Dringende Note an die Garde
Verfasst: Montag 23. Mai 2005, 20:40
Krachend flog die Tür zur Schreibstube des Gerichts auf und der Ehrenfried Tuchmacher, seines Zeichens Schreiber, sah sich eines vor Zorn bebenden Richters gegenüber.
Schreiber! Greif er sich Papier und Feder und schreib er auf. Jetzt! herrschte der mächtige Mann den Diener an, der auch sogleich seine Utensilien packte und aufmerksam jedes Wort notierte, das den Mund des Richters verließ. Heraus kam dabei dieses Schreiben:
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Der Königlich-Gräfliche Gerichtshof zu Varuna
- Der Richter -
entsendet am 23. Eluviar des Jahres 248 diese offizielle Note
an
den Kommandanten der Garde und seine Unteroffiziere
Ehrenwerte Damen und Herren,
ich begab mich wie es alter Väter Sitte ist einige Tage nach einem verkündeten Todesurteil an die Stätte der Hinrichtung um der gleichen alten Sitte folgend eine Rose niederzulegen, zum Zeichen, daß durch den Tod des Verbrechers Friede ist zwischen ihm und dem Recht. Doch was muß ich sehen? Von Vögeln und Kriechgetier geschändet liegt der Leichnam des Verurteilten unbestattet auf dem Friedhof herum. Nach Vollzug der Exekution war es mein deutlicher Befehl an die anwesenden Gardisten, den Totengräber und einen Priester herbeizurufen. Diesem Befehl ist nicht Folge geleistet worden.
Erstens: Ich ordne Aufklärung an. Warum ist diesem Befehl nicht nachgekommen worden?
Zweitens: Ich ordne Satisfaktion an. Die Garde wird der Familie des Toten eine angemessene Entschädigung zahlen. Sofern keine Familie besteht, soll die Entschädigung als milde Gabe dem Kloster der Temora zugeführt werden. Wie diese angemessene Entschädigung ausfällt mag der Hauptmann der Garde befinden.
Drittens: Ich erkenne auf Rechtsbruch und ordne administrative Bestrafung der Schuldigen durch den Hauptmann wegen der folgenden Rechtsbrüche an:
Drittens Eins - Durch die Befehlsmißachtung ist die Seele des Toten entehrt worden, die all ihre Schuld vor dem Recht nach Verbüßen der Todesstrafe los war.
Drittens Zwei - Durch die Befehlsmißachtung ist das Ansehen der Königin und des Grafen, deren Autorität Gericht und Richter vertreten, befleckt worden.
Drittens Drei - Durch die Befehlsmißachtung ist das Ansehen des Gerichts und des Richters befleckt worden.
Drittens Vier - Eine Befehlsverweigerung gegen einen Adligen der Krone ist strafbar. Die Person des Richters ist von Adel.
Drittens Fünf - Eine Befehlsverweigerung gegen einen königlichen und gräflichen Amtsträger ist strafbar. Die Person des Richters bekleidet ein solches Amt.
Drittens Sechs - Die Ruhe und der Frieden des Friedhofs sind nicht nur den Gläubigen Temoras heilig, sondern auch vom Recht geschützt. Das Vergammelnlassen von Leichen stört diese Ruhe und diesen Frieden erheblich.
Viertens: Ich erkenne auf Dringlichkeit und befehle daher umgehende Befolgung aller Anordnungen dieses gerichtlichen Sendschreibens.
Mit gebotenem Gruß,
Calor Freiherr von Gryffenhorst zu Riddmannsfluren und Wetterbruch
Richter der Krone
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Schreiber! Greif er sich Papier und Feder und schreib er auf. Jetzt! herrschte der mächtige Mann den Diener an, der auch sogleich seine Utensilien packte und aufmerksam jedes Wort notierte, das den Mund des Richters verließ. Heraus kam dabei dieses Schreiben:
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Der Königlich-Gräfliche Gerichtshof zu Varuna
- Der Richter -
entsendet am 23. Eluviar des Jahres 248 diese offizielle Note
an
den Kommandanten der Garde und seine Unteroffiziere
Ehrenwerte Damen und Herren,
ich begab mich wie es alter Väter Sitte ist einige Tage nach einem verkündeten Todesurteil an die Stätte der Hinrichtung um der gleichen alten Sitte folgend eine Rose niederzulegen, zum Zeichen, daß durch den Tod des Verbrechers Friede ist zwischen ihm und dem Recht. Doch was muß ich sehen? Von Vögeln und Kriechgetier geschändet liegt der Leichnam des Verurteilten unbestattet auf dem Friedhof herum. Nach Vollzug der Exekution war es mein deutlicher Befehl an die anwesenden Gardisten, den Totengräber und einen Priester herbeizurufen. Diesem Befehl ist nicht Folge geleistet worden.
Erstens: Ich ordne Aufklärung an. Warum ist diesem Befehl nicht nachgekommen worden?
Zweitens: Ich ordne Satisfaktion an. Die Garde wird der Familie des Toten eine angemessene Entschädigung zahlen. Sofern keine Familie besteht, soll die Entschädigung als milde Gabe dem Kloster der Temora zugeführt werden. Wie diese angemessene Entschädigung ausfällt mag der Hauptmann der Garde befinden.
Drittens: Ich erkenne auf Rechtsbruch und ordne administrative Bestrafung der Schuldigen durch den Hauptmann wegen der folgenden Rechtsbrüche an:
Drittens Eins - Durch die Befehlsmißachtung ist die Seele des Toten entehrt worden, die all ihre Schuld vor dem Recht nach Verbüßen der Todesstrafe los war.
Drittens Zwei - Durch die Befehlsmißachtung ist das Ansehen der Königin und des Grafen, deren Autorität Gericht und Richter vertreten, befleckt worden.
Drittens Drei - Durch die Befehlsmißachtung ist das Ansehen des Gerichts und des Richters befleckt worden.
Drittens Vier - Eine Befehlsverweigerung gegen einen Adligen der Krone ist strafbar. Die Person des Richters ist von Adel.
Drittens Fünf - Eine Befehlsverweigerung gegen einen königlichen und gräflichen Amtsträger ist strafbar. Die Person des Richters bekleidet ein solches Amt.
Drittens Sechs - Die Ruhe und der Frieden des Friedhofs sind nicht nur den Gläubigen Temoras heilig, sondern auch vom Recht geschützt. Das Vergammelnlassen von Leichen stört diese Ruhe und diesen Frieden erheblich.
Viertens: Ich erkenne auf Dringlichkeit und befehle daher umgehende Befolgung aller Anordnungen dieses gerichtlichen Sendschreibens.
Mit gebotenem Gruß,
Calor Freiherr von Gryffenhorst zu Riddmannsfluren und Wetterbruch
Richter der Krone
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