Sternennacht und Abenddämmerung
Verfasst: Dienstag 10. Oktober 2006, 04:29
Nachtblaue Augen mit silbernen Sprenkeln wie Sterne, tief wie die endlosen Weiten des Meeres. Nicht zum ersten Mal blickte Laurelin en Annûn in die Augen Lamentinu Celebrens und doch war es so als würde sie jene zum ersten Mal wirklich sehen. Meine Schwester...
Gedankenverloren wanderte Laurelin mit lautlosen Schritten entlang der Küste des Meeres. Weit reiste ihr Geist in jenen einsamen Stunden. Doch heute wurde alles anders. Bereits nach einigen weiteren Metern bemerkte Laurelin eine bekannte Gestalt an der Küste – Lamentinu. Ihre Lehrmeisterin der Klänge und Melodien, eine Barde, ebenso wie sie selbst. Jene hielt die Angel ruhig in der Hand und ließ den Schwimmer ruhig in den Wellen treiben. „Alae, Zauberin der Klänge, Gwathel.“, erklang Laurelins singende Stimme. Die Angesprochene wandte sich ihr zu und schenkte ihr ein liebevolles Lächeln. Nur kurze Zeit später standen die beiden Edhil nebeneinander wenige Schritt von der Brandung entfernt und richteten ihren Blick auf den dunkler werdenden Horizont. „Der Anblick des Horizonts hielt mein Herz schon immer so sehr gefangen wie der einer sternenklaren Himmelsnacht.“, sprach Lamentinu. „Ich war schon immer gefesselt von einem Sonnuntergang. Meine Mutter erzählte mir immer, dass ich auch als kleines Kind jenen immer sehen wollte.“, gab Laurelin lächelnd zurück. „... Meine Mutter trug den Namen Blüte zurecht... Sie hatte wundervolle silberne Haare...“, erzählte Lamentinu mit sanftem Klang in den Worten. Laurelin schloss ihre Augen und sofort erschien ihr im Geiste das Bild ihrer eigenen Mutter. „Ihre Augen von so tiefem Blau und silbern strahlten einige Funken darin. Ihre Stimme erklang so rein...“. „Hallôth...“, flüsterte Laurelin von der Erinnerung an ihre Mutter übermannt und spürte gleichzeitig wie Lamentinus Melodie sich neben ihr auf einmal veränderte. „Woher kennst du ihren Namen?“, fragte jene mit verwirrter Stimme. Die Erkenntnis durchzuckte Laurelin wie ein Blitz, doch unfähig jene nun in Worte zu fassen, kam einzig ein gehauchtes „Ihren Namen...“ über ihre kühlen Lippen. Selten war das Herz der jungen Edhil so sehr von Gefühlen aufgewühlt worden. Unendlich langsam brandeten die Wellen an die Küste als sie sich ihrer Schwester zuwandte. „Hallôth, die erhabene Blüte,... ist der Name meiner Mutter.“, sprach sie tonlos und erkannte die Ungläubigkeit und Verwirrung in den Augen Lamentinus. „Aber wie ist das möglich? Meine Mutter segelte fort in die anderen Lande. Ich sah das Schiff und wie sie fortging. Es hatte silberne Segel, einen goldenen Bug.“, Lamentinus Worte spiegelten die Gefühle ihrer Augen wieder. Laurelin schüttelte verständnislos den Kopf. „Wohl ist sie hierher gekommen... nach Ered Luin.“, antwortete sie schließlich. „Das würde bedeuten du bist meine Halbschwester!“, neben der Verwirrung trat nun etwas weiteres in die Stimme Lamentinus – Liebe. Rasch trat jene auf Laurelin zu und umschloss sie mit ihren Armen. Eine warmer Mantel der Zuneigung und Liebe legte sich um Laurelin, ihren Körper, ihr Herz, ihren Geist. Sie ließ ihren Kopf auf Lamentinus Schulter sinken und umschloss jene ebenso mit ihren Armen. Sanft hielt sie ihre Schwester in den Armen, so als wäre sie zerbrechlich. Eine Träne rann aus ihrem Auge und fiel auf Lamentinus Gewand. „Wieso hat sie es mir niemals erzählt?“, flüsterte sie. „Ich weiß es nicht. Warum konnte sie hierher kommen und ihr altes Leben zurücklassen, mich vielleicht sogar vergessen?“, deutlich erkannte Laurelin den Schmerz in Lamentinus Worten. „Law, das denke ich nicht. Immer schon spürte ich eine Unruhe in ihr, die nicht nur von ihrem Wunsch in die fernen Lande zu reisen rührten. Sie hat dich nicht vergessen! Sie sang mir einmal ein Lied vor, dessen Bedeutung ich erst jetzt zu verstehen vermag.“, erwiderte Laurelin mit Bestimmtheit in ihrer Stimme. Langsam ließ Lamentinu sie los und blickte sie aus tränenschweren Augen an. „Wie ging das Lied?“, fragte jene hoffnungsvoll. „Ich bitte dich, gib mir etwas Zeit ihre Worte in meinen Geist zurückzurufen!“, bat Laurelin. Lamentinu nickte langsam. „Sie hat mir früher immer ein Schlaflied vorgesungen, vielleicht erkennt es dein Herz.“ Zunächst etwas unsicher, mit dem nächsten Wort mit zunehmender Fülle und Stärke begann Lamentinu in ihrer klaren Stimme zu singen. Fast schmerzlich schloss Laurelin die Augen und mit jedem Wort, mit jeder gesungenen Note erfüllte sich ihr Herz mehr und mehr mit Erinnerung und Liebe. Nachdem Lamentinu geendet hat und der letzte Klang ihrer Stimme über dem Meer davongeschwebt, bat sie Laurelin, noch immer ergriffen von der Melodie: „Setz dich neben mich und blicke mit mir auf das Meer, Gwathel!“. Geschmeidig ließen sich die Edhil nieder, die Berührung ihrer Seelen durch den Druck ihrer ineinandergelegten Hände aufrechterhaltend. Die Wolken zogen rasch dahin, die Dunkelheit legte sich über das Wasser. Regentropfen fielen auf die Schwestern. „Sogar der Himmel weint vor Freude, dass wir uns wiedergefunden haben.“, sagte Lamentinu und Laurelin erkannte deutlich die Freude, welche sie in sich trug. Laurelin schloss die Augen und genoss wie das Wasser über ihr Gesicht rann. „Erinnerst du dich, wann Regen sich das letzte Mal so gut angefühlt hat?“ „Law.“
Still saßen sie Hand in Hand und sahen auf den Horizont, während ihre Melodien sich miteinander verbanden und eine neues Lied erschufen, das in den Himmel hinaufstieg.
Sternennacht und Abenddämmerung.
Gedankenverloren wanderte Laurelin mit lautlosen Schritten entlang der Küste des Meeres. Weit reiste ihr Geist in jenen einsamen Stunden. Doch heute wurde alles anders. Bereits nach einigen weiteren Metern bemerkte Laurelin eine bekannte Gestalt an der Küste – Lamentinu. Ihre Lehrmeisterin der Klänge und Melodien, eine Barde, ebenso wie sie selbst. Jene hielt die Angel ruhig in der Hand und ließ den Schwimmer ruhig in den Wellen treiben. „Alae, Zauberin der Klänge, Gwathel.“, erklang Laurelins singende Stimme. Die Angesprochene wandte sich ihr zu und schenkte ihr ein liebevolles Lächeln. Nur kurze Zeit später standen die beiden Edhil nebeneinander wenige Schritt von der Brandung entfernt und richteten ihren Blick auf den dunkler werdenden Horizont. „Der Anblick des Horizonts hielt mein Herz schon immer so sehr gefangen wie der einer sternenklaren Himmelsnacht.“, sprach Lamentinu. „Ich war schon immer gefesselt von einem Sonnuntergang. Meine Mutter erzählte mir immer, dass ich auch als kleines Kind jenen immer sehen wollte.“, gab Laurelin lächelnd zurück. „... Meine Mutter trug den Namen Blüte zurecht... Sie hatte wundervolle silberne Haare...“, erzählte Lamentinu mit sanftem Klang in den Worten. Laurelin schloss ihre Augen und sofort erschien ihr im Geiste das Bild ihrer eigenen Mutter. „Ihre Augen von so tiefem Blau und silbern strahlten einige Funken darin. Ihre Stimme erklang so rein...“. „Hallôth...“, flüsterte Laurelin von der Erinnerung an ihre Mutter übermannt und spürte gleichzeitig wie Lamentinus Melodie sich neben ihr auf einmal veränderte. „Woher kennst du ihren Namen?“, fragte jene mit verwirrter Stimme. Die Erkenntnis durchzuckte Laurelin wie ein Blitz, doch unfähig jene nun in Worte zu fassen, kam einzig ein gehauchtes „Ihren Namen...“ über ihre kühlen Lippen. Selten war das Herz der jungen Edhil so sehr von Gefühlen aufgewühlt worden. Unendlich langsam brandeten die Wellen an die Küste als sie sich ihrer Schwester zuwandte. „Hallôth, die erhabene Blüte,... ist der Name meiner Mutter.“, sprach sie tonlos und erkannte die Ungläubigkeit und Verwirrung in den Augen Lamentinus. „Aber wie ist das möglich? Meine Mutter segelte fort in die anderen Lande. Ich sah das Schiff und wie sie fortging. Es hatte silberne Segel, einen goldenen Bug.“, Lamentinus Worte spiegelten die Gefühle ihrer Augen wieder. Laurelin schüttelte verständnislos den Kopf. „Wohl ist sie hierher gekommen... nach Ered Luin.“, antwortete sie schließlich. „Das würde bedeuten du bist meine Halbschwester!“, neben der Verwirrung trat nun etwas weiteres in die Stimme Lamentinus – Liebe. Rasch trat jene auf Laurelin zu und umschloss sie mit ihren Armen. Eine warmer Mantel der Zuneigung und Liebe legte sich um Laurelin, ihren Körper, ihr Herz, ihren Geist. Sie ließ ihren Kopf auf Lamentinus Schulter sinken und umschloss jene ebenso mit ihren Armen. Sanft hielt sie ihre Schwester in den Armen, so als wäre sie zerbrechlich. Eine Träne rann aus ihrem Auge und fiel auf Lamentinus Gewand. „Wieso hat sie es mir niemals erzählt?“, flüsterte sie. „Ich weiß es nicht. Warum konnte sie hierher kommen und ihr altes Leben zurücklassen, mich vielleicht sogar vergessen?“, deutlich erkannte Laurelin den Schmerz in Lamentinus Worten. „Law, das denke ich nicht. Immer schon spürte ich eine Unruhe in ihr, die nicht nur von ihrem Wunsch in die fernen Lande zu reisen rührten. Sie hat dich nicht vergessen! Sie sang mir einmal ein Lied vor, dessen Bedeutung ich erst jetzt zu verstehen vermag.“, erwiderte Laurelin mit Bestimmtheit in ihrer Stimme. Langsam ließ Lamentinu sie los und blickte sie aus tränenschweren Augen an. „Wie ging das Lied?“, fragte jene hoffnungsvoll. „Ich bitte dich, gib mir etwas Zeit ihre Worte in meinen Geist zurückzurufen!“, bat Laurelin. Lamentinu nickte langsam. „Sie hat mir früher immer ein Schlaflied vorgesungen, vielleicht erkennt es dein Herz.“ Zunächst etwas unsicher, mit dem nächsten Wort mit zunehmender Fülle und Stärke begann Lamentinu in ihrer klaren Stimme zu singen. Fast schmerzlich schloss Laurelin die Augen und mit jedem Wort, mit jeder gesungenen Note erfüllte sich ihr Herz mehr und mehr mit Erinnerung und Liebe. Nachdem Lamentinu geendet hat und der letzte Klang ihrer Stimme über dem Meer davongeschwebt, bat sie Laurelin, noch immer ergriffen von der Melodie: „Setz dich neben mich und blicke mit mir auf das Meer, Gwathel!“. Geschmeidig ließen sich die Edhil nieder, die Berührung ihrer Seelen durch den Druck ihrer ineinandergelegten Hände aufrechterhaltend. Die Wolken zogen rasch dahin, die Dunkelheit legte sich über das Wasser. Regentropfen fielen auf die Schwestern. „Sogar der Himmel weint vor Freude, dass wir uns wiedergefunden haben.“, sagte Lamentinu und Laurelin erkannte deutlich die Freude, welche sie in sich trug. Laurelin schloss die Augen und genoss wie das Wasser über ihr Gesicht rann. „Erinnerst du dich, wann Regen sich das letzte Mal so gut angefühlt hat?“ „Law.“
Still saßen sie Hand in Hand und sahen auf den Horizont, während ihre Melodien sich miteinander verbanden und eine neues Lied erschufen, das in den Himmel hinaufstieg.
Sternennacht und Abenddämmerung.