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Das Ende einer Ära

Verfasst: Dienstag 23. Januar 2007, 19:46
von Shyija´Xinrae
Es war ein Tag wie jeder andere gewesen und sie hatte nicht gedacht, das er so enden würde.

Nun lag sie geschwächt im Kerker Menek'urs, ihr war heiß, aber das war ihr egal. Ihr Bein schmerzte, es blutete und sie war schwach. Sie hatte eine Menge an Blut verloren und ihr Kopf schmerzte. Der Schlag auf ihren Hinterkopf war das letzte, woran sie sich erinnerte. Danach war sie hier - auf Menek'Ur. In den Armen ihrer größten Feinde. Als erstes war einer der Menekaner bei ihr, danach folgte ein zweiter, ein dritter. Hilflos lag sie da. Innerlich wurde sie zerfressen vor Angst. Sie wollte ihr Kind nie gefährden. Und dabei wollte sie nur nach Bajard, um dort etwas abzugeben. Und nun saß, nein, lag sie hier, auf dem Boden. Sie hatten ihr alles abgenommen, Rüstung, Ringe, Waffen. Sie war hilflos und das wusste sie innerlich. Aber ihr kamen keine Zweifel. Alatar würde ihr helfen das alles zu überstehen, und wenn es nicht so war, war ihr Weg an diesem Tag eben beendet.

Fest waren die Griffe um ihre Hände und ihre Füße. Sie konnte sich kaum bewegen, sie hatte auch gar nicht die Kraft dazu. Immer wieder spürte sie die Schläge mit den Händen in ihrem Gesicht und der Schmerz ließ sie innerlich taub werden. Allein in diesen Minuten hatte sie das gelernt, was Mory immer von ihr verlangt hatte: Ihren Zorn zu schüren.
Sie war felsenfest davon überzeugt, dass sie dieses Land wieder verlassen würde. Sie wusste nur nicht, wie sie aus dieser Zelle herauskommen sollte.
Fragen über Fragen rasselten auf die Lethra ein und doch wurde sie für jegliche ihrer Lügen erneut bestraft. Letztendlich konnte sie nicht mehr. Sie hatte Angst, sie war geschwächt, sie war alleine und sie hatte bemerkt, dass sie, wenn sie nicht spuren würde, nie wieder aus dieser Zelle herauskam. Es ging ihr nicht um sie selbst. Sie war wertloser als jegliche andere Lethar, aber es ging um ihr Kind, das sie in sich trug. Innerlich zitterte sie vor Zorn, vor Wut und auch vor Angst. Und doch schien sie sich nach außen kaum etwas anmerken zu lassen.

[img]http://home.arcor.de/beatingheatsbaby/Anfitrite_by_OrangeClockwork.jpg[/img]

Nicht einmal das heiße Gerbermesser in ihrer Haut hatte ihr etwas ausgemacht. Sie dachte an ihre Rune, daran, das Mory'tael ihr diese eingebrannt hatte. Sie kannte diesen Schmerz, er war ihr nicht neu. Erst als in diese Wunden das weiße Gold - Salz - gestreut wurde, schrie sie lauter denn je. Sie räkelte und windete sich um die eigene Achse, der Schmerz war unerträglich. Es brannte sie von innen aus, als wäre es Gift, das ihren Körper zersetzte. Gift? Nein, Gift wäre harmlos gewesen. Sie dachte an das, was ihr blühen würde. Und würde sie nur irgendwie hier herauskommen, würde sie Rache nehmen. Die Schmerzen setzten der jungen Lethra mehr zu, als sie dachte. Sie wurde immer schwächer und schwächer, doch schaffte sie es erneut dem Menekaner ins Gesicht zu spucken. Erst als sie den Kopf des Letharen sah, den der Menekaner aus einem Tuch wickelte, wurde es Shyija innerlich schlecht.

"Willst du ehrenvoll sterben?" Dies sollten die letzten Worte sein, die sie selbst verstanden hatte. Sterben? Auf Menek'Ur?

Und das letzte, was man an diesem Abend im Kerker Menek'Urs sah, war die bläuliche, geschundene und in sich zusammengesunkene Leiche der jungen Shyija'Xinrae. Jegliches Leben war aus ihrem Körper gegangen bei der Enthauptung durch den Menekaner. Zwei Herzen, die für Alatar geschlagen hatten starben in den lauwarmen Zellen Menek'Urs. In ihrem eigenen Blut ertränkt.

Verfasst: Dienstag 23. Januar 2007, 23:04
von Mory'tael
Leise zischelte und fauchte es aus den dunklen Gängen des Letharenbaues. Der alternde Hochlethyr schien ein wenig zorniger als sonst. Sein Gespür lies ihn nicht im Stich und er vernahm das Ableben seiner ungeborenen Nachkommen durch einen stechenden Schmerz in seiner Brust. Es zerrte an ihm als würde man ihm mit einer glühenden Klinge die Haut vom Leibe ziehen. Man nahm ihm seine Brut, die zukünftigen Herren der dunkeln Legionen, die zukünftigen Vergifter der Seelen. Jemand musste schuldig sein und Mory würde einen Schuldigen finden, dem er seinen Schmerz, seinen Zorn und seine Schmach vor dem Götterkönig spüren lassen würde.

Wie konnte er seine Lethra nur nach ihrem ersten Wurf erneut schwängern und lies sie nicht in einem seiner Pläne frühzeitig sterben. Sie wusste das sie das Nest nicht verlassen dürfte solang sie Morys Brut in sich trug und doch tat sie es. Sie wusste um die Gefahr und doch begab sie sich schutzlos in die Fremde. Wär sie nicht schon durch Fremde ihrem Leben entrissen, so würde er dies nach dem Wurf seiner Brut nachholen.

Doch nun würde seine Jagd den Mördern seiner Brut gelten. Keinen Stein wird er auf dem anderen lassen und keinen der Ungläubigen entkommen lassen. Er würde den Mord an seiner Brut mit einem schmerzhaften Ende seiner Widersacher beantworten und keinem dieser niederen Wesen Gnade zeigen. Sicher würden die Wachen Rahals wissen in welche Richtung diese ungehorsame Lethra sich aufmachte und dort würde man anfangen sich auf die Suche nach den Mördern der Brut machen.

Re: Das Ende einer Ära

Verfasst: Dienstag 23. Januar 2007, 23:13
von Serendo Radil
(Falscher Char eingelogt sry. FUAD Ifrey)


Er kannte diese Lethra nicht. Noch nie hatte er, bis zu diesem Tage, einen Lethar erblickt.
Doch waren es die Schattengestalten des Bösen selbst. Viele Geschichten hörte er in seiner Jugend an den Legerfeuern in der Wüste.
Er verspürte nur Abscheu als er sie erblickte.
Die Worte, dass Alatar ihr bestehen würde, regten den Hass auf sie nur noch mehr an.
Doch sie töten? Er wollte nicht daran denken. Noch nie hatte er in seinem Leben einen Menschen, gar einen Letharen getötet.
Doch als er in Kemails Augen bickte, war ihm klar, wie der Ausgang dieses Nachmittags in der Zelle sein sollte.
Fuad war einer der Wachen welche sie fest an den Armen hielt.
ER versuchte sich stets vor Augen zu halten. Das es keine andere Lösung gibt. Das dieser Weg, dieser Lethra das leben zu nehmen, das einzige Richtige ist. "Auf dass ein Schattenwesen weniger auf dieser Welt weilt. Und wir Eluv einen großen dienst erweisen" Diese Worte hielt er stets vor sich.
Dann war es soweit. Die Klinge Kemails lag an ihrem Hals an.
Ein Ruck und der Kopf löste sich von ihrem Körper.
Fuad sank ebenso wie der Körper zusammen. Seine hände Lösten sich von dem Arm der Lethra.
Doch eher er mit zu boden sank fing er sich an der Wand und taumelte nach hinten.
Den Blick auf den Boden gerichtet und schwer nach Luft hechelnt. Er wollte nicht erbrechen. Doch brauchte er eine Weile um sich wieder zu fassen.
Es war eine dämonische, von Alatar gezeugte Gestalt, welche den Tod verdiente. Doch lebte sie ... Mit einem Ruck ... ihr leben dahin...
Dem Jungen Akemi ist an diesem Tage klar geworden, was es heißt ... Soldat zu sein... für seinen Glauben und seine Überzeugung einzustehen.

Möge mutter ihr vergeben und sie in ihren Schoße aufnehmen

Nach einer Weile fing er sich wieder und bickte zu Kemail, welcher ausdrucklos und ruhig die Leiche betrachtete.
Er reinigte seinen Säbel und wies die Wachen an die Leiche zu verbrennen und die Zelle bis morgengrauen gereinigt zu haben.

Fuad dagegen erhielt einen weiteren Lethrarenkopf, welchen er den Erhabenen, des Volkes der Menekaner, überreichen soll.

Jener Kopf in einem Leinentuch gewickelt und in den Sack zu dem anderen Gesteckt, verlies wortlos die Zelle.
Jener Sack sollte nun ruhen bis der Emir ihn entfangen mag

Verfasst: Mittwoch 24. Januar 2007, 00:10
von Kyr´laex
Als er Mory'tael, nach all den Jahren den Unterschlupf erstmals wieder betretend, nicht auffinden konnte hinterlies er ihm eine schriftliche Nachricht.
Mein Bruder, ich bin heute vom Verlusst unserer Schwester unterrichtet worden. Eines meiner menschlichen Werkzeuge hat die Schandtad zu verhindern gesucht, wurde jedoch auch von den Wüstensöhnen niedergeschlagen. Sie unterrichtet mich anschließend und schilderte, dass die Wüstensöhne sie vor Bajard niederschlugen, wohin sie die bewusstlose Schwester offensichtlich bringen wollten, um das Schiff gen Menek'Ur zu betreten.

Ich erwarte dich sehnlichst zu einem Gespräch, um unsere menschlichen Werkzeuge angemessene Schritte einleiten zu lassen.


Dein Bruder Kyr'laex.

Verfasst: Mittwoch 24. Januar 2007, 08:14
von Kemail Ifrey
Er war eigentlich nur auf der Suche nach seinem Bruder. Nichts ahnend begab er sich zur Bajarder Kutsche, aber auf dem Weg dorthin erblickte er die Lethra.

Unendlicher Hass staute sich in ihm.
Wer Kemail in diesem Augenblick gesehen hätte, wüsste genau das er nicht mehr er selbst ist.
Entschlossenheit, Wut, Zorn, Hass.
Er sah sie als Beute. Jemand zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort war. Nach einigem hin und her, wo sie nicht freiwillig mitkommen wollen, lag sie mit dem Gesicht im Schnee.
Grade als er die Lethra fesseln wollte, wollte ihn jemand mit einem Rasiermesser angreifen. Dank der Hilfe eines ihm unbekannten, gelang es ihm diesen Angriff auszuweichen. Ruckartig zuckte der Säbel.
Nein, die Beute gehörte ihm und er würde sie mitnehmen.
Jeder der versuchte ihn davon abzuhalten, hätte es mit seiner Klinge zutun gekriegt, wie die Frau. Dank der Hilfe des verhüllten gelang es ihm, sie nach Menek'ur zubringen.

Er wollte wissen wem er den Kopf der Lethra vorbeischicken soll.

"Koch?!" *dachte er sich*
"Hat sie wirklich Koch gesagt?! Nein ihr grinsen! Sie lügt mich doch an. Ich werde ihr noch das grinsen austreiben." *murmelte er in sich hinein*

Und eine Folterung fing an. Seine eigenen Worte wiederten ihn eigentlich an. Aber sien einziger Gedanke war... Der Tod der Lethra. Er wusste von Anfang an, was er tun würde. Und selten hat man ihn soeiskalt gesehen.

Nachdem er den Kopf vom Leib der Lethra trennte, war er wie in Trance.

Nein, er musste vor seinen Wachen sotun als ob es das normalste der Welt war.

So orderte er die Wachen an und verschwand wieder.
Mory'tael sollte den Kopf erhalten, nachdem der Emir diesen erblickt hat.

Verfasst: Mittwoch 24. Januar 2007, 20:58
von Nuala
Und derweil wollte sie doch nur in ruhe Nachhause gehen... Wie hatte das passieren können? Weshalb hatte sie nicht versucht einzugreifen?
Gut, die Schwerter der beiden, die sie zu verteidigen suchten waren nutzlos an dem Menekaner abgeprallt, da er wohl eine Rüstung unter seinem Gewand trug. Ein Eingreifen wäre wohl Sinnlos gewesen, doch sie hätte es dennoch versuchen müssen! Verdammt!
*wütend haut sie mit der Faust gegen die Wand*
Waren diese verfluchten Menekaner wirklich, so besessen, dass sie alles und jeden, der eine blaue Hautfarbe hat ohne Grund und zögern töten würden? Sie hielt es immer noch für unwahrscheinlich, dass man von seinem Glauben so besessen sein konnte und doch hatten die Taten und Worte des Menekaners und der zwei Rahaler genau diesen Eindruck hinterlassen.
Verflucht, hätte sie gewusst, dass dieser Streit nur wegen des Aussehens einer Person losgebrochen war, wäre sie wohl nicht so ruhig geblieben...
Und dennoch, die Menekaner würden sie niemals töten, würden sie damit doch, welche Umstände auch immer diesen Streit heraufbeschwohren hatten auch ein Ungebohrenes töten, und das dieses noch Unschuldig war, müsste selbst den Menekanern einleuchten...

Doch sie sollte sich wohl ein weiteres mal Irren...

Verfasst: Donnerstag 25. Januar 2007, 00:28
von Beldan Scherenbrueck
Gegen Kopfzerbrechen gab es ein famoses Mittel und das hieß Branntwein. Hergestellt aus vergorenem Getreide, Kartoffeln oder Obst, verfeinert um Wacholder, Walnuss und andere Zutaten, war es ein ausgezeichnetes Allheilmittel gegen alle seelischen Gebrechen. Dem Bürgermeister Bajards mochte man gelegentlich unterstellen, dass er den Spezialitäten des einheimischen Hofes ein wenig zu stark zusprach, aber wer längere Zeit in der Hafensiedlung zugebracht hatte, der konnte zweifelsohne nachvollziehen, dass man hier ohne eine gewisse Genügsamkeit und einen guten Schluck Branntwein lieber gleich das Weite suchen sollte. Der Freihafen war gelegentlich ein ziemliches Tollhaus. Wo der eine die ersten euphorischen Schritte in Richtung Abenteurerleben und Kriegertum machte, da stimmte sich der nächste bereits klammheimlich auf den Anfang vom Ende ein. Und dazwischen ein Haufen Menschen, die vom Leben nichts verstanden, obwohl sie behaupteten viel gesehen zu haben. Menschen, denen der Tod kein müdes Lächeln abringen konnte. Vielleicht weil sie ihn noch nie im Herzen getragen hatten. In der Jugend waren Tod und Gefahr noch bedeutungslos, man wähnte sie weit weit von sich fort. Erst wenn man die toten Körper dann aus der Gosse zog offenbarte sich der Trugschluss, aber dann war es schon zu spät. Ob die Letharen in dieser Hinsicht ähnlich einfältig waren wie die Menschen ?

Er erinnerte sich noch gut an ein Mädchen aus Rahal, eine Angehörige der Bruderschaft, die Bajard früher oft besucht hatte. Während sich an einem Tag noch Krieger der Bruderschaft heftige Kämpfe in dem Hafendorf geliefert hatten, war sie am nächsten Tag ganz ungeschützt erschienen, einen höchstens Wochen oder Monate alten Säugling auf dem Arm. Welche seltsame Unschuld und Unbedarftheit an einem Menschen, der einem Gott huldigte, dessen Prinzipien auch Stärke, List und Unbarmherzigkeit sein sollten. Er hatte sich damals schon gefragt, wie lange es wohl dauern würde, bis dem Kind etwas geschähe. Glücklicherweise war nichts geschehen, dafür hatte der Leichtsinn jetzt ein anderes Opfer gefordert. Ausgerechnet eine Letharin - wie sollte er dem Lethar nur erklären wie leichtsinnig und schlicht dämlich es war als Angehörige eines von vielen Rassen verachteten und gehassten Volkes ohne ausreichenden Schutz, und dazu auch noch schwanger, an einen Ort zu reisen, wo die Bürgerwehr nichtmal aus 10 Leuten bestand und täglich ein so buntes Gemisch an Reisenden ein und aus ging, dass man sich vollkommen sicher sein konnte auch einen seiner Feinde darunter zu finden. Es war fast unglaublich, dass ausgerechnet das Volk der Letharen sich über all die Zeit hinweg eine so unglaubliche Naivität hätte bewahren sollen. Und nun sollte er einem zornigen Letharen, der vermutlich nie einen Schritt nach Bajard gesetzt hatte und mit den herrschenden Verhältnissen, die aufgrund der dünn besetzten Bürgerwehr manchmal eher an einen Krieg aller gegen alle erinnerten, überhaupt nicht vertraut war, erklären, dass so viel Leichtsinn irgendwann einfach schief gehen musste ? Na dann Prost Mahlzeit. Etwas zu Schmunzeln blieb an der Sache wenigstens: Er hatte bisher nicht gewusst, dass auch Letharen empfindlich für Gefühle und Schicksalsschläge sein konnten.

Blieb noch zu klären was die Menekaner diesmal angestellt hatten.