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Auf den Spuren derer von Falkenburg oder Wer bin ich?
Verfasst: Mittwoch 29. November 2006, 22:58
von Antares von Falkenburg
Die bersteinfarbenen Augen des 10 Jaehrigen Antares blickten angestrengt zur Decke. Er konnte nicht schlafen, wie auch schon die vielen Naechte davor. Immer wenn es hiess das er ins Bett sollte wurde er traurig. Keiner war da der ihm eine Geschichte erzaehlte und niemand der ihn liebevoll unter die Decke scheuchte. Mit einem lang gezogenen Seufzer schlug er die schwere Stoffdecke zur Seite und schwang die Beine ueber die Bettkante. Entweder war er wieder gewachsen oder das Bett war kleiner, stellte Tari erstaunt fest als seine nackten Fuesse den weichen Teppich beruehrten. Er konnte sich noch erinnern, als er das erste mal in dem Bett schlief das seine Zehen nicht den Boden beruehrten. Nachdenklich kaute er an seiner Unterlippe, als sein Blick in den grossen Spiegel fiel, der genau gegenueber stand. Nur mit seinem langen Nachthemd bekleidet tapste Tari auf ihn zu und stellte sich gerade hin. Seine Mama hatte immer gesagt er sehe aus wie sein richtiger Papa und je aelter er wurde desto mehr nahm die Aehnlichkeit zu. Als wuerde es ihn erst jetzt wieder einfallen holte er das Amulett hervor, welches er stets um den Hals trug. Die kleinen Finger brauchten einige Minuten bis sie das filigran gearbeitete Schloss des Amuletts auf hatten. Zum Vorschein kam ein Bildnis seines Vaters Kelan von Falkenburg. Tatsaechlich es gab kaum unterschiede zu sehen, dass einzige was stoerte waren die vielen Jahre Unterschied zwischen Antares und seinen Vater, aber sonst war die immense aehnlichkeit von Vater und Sohn jetzt schon zu sehen.
Tari hockte sich im Schneidersitz vor dem Spiegel. Was wusste er eigentlich von sich selbst? Was wusste er von seinem Nachnamen? Der ueberaus geschaerfte Verstand des Kindes ueberlgte angestrengt. Er wusste nur das was andere ihn gesagt hatten, aber dass war nicht besonders viel. Ja, er war Graf, Graf von Falkenburg und hatte einen Onkel, aber mehr wusste er nicht. Leicht ruempfte der kleine die Nase und beobachtete sich bei seinem Grimassenspiel selbst im Spiegel. Dann robbte er naeher an jenen her ran und hauchte auf die glatte Oberflaeche, so das sich ein kleiner Film darauf legte. Mit akkurat gefuehrten Lienen schrieb er auf diesen Atemfilm seinen Namen. Den Kopf leicht schraeg gelegt schaute er dabei zu wie sein Name nach einer weile wieder verschwand. Tari war einsam, sehr einsam. Sicherlich Onkel Graf der war sehr nett und alle anderen auch, aber ihm fehlte seine Mama und keine andere Frau der Welt konnte Lina wohl jemals ersetzen. Wieder hauchte er gegen den Spiegel und schrieb den Namen seiner Mutter darauf. Als der Name verschwunden war schauten aus dem Spiegel bersteinfarbene traurig blickende Kinderaugen.
„Ob man als grosser Graf auch so alleine ist?“ fragte Tari sein Spiegelbild. Jenes blickte ihn nur Stumm an. „Weißt du wer ich bin?“ Wieder nur schweigen. Dann drehte er den verwuschelten Lockenkopf in alle Richtungen, dass grosse Zimmer hatte auf ihn beinahe eine beängstigende Wirkung. Er hielt sich hier auch nicht gerne auf, sondern blieb so oft wie nur moeglich in seinem eigenen Zuhause, dort wo auch einst Raf und Lina zusammen gewohnt hatten. Dann schaute er wieder zurueck in den Spiegel. Er hatte einen Entschluss gefasst, her raus zu finden wer er war, her raus zu finden wer seine Familie war. Morgen wuerde er als erstes Onkel Graf fragen, vielleicht konnte er ja helfen?!
Dann legte Tari sich auf den Teppich und zog die Beine an den Koerper, dass Amulett fest in den Haenden pressend schloss er die Augen, aber erst morgen nicht mehr heute. Onkel Graf wuerde boese werden wenn er wuesste das er noch wach war. Langsam schlossen sich die Augen und mit dem Gesicht seiner Mama im Kopf schlief er ein.
Verfasst: Mittwoch 6. Dezember 2006, 07:51
von Rafael de Arganta
Warum er an der Festung vorbeiritt, vermochte er erst nicht zu sagen.
Es war eine unbestimmte Sehnsucht die ihn zum Schloss reiten ließ in dieser Morgendlichen frühen Stunde.
Varuna lag noch in tiefem Schlaf und kaum irgendwer begegnete ihm auf seinem Wege.
Die Torwachen öffneten ihm ohne zu zögern. Sie waren es gewohnt das der Ritter zu den ungewöhnlichsten Stunden ins Schloss kam.
Rymis band er vorne an, dann eilte er auch schon zum Eingang und die Treppe hinauf.
Adrian und Eileen schliefen noch, doch waren auch nicht sie Ziel seiner Reise.
Vorsichtig öffnete er die Tür zum dahinter liegendem Raum, in dem ein kleiner 10 jähriger Junge noch im tiefen Schlaf lag.
Antares.
Immer noch hatte Rafael ein Klos im Hals wenn er den Jungen sah.
Wie sehr musste er ihn enttäuscht haben, und wie froh war er das sie sich wieder einander annähern konnten.
Als er das Zimmer betrat zögerte er. Voller Verwunderung auf den jungen blickend der vor dem Spiegel auf den Fellen eingeschlafen war.
Vorsichtig hockte er sich zu ihm, strich ihm eine Strähne aus dem Gesicht und weckte ihn vorsichtig.
„Tari... he... wach auf.“
Der Junge wischte sich verschlafen über die Augen, sah ihn dann mit ebensolchen, groß an.
„Duu?“ Wisperte er und schlang einen Moment lang die Arme um ihn. „Rafael erwiederte die Umarmung. „Ja ich. Komm... wir gehen raus.“
Rafael sah sich um und gab dem Kleinen seine Kleidung hinüber, und half ihm diese an zu ziehen.
Dann schlich er sich mit ihm hinaus.
Schlich... die Gardisten sahen ihn schon etwas merkwürdig an, aber für Antares war es ein Abenteuer.
Er hob den Jungen auf Rymis schwang sich dann hinter ihm in den Sattel und ritt mit ihm die Stadt hinaus.
Er wählte extra einen Umweg um Rymis weit ausgreifen zu lassen, und Tari seinen Spaß hatte, um dann zum großen Haus zurück zu kehren.
„Ich habe Milch besorgt.“ erklärte er und hob ihn vom Pferd. „Ich mache uns Kakao, und dann üben wir ein wenig mit den Schwertern ja?“
Antares Strahlen sagte ihm mehr als jedes Wort es vermocht hätte, und gemeinsam gingen sie ins Haus hinein.
„Papa, wirst du auch in den Krieg ziehen?“ fragte er direkt hinter Rafael und der Ritter stockte einen Moment, sich umdrehend.
„Woher weißt du denn davon?“ er ging vor seinem „Sohn“ in die Hocke ihm in die Augen sehend.
„Schon vergessen? Ich wohne im Schloss und bin ein Graf.“ merkte der Kleine selbstsicher an und Rafael seufzte. „Du weißt aber schon das du das für dich behalten musst?“
Tari nickte und Rafael strich ihm über den Schopf sich wieder erhebend um den Kakao zu fertigen.
„Gehst du da nun mit?“
Rafael nickte nur einfach. „Ich will auch mitkommen.“ Tari schob stur sein Kinn vor und trat neben ihn, während er den Kakao zurechtmixte.
„Das kannst du noch nicht Tari.“ erklärte Rafael ihm. „In einigen Jahren wenn du mehr gelernt hast.“ „Du meinst wenn ich einen Drachen erlegt habe?“
Rafael schüttelte wieder den Kopf, „Nein natürlich nicht. Ein Drachen zu erlegen ist kein Zeichen dafür Ritter zu sein. Tari. Ein Ritter ist man aus dem Herzen heraus. Dafür bedarf es keinen Drachen. Aber du musst dafür sehr viel lernen. Kennst du die Tugenden? Ich habe dir doch schon davon erzählt.“
Tari nickte sofort eifrig und während Rafael ihm den Kakao eingoss, begann er sie alle Sieben Auf zu zählen.
„Weisst du wenn alles vorbei ist, zeige ich dir die Schreine der Tugenden.“ Er schob Tari den Kakao zu, und setzte sich selber mit einem Becher neben ihm, nun frisches Brot aufschneidend das er beim Bäcker erstanden hatte und strich ihm Honig darauf.
Während der Kleine aß, erzählte ihm Rafael davon wie Eluive die Welt erschaffen hatte, wie Alatar Getares ermordete, und wie ganz am Ende Temora Alatar mit dem Schwerte bezwang.
„Papa, irgendwann will ich auch mal so gut mit dem Schwert werden.“ erklärte Tari fest und Rafael nicke. „Dann lass uns üben! Bereit kleiner Ritter?“
Damit nahm er noch einen Schluck von dem Kakao, und holte die beiden Holzschwerter heraus.
Antares war Feuer und Flamme und Rafael nahm sich bis weit nach dem Abendessen Zeit für den Jungen.
Übte und tobte mit ihm und hätte darüber hinaus beinahe die Zeit vergessen.
Adrian würde von seinen Leuten wissen das Rafael den Jungen mitgenommen hatte, aber es war Zeit nun langsam zurück zu kehren.
Rafael ließ Tari das Pferd striegeln und half ihm beim Satteln. Er erklärte ihm jeden Handgriff noch einmal und ließ ihn dann aufsteigen.
Neben dem Pferd hergehend, ließ er den Jungen nun alleine gen Schloss reiten, um sich dann dort ungern von ihm zu trennen.
Eines jedenfalls wusste Rafael...
Nicht nur Tari hatte dieser Tag Spaß bereitet.
Verfasst: Freitag 15. Dezember 2006, 17:21
von Antares von Falkenburg
Als Tari beim Abendessen in der Kueche des Schlosses saß, dachte er noch einmal ueber das Geschehen des Tages nach. Ihm hatte der Ausflug mit seinem Papa spass gemacht und er Freude sich jetzt schon auf das naechstemal. Ueberrascht war er als Raf ploetzlich in seinem Zimmer war und mit ihm gar heimlich aus dem Schloss schlich. Die zeit mit Rafael war fuer Tari sehr kostbar, da der kleine Junge wusste das sein Papa wenig zeit hatte. Viel hatte der Ritter zu tun, ueberall wurde er gebraucht und daher sah Tari ein das Raf nicht immer viel Zeit opfern konnte.
Nachdem sie etwas staerkung zu sich genommen hatten, begannen die beiden mit einem Holzschwert zu ueben und Raf hatte ihn von den Tugenden und von Temora erzaehlt. Tari nahm alles wissbegierig in sich auf, spaeter einmal musste er genau das alles wissen was sein Papa ihn erzaehlte. Dennoch beschaeftigten ihn in der gesamten Zeit die Fragen die er sich schon in der Nacht davor gestellt hatte. Onkel Graf war kaum an zu treffen und der kleine Junge nahm an das er auch nicht wirklich Zeit hatte ihm die Fragen zu beantworten. Er hatte gehoert wie sich die Erwachsenen ueber einen Krieg unterhalten haben und Raf gab ihm in seinen Vermutungen auch noch eine Bestaetigung. Doch wenn sollte er noch zu seinem richtigen Papa fragen? Wer wusste noch ueber die von Falkenburgs bescheid. Eine Idee kam ihn auf und ohne aufzuessen rannte er in sein Zimmer, dass schimpfen der Kuechenhilfe ignorierte er schlichtweg. In einer kleinen Truhe die er sich von zuhause mitgenommen hatte wuehlte er her rum, bis er fand was er gesucht hatte.
Ein Brief von Onkel Falk, der schon arg mitgenommen aussah. Seine Mama hatte ihn einmal erzaehlt das Falk die Familie schon lange kannte. Vielleicht konnte er den kleinen Jungen helfen und die vielen Fragen die sich auf die kleine Kinderseele gelegt hatten beantworten. Doch wo wohnte Falk? Tari wusste nur von einer Insel die ganz weit weg sein sollte. Er schaute in seinen kleinen Beutel wo sich einige Goldmünzen befanden und runzelte die Stirn. Ob das reichen wuerde um bis zur Festung der Hinrahs zu kommen? Wenn er seinen Papa oder Onkel Graf fragen wuerde ob sie ihm Gold geben, muesste er zwangslaeufig sein Vorhaben verraten und das wollte er unter keinen Umstaenden, also woher das Gold nehmen? Vielleicht einen Brief an Falk schreiben? Oder vielleicht gab es im Haus noch etwas das er Verkaufen konnte um so das Gold zusammen zubekommen.
Eiligst machte er sich auf zu seinen Haus, dass mittlerweile ihm gehoerte. Tari kannte sich im Schloss schon so gut aus das er seinen Aufpassern entkam und niemand merkte wie ein kleiner Junge das Schloss verließ. Wen Papa oder Onkel Graf das wuessten waeren sie fuerchterlich boese. Tari wurde schon einmal entfuehrt und man hatte ihn eingebläut das er nie alleine Unterwegs sein sollte. Aber schwierige Umstaende, erforderten Opfer. Es dauerte nicht lange und er kam zu seinem grossen Elternhaus. Den Schluessel dafuer trug er ebenso um den Hals, wie das Amulett. Mit flinken Fingern oeffnete der das schloss und begann im haus nach verkaufbaren dingen her rum zu wuehlen.
Verfasst: Donnerstag 25. Januar 2007, 11:37
von Antares von Falkenburg
Vorm Anfang und vorm Ende einer Kindheit
„Mein kleiner Tari“ sanft drang die Stimme seiner Mutter an ihn her ran. Er suchte sie, er versuchte die Dunkelheit zu durchbrechen um in ihre ausgestreckten Arme zu laufen. „Ich bin hier Tari, hier bin ich.“ Lockend gleich lenkte die Stimme sein Bewusstsein. „ Mama ich seh dich nicht, wo bist du.“ Verzweifelt starrte er in das Schwarze nichts. „ Ich bin da wo auch dein Vater ist mein kleiner Liebling. Ich bin da wo wir beide immer sein werden. Schau in dich Tari schau in dein Herz dort wirst du uns finden. Schau ganz tief hinein.“ Und mit jedem Satz wurde die Stimme leiser und schien sich mehr und mehr zu entfernen. „ Mama..Mama nein bitte geh nicht bleib hier.“
Mit einem erstickten schrei fuhr der kleine Junge auf. Nur ein Traum, dass war alles nur ein Traum. Schnell wischte er sich die Tränen auf seinen Wangen weg. Er zog die Knie an den kleinen Kinderkörper, ihm war schrecklich kalt, obwohl es sehr warm unter den Fellen war. Doch die Kälte der Einsamkeit durchdrang jede einzelne Faser des Knaben. Tari zog die Amulettkette unter seinem Hemd hervor und schloss mit festem Druck die kleine Hand darum. Er hatte das Gefühl als würde das Silber in diesem Moment soviel wiegen wie ein riesen Stein. Ja, seine Mama hatte wirklich recht. Sie und Papa waren immer ganz nah bei ihm, jedoch was nütze ihm die Tatsache zu wissen, dass sie da waren, wenn sie ihn doch nicht in die Arme schliessen konnten?!
Die bersteinfarbenen Augen huschten umher. Ein Zimmer das er nicht kannte, für den bruchteil einer Sekunde war er mehr als verwirrt. Bis alles wieder klar vor seinen Augen erschien. Antares war aus dem Schloss geflohen, er hatte des einfach nicht mehr ausgehalten. Als sein Papa auch noch böse auf ihn war, nur weil er unhöflich gewesen ist und ihm keinen Kuss gegeben hat und ihm auch keine Gute Nacht gesagt hatte, da konnte der kleine nicht mehr an sich halten. Manchmal dachte er wirklich die Erwachsenen seien dumm weil sie Dinge einfach nicht verstanden oder wollten nicht verstehen?! Rai`a hatte gewusst was ihn plagte, hatte gewusst das es gewiss keine Unhöflichkeit von ihm war, ehr war er verletzt und gekränkt, sie war die einzige die dies sah.
Jedoch hatte er den Entschluss gefasst weg zu laufen. So war er wenigstens niemanden mehr im Weg und störte auch nicht wenn die steife Frau auftauchte und ihm seinen Papa wegnahm. Nun war er hier, hier bei Onkel Falk. Er wurde bei den Hinrah`s so herzlich aufgenommen als gehöre er dazu. Mit einem wehmütigen Lächeln dachte er an gestern. An Tante Sefa die ihn liebevoll in den Arm genommen hatte und auch an Onkel Falk. Tari hätte nie geglaubt das so ein starker und riesen grosser Mann so liebevoll sein kann. Antares war wirklich zu tiefst beeindruckt über jene Erscheinung von Falk. Seine Mama hatte ihn schon viel erzählt, aber die Wirklichkeit war um einiges besser.
Auch die Festung des Clans. Noch nie im Leben hatte der kleine Graf solch eine Anlage gesehen. Er kam nicht mehr aus dem staunen hinaus. An jeder Ecke in jeder Ritze gab es etwas zu entdecken und zu sehen. Ihm kam das alles regelrecht wie ein riesen Abenteuer vor. Auch war der Clan ihn ganz vielen Sachen anders als es im Schloss der Fall war. Die rülpsten und spuckten, bei der Erinnerung kicherte Antares leise auf. So was hätte er nie machen dürfen, dass war das aller schlimmste. Aber Onkel Falk hatte gesagt das, wenn man nicht rülpst nach dem Essen es einen nicht geschmeckt hat. War ja auch irgendwie einleuchtend, aber dennoch am Schloss gab es so ein benehmen nicht.
Ob sie schon bemerkt hatten das er weg war? Zumindest Rai`a würde es merken, wenn sie, wie jeden Morgen ihm die Milch und das Marmeladenbrot ins Zimmer bringt. Dann würde ihr auffallen das er weg war. Leise seufzte er auf. Tari wusste das er Rai`a sehr weh damit getan hat einfach zu verschwinden und sie fehlte ihm jetzt schon. Aber er hatte wirklich genug Probleme bereitet, wohl auch Rai`a. „Vielleicht hätte ich nie geboren sein sollen.“ Nuschelte der 10 jährige vor sich her.
Verfasst: Donnerstag 25. Januar 2007, 13:42
von Sefa Hinrah
Sie versuchte zu schlafen, doch bekam sie kein Auge zu. Ihre Gedanken schwirrten, kreisten immer nur um eines. Antaris
Sie hatte ihn erst vor einigen Stunden kennen gelernt, doch er hatte sie tief berührt. Ihr Beschützerinstinkt war geweckt und Muttergefühle machten sich breit. Sefa grübelte die ganze Nacht. Wie hatte er, ein Städterkind es geschafft derart Gefühle in ihr zu wecken?
Sefa war ein wenig verwirrt, doch hielt es nicht lange an. Ihre Muttergefühle machten sich immer mehr Platz. Sie musste etwas für diesen Jungen tun, sie wollte etwas für ihn tun. Er hatte ihr Herz berührt und sie versprach sich selbst wie eine Wölfin für ihn zu kämpfen. Er war gerade mal zehn Sommer alt, und benahm sich schon wie ein erwachsener Städter. Ständig entschuldigte er sich für unnütze Dinge. Er versuchte es allen recht zu machen und er war einsam. Das ein Welpe sich einsam fühlte zerbrach ihr fast das Herz. Er war ein schlauer Bursche, darüber war sie sehr froh, ja fast schon stolz. Denn auch wenn er weggelaufen war, so hatte er den richtigen Weg zu ihnen gefunden. Sefa schmunzelte kurz auf. Hier war er genau richtig, unter all den erwachsenen Kindsköpfen. Hier würde er schon lernen was Spass ist und was es bedeutet ein Welpe zu sein. Und sie würde alles dafür tun, dass er sich bei ihnen wohl fühlte. Er hatte sich wirklich die richtigen zwei gesucht und es würden noch mehr werden, er war ja beim Clan. Und er konnte sich sicher sein das er mindestens zwei Streiter hinter sich hatte. Falk der wusste wie es war jene Bürde zu tragen, jene die bedeutete ein junger Jarl zu sein. Und Sefa die für sein Welpendasein kämpfte. Wieder einmal verstand sie die Städter nicht wie konnten sie es zulassen, das ein Welpe sich so einsam fühlt oder das man schlecht über einen Welpen sprach? Sefa war ob des Verhalten der Städter fassungslos. Dabei waren Welpen doch das wichtigste was es auf erden gab, das was es zu hüten und zu beschützen galt. Sie konnte nicht verstehen das sein Dah nicht für ihn da war und nicht merkte was seinen Welpen bedrückte. Dabei hatte sie Rafael immer geschätzt, er war einer der wenigen Städter denen dies zu teil wurde. Sie beschloss sich Rafael zur Brust zu nehmen und diese Baronin ebenfalls. Sie wolte nicht zulassen das sich eine Frau so zwischen Dah und Sohn drängte. Sie verstand es einfach nicht. Waren denn nicht für alle Lebewesen Welpen das wichtigste. Hatten diese Städter so wenig Selbstvertrauen, dass die Welpen darunter zu leiden hatten. Eigentlich müsste sich diese Frau doch freuen, dass sie sich mit dem Mann den sie liebte um seinen Welpen kümmern durfte, ihm Liebe schenken durfte. Lange noch zerbrach sie sich den Kopf darüber. Sie konnte es nicht verstehen, war es doch bei ihrem Volk selbstverständlich, dass man sich um alle Welpen kümmerte als seien es die eigenen. In Gedanken hatte sie Tari schon längst adoptiert. Sie wollte für ihn Kämpfen, ihm Kinderstreiche beibringen und immer für ihn da sein. Und gleich am nächsten Tag wollte sie damit anfangen. Mit diesen letzten Gedanken schlief sie mit einem Lächeln auf den Lippen ein.