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Brief gen Heimat ...

Verfasst: Sonntag 5. November 2006, 00:30
von Yarin von Wolfenfels
In klaren, sauberen Buchstaben findet ein Brief mit einem Boten den Weg in Richtung Wolfenfels.

"Den Segen der Herrin Temora werter Vater, Mutter.

Zwei, in Euren Augen hoffentlich, erfreuliche Nachrichten bewegen mich Euch diesen Brief zu schreiben.

Vor einigen Tagen habe ich meine erste Prüfung am Konvent der Magier absolviert und bin guten Gewissens, diese auch bestanden zu haben. Ich lerne in dieser Schule in der Klasse der Beschwörer. Näheres erkläre ich euch gern einmal, wenn ich Wolfenfels wieder besuche.

Das andere ... ich hoffe Euch freut diese Nachricht. In den wenigen Stunden, die ich nicht zum Studium verwnde habe ich eine Frau treffen können, die es schaffte mein Herz zu gewinnen. Ihr Name ist Iljana van Ra'an, die Tochter eines Edlen aus der Grafschaft Drachenfels. Warum ich Euch das schreibe, Vater und Mutter, ich möchte Vaters Erlaubnis nach Drachenfels reisen zu dürfen um bei dem Vater Iljanas darum zu bitten um sie werben zu dürfen. Ariana freut das, nur Yovita wirft mir vor, ich solle mich an meinen Stand erinnern und eine Frau von Adel heiraten. Darum meine Frage an Dich, was denn Dein Wille ist, Vater.

Bitte sende mir schnell einen Boten zurück.
Dein Sohn Yarin.

Als der Brief fertig geschrieben war, lies er ihn Ariana auf den Schreibtisch legen.

Verfasst: Sonntag 5. November 2006, 02:42
von Ariana von Wolfenfels
Sie wendet den Brief Yarins mehrmals in Händen, Neugierde ringt mit Erziehung und Scheu vor der Privatsphäre des Bruders. Dann jedoch schnaubt sie leise, und nimmt das Epistel Yarins, sowie einen selbst verfassten Brief, sauber gefalten und mit einer schnörkellosen, geradlinigen Schrift beschrieben. Beide werden einem Bediensteten der Baronie übergeben mit der Bitte, die Reise möglichst rasch hinter sich zu bringen.

Temora mit euch, liebster Vater, liebe Mutter

Ich sende diese Zeilen an euch in der Hoffnung alle Lieben bei bester Gesundheit anzutreffen. Euren Töchtern und dem fleissigen Studioso - nein verzeiht, Yarin hat erst kürzlich eine geheimnisvolle Prüfung an der Akademie bestanden, geht es in Varuna ausgezeichnet. Wie ich euch bereits in meinem letzten Brief mitgeteilt habe, lebe auch ich mich langsam in der ungewohnten Umgebung ein. Dennoch kann ich nicht verleugnen, wie sehr ich mich manchmal nach der Weite Wolfenfels, der heimatliche Burg und der Familie sehne. Ich hoffe auf Nachricht von Valerian, Sergius und Dorian - befinden sie sich immer noch auf Reisen?

Der Wintereinbruch hat uns in Varuna auf leisen Sohlen ereilt, nicht zu vergleichen mit jener Wucht die er stets in Wolfenfels aufwies. Ich denke in den letzten Tagen im Angesicht eines kleinen Mädchens daran, wie ich vor nicht allzu langer Zeit im Schneesturm an den Zinnen stand, und zum ersten Mal bewusst Wolfenfels in seiner Gänze aufnahm. Doch, ich schweife ab, ist der eigentliche Grund meines Schreibens doch ein gänzlich anderer. Ihr seid durch meine letzten Nachrichten über meine Gefühle gegenüber dem Ritter Cathal Llastobhar informiert, ebenso wie über das überraschende Auftauchen seiner Tochter Mairin. Obwohl ich noch keine Antwort erhielt, hoffe ich doch das mein Verhalten eure Zustimmung findet. Cathal wird euren Segen, liebste Eltern noch selbst erbitten und seine Gefühl erklären.

Ich richte nun eine andere Bitte an euch, die nicht mich sondern Yarin betrifft. Ich hatte das Vergnügen jene junge Dame kennen zu lernen, die sein Herz berührt. Yovitas Bedenken - sie könne es lediglich auf den Titel Yarins abgesehen haben, hatte ich dabei im Hinterkopf. Doch konnte ich keinerlei Hinweis auf eine Falschheit in den Gedanken und Gefühlen der Dame van Ra'an finden. Sie scheint mir eine wohlerzogene, herzensgute und wohlüberlegte Frau zu sein, deren Nähe Yarin gut tun würde. Seine Unschlüssigkeit ist eine Qual, doch gewährt sie ihm die Freiheit sich ohne Einfluss zu entscheiden. Und so hoffe ich, dass euer Rat ihn in die richtige Richtung treibt - und der dumme Junge auf sein Gefühl und seinen Verstand zugleich hört. Auch Yovita wird, wenn sie Gelegenheit hatte Iljana näher kennen zu lernen, diese Verbindung billigen können.

Nun habe ich mir diesen Stein vom Herzen geschrieben, und bei euch abgelegt. Ich vertraue auf euer weises Urteil, und werde mich stets danach richten.

In Liebe,
Eure Tochter Ariana