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Tage unter Tage - zu Gast in Nilzadan

Verfasst: Freitag 27. Oktober 2006, 01:34
von Darna von Hohenfels
Und sie hatte sich mal im Stillen darüber beschwert, zwischen Sägespänen zu schlafen?! Unter ihren Stiefeln knirschten winzigste Steinchen, Kiesel, und ein paar Erzbrocken hatten sich bereits als Stolperfalle erwiesen.

Sie zündete die Laterne an, inzwischen grob erahnend, wann die Wirkung der Augensalbe nachlassen würde. Gesegnet sollte Ungerim Goldspalter für die umfangreiche Bereitstellung des Mittels sein, das Dunkelheit zur Nichtigkeit werden ließ. Hatte sie sich anfangs tatsächlich mit dem Gedanken anfreunden wollen, sich mit einer Fackel oder Laterne die Stadt der Zwerge anzusehen? Sie hatte bislang immer gedacht, sie käme mit Dämmerlicht gut zurecht...
Was wohl auch stimmte... für einen Menschen...

Sie dachte an den Anblick der Binge zurück und schauderte erneut. Nein. Jede Notwendigkeit einer Fackel für einen solchen Anblick, der sich einem bieten konnte, wäre regelrecht Frevel gewesen. Ein schier unendlich wirkendes Areal, Stollen, Schächte, Gänge, die sich in ihrer Weite verloren. Hier schürften die Khaz-Aduir die Kostbarkeiten... nein. Nein, dieser Berg - dieser ganze Berg war die Kostbarkeit.
Als hätte die Binge ihr die Augen öffnen müssen.
Die Leichtigkeit, mit der die Wächter des Berges sich hier zurechtfanden, gemahnte an das Werk Cirmias' - er hatte die Zwerge in der Perfektion eines meisterlichen Handwerkers dafür geschaffen, diesen Berg zu hüten und hatte ihnen als Entlohnung der Pflicht die Fähigkeit gegeben, ihn auch bestmöglich für sich zu nutzen.

Sie sah auf die dünne Schlafmatte und wusste, nach Nächten der Gewöhnung an ein Bett des Grafenschlosses würden die Nächte hart werden, in zweifachem Sinne des Wortes.
Sie fühlte sich betäubt - fast zuviele Eindrücke auf einmal. Die Tore in eine andere Welt hatten sich ihr geöffnet und staunend war sie eingetreten. Sie wollte sich als guter Gast erweisen. Nur zu erahnen, was hier alles anders war, was sich hier alles offenbaren mochte. Man hätte Angst haben können, als fiele man in einen tiefen Schacht, wollte man alles gleichzeitig erfassen.
Das Symbol des Temorakreuzes gab erneut Weisung und Halt. Nicht sich verlieren. Lernen. Verinnerlichen. Zu sich finden.

Und hier... irgendwo... war die Geburtsstätte der Gütigen. Hier irgendwo war sie erschaffen worden, aus der wundervollen Harmonie und Macht ihrer Mutter, ihrem fallenden Bruder ein Gegenhalt zu sein.
Hier irgendwo.
War dieser Ort zu erreichen? Zu spüren? War er versigelt, verschlossen, zu heilig, entzog er sich allem sterblichen Verständnis?
Schon die Fragen erzeugten Gänsehaut.
Hier irgendwo...

Verfasst: Sonntag 29. Oktober 2006, 17:21
von Darna von Hohenfels
Darna und vier Zwerge

Als guter Gast hätte sie besser die Gesetze lesen sollen... verfluchter Dreck! Und sowas ausgerechnet ihr, das war doch schon makaber! Nicht mehr willkommen in Nilzadan... das brannte in den Eingeweiden, und als sie ins Schloß zurückgekehrt und sich zur Ruhe begeben hatte, lag sie noch länger wach, mit hinter dem Kopf verschränkten Händen in die Dunkelheit zur Decke starrend.
Ihr Rücken von der gestrigen Nacht tat noch weh, aber das war eher nichtig. Jetzt, wo sie zur Ruhe kam, fühlte sie sich innerlich müde, fast ausgelaugt, geschunden. Und das kam nicht von dem harten Steinboden unter der Schlafrolle.

Sie ahnte, daß es eine gute Seite hatte, daß ihr Besuch in der Binge so ungeplant ein Ende gefunden hatte. Aradan hatte sie bitter gebraucht. Viola war zurück und sie konnte ihr nicht einmal mehr Aufmerksamkeit geben, als ihr Selissa zur Seite zu stellen. Jetzt würde sich auch noch herausstellen müssen, ob Luzcillas Bestreben, mit ihren Spionageanschuldigungen Unruhe im Regierungsapparat der Grafschaft zu stiften, Erfolg haben würde. Sie durfte sich davon nicht zu sehr ablenken lassen. Aradan durfte nicht stürzen, auf keinen Fall. Ihn aufzufangen, zu stützen, auf Kurz zu halten kostete gerade schlicht enorm viel Kraft, auch wenn es jeden Aufwand wert war und Erfolg zeigte, Platz für Hoffnung ließ. Viola machte sich Sorgen um ihre Fluchgeschichte, und das war ihr auch nicht zu verdenken. Daß Darna sich da aber nun über Eventualitäten den Kopf zerbrach, dafür war keine Luft. Sie musste handeln, wenn es eben Zeit dazu war. Das Gleiche bei Selissa.
"Du reagierst nur noch", stellte sie flüchtig fest und ahnte, daß das gefährlich war. Sie geriet in Zugzwang und hatte zu viele Figuren zu decken. Vielleicht käme irgendwann das Schachmatt, gegen das sie mit Händen und Füßen kämpfte.

Sie reagierte nur noch...
Es wäre das Einfachste, wenn sie das Ereignis im Berg einfach möglichst ruhen ließ, sich aus dem Ganzen zurückzog und es Hudgarr und Adrenalon überließ, diese leidige Geschichte mit dem Bier klären zu lassen.
Sie presste die Augen zusammen und jeder, der die daraus resultierende Mimik gesehen hätte, hätte auf "Kopfschmerzen" getippt.
Dieser ganze Aufruhr, weil Adrenalons Worte, Krekryth und der Angure sollen ihr "Gebräu" doch in einer Taverne trinken, als direkte Beleidigung des Zwergenbieres erachtet wurde... "Gütiger Himmel, sie sind doch alle verrückt geworden", grollte sie leise in die Nacht.
"Auch unter Menschen gibt es... verbale... 'Wühler'...", hatte sie in der Taverne der Zwerge Karggosch zu erklären versucht, und nachdenklich hatte der Schmied genickt. Sie mochte ihn. Er war gesetzt, ruhig, besonnen, machte keinen Aufstand aus Kleinigkeiten. Es war ihm als ihrem Gastgeber gewissermaßen mit zum Verhängnis geworden, denn er hatte es nur befürwortet, daß sie ihre Stoffsachen gegen ihre Rüstung eintauschte, weil sie mittlerweile den Eindruck gewonnen hatte, es sei im Berg die "angemessenere Kleidung". Niemand hatte daran gedacht, ihr ihr Ritterschwert abnehmen zu wollen.
§ 2.2a] Metallene sowie metallbeschlagene Ruestungen und Waffen die eine Groesse von einem Fuss ueberschreiten sind abzulegen und koennen bei den Torwaechtern oder einem vertrauten Zwerg hinterlegt werden.


Und so hatte sie in aller Seelenruhe gerüstet und mit ihrem Schwert gegürtet in der Taverne gesessen, hatte versucht, mit Krekryths Beleidigungen gegen Adrenalon umzugehen. Wieder einmal erwies es sich als Spagat, Dienst vom Privaten zu trennen. In der sich ständig ändernden Situation abzuwägen, ob der Oberst zuständig war, weil es um den Leutnant ging, oder die liebende Frau, weil Adrenalon angegriffen wurde. Wie weit durfte sie dabei das - hier erschreckend geringe - Gewicht ihres Ritterstandes nutzen, ohne seine Hoheit zu diskreditieren?
Ihr Unmut war an der scheinbar nahezu wahllosen Aggressivität des Wühlers genug gewachsen, um ein Duell hinzunehmen. Sie hatte ihn gewarnt, doch merklich galten hier einzig die Regeln der Zwerge. Es war ihr langsam scheißegal geworden, wie ungesund ein Duell gegen einen Wühler war - Hauptsache, es war aus der Welt und fertig.
Doch war in der Fremdheit der Kulturen dem Sippenvertreter der Diamantbärte überhaupt gegenwärtig, daß ein Duell dazu diente, tödliche Auseinandersetzungen zu vermeiden?
Oder würde es hier nur als Erlaubnis gelten, sie zu einem leblosen Haufen Hackfleisch zu verarbeiten, aufgespießt von diesem Dornenhelm?

Torgal Mithrilbolzen war in die Taverne gekommen - und damit war die Situation vorläufig eskaliert. Daß er aufgebracht war, hörte man an seiner Lautstärke. Sie verstand kein Wort. So hatte sie lieber Krekryth im Auge behalten, während Karggosch sich mit Torgal unterhielt.
Sie hatte nebenher noch ein paar Worte mit Daragosch Goldspalter gewechselt, der ihr anfangs noch glatt zuzutrauen schien, sie könnte ein Goldkörnchen aus der Mine klauen, der sich jedoch ebenso als eigentlich umgänglicher Geselle erwiesen hatte.
Torgal brüllte noch etwas, und sie drehte den Kopf in seine Richtung.
Im nächsten Moment hatte sie es auch schon einzig ihren durch Kämpfe geschulten Instinkten und tiefsitzender Angst zu verdanken, daß sie sich schnell genug zur Seite kippen ließ, um dem schweren Bierkrug zu entgehen, der Richtung ihres Kopfes geflogen war, von ihrer Schulterplatte abgelenkt wurde und an der Tischkante in dicke Scherben zerbarst. Was der Krug mit ihrem Kopf angestellt hätte, wollte sie gar nicht wissen.
Gelähmt vor Schreck hatte sie auf der viel zu niedrigen Bank gesessen und den wütenden Zwergen angestarrt. Karggosch schob sich zwischen sie und Torgal. Selbst Daragosch stand jetzt auf. Krekryth hätte sie sicher am liebsten schlicht verprügelt gesehen und folgte wenig später Torgal, der aus der Taverne stapfte.

"Ich habe als Gastgeber versagt", hallten ihr Karggoschs traurige Worte draußen an der Kutsche noch selbst jetzt in den Ohren. Er tat ihr irgendwie so leid, daß sie ihn am liebsten tröstend geknuddelt hätte, wäre das nicht vollkommen albern gewesen.
Nein. Sie hätte besser aufpassen müssen. Als sie hinterher gründlicher die Gesetze las und ihr darunter
§ 2.2b] Nur den Freunden der Zwerge ist es gestattet in vollem Umfang Waffen im Inneren der Stadt zu tragen.

war es ein aberwitziges Aufflackern von Hoffnung gewesen, das quälend vernichtend erstarb - nein, als Freundin der Zwerge durfte sie gewiß nicht gelten. Ob das überhaupt jemand tat? War es gerade bei Wühlern möglich, einen solchen Zustand zu erreichen und zu wahren, wenn man nicht im Grunde selber einer war? In ihrem eigenen Herzen war sie wohl deutlich eher Hammergrund als Feuerklinge - sie seufzte wieder.

"Es sind eure Gesetze und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Damit habe ich doch eigentlich schon täglich zu tun und jetzt sowas... es tut mir leid, Karggosch. Es tut mir ehrlich leid."
Würde ihm nun deswegen etwa auch noch irgendwas blühen? Sie hatte unter seinem Schutz gestanden. Allein der Gedanke drehte ihr den Magen um.
Der Gedanke, da Hudgarr und Adrenalon reinzuschicken, in diese Atmosphäre, ließ in ihr nichts mehr als blanke Angst aufkommen. Die Gesetze der Zwerge klangen nach drakonischer Strafgebung - und das Vertrauen, daß Besonnenheit sich durchsetzen und harmlose Dinge sich auch als solche auflösen würden... war fort.
"Immer tun die Langbeiner etwas, und nie will einer schuld gewesen sein", entsann sie sich Daragoschs Worten. Sie konnte für sich Konsequenzen ziehen und sich den Tatsachen stellen, offen bei den Zwergen für ihren Fehler einstehen und erdulden, was auch immer sie mit ihr anstellen würden...
"Siebenfach ist dein Weg. Der Weg der Ehre ist hier nicht zu beschreiten. Ich habe in ihren Augen keine Ehre, oder meine Ehre geschmälert. Ich schätze, Demut ist ein Weg, zur Ehre zurückzugelangen.
Ich bin Ritter.
Ich werde. NICHT. WEGLAUFEN!"


Sie schlug die Decke zurück, stand auf, setzte sich in Bewegung, in ihrem Nachthemd Schreibzeug und Papier zu suchen, hielt aber bereits inne, als sie den Vorhang ihrer Schlafkammer berührte.
Was hätte jetzt eigensinniges und nur vor sich selbst verantwortlliches Handeln jetzt für Konsequenzen? Sie wollte Adrenalon nicht tiefer in irgendwas rinreißen, als er schon drin war. Adrian würde mit Sicherheit überhaupt nicht darüber begeistert sein, seine "beste Ritterin" in ernsthaften gesetzgeberischen Auseinandersetzungen mit den Zwergen zu sehen. Wie ein eingesperrtes Tier lief sie zwei Schritte auf und ab, schlug sinnlos in den Vorhang.
Verdammt. Verdammt!
Das war doch alles zum...

Ächzend ließ sie sich auf's Bett fallen und atmete zittrig durch.
Was tun?

Verfasst: Montag 30. Oktober 2006, 12:41
von Karggosch Hammergrund
"Das Wort eines Khaz-Aduir wird nie zurückgenommen."

Alte Traditionen hatten durchaus ihre Tücken und so war es nicht verwunderlich, als sich das an sich beispielshafte Sprichwort förmlich gegen ihn wandte, als er es aussprach.

Er hatte sein Wort gegeben Darna gastfreundschaftlich entgegenzutreten und als sich der erste Tag ihres Besuches dem Ende zuneigte, verspürte er sogar eine gewisse Verbundenheit zu ihr.
Ihre ruhige Art, die fast unersättliche Neugierde, das Vermögen die Welt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten und der Wille den eigenen Glauben durch Taten und nicht durch Worten zu dienen- all dies waren Eigenschaften, die ihm von seinen Sippenverwandten vertraut waren.
Er konnte sich zwar kaum ausmalen, wie dieses erschreckend große Weib mit dem milchigen und doch gezeichnetem Gesicht wohl aussehen musste, wenn sie mit einem Bart zur Welt gekommen wäre, und doch verbanden erstaunlich viele Eigenarten die beiden so ungleichen Wesen.


Aber er hätte es ahnen müssen...
Ein guter Hammergrund sollte bei der Arbeit immer zehn Hammerschläge vorrausdenken...

sollte...

Was hatte er sich dabei gedacht, ein Langbein in die große Stadt Kaluriens einzuladen?
Auch wenn er zu seinem Wort stand und seine Entscheidung keinen Fingerbreit bereute, so nagte doch der Frust über die Ereignisse an seinem Gewissen.
Die explosionsartigen Anfälle des sonst eher skeptisch-zurückhaltenden Wühlers der Diamantbärte hatten ihn genauso überrumpelt wie der Bierkrug, der plötzlich von Torgals Händen aus Richtung Darna flog.
Beinahe schockiert postierte er sich vor seinem Gast, immer noch nicht fassen könnend, dass er anscheind die Geduld seiner Brüder überschätzt und das Risiko seines Unternehmens unterschätzt hatte.

"Metall zu tragen ist keine Gewohnheit, sondern eine Lebenseinstellung."
Hatte der alte Givrol immer schon erklärend seinen beiden Söhnen beibringen wollen.

Hoffnung keimte in ihm auf, als er sie in einer prunkvoll verzierten Rüstung sah, die zwar von der Machart nach Zwergenstandart plump erschien, aber dennoch auf ihre Weise einen gewissen Charme versprühte.
Mit Stolz Metall zu tragen war die richtige Lebenseinstellung, um die Traditionen der Khaz-Aduir zu verstehen.
Umsomehr verstimmte es ihn, als diese Hoffnung jäh von seinen Brüdern zerschlagen wurde...

Das Gesetz zum Schutz des kalurischen Volkes war für seine Brüder nur ein willkommenes Mittel, um ihre Wut über die Kurzlebigen auf Darna zu projizieren.
Zu tief saß die Enttäuschung über die Auseinandersetungen mit den Kurzlebigen, als dass alte Fehden so leicht verziehen werden konnten.

Der erste Versuch eine Bande zwischen beiden Völkern zu formen war ein Rückschlag, doch würde er nicht ruhen, bis sein Werk die richtige Form angenommen hatte.
Denn immerhin war er ein Hammergrund.

Verfasst: Montag 30. Oktober 2006, 19:52
von Torgal Hammergrund
Fast zwei ganze Wach und Schlaf Zyklen war er unterwegs gewesen, schritt er durch die weiten dunklen Stollen Kaluriens ohne Zwergenbier ohne Rast und stets mit dem schleichenden Gefühl des Unwohlseins im Nacken welches Nilzadan in den letzten Tage umgab seid dem das Lachen in der Mine und die weisse, grinsende schemenhafte Gestalt erschien. Das Blut unterlaufene ihm noch gebliebene Rechte Auge eines Armbrustschützen, konnte sich mittlerweile der ansonsten gewohnten manchmal staubigen manchmal schwül heißen manchmal feucht kalten Umgebung nicht mehr vollkommen erwehren, dem Zwergen schwand die Sicht und die Kehle hatte schon lange nicht mehr den bitteren herben wunderbaren flüssigen Lebenshauch der Khaz Aduir gekostet. Nur
die unnachgiebige Konzentration eines Khaz Aduir der mit Herz und Geist hinter der Aufgabe des Bergvaters -dem bewachen Nilzadans- stand, hielt ihn auf seinen langen Märschen durch die verzweigten Stollen stets bei allen Sinnen, doch diese schwand und wich allmählich der Müdigkeit und... dem Durst! Dem entsprechend auf ein Ziel und auf eine nicht unerhebliche Spannung gebracht waren die Nerven Torgals ausgerichtet als er den Wohnbezirk der Stadt im Berg betrat. Einen Abstecher zu seinem Heim ließ er sich nicht nehmen, den Helm ließ er dort und strich sich schnell den Dreck aus dem Bart mit einer Bürste, so schnell wie er gekommen war, verließ er sein Haus auch wieder, denn der Gedanke an frisch gezapftes mit großer fester Krone und dem Hammer im dunklen verborgen, lockte den Einäugigen in die Taverne welche seinem Haus am nächsten war.

Die Sinne vom Durst erfüllt, trat er in die Taverne, die eine Hand am Bart die andere am Bauch, der Blick war nur für den Wirt und dessen Bier reserviert. Auf dem Weg zu Balendil stapfte Torgal an Krekryth vorbei und einer von ihm angezettelten zünftigen Rauferei - so vermutete der zwerg im vorbeigehen - . Der Erste Schluck. Herrlich. Und die Welt nahm langsam wieder ihre alte Schärfe und Farben(Metall)pracht an, und mit einem schlag kollidierten Erinnerung und tatsächliche Wahrnehmung: das war keine Rauferei die Krekryth in Wut gesetzt hatte, nein es war etwas bartloses und klobig gerüstetes in der Taverne: Eine Langbeinfrau die Torgal grob als 'Darna' erinnerte. Der Wühler war zwischenzeitlich gegangen. Und Torgal nahm lieber noch einen Schluck um sich etwaiger falschen Wahrnehmungen zu entledigen: leider wurde nichts weggenommen nur Karrgosch und Dargosch welche mit Darna am Tisch saßen kamen hinzu. Nach dem zweiten Schluck lauerte irgendwo in Torgals Kopf auch die Erinnerung irgendeine Steinplatte von Dargosch gele.... was zur verdammten Blauhaut machte eine schwer gerüstete Bartlose Kurzlebige in diesen Zeiten der Ungewissheit und Gefahr in der Stadt? Machten sich Karrggosch und Dargosch einen Spaß daraus irgendwelche langbeiner in die Stadt einzuladen und die Gesetze in schweren Zeiten außer Kraft zu setzen fuer ein paar Verhandlungsgespräche über wertlose Kupfermünzen der Langbeiner? Die aufgebrauchten Nerven Torgals machten ihn sehr empfänglich für Wut und das wurde sofort klar als er die ersten aufgebrachten Worte mit Karrgosch wechselte.

Sie hatte sein Gastrecht.. Karrggosch Hammergrunds Gastrecht während die Stollen von einer Erscheinung verhext werden.... verdammte rostige Axt! Torgals Gesichtsfarbe nahm mit aufheizender Temprataur seines Kopfes die entsprechende Farbe an und doch ward die Wut bisher nur ein Vibrieren in seinem Arm. Im tiefsten seines Innern war es die Wut über sich selbst... selbst nach Zwei Tagen Wachgang hatte er nichts erreicht und nichts dazu beitragen können Nilzadan zu sichern... doch Im Moment stellte Darna den Fokus all seiner Wut dar... er konnte sie nicht angreifen sich ihrer nicht entledigen das Wort von Karrgosch band jenen aber... Wenn dieses Weib die Khaz Aduir und deren 'niedlichen' 'lustigen' Sitten begaffen wollte dann sollte die Tour auch mit einem wichtigen Hauptpunkt enden: einer zünftigen Rauferei! Und so flog der massive Bierkrug mit Silberand in Richtung der Frau geschleudert im Gipfelpunkt der Keiferei Torgals und zerbarst an ihrem Harnisch.

Wäre der Armbrustschütze bei klaren Sinnen gewesen hätte er innerlich sogar Anerkennung gefunden für die Blitzschnelle Reaktion den Platz den der Kopf Einnahm mit der Rüstung zu tauschen, doch jener war angespannt wie nie zuvor, schnaubte und erwartete eine Reaktion... es kam nicht die gewünschte... Karrgosch und Dargosch stellten sich ihm entgegen... und Darna stürzte sich nicht auf ihn wie er es hoffte... weiter konnte er Karggoschs Recht nicht weiter verletzen.. wenn sie aus eigenem Willen ihn Angriff mit einem tiefen Brummen und noch kochenden Kopf verließ Torgal die Taverne um seinen Frust im Bier zu ertränken... Krekryth hatte ihn herausgefordert vielleicht konnte er seine Wut über sich an ihn loswerden..

Verfasst: Montag 30. Oktober 2006, 21:12
von Dargosch Goldspalter
Die Unruhe in Nilzadan war stark wie schon lange nicht mehr zuspüren.
Dargoschs Barthaare stellten sich hoch und auch ihm war nicht wohl, es war als ob jeder Schmied in Nilzadan in einem anderen Takt auf seinen Amboss schlaegt. Die Zwerge sprachen etwas leiser als sonst, als ob sie etwas zu verbergen hatten. Das war fuer Dargosch immer ein Zeichen das neue Geruechte in Nilzadan verkehren und diese galt es zustoppen. Es waren Geruechte die den ganzen Berg verstimmten und konnte er nicht weiter zulassen.
Natuerlich wusste er worum es geht. Es war das Langbein Darna von der Sippe Elbenau. Sie war zu besuch in der Stadt, ein MENSCH war zu besuch.
Niemals haette er das gedacht, doch es war ja auf Dauer abzusehen, dass frueher oder spaeter ein Mensch zu besuch kommen wuerde. Die jungen Zwerge hatten regen Kontakt zur Oberwelt, sie wuchsen fast schon mit Menschen auf.

Dargosch musste mit ihr reden, so konnte es nicht weiter gehen. Es störte ihn einfach in seiner Konzentration. Er ging als eine Runde in Nilzadan um sie zu treffen. Sie war förmlich zu riechen und so hatte er sie in wenigen Minuten auch gefunden, sie saß mit Karggosch zusammen in der Taverne von Balendil. Er setzte sich, freundlich nickend, zu ihr und bestellt sich ein Bier um sich etwas zulockern. Er ließ das Bier etwas wirken bevor er in Menschensprache sprach und sich Darna zuwandte.

Er schilderte ihr die Situation in Nilzadan, doch ihm fehlten die Worte die er brauchte um sich auszudruecken da seine Menschen Sprach Kenntnisse nicht ausreichten. Er versuchte Bildlich zu ihr zusprechen doch, er hatte das gefuehl sie nicht zu erreichen. Es fehlte das Funkeln des Verstehens in ihrem Blick. Als dann noch Krekryth hinein kam und spaeter noch Torgal. War es zuspät, es geriet langsam aber sicher außer Kontrolle und er versuchte nur noch diese Situation zu beschwichtigen.
Nach lauten Diskussionen, gingen Torgal und Krekryth und er wendete sich nochmals Darna zu und wies sie noch mal deutlich auf die Gesetze der Stadt hin. Und schickte sie schließlich wieder an die Oberwelt, wohin Karggosch sie noch begleitete.

Er konnte Karggosch ja verstehen. Er war Jung, ist schon sehr frueh mit Menschen in Kontakt gekommen und auch so ein sehr freundlich und offener Zwerg der nur noch sein Handwerk der Gesellschaft anderer vorzog.
Als Karggosch schließlich zurueckkam, nahm Dargosch ihn noch mal zur Seite und klaerte ihn ruhig und mit vaeterlicher Stimme auf. Wie er es haette besser machen koennen und muessen. Womit er haette Rechnen muessen. Warum es letzt endlich gescheitert ist. Und schließlich wieso es das beste war das sie nun gegangen ist.
Karggosch nahm diesen Rat an und schien ihn langsam zu verarbeiten und sich ueber seinen Fehler bewusst zu werden. Zufrieden legte Dargosch seine Hand auf seine Schulter und ging dann wieder nach Hause. Innig hoffte er das die Unruhe ein ende nimmt, doch leider gab es noch andere Gruende fuer die Unruhe.