Tage unter Tage - zu Gast in Nilzadan
Verfasst: Freitag 27. Oktober 2006, 01:34
Und sie hatte sich mal im Stillen darüber beschwert, zwischen Sägespänen zu schlafen?! Unter ihren Stiefeln knirschten winzigste Steinchen, Kiesel, und ein paar Erzbrocken hatten sich bereits als Stolperfalle erwiesen.
Sie zündete die Laterne an, inzwischen grob erahnend, wann die Wirkung der Augensalbe nachlassen würde. Gesegnet sollte Ungerim Goldspalter für die umfangreiche Bereitstellung des Mittels sein, das Dunkelheit zur Nichtigkeit werden ließ. Hatte sie sich anfangs tatsächlich mit dem Gedanken anfreunden wollen, sich mit einer Fackel oder Laterne die Stadt der Zwerge anzusehen? Sie hatte bislang immer gedacht, sie käme mit Dämmerlicht gut zurecht...
Was wohl auch stimmte... für einen Menschen...
Sie dachte an den Anblick der Binge zurück und schauderte erneut. Nein. Jede Notwendigkeit einer Fackel für einen solchen Anblick, der sich einem bieten konnte, wäre regelrecht Frevel gewesen. Ein schier unendlich wirkendes Areal, Stollen, Schächte, Gänge, die sich in ihrer Weite verloren. Hier schürften die Khaz-Aduir die Kostbarkeiten... nein. Nein, dieser Berg - dieser ganze Berg war die Kostbarkeit.
Als hätte die Binge ihr die Augen öffnen müssen.
Die Leichtigkeit, mit der die Wächter des Berges sich hier zurechtfanden, gemahnte an das Werk Cirmias' - er hatte die Zwerge in der Perfektion eines meisterlichen Handwerkers dafür geschaffen, diesen Berg zu hüten und hatte ihnen als Entlohnung der Pflicht die Fähigkeit gegeben, ihn auch bestmöglich für sich zu nutzen.
Sie sah auf die dünne Schlafmatte und wusste, nach Nächten der Gewöhnung an ein Bett des Grafenschlosses würden die Nächte hart werden, in zweifachem Sinne des Wortes.
Sie fühlte sich betäubt - fast zuviele Eindrücke auf einmal. Die Tore in eine andere Welt hatten sich ihr geöffnet und staunend war sie eingetreten. Sie wollte sich als guter Gast erweisen. Nur zu erahnen, was hier alles anders war, was sich hier alles offenbaren mochte. Man hätte Angst haben können, als fiele man in einen tiefen Schacht, wollte man alles gleichzeitig erfassen.
Das Symbol des Temorakreuzes gab erneut Weisung und Halt. Nicht sich verlieren. Lernen. Verinnerlichen. Zu sich finden.
Und hier... irgendwo... war die Geburtsstätte der Gütigen. Hier irgendwo war sie erschaffen worden, aus der wundervollen Harmonie und Macht ihrer Mutter, ihrem fallenden Bruder ein Gegenhalt zu sein.
Hier irgendwo.
War dieser Ort zu erreichen? Zu spüren? War er versigelt, verschlossen, zu heilig, entzog er sich allem sterblichen Verständnis?
Schon die Fragen erzeugten Gänsehaut.
Hier irgendwo...
Sie zündete die Laterne an, inzwischen grob erahnend, wann die Wirkung der Augensalbe nachlassen würde. Gesegnet sollte Ungerim Goldspalter für die umfangreiche Bereitstellung des Mittels sein, das Dunkelheit zur Nichtigkeit werden ließ. Hatte sie sich anfangs tatsächlich mit dem Gedanken anfreunden wollen, sich mit einer Fackel oder Laterne die Stadt der Zwerge anzusehen? Sie hatte bislang immer gedacht, sie käme mit Dämmerlicht gut zurecht...
Was wohl auch stimmte... für einen Menschen...
Sie dachte an den Anblick der Binge zurück und schauderte erneut. Nein. Jede Notwendigkeit einer Fackel für einen solchen Anblick, der sich einem bieten konnte, wäre regelrecht Frevel gewesen. Ein schier unendlich wirkendes Areal, Stollen, Schächte, Gänge, die sich in ihrer Weite verloren. Hier schürften die Khaz-Aduir die Kostbarkeiten... nein. Nein, dieser Berg - dieser ganze Berg war die Kostbarkeit.
Als hätte die Binge ihr die Augen öffnen müssen.
Die Leichtigkeit, mit der die Wächter des Berges sich hier zurechtfanden, gemahnte an das Werk Cirmias' - er hatte die Zwerge in der Perfektion eines meisterlichen Handwerkers dafür geschaffen, diesen Berg zu hüten und hatte ihnen als Entlohnung der Pflicht die Fähigkeit gegeben, ihn auch bestmöglich für sich zu nutzen.
Sie sah auf die dünne Schlafmatte und wusste, nach Nächten der Gewöhnung an ein Bett des Grafenschlosses würden die Nächte hart werden, in zweifachem Sinne des Wortes.
Sie fühlte sich betäubt - fast zuviele Eindrücke auf einmal. Die Tore in eine andere Welt hatten sich ihr geöffnet und staunend war sie eingetreten. Sie wollte sich als guter Gast erweisen. Nur zu erahnen, was hier alles anders war, was sich hier alles offenbaren mochte. Man hätte Angst haben können, als fiele man in einen tiefen Schacht, wollte man alles gleichzeitig erfassen.
Das Symbol des Temorakreuzes gab erneut Weisung und Halt. Nicht sich verlieren. Lernen. Verinnerlichen. Zu sich finden.
Und hier... irgendwo... war die Geburtsstätte der Gütigen. Hier irgendwo war sie erschaffen worden, aus der wundervollen Harmonie und Macht ihrer Mutter, ihrem fallenden Bruder ein Gegenhalt zu sein.
Hier irgendwo.
War dieser Ort zu erreichen? Zu spüren? War er versigelt, verschlossen, zu heilig, entzog er sich allem sterblichen Verständnis?
Schon die Fragen erzeugten Gänsehaut.
Hier irgendwo...