kurzer Tumult am Schloß
Verfasst: Mittwoch 20. Dezember 2006, 20:27
"Jeronee? Sag mal, hattest du was mit dem jungen Fräulein Viola zu schaffen?"
"Fräulein? Seit wann nennt die hier wer Fräulein?", grinste der Stallbursche.
"Wenn ich du wäre, würde ich zuse..."
Jeronee furchte die Stirn, als sein Kollege Albrecht sich drei Bündel Stroh zusammenklaubte, daß er sich glatt dahinter hätte verstecken können. Was sollte das denn jetzt?
Dann registrierte er, daß er wohl einige Dinge gerade nicht registriert hatte: die sich nähernden ruhig marschierenden Schritte... das kurze Scheppern, wenn Gardisten auf dem Weg stramm standen... die dann eintretende Stille... und die schwarze Gestalt, die sich hinter ihm aufgebaut hatte...
Langsam drehte er sich um.
Sehr wohl registrierte er die stumme Botschaft, die in den braunen Augen verkündet wurde, die ihn unnachgiebig anstarrten: "Ich hätte an sich Wichtigeres zu tun, aber du verärgerst mich gerade."
Jeronee schluckte. "Mmm.. Milady?", brachte er hervor und hatte schon das dumme Gefühl, zuviel gesagt zu haben.
"Mistforke...", wehte ihm unheilvoll entgegen. Er hätte sicher länger irritiert geblinzelt - wär da nicht eben die Erwähnung von dem knackigen Tiefländermädel gewesen. Daß nun stattdessen die Ritterin vor ihm stand, ließ ihn kalkbleich werden. Er wusste nicht, ob sein Mund auf und zu klappte, aber sie fuhr ihm auch schon mit schneidend strenger Stimme ins Wort:
"Er ist also der Meinung, er habe bald genügend Geld zusammen, sich ein eigenes Zimmer zu leisten... das groß genug für Damenbesuch ist... und für eine Mistforke, die zu zeigen es sich lohne..."
Die Ritterin holte Luft, nur um das immer kleinlauter werdende Häufchen Elend vor sich weiter zusammenzustauchen:
"Mag er Viola für 'angenehm naiv' halten, Bursche... ich bin es nicht. Ich sehe aber, er ist naiv genug, sich ungebührlich meiner Schutzbefohlenen zu nähern, unwissend, wie er sich dabei wohlweislich besser zu betragen hätte, wenn schon überhaupt..."
"Ääää...ää...es tut mir leid, Mi..."
Scharf und unvermittelt kamen ihm die nächsten Worte entgegengebrüllt:
"VERSUCHE DU ODER EIN BESITZER ÄHNLICH DUMMER GEDANKEN NOCHMAL, VIOLA IN DIESER NICHTSWÜRDIGEN WEISE ENTGEGENZUTRETEN, UND DU BEKOMMST DIE ZINKEN DEINER MISTFORKE AN STELLEN, AN DENEN DU SIE NICHT HABEN WILLST!
PACK DEINE SACHEN! GNADE DIR, DU ZIEHST LEHRE HIERAUS ODER EIN BAUERNHOF IST DUMM GENUG, SICH VOR ABLAUF DES WINTERS DEINER ANZUNEHMEN! UND NUN RAUS!"
...
Die Stimmung der nächsten paar Stunden gemahnte an die trügerische Ruhe in einem Hühnerstall, nachdem der Fuchs "Hallo" gesagt hatte. Und am nächsten Tag hing am varuner Markt ein Zettel, im Schloß werde ein neuer Stallbursche gesucht - mit dem gebotenen Maß an Manieren...
"Fräulein? Seit wann nennt die hier wer Fräulein?", grinste der Stallbursche.
"Wenn ich du wäre, würde ich zuse..."
Jeronee furchte die Stirn, als sein Kollege Albrecht sich drei Bündel Stroh zusammenklaubte, daß er sich glatt dahinter hätte verstecken können. Was sollte das denn jetzt?
Dann registrierte er, daß er wohl einige Dinge gerade nicht registriert hatte: die sich nähernden ruhig marschierenden Schritte... das kurze Scheppern, wenn Gardisten auf dem Weg stramm standen... die dann eintretende Stille... und die schwarze Gestalt, die sich hinter ihm aufgebaut hatte...
Langsam drehte er sich um.
Sehr wohl registrierte er die stumme Botschaft, die in den braunen Augen verkündet wurde, die ihn unnachgiebig anstarrten: "Ich hätte an sich Wichtigeres zu tun, aber du verärgerst mich gerade."
Jeronee schluckte. "Mmm.. Milady?", brachte er hervor und hatte schon das dumme Gefühl, zuviel gesagt zu haben.
"Mistforke...", wehte ihm unheilvoll entgegen. Er hätte sicher länger irritiert geblinzelt - wär da nicht eben die Erwähnung von dem knackigen Tiefländermädel gewesen. Daß nun stattdessen die Ritterin vor ihm stand, ließ ihn kalkbleich werden. Er wusste nicht, ob sein Mund auf und zu klappte, aber sie fuhr ihm auch schon mit schneidend strenger Stimme ins Wort:
"Er ist also der Meinung, er habe bald genügend Geld zusammen, sich ein eigenes Zimmer zu leisten... das groß genug für Damenbesuch ist... und für eine Mistforke, die zu zeigen es sich lohne..."
Die Ritterin holte Luft, nur um das immer kleinlauter werdende Häufchen Elend vor sich weiter zusammenzustauchen:
"Mag er Viola für 'angenehm naiv' halten, Bursche... ich bin es nicht. Ich sehe aber, er ist naiv genug, sich ungebührlich meiner Schutzbefohlenen zu nähern, unwissend, wie er sich dabei wohlweislich besser zu betragen hätte, wenn schon überhaupt..."
"Ääää...ää...es tut mir leid, Mi..."
Scharf und unvermittelt kamen ihm die nächsten Worte entgegengebrüllt:
"VERSUCHE DU ODER EIN BESITZER ÄHNLICH DUMMER GEDANKEN NOCHMAL, VIOLA IN DIESER NICHTSWÜRDIGEN WEISE ENTGEGENZUTRETEN, UND DU BEKOMMST DIE ZINKEN DEINER MISTFORKE AN STELLEN, AN DENEN DU SIE NICHT HABEN WILLST!
PACK DEINE SACHEN! GNADE DIR, DU ZIEHST LEHRE HIERAUS ODER EIN BAUERNHOF IST DUMM GENUG, SICH VOR ABLAUF DES WINTERS DEINER ANZUNEHMEN! UND NUN RAUS!"
...
Die Stimmung der nächsten paar Stunden gemahnte an die trügerische Ruhe in einem Hühnerstall, nachdem der Fuchs "Hallo" gesagt hatte. Und am nächsten Tag hing am varuner Markt ein Zettel, im Schloß werde ein neuer Stallbursche gesucht - mit dem gebotenen Maß an Manieren...