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Das Heiligste des Sonnenreiches

Verfasst: Montag 13. November 2006, 21:37
von Aasim Omar
Einsam war es in dem prunkvollen Palast des Sonnenreiches. Ein jeder Raum schien dem Herrscher über Leben und Tot so leer, so trostlos vor. Sein Harem war voller schöner Frauen, politisch war Menek’ur gefestigter als je zuvor, die Kassen quollen über von Gold und selbst der Krieg schien so gut wie gewonnen. Doch seufzte der Wüstenherrscher voller Sehnsucht nach dem was ihm das wichtigste war. Sein Herz, seine Liebe, sein größter Schatz war verschwunden.
Mit leeren Versprechen versuchte er sein Heiligstes bei Laune zu halten, mit süßen Worten ohne Taten folgen zu lassen.

Politik schien dem Wüstenherrscher um so vieles wichtiger, seine Feinde wollte er schlagen um der Welt als Friedensbringer bekannt zu sein. Es war alles wichtiger als der eigenen Frau, der Schönsten des Reiches einen kleinen Gefallen zu tun. Der Frau der er vor Eluive die ewige Liebe schwor. Es war eine Frage der Zeit bis nette Worte die erste des Reiches nicht mehr halten würden. Sie hatte Fernweh, war dem Reiche und seiner Politik überdrüssig. Doch wer sollte es ihr verdenken? Und erst als der Herrscher über das Leben der Wüste verloren hat was er am meisten braucht, merkte er das er es brauchte wie die Luft zum atmen.

Das Reich war in Aufruhr und Wachen verließen täglich die Stadt der Edlen auf der Suche nach dem was ihrem Reich und ihrem Herren das wichtigste sein sollte. Doch schien ihr Weg in den Norden zu führen. In den Norden wo der Feind nur auf die Chance lauerte die Edelste des Reiches in seine Gewalt zu bringen. Ihr freier Geist war nicht zu bändigen und ihre Abenteuerlust oft Grund für Streitgespräche im Palast.

Angst und Hilflosigkeit plagten das Herz des Omar. Angst die sich in Zorn zu wandeln schien. Entrissen seines Herzens wollte der Emir nicht länger allein auf dem Thron des Reiches verweilen und kleidete sich kurzerhand in Lumpen. Er würde seine Frau suchen und ihr beweisen das er bereit ist alles zu geben um sie bei sich zu wissen. Er würde sie suchen und dies allein. Er würde sie in die Heimat holen oder dort mit ihr verweilen wo sie sei. Doch waren seine Ratgeber anderer Meinung. Nicht allein sollte er gehen da er allein das Reich mit seinem Verschwinden ins Chaos führen würde. Man könnte durch ihn das Sonnenreich erpressen und so sogar die Welt in einen furchtbaren Krieg reißen.

Ein jeder Mann und eine jede Frau waren sich sicher, der Emir würde seiner Liebe, seinem Herzblut bis an das Ende der Welt bis in die kalten Regionen Fuachteros folgen. Niemand sollte wagen zu berühren was sein war. Niemand sollte wagen Hand an den Schatz der Menekaner zu legen. Die Angst des Emirs um die erste des Reiches war kaum in Worte zu fassen, als er sich auf machte in den Norden. Jeden Bürger im Norden sollte man befragen und an jedes Haus schlagen. Jeden Winkel Gerimors und Lameriasts sollten die verbündeten des Emirs untersuchen, bis der Schatz des Reiches wieder an seinen rechtmäßigen Platz sei. Selbst auf dem Hof der Auenfeld war zu dem Zeitpunkt seines Eintreffens Niemand anzutreffen.

Sie musste dort gewesen sein oder noch dort verweilen. Es war eine frage der Ehre das man dort Wachen abstellen würde sei es mit oder ohne das Zugeständnis Varunas. Doch waren die Freunde des Nordens dem Wüstenherren nicht abgeneigt seinem Wunsch zu entsprechen, auf das sie den Hof der Auenfeld gleich einer Feste absichern wollten. Denn auch den klugen Köpfen Varunas würde bewusst sein das sollte Rahal an diesen Schatz des Reiches gelangen, der Emir alles tun würde um ihr heil zu garantieren. Es ist doch eine seltsamme Sache mit der Liebe, welche Eluive seinen Geschöpfen in das Herz pflanzte. Nie würde der Emir sein Haupt vor jemanden neigen, doch vor der Liebe ging selbst er in die Knie.

Verfasst: Dienstag 14. November 2006, 00:15
von Fadi Yazir
Nachdenklich saß er nach einem langen Tag bei einem Glas Kaktusschnaps in seinem Sessel. Die letzten Tage boten zahlreiche Gelegenheiten inne zu halten und nach zu denken. Grausame Kreaturen griffen das Volk an und wurden geschlagen, er konnte mit dem neuen Bürgermeister Bajards ein durchaus hoch interessantes Gespräch führen und der Krieg gegen Rahal bot auch immer wieder einmal wahlweise Chancen wie auch Risiken. Doch all das waren Angelegenheiten, die eine verlässliche, eine stabile Konstante hatten und so bei allem Leid und aller Mühe zu bewältigen waren.

Lange Zeit war er nun für den Erhabenen tätig, schon in Zeiten, als nicht absehbar schien, dass jener so früh die Geschicke des Reiches führen würde. Er entwickelte mit der Zeit ein Gespühr dafür, was der Erhabene wollen würde und was er sich für sich, sein Haus und das Reich bei einer Angelegenheit versprechen würde. Und er wusste, das ein beiläufig geäußerter Nebensatz des Emirs bedeutet, dass jene Angelegenheit sofortiger Erledigung bedürfe, ausgedrückt, wie es nur einem wahrhaft von Eluive geführten gegeben ist. Als er zurückblickte auf die Geschehnisse des Tages lief ihm ein Schauer über den Rücken. Als er die Worte des Emirs vernommen hatte, die er im Kastell der Garde übersetzen sollte, wusste er einen Augenblick kaum, welche Worte er wählen sollte. Er bat um die Hilfe des Reiches.

Er schüttelte kaum merklich den Kopf. Bitten - das war etwas, was es im Hause der Omar nicht gab. Man verkündete Entscheidungen und wenn man seinem Gegenüber großen Respekt andeuten wollte, dann fragte man nach der Meinung des Gegenübers, bevor man verkündete was man entschieden hatte und nicht erst danach. Nicht, dass es Bedeutung hätte, denn wie sollte ein einfacher Menekaner oder gar ein Nicht- Menekaner denn besser wissen, was für das Reich das Beste wäre, wenn nicht der mit Eluive selbst im Zwiegespräch stehende Erhabene. Auch das "um Hilfe ersuchen" was er als das noch angemessenste ansah, war eine ungewohnte Redewendung aus dem Munde des Emirs.

"Der Emir ist das Reich." Er erinnerte sich selbst seiner Worte, die er dem Erhabenen entgegenbrachte, als jener in Maskerade in seinen Räumen erschien, um sich in diesem Aufzug allein auf das Festland zu begeben. Das war der erste Schreckmoment jenes Tages, der all seiner Redekunst bedurfte, um ihn davon abzubringen, ohne dass es erscheinen möge, er wolle dem Erhabenen einen Wunsch abschlagen oder noch schlimmer, etwas untersagen. Aber die Gefahr war viel zu groß. Selbst ein dummer Halunke könnte so, durch das Glück begünstigt, die Geschicke des Reiches beeinflussen, wenn nicht gar finstere Mächte.

Der Emir war durch den Willen Eluives, sein unvergleichbares Geschick und seine Weisheit über jeden Zweifel erhaben und ein Visionär was die Mehrung von Reichtum, Anerkennung und Wohlstand für das Reich betraf, doch gleich zweimal war er an diesem Tage kaum wieder zu erkennen, beide Male wegen der Erhabenen. Sie war zwar ohne Zweifel beinahe ebenso Erhaben wie der Emir selbst, doch war sie von ihrer Art vollkommen verschieden und er lernte in vielen Situationen ihre Art zu schätzen. So behielt er auch für sich, wenn die Erhabene gelegentlich den Palast verließ, um vollkommen verhüllt in den Gassen der Stadt zu verweilen. Der Emir selbst wusste sie wohl viel mehr als nur zu schätzen. Wenn es nicht so undenkbar wäre, könnte man meinen, seine behutsame Art abzuwägen, was das Beste für das Reich sei, würde in dieser Angelegenheit leiden.

Er versprach sich selbst, bei seinem letzten Schluck aus dem Glas, dem Emir treu zu bleiben und ihn dann zu stützen, wenn er eine Stütze brauchen würde. Er würde ihm mit Rat zur Seite stehen und alles dafür tun, dass das geschehen würde, was für das Reich das Beste wäre. Denn das war sicher der Wille des Emirs, das war er immer gewesen, auch wenn das Opfer erfordern würde.