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Augenblicke in Gedanken - Die Liebe zu einer Angurin

Verfasst: Samstag 21. Oktober 2006, 01:17
von Ian MacFarlainn
Augenblicke in Gedanken

Schon recht lange nun, verweilte er an jenem Ort, an dem er schon einst einmal stand und die salzig, kalte Brise des Nordwindes empfing. Die Augen hatte er zu schlitzen geformt und mit seinem gewohnt, stolzem Blick, starrte er hinaus auf das Meer, dessen endlose Wogen sich immer und immer wieder an den Steilklippen verloren. Es ward viel geschehen in den letzten Tagen. Hatte er sich doch in jene junge Zoe verguckt, die scheinbar ebenso Gefallen an ihm fand und auf die Erlaubnis von Calan wartete. Er jedoch war sich bewusst, dass jener den aufbrausenden MacFarlainn nicht riechen konnte. Er wusste, diese Erlaubnis wuerde es nicht geben, zumindest nicht jetzt. Außerdem erzaehlte man sich ja von einer Liebelei mit dieser Mielyn, welche aus einem Netz von Luegen die Freundschaft zweier Clans zu gefaehreden schien. Er musste dagegen etwas unternehmen und sich auf seine Ahnen besinnen, welche ihm die gebuehrenden Stuetzen dafuer geben wuerden. Er wuerde fuer seine Zoe kaempfen, gar vor jenem Calan kuschen, was eigendlich der groeßte Liebesbeweis fuer Zoe sein sollte, hatte jener MacFarlainn doch mehr stolz, mehr Sinn fuer den Clan und dessen Traditionen, als manch anderer Angure und sicherlich mehr als man vermutete.

Verfasst: Samstag 21. Oktober 2006, 20:08
von Zoe Inoua MacDraig
Gedanken einer Heranwachsenden

Lange saß der derzeitige Angurenspross am mehr oder minder großen See nahe Machad. Sie saß einfach nur da, ihre sonst zu einem Bündel zusammen gebundenen Haare, grob gelockt an ihrem Körper herabhängend.
Ihre Hand… Immer wieder wanderte ihre junge Schneiderhand an ihre Wange. Geküsst… Madaya, die Mutter der kleinen Zoe, erzählte ihrer Tochter oft das es so begann.
Mit Kedorah MacDraig, ihrem stolzen Vater und Madaya MacInoua, ihrer lieblichen Mutter.

Zoe ward das einzige Kind dieser Liebe geblieben, ward ihre Mutter doch zu schwach eine weitere Geburt gesund zu überstehen. Madaya selbst wünschte sich viele Geschwister für ihre kleine Tochter, doch ward es die Entscheidung beider, dass sie es, trotz der kinderreichen Tradition, bei Zoe belassen würden. So kam es unweigerlich, dass die kleine Angure ein wohlbehütetes, von elterlicher Liebe umgarntes Kind wurde.

Ein Kuss auf die Wange. So begann es bei ihnen… Woher sollte Zoe denn schon in ihren jungen Jahren wissen, dass dies keine Tradition darstellte? Machte sich doch ihr Vater, laut Erzählungen, gleich nach jenem Ereignis auf um den Vater Madayas, wie des MacInouas Chief und Mimir um die Hand ihrer jungen Schneiderin zu bitten. Er selbst ward ein kräftiger Mann, der Landwirtschaft verschrieben. So vermochte er die seine Auserwählte zu ernähren und zu schützen, ihr kräftige Nachkommen zu schenken und sie in einen, auf Mollanogh, mächtigen Clan zu integrieren.
Wahrlich.. Eine Liebe… begonnen mit einem einfachen Kuss auf die Wange.

Erneut betrachtete Zoe ihr Spiegelbild in der dünnen Eisschicht des Sees…
Es begann erneut zu frieren… Der Winter ward nahe…
Sie hatte sich seit jenem Kusse keineswegs verändert. Äußerlich… Innerlich? Nun… sie dachte nach… Viel sogar…

Würde Ian nun ebenfalls, in seinem stolzen Gange, zum Clane MacDraig aufbrechen um sie zu sich zu holen?
Ward sie nicht viel zu jung?
Ward er nicht zu alt für sie? Oder gar zu groß?!
Unsicher ward sie…
Sie müsse den Clan verlassen…
Für Gefühle sie sie nicht kannte oder gar verstand?

Wahrlich, der Clan MacFarlainn war ein ihr sehr lieb gewonnener Clan, bisher mochte sie jeden einzelnen von ihnen, besonders Miellyn. Und Agais! Zurzeit gab es kaum etwas, was sich Zoe so wünschte, wie die baldige Vermählung Calans und Miellyns.
Hatte die junge Angure doch selbst keine Eltern mehr, so wusste sie, dass jene beiden die kleine Zoe wie eine Freundin, aber auch wie eine Tochter behandelten.
Eben jenes würde sie auch alsbald in Gesprächen erneut erfahren…



Elterliche Gespräche –Worte guter Freunde

Argyle – Kinneth

Nicht lange warden sie vereint, Mimir, Schütze und Schneiderin, nicht viele Worte warden gefallen, so sie unterbrochen wurden von einer –mächtigen- Männerstimme. Der Gruß der MacFarlainn. Thomas? Oder gar Tairneach? Die Blicke wanderten, doch Zoe wusste es besser.
Ian.
Kurze Gesten und Worte fielen, ehe sich alle vier Nordmannen an den gemütlichen Feuerplatz Machad`s gesellten.
So sollte es, dank Sullivan, erneut im Gespräche auf ein Thema gelenkt werden… Eine Heirat, zwischen Draig und Farlainn. Doch wie es des Schützens Art ward, war nicht allein das versprochene Paar gemeint, sondern ebenso die kleine Cousine, wie der junge Hüne der Farlainns.
Deutlich verdutzt mochte Kinneth dreinblicken, so er von jener Verbindung erfuhr, wusste er doch nicht ob des Spaßes, welchen sich Sullivan ein jedes Mal an beiden Anguren machte.
So blieb Zoe nichts weiter, als Kinneth um ein kurzfristiges Gespräch zu bitten, welches auch wenige Augenblicke später entfernt gesprochen ward.
So ward berichtet von jenem Kusse, von unausgesprochener Unsicherheit. Doch wäre Kinneth kein Mimir, wüsste er nicht um die Gefühle seiner. Doch Antworten… konnte sein kleiner Schützling nicht.
Betrachtet ward der mögliche Anwärter, ward ein Kuss auf die Wange nicht bedeutend weniger wert als manch andere –Geste-.
Ehe Kinneth sodann allein zurückkehrte gen der zwei Mannen, warden Worte gesprochen, welche doch eben jene Unsicherheit hervorrufen…
Sehr jung…
Fast zwei ganze drittel des zarten Alters von Zoe ward jener Farlainn älter, war er doch schon ganze neun Winter alt, so sie nackt und schreiend auf die Brust ihrer Mutter gelegt wurde…

Er würde sinnieren… Gegebenenfalls mit Brynn über jenes Vorkommnis beraten...


Madaya – Miellyn
Ein langärmeliges Hemd… Keine große Sache dachte sich Zoe, doch so Miellyn erst einmal in ihrer Hütte Platz nahm und lediglich das Knistern des Kamins eine Art Monolog führte.
Ohne weiter nachzudenken, begann die kleine Angure in leisem Tonfalle zu berichten…
Vom –Kusse-, von Gedanken… Vielleicht sogar von Gefühlen? Von welchen wusste Zoe nicht, konnte sie nicht definieren was es in ihr war.
Langsam ging ihre sonst so flinke Arbeit von statten, kurzeitig ward sie sogar eingestellt um der Worte Miellyns zu lauschen. Worte einer Freundin, vielleicht sogar einer besorgten, schätzte sie ihren Cousin doch sehr. Doch schien er unberechenbar, Dinge, die wohl nur die Familie selbst beurteilen konnte.
Zoe schätzte Miellyn sehr, auf verschiedene Arten, so wusste sie, dass auch sie schlicht das Beste für ihre junge Rassengenossin wünschte.


Kedorah – Calan
Ruhig, fast zu ruhig saß die junge Angure eines Morgens am Lagerfeuer Machad`s, so sich der draigsche Chief zu jener gesellte. Wollte er wohl nochmals Worte aufgreifen, welche den Abend zuvor im Clanshaus im Beisein von Kinneth und Miellyn, zum Ende hin auch Sullivan, gefallen warden.
So gesellten sich beide in die Hütte Calan`s, ward es dort doch merklich angenehmer.
Zoe wusste was folgen würde… Und so berichtete sie ruhig die Entstehung des umstrittenen Kusses…

Mochten Sullivan, Ian und sie selbst doch eines Abends in Andratse die Taverne besucht haben, so bemerke die junge Schneiderin doch sofort, dass der Farlainn keinerlei Fellkleidung trug. Ebenso mochte es ihrem Cousin aufgefallen sein, frage Sullivan doch selbst hiernach. Ein Kampf… jener mochte die Kleidung zu sehr zerschlissen haben.
Gekonnte Blicke einer Schneiderin musterten von jenen Worten an den farlainnschen Hünen, hatte sie doch vor jenen mit besagter Kleidung nach Augenmaß zu überraschen.
Blicke… den Körper abmessend, gar abtastend. Mochten jene zu besagtem Zeitpunkt falsch verstanden sein?
An einem der folgenden Morgen schon mag es soweit gekommen sein, dass die junge Schneiderin ihre Werke verschenken konnte. Wie eigentlich immer, erwartete sie keinerlei Lohn, lediglich die Freude an ihrer Arbeit. Und wahrlich… jene wurde ihr nur zu deutlich quittiert…

Ihre Hand mochte langsam bei jener Passage der Geschichte an ihre Wange gewandert sein…

Doch schon mehr musste sie nicht erzählen, sprach ihr Chief doch sogleich wahrlich beruhigende Worte… denn gänzlich ihrer Vorstellung entgegengesetzt, mochte es keinerlei Tradition sein, dass eine Vermählung, oder gar ein Versprechen mit jener Geste begann!

Er würde mit Thomas ein Gespräch führen müssen sagte er noch… Hätte doch niemand das Recht –seiner- kleinen Zoe einen Kuss aufzudrücken, sei es auf die Wange, noch auf die Lippen. Doch jene letzteren wusste die kleine Angure zu schützen, bedeutete solche Geste doch zu viel… Sie ward schlicht zu jung für solch Dinge.
Somit ward es in nächster Entscheidung Ding jener zwei Clanschiefs sollten jene Beiden entscheiden, ob es ein Versprechen geben darf, oder jenes gar zu keiner Zeit in Frage käme.

Erleichterung mochte sich zumindest deutlich in ihren, Zoes, Augen widerspiegeln. Zum einen ob der –Aufklärung- Calans was ihre Sorge eines zu schnellen Endes ihrer ohnehin –verkorksten- Kindheit bedeuten würde, zum anderen, dass Calan es fertig brachte ihr Worte zu schenken, welche sie sich mehr als alles andere von ihrem Vater gewünscht hätte.
Sie würde immer mitentscheiden dürfen, so Clansangelegenheiten direkt sie, Zoe, betreffen würden.
Alle… und das spürte sie die vergangenen Tage nur zu deutlich, wollten schlicht das Beste für die junge Vollwaise. Und egal was geschehen würde… Jene… welche sie so sehr liebten, würden auf ewig auf sie acht geben…
Auf den jungen Angurenspross, welcher ohnehin zu zu schnell –groß- werden musste.

Verfasst: Montag 23. Oktober 2006, 11:00
von Calan MacDraig
Ein Hirte der sein kleinstes Schäfchen hütet

An liebsten wäre er direkt los gezogen und hätte diesem trollhirnigen Ian die Leviten gelesen, ihm seine Unvernunft aus dem Leib geprügelt. Wie konnte ein Angure seins Alters so unbedacht handeln? Einfach eine Mädel von 15 Wintern zu küssen… Sein kleines Mädchen zu küssen. Auch wenn es nur auf die Wange war… Es war die Wange der kleinen Zoe… Seiner kleinen Zoe. Auch wenn Calan zugeben musste, das Zoe längst nicht mehr das kleine Mädchen von Einst war. Sie war zu einer jungen Frau heran gereift… Einer sehr, sehr jungen Frau. Und doch war sie erst 15 Winter alt und noch keines Wegs im Frauessalter. Ein Kerl seines Alters sollte wissen, welche Verwirrung solch ein Verhalten Zoe gegenüber, in dieser auslösen würde. `Calan beruhige dich´, rief er sich selbst in Gedanken zur Ordnung. `Es bringt nichts wenn du jetzt los marschierst und dir den Burschen vornimmst.´ Er wusste, das er recht hatte. Er würde mit Thomas reden und ihn darauf hinweisen, was er für angebracht hielt. Calan erhob sich von seinen Fellen. Die Nacht war schon fortgeschritten, doch konnte er immer noch nicht schlafen, zuviel war ihm heute zu Ohren gekommen…


Es war nun schon zwei Tage her, doch hatte er noch keine Zeit gefunden hoch ins vereiste Ith zu wandern und mit Thomas zu reden. Zu sehr hielten ihn die Lehmbestellungen vom Festland auf. So stand er in der Mine und trug fleißig von dem Lehmgestein ab, das er benötigte. Zoe war ganz in seiner Nähe und versuchte so gut es ging beim Lehmabbau mit zu helfen. “Die Kleine“, wie er sie liebevoll nannte, ließ sich ihren Sturrkopf nicht nehmen und half in der Mine mit. Missbilligend hatte Calan zur Kenntnis genommen, das Zoe doch etwas zu viel Haut in ihrer Arbeitskleidung zeigte. Die Mine war für jeden Angurer zugänglich und so konnte es passieren, dass sich jemand hier her verlief. Doch wollte er heute nichts dazu sagen. Kinneth stand an einen eichenen Stützpfeiler gelehnt da und schien sich einen Spaß daraus zu machen, die beiden bei ihrer Arbeit zu beobachten. Die schallenden Geräusche der Werkzeuge, die sich in den Grund gruben, begleitete er mit einem lauten, tiefen Brummgesang der sich monoton über die Szenare legte. An Kinneth war es dem Mädel zu sagen, das es auch bei der Arbeit nicht zu freizügig herum laufen sollte, selbst wenn es sehr warm und schweißtreibend in der Mine war.
Aber kaum hatte er sich von seinem Unmut abgelenkt, war auch schon die Bescherung da. Ian musste wohl das Reittier von Zoe gesehen haben und stiefelt in die Mine hinein. Zoe stand vor ihm und wurde von Kinneth auf ihre mangelnde Begleitung hingewiesen, worauf hin die Kleine tiefer in die Mine eilte um sich etwas Passendes über zu werfen.
`Ruhig bleiben jetzt´, befahl sich Calan `, das hier ist jetzt bestimmt nicht die Schuld des Farlainn. Also arbeite weiter Calan und überlass das ganze Kinneth.´ Tief grub sich darauf hin seine Spitzhacke in den Grund der Höhle um weiteres Lehmgestein zu lösen. Aber weiter hin schossen ihm Gedanken durch den Kopf, ob dieser Ian wirklich SEINER kleinen Zoe den hof machen wolle, so wie er sich verhielt…

Verfasst: Montag 23. Oktober 2006, 12:25
von Zoe Inoua MacDraig
Nackte Knie und der Ruf eines Kriegers

Etwas prüfend mögen die Blicke der kleinen Angure auf ihren nackten Knien gelegen haben, so sie sich ihrer Hose entledigte. Stiefel bedeckten den größten Teil ihrer Unterschenkel… Der Kilt die oberen.
Sie wusste sehr wohl, dass es unschicklich für eine Angure war, ihre nackten Beine und Arme zu zeigen. Lediglich dem Clane war jenes vergönnt, ebenso dem eigenen Manne, doch sollte ein –fremder- Mann diese nackte Haut nicht erblicken.

Es war etwas Besonderes… Die nackte Haut der Anguren, und sei es nur ein Knie.

Wusste sie doch genau das Calan und Kinneth in der Miene waren, so konnte sie sich jener störenden Kleidung entledigen, um ihrem Chief bei der schweißtreibenden Arbeit zu helfen.
Sie wusste genau wieviel er schuftete… Wie oft und wie lange er weg ward, in der stickigen Miene… So war es nur allzu selbstverständlich für die junge Angure ihrem Chief unter die Arme zu greifen, für all das, was er für sie und den Clan getan hatte.
Doch ein jedes Mal kam sie schwächelnd Heim gen Machad. Die Haut von Schweißperlen bedeckt und Dreck besudelt. Die jungen, kaum trainierten Muskeln beansprucht… Sie war nun mal eine Schneiderin. Gewiss, als Angure ward sie von natur aus kräftiger als mache Festlandskinder, doch ward es schlicht eine zehrende Arbeit für sie.
So entledigte sie sich also ihrer wärmenden Lederhose, wie auch ihren Armteilen, bedeckt also lediglich mit Stiefeln, Kilt, Weste und Handschuhen. Unschicklich, wahrlich, doch kannten Kinneth und Calan sie selbst als nacktes Mädchen. So würde eine halb bedeckte junge Frau ihren Clansmannen kaum etwas ausmachen. Sie zumindest störte sich vor jenen zweien nicht an ihrer nackten Haut, hatten sie alle doch viel zu viel gemeinsam erlebt.

Umso erschrockener ward sie, so sie die Stimme Ians vernahm, welcher nach ihr rief. Doch vermochte Kinneth die –Keuschheit- seines jungen Clanssprosses vor dem farlainnschen Krieger zu bewahren…

Verfasst: Montag 23. Oktober 2006, 17:08
von Ian MacFarlainn
Es war viel Zeit vergangen, dass er das letzte Mal das Schwert erhoben hatte, um im Namen des Clans zu handeln, etwas zu bewirken, oder einfach nur zu jagen. Viel zu sehr hatte er sich in den Monaten auf sich fixiert, zu selten wie ein Clansmitglied gedacht geschweige den gehandelt. Er schämte sich dafür, dass er seine guten Vorgaben nach seiner Rückkehr nicht in die Tat umgesetzt hatte. Scheinbar hatte ihn sein helfender Aufenthalt in dem befreundeten Clan verweichlicht und zu einem Gefühlskrüppel verunstaltet. Sicherlich war Thomas, sein Chief darüber enttäuscht, auch wenn jener es nicht auszusprechen erdachte, Ian spürte es sobald Thomas in seiner Nähe war.
Und dann war da noch die Sache mit Miellyn, wo es sich wohl doch eher um ein großes Missverständnis handeln musste. Das war ihm furchtbar peinlich und umso mehr kam er in die Predullie, als diese auch noch im befreundeten Clan etwas davon berichtete, was seinem Ruf nicht gerade aufbesserte. Dabei hatte er sich doch ausgerechnet in die viel jüngere Zoe verguckt, die wahrlich kein kleines Mädchen mehr war und durchaus auch äußerliche Reize aufwies. Einerlei, er hatte sich da in etwas verrannt, in etwas, dass ihm noch mehr Ärger einhandeln würde, als die ganzen unnötigen Konflikte zuvor. Und auch konnte er Calan nicht wirklich böse sein, wollte dieser doch nur seine kleine Zoe beschützen, vor dem doch älteren Angurenkrieger. Resignierend packte er seine beiden prankenartigen Hände an den Kopf und konnte diesen nur verzweifelt schütteln. Das war nicht im Sinne der Ahnen! Das war nicht im Sinne von Thomas, und >>Das war ney im Sinne von mia! <<, raunte der Angure ungehalten ins schlummernde Ith, welches nur konturenhaft durch den Schnee und die Dunkelheit erkennbar war. Es ward kalt geworden, sogar für ihn etwas zu kalt, breitete sich doch langsam aber sicher Gevatter Winter aus, der den noch zuvor so lieblich, einsam blühenden Glockenblumen vor Ith den Garaus machte.

Trotzdem, er verweilte auf dem Baumstumpf vor seiner eigentlich gut geheizten Hütte in seinem Kilt, einer langen Hose, Stiefeln und einem Mantel, den ihm Thomas einst mal zum Geschenk machte und sinnierte über seine Zukunft und die Zukunft des Clans. Er wusste, es hieß etwas gut zu machen, wenn gleich sich das ganze sicherlich nicht als so einfach erweisen würde, wie er es gern hätte. Doch würde er seinen inneren Schweinehund überwinden und sich nun endlich wieder auf seine Aufgaben besinnen, die er im Clan zu erledigen hat. Er würde sich wieder der Jagd widmen, die ihm doch einst schon so große Freude bereitete, damals, als Thair noch mit ihm umherzog und auf ihn Acht gab. Er würde die Truhen füllen mit Leder, Gold und Nahrung, den Clan eine Zukunft schenken, sobald der rechte Zeitpunkt dafür gekommen würde und sich bis dahin verdeckt halten. Er würde ehrbar dem Clane stehen, jenen schützen und nähren. Auf dass seine Ahnen endlich wieder stolz auf ihn sein können, auf dass sein Clan sich seiner nicht schämen müsse.

Verfasst: Donnerstag 26. Oktober 2006, 11:34
von Zoe Inoua MacDraig
Gedanken falscher Inhalte

Lange schon hatte die den farlainnschen Krieger nicht gesehen. Das letzte Mal in der Miene… Im fahl-düsternem Lichte. Und doch ging wenig in ihr vor…
Von Miellyn vernahm sie, wahrlich selten, doch immerhin Worte der Sehnsucht, so Calan des längeren nicht auf Fuachtero weilte. Vielmehr waren es Blicke oder gar das Verhalten der rothaarigen, die der kleinen Zoe auffielen und ihr deutlich zeigen: Liebe… junge MacDraig, dass sind Zeichen der Liebe.

Oft suchte sie diese Zeichen die letzten Tage.

Sehnsucht?
Nein…
Gedanken?
Schon, weil sie meinte sie MÜSSE sich solche machen, war es immerhin ein Kuss auf die Wange…

Langsam, so dachte sie, solle er diesen Kuss ruhig –sein- nennen. Sie wusste das Calan ein Gespräch mit Thomas suchen würde. Ein Aufruhr begab sich um sie, die man doch nicht um ein Kind machen würde, sondern lediglich… um eine junge Frau!
Ein zufriedenes, gar rötlicher Wangen unterstrichenes Lächeln mag sich auf die Lippen der jungen Schneiderin gelegt haben. Sie war eine junge Frau. Kein Kind mehr. Kein kleines Mädchen, auch wenn sie noch oft, mit Freude ihrer Clansmannen so behandelt wurde...
Doch dies würde sie noch so lange es ginge genießen, denn sie wusste... Sie war der stolze Spross des stolzen Clan MacDraig!

Verfasst: Donnerstag 26. Oktober 2006, 16:09
von Ian MacFarlainn
Endlich ging er wieder seinen Aufgaben nach. Und die beste Unterstützung die er dabei nur finden konnte, war Tair! Sein alter Freund und Clanskumpane. Die letzten Abende mit ihm gaben ihm wieder Hoffnung auf Besserung, auch was die Clanskassen und Truhen anging, waren doch die beiden die Tage über ständig mit der Jagd beschäftigt, die dem Clan noch einiges einbringen würde. Zufrieden beinahe war er mit diesem Anfang. Doch irgendwie konnte er seine Gedanken nicht recht von Zoe lassen. Er wusste, das Ganze war eine Misere. Und auch konnte er sich gut denken, dass Zoe enttäuscht sein würde, hatte er sich doch seid den Minen nicht mehr bei ihr blicken lassen. Aus gutem Grund aber, schämte er sich doch schon beinahe Gefühle für eine solch junge Frau zu hegen. Immerhin war er ein gutes Stück älter. Doch andererseits sollte eine Liebe doch nicht vom Alter abhängig sein, war Zoe doch für ihn eine Frau und kein Mädchen mehr. Genau, eigentlich sollte er sich für nichts schämen! Wie hieß es doch, <<Wo die Liebe hinfällt?!>> Und doch war es ein heikles Thema und auch für ihn nicht so leicht. Vorerst wollte er sich damit begnügen ab und an einen lieben Gedanken an „seine“ Zoe zu >>verschenken<<. Er konnte nur hoffen, dass diese seine Lage verstand und ihm nicht übel nachredete.