Seite 1 von 1

Nettigkeiten unter guten Freunden

Verfasst: Donnerstag 2. November 2006, 18:06
von Rafael de Arganta
Er war jetzt schon einige Tage nicht mehr im Schloss gewesen, wollte sich nach Taris befinden erkundigen und auch Adrian besuchen.
Als er die Hallen betrat, musste er zugeben wie sehr ihm jenes fehlte.
Die Ritterschaft.
Wie er einst hie rein und ausgegangen war und die Aufgaben die er zu erfüllen hatte.
Seine Zugehörigkeit dem Reiche gegenüber.. gut das war er jetzt auch noch.
Er lächelte kurz. Wie hatte Darna so trefflich gesagt.
Ein Ritter ist man aus dem Herzen heraus.
Und das war er, so glaubte er jedenfalls.
Als er stimmen hörte, klopfte er an den Arbeitsraum Adrians um als dessen Herein ertönte ein zu treten, jedoch gleich zu stocken.
Adrian hatte Besuch.
Die Ritterin von Elbenau, Leutnant Adrenalon und Selissa saßen an dem Tisch und Rafael wollte sich gleich wieder empfehlen um zu einem andren Zeitpunkt wieder rein zu sehen, doch Adrian bat hin herein zu kommen um sich dann an Darna zu wenden.
„Ritterin von Elbenau würdet ihr wohl eurem Auftrage bezüglich dieses Mannes in der Tür
nachkommen?“

Rafael blinzelte. Was kam jetzt? Als er sah wie Darnas blick schlagartig mitleidig wurde, bekam er ein flaues Gefühl in der Magengegend.
„Vielleicht... solltet Ihr Euch erst mal setzen,“ empfahl die Ritterin ihm und er zögerte einen Moment bis Adrian sich an Adrenalon wendete. „Bitte entschuldigt kurz Leutnant doch ist ihm schlimme Kunde zuzutragen.“ Meinte der Graf mit einem Blick der so voller Sorge war, das Rafael sich nun doch erst einmal setzte. „Was ist jetzt wieder geschehen?“ fragte er ruhiger als es in seinem innerem aussah. Es schien als würde Darna nach Worten suchen und Rafael wurde es noch flauer. Sonst war Darna doch nicht so um Worte bemüht.
Die sie dann mühsam zusammen zu bringen schien. „Seine Hoheit hat mich gebeten, Euch an seiner Statt die Nachricht mitzuteilen... es ist wohl so, da er es nicht über die Lippen brächte, ohne da es ihn die Beherrschung kosten würde...“
Sie machte eine Pause und Rafaels Blick huschte zum Grafen der die Situation noch verschärfte in dem er sichtlich verstimmt die Fingerkuppen gegeneinander schlug.
„Und so muss ich dieser Pflicht wohl nachkommen.“ Fuhr sie langsam fort ... um wieder eine Pause ein zu legen.

Rafael platzte langsam der Kragen. In ihm wand sich sein Magen jetzt schon. WAS denn nun bei Temora noch mal!!“ brach es aus ihm heraus.
Darna schien sich zusammen zu nehmen und brachte nun heraus. „Seine Hoheit hat... Nachricht vom Kronrat erhalten... Mit neuen Anweisungen, was Euch angeht...“ sprach sie nun unheilschwer weiter.
„Dem Kronrat wurde aus uns wohl nicht unbekannten Quellen nun in vollem Umfang zugetragen, was alles geschehen ist - und sie haben es seiner Majestät Ador ebenso zu Ohren gebracht.“
Rafael stöhnte auf. Sein Vater war im Kronrat hatte er noch mehr gegen ihn in die Wege geleitet? Konnte es denn noch schlimmer kommen als es jetzt schon war? „Hat mein Vater mal wieder drin rumgerührt?“ fragte er fast etwas verbittert. „Und selbst die Meinung seiner königlichen Hoheit war da sehr eindeutig.“ Erklärte Darna weiter mit fast Grabesstimme
Rafael wurde abwechselt knallrot dann aschfahl. „Das kann nicht eurer Ernst sein. Sie belasten ein Kind mit so was? “ Ließ er sich vernehmen.
„Doch das ist unser Ernst.“ Warf Adrian nun ein. „Adors Urteil über dich war sehr eindeutig , kindlich aber eindeutig.“

Rafael starrte seinen Freund entgeistert und irgendwie zwischen Unglaube und am Boden zerstört an. “Toll! Und was ist es das er will? Das ich zu Angelina zurückkehre?“
Adrian schüttelte den Kopf und sah wie sein Freund sich die Haare raufte. „Ich sollte meinen Vater umbringen... ganz bestimmt sollte ich das.“ Fluchte der ehemalige Ritter sichtlich aufgebracht nun.
Adrian fuhr den ehemaligen Ritter sofort an „Rafael halte an dich , du wirst deinen Vater nicht behelligen!“
„Natürlich nicht.“ Entgegnete Rafael Kopfschüttelnd. Es war ein Bemerkung in Rage ausgesprochen.
Adrian sprach langsam weiter. „Es wurde über dich befunden und das Urteil wird am Sonntag
vor dem versammelten Adel gesprochen. Es sind alle geladen, wie es angemessen ist.“
Rafaels Kopf ruckte hoch.
„Bitte was? Vor allen?“ Ließ er sich vernehmen, totenbleich wirkend.
„Was will er mir denn noch nehmen?“ er ballte nun doch die Hand unbewusst zur Faust.
Adrian sprach in stoischer Ruhe weiter. „Fakt ist, ich ja wir alle beugen uns dem Urteil unseres künftigen Königs.“

Einzigst Rafaels Zähneknirschen durchbrach die Stille bevor er antwortete „Ja... natürlich!“
Adrian sah ihn eigentümlich an bevor er dann meinte.
„Ich denke wir dürfen um Unheil abzuwenden das gesamte Ausmaß des Urteils
nicht bis Sonntag zurückhalten er sollte wissen was ihn erwartet bevor ein Unglück geschieht.“
Rafael sah auf. „ihr kennt es bereits?“ er sah wie Darnas Mimik sich versteinerte
„Was ist es... wird er mich des Landes verweisen?“
Adrian blickte ihn ernst an. „Nein... es ist weiter schlimmer.“
Rafaels Wangenmuskeln zucken, in ihm brodelte und kochte es und er hatte sichtlich mühe sitzen zu bleiben. Dennoch meinte er fast ruhig . Schlimmer? Geht nicht!“

Adrian sah ihn fast betroffen an bevor er weitersprach. „In Anbetracht deiner Taten die dem Kronrat in vollem Umfang bekannt sind und nun auch Ador selbst
wurde über dich befunden dir folgendes Urteil zuzusprechen...
Du mögest niederknien am Tage der Sonne. Dein Haupt senken während ein Schwert über dich erhoben wird.“ Adrian machte eine Pause und Rafael blinzelte während er langsam begann etwas zu erahnen ohne es wirklich glauben zu wollen.
Der Graf sprach weiter„Auf dass es herabfahre.. auf dich... genauer gesagt auf deine linke , dann deine rechte Schulter.“
Er endete... von Rechst hörte er ein seltsam ersticktes Laut von Darna während er Adrian starr ansah, der nun doch das Schmunzeln nicht unterdrücken konnte.
Betont langsam legte er beide Hände auf die Tischplatte und erhob sich dann.
„Du... dudu meinst... “ begann er langsam bevor die Ahnung die in ihm hochkroch langsam zur Gewissheit wurde...
Man hatte ihn reingelegt derbe hereingelegt....
„Nun sieh mich nicht an wie ein Kalb dessen Mutter geschlachtet wurde.“ Ließ sich Adrian nun sichtlich feixend vernehmen.
„Ja du wirst wieder erhoben in den Ritterstand, auf klaren Geheiß Ador's selbst.
Um ihn anhand des Briefes den ich bekam vom Kronrat zu zitieren Wenn jemand jemandem hilft soll er etwas dafür bekommen.“
Rafael atmete auf als ihm der ganze Umfang dieser .... Verschwörung klar wurde. Höllenqualen hatte er gelitten und seine beiden ... Freunde sich wohl einen derben Spaß daraus gemacht ihn so zu aufziehen.
Mit einem Leisen Schrei brach es nun aus ihm heraus. Getragen durch Freude und unendliche Erleichterung „Aaaaadiran du elender MISTKERL und ja Darna hilft naatürlicih mit ...
War ja klar!!!!“
Während er noch das Dunkel der schon gedachten Strafe von sich schüttelte lachten Adrian und die Ritterin los.
„Ich hätte beinahe einen Herzinfarkt bekommen.“ Schimpfte Rafael angesichts des schallenden Gelächters.
Adrian war aufgestanden und schlug ihm auf die Schulter. „Es war mir eine Freude!“
Auch Darna beugte sich zu ihm, ihm auf die Schulter klopfend „Ja wir sind ja so gemein ich weiss.“
... woran erinnerte ihn diese Geste nur... daran das einmal Adrian in der Mitte saß und er und Darna ihm mitfühlend auf die Schulter klopfte.
„Darna ich schwöre... ich werde mich revangieren!“
Die Ritterin sah ihn unbekümmert und noch immer grinsend an.
„Hab ich nicht gesagt, Ihr solltet Euch lieber setzen?“
Dankend nahm er den Glückwunsch Adrenalons und Selissa an doch benötigte er immer noch einen Moment sich von dem Schrecken den die beiden ihm beigebracht hatten zu erholen.
„Oh man!“ stöhnte er nur langsam wirklich begreifend was vor sich ging.
Er würde wieder Ritter sein.
„Ein Hoch auf den kommenden König ließ sich Adrian vernehmen und sie stimmten mit ein.“
Nur um dann wieder zu ernsteren Themen zu kommen, denen Rafael kaum folgen konnte.
Sein Blut rauschte ihm immer noch in den Ohren, fassungslos begreifend, was geschehen war und würde.
Er würde wieder Ritter sein. Dürfte dem Reich, dem Truchsess und dem König dienen.
„Entschuldigt mich einen Moment.“ Platzte es schließlich aus ihm heraus und unter den irritierten Blicken der anwesenden stürmte er hinaus.

Kurz darauf durchdrang ein lauter Glücksschrei das Schloss.
„Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahoooooooooooooooooooooooo!“
Lang lebe der König!

Verfasst: Donnerstag 2. November 2006, 18:42
von Darna von Hohenfels
Wenn sie es manchmal blendend schaffte, eine falsche Rolle zu spielen, dann die, ernst zu sein. Heute wurde Rafael das Opfer dieser Kunst.
"Seine Hoheit hat mich gebeten, Euch an seiner Statt die Nachricht mitzuteilen... es ist wohl so, daß er es nicht über die Lippen brächte, ohne daß es ihn die Beherrschung kosten würde..."
War ja auch klar - sie kannte das verräterische Glitzern, das nur zu oft in des Grafen Augen trat, wenn er seinem schalkhaften Wesen in vollen Zügen nachgab. Aber selbst er spielte seine Rolle gerade gut - das machte es ihr nur leichter.

"Dem Kronrat wurde aus uns wohl nicht unbekannten Quellen nun in vollem Umfang zugetragen, was alles geschehen ist..."
Der nächste Punkt für sie. Der Kronrat hatte natürlich von Adrian von den Geschehnissen im Grafenschloß erfahren - ihnen beiden somit nicht unbekannt - aber es war zu erwarten gewesen, daß Rafael seinen Vater verdächtigen würde.

"Ich sollte meinen Vater umbringen... ganz bestimmt sollte ich das."
Für einen entscheidenden Moment verflog aller Humor - DAS war nicht Sinn der Aktion. "Auch Humor ist eine Tugend, doch alles Gute kann verdorben werden." Bruchteile von Herzschlägen, in denen ihr bewusst wurde, daß sie zu weit gingen. Sicher hätte es Rafael nicht einmal verdient, wieder Ritter zu werden, wenn er sich zu sowas hinreißen ließe - doch man konnte den Bogen überspannen.
Ein Blick zu Adrian... reichte. Sie dachten gleich. "Ich denke wir dürfen, um Unheil abzuwenden, das gesamte Ausmaß des Urteils nicht bis Sonntag zurückhalten."
Nein. Durften sie nicht. Aber es war Adrians Privileg, das aufzulösen, also versteinerte sie ihre Mimik noch mehr, um nichts zu verraten. Rafael sah sie an und sie merkte, wie im das Herz nur noch tiefer in die Eingeweide sank. Der arme Kerl.
"Ja, ich quäl dich auf Befehl und hab Spaß dabei, tut mir ja leid, Rafael...", es tat langsam in den Gesichtsmuskeln weh, das Grinsen zu unterdrücken.

"Auf dass es herabfahre.. auf dich..."
"...und dir die Ohren abschneidet", vollendeten ihre Gedanken spontan den Satz und sie konnte bald nicht mehr. Die Luft anhaltend, ließen sich krampfhaft unterdrückte Prustgeräusche von ihr vernehmen.
Auch das kannte Adrian schon, und er erlöste sie: "Atmen, Ritterin."
Ihr schallendes Gelächter brach in den Raum, daß Selissa sie verwundert ansah.
"Aaaaadrian du elender MISTKERL und ja Darna hilft natürlich mit ...
War ja klar!!!!"
Sie grinste haltlos, beugte sich rüber, klopfte Rafael auf die Schulter, der nach vorne gebeugt am Tisch stand. Adrian tat desgleichen mit Rafaels anderer Schulter...

Ein kurzer Blick von seiner Hoheit, still, vielsagend. Ein flüchtig beunruhigtes Grinsen Darnas. In Ordnung. Entschiedene Sache. Sie und Rafael hatten Adrian gnadenlos auf die Schippe genommen, nun hatten sie und Adrian Rafael desgleichen angetan...

Sie würde genauso unter der Rache leiden.
Nicht heute. Nicht morgen.
Irgendwann...

Das waren ihre guten Freunde ihr schuldig...