erloschen war, so legte sich ein Schleier der Betrübnis über Azadors Mine, denn er könnte stundenlang so zuhören.
Einige Zeit vermochte er es sich bis zur nächsten Predigt hinwegzutrösten, doch irgendwann genügte ihm das nicht mehr. Er studierte alte Schriften und die Lehren des Herren. Wann immer er einen der Templer auf der Straße traf, versuchte er jenen in ein interessantes Gespräch zu verwickeln, obgleich ihm jenes nicht immer gelungen sein mochte.
Die Zahl von 18 Sommern verweilte Azador nun schon auf der Welt. Immer wieder drängte ihn sein Vater doch endlich in die Garde einzutreten, und hielt ihm vor wie ehrenvoll sein Bruder doch sei, und wie sehr er jenen schätzen und zu ihm aufschauen sollte. Doch Azador wollte davon nichts wissen. Er hing stets an den Lippen der Templer oder steckte seine Nase in alte Bücher und Schriften. Selten erreichte der Kuss der Sonne die Haut jenen jungen Mannes, denn meist steckte er in der Kirche oder in einem Archiv, in dem er Interessantes zu finden hoffte.
Schon oft spielte er mit dem Gedanken den Weg eines Templers zu machen, doch nie fasste er den Mut seine Schritte zum Tempel zu lenken um dort auf einen Templer zu warten, dem er sein Anliegen vortragen konnte. Er hatte Angst vor dem Zorn seines Vaters. Er würde es nicht verstehen. Unzweifelhaft glaubte sein Vater an den Herren, doch die Intensität des Glaubens war eine andere, als die seine. Azador hatte nichts anderes als seinen Glauben. Mit jedem Lob das sein Bruder erhielt, und das ihm selbst verwehrt blieb festigte sich sein Glaube. Damit einhergehend entschwand ihm immer mehr der Bezug zu seiner Familie. Aber wer braucht schon eine Familie, wenn er die Gunst des Einen hat ?
Das Leben des Azador zählte nun schon 20 Sommer und sein Vater begegnete ihm nunmehr immer nur im Zorne. Doch das kümmerte ihn nichtmehr. Er schloss lediglich die Augen und schenkte den Standpauken kein Gehör mehr. Vielmehr versank er in einem stillen Gebet, die Worte seines Vaters als nicht mehr wahrnehmend, als das Brummen eines lästigen Insekts. In Gedanken flehte er den Einen an, ihm doch endlich den richtigen Weg zu weisen und seine Schritte dorthin zu lenken, wo es dem Einen genehm sei.
Und seine Gebete sollten auch alsbald erhört werden. Bei dem Angriff der vereinten Kräfte von Varunesen und Tiefländern, als sie bis zum Tempel durchdrangen, warfen sich sein Bruder und sein Vater ehrenvoll in die Schlacht, doch das einzige, was sie dabei fanden war der Tod. Auch seine Mutter nahm sich in ihrer Trauer das Leben. Doch Azadors Trauer war eine andere. Seine Familie bedeutete ihm ohnehin nichtmehr viel, da sie ihn kaum beachteten und immer nur an ihm herumkritisierten. Viel tiefer traf es sein Herz, dass diese heuchelnden Sklaven der Temora bis zum Allerheiligsten vordringen konnten. Es bestätigte ihn in seiner Entscheidung kein Gardist zu werden. Was sollte das für einen Sinn haben, wenn es jenen nichteinmal gelang den Feind vom heiligen Tempel fernzuhalten ?
Der entscheidende Moment, mal abgesehen von dem Ableben seines Vaters, der ihn stets in seinem Glauben bremste, geschah in jenem Kampf mit den Streitern der Temora. Azador rannte zum Tempel. Er wollte helfen. Er wusste nicht wie, aber er konnte nicht tatenlos zusehen, wie diese Bastarde das Heiligtum entweihen. Das Rapier in der Hand kam er auf den Vorplatz, und einige feindliche Soldaten waren bereits bis hierher vorgedrungen. Einer von ihnen schien ihn bemerkt zu haben, und stürmte mit erhobenem Schwerte auf ihn zu. Abwehrbereit und doch recht ungeschickt hob er sein Rapier in die Höhe. Kaum, dass er einen klaren Gedanken fassen konnte kamen bereits die Worte „Für den Einen!“ aus seinem Munde, doch schon im nächsten Moment schmetterte das Schwert des Feindes ihm seine Waffe aus der Hand, mit solch einer Wucht, dass Azador zu Boden stürzte. Der Mann schien bei genauerem Hinsehen gar kein Varunese zu sein, sondern einer der Tiefländer. Er trug eine Wolfsmütze und man konnte ihnen wahrlich einen Hünen nennen. Seine Waffe nicht nur ein einfaches Schwert, sondern eine jener schweren Nordmannsklingen, was auch die Wucht des Hiebes erklärte. „Das ist dein Ende Pantherling!“, grollte der Tiefländer mit erhobener Waffe. Doch erstaunlicherweise lies das Azador recht kalt und ehe er sich versah ergriff sein Mund abermals die Oberhand: "Der Eine wird mich zu sich nehmen, so es sein Wille ist!" Er war selbst überrascht von seinen eigenen Worten und seiner Gelassenheit, doch es schien ihm wirklich nicht viel auszumachen. Sein Glaube war fest und wenn der Herr es so wollte, dann sollte es eben so kommen. Wie in Zeitlupe verfolgte er am Boden liegend, wie der Tiefländer sein gewaltiges Schwert in die Höhe hob. Doch dann geschah etwas Seltsames. Plötzlich ließ der Tiefländer sein Schwert fallen und fasste sich an den Kopf. Schnell sackte er zu Boden und wand sich vor Schmerzen wimmernd am Boden. Am Rande seines Gesichtsfeldes vermochte Azador die flatternde Robe eines Hohetemplers zu erkennen, neben ihm stand ein Lethyr. Beide sahen sie in seine Richtung und er vermutete, dass einer von ihnen die Ursache war, für den Schmerz des Tiefländers. Der Herr musste sie gesandt haben um ihn zu retten. Er war sich sicher. Der Eine wollte ihn, und er würde dem Ruf folgen.
Von jenem Augenblick an wollte er jede Minute seines Lebens dem Einen widmen. Sein Leib und seine Seele sollten vollkommen im Dienst des Herren stehen und ausnahmslos jeden Befehl ausführen, und nach besten Kräften dem Willen des Einen gehorchen.
Und so half er zunächst so gut es ihm möglich war bei den Reparaturen der Stadt, und als der Tempel wieder hergerichtet war machte er sich auf, um den Weg einzuschlagen, der ihm bestimmt war.
Azador ward geboren in Rahal, der Stadt des Herren. Er ist der Sohn eines Gardisten namens Deorn. Seine Mutter war eine einfache Schneiderin namens Iliana. Weiterhin hatte er noch einen fünf Jahre älteren Bruder, dessen Name Darian lautete. Ihr Vater erwartete, dass sie beide in die Garde der heiligen Stadt eintraten, um jene mit ihrem Leben zu schützen. Darian ging in dieser Rolle auch völlig auf und zog so den gesamten Stolz des Vaters auf sich. Azador war noch zu jung um der Garde beizutreten und durchaus streckenweise sehr eifersüchtig auf seinen Bruder. Mit dessen Eintritt in die Garde Rahals drehten sich alle Gespräche in der Famile beinah nur noch um das Dienstgeschehen oder das Fortschreiten der Ausbildung. Jeden Abend malte sich Azador aus, wie er ebenfalls die Uniformen der Garde tragen würde, damit sein Vater auch auf ihn stolz wäre. Wenn er dann aber aus seinen Träumen erwachte und an sich hinabsah, dann musste er ein jedes Mal voller Frust feststellen, das sein Körper wohl nicht dazu geeignet sein würde eine Plattenrüstung und einen schweren Schild in die Schlacht zu tragen und Unmengen von Feinden unter sich zu begraben. Sein Vater würde niemals stolz auf ihn sein. Welchen Weg auch immer er einschlagen würde, den Stolz seines Vaters vermochte er nur als Kämpfer zu erringen. Die einzige Art zu kämpfen, die ihm lag, war der Kampf mit einem Rapier. Es war nicht so schwer wie andere Waffen und erforderte mehr Geschick als Kraft.
Ihm war nie ganz klar warum, aber der Eine hatte ihn mit keiner sehr großen körperlichen Kraft gesegnet, dafür besaß er aber einen aufgeweckten Geiste und ungeschickt war er auch keineswegs. Eben jener aufgeweckte Geist wurde eher weniger von der Kampfkunst beeindruckt, denn der Predigten der Templer in der heiligen Kirche Alatars. Während seine Eltern und sein Bruder die Kirchenbesuche eher als lästige Pflicht empfanden, genoss er jedes Wort, dass er aus dem Munde des Templers vernahm, welcher den Gottesdienst hielt. Viel zu schnell verfloss die Zeit, wenn er so in der Kirche saß und den Worten lauschte. Mit großer Begeisterung lenkte er immer seine Schritte dort hin und wenn der Strom der Worte erloschen war, so legte sich ein Schleier der Betrübnis über Azadors Mine, denn er könnte stundenlang so zuhören.
Einige Zeit vermochte er es sich bis zur nächsten Predigt hinwegzutrösten, doch irgendwann genügte ihm das nicht mehr. Er studierte alte Schriften und die Lehren des Herren. Wann immer er einen der Templer auf der Straße traf, versuchte er jenen in ein interessantes Gespräch zu verwickeln, obgleich ihm jenes nicht immer gelungen sein mochte.
Die Zahl von 18 Sommern verweilte Azador nun schon auf der Welt. Immer wieder drängte ihn sein Vater doch endlich in die Garde einzutreten, und hielt ihm vor wie ehrenvoll sein Bruder doch sei, und wie sehr er jenen schätzen und zu ihm aufschauen sollte. Doch Azador wollte davon nichts wissen. Er hing stets an den Lippen der Templer oder steckte seine Nase in alte Bücher und Schriften. Selten erreichte der Kuss der Sonne die Haut jenen jungen Mannes, denn meist steckte er in der Kirche oder in einem Archiv, in dem er Interessantes zu finden hoffte.
Schon oft spielte er mit dem Gedanken den Weg eines Templers zu machen, doch nie fasste er den Mut seine Schritte zum Tempel zu lenken um dort auf einen Templer zu warten, dem er sein Anliegen vortragen konnte. Er hatte Angst vor dem Zorn seines Vaters. Er würde es nicht verstehen. Unzweifelhaft glaubte sein Vater an den Herren, doch die Intensität des Glaubens war eine andere, als die seine. Azador hatte nichts anderes als seinen Glauben. Mit jedem Lob das sein Bruder erhielt, und das ihm selbst verwehrt blieb festigte sich sein Glaube. Damit einhergehend entschwand ihm immer mehr der Bezug zu seiner Familie. Aber wer braucht schon eine Familie, wenn er die Gunst des Einen hat ?
Das Leben des Azador zählte nun schon 20 Sommer und sein Vater begegnete ihm nunmehr immer nur im Zorne. Doch das kümmerte ihn nichtmehr. Er schloss lediglich die Augen und schenkte den Standpauken kein Gehör mehr. Vielmehr versank er in einem stillen Gebet, die Worte seines Vaters als nicht mehr wahrnehmend, als das Brummen eines lästigen Insekts. In Gedanken flehte er den Einen an, ihm doch endlich den richtigen Weg zu weisen und seine Schritte dorthin zu lenken, wo es dem Einen genehm sei.
Und seine Gebete sollten auch alsbald erhört werden. Bei dem Angriff der vereinten Kräfte von Varunesen und Tiefländern, als sie bis zum Tempel durchdrangen, warfen sich sein Bruder und sein Vater ehrenvoll in die Schlacht, doch das einzige, was sie dabei fanden war der Tod. Auch seine Mutter nahm sich in ihrer Trauer das Leben. Doch Azadors Trauer war eine andere. Seine Familie bedeutete ihm ohnehin nichtmehr viel, da sie ihn kaum beachteten und immer nur an ihm herumkritisierten. Viel tiefer traf es sein Herz, dass diese heuchelnden Sklaven der Temora bis zum Allerheiligsten vordringen konnten. Es bestätigte ihn in seiner Entscheidung kein Gardist zu werden. Was sollte das für einen Sinn haben, wenn es jenen nichteinmal gelang den Feind vom heiligen Tempel fernzuhalten ?
Der entscheidende Moment, mal abgesehen von dem Ableben seines Vaters, der ihn stets in seinem Glauben bremste, geschah in jenem Kampf mit den Streitern der Temora. Azador rannte zum Tempel. Er wollte helfen. Er wusste nicht wie, aber er konnte nicht tatenlos zusehen, wie diese Bastarde das Heiligtum entweihen. Das Rapier in der Hand kam er auf den Vorplatz, und einige feindliche Soldaten waren bereits bis hierher vorgedrungen. Einer von ihnen schien ihn bemerkt zu haben, und stürmte mit erhobenem Schwerte auf ihn zu. Abwehrbereit und doch recht ungeschickt hob er sein Rapier in die Höhe. Kaum, dass er einen klaren Gedanken fassen konnte kamen bereits die Worte „Für den Einen!“ aus seinem Munde, doch schon im nächsten Moment schmetterte das Schwert des Feindes ihm seine Waffe aus der Hand, mit solch einer Wucht, dass Azador zu Boden stürzte. Der Mann schien bei genauerem Hinsehen gar kein Varunese zu sein, sondern einer der Tiefländer. Er trug eine Wolfsmütze und man konnte ihnen wahrlich einen Hünen nennen. Seine Waffe nicht nur ein einfaches Schwert, sondern eine jener schweren Nordmannsklingen, was auch die Wucht des Hiebes erklärte. „Das ist dein Ende Pantherling!“, grollte der Tiefländer mit erhobener Waffe. Doch erstaunlicherweise lies das Azador recht kalt und ehe er sich versah ergriff sein Mund abermals die Oberhand: "Der Eine wird mich zu sich nehmen, so es sein Wille ist!" Er war selbst überrascht von seinen eigenen Worten und seiner Gelassenheit, doch es schien ihm wirklich nicht viel auszumachen. Sein Glaube war fest und wenn der Herr es so wollte, dann sollte es eben so kommen. Wie in Zeitlupe verfolgte er am Boden liegend, wie der Tiefländer sein gewaltiges Schwert in die Höhe hob. Doch dann geschah etwas Seltsames. Plötzlich ließ der Tiefländer sein Schwert fallen und fasste sich an den Kopf. Schnell sackte er zu Boden und wand sich vor Schmerzen wimmernd am Boden. Am Rande seines Gesichtsfeldes vermochte Azador die flatternde Robe eines Hohetemplers zu erkennen, neben ihm stand ein Lethyr. Beide sahen sie in seine Richtung und er vermutete, dass einer von ihnen die Ursache war, für den Schmerz des Tiefländers. Der Herr musste sie gesandt haben um ihn zu retten. Er war sich sicher. Der Eine wollte ihn, und er würde dem Ruf folgen.
Von jenem Augenblick an wollte er jede Minute seines Lebens dem Einen widmen. Sein Leib und seine Seele sollten vollkommen im Dienst des Herren stehen und ausnahmslos jeden Befehl ausführen, und nach besten Kräften dem Willen des Einen gehorchen.
Und so half er zunächst so gut es ihm möglich war bei den Reparaturen der Stadt, und als der Tempel wieder hergerichtet war machte er sich auf, um den Weg einzuschlagen, der ihm bestimmt war.