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Ein geschenkter Falke
Verfasst: Samstag 13. Januar 2007, 01:03
von Cenania
Ein Hochgefühl stellte sich ein, gerade eben befördert zur Gardistin des Reiches. Wer sie früher gekannt hatte, mag vielleicht die Veränderungen bemerkt haben, die an und in ihr vor sich gegangen sind. Das aufbrausende Verhalten, das früher sehr gut ihre Persönlichkeit wiederspiegelte, wich immer mehr einer ruhigen und beherrschten Art; vielleicht, nein, ganz bestimmt die Folgen des Dienstes in der Garde zu Varuna – der Dienst an seiner königlichen Hoheit, der Dienst an Temora, der Dienst am Volke der Grafschaft Hohenfels – all das ließ sie reifer werden...
Eigentlich wollte sie nur zum Schloss um sich dort mit der jungen Stallmagd Rai’a zu treffen, ihr das Pferd abzukaufen, welches sie am Markt in Varuna angepriesen hatte, doch verlief alles ganz anderes als geplant. Gerade als die junge Stallmagd zum Tor kam um sie zu begrüßen, kam Sir de Arganta hinterher, und die „Tragödie“ nahm ihren Lauf...
Das Schloss ein Ort, der normalerweise etwas anderes war, ein erhabener Ort, ein Zentrum der Macht, aber was sie heute dort erleben sollte, unterschied sich doch vollkommen. Ein Streit zwischen der jungen Rai’a und dem Sire. Warum? Es musste wohl etwas persönliches gewesen sein, wutentbrannt verließ der Sire das Schloss und mehr oder weniger im vorbeigehen setzte er der verdutzenden Gardistin den Jagdfalken auf die Faust, einzig die dicken Lederhandschuhe ihrer Uniform bewarten sie vor den Klauen des Falken, der, obwohl er gut abgerichtet war, unruhig wurde und immer wieder die Flügeln spreizte, als möchte er so gegen die Behandlung demonstrieren.
Ein Streit, ein Streit wie vielleicht so viele, wie es sie immer gab, doch musste etwas mehr dahinter gesteckt sein, denn sonst wäre die Stallmagd wohl kaum in Ohnmacht gefallen und der Ritter nicht so wütend herumgerannt...
Als sich als wieder beruhigt hatte, die Ohnmächtige versorgt war, stand sie allein, verwirrt und mit einem Jagdfalken auf der Hand vor dem Schlosstor. „Was soll ich bloß mit dem Falken anfangen?!“ ging es ihr mehrmals durch den Kopf.
Ein solch wahrscheinlich nur im Zorn übergebenes „Geschenk“, wie sollte sie damit umgehen?
Mit langsamen Schritten machte sie sich auf zurück ins Kastell, zum Glück war der Stallknecht dort mit der Falknerei vertraut und übergab den Jagdfalken seiner Obhut. Nachdem sie ihn ihm übergeben hatte musste sie laut seufzen: Ein Falke und noch dazu einer der von einem Mann kam, der sonst vielmehr für seine Tugenden bekannt war, als für rohe Gemütsregungen...
„Was soll ich bloß damit anfangen?!“ war die letzte Frage, mehr an sich selbst, als an den Stallknecht, gerichtet, bevor sie nach den turbulenten Ereignissen im Schloss erst einmal etwas Ruhe in den Mannschaftsquartieren der Garde suchte, auch der Knecht wusste darauf keine Antwort und versprach ihr nur auf diesen Falken besonders Acht zu geben.
Ein verlorener Falke, ein verlorener Mensch
Verfasst: Samstag 13. Januar 2007, 08:00
von Rai´a Lalaith
Ein verlorener Falke, ein verlorener Mensch
"Raia, habt Ihr nicht etwas vergessen?"
*sieh sah ihn nicht an* "Nein, was habe ich vergessen?"
"Euren Falken!"
"Sir, ich dar.. ich kann dieses wertvolle Geschenk nicht annehmen. Vergebt mir, aber ich kann einfach nicht. Ich... ich muss zum Tor.. dort wartet jemand auf mich"
In ihrem Rücken wurde die Stimme lauter. "Du kannst nicht? So dankst Du mir? Ist der Adel für Dich nun doch nur arrogant und ..."
Rai'a ging zum Tor und wollte es soeben öffnen, den Worten des Sir hier und jetzt nichts erwidern könnend, als er rief: "Wachen! Schliesst das Tor!"
Rai'a drehte ihren Kopf nur halb zu ihm um, da er nun genau hinter ihr stand.
Das Tor mit der Gardistin auf der anderen Seite, vor sich, den Sir hinter sich.
"Sir, bitte zügelt Euch." Sie flüsterte nur, wohl wissend, wie anmaßend und verletzend ihre Worte waren.
Aber er wurde immer wütender.
Sie wurde noch leiser.
"Sir, bat ich Euch nie um etwas, so bitte ich Euch jetzt, dieses Gespräch zu verlegen. Bitte... Sir"
Aber die Wut schien so fest in ihm verankert, dass ihre Worte nicht mehr zu ihm durchdrangen.
"Was ist nur los mit Euch, Rai'a. Was ist passiert?"
"Sir, bitte, dort wartet die Gardistin darauf, dass ich ihr das Pferd verkaufe."
"Natürlich. Eure Arbeit geht vor.", schnaubte er nur, riss das Tor auf und schritt auf die Gardistin zu. "Bitte sehr, hier, schenke ich Euch!"
Und mit einem Male saß der Falke auf dem Arm der Gardistin, die sichtlich irritiert wirkte.
Rai'as Laib raste vor Schmerz. Dies war nun gänzlich zuviel für diese zierliche Seele. "Dass Ihr so stur und eoistisch seid, Sir..." schnaubte sie ihm hinterher. "Ja... bin ich!" grollte er zurück. Und verschwand, Rai'a hustete ob des Wortgefechtes und der Aufregung so stark, dass sie am nächsten Baum niedersank und nach Luft rang.
Irgendwann, gerade als sie ihren Atem wieder beruhigt hatte, stand der Sir neben ihr, samt Gardistin, samt Falken.
"Gardistin, wir bringen sie ins Haus! Und Ihr kommt mit! Du brauchst Dich nun garnicht wehren." Bevor Rai'a auch nur fähig war irgendein Wort heraus zu bekommen, packte er sie auf seine Arme, sie funkelte ihn wütend an, und er brachte sie einfach in ihr Gemach, schoss dann sogleich wieder hinaus.
Als endlich alle weg waren, kein Wort mehr zu vernehmen war, lag Rai'a gekrümmt vor Schmerz auf ihrem Bett. Ihre Brust brannte. Der Hustenanfall war fürchterlich gewesen... Doch vielmehr noch...
Alles in ihr schmerzte, um das Wissen, dass sie soeben den gütigsten Menschen, der ihrem Leben begegnet war, verloren hatte.
Aber das war ihr Schmerz.. und damit wäre wohl, wenn auch auf schmerzhafteste Art und Weise, vollbracht, was zu vollbringen war.
So war die gewünschte Distanz zwischen die beiden gekommen, die laut des Schlosses da zu sein hatte...
Leise hustend und vollends erschöpft, schlief sie ein...
Verfasst: Samstag 13. Januar 2007, 17:12
von Darna von Hohenfels
Ein Duell unter Freunden
Manchmal glaubte sie schon, Ärger riechen zu können. Ins Schloß zu kommen und nach kürzester Zeit stellten sich die Nackenhaare auf, weil irgendwie Trubel, ungeordnetes Herumgewusel oder gar Ärger in der Luft lag. Und seit sie zurück war, formte sich all das wie ein spöttischer Reigen um zwei Namen: Fräulein Rai'a und Sir Rafael.
Rai'a in ihrem Gemach, und Darna hätte just diesen Moment ihren Monatssold darauf verwettet, daß es erneut unfreiwillig war. Wieder andere Menschen, mitnichten Heiler, die dafür notwendig waren, damit sie eine einfache Erkältung auskurieren konnte. Der Vergleich seiner Hoheit, an wen solches Verhalten erinnerte, hatte wie ein wohlplazierter Kinnhaken gesessen - nein, daß erinnerte überhaupt nicht an die werte Frau Ritterin selber... kein Stück, wer käme denn auf sowas...
Hatte die Lady dem jungen Fräulein darum nicht umso bemühter den Rat nahezubringen versucht, nicht nur nach eigenem Wunsch zu handeln, sondern auch Rücksicht darauf zu nehmen, was die Umgebung davon hielt?
Und was diesen Rat betraf, war es bei weitem nicht nur um das Auskurieren einer Krankheit gegangen...
Kadettin - nein, Gardistin Cenania war bemüht worden, ein wachendes Auge auf Fräulein Rai'as Zustand zu werfen, und Sir Rafael saß aus irgendeinem Grund zornig im Kaminzimmer. Das Fräulein Gardistin irritiert darüber, was hier überhaupt los war. Na hervorragend.
"Hast du nicht schon gestern Abend geahnt, daß das nach hinten losgehen würde? Soviel dazu, das Ganze dezent aus der Welt zu schaffen. Dreck, und ich hab ihr noch gesagt, sie solle ihn nicht deswegen gleich unhöflich vor den Kopf stoßen. Oder hat sie überhaupt nicht verstanden, worum es ging - nein... ich brauchte bei so einigen Dingen ja nur laut auszusprechen, was sie schon dachte, oder ich sollte mich enorm wundern, wie falsch ich neuerdings Menschen einschätzen kann.
Nutzt nichts jetzt. Ich muß doch mit Rafael reden."
Rafael war wütend. Einen Falken hatte er ihr wohl schenken wollen, und sie hatte ihn abgelehnt. "Einen Falken? Auch nett... Das Symboltier der Ritter in der Minne, ich schätze, das ist dir nicht mal bewusst, oder? Wer meinen könnte, daß du ihr den Hof machst, hätte also munter beobachtet, wie du der jungen Dame symbolisch dich selbst schenkst... braucht sie dir nur noch eine Taube zu schenken, dann ist die Turtelei perfekt. Bei der Gütigen, wenn davon Felicitas Wind bekommt..."
Im Büro seiner Hoheit brodelte es - bis es knallte.
"Womit kann ich dir behilflich sein?", eröffnete Rafael im Bemühen, seine Wut nicht Thema des Gespräches werden zu lassen - eine vergebliche Mühe. "Ich habe leider noch keine Spur von dem alten Mann gefunden. Er wird sich bei der Kälte wohl nicht raustrauen."
Darna musterte ihn mit ihrer bekannt nüchternen Mimik, wenn delikate Themen auf den Tisch kamen:
"Ich wüsste lieber, was zwischen dir und Fräulein Rai'a los ist."
In Respekt vor Rafael maßregelte sie möglichst genau ihren Ton, daß es hoffentlich nicht zu auffordernd klang. Wer wäre sie im Grunde, ihm da irgendwie Vorgaben zu machen?
Er runzelt die Stirn. "Ich wüsste nicht was dich das angeht, Darna."
Ruhig und ohne Abwertung. Das alles passte ihr immer weniger. Sie musste wohl direkter werden.
"Ich war der Meinung, es gehe mich was an, weil sich mindestens seit meiner Rückkehr ein Trubel um diese junge Dame gezeigt hat, daß es ganz den Anschein machte, die Herren würden an ihr die Minne gern neu erfinden wollen." Sie verengte die Augen dabei leicht.
"Bitte? Nein, ich denke, Ihr übertreibt. Sie ist... w... ist ein Mensch, den man ob ihres Wesens akzeptiert. Daher war sie abends ab und an in dem Kaminzimmer dabei. Ich glaube, außer Cathal hat ihr nicht einmal irgendwer irgendwelche Komplimente gemacht."
"Nein, es hat sich jeder nur fast schon darin überschlagen, ihr gefällig zu sein und einander an Charmantheit zu überbieten", konterte sie trocken - keine Komplimente... aber wenn Thelor nicht mal mit dem Angebot zögerte, ihr zuliebe einen ihm seit längeren bekannten Ritter extra um einen Freundschaftsdienst zu bitten, dann war das natürlich normal.
"Thelor hatte ich einmal befohlen, sich um sie zu kümmern."
"Ach, daher diese Anwandlung - also wieder du als Grund."
"Elias mag sie nicht und umgekehrt. Cathal, wie gesagt - gut. Ich weiss nicht, was Ihr meint."
"Ich bin mir ziemlich sicher, daß du...", kurz warf sie einen absichernden Blick zur geschlossenen Tür des Büros, "daß du es nicht hören willst, Rafael, und ich kann mich sicher auch nicht als Experte auf diesem Gebiet sehen... Aber sehr vieles an genauer benannt deinem Benehmen erweckte den Anschein, als hätte nach Felicitas die nächste Dame dein Interesse geweckt. Einen Eindruck, den ich für mehr als bedenklich hielte."
"BITTE?!"
Eigentlich beruhigte es sie, daß er so aufbrauste. Ging es also nicht um Tatsachen, ging es nur um den äußeren Anschein. Ihre Mimik wirkte schon krampfhaft versteinert, und in diesem Bemühen auch leicht gerötet.
"Ich bin mit Felicitas verlobt, ich gedenke sie zu heiraten", meinte er bestimmt. "Ja, die Natürlichkeit und Fröhlichkeit von Rai'a ist mehr als erfrischend, dennoch habe ich auch einem alten Herrn, der am Erfrieren war, Sachen zum Anziehen geschenkt und weil er davon träumte, ein Schwert!"
Auch er blickte sie starr an.
"Bei einem alten Herrn ist jedoch glücklicherweise die Gefahr sehr gering, daß man von außen betrachtet etwas anderes dabei denken könnte, Rafael. Meinst du nicht, es war etwas zuviel des Guten? Einen alten Herrn forderst du auch nicht zum Tanz auf."
"Ja ich merke schon, euch ist es also doch allen lieber, wenn man verstaubt, kalt und mit aritokratisch erheobener Nase herumläuft." Jetzt holte er zu einem verletzenden Schlag aus und funkelte sie wütend an. "Wehe, man lässt einmal ein Stück Menschlickeit zu, Ritterin, nicht wahr? Bloß nicht einmal Spaß haben, Freundschaften zulassen - man könnte ja verkehrtes darin lesen?
Sie ist ja NUR eine Magd."
Die Röte schoß ihr nun nicht aus Verlegenheit ins Gesicht.
"Du weißt genau, daß das Blödsinn ist, was du da redest! Als könnte ich keinen Spaß haben, hätte keine Freunde - und als wäre ich unmenschlich, sobald ich mich um eine etwas korrektere Form bemühe! Himmelverflucht!"
"Sie ist vor allem ein junges, unverheiratetes Fräulein!", fauchte sie ihm stattdessen entgegen, "Da braucht es keine Aristokratie, um da ein paar Schritte weiter zu denken!"
"Ich habe ihr vor Tagen ganz klar gesagt, daß es nur eine Freundschaft ist, damit sie nichts Falsches denkt."
"Ach... und deswegen fragt sie mich auch zuletzt vorsichtig, was ich denn von 'wahren Gefühlen' hielte?! Und mein Großvater zog sich die Hosen mit der Kneifzange an!"
Als ginge es nur um ihn und eine Stallmagd... Die Ritterin beugte sich leicht vor und zischte:
"Leider kann nicht nur sie etwas Falsches denken, sondern eigentlich jeder, der euch zehn Minuten lang beobachtet."
Er beugte sich ihr entgegen: "Ich werde jeden fordern, der es wagen würde, so etwas vor mir aus zu sprechen! Ich bin wie ich bin! Ich war nie anders!"
"Und genau deswegen werden so einige sich nur hinter deinem Rücken das Maul zerreißen. Ist dir deine Galanterie gegenüber den falschen Personen so wichtig, daß dir das völlig egal ist?!" Langsam wurde sie wütend. Als sollte er es nicht besser wissen, was für Ärger Gerede verursachen konnte... und als wüsste sie es nicht besser.
"Du fühlst dich unwohl, wenn du nicht irgendwas Weibliches vor dir hast, an dem du deinen ganzen Charme auslassen kannst, oder? Und wehe, wenn dann Felicitas nicht in Reichweite ist."
"Du lächelst alles an, was bei drei nicht auf dem Baum ist und vergisst, wie gerne man bei sowas einen Ritter anschwärmt!"
Der Sire de Arganta erhob sich. "Ihr vergesst Euch, Lady von Elbenau!"
Ging sie zu weit? Sie hob die Schultern, als wolle sie aufstehen, blieb aber sitzen - an den Händen traten die Fingerknöchel weiß hervor. "Lass dich nicht mitreißen."
In seinen Augen funkelte es zornig. Plötzlich beschlich sie Angst, wer diesen Zorn abbekommen könnte.
"Sollte Euer voriger Zorn daher rühren, daß Ihr Euch abgewiesen fühltet, so gebt wenigstens mir daran die Schuld und nicht Fräulein Rai'a - sie konnte lediglich zu gut meinen Rat nachvollziehen..."
"Eurer Rat?", fuhr Rafael dazwischen und knallte beide Hände flach auf den Tisch, beugte sich zu ihr.
Sie fuhr fort: "...Euren Freundlichkeiten nicht allzu offenherzig entgegenzutreten - weil es sehr leicht dann Gründe..." - sie verstummte, als er lospolterte:
"Herrje, was habt Ihr für ein Problem?!"
"Ich mache mir Sorgen, Sir Rafael", antwortete sie, ihn unwirsch anfunkelnd, "Ich glaube nämlich nicht, daß das Schloß nach allem Trubel um Angelina den nächsten Skandal, der Euch und eine Frau betrifft, gebrauchen kann!"
Er trat näher - gleich würde er platzen.
"Was wagt Ihr da, zu behaupten!"
Das gern als steif umschriebene Fräulein Ritterin zog die Luft ein, kerzengerade sitzend - und den Atemzug anhaltend.
"Daß Ihr haargenau jenen Eindruck erweckt, für den Ihr andere zu fordern getrachtet, Sire... Fangt also meinetwegen bei mir ruhig an - Hauptsache, es bewegt Euch zum Nachdenken, wie es überhaupt soweit kommen kann."
"Zum Einen! Nur weil ich einmal eine Frau ... aufgegeben habe, heißt das noch lange nicht, daß ich jedem Rock hinterher renne! Ich bin wie ich bin! Zum Anderen, wäret Ihr nicht, wer Ihr seid, hättet Ihr längst meine Forderung.
Eure Anschuldigung von wegen, daß wenn Feli nicht da wäre... schlägt dem Faß den BODEN AUS! Was denkt ihr von mir!!!"
"Rafael..." Mahnend-drohenden Tons scheinbar stand sie nun auf und senkte die Stimme nur soweit, um sie in ein gedämpftes Grollen zu verwandeln:
"Was ich denke, spielt hier noch herzlich wenig eine Rolle, sobald zu meiner Einschätzung auch andere kommen, die außerhalb der Schloßmauern leben und noch viel leichter glauben mögen, daß jemand wie Ihr ohne Skrupel die nächste umturteln würde! Entwickel doch endlich mal Skrupel gegenüber dem, wie man dein Handeln auffassen könnte, Himmel nochmal!"
"Skrupel? Weswegen? Daß ich nett bin?! Und das da draußen hat nichts mit hier drinnen zu tun!", fauchte er.
"Oh doch, das hat es sehr wohl - denn was hier drinnen ist, wird auch nach draußen gelangen, da verlaß dich mal drauf!"
Anklagend deutete sie irgendwohin außerhalb der Mauern des Schloßes.
"Ah ja? Wodurch? Durch Ritterinnen, die annehmen, daß andere Ritter alles mitnehmen oder..."
Darne lief knallrot an.
"...nicht genügend Durchsicht hat, daß man auch mal nur Mensch sein kann und daß Nettigkeiten nichts mit Liebe und flirten zu tun hat?"
"Wenn ein paar deiner 'Nettigkeiten' kein Gebahren waren, das einem Gockel besser zu Gesicht stünde, dann ist mein 'Temora mit Euch' ein Heiratsantrag!"
Sie fuchtelte dabei mit dem Zeigefinger in der Luft herum. Für wie blind hielt er sie eigentlich?
"Es reicht! Nennt mir euren Sekundanten!
Zeit und Ort!"
Sie wurde kurz blass und schnaubte. Mit bebenden Wangenmuskeln starrte sie ihn mehrere Momente an, scheinbar keinen Ton hervorbringend.
"Du bist weit genug gegangen, um es hierzu kommen zu lassen. Du hast ihn zur Weißglut getrieben, und nur weil... Nein, das hätte so nicht weitergehen können. Es kann eine Chance sein. Du verlierst einfach, dann ist er offiziell von der Anschuldigung freigesprochen, er würde Rai'a umwerben. Dann ist ihre Ehre bewahrt, weil er nichts Schlimmes getan hat, er braucht sie nicht anzufauchen, weil ich schließlich schuld bin - und alles wäre in Butter.
Du duellierst dich mit Rafael? Rafael?! Deinem engsten Vertrauten unter den Rittern nach Aradan? Bist du des Wahnsinns, ihn so gegen dich aufzubringen?!"
"Ich werde dazu nichts weiter sagen, um es nicht noch schlimmer zu machen! Aber ich lasse mich nicht weiter beleidigen noch titulieren von euch", schimpfte Rafael weiter.
Sie sah ihn mit geöffneten Lippen durchdringend an.
"Du... willst das gerade nicht begreifen, oder? Meinetwegen", stieß sie schließlich hervor. "Ich weiß noch nicht, wer mir sekundieren wird."
Sie straffte ihre Haltung und meinte dann sehr förmlich:
"Aber Ihr werdet von ihm in Bälde hören, Sire."
Sie sah ihm nach, wie er wütend mit einem "Gut!" seine Jacke überwarf und hinausrauschte. Irgendwas betäubt in ihr.
Wenige Zeit später wanderte sie im Speisesaal auf und ab, ihren Mantel über dem Arm. In der Tür standen die Knappen Elias und Selissa und beobachteten das seltsame Gebahren. Und die Ritterin zermarterte sich den Kopf.
Sekundieren? Wer sollte ihr hierin sekundieren?
"Hudgarr? Der haut ihn zu Brei, wenn er mir ein Haar krümmt.
Adrenalon? Der verzeiht ihm das nie, wenn er mir ein Haar krümmt. Die nähmen das beide zu persönlich, nein. Inakzeptabel.
Zeron hingegen würde wohl überhaupt kein Verständnis dafür zuwege bringen können, was und warum das alles hier überhaupt soll.
Seine Hoheit steht außer Frage, der kann nicht Partei ergreifen, wenn seine eigenen Ritter sich prügeln. Oh mann, der wird mir eh noch den Kopf waschen...
Wer? Wer besitzt genügend Blick für solche formalen Gebote der Etikette, ohne Rafael voreingenommen gleich völlig zu verdammen? Eine Ehrenperson sei es bittschön auch noch..."
Sie räusperte sich und musterte die weibliche Begleitung an seiner Seite, als sie ihn bei den Weinschenks traf. "Na Wahnsinn. Nochmal traute Zweisamkeit, die du unliebsam störst?"
"Es tut mir sehr leid, wenn ich störe, Euer Wohlgeboren von Wolfenfels... aber wäre es möglich, Euch unter vier Augen zu sprechen?"
Nachdem alles Notwendige geklärt war, lag sie noch länger wach. Wenige Worte, die ihr immer wieder durch den Kopf geisterten:
"Du und dein verdammtes 'Bild'!"
Verfasst: Samstag 13. Januar 2007, 17:57
von Rafael de Arganta
Seine Knie schmerzten doch versuchte er es zu ignorieren. Was für ein Tag... Was für ein verdammt besch... Tag.
Er fühlte das er wichtiges verloren hatte... Wichtiges? Freunde die ihm was bedeutet hatten.
Erst Rai'a. Er mochte ihr Wesen, ihre Natürlichkeit. Sie brachte ihn zum Lachen, er fühlte sich wohl in ihrer Nähe,. aber keinesfalls war er
in irgendeiner Art ihr unschicklich näher gekommen.
Sie hatte ihm von ihrem Traum erzählt gehabt, von dem Falken, und als er ihr einen Besorgt hatte sich darüber gefreut.
Und heute Abend? Er traf sie bei den Pferden und sie wirkte ... kälter. Distanzierter als sonst.
Sie verneigte sich tiefer sah ihn nicht einmal an, und schien es eilig zu haben aus seiner Nähe zu kommen.
Er verstand es nicht.
Er verstand sie nicht? Aber vielleicht bildete er sich auch nur etwas ein.
"Hast du nicht etwas vergessen?" Hatte er gefragt, und wollte ihr den Falken geben, doch sie lehnte ab.
Begriff sie denn nicht das sie, in dem sie den Falken ablehnte auch ihn selber damit ablehnte.
Es gab nur wenige Menschen den er sein Inneres offenbarte, die er so nah an sich heranließ, ihnen damit sein vollstes Vertrauen schenkte.
Rai'a war einer dieser Menschen gewesen.
Diese Kälte jetzt ... ließ ihn zweifeln. Hatte er zuviel in ihr gesehen?
Entäuschung griff von ihm Besitz. Maßlose Entäuschung sich in einem Menschen so getäuscht zu haben. Was hatte er nur verkehrt gemacht?
Er war wütend an ihr vorbeigegangen, den Falken hatte er der Gardistin die vor dem Tor stand aud die Hand gesetzt und war gegenüber ins Rathaus gegangen.
Wahrlich vielleicht hatte Feli oder Darna doch Recht und man durfte sein Inneres nicht Preis geben, wollte man ernst genommen oder .. nicht
verletzt werden wollen.
Erst Elias Reaktion, jeztzt Rai'a... Warum nur war es so kompliziert. Warum mussten sie einen Zwingen nur Ritter zu sein.
Er wurde von der Gardistin in seinen Gedanken unterbrochen. Rai'a war anscheinend zusammen gebrochen.
Gemeinsam mit der Gardistin hatte er sie zurück ins Schloss gebracht, und sich dann grübelnd ins Kaminzimmer gesetzt.
Doch als wäre das noch nicht genug kam die Gardistin zurück, erklärte ihm das sich nun Lady Darna um Rai'a kümmern würde und das Rai'a
erklärt hätte sei könne in seiner Gegenwart nicht Gesund werden.
Das Schlug nun endgültig dem Fass den Boden aus. Was war hier nur los? Hatte er so falsch gelegen mit seinen bisheriegen Überlegungen seinen Verhalten?
Doch der Abend war noch nicht zu Ende und er wurde noch schlimmer.
Lady Darna hatte ihn zum Gespräch gebeten.
Was sie ihm eröffnete, die Beleidigungen die er schlucken musste waren an diesem Abend der Tropfen der alles zum überlaufen brachte.
Darna ... kaum einem Menschen würde er so vertrauen wie ihr. Die Ritterin die enge Vertraute im gemeinsamen Kampf gegen die Feinde des Reiches.
War denn die ganze Welt verkehrt geworden? Was ging hier nur vor?!
Sie hatte mir Rai'a geredet ...sie vor ihm gewarnt? Vor IHM? sie unterstellte ihm Dinge für die er jeden andren sofort gefordert hätte.
Er verstand es nicht. Er verstand die Menschen nicht mehr die er sonst so gemocht hatte.
Irgendwann schoss er zurück beleidigte ebenso, und irgendwann brachte sie das Fass zum überlaufen. Gockel ... hatte er ja noch ertragen.
Bei einigen Andeutungen war er nahe dran und doch am Ende sprach er das aus was er niemals hätte tun wollen.
"Nennt mir eure Sekundanten."
Himmel, war er denn jetzt vollkommen verrückt geworden.
Es war Darna ...
Darna mit der er sich bereits Kollegial betrunken hatte, für die er sein Leben riskieren würde.
Es war alles so unwirklich so verwirrend.
Wäre er doch heute Morgen einfach im Bett geblieben.
Jetzt musste er hindurch, er konnte solch Beleidigungen nicht auf sich sitzen lassen.
Verfasst: Sonntag 14. Januar 2007, 14:44
von Cenania
Eigentlich war sie nur in Schloss gegangen, genauso wie beim ersten Mal, um der Stallmagd das Pferd abzukaufen. Nachdem sie es eingehend betrachtet und untersucht hatte, kam der Falke des Sires zur Sprache. Die Stallmagd wollte ihn nun unbedingt wiederhaben, was ja eigentlich auch ihr gutes Recht war, schließlich war er das Geschenk von Rafael an die Stallmagd und nicht das ihre, doch irgendwas sträubte sich in ihr, den Falken auszuhändigen, hinter diesem Falken musste mehr stecken als ein bloßes Geschenk: die Ohnmacht, die Szenen im Schloss...
"Ihr sollt den Falken wieder haben wertes Fräulein, doch möchte ich davor zu erst mit dem Sire gesprochen haben... er soll entscheiden, ob er euch gehört oder er ihn zurückhaben will..."
Daraufhin eilte die Stallmagd zurück ins Schloss, doch kam statt dem Sire ihre königliche Hoheit, Eileen von H., heraus, die schnurstracks in Richtung der Stallungen ging, über etwas ziemlich aufgebracht... Weg wollte sie, weg... bis die Vernunft wieder hier einziehe... Mit irriteretem Blick und offenem Mund stand sie daneben, es war zuviel für eine kleine Gardistin...
Dem Pferd die Sporen gebend trieb Eileen das Pferd aus dem Schloss, Rafael schwang sich auf Azurian, den sie gerade eben erst gekauft hatte, und eilte ihr nach...
Zurückblieben eine Stallmagd und eine mehr als nur verwirrte junge Gardistin...
Verfasst: Montag 15. Januar 2007, 07:34
von Rafael de Arganta
Nahm dieser Rattenschwanz denn überhaupt kein Ende mehr?
Eileen war absolut nicht einverstanden gewesen mit dem Duell, als sie es erfuhr.
Natürlich nicht. Darna und er waren ihre Freunde... sowie Darna und er selber... eigentlich.
Viel Schlimmer jedoch war das sie absolut kein Verständnis dafür hatte das er versuchen wollte ein wenig Korrekter zu sein.
Steif! Meinte Eileen dazu, und fügte an. „Wir brauchen hier keine Zweite Darna.“
Verstand sie denn nicht? ...
Nein, er verstand es wohl nicht das Eileen den Freund wiederhaben wollte und nicht den NUR Ritter.
Aber war denn nicht alles schief gegangen weil er sich menschlicher gezeigt hatte?
Das Chaos nahm seinen Lauf und schließlich befahl Eileen eine Wache ihn ein zu sperren.
Er wäre nicht mehr er selber!
Fassungslos hatte Rafael sie wohl angesehen. Auch Feli die inzwischen dazu kam und ebenso ihren Mann nicht wieder er kannte, brachte kein Wort mehr hervor.
Der Gardist kam und wollte ihn zum Kastell bringen, und dann sträubte er sich.
Sicherheitsverwarung ... aber nicht im Kastell! Seine Autorität wäre ein für alle mal dahin.
Er begann auf den Gardisten ein zureden, den Befehle der „Gräfin“ nicht aus zu führen.
Wie dumm das war, FALSCH er dazu kein Recht hatte wurde ihm erst später klar.
Der Gardist achtete auch nicht auf seine Worte, und erst als Cathal dazu kam und Rafael forderte das man ihn nicht in das Kastell brachte, legte sie die Aufregung ein wenig.
Er wurde oben in dem alten Gästezimmer ... eingesperrt.
Feli blieb bei ihm und versuchte ihm klar zu machen was falsch gelaufen war, das sie alle nur ihren Freund wiederhaben wollten. Keiner wollten einen überkorrekten Rafael. Das passte einfach nicht zu ihm.
Zu sehr war er von seinen eigenen Zwigespaltenen Gefühlen gefangen.
Die arme Rai'a die mit ihrem zarten Wesen so zwischen die Fronten geraten war.
Und das Duell ... er schob schließlich all seine Gedanken beiseite, als Feli den Nachtopf zu sich zog und sich wieder übergab.
Sie musste sich in Stolzenfels den Magen verdorben haben. Rafael wollte das sie zu einem Heiler ging, aber sie weigerte sich.
Von einem Diener ließ sie den Topf wechseln, und essen und etwas zu trinken bringen.
Sie unterhielten sich noch einige Zeit, aber mit ihrer Übelkeit war ihr Streit beendet gewesen.
Lange redeten sie noch doch dauerte es einige Zeit bis er selber sich beruhigte, zugänglich für ihre Worte und ihre Zärtlichkeit wurde.
Am nächsten Morgen kam Eileen, in das Zimmer.
Erneut versuchten sie die Fronten zu klären und doch sagte Rafael wohl erneut etwas das sie verärgerte und ihn wieder einschließen ließ.
Er seufzte.
Er war ein Meister darin von einem Fettnäpfchen in das Nächste zu treten.
Doch im Moment waren es wohl eher ganze Seen.
Irgendwann am Nachmittag wurde der Schlüssel im Schloss gedreht, und Eileen ließ ihn hinaus.
Ohne Worte aber ihre Gesichts Ausdruck sagte mehr als jedes Wort es getan hätte.
Das sie ihre Sachen gepackt hatte bemerkte er erst später als ein Gardist ihn darauf aufmerksam machte, und flugs sprang er die Treppen hinab um sie auf zuhalten.
Sie saß schon auf ihrem Pferd und er griff in ihre Zügel.
Sie wollte sich nicht aufhalten lassen unter keinen Umständen, trat nach seiner Hand so das er sie loslassen musste und schon sprengte sie durch das Tor.
Die Gardistein die da stand und alles nur staunend mit ansah hatte ihr gesatteltes Pferd an der Hand, und Rafael forderte es sofort ein. Sprang hinauf und hetzte Eileen hinterher.
Sie durfte nicht alleine Reiten, es war zu gefährlich, außerdem würde es Adrian das Herz brechen wenn sie einfach weg war.
Eileen fauchte ihn an als er sie einholte, und noch während sie stritten, hörte er das surren eines Pfeiles der in Eileens Schulter einschlug.
Sofort brachte Rafael sich zwischen die Schussbahn und Eileen. Sich besorgt umsehend und verfluchend das er seinen Schild nicht mitgenommen hatte.
Es erfolgte kein Weiterer Schuss, man hörte jemanden fliehen und Als Rai'a um die Ecke geritten kam bat er sie sofort darum sich um Eileen zu kümmern und hetzte dem Flüchtling nach, den er auch zu stellen vermochte.
Elias der hinzukam, half ihm den Mann zu fesseln und ab zu führen.
Die Kerker Varunas würden sicherlich schon auf ihn warten.
Auch die Drohung das man Geiseln ermorden würde wenn er nicht zurück käme halfen ihm nichts.
Natürlich war es eine schwere Entscheidung aber man konnte einen Attentäter nicht einfach gehen lassen.
Die Füchse des Winters, wozu dieser Mann eindeutig zählte hatte eh schon einmal trotz versprechen die Geisel gehen zu lassen jene einfach umgebracht. Über das Schicksal dieses Mannes würde alleinig der Graf entscheiden.
Nachdem der Mann Hudgar, dem Hauptmann der Garde übergeben wurde, machte sich Rafael sofort auf zurück nach Berchgard um Eileen zu suchen.
Verfasst: Dienstag 16. Januar 2007, 12:28
von Dalana D´Ron
Rafael sollte also angeblich irgendeine Turtellei mit Rai`a haben?! Dalana konnte es immer noch nicht fassen, welch infame Unterstellung dort im Schloss stand fand. Rafael, das ist doch alles mehr als laecherlich und besonders jetzt wo er doch eigentlich verheiratet war. Dal kannte Raf nun wirklich schon lange und sehr gut, auch wenn die Baronin von Stolzenfels das anders sah. Er wuerde niemals irgendetwas unueberlegtes tun, schon gar nicht wenn er eine Frau hatte. Aber was wunderte es sie eigentlich? Ein Schloss lebt nun einmal von seinen Tuschelein und Geruechten. Niedergeschlagen schaute die aeltere Frau auf die Kerze vor sich, die unruhig in einem leichten Windzug hin und her flackerte. Wie gern wuerde sie Raf helfen, doch diesmal musste er die Sache wohl alleine ausbaden und dieses ausbaden sah ein Duell mit der Ritterin Darna vor. Wieder schuettelte sich der blonde Haupt Dalanas, auch so eine Sache die sie nicht in ihren Kopf rein bekam.
Noch nie hatte sie zwei Menschen gesehen die sich so gut ergaenzten wie die Ritterin und Rafael und nun wollten sie sich die Koepfe einschlagen, Sachen gibs die gibs eigentlich gar nicht. Rafael konnte seine Ehre retten, jedoch dachte auch nur irgendjemand der hohen Damen und Herren an Rai`a. Jene die nicht einfach so jemanden zum Duell auffordern konnte um ihre, eigene, Ehre zu schuetzen und zu retten. Sie war den Leuten, dem Gerede und dem Getuschel im Schloss gnadenlos aus geliefert, wer sollte sie davor bewahren?! Wuerde Rafael dies Versuchen so wuerde die Zuendschnur noch schneller zum Abbrennen gebracht werden. Rai war so ein zartes Wesen, alles ging ihr zu schnell nahe und es schien als wuerde sie die Schuld von alledem auf sich nehmen.
Wieder ein Kopfschuetteln. Wenn sie wuesste wie sie Rai`a helfen koennte. Es gab zwar die moeglichkeit das die junge Frau fuers erste mit auf die Allianzfeste kommt, jedoch ob das so gut fuer Rai`a selbst war wusste Dalana auch nicht. Auch konnte sie Rai nicht beschuetzen, zu weit weg war sie vorm Schloss und es widerstrebte ihr dort zu oft auf zu tauchen. Doch eines hatte sich Dalana geschworen, sollte das Schloss Rai noch mehr naeher treten, wuerde sie hoechstpersoenlich dort erscheinen und mit Pfeil und Bogen die junge Frau entfuehren. Kurz huschte ein Schmunzeln ueber ihre Lippen wenn sie sich das Bild vorstellte, sie wusste selbst das sie keine zwei Meter weit kommen wuerde, aber alleine der Gedanke war es wert gedacht zu werden. Nein, sie wuerde eine andere moeglichkeit finden Rai da raus zu holen. Jedoch im Moment konnte Dalana nichts anderes als ausharren und warten wie sich die ganze Situation weiter entwickelte und innerlich hoffte sie das sich fuer alle Beteiligten das Blatt zum guten wenden wuerde. .
Verfasst: Samstag 20. Januar 2007, 10:32
von Rafael de Arganta
Gefangen zwischen zwei Welten.
Feli schlief noch und er löste sich vorsichtig von ihr und stand auf. Langsam zog er sich die Hose an, nahm das Hemd das er sich nur rasch
überzog und trat auf den Balkon hinaus in die Kälte.
Nur kurz erschauerte er, dann trat er an das Geländer und blickte auf die Schneelandschaft hinaus.
Das Weiß überzog alles. Es schien schon wieder Geschneit zu haben.
Unruhig fuhr er sich mit den Händen über das Gesicht.
Er fühlte sich unwohl... gespalten hin und her gerissen zwischen...
Ja zwischen was eigentlich?
Feli und Rai'a? Nein ... Ja... es war kompliziert.
Er blickte zu Eileens Haus hinüber. Konnte sie ihm helfen? Raten?
Er liebte Feli doch... er begehrte sie...
Begehrte er Rai'a? es entfuhr ihm fast ein ganz klares NEIN!
Aber was war es dann das ihn immer wieder das Gespräch zu ihr suchen ließ.
Ihre Natürlichkeit.
Ihre scheinbare Verletzbarkeit.
Sie brachte ihn zum Lachen ... und sein Sohn... mochte sie.
Sein Sohn ....
Feli verstand nicht einmal das er ihn so nannte, als wäre er ein Bastard.
Feli... verstand ihn in einigen Dingen so und so nicht.
Wie viel ihm seine Aufgaben bedeuteten ... obwohl, vor einigen Wochen wusste sie es noch. Sie wusste das er seine Aufgaben seine Pflichten
brauchte, aber auf einmal... sollte er ein Maß finden. Er stöhnte auf. Das konnte er nicht. Er war noch nie anders gewesen und hatte damit
schon Angelina vertrieben.
Jezt war Feli die zweite Frau die nicht damit klar zu kommen schien, das er mit Leib und Seele Ritter war.
Verstand Rai'a ihn? Er hatte kurz angerissen was er für ein Problem hatte.
"Dann versteht sie Euer Sein nicht. Würde man es Euch nehmen, würdet Ihr bald alt und grau werden... Alles Leben wrde aus Euch weichen
Einem Mann wie Euch seinen Lebensinhalt zu entziehen... wofür sein Herz schlägt... Wäre, wie einem stolzen Wildpferd, die Freiheit zu nehmen..."
Hatte sie gesagt...
Wahre Worte.
Sie hatten an diesem Abend viel geredet, und am Ende sich die Hände gegeben um die Freundschaft zu besiegeln.
Sie war war so verständnisvoll... sie war Mensch. So wie Feli war wenn sie... wenn sie... eben Feli war.
Er begann die Baronin in ihr zu hassen.
Hätte Angelina nicht verfügt das Tari bei Adrian leben müsste und nicht zu ihm durfte, nichts hätte ihn davon abgehalten Tari zu sich zu holen...
und dann?
Tari fürchtete sich vor Feli.
Warum auch nicht. Ihm hatte sie stets die ... überkorrekte Baronin gezeigt, und sie selber schien nicht das geringste Interesse zu haben ihn wirklich kennen zu lernen.
Taris Charme hatte selbst den Baron von Silbertal geknackt und auch seinen Vater an dem sich etliche Leute die Zähne ausgebissen hatte, aber Feli ...
Nein, daran würde auch sein Sohn scheitern, selbst wenn er es wirklich in Angriff nehmen wollte.
Seine Feli...
Geliebte Harfnerin, verhasste Baronin.
Wie konnte man nur zwei Seelen in einer Brust haben.
Wer hatte sie so erzogen das sie nur auf Namen und Titel achtete? Das sie ganz den Menschen außer Acht ließ.
Vermochte sie nicht zu sehen das es der Mensch in einem war der über alles entschied?
Was ist wenn man in den Dreck fiel... wer würde einem die Hand reichen.
Ein Etepete Baron?
Oder ein Freundlicher Bauer.
Was aber wenn man dem Bauer vorher gezeigt hatte wer man ist? Nein... WAS man ist. Arrogant eben... hart, titelbezogen?
Der Bauer würde an einem vorbeigehen und am Ende war man alleine.
Rafael hatte einmal den Fehler gemacht zu glauben es wäre besser Adelig korrekt zu sein, und es hatte ihm fast den Bruch zweier Freundschaften eingebracht und
eine Sicherheitsverwarung.
Nein. Es war nicht der Recht Weg.
Er dachte an die vielen Freunde die er hatte.
Jene die damals als er gefangen war jeden Stein umgedreht hatten um ihn zu finden.
Cyr zum Beispiel... ohne dessen Hilfe man ihn am Ende wohl keine Spur gefunden hätte.
Nein.. wäre er ein Adeliger Sturrkopf gewesen hätte er keinen Finger für ihn krumm gemacht. Aber Cyr wusste das Rafa auch für ihn da wäre, so er die
Hilfe benötigen würde.
Respekt... Gegenseitiger Respekt.
Respekt konnte man nicht einfach verlangen nur weil man Adelig war. Ja man würde ihn vielleicht bekommen, doch war es ein hinterhältiger unehrlicher Respekt
Respekt musste man sich erarbeiten, und nur ehrlich erworbener Respekt, brachte auch ehrliche Freundschaften.
Er schaute zu Eileens Haus hinüber.
Ob sie ihm helfen konnte?
Er wollte Feli nicht verlieren, er wollte eine Familie mit ihr, aber er wollte die Baronin nicht in dieser Familie.
Wie konnte er die Baronin lieben... wenn er nicht einmal eine Freundschaft zu ihr in Betracht gezogen hätte, hätte er nur diese Kennen gelernt.
Aber Feli war nicht die Baronin. Sie war die leidenschaftliche Harfnerin, die Verletzlich und verständnisvoll war. Jene die seine Liebe in den Händen hielt.
Es war zum Verrückt werden.
Sie machte sich als Baronin so viele Freinde wie andere Leute Freunde hatten.
Natürlich hatte sie nicht unrecht in manchen Sachlagen mit ihrem Verhalten. Aber sie fand das Maß nicht... oder war er es der übertrieb und zu schnell
Freundschaften schloss.
War es denn so Falsch auch in einer Stallmagd, oder einem Bettler den Menschen zu sehen?
Freundlichkeit war keine Tugend doch brachte es einem so viel mehr ein.
Und oftmals fand man hinter einem Kohlestück wenn man es nur ordentlich polierte, ein Goldstück.
Er musste mit Flo reden, vielleicht konnte sie ihm raten.
Er jedenfalls fühlte sich im Moment vollkommen durcheinander. Wie konnte man eine Frau gleichzeitig Lieben und ...
Es war zum Verrücktwerden.
Verfasst: Montag 22. Januar 2007, 17:48
von Rafael de Arganta
Vater ... er wurde Vater ...
er sollte strahlen vor Glück jubeln ... aber es war nicht so wie er es sich vorgestellt hatte.
Zumal es ihm Feli im Unheilsberg zwischen Ork und Oger erklärte hatte, so ganz nebenbei.
Dazu noch das sie überlegte es nicht zu bekommen.
Was hatte sie beweisen wollen.
Wie es ist Angst um einen geliebten Menschen zu haben.
Darum hatte sie ihn wissen lassen das sie alleine in den Unheilsberg gegangen war.
Ein Kind...
Würde es alles verändern?
Zumindest hatte es eines geändert.
Ihre Verbindung war nun mehr als offiziell.
Er liebte Feli... warum also freute er sich nicht wie er sollte.
Weil da noch die Baronin war?
Sie schwamm energisch gegen den Strom... und entfernte sich so langsam von ihm.
Von allen anderen.
Aber er liebte sie. Er musste sie davor beschützen...
aber wie?
Sie war überzeugt davon das ihr Verhalten richtig war, und sie hatte ja auch Recht.. zum Teil.
Sie war das Extreme. Wer hatte ihr das nur anerzogen.
Rafael liebte die Abendlichen Stunden im Schloss.
Die Gemütlichen Runden am Kamin, und wie gerne würde er Feli da bei sch haben...
Unmöglich.
Sie würde sich nicht wohlfühlen und ... die andren auch nicht.
Ein Kind ...
Wie würde es sein? Ein Tochter, mit der Schönheit seiner Mutter...
oder eher stur wie er selber...
Oder ein Sohn...
Es war ihm egal hauptsache Gesund, und vielleicht ein klein wenig wie Tari.
Er lächelte unwillkürlich als er an den Morgen dachte.
Noch während er gen Schloss unterwegs war, sagte ihm einer der Gardisten das Tari mit der Stallmagd Rai'a am Südtor hinaus sind.
Rafael war sofort umgedreht und hatte in seinem Haus nach gesehen und hatte beide beim gemeinsamen
Frühstück getroffen.
Spontan hatte man ihn eingeladen und obwohl er bereits mit Feli gefrühstückt hatte, hatte er sich dazu gesetzt.
Es wurde ein schöner Morgen. Tari hatte Rai'a sofort in sein Herz geschlossen und das merkte man dem kleinen Kerl auch an.
Rafael war froh das Tari endlich jemanden gefunden hatte dem er vertraute, so sehr das er ihr sogar einen Antrag machte.
Rafael war amüsiert gewesen, und es war rührend wie Rai'a versuchte Feli vor Tari zu verteidigen, und das obwohl sie selber ahnte das sie Feli besser aus dem Wege ging.
Sie war wirklich ein besonderer Mensch und er fühlte sich wohl in ihrer Nähe.
Er würde alles tun um Böses von ihr fern zu halten, und er hoffte das er es schaffen würde.
Sie gab so viel, und vielleicht würde sie irgendwann einiges davon zurück erhalten.
Sie waren Freunde geworden, ... eine Magd und ein Ritter ... gegenseitige Felsen aber kaum einer würde dafür Verständnis zeigen.
Schon gar nicht Feli...
Und er liebte Feli...
Sie wollte das er sich änderte, mehr auf sich Acht gab, das ihm bewusst wurde, das er auch Ehemann und Vater war...
Vater ...
Er würde Vater werden... und Tari?
Egal was Feli oder sonst wer sagen würde. Tari war sein Sohn ! Wenn auch nicht sein Leiblicher so doch hatte der Kleine sich in all den Jahren
in sein Herz gestohlen und Rafa würde ihn nicht aufgeben.
Tari hatte ihm von dem Gardisten erzälht der über ihn als Bastard gesprochen hatte, und jener Mann konnte froh sein wenn Tari ihn nicht wiedererkennen würde, denn Rafael würde ein Wörtchen mit zu reden haben.
Er würde Tari so gerne zu sich nehmen, aber Angelina hatte gegenteiliges gewünscht und auch verfügt.
Aber vielleicht war es auch gut so, weil er nicht glaubte das Tari sich mit Feli verstehen würde... oder umgekehrt.
Es musste doch einen Weg geben!
Irgendeinen Weg.
Er fürchtete sich davor Feli zu verlieren, weil dann nichts über bleiben würde als die Baronin von Stolzenfels.