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Das Treffen im nächtlichen Bajard

Verfasst: Montag 13. November 2006, 08:14
von Ciaran Aumar
Es war schon spät in der Nacht vom 10. zum 11. Rabenmond als Ciaran noch in den Gewölben der Bank unter Bajard zu gegen war. Lange war er mit Nim, seiner Schwester, auf Lameriast gewesen und wart erst jetzt nach Gerimor übergesetzt.
Als er dann wieder nach oben kam, stand eine Frau in der Bank, die ihn wohl überrascht ansah. Höflich, wie es bei einer hübschen Maid geziemte, begrüßte der junge Recke sie und entschuldigte sich dafür, sie möglicherweise durch sein Auftauchen erschreckt zu haben.
Die schöne Dame war sehr freundlich und Ciaran war sehr angetan von ihrem Wesen, so war es ihm ein großes Vergnügen, als sie ihn einlud sich doch zu ihr und ihrer Freundin in die Taverne zu setzen.
Die bezaubernde Maid, die Ciarans Herz höher schlagen lies, hieß Rebecca …
Bei jener Freundin handelte es sich um die Dame Vyra, die er schon in Varuna kennen lernte.
Doch, so muss er wohl zu seiner Schande gestehen, gab er jener zweiten Dame am Tische nicht die Aufmerksamkeit die ihr wohl zustand, nein, denn seine Gedanken kreisten um die Schönheit, neben die er es gewagt hatte, Platz zu nehmen.
Jene bezaubernde Maid Rebecca erwies sich als eine geschickte Schneiderin, aufmerksam wie es seine Art war, beobachtete Ciaran ihre zierlichen, geschickten Finger, wie sie kleine Wunder wirkten.
Als der Abend fortschritt, merkte Ciaran das Rebecca wohl in vielem mit ihm übereinstimmte, und er war fasziniert von dem funkelnden Verstand, der sich in ihren wunderschönen Augen zeigte, den Fenstern zu einer Seele, die wohl glänzen musste wie Sterne. Vyra saß dem lächelnd gegenüber, was sie wohl zu jenem dachte?
Zaghaft wagte er wohl, seine Hand auf die Rebeccas zu legen und sie sanft zu streicheln und war hocherfreut, dass sie ihm ihre Hand nicht verwehrte, sein Blick war von den glänzenden Lichtern, die ihre Augen waren, gebannt.
Jener Zauber, den sie wohl auf ihn verhängte, ward leicht gebrochen als der Hauptmann der Wache von Bajard sich dazugesellte.
Die Nacht wich auch langsam wohl dem Tage, und zur gleichen Zeit war es, dass sich jene Beiden von dort verabschiedeten.
Der Abschied war knapper, als er es sich gewünscht hätte, wohl ob der späten Stunde, jedoch hoffte er insgeheim sehr, dass man sich alsbald wieder sehen würde.

Verfasst: Montag 13. November 2006, 11:00
von Lilia Ater
Vyra hatte sich gefreut Rebecca wiederzusehen, nachdem ihr Gewand bei der letzten Begegnung mit einem Ork einige Risse bekommen hatte.

Rebecca war zwar jung, aber Vyra hatte sie bereits lieb gewonnen, war bereit wesentlich höhere Ausgaben für dieses Mädchen aufzubringen.

Ciaran war von dieser schleimenden Sorte, die sich sofort hingebungsvoll einer Frau zu Füßen werfen würde, und Vyra war es gewohnt, diese Männer nicht sonderlich anzuziehen. Dies lag bestimmt nicht an ihrem Aussehen, wohl eher an Vyras Blick, der zwar manchmal die gespielte Naivität annehmen konnte, aber meistens selbstsicher stechend die Menschen anblickte.
Sie wusste, diese Sorte Mann mochte dies nicht, sondern lieber eine wehrlose kleine Frau, die völlig angetan von ihrer Männlichkeit dahinschmelzen würde. Und nebenbei fand diese Sorte Mann wohl auch eine Frau nicht sexy die in beschlagenes Leder gekleidet mit einer Katana am Tisch saß.
Sie blickte noch geradeaus, aber innerlich war bereits ein Schmunzeln zugegen, als sie das Wort "hold" heute öfter hörte, als die letzten zwei Wochen gesamt...

Nein, sie hatte es doch gehört, Tajara hatte von jemanden geredet, der dies... ah... also war das wohl derjenige über den sie beim Lagerfeuer damals geredet hatte.
Nun konnte Vyra das Anheben ihrer Mundwinkel nicht mehr aufhalten. Sie wusste, egal was nun kommt, es wäre heute noch sehr unterhaltsam.

Das Thema war am Anfang höchst philosophisch, zu guter Nährboden für jemanden in Vergangenheiten zu wühlen, alte Gefühle auszusprechen und dann neue zu entwickeln.
Da der Met Vyra immer ein wenig zur Zitiererin machte, bemerkte sie nicht sofort dass das Schauspiel welches sie vorhersah schon begonnen hatte.

Als sie beobachtete wie seine Hand immer mehr zu ihr rüberglitt, und Rebeccas Blicke ihr ein wenig verrieten, dass sie das nicht angebracht fand, vor allem nicht so bald und am ersten Abend, musste Vyra plötzlich husten.

Rebecca versuchte immer nett zu ihm zu sein, aber sie schien auch konsequent alles zu tun um ohne ihn zu verletzen wohl das ganze etwas Auszuzögern. Dennoch ließ sie die Hand von ihm schließlich bei ihr.
Vyra konnte sich nicht vorstellen, dass Rebecca ihn nicht süß fand, auf seine Weise, man konnte auch nicht sagen, dass er kein gutaussehender netter Mann war - auf seine Weise eben - aber am ersten Abend derlei eine Anmache abzuziehen, nun, es war wohl offensichtlich, dass Rebecca da die falsche Person war.

Dennoch, da Vyra prinzipiell keine Abneigung bei ihr verspürte, schritt sie nicht ein, war aber dennoch froh, als Loran des Weges stapfte.

Sie wies ihn nahezu lauthals auf sich zu setzen, wobei schließlich die Müdigkeit von Rebecca und Vyra am Ende das Double-date nur kurz werden ließen.

Das letzte was Vyra von den beiden sah, war, dass Rebecca nachdem sie sich verabschiedet hatte und wirklich versuchte zu sagen, es wäre nicht notwendig sie zu begleiten, Ciaran ihr dennoch hinterhertollte wie ein kleiner Hase dem anderen nachhoppelt.

Nach einem weiteren kurzen Plausch mit Loran ging sie auch ihres Weges.. Am Meer vorbeigehend blickte sie hinaus in die Sterne, wie sie es als Jugendliche auf dem Schiff von Langbart getan hatte.
Die Sterne und der Mond spiegelten sich wie Millionen kleiner Funken am Meer. Der Bajarder Fischgeruch war allgegenwärtig, aber das war nicht wichtig.
Ihre Gedanken schweiften ab. Liebe - oder sagen wir Gefühle - waren etwas in Vyras Leben gewesen, mit dem sie immer schwierig umgehen hatte können, weshalb sie versuchte es in weitem Bogen zu umgehen. Den einzigen Jungen den sie bis dahin ein wenig geliebt hatte, Markus, nun...
...er hatte sterben müssen, er hatte den Meister verraten...
...egal. Mit einem kurzen Gedanken an Manuela und all die Männer die sie kannte, welche ihr anziehend vorkamen schloß sie die Augen und ließ ihre Gedanken auf die Leere wandern, alles verdrängen.

Verfasst: Donnerstag 16. November 2006, 12:49
von Ciaran Aumar
Es war der Erste Tag der Woche als Ciaran mit Kanubio beisammen saßen, im Gespräch vertieft, und es alsdann klopfte ...
Ciaran stand auf und ging zur Tür um diese zu öffnen und davor standen Leana und ein junges, rothaariges Mädchen mit einen Frechen funkeln in den Augen - Lange hatte er dieses Mädchen nicht gesehen und wäre es nicht wegen der Ähnlichkeit der Gesichtszüge mit denen ihrer Großmutter - Ciaran's Großtante - gewesen, hätte er sie wohl nicht erkannt.
Doch es war eindeutig, dies war Leonie, seine Lieblingscousine, mit der er regen Briefverkehr hatte der auch nicht abriss als er nach Gerimor zog.
Freudig umarmte und begrüßte er das Mädchen, dann bat er beide herein, stellte Kanubio seiner Cousine vor und ein angenehmer Blausch begann.
Später, als Leana auch gehen mußte, machten sich die drei auf die Jagd - Leonie war eine fähige Schützen, sehr zum Ärger ihrer Mutter hatte sie viel von ihrer Großmutter gelernt.
Doch wie es sich herrausstellte hatte das Mädchen ihre Sachen auf dem Schiff vergessen und ungeschütz wollte Ciaran sie nicht auf die Pirsch lassen.
So reisten sie nach Bajard, zum Laden von Ramon und Alandra, und fragten den Herrn Ramon, der die Tür öffnete, ob den Alandra zu gegen sei. Dieser Antwortete das Alandra sich bereits zu Bett begeben hätte und er gleich folgen wollte, und das Alandra wohl Leder brauchen wird, wenn sie eine Rüstung schneidern sollte. Wärend Ciaran noch lauschte und sich gedanklich bereits auf einen schnellen Abschied einstellte, riss Leonie an dessen Umhang, meinent das man Ramon nicht aufhalten sollte ... vom Schwung des Wildfangs mitgerissen stolperte er zurück, im Gespräch mit
dem Bogner je unterbrochen ... er blinzelte und fragte das Mädchen ärgerlich was dies solle, doch der Schaden war schon angerichtet, Herr Ramon wart beleidigt und knallte die Tür zu ... um dann kurz darauf an den drein vorbeizumarschieren ohne ihnen einen Blick zu gönnen.
Leonie rannte derweil in den Wald davon, weg vom verärgerten Ciaran der ihr hinterherkam. Das junge Mädchen, schnell und flink wie es war konnte ihn aber mühelos abhängen und so gab Ciaran es bald auf und ging grummelnt nach Bajard. Es war zwar lustig mit Leonie, doch das Ramon verärgert war traf ganz und garnicht seinen Geschmack. Kanubio kam hinterher, wohl gänzlich verwirrt von dem seltsamen Verhalten der beiden.
Als Ciaran in der Abenddämmerung auf Bajard zuging, sah er plötzlich die Sonne vor sich aufgehen und Ärger war wie weggewischt.
Rebecca ging da, nur etwas vor ihm. Sofort eilte er ihr hinterher, rief ihren Namen und ... Die Schöne wandte sich um und lächelte ... lächelte erfreut, wie Ciaran meinte und sein Herz schlug schneller. Konnte es wirklich sein das sie sich freute ihn zu sehen ?
Das Gespräch der beiden war nur kurz, denn Rebecca hatte einen Termin mit einen Kunden und Ciaran wollte sie sicherlich nicht von ihrem Broterwerb abhalten. Doch sie freute sich darauf ihn wiederzusehen.
Lächelnt blickte er der Schönen Maid nach, erst nach einiger Zeit achtete er wieder auf seine Umgebung und sah Kanubio, der am Rand stand und wohl etwas getrunken hatte in jener Zeit.
Die beiden setzten sich kurz in die Taverne, doch nach der Ersten Runde verliesen sie es wieder, mit Eifer jagten die Beide das Rotwild und brachten eine ansehnliche Sammlung Leder zu Ciarans Anwesen.

Am nächsten Tag traf Ciaran zu seiner Freude Rebecca wieder, in Leder gewandet und auf dem Weg in den Wald, Holz zu hacken mit dem sie Pfeile herstellen wollte. Ciaran lächelte als er hörte das die Schöne sich offenbar auch auf den Bogen verstand und bot ihr an ihr zu helfen, doch hatte er seine Axt nicht anbei, so reisten sie zu seinen Haus, wo er ihr einen Platz anbot und eine Axt hervorkramte.
Ciaran's Schwester Nimuelia Aumar, kurz Nim, war an jenen Tag heimgekehrt und auf der Jagd im Wald, doch plötzlich stürmte sie ins Haus, völlig aufgelöst und der Panik nahe ... Melodientänzer, ihr ansich treuer Hengst, war wohl durch irgentwas erschreckt und durchgegangen. Sie Bat Ciaran um Hilfe doch jener konnte zwar reiten, aber kein wildes Pferd beruhigen ... wärend Nim panisch zurück in den Wald lief, und Rebecca Ciaran noch darin bestärkte seiner Schwester zu helfen hatte dieser eine Idee ... er lief zum Hof der Bäuerin Mia der nicht weit von seinen Haus lag, die Schneiderin folgte ihm dichtauf. Er bat Mia um Hilfe welche er sofort einwilligte und schnell liefen die beiden los, wärend Rebecca meinte sie komme nach.
Der Hengst befand sich inzwischen im Norden von Bajard, in jener Gegend des Teichs, und Mia konnte das Tier schnell beruhigen. Wärend Rebecca nachkam, kaufte Ciaran noch ein weiteres Pferd für sich von Mia, dann verabschiedeten sich Mia und später auch Nim und beide gingen ihrer Wege.
Zwar war es schon spät, aber trotzdem machten sich die beiden daran dem Wald noch Holz abzutrotzen bis es zu spät wart und Rebecca und Ciaran sich verabschiedeten.

Ciaran war am nächsten Tag, dem 15. Rabenmond unterwegs, ohne sich schon über ein Ziel im klaren zu sein ... sollte er Jagen? er hatte verwendung für das Leder, ja eine ganz besondere ... Wärend er so in Gedanken dahinritt, kam ihm eine Frau entgegen - eine wunderschöne junge Maid, die sein Herz wild in der Brust schlagen lies.
Rebecca, niemand anderes als sie.
Einen Wortwechsel später war es entschieden, sie gingen zusammen jagen. Was in gewisser Weisse etwas seltsames war, wie er bemerkte, aber er wollte er erst danach verraten weshalb.
Ciaran war ganz bezaubert von ihrer Gegenwart - ihrem Lachen, dem Glanz in ihren Augen, dem Geschick und die Geschmeidigkeit mit der sie sowohl Nadel als auch Bogen zu führen verstand - der ganze Summe ihres holden Wesens.
Gen Ende der Jagt waren die beiden ein geschickt eingespieltes Team mit großen Jagtglück und auch wenn jeder hieb und jeder Tritt von Reh und Hirsch der Rebecca traf, bevor das Tier zu Boden gingt ciaran im Herze wehtat, war es doch klar das sie eine ebenbürtige Jagtgefährtin war.
Dann trat ein Panther auf den Plan, brach brüllent aus dem Dickicht und stürtzte sich auf Rebecca - Ciaran rief ihr zu wegzulaufen, doch er selbst schoss auf das schwarze Untier um es von ihr abzulenken. Wütend jagte die Raubkatze ihm nach und auch wenn er es versuchte, er konnte nicht jeden Hieb ausweichen und dann, als Rebecca zurückkam wurde ihm anders zumute - das Untier sollte sie nicht nochmals angreifen. Aber schliesslich, mit vielen Pfeilen gespickt ging es zu Boden, der junge Recke wandte sich an seine schöne Begleitung um sich zu vergewissern das es ihr Gut ging. Dem war so, doch erstaunte es ihm wie besorgt sie um ihn war, sein Herz schlug schneller dabei. Doch er versicherte das es ihm ebenso gut ging und zog dem Panther dann das Fell ab um es der Schönen Maid zu reichen, als Zeichen dafür das er sie beschützen möchte.

Danach gingen die beiden mit der Jagdbeute, die sehr ansehnlich war, zu Ciarans Haus, wo sich herrausstellte warum er es für so seltsam und ungebührlich hielt das sie ihm bei jener Jagd half. Das Wildleder, das er in zwei großen Packen vor ihr abstellte, war von Anfang an als Geschenk für sie gedacht gewesen.
Sie freute sich sehr und Ciaran brachte sie mit seiner Stute Butterblume, auf die er das Leder lud, nach Bajard.
Dort gingen sie erstmal zu Bank um die Sachen zu verstauen und Rebecca wollte sich erstmal umkleiden, weshalb Ciaran alleine zur Taverne vorging. Als er gerade Getränke kaufte trat eine Frau ein die fragte ob er ein Schneider sei, das Wehrgehänge mit dem Schwert umgegürtet wie es in einer Stadt unüblich - gar verboten! - war. Ciaran wies sie freundlich darauf hin das sie es besser abnahm und auf den Rücken schnallen sollte und wies auf sein eigenes, das so verpackt war und das er ihr dann wohl einen Schneider ... oder besser Schneiderin ... vorstellen könnte. Just in jenen Moment, als die Dame das Schwert verstaut hatte, trat, als wäre es so geplant gewesen, Rebecca ein.
So wies Ciaran auf sie und stellte der fremden Dame die Schneiderin vor. Die Dame schien in großer Eile, aber sie und Rebecca fanden scheinbar dann scheinbar etwas, doch abseits der Männer - Männer, ja denn Kanubio hatte sich inzwischen hinzugesellt und es stellte sich heraus das er jene Dame an sie verwiesen hatte.
Als Rebecca müde zurückkehrte, war klar das der Abend nicht mehr lange dauern würde. Bald schon verabschiedete sich die Schöne Maid und Ciaran, wie es ein Manne mit Manieren und Anstand eben tut, begleitete sie noch das größte Stück des Weges, ehe er sich von ihr verabschiedete.

Er seufzte und blickte ihr nach als sie in der Nacht entschwand. Er fühlte sich so glücklich wie schon lange nicht mehr, so glücklich in ihrer Gegenwart. Sie war nett, klug, geschickt und auch wehrhaft wie es schien. Doch erinnerte er sich auch an jenes letzte Mal, als er sich so fühlte, damals am Wasserfall, voll wehmut, als sein Herz brach.
Aber sogleich hörte er auch die Stimme seiner Mutter, Sarah, in seinen Ohren ... "Nur weil du getroffen wirst wirfst du nicht das Schwert weg und gibst auf, oder ? Wer sich öffnet kann verletzt werden, ja - aber wer sein Herz verschliesst wird niemals wahre Freude empfinden!"
Der junge Recke nickte zu sich selbst und schritt vorran in die Nacht, nunmehr ein fröhliches Lied anstimmend.

[ Gefundene Rechtschreibfehler dürfen gerne behalten werden ]

Verfasst: Freitag 17. November 2006, 09:24
von Kanubio Bunjam
Kanubio war verwirrt (wie so oft), aber diesmal ganz gewaltig. Er kannte Ciaran gar nicht wieder, als sie durch das Tor von Bajard schritten und er dort diese Frau traf. Zugegeben, hübsch anzusehen war sie. Doch Ciaran schien die Welt um sich herum zu vergessen und nur noch Augen für sie zu haben.
Sonst stellte er Kanubio stets vor. Diesmal nicht. Also hielt sich dieser im Hintergrund und wartete verlegen und derweil darauf bedacht, den Wachen nicht vor dem Bug zu stehen. Er wartete lange, bis ihm die Warterei zu dumm wurde und er missgelaunt in die Taverne eilte, um schnell zwei Krüge Wein zu kippen. Dann hetzte er in die Bank, etwas Lederzeugs für die Cousine Ciarans zu holen. Und zurück zu Ciaran. Die Situation, die er vor dem Tor antraf, war unverändert. Also wartete er im Schatten eines Hauses, bis die Frau gegangen war. Ciaran sprach begeistert von ihr. War er verliebt? Ist es das, was Liebe bewirkt – alles um sich herum zu vergessen --- auch die, die man seine Freunde nennt? Für Kanubio bekam das Wort Liebe einen bitteren Beigeschmack.

Am nächsten Tag schleppte Kanubio Holz zu Ciarans Haus – hatte er doch noch eine Schuldigkeit zu tilgen. Da standen die beiden plötzlich vor dem Eingang des Hauses, ins Gespräch vertieft. Kanubio trat zögernd näher. Ciaran schenkte ihm jedoch nur einen flüchtigen Blick, die Dame schien ihn überhaupt nicht zu bemerken. Diesmal wartete Kanubio nicht lange, zog sich zurück und ging die paar Schritte hinten ums Haus. Während er das Holz ablud, sah er an sich herab. Das Hemd, das er seit seiner Ankunft in Bajard trug und das schon einiges abbekommen hatte, in Fetzen. Der Umhang auch ziemlich lädiert und verschmutzt. Vielleicht war es das, was Ciaran störte! Er betrieb sehr wohl viel Aufwand mit seinem Äußeren, was Kanubio wiederum egal war. Bekleidung musste zweckmäßig sein. Auf modischen Firlefanz hatte er nie geachtet. Wozu auch?

Später traf Kanubio die beiden im Wald, als er wieder Holz hackte. Sein Aussehen war ihm nun wirklich peinlich. Trotzdem plauderte sie freundlich mit ihm. Schneiderin wäre sie – das auch noch! Aber sie versprach Kanubio, für neue Kleidung zu sorgen … Sie fragte, welche Farbe das Gewand haben soll. Farbe? Kanubio hatte sich noch nie im Leben Gedanken über die Farbe eines Kleidungsstücks gemacht!

Ciaran schien wieder zu sich selbst gefunden zu haben. Spät aber doch, stellte er nun Kanubio der Dame Rebecca vor. Auf die Jagd wollten die beiden gehen – na denn, Petri heil! Kanubio hackte weiter. Grübelte dabei, denn beim Holz hacken ist viel Zeit für Gedanken … grübelte über Liebe … Freundschaft … und Farben …

DIE TÄUSCHUNG

Verfasst: Freitag 24. November 2006, 13:01
von Ciaran Aumar
Ciaran hatte einen Plan ...

Vieleicht würde dieser ein Meisterstück, vieleicht würde er sie damit erzürnen, aber er mußte Rebecca wohl täuschen.

Dann, ein paar Tage nach seinen Entschluss, als Ciaran im Wald nahe Bajard, versteckt in den Schatten, kauerte und die Riesenspinnen betrachtete, überlegend ob er sich diese vornehmen sollte, spürte er etwas ... vertrautes ... hinter sich.
Als er über die Schultern blickte sah er das flattern violetter Kleidung, das huschen dunkelroter Haare ... und trat eilig aus dem Schatten heraus.

Und auf sie zu - auf Rebecca - höflich, vieleicht sogar übertrieben höflich begrüßte der junge Recke die schöne Maid. Sie lächelte wie immer erfreut ihn zu sehen, ob sie wohl überrascht war das er recht schnell auf "geschäftliches" lenkte?
Er bat um zwei dinge die wohl Zeit hätten ... eine Rüstung aus Leder für seine Cousine und einen Ledernen Rock für Nim. Doch eine dritte Sache benötigte er noch ... und diese schneller als die anderen beiden.
Ein Kleid, das Schönste und Beste was Rebecca herstellen könnte, gefärbt solle es sein in einen schönen Grün, es sei bestimmt für eine wundervolle Maid, für die das beste gerade gut genug sei, die nichts anderes als das Schönste an ihrer Schönheit verdiene.
Mit leuchtenden Augen schwärmte er ihr vor und man merkte wohl das es Rebecca unwohl war, doch Ciaran schien dies nicht zu bemerken.
Die bezaubernte Schneiderin meinte das ihre Künste noch begrenzt wären, doch Ciaran lies nicht ab, wollte er das beste was sie herzustellen im stande war, nicht von jemand anderen.
Rebecca führte ihn zu ihrem Zimmer im Gasthof, zeigte ihm ein Kleid, probierte es dür ihn an, färbte es. Das Gespräch kam auf "was ihr gefalle" und vieleicht merkte man das Ciaran stockte, als sie meinte das keines der kleider die sie schneidern konnte ihr wirklich gefielen.
Doch Ciaran blieb dann bei jenen Kleid, nun wollte die Farbe gefunden werden, in etlichen Probieren und umfärben.
Als die beiden schliesslich das schönste Grün gefunden hatte, wollte Rebecca den Recken bitten sich umzudrehen, damit sie es ablegen könnte, doch dieser Wollte dies nicht.
Erst wollte Ciaran den Preis wissen ... und Rebecca meinte sie sei noch zu jung auf der Insel und er solle ihr doch geben was er für angemessen hielt ...
Der junge Recke überlegte und besah das Kleid genau ... der feine Stich, die geschickte Verarbeitung, die Mühe beim Färben und wohl nicht zuletzt die Gedult mit jenen lästigen Kunden - der er war.
Ohne zu Zögern zog Ciaran einen derart prallgefüllten Beutel hervor, das Rebecca es kaum glauben konnte, doch es war sein ernst.
Dann schmunzelte er und meinte, das nun, wo das Kleid ihm gehörte, er sich daranmachen konnte es jener Dame zu schenken und vieleicht noch eine Gunst zu erbitten. Damit verneigte er sich und küsse ihre Hand, noch bevor er ein weiteres Wort gesagte hatte sag Rebecca es klar "ich habe mein eigenes Kleid geschneidert?" meinte sie verwundert und Ciaran lachte. Die schönste, bezaubernste aller Maiden ... wenn ausser ihr hätte er denn sonst meinen können ? er bat sie das Geschenk anzunehmen ... und um die Gunst, die Ehre, sie dutzen zu dürften.
Sie gewärte es unter einer bedingung, einer großen, schweren wie sie meinte und ob sie dies stellen sollte? Er meinte schnell und überzeugend, das er jede Bitte bis auf eine ihr erfüllen würde. Rebecca blickte verwundert, fragte aber nicht nach was dies eine sei und meinte das jenes DU auf gegenseitigkeit beruhen müßte. Ciaran willigte natürlich sofort und lachend ein.
Dann kam Rebecca noch auf die anderen dinge zu sprechen ...
Die Rüstung für Leonie ... bei der Ciaran sagte das hätte Zeit ... und den Rock aus Leder für seine Schwester ... letzteren hatte sie da und gab ihm diesen gleich. Der Junge recke wollte einen Preis wissen, wollte dieses Stück bezahlen und meinte zu ihr das sie ja nicht nichts verlagen sollte. Sie meinte sie verlagne 2 ... .und nach einer Pause fügte sie hinzu .... Worte, und eines davon sei Danke ...
Ciaran überlegte ... sollte er jenes Wort verwenden das ihm auf der Zunge brannte? Sie lächelt ihn an, und das lächeln gibt den Ausschlag.
" Danke .... Liebste ... " sprach er dann ... und als sie darauf errötend lächelnt nickte, zog er seine Ledernen Handschuhe aus, umarmte sie sanft um ihr einen leichten Kuss auf die Wange zu geben.
Sie erwiederte die umarmung und verweilt in seinen armen ... worauf der junge Recke sie vom Boden hob und die andere Wange küsse ... um sie daraufhin auf das Bett zu setzen, ihr Haar zu streicheln. Wissend das es spät ist, wissend das er nun gehen muss verabschiedet er sich ... haucht ihr noch einen weiteren sanften Kuss auf die Lippen, bevor sie ihm die Tür öffnet, zögernt ... sie mag wohl genausowenig getrennt von ihm sein wie er von ihr ... und mit einer verbeugung haucht er

"Auf Bald ... Liebste ... "

Verfasst: Freitag 24. November 2006, 13:01
von Ciaran Aumar
Doppelpost, bitte löschen ... ^^