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Von Strohbötchen und Untergängen

Verfasst: Donnerstag 11. Januar 2007, 20:36
von Irmenlind Auenfeld
Sie war mit dem ersten Hahnenschrei auf, wie immer.
Irgend etwas war heute jedoch anders.
Schwerfälliger als sonst bewegte sie ihren voluminösen Körper zunächst in die Küche, wo sie sich sogleich, mit einem Schnaufen, auf einem der Stühle niederließ, was er ihr mit einem deutlichen Ächzen dankte. Sie trank einige Schluck Honigmilch, für einen Moment versonnen lächelnd, in Gedanken an ihr ‚Safikind‘, die doch die Honigmilch auch so liebte.
Mit eher langsamer Geste schob sie eine vorwitzige Strähne des schlohweißen Haares unter den, mit blauem Band gesäumten, Strohhut. Sich selbst mahnend, drang ihre tiefe Stimme durch die Küchentür:
„Bei det jütje Temora, wiaste dia ma zusamm reissen? Det is nu det Winta wie jedet Jah, also nischt, wat dia nu beunrujen müßt. Det Reißn in det Knochn kennste,“ nach prüfendem Blick auf ihre Hände „det zehn Finga sind och noch dran, also kannste wat tun!“

Nicht viel später konnte man wohl beobachten, wie sich zwischen der heranwachsenden Wintergerste eine blaue Hutkrempe hob und senkte, hob und senkte. Mit dem oberen Teil des Hutes, hätte man meinen können, es schwimme ein Boot im Gerstenmeer und so man dicht genug dran gewesen wäre, hätte das Ächzen von einer Vollmatrosin herrühren können, die unter Aufbringung all ihrer Kräfte, die Strohsegel hißt.
Dazwischen, nicht mit der üblichen donnernden Stimmgewalt, aber dennoch gut vernehmbar:
„Det sieht juut aus.. hm, det könnt wat weadn!“
Was nicht gänzlich zum Bild des kleinen Bootes paßte, hatte seine Ursache dem Umstand zu verdanken, dass die vor ihrem Körper geteilte Wintergerste zu lange benötigte, um hinter ihr wieder zusammen zu fließen, ob ihrer Körperfülle. So wirkte es, als würde das Strohbötchen in einem Wellental von Gerste versinken und ganz sicher war es nur Temora zu verdanken, dass es in der Lage war, diesem Untergang zu entkommen.
Manchmal hatten Strohbötchen einfach Glück.

Nach vier Glasen... *räusper* ... zwei Stunden lief ihr, trotz der eisigen Kälte, der Schweiß unter der Hutkrempe übers Gesicht und mit müder Geste wischt sie ihn mit dem Mantelärmel fort.
„Viellaicht sollteste dia doch eene Pause jönn.. eene kleene...“ und so stapfte sie langsamen Schrittes zum Haus, am oberen Geländer der Treppe zunächst innehaltend, dann unter Schnaufen und Ächzen auch den Rest bewältigend.
Auf dem Bett, in Rückenlage, die Hände auf dem Bauch gefaltet, am Ringfinger der Ring des Ordens, nach oben zeigend.
„Nua een Stündchen, denn bin ik wieda det Alte...“, schloß sie ihre Augen und sank in tiefen Schlaf.
Sanft mochte Temora in ihrer Güte Irmenlind Auenfeld zu sich genommen haben, denn der Ausdruck, ihres mit kleinen, zahlreichen Fältchen versehenen Gesichtes, war friedlich.

Verfasst: Montag 15. Januar 2007, 05:17
von Alyssa Arnis
Schritte, vorsichtig gewählt, war es doch weit ausserhalb des alltäglich gewohnten. Doch vertrauend auf jene Schüler des Ordens, welche sie treu geleiteten. War es Voraussicht, war es einfaches Vermissen? Zu lange schon war sie in den Klostermauern verweilend. Eine alte Freundin sehen, war ihr nicht möglich. Sie zu besuchen jedoch schon und lang war es her, da die Schritte sich gen Hof lenkten.

Zu lang, wie sie bedauernd feststellen mussten. Der Hof still, zu dieser Stunde? War es nicht gewöhnlich, dass die kräftige Stimme jener Frau sie längst hätte begrüssen müssen? Sorge umgriff sie, sollte dieser Besuch ein Wink der Gütigen gewesen sein, eilends zu gehen und doch zu spät entschlossen zu sein?

Die Schritte gen Haus waren nur geleitet durch die Begrüssung der Tiere des Hofes. Das Pochen an die Tür, sie war gar offen, wie ein Schüler feststellte. Die Besorgnis sich steigernd, fanden sie die Freundin. Schlafend, Ruhend, doch nicht für die Stunde sondern in den behütenden Armen der Gütigen selbst. Ewige Ruhe unter dem Schimmer des Lichts. Die Schüler würden den Orden verständigen, dass man Irmenlind hole und zur verdienten Ruhe bette.

Ihr selbst war auferlegt, Kunde hiervon an andere Stelle zu geben. So wurden alsbald Briefe aufgesetzt. Geschrieben durch die Schüler des Ordens, gegeben die Worte durch Alyssa selbst.

Verfasst: Samstag 27. Januar 2007, 13:20
von Farion Lefar
„Und so bannte Boresal Kind Temoras die Tapferkeit auf dieser Erden in unsere Herzen“
Die Worte des Paladins verstummten mit dem zuschlagen seines Buches. Die Alltägliche Ordenstunde, über den verbleib der Tugenden und ihren Erschaffern war beendet. Fleißig waren die Ordensmitglieder bemüht in ihren Streben nach dem Höherwohl den Worten Farion`s zu lauschen.
Nun hingegen wo sich der Kappelenraum leerte, und sich alle wieder an ihre Alltägliche Arbeit machten, drehte sich der Blauschopf welcher Gewand in einer langen Robe mit dem Prang Temoras auf seiner Brust wie auf seinen Rücken zu dem Heiligen Ankh, welches Symbolisch in dem Raum ragte. Das Buch wurde mit seinen Händen hinter seinen Rücken geführt und in einer Stillschweigenden Minute, betrachtete er das Kreuz.

Jedoch nicht lange währt die Tugendhafte Stille.

Eilende Schritte umklammerten die Stille und ließen jener Person mit Aufmerksamkeit verfolgen welche Zielstrebig in das Kirchenschiff des Ordens steuerte. So zog er die Blicke der Ordensmitglieder förmlich hinter sich her, einige sogar Eilten wieder zurück an des Kappelenraums Eingang nur um zusehen welche Aufgebrachtheit den Schüler des Ordens so Eilen ließ.

Ein wenig drehte sich der Kopf Farion`s zu rechter Seite, als die Schritte hinter ihn verstummten. Folgend zog er seinen Körper nach und kehrte schlussendlich um 180° um. Grünen Augen Musterten den Schüler Aufmerksam als dieser sein Haupt neigte und zu Berichten begann.

Aus der Ferne betrachtenden die Neugierigen Augen der Ordensmitglieder das Gespräch. Und so geschah es, wie ein Weltenwandel als das Buch welches hinter den Rücken Farion`s erst noch sicher festgehalten wurde, mit einen Dumpfen Klang zu Boden fiel. Der Paladin Wankte einige Schritt nach hinten und Lehnte sich stützen an die Kanzel des Altars.

Schwester Irmenlind weilte nicht mehr unter uns.

Kurze Fassungslosigkeit, führten beide Hände des Paladins vor sein Gesicht. Irmenlind treue Schwester des Ordens, seid Anbeginn der Glaubensgemeinschaft. Langsam begann er sich wieder zu sammeln. Mit einem mehr flüchtigen Blick, welcher über seine Schulter hinauf zum Ankh eilte, gab er die Order ihren Leichnam in den Orden zubringen. Dort würde man ihn in aller Ehre, und Mitgefühl beisetzen. Wie es für eine erste Schwester des Ordens würdig war.

So machte sich eine Zahl gewürfelt aus 3-5 Mitglieder des Ordens auf den Weg, den Leichnam zu holen, um diesen in dem Orden zubringen……..