Glut und Erz
Verfasst: Donnerstag 9. November 2006, 01:36
Feuer.
Sie hatte sich dem noch nie entziehen können. Die Verschmelzung aus gold, orange und rot musste wie ein Blick in des Drachen Augen sein. Sie konnte sich gegen die Faszination dieser Dinge nicht wehren. Die Faszination von Feuer und Blut.
Sie war eine Kriegerin Erestains. Sie kämpfte im Namen des schwarzen Drachen. Im Dienst von Markgräfin Ivaril, Tochter Orehnas. Immer wieder hatte es Zeiten in ihrem Leben gegeben, da hatte sie aus falscher Rücksicht dieses Verlangen zurückgehalten, ihren Stolz ihren Gegnern ins Gesicht zu brüllen.
Zurückhaltung... ein verächtliches Schnauben.
Sie wollte wieder leben! Aus der Asche und der restlichen Glut des Feuers, das man in ihr zu ersticken versucht hatte, wollte sie ihren Namen neu auferstehen lassen, auf daß ihre Gegner ihn wütend fauchen durften - solange sie noch Atem dazu hatten. Leidenschaft. Freiheit. Heimatliebe. Stolz. Heißes Blut. Vielleicht war es zu früh.
Woher sollte dieser Schmied nachempfinden können, was sie mit dem Drachen verband? Was seine schwarzen Schuppen und das kochende Blut dahinter ihr bedeuteten? Was sie fühlte, wenn im Kampf das Blut in ihren Ohren rauschte, als könne sie die schlagenden Schwingen Brankhans hören? Wenn...
sie Teil von seinem Wesen war.
Wenn ihre Rüstung ihr ureigener Schuppenpanzer war, das Schwert in der Hand ihre Klaue. Hatte er je selber diesen Zorn gespürt, der einen in den Wunsch trieb, seinen Gegner nur noch anzuspringen und ihm ins Gesicht zu beißen? Konnte er ein Stück ihrer Seele einfangen und ihm Gestalt in Form einer Rüstung geben, auf daß jeder mit einem Blick sah, mit was er sich anlegte?
Selbst, wenn er es konnte - war es bereits dafür Zeit? Sie war außer Form. Schon allein der Gedanke, sich im bloßen Nahkampf einem Ogerhäuptling zu stellen, wie sie es einmal getan hatte, war in diesen Tagen absurd. Zu lange hatte das Feuer in ihr wartend auf Sparflamme gebrannt und sie bereute es bitter.
Ihren Namen kannte hier niemand - Tenrya, Tochter Marikas.
Und sie fühlte sich in die Zeit versetzt, in der ihre starrhalsigen Angriffe auf Gegner, denen sie nicht gewachsen war, Spott und Sorge, aber keine Anerkennung hervorgebracht hatten.
"Du hältst dich doch schon wieder zurück, verdammter Mistdreck?!", hallte es anklagend durch ihre Gedanken und sie blinzelte in den dunklen Gang, in dem die Schatten im Flackern der Fackeln tanzten.
Nein! Nein, verdammt!
Sie wollte eine würdige Rüstung! Unverwechselbar! Eine Rüstung, die jedem entgegenschrie, welchem Vorbild sie nacheiferte!
Und die... Probleme, die dem... ähm, im Weg standen...
würde sie auch noch beiseite räumen! Jawohl!
Damit konzentrierte sie sich endlich ganz auf die Katakomben. Obsidian sollte also die Rüstung verzieren. Ja. Schön. Aber wo sollte sie Obsidian herkriegen? "Ich bin Kriegerin, kein Steinmetz!", fluchte sie vor sich hin. Vernünftigerweise sollte man Obsidian wohl mit einer Hacke aus Stein herausschlagen können. Nun... "schlagen" würde sie auch... das wäre aber schon die einzige Gemeinsamkeit.
Sie hatte gesehen, wo Obsidian zu finden war... und sich ganz schnell vor den Steingaroyles wieder gerettet. "Man sollte sich mit diesen Steingargylen bestimmt nicht anlegen, wenn man nur eine Eisenplatte hat. Wenn ich aber was Besseres als eine Eisenplatte haben will, muß ich diese Steingargylen umprügeln. Das ist doch hinrverbrannter Mist, ist das doch!", schimpfte sie vor sich hin und zog sich mit gut kalkulierter Geschwindigkeit in die Gänge zurück, als die erste Gargyle sie bemerkte.
Die Viecher konnten zaubern.
Über Magie wusste sie zum Glück schon einiges:
Erstens, sie konnte Magiere grundlegend nicht leiden. Das waren meistens aufgeblasene Schnösel, die sich für schlauer und was Besonderes hielten. Dummschwätzer erster Kajüte.
Zweitens, Magiere mussten in ehrlichen Kämpfen auf Distanz bleiben, was sie nochmal unsympathisch machte, sie mussten aber auch meist in Sichtlinie sein und eine gewisse Nähe zu ihr erreichen.
Drittens, hatten sie diese Nähe nicht, waren zumindest die allermeisten magisch begabten Kreaturen blöde genug, sich von ihren Positionen weglocken zu lassen.
Und so lockte sie diese Steingargyle erstmal von ihrem Freund weg. Die war auch alleine schon als Gegner übel genug.
"Ich muß bescheuert sein", dachte sie noch, dann rannte sie auf ihren Gegner zu und brüllte ihm ihre Kapitulationsbedingung entgegen. Sie war nicht hier, um zu Geld zu kommen. Sie wollte die kleinen schwarzen Gesteinsbrocken, die in seine Haut eingebettet waren.
Für ihre Rüstung.
"Ja, ziemlich bescheuert."
Sie grinste zufrieden, bis sie das erste Mal gegen die nächstbeste Wand geschleudert wurde.
<[url=http://galerie.alathair.de/displayimage.php?album=136&pos=3]wer nicht hören will...[/url]>
<[url=http://galerie.alathair.de/displayimage.php?album=136&pos=2]...sollte die schlagfertigeren Argumente haben[/url]>
Sie hatte sich dem noch nie entziehen können. Die Verschmelzung aus gold, orange und rot musste wie ein Blick in des Drachen Augen sein. Sie konnte sich gegen die Faszination dieser Dinge nicht wehren. Die Faszination von Feuer und Blut.
Sie war eine Kriegerin Erestains. Sie kämpfte im Namen des schwarzen Drachen. Im Dienst von Markgräfin Ivaril, Tochter Orehnas. Immer wieder hatte es Zeiten in ihrem Leben gegeben, da hatte sie aus falscher Rücksicht dieses Verlangen zurückgehalten, ihren Stolz ihren Gegnern ins Gesicht zu brüllen.
Zurückhaltung... ein verächtliches Schnauben.
Sie wollte wieder leben! Aus der Asche und der restlichen Glut des Feuers, das man in ihr zu ersticken versucht hatte, wollte sie ihren Namen neu auferstehen lassen, auf daß ihre Gegner ihn wütend fauchen durften - solange sie noch Atem dazu hatten. Leidenschaft. Freiheit. Heimatliebe. Stolz. Heißes Blut. Vielleicht war es zu früh.
Woher sollte dieser Schmied nachempfinden können, was sie mit dem Drachen verband? Was seine schwarzen Schuppen und das kochende Blut dahinter ihr bedeuteten? Was sie fühlte, wenn im Kampf das Blut in ihren Ohren rauschte, als könne sie die schlagenden Schwingen Brankhans hören? Wenn...
sie Teil von seinem Wesen war.
Wenn ihre Rüstung ihr ureigener Schuppenpanzer war, das Schwert in der Hand ihre Klaue. Hatte er je selber diesen Zorn gespürt, der einen in den Wunsch trieb, seinen Gegner nur noch anzuspringen und ihm ins Gesicht zu beißen? Konnte er ein Stück ihrer Seele einfangen und ihm Gestalt in Form einer Rüstung geben, auf daß jeder mit einem Blick sah, mit was er sich anlegte?
Selbst, wenn er es konnte - war es bereits dafür Zeit? Sie war außer Form. Schon allein der Gedanke, sich im bloßen Nahkampf einem Ogerhäuptling zu stellen, wie sie es einmal getan hatte, war in diesen Tagen absurd. Zu lange hatte das Feuer in ihr wartend auf Sparflamme gebrannt und sie bereute es bitter.
Ihren Namen kannte hier niemand - Tenrya, Tochter Marikas.
Und sie fühlte sich in die Zeit versetzt, in der ihre starrhalsigen Angriffe auf Gegner, denen sie nicht gewachsen war, Spott und Sorge, aber keine Anerkennung hervorgebracht hatten.
"Du hältst dich doch schon wieder zurück, verdammter Mistdreck?!", hallte es anklagend durch ihre Gedanken und sie blinzelte in den dunklen Gang, in dem die Schatten im Flackern der Fackeln tanzten.
Nein! Nein, verdammt!
Sie wollte eine würdige Rüstung! Unverwechselbar! Eine Rüstung, die jedem entgegenschrie, welchem Vorbild sie nacheiferte!
Und die... Probleme, die dem... ähm, im Weg standen...
würde sie auch noch beiseite räumen! Jawohl!
Damit konzentrierte sie sich endlich ganz auf die Katakomben. Obsidian sollte also die Rüstung verzieren. Ja. Schön. Aber wo sollte sie Obsidian herkriegen? "Ich bin Kriegerin, kein Steinmetz!", fluchte sie vor sich hin. Vernünftigerweise sollte man Obsidian wohl mit einer Hacke aus Stein herausschlagen können. Nun... "schlagen" würde sie auch... das wäre aber schon die einzige Gemeinsamkeit.
Sie hatte gesehen, wo Obsidian zu finden war... und sich ganz schnell vor den Steingaroyles wieder gerettet. "Man sollte sich mit diesen Steingargylen bestimmt nicht anlegen, wenn man nur eine Eisenplatte hat. Wenn ich aber was Besseres als eine Eisenplatte haben will, muß ich diese Steingargylen umprügeln. Das ist doch hinrverbrannter Mist, ist das doch!", schimpfte sie vor sich hin und zog sich mit gut kalkulierter Geschwindigkeit in die Gänge zurück, als die erste Gargyle sie bemerkte.
Die Viecher konnten zaubern.
Über Magie wusste sie zum Glück schon einiges:
Erstens, sie konnte Magiere grundlegend nicht leiden. Das waren meistens aufgeblasene Schnösel, die sich für schlauer und was Besonderes hielten. Dummschwätzer erster Kajüte.
Zweitens, Magiere mussten in ehrlichen Kämpfen auf Distanz bleiben, was sie nochmal unsympathisch machte, sie mussten aber auch meist in Sichtlinie sein und eine gewisse Nähe zu ihr erreichen.
Drittens, hatten sie diese Nähe nicht, waren zumindest die allermeisten magisch begabten Kreaturen blöde genug, sich von ihren Positionen weglocken zu lassen.
Und so lockte sie diese Steingargyle erstmal von ihrem Freund weg. Die war auch alleine schon als Gegner übel genug.
"Ich muß bescheuert sein", dachte sie noch, dann rannte sie auf ihren Gegner zu und brüllte ihm ihre Kapitulationsbedingung entgegen. Sie war nicht hier, um zu Geld zu kommen. Sie wollte die kleinen schwarzen Gesteinsbrocken, die in seine Haut eingebettet waren.
Für ihre Rüstung.
"Ja, ziemlich bescheuert."
Sie grinste zufrieden, bis sie das erste Mal gegen die nächstbeste Wand geschleudert wurde.
<[url=http://galerie.alathair.de/displayimage.php?album=136&pos=3]wer nicht hören will...[/url]>
<[url=http://galerie.alathair.de/displayimage.php?album=136&pos=2]...sollte die schlagfertigeren Argumente haben[/url]>