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Theorie und Praxis
Verfasst: Donnerstag 2. November 2006, 20:50
von Lythiana Cronor
Nachdenklich marschierte Lythiana in ihrer Kammer auf und ab, warf gelegentlich einen Blick auf ein Blatt Pergament, welches, in der Gesellschaft vieler Bücher, auf dem kleinen, leicht wackeligen Tisch lag. Auf jenem Pergament war die ein wenig unbehofene Zeichnung einer Riesenschlange zu sehen, versehen mit einigen, für fremde Augen fast unleserlichen Randkommentaren. Urplötzlich blieb die junge Arkoritherin stehen, fügte einen weiteren Stichpunkt hinzu, nur um sofort wieder ihre Wanderung fortzusetzen. Viele Dinge wollten wohl überlegt werden, alle Eventualitäten bedacht... In der Theorie beherrschte sie zwar die Beschwörung einer Riesenschlange perfekt, doch hegte Lythiana die starke Vermutung, dass die Praxis etwas ganz anderes sein konnte. Die Praxis stellte sie beispielsweise vor die Aufgabe, nicht nur gedanklich, sondern auch tatsächlich nach Donarien und Paraphernalien suchen zu müssen...
Die Magierin unterbrach ihre Wanderung, blieb vor ihrem Kleiderschrank stehen und holte einige Kleidungsstücke heraus - durchweg dünne, leichte Sachen - welche sie mehr schlecht als recht in eine Tasche stopfte. Mehrere Wasserschläuche, etwas haltbare Nahrung, einige Bandagen, ein Salbentiegel, ihr Notizbuch und einige Phiolen folgten. Kurze Zeit später eilte sie durch die Gassen Rahals... bis die Masten der im Rahaler Hafen vor Anker liegenden Schiffe vor ihr in Sicht kamen.
Verfasst: Freitag 3. November 2006, 12:46
von Lanaya Shevanor
Gerade hatte sie wieder Rahal erreicht.
Sie war über Bajard mit dem Schiff weitergefahren und verstaute gerade die letzten Säcke des kostbaren Gutes. Die hellen Haare zurückwerfend sah sie in ihrer Reisegewandung aus wie eine einfache Arbeiterin. Kalt war es hier im Vergleich zur Wüsteninsel. Sie beeilte sich merklich. Bald schon hatte alles seinen Weg nach Hause gefunden und sie zog sich um nachdem sie sich gereinigt hatte. Erneut zog es sie in die Stadt.
Sie würde die Schwester am Hafen erwarten. Die Arme auf der Robe, unterhalb der Brust verschränkt lehnte sie an einen der Pfosten und sah sich abwartend um. Die weiteren Forschungen und die Suche nach ihren Donatien und den richtigen Pharaphernalien ließen sich sicherlich verbinden. Zudem wollte sie ihr mitteilen was über die Echsen zu erfahren gewesen war. Der Wind pfiff ihr durch die Haare und ließ die Robe um ihre Füße tanzen. Sie war nahe daran ihr entgegen zu gehen doch brauchte sie selbst auch immer Zeit sich vorzubereiten und zog es vor in dieser nicht gestört zu werden. So also wartete sie.
Verfasst: Freitag 3. November 2006, 20:54
von Lythiana Cronor
Dicht vor Lanaya blieb sie stehen, ein sachtes Neigen des Kopfes erfolgte. "Alatar zum Gruße, Schwester.... bist du bereit?" Die Schwester nickte nur... und so betraten die beiden Magierinnen das Schiff, welches schon bald gen Menek'Ur auslaufen sollte.
Sobald Lythiana einen Fuß auf die Planken setzte, spürte sie ein leichtes Unbehagen in sich aufsteigen, welches sich um ein Vielfaches verstärkte als der Anker gelichtet wurde. Als sich das Schiff schließlich auf hoher See befand, war Lythiana nur noch von einem verzweifelten Wunsch erfüllt: Niemals aufgebrochen zu sein.... Sie HASSTE Schiffsreisen. Ihr Magen hob und senkte sich im Gleichklang mit den Wellen, ihr war schwindelig, sie schaffte es kaum einen geraden Schritt zu gehen...und hatte mehr als genug damit zu tun, all dies vor Lanaya zu verbergen. Weitestgehend vergeblich, war ihre aschfahle Gesichtsfarbe schließlich Hinweis genug.... doch immerhin gelang es ihr, einen unbewegten Gesichtausdruck aufrecht zu erhalten und - was viel wichtiger war - die letzte Mahlzeit bei sich zu behalten.
Nach einer gefühlten halben Ewigkeit lief des Schiff in seinen Zielhafen ein und die beiden Frauen konnten von Bord gehen. Lythiana war es, nach all den Stunden unter Deck, als würde sie gegen eine Mauer aus Hitze laufen - Schweiß drang ihr aus allen Poren, das Atmen fiel ihr im ersten Moment schwer. Doch nach wenigen Augenblicken bereits hatte sie sich so weit an den Temperaturunterschied gewöhnt, dass sie es nur noch aus "unglaublich heiß" und nicht mehr "unerträglich" empfand. Mit raschen, aber nicht auffälllig schnellen Schritten machte sie sich auf den Weg.... aus der Stadt hinaus, bis die letzten Häuser am Horizont hinter ihr und der Schwester verschwunden waren und sie nur noch von dem umgeben waren, was man allgemein als "Wüste" bezeichnet.
Verfasst: Montag 6. November 2006, 22:07
von Lythiana Cronor
Sand. Sand unter ihren Füßen, Sand in der Luft, Sand der selbst in die kleinsten Ritzen ihrer Kleidung kroch und auf der Haut scheuerte... und hätte sie nicht eine einfache Stoffmaske getragen, so wäre der Sand vermutlich auch in Mund und Nase gelangt. Schon seit einiger Zeit stapfte sie, dicht gefolgt von Lanaya, durch die Wüste, erklomm eine Düne nach der anderen... stets Ausschau haltend nach dem Objekt ihrer Begierde. Doch gefunden hatte sie, vielleicht auf Grund der Hitze, die ihre Aufmerksamkeit zusehends schwinden ließ, nichts. Schon lange war ihre Kleidung durchgeschwitzt und der Wunsch, einfach wieder zur Stadt zurück zu kehren und etwas anderes als Paraphernalium zu nehmen, wurde immer stärker.
Doch dann... spürte sie etwas. Eine undefinierbare, unsichtbare Veränderung der Wirklichkeit, gerade stark genug um nicht sofort von ihrem Bewusstsein als nicht beachtenswert abgestempelt und abgewiesen zu werden. Augenblicklich arbeitete ihr Verstand auf Hochtouren, alle Sinne waren alarmiert. Rasch begriff die junge Magierin, dass es eine Veränderung des Liedes gewesen war, welche sie gespürt hatte, eine Melodie die sich in den Vordergrund geschoben hatte... und dann sah sie es auch: Eine Riesenschlange, nicht weit weg von ihnen, die vor einigen Augenblicken ganz sicher noch nicht da gewesen war. Um den schuppigen, giftgrünen Körper der Schlange herum flimmerte die Luft, erst deutlich sichtbar, dann immer schwächer, bis letztendlich alles normal schien. Nur allzu gern hätte Lythiana in diesem Moment den Zeitablauf angehalten, vielleicht sogar etwas zurück gespult, um dieses Phänomen in aller Ruhe zu beobachten, ein Phänomen, von dem sie bisher nur geschrieben und gesprochen, dass sie aber noch nie beobachtet hatte: Eine Kreatur aus einer anderen Sphäre gelangte ohne einen Beschwörungsvorgang in diese Welt... Doch war es ihr leider nicht möglich, die Zeit anzuhalten, und so musste sie sich dem naheliegendsten zuwenden: Der Verteidigung. Denn die Schlange bewegte sich, mit einem aggressiv klingenden Zischeln, auf die beiden Frauen zu - schneller als man es ihr auf den ersten Blick zugetraut hätte. Lythiana verbreiterte den Abstand zwischen ihren Beinen, umfasste ihren Stab mit beiden Händen und hielt ihn, mehr drohend als abwehrend, vor sich. Aus den Augenwinkeln heraus sah sie, dass Lanaya das gleiche tat....
Wenig später kniete Lythiana, einen gut geschliffenen Dolch in der rechten Hand, neben dem Körper der toten Schlange nieder. So hatte sich der Ausflug in die Wüste doch noch gelohnt.
Verfasst: Mittwoch 8. November 2006, 19:48
von Lanaya Shevanor
Mühsam war sie Lythiana gefolgt.
Als wesentlich kleinere der beiden Frauen ging es sich ganz gut in ihrem Rücken und dennoch war der Sand überall hinein gekrochen. Nicht das es gereicht hätte diese Reise zweimal so kurz hintereinander auf sich zu nehmen. Normalerweise mied sie die Sonne so sehr wie eine Kirche der Temora. Ihre blasse haut war gerötet und spannte. Sollte dieser Sonnenbrand nicht wenigstens ein bisschen Bräune hinterlassen würde sie nie wieder den Versuch starten sich auf natürliche Art und Weise zu verändern.
Von der Schlange waren sie beide überrascht gewesen. Das Tier war auf wohl spektakulärste Art und Weise in diese Sphäre gelangt. Sie selbst verstand die Vorgänge nicht so tiefgehend wie die Schwester. Das hier war eindeutig nicht ihr Gebiet. Später ließ sie es sich von Lythiana erklären. Das Interesse die verschiedenen Zweige betreffend hatte sie ohnehin noch nie verbergen können. Nachdenklich lauschte sie den Worten dabei einen Fuß vor den anderen setzend als Ly plötzlich stehen blieb. Den Umhang eng vor der Brust zusammenhaltend trat sie neben sie. Es war überraschend kalt geworden kaum das die Sonne nicht mehr zu sehen war. Wie konnte man nur hier leben? Tausende Möglichkeiten eines für sie angenehmeren Ortes schossen ihr durch den Kopf. Dann jedoch galt ihre Aufmerksamkeit einem ganz anderen Schauspiel.
Direkt vor den zwei Ordensschwestern sahen sie eine der stolzen Reitechsen. Ihr Hals war gefährlich durchgebogen und die Laute die sie von sich gab waren eindeutig drohend. Das Tier war aufrecht wohl größer als die beiden Frauen und instinktiv traten sie zurück. Aufmerksamkeit wurde ihnen jedoch nicht zuteil. Etwas anderes schien die Echse zu stören. Immer wieder legte das Tier den Kopf zurück und schnatterte in schrillen Tönen die an einen Vogel erinnerten. Gleichzeitig zeugte der Laut jedoch von etwas wesentlich gefährlicherem. Die langen Beine mit den scharfen Krallen stellten selbst den wuchtigen Schnabel in den Schatten. Dann jedoch, schneller als die Beiden reagieren konnten, war das Tier auf und davon. Kurz hatten sie die Möglichkeit gehabt seine Bewegungen zu studieren. Mehr aber auch nicht. Auf der Heimfahrt erzählte sie Lythiana was Saheeb ihr eröffnet hatte. Zwar nicht viel, doch immerhin.
Verfasst: Sonntag 12. November 2006, 02:29
von Lythiana Cronor
Einen Tag später, zur Mittagsstunde:
Eine Kutsche hielt am Wegekreuz. Kaum dass die Räder still standen, öffnete sich die Tür und eine vollkommen in nachtschwarze Kleidung gehüllte Gestalt trat nach draußen. Die tief ins Gesicht gezogene Kapuze ihrer Robe und eine Stoffmaske verhinderten, dass einem etwaigen Beobachter mehr von ihr preisgegeben wurde als ein schmaler Streifen blasser Haut in Augenhöhe und ein gelegentliches Hervorblitzen meeresblauer Augen. Ihre rechte, in einem schwarzen Knochenhandschuh steckende Hand, war um einen hohen Stab derselben Farbe geschlungen, mit der Linken trug sie einen augenscheinlich gut gefüllten Beutel. Dicht um sie herum schien es eine Nuance dunkler zu sein als in der übrigen Umgebung - fast so, als ob Stab und Kleidung das Licht aufsaugten. Mit schnellen, weit ausgreifenden Schritten setzte sie sich in Bewegung...
Kurze Zeit später knirschte Sand unter den Stiefeln der Arkoritherin. Jene blieb stehen, so weit wie möglich entfernt vom Wasser, und stellte den Beutel neben sich auf dem Boden ab. Dann schloss sie die Augen... und lauschte. Lauschte den verschiedenen Klängen und Harmonien eines Liedes, welches die meisten Menschen nie bewusst würden wahrnehmen können. Nicht lange dauerte es, bis sie in der Vielfalt der Klänge genau den einen Ton gefunden hatte, den sie suchte...einen Ton der in ihrer Vorstellung untrennbar mit dem Bild einer giftgrünen, recht großen Schlange verbunen war. Dieser Ton war es, der auch als "Name" der Kreatur bekannt war. Sofort öffnete sie die Augen, umfasste ihren Stab fester und begann damit, Linien in den Sand zu ziehen. Lythiana ließ sich dabei eine Menge Zeit, zog die Linien sehr langsam, sorgfältig, und stur rechts herum - ohne dabei den Namen der Riesenschlange zu verlieren. Als sie fertig war, ging sie ein oder zwei Schritte nach hinten und betrachtete ihr Werk kritisch. Vor sich sah sie ein mehrere Schritt großes, nahezu perfektes Pentagramm - die Linien waren lückenlos gezogen, nichts überlappte sich. Daraufhin umkreiste die junge Magierin den Fünfstern in gebückter Haltung... behauchte es mit ihrem Atem, welcher sich leicht beschleunigt hatte. Sobald sie ihre Ausgangsposition, die oberste Spitze des Pentagrammes, welche die magische Kraft des Liedes symbolisierte, wieder erreicht hatte, biss sie sich kräftig auf die Unterlippe - die empfindliche Haut wurde verletzt, Blut quoll hervor, welches sie aufleckte. In ihrem Mund vermischten sich Speichel und Blut... sie schluckte die Mischung aber nicht herunter, sondern spuckte sie aus - einige dickflüssige, blutig-rote Speicheltropfen versickerten an der Spitze des Pentagrammes im Sand. Jenen Vorgang wiederholte sie auch an den übrigen vier Spitzen des Fünfsternes, welche die Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft symbolisierten. Langsam geriet die Arkoritherin ins Schwitzen, die schwarze Kleidung war wirklich nicht ideal für einen Aufenthalt am Strand... noch dazu zur Mittagsstunde. Oder war es doch die leichte Nervosität, die ihr den Schweiß aus den Poren trieb...? Immer noch in tiefem Bewusstsein des Liedes und des Namens der Kreatur ging sie in die Knie, holte einen kleinen Lederbeutel aus ihrem Bündel, öffnete ihn und griff hinein. Als sie die Hand wieder hervorholt, war jene zur Faust geschlossen. Wieder einmal umkreiste sie das Pentagramm im Uhrzeigersinn, ließ dabei gräulichen Staub aus ihrer Hand auf die Linien des Symbols rieseln. Erst als jede Linie davon bedeckt war schien sie zufrieden, gab den Rest des Knochenstaubes wieder in den Beutel. Nun blieb nur noch wenig zu tun....Wieder holte sie einen kleinen Ledersack aus ihrem Bündel, schnürte ihn auf, griff hinein... und legte mit den darin befindlichen Schlangenschuppen einen doppelten Kreis um das Pentagramm, abermals rechts herum. Ein magischer Kreis, gleichzeitig Paraphernalium - einerseits sollte die Kreatur anfangs innerhalb des Kreises gehalten werden, andererseits sollten die Schlangenschuppen der Schlange Lythianas Herrschaft vermitteln. Eines fehlte nun noch... Ein letztes Mal griff sie in ihr Bündel, holte einen ausgewachsenen, aber augenscheinlich toten Hasen heraus und warf ihn, ohne über die Linien zu treten, in die Mitte des Pentagrammes. Das Donarium... eine Opfergabe, die die zu beschwörende Kreatur besänftigen sollte. Nach einem langen, eingehenden Blick über das fertige Werk holte sie tief Luft... postierte sich wieder, außerhalb des Kreises, vor der obersten Spitze des Fünfsternes und schloss die Augen.
Wieder lauschte sie, forschte nach einem bestimmten Klang... ließ sich eine Weile lang von den verschiedenen Melodien treiben, bis sie schließlich jenen leisen, ein wenig dumpfen, immer vorhandenen Ton vernahm, der auch unter der Bezeichnung "Anker der Wirklichkeit" bekannt war. Doch ging sie dann noch nicht den nächsten Schritt, sondern lauschte noch einige Augenblicke länger - bis sie sich vollkommen sicher war, jenen Klang im Geiste festhalten zu können. Nun war es Zeit, den zweiten Schritt zu tun... instinktiv klammerten sich die Hände der jungen Magierin fester um ihren Stab. Sie richtete den astralen Blick ganz bewusst nicht mehr auf die eigene Welt, die Wirklichkeit die sie umgab, sondern konzentrierte sich auf das, was der Meister als "das ferne Echo des Nichtraumes" bezeichnet hatte... und sich in der Praxis als Stille herausstellte, als Abwesenheit jeglicher Klänge - ein so eindrückliches Schweigen, dass es in den Ohren dröhnte. Jenes Schweigen durchbrach sie, rief sich den Namen der Kreatur wieder in Erinnerung und folgte jenem Klang, hielt sich dabei jedoch immer mit einem Teil ihres Bewusstseins am Anker der Wirklichkeit fest. Gleichzeitig nahm sie einen Energiestrahl mit sich, den sie, sobald sie sich der heimischen Sphäre der Kreatur und dem Wesen selbst nahe genug wähnte, wie ein Lasso um die Kreatur warf. Schweißperlen glitzerten in jenem Moment auf Lythianas Gesicht, tränkten den Stoff der Maske... unwillkürlich hatte sie den Abstand zwischen ihren Füßen verbreitert, um einen sicheren Stand zu haben. Nun war es noch notwendig, weitere Bande um die Kreatur zu knüpfen, bestehend aus Tönen... dies tat die Arkoritherin, wirkte sorgsam eine Schlinge nach der anderen, bestehend aus den Klängen roten Wassers - das genaue Gegenteil des Namens der Kreatur. Dann zog sie... Just in diesem Moment glühten die Linien des Pentagrammes vor ihr in einem dunklen Rot auf, die Luft flimmerte, die Wirklichkeit schien sich über dem Symbol zu teilen und einem Stück anderer Realität Platz zu machen. Für einen Moment war eine unwirkliche Landschaft zu erahnen, sonnendurchglüht, von Steinen und Sand in ungewohnten Farben geprägt... Doch so schnell, wie die Erscheinung gekommen war, verschwand sie auch wieder. Die Luft flimmerte nur noch leicht - und die giftgrüne, große Schlange, die sich plötzlich auf dem Pentagramm wiederfand, zischte erbost. Sie hob den Kopf, starrte Lythiana an, welche ihre Augen wieder geöffnet hatte und sich keuchend auf ihren Stab stützte. Der Kopf der Schlange schwankte von rechts nach links, wieder zischte sie, bewegte sich ein Stück auf die Magierin zu - und stoppte am Rand des Kreises aus Schlangenschuppen, von einer unsichtbaren Barriere aufgehalten. Ein erneutes Zischen, dieses Mal jedoch ein wenig leiser... für einen Moment schien die Aufmerksamkeit der Schlange voll und ganz von den Schuppen eines ihrer Artgenossen gebannt zu sein. Dann erst schien ihr der Geruch des toten Hasens bewusst zu werden, sie drehte sich um, bewegte den Kopf dicht über den Hasen und entschied sich nach einer genauen Prüfung dafür, ihn in einem Stück hinunter zu würgen. Ein erleichtertes Lächeln stahl sich auf das Gesicht Lythianas.. erschöpft wischte sie sich mit dem Handrücken der rechten Hand über die Stirn. "KOMM!" rief sie der Schlange zu, zerstörte gleichzeitig den Schutzkreis indem sie ein oder zwei Schuppen entfernte. Und tatsächlich - die Schlange bewegte sich auf sie zu, verharrte ohne sie anzugreifen vor ihr. Wieder lächelte die Arkoritherin.... es hatte funktioniert. Nun war es an der Zeit, ihre Befehlsgewalt über die Schlange auf die Probe zu stellen...
Einem späteren Besucher des Strandes bot sich ein wohl unerwarteter Anblick... Ein eher ärmlich gekleideter Mann, eine Schaufel neben sich, bläulich im Gesicht angelaufen,Würgemale am Hals und Schaum auf den Lippen... vermutlich wird man auch, nach einigem Suchen, Bissspuren entdecken, die von einer Schlange stammen könnten.