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Ein netter Abend
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2007, 07:42
von Rafael de Arganta
Als er im Bett lag, schmunzelte er noch immer. Der Abend hatte so schlecht begonnen und dann doch ein solch amüsantes Ende genommen das er zufrieden schien... fast.
Er wusste nicht wo Feli war.
Als er sie heute gesucht hatte war sie weder zu Hause, noch in der Residenz oder im Theater.
In letzter Zeit war sie häufiger fort. Dinge regeln für die Hochzeit von Flo und Hudgar.
Lebensläufe zusammenstellen, Dinge in Auftrag geben. Stammbäume zusammentragen und neu zeichnen lassen....
Rafael überkam langsam die Eifersucht.
Traf sie sich mit jemand anderem?
Auch heute war er erst zu Hause gewesen. Ihr Pferd war da gewesen doch sie nicht.
Auch das Theater und die Residenz waren leer.
Flo war auch nicht da, von daher machte er sich weniger Sorgen, doch vermochte er seine Eifersucht kaum zu bezwingen.
Erst im Schloss wurde er auf andere Gedanken gebracht.
Wieder einmal schaffte es Rai'a mit ihrer unkomplizierten Art ihn zum Lachen zu bringen.
Er mochte das Mädchen das so natürlich war und ein Talent für Pferde hatte, und sich in ihren jungen Jahren alleine durchs Leben schlug.
Was war schon dabei wenn er ihr ein wenig half in dem er ihr warme Kleidung besorgte, die er noch zu Hause liegen hatte.
Sie war dankbar dafür und konnte es gebrauchen, was war schon dabei.
Auch heute, als Rafael ins Schloss kam unterhielten sie sich lange im Kaminzimmer.
Unkompliziert, amüsant und auch ernst.
Sie war bei weitem nicht naiv, noch dumm.
Er hatte ihr versucht den Adel zu erklären und sie meinte nachdenklich „ Oh, ich verstehe den Unterschied, seit ich Euch kenne.. Warum Ihr hier anders seid, als ihr es außerhalb des Schlosses seid. Ihr habt Eure Verpflichtungen und Euren Stand, der Euch jene Pflichten auferlegt
Und das Volk muss gewissen Regeln und Pflichten ebenso nachkommen
Für die Einhaltung seid Ihr mitunter zuständig. Wenn Euch das gemeine Volk nun mit mir rumalbern sieht Werden sie Euch eher zu einer Schneeballschlacht einladen, als dass sie
Euch zum Beispiel Steuern zahlen, oder keine Waffen in der Stadt tragen.
Deswegen ist es wichtig, dass es einige Persönlichkeiten in einem Reich gibt
Die dahin erzogen und ausgebildet wurden, die Menschen zu leiten
Damit sie nicht zu viel Unrechtes tun.
Da ihr aber ein Mensch seid, ein sehr menschlicher dazu.. In den sicheren Gefilden... unter Euresgleichen. Auch einfach nur einmal Mensch sein dürft..“
Er hatte sie wohl erstaunt angesehen das sie ihn so durchschaut hatte. Obwohl.. ein menschlicher Mensch... Rai'a erstaunte ihn.
Sie hatte nicht nur die Gabe mit den Pferden um zu gehen... Rymis wieherte ihr schon fast so vertraut zu wie ihm, nein sie schien auch noch Klug. Wusste was sie wollte.
Spontan schlug er ihr vor sich auch für die Pferde der Kürassier zu kümmern sobald man damit beginnen würde, und sie schlug ein.
Somit wären die Pferde wohl gut versorgt sein.
Der Abend nahm einen wirklich guten Abschluss.
Nachdem dann Viola noch kam und nochmals erklärte das der alte Stallbusche ihr seine Mistgabel hatte Zeigen wollen und Rai'a meinte das Viola von ihr diese Unverschämtheit nicht zu erwarten hätte, hatter er sich abwenden müssen. Ein Husten übertünchte sein Lachen. Als dann aber die Gespräche darüber weitergingen, war er ins Nebenzimmer gegangen, wo er dann als Rai'a ihm besorgt nachgerufen hatte ob er einen Tee oder eine Mistgabel bräuchte, fast erstickt wäre vor unterdrücktem Lachen.
Ja, der Abend konnte getrost als nett eingestuft werden.
Und da es inzwischen spät geworden war es schneite, entschloss Rafael sich seit langem zum ersten mal wieder im Schloss zu schlafen.
Ja, ein netter Abend
Verfasst: Mittwoch 3. Januar 2007, 20:43
von Rai´a Lalaith
„Würdet Ihr meinen Knappen bitte noch hinausgeleiten, Rai’a?“ „Gewiss, Sir de Arganta.“
Als Rai’a den Knappen des Sir am Tor verabschiedet hatte, ging sie zum Stall, um noch mal nach dem Rechten zu sehen.
Die sonst so blassen Wangen glühten, die Augen wirkten glasig und der erheiterte Gesichtsausdruck war noch immer nicht abgeklungen.
Ein helles Lachen war kurz darauf aus den Stallungen zu vernehmen, als Rai’a zur Mistgabel griff, um die Ställe noch mal für die Nacht zu säubern.
Es war mitnichten ihre Absicht, Fräulein Viola damit zu grämen.
Das Verhalten des ehemaligen Stallburschen war unerhört und dermaßen unsittlich, dass Rai’a sich für ihn schämte, ohne ihn überhaupt zu kennen.
Nein, vielmehr war es die Atmosphäre des ganzen Abends, der mit langen Gesprächen begann und mit unaufhörlichem Lachen endete.
Als dann Viola von Rai’as Vorgänger, dem frevelhaften Stallburschen, erzählte und Sir de Arganta zwischen Lachen und Ersticken hinter den Vorhang stolperte, war dies nur der krönende Abschluss, der das Schloss mit erheitertem Lachen erfüllte.
Rai’a hatte ihre Aufgaben im Stall erledigt, jedes Pferd noch mal für die Nacht verabschiedet und jedem einen Stück Apfel gereicht.
Nun saß sie auf der Mauer zwischen Mansur, dem Hengst, den Eileen, die Gemahlin des Grafen ihr unlängst schenkte und Rymis, dem imposanten Hengst des Sir.
Mansur hatte seinen Kopf auf ihre Schulter gebettet und Rymis, der Unersättliche, stupste an Rai’as Hände und Taschen, um noch etwas Leckeres von ihr zu erhaschen.
Der Mond stand hell in dieser Nacht und ließ den Schnee liebevoll funkeln.
Rai’a kraulte Rymis die Ohren und dabei fiel ihr Blick auf die Handschuhe, die sie trug…
Trug sie etwas am Leib, das nicht von Rafael stammte?
Erst hatte er sie ins Schloss gebracht, als sie sich das erste Mal begegneten; hatte sie vor einer weiteren Nacht in der eisigen Kälte bewahrt… und vielleicht vor dem Tod…
Dann schenkte er ihr einen Umhang, nachdem er ihr seinen mehrere Mal geliehen hatte, daraufhin eine warme Hose und sogar Hemden. Heute dann… die Handschuhe…
Wusste der Sir was er da tat?
Gewiss war ihm die Kälte nicht entgangen und vielleicht war es eine Form seiner Ritterlichkeit, die ihn dazu veranlasste, soviel Gutes für eine verwaiste junge Frau zu tun..
Für die Dankbarkeit fand Rai’a keine Worte mehr und dafür schämte sie sich.
Rai’A durfte ihren Vater nie kennen lernen, vielleicht sah sie in Rafael, im Sir, den Vater, den sie nie hatte…
Rai’a gab Mansur und Rymis noch einen sanften Streichler, hüpfte von der Mauer und ging langsam durch die still, monddurchflutete Nacht gen Schloss.
Vater… das war ein schönes Gefühl, aber sobald das Gesicht Rafaels vor ihren geistigen Auge auftauchte, fand sie die Vorstellung merkwürdig.
Väterlich war er nun nicht gerade… oder doch?
Er war was er war… ein edler Ritter.
Rai’a war nicht naiv genug, um sich in Ammenmärchen zu träumen.
Sie war stets glücklich mit dem, was das Leben ihr bereit war zu geben.
Und jetzt, hier am Schloss, war das Leben großzügiger denn je.
Rai’A ging zu den Zimmer, blieb einen Moment stehen, sah auf die großen, ihr bekannten Stiefel, die vor einem der Vorhänge standen und lächelte ruhig.
Nachdem sie sich gewaschen hatte, schlüpfte sie in ihrem Zimmer in das weiße, lange und schlichte Nachthemd, kroch unter die Decke und schlief lächelnd, bisweilen leise lachend, ein…
Der Morgen graute, alles schlief noch, als sie auf leisen Sohlen durchs Schloss huschte.
Im halbdunkeln fand sie den Weg zur Küche mittlerweile schnell.
Mit großer Ruhe setzte sie frische Milch auf den Herd, gab süß duftenden Honig hinein und ließ die Milch einmal aufkochen.
Daraufhin füllte sie sechs Krüge mit der heißen Milch, welche sie zuvor mit Filzstoff ummantelt hatte, legte einen Deckel auf jeden Krug, damit die Wärme erhalten blieb.
Alles stellte sie auf ein großes Tablett und ging leise und vorsichtig gen Westflügel.
Dort stellte sie das kleine Tablett, mit zwei der Krüge auf einen Beistelltisch, direkt neben dem gräflichen Schlafgemach.
Seit sie von dem Um.. Zustand der Gräfin wusste, fand sie, dass solch warme Milch mit Honig gut für sie wäre. Zudem wusste sie nicht anders ihren unendlichen Dank zu zeigen.
Leise schlich sie weiter, ging hinab und stellte vor das Gästezimmer, vor dem die ihr bekannten Stiefel standen, ein Tablett mit einem Krug, bei dem Gemach von Lady von Elbenau, nahm sie die noch volle Tasse vom vorigen Morgen, ersetze sie durch eine neue, frische, stellte ebenso bei Viola und Selissa einen Krug vor das Gemach.
Zufrieden sog sie den lieblich verströmenden Duft des Honigs ein, schlüpfte in ihre Stiefel, legte den Umhang um und ging auf leisen Sohlen gen Stallungen, wo sie zärtlich schnaubend begrüßt wurde.
Summend, manchmal singend, begann sie mit ihrer Arbeit und ein Lächeln lag stetig auf ihren Lippen…
Die Sonne ging langsam und gemächlich auf, als Rai’a ihre Arbeit beendet hatte.
Rai’A knöpfte ihren Umhang enger, band Mansur los und führte ihn leise denn möglich aus dem Schloss, aus der Stadt…
Draußen angekommen, schwang sie sich auf den ungesattelten Hengst, welchen sie ohne Gebiss, oder hartes Zaumzeug zu reiten pflegte, griff in die lange Mähne und beide preschten durch den Wald, wirbelten den Schnee hinter sich auf, der wild glitzernd wieder zu Boden schwebte.
Wenn die Gräfin wüsste, welch großes Geschenk sie ihr damit gemacht hatte…
Leise knarrten die Lederhandschuhe, die ihre zierlichen Finger umgaben.
Auch der Sir wusste nichts um die Bedeutung, die wahre Bedeutung, seiner Geschenke.
Für ihn mochten es nur Kleider sein, derer man bedurfte…
Doch für Rai’a bedeutete diese Güte, dieser Menschen, die Welt…
Nächtlicher Ärger, nächtliche Gedanken
Verfasst: Donnerstag 11. Januar 2007, 14:50
von Rafael de Arganta
Nächtlicher Ärger, nächtliche Gedanken
Einige Tage Später
Wütend war er gewesen.
Wütend über so vieles was geschehen war und nun alles in allem in ihm hochkroch.
Der Tod von Kindern und Geiseln durch die Füchse des Winters. Warum mussten nur Kinder in sowas hineingezogen werden.
Unschuldige die nichts dafür konnten das einige mit dem Reich nicht klar kamen.
Dann die Respektlosigkeit von Elias, der Junge mochte ein Lausbub sein, doch Gewisse Dinge sollte auch er bald
einmal einsehen müssen.
Er war heim geritten. Heim ins Landhaus und sein Ärger steigerter sich noch mehr als er das Haus verlassen vorfand.
Felicitas war noch immer nicht zurückgekehrt.
Gab es denn wirklich so viel vor zu bereiten für Flos Hochzeit? Wo war sie? Auf der Gezeiten? Oder bei Flo? Im Theater hatte er auch nicht nachgesehen,
oder war sie ... Eifersucht stieg in ihm auf, und er goss sich einen großen Krug Wein ein, mit dem er hinab in das
Bad ging.
Das Wasser war schnell angeheizt und so stieg er hinein, streckte sich am Beckenrand lehnend aus und genoss den Wein.
Einfach versuchend zur Ruhe zu kommen sich zu entspannen.
Doch die Gedanken hörten einfach nicht auf.
Er dachte an Rai' a, und kurz huschte ein Lächeln über seine Lippen. Sie hatte sich doch ernsthaft Sorgen um ihn gemacht und
Thelor hinter ihm hergeschickt. Als könnte er nicht auf sich selber aufpassen.... Fast wäre sie selber hinter ihm her geritten, hätte er Thelor
nicht befohlen auf sie Acht zu geben.
Sie war eine bemerksenswerte Frau. Rymis liebte sie und ließ keine Chance aus zu ihr zu traben und in ihren Taschen nach Leckereien zu suchen.
Immer wieder brachte sie ihn zum Lachen.
Ja, die letzten Tage im Schloss waren sehr angenehm gewesen. Die Gespräche in großer Runde... in der Rai'a hineinpasste als hätte sie nie andere
Kreise kennen gerlent. Auch wenn sie anfangs etwas schüchtern wirkte, hatte sie bald die Menschen des Schlosses kennen gelernt und wurde
sehr bald von ihnen geschätzt.
Er hoffte das sie inzwischen Einsicht zeigend im Bett blieb und ihre Erkältung auskurrierte. Der Falke den er ihr besorgt hatte sollte Entschuldigung für seine... Kaktusschnappsattacke sein, und auch eine Medizin für sie das es ihr bald besser ging.
Sie Liebte Tiere, und er hatte gewusst welche Freude er ihr damit machen würde. Hatte sie ihm doch von ihrem Traum mit dem Falken erzählt.
Im Gegensatz zu ihr, war es ihm ein leichtes solch Tier zu besorgen, warum also sollte er ihr diese Freude nicht machen?
Er lächelte still und nippte an dem Wein sich dabei tiefer in das warme wasser gleiten lassend.
Wohin sollte das alles nur führen?
Er mochte sie .... ja. Sie brauchte wen der auf sie Acht gab, weckte den Beschützerinstinkt in ihm, und dennoch...
Er fluchte. Er vermisste die rassige Leidenschaft von Felicitas.
Zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten, und er? Er schüttelt den Kopf.
Er... er liebte Felicitas. War mit ihr verlobt und sie wollten heiraten.
Seine Augen funkelten nun wieder als der Ärger in ihm aufstieg. Ärger und hilflose Eifersucht. Er würde jeden Fordern der sich Feli mehr als nur
Nähern würde.
Er tauchte unter, ließ die Wärme auf sich wirken und versuchte sich zu entspannen.
Spätestens bei der Hochzeit von Flo würde er sie ja wiedersehen, und dann ... würde er schon sehen mit wem sie die Tage verbracht hatte.
Verfasst: Donnerstag 11. Januar 2007, 15:29
von Elias Fregolan
"Der edle Herr kriegt noch sein Fett weg mein Wort drauf Selissa"
"Lass uns doch sein Pferd verstecken..."
"Nein...das Pferd kann nichts für die Taten seines Halters...jeder Mensch hat eine Leiche im Keller liegen Selissa...und ich werde seine finden"
"Du willst ihm doch nicht ernsthaft schaden oder?"
"Wolltest du mir damals mit deinem Messer nicht ernsthaft die Kehle durchschneiden?"
"Nein..."
"Das unterscheidet uns Selissa...ich drohe nicht... ich tue..."
So langsam verstand Elias die Welt nicht mehr...Er war höflich zu den Damen...machte sogar Komplimente...und wurde abgewarscht...wie von Rai´a.
Elias schloss Frieden mit Selissa und hatte sich das erste Mal wirklich freundschaftlich mit ihr gebalgt. Und wurde dafür bestraft....
Er tat was sein Herr ihm sagte... nur auf ihn zu hören und nur von ihm Arbeitsaufträge und Bestrafungen entgegen zu nehmen. Und noch vom Truchess...und was passierte? Man stempelt ihn als frech ab und droht ihm mit dem Rauswurf...
War das die allseits gepriesene Gerechtigkeit des Reiches? Wenn sie das wirklich war, hatte er wohl einen grossen Fehler begangen, als Elias seinen Schwur auf das Reich ablegte. Oder lag es vielleicht an Sire Cathal? Nein...der Herr war das einzig leuchtende Beispiel hier im Reich...hart...aber gerecht...weise..aber auch einsichtig... Vater...und Lehnsherr. Nein Sire Cathal hatte keine Fehler gemacht. Den einzigen Fehler, den Elias finden konnte war das Fehlen von echten Strukturen innerhalb des Reiches. Wie sollte er auch lernen, von wem er etwas annehmen sollte und von wem nicht? Kein Wunder...es gab ja auch nichts, woran man sich langhangeln konnte. Keine Auflistung des Adels...keine Auflistung über die Rechte und Pflichten...keine einheitlichen Regeln für Knappen... nichts.....
Seis drum...Elias hatte zu tun, was der "Graf" ihm auftrug. Aber er würde es rafael nicht vergessen. Und es würde sicherlich der Tag kommen, an dem Elias diese offene Rechnung begleichen würde.
Zumindest hatte er in Selissa einen Freund gefunden und endgültig Frieden mit ihr geschlossen. Eigentlich waren die ganzen Streiche ihr gegenüber auch nichts anderes, als seine Art ihr zu zeigen, dass er sie mochte. Aber auch da hatte Sire Cathal recht behalten... Manchmal erreicht man mehr wenn man offen mit jemanden redet. Und bei Selissa hatte er hoffentlich mehr erreicht