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Das Glück einer Mutter

Verfasst: Dienstag 24. Oktober 2006, 17:34
von Alassea
Ruhig sahen grosse tiefblaue Babyaugen zu ihr, wärend sie sie auf ihren Schoss setzte, eine schmale blasse kalte Hand an Nacken und Köpchen, mit der anderen das Bustier schliessend. Seit einem Tag gab es die kleine Maus. Leony Lusanna. Leise vor her summend nahm sie sie hoch an ihre Schulter und klopfte sanft den kleinen Rücken, bis Leony ein Bäuerchen von sich gegeben hatte. Danach legte sie sie sich auf den linken Arm, sie sicher haltend und betrachtete das kleine Geschöpf Eluives wieder einfach nur.

Es faszinierte sie immer noch wie so ein winziger Mensch entstehen kann. Zärtlich strich sie mit einem Finger über die winzige Hand von Leony, die ebenso blass wie ihre eigene war. Ihre eigenen kindlich grossen dunklen tiefblauen Augen huschten über den winzigen Menschen in ihrem Arm.

Leicht roter Flaum am Kopf, so rot wie ihre eigenen Haare einst waren.
Tiefblaue Augen, gross und dreinblickend als wundere sich Leony selber auf der Welt zu sein.
Haut wie Marmor, so hell. Weich wie Babyhaut sein sollte und zart glänzend vom Rosenöl.
Das Gesichtchen wie das einer Puppe, zart, feingeschnitten.
Die Nase stubsig klein.
Die Lippen rosarot und gerade zu einem Schmollmund verzogen.

Sie konnte ewig ihre kleine tochter betrachten. Es war für sie schon schwer sie in die wiege zu legen, sie von sich zu lösen, ihr den Rücken zuzudrehen. Auf ihrem anderen Knie hockte sich Marel und betrachtete seine kleine Schwester ebenfalls.

Das ist ja ein Mädchen


Waren seine ersten Worte, als er beim Baden zusehen durfte. Hell lachte Alassea da auf und meinte

Sieh mal jetzt bist du wirklich der Mann hier im Haus, also in unserer Familie. Das heisst du musst uns zwei Weiber nun beschuetzen. Das ist eine grosse Aufgabe und Verantwortung.

Sanft zwinkerte sie ihm zu, der sofort nach oben rannte und mit seinem Hozlschwer zurückkam und rief

Ich bin Ritter Marel, ich pass auf meine Schwester und meine Mama auf!


Leony guckte nur vor sich her, als würde sie das nun wirklich nicht interessieren, eher verzog sie ihr Gesichtchen und begann zu schreien als wollte sie sagen

Holt mich gefälligs aus dem Wasser ich will keine Meerjungfrau werden.

Unbewusst musste Alassea wieder hell auflachen und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sanft wickelte sie Loeny in ein warmes Handtuch und nahm sie mit nach oben, wo sie Leony sorgsam einpuderte, eincremte und wickelte. Marel stand die ganze Zeit daneben und sah kritisch zu.

War ich auch mal so klein und hab nur geschrien?


Sicher warst du das kleiner Schatz. Alle Menschen waren mal so klein wie deine Schwester, haben geschrien, geschlafen, gegessen und die Windeln voll gemacht. Sei aber vorsichtig mit ihr, sie kann sich noch nicht wehren und ihre Knochen sind noch so weich das du sie ihr ohne Probleme brechen könntest.

Vorsichtig legte sie Marel seine Schwester in den Arm und setzte sich mit beiden zusammen wieder ans Feuer. Sie liess Marel das Gefühl, dass er unbeobachtet sei und sah dennoch aus den Augenwinkeln zu was er mit Leony tat.

Verfasst: Mittwoch 25. Oktober 2006, 01:56
von Marel
Das Feuer im Kamin knisterte und das orangene fackeln, genau wie die Wärme, strahlten eine angenehme Ruhe aus. Der Schein des Feuer erhellte die linke Seite seines Gesichts und das Handtuch in dem Leony lag. Ruhig lag sie in Marels Schoss, ganz still.

Anfangs als Alassea sie ihm in die Arme gedrückt hat, wusste er wohl gar nicht so recht was er damit anfangen sollte. Sie war immerhin ein kleines, schreindes, in die Windeln machendes Mädchen. Was will ein angehender Ritter bitte damit anfangen?
Doch nach und nach fand er mehr Gefallen daran. Streckt man den Finger ein wenig in Richtung des runden Gesichts von der Kleinen, versuchte sie mit ihren kleinen Fingerchen danach zu greifen. Das konnte man auch einige Zeit machen, doch nach dem ungefähr 30 Versuchen musste auch Marel feststellen, dass Babies offensichtlich lernfähig sind.
Interessant, hält man sich beide Hände vor das Gesicht und reisst sie rasch wieder weg beginnt sie zu lachen. Diese Methode schien sogar kein Limit zu kennen.

So studierte der kleine Bursche weiter die Eigenschaften und Fähigkeiten der kleinen Leony ohne dabei wirklich noch auf Alassea zu achten.

Verfasst: Freitag 27. Oktober 2006, 01:02
von Alassea
Einige Tage waren nun vergangen und Leony entwickelte sich langsam, obwohl sie zwei Wochen zu früh war. Es brauchte noch Fingerspitzengefühl sie zu stillen und ihr Schreien klang bei weitem noch nicht so kräftig wie bei anderen Babys, aber dennoch Alassea war glücklich. Beide Kinder, Marel und Leony machten sie einfach glücklich. Zwar gab es in den wenigen Tagen in denen Leony nun auf der Welt immer wieder etwas Stress, aber sobald Alassea in die Augen ihrer Kinder blickte, war der Stress, der Ärger vergessen.

Zwei ihr lieb gewordenen Menschen waren fortgegagen, bei dem einen Menschen war es ihr irgendwie klar geworden, nur bei dem anderen Menschen war sie aus dem Konzept getreten. Sie war weinend wie ein kleines Kind davon gerannt. Zuviel was innerhalb 4 Tage auf sie eingestürzt war liess sie so reagieren. Nur die Nähe ihrer Kinder, die sie gestern Abend beide zu sich ins Bett nahm liessen sie uzmindes eine Weile ruhig schlafen. Zumindes solange bis Leony nach ihrem Recht forderte sauber gemacht zu werden und gesättigt zu werden.

Wenn keine fremde Person im Lager war sättigte Alassea Leony am Feuer bei allen anderen. Heute hatte Leony Bauchschmerzen, auch wenn Alassea als Heilerin dagegen etwas unternehmen könnte, so unterliess sie es, sie wusste ja was es war und rieb einzig mit warmer Hand über Leonys Bauch, gegen den Uhrzeigersinn leicht massierend. Wärme war da wichtig und nicht das Lied Eluives. Sie wollte Leony nicht zu einer verwöhnten Göre machen. Lächelnd lauschte sie dabei Marels Spielen in seinem Zimmer und freute sich einfach nur dabei seine helle Knabenstimme zu hören. Kein gestreite von Schwestern, sondern einfach die unschuldige Stimme eines fünf Sommer alten Jungen, der ihr unendlich ans Herz gewachsen war, wie auch seine kleine Schwester es war.

Für sie gab es keinen Unterschied zwischen den beiden Kindern. Auch wenn Leony ihres Leibes war und Marel nicht, so waren beide Kinder dennoch ihre Kinder und das liess sie besonder Marel auch wissen und spüren. Er sollte und würde sich nie benachteiligt fühlen dadurch das nun Leony da war.

Verfasst: Sonntag 29. Oktober 2006, 18:43
von Alassea
Die gesamte Nacht wollte sie auf bleiben. Irgendjemand hatte eine Pest ins Lager der Gefährtinnen geschleppt. Für Alassea war das kein Problem, dennoch galt nach Heilung der Schwestern ihre grösste Sorge ihren beiden Kindern. Wärend die anderen schon wieder fröhlich herumrannten und wuselten wie in einem Bienenschwarm, sass sie am Bett ihres Sohnes mit Leony im Arm und wachte über seinen Schlaf. Alle paar Minuten tastete sie seine Stirn mit geschlossenen Augen ab, fühlte seinen Puls. Leony hatte noch immer Bauchschmerzen, die typische drei Monatskollik.

Auch darin befand sich ihre Sorge, denn auch wenn sie nicht mit Eluives Lied half, so achtete sie doch stark darauf das Leony nicht schwächer wurde, oder zu wenig schlief. Deswegen hielt sie sie meistens im Arm, rieb sanft ihren Bauch, verzichtete selber auf Schlaf. Auch das Training machte sie nicht mit, gerade als sie sich einer Diskussion mit Ronya liefern wollte nachdem Ramon da war, hörte sie von hinten Leony weinen und rannte einfach hin. Liess alle stehen. In der hoffnung Leony würde wieder einschlafen räumte sie leise ihre Sachen auf. Leere Sachen brachte sie ins Lagerzelt, jedoch blieb sie in der Nähe.

Sobald Leony irgendwie schwächer würde durch die Kollik würde sie Eluive um Hilfe bitten, denn noch immer war Leony schwächer als andere Baby's aufgrund dessen das sie zu früh auf die Welt gekommen war. Aber Leony hatte einen starken Willen, das merkte man ihr an.

Irgendwann Nachts, sie wusste nichtmal wie sie in ihr Bett gekommen war, spürte sie wie man ihr Leony aus dem Arm nahm. Halb öffnete sie ihre Augen und sah noch das Leony in die Wiege sanft gelegt wurde und schon war Alassea wieder eingeschlafen. Wer das gewesen war konnte sie nicht sagen, zu müde war sie nach den Nächten in denen sie dagesessen hatte und Leonys Bauch gerieben hatte.

Dreimonatskollik ist für Babys im Grunde nicht tötlich, aber schmerzhaft. Dabei sammelt sich Luft im Bauch, Blähungen sind die Folge und jeder weis das Blähungen wehtun, man sich voll fühlt. Babys können nicht sagen "Mama ich habe Bauchschmerzen" also musste man immer raten. Babys die aber nicht kräftig genug sind können daran sterben.


Diese Worte die ihr einst ein weiser alter Mann im Dorf daheim gesagt hatte, gingen ihr durch den Kopf. Aber noch wollte sie sehen ob Leony selber damit fertig wurde. Also schlief sie am Tage wenn eine Schwester die Bauchmassage übernehmen konnte einige Stunden lang und wachte Nachts über Leony.

Verfasst: Dienstag 7. November 2006, 14:26
von Alassea
Zu dem Glück einer Mutter gehörte auch jemand der an ihrer Seite stand, wenn sie selber nicht mehr konnte. So jemanden hatte sie scheinbar gefunden. Nachdem man Ronya nachgewunken hatte, die das gehen tat was sie am besten konnte, gaben ihre Beine nach und sie schlief von Xinthra aufgefangen an ihrer Schulter fast sofort ein. Sie hatte ihrem kleinen Körper zuviel zugemutet und bekam jetzt die Quittung dafür.

Sie schlief wie schon lange nicht mehr, tief, fest ohne auch nur beim leisesten Geräusch wach zu werden. Das Leony angelegt wurde merkte sie nicht, höchstens im Unterbewusstsein merkte sie wie Leony sich sättigte, denn über ihr blasses weiches Gesicht huschte im Tiefschlaf ein sanftes Lächeln. In ihrer sturen Art hatte sie jemanden übersehen gehabt, jemanden die immer ihr geholfen hatte und auch jetzt wieder an ihrer Seite stand. In ihrer Art sich zu weigern, ihren Kopf durchzusetzen hatte sie die oftmals müden traurigen Augen von Xinthra übersehen.

Erst gestern hatte sie ihr wiedermal gezeigt wie sehr sie an ihrer Seite stand. Xinthra war alleine nach Rahal um sie dort abzuholen. Ahsai hatte sie gefesselt zurückgebracht und wärend Ronya meckerte und schimpfte, war es Alassea die in dem Moment Stolz auf Xinthra war. Denn alleine das sie ihr Leben riskierte, zeigte ihr das Xinthra loyalität bewiesen hatte. Gut sie hätte warten müssen auf die anderen, sie hätte Ronya ansprechen müssen, aber dennoch, sie konnte es drehen wie sie wollte.

Xinthra war loyal gewesen, loyaler als so manch andere der Gefährtinnen.

Aber auch Kyra war loyal gewesen. Wärend Alassea in dem Steinhaus gehockt hatte, vor Schmerzen einging in der Brust, war es Kyra gewesen die auf Schlaf verzichtete und Leony fütterte und wickelte. Ja sie hatte extra die Türe eingeschlagen um zu dem schreienden Baby zu kommen. Sie hatte ihre Möglichkeiten genutzt um zu helfen. DAS hatte Alassea wieder näher zu Kyra gebracht. Ein Stück misstrauen weggeschoben. Für Alassea waren nunmal einige Menschen sehr sehr wichtig und darunter zählte natuerlich auch ihre Tochter.

Auch Marel hatte gezeigt das er für seine Schwester da war. Kyra hatte ihr erzählt wie er im Halbschlaf dagesessen hatte und Leony gehalten hatte. Wärend einige schimpften, meckerten, sah Alassea aber auch die andere Seite der Medallie. Aber

Sie konnte auch Ronya verstehen. Xinthra war ihre Stellvertretung gewesen und hatte übereifrig wie eine Anwärterin gehandelt. Die Konsequenz war logisch, auch Alassea hätte so wie Xinthra gehandelt. Sich auf Anwärterin zurückstufen lassen und den Posten abgegeben.

Doch jetzt schlief sie erstmal tief und fest in Xinthras Zelt, wärend Xinthra die "Vaterrolle" übernahm und sich um Leony kümmerte.

Verfasst: Mittwoch 8. November 2006, 09:43
von Xinthra
Nie hatte sie gedacht, dass jemand so lange schlafen kann. Nicht nur die Nacht, nein auch den ganzen folgenden Tag schlief Alassea auf den weichen Fellen, Xinthra wollte zwar nicht aufstehen um die neben ihr liegende nicht zu wecken, aber es gab Aufgaben zu erledigen, Leony wickeln, Leony stillen, Leony baden.. Heute sollte sich vermeintlich alles um Leony drehen. War auch mal ganz angenehm. Im Hühnerstall Waldweiber war endlich mal Ruhe eingekehrt, nicht durch Ronyas Expedition ins Monsterreich, nein vielmehr weil endlich die Streitereien aufgehört hatten. Kyra und Alassea hatten sich wieder einander genähert und ihren Disput beigelegt.

Wie Sinnfrei ihr handeln doch war, sinnierte Xinthra so auf dem Fell liegend. Alle hatte sie in Gefahr gebracht, indem sie sich mit diesem Rahaler Hauptmann angelegt hatte. Vollkommen umsonst, wie sich später heraus stellte. Und selbst wenn Alassea hinterher erzählte, sie habe richtig gehandelt, sie seie loyal gewesen.. Alleine hätte sie das nicht tun dürfen, daran konnte auch der lieblose Zettel den sie an das Haupthaus geheftet hatte nichts mehr ändern.

Sie hatte sich wie eine Anwärterin benommen, die noch viel zu lernen hatte. Zugegeben, in ihrem Handeln steckte Sorge und Angst um eine Schwester, aber auch um ihre Liebste, zudem die Wut darüber dass er die Frechheit besessen hatte, ihr den Hof zu machen und sie innerhalb des Lagers anzuherrschen. Jedoch hatte sie sich getäuscht. Alassea war nichts geschehen, außer dass sie eine Nacht nicht im Lager war, Xinthra war nicht inhaftiert worden wie sie dachte dass sie es würde, sie war auch nicht aus der Gemeinschaft geworfen worden, nicht einmal eine Strafe hatte Ronya ausgesprochen. Vielleicht war dies die Prüfung.. sollte sie sich selbst bestrafen?

Wer sich wie ein Anwärter benimmt, soll auch nur ein Anwärter sein, und keine Posten besetzen dachte sie sich, bevor sie den Weg gen Ronyas Zimmer antrat, dort hörte sie Stimmen durch die Tür. Alassea im Gespräch mit Ronya, doch sie schnappte nur Wortfetzen auf, deren Bedeutung sich ihr nicht offenbarte. Nach einer ganzen Weile öffnete sich die Tür und sie blickte unsicher auf die beiden, die am Tisch saßen.

Zaghaft bat sie um Einlaß und trug ihr Anliegen vor. "Ich habe mich durch mein Verhalten als Unwürdig erwiesen. Vielleicht findest du jemand geeigneteren für meine Posten.. außerdem möchte ich.. dass du mich zurückstufst zur Anwärterin. Mein Verhalten verlangt, dass ich mich neu beweise." Ronya nickte nur. Ob in ihren Augen vielleicht so etwas wie Vergebung schimmerte, schwer zu sagen, doch fand jenes regen Zuspruch, auch unter den anderen Schwestern. Vielmehr weil sie diesen Schritt guthießen, nicht weil dadurch zwei Posten frei würden.

Die Zeit würde zeigen, ob Xinthra es wert wäre, bei den Gefährtinnen zu bleiben. Während sie so vor sich hindachte, nestelte Leony an ihrem Doublet herum, sanft lächelte die Kriegerin in das Gesicht der Kleinen, die daraufhin kicherte. Erstaunlich, wie sehr so ein Baby eine Kriegerin verändern konnte, die mit einem brachialen Zweihänder Köpfe von Monstern abschlug. Da kam ihr eine Idee.. stieg aufs Pferd und ritt zu Erinna, um sie zu besuchen. Wie sie wohl auf das Baby reagieren würde?