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Der Kelos (oder "Legende über eine Kinderangst")

Verfasst: Donnerstag 5. Oktober 2006, 20:48
von Der Erzähler
„Will…“
„Wiiihiiiill…“
„Will Endreas Talinger!”

Erst jetzt, als sie zeternde Frauenstimme scheinbar ihre eigene Klimax mit wenigen gekreischten Worten und einem donnernden Unterton voll mütterlichem Frust weit überschritten hatte, schob sich das rundwangige Gesicht eines waschechten Bajarder Lausebengels unter der Kante des zünftigen, breiten Esstisches hervor und scheinbar lammfromme, große Kinderaugen starrten wie die eines treuen Hündchens zu der erzürnten Erwachsenen auf.

„Versuch bloß nicht mich nun mit diesem Blick um den kleinen Finger zu wickeln, junger Mann, denn das wird dir ganz sicher nicht gelingen…“,
brummelte die Frau Mutter nun und versuchte ein gar düsteres Gesicht zu ziehen, welches sogar saurer Milch noch gefährlich werden konnte, jedoch hatte der naseweiße Knabe längst den leichten Schlenker in ihrer Stimme, sowie das besänftigte Blinzeln in ihren Augen entdeckt und wagte ein erstes triumphierendes Grinsen, ehe er kess die Stimme anhob.
„Ich weiß ja, Ma, es ist längst Zeit schlafen zu gehen und unter dem Tisch sollen wir eh nicht spielen, aber sieh doch mal… Mariechen bewegt sich ja auch kein Stück zum Bett!“
Hierbei rutschte er bequem auf dem Hinterteil beiseite und gab bereitwillig den Blick auf die zweite Übeltäterin, ein etwa fünfjähriges, zartes Mädchen mit rotblonden Unschuldslöckchen und einer Miene, welche sicher kein Wässerchen trüben konnte, frei.
„Mag noch nich’ schlafen…“,
hauchte jene nun der sichtlich verzweifelten Mutter entgegen und registrierte zufrieden, wie das offensichtliche Vorbild, der nur minder ältere Bruder, heftig zu dieser Aussage nickte.
Hatte das allabendliche Ritual erst einmal diese Phase erreicht, so war es bisher immer ein leichtes für die Rotznasen Will und Marie Talinger, selbsternannte Faxenkönige und Meister aller Streiche, dem ihrer Meinung nach viel zu früh angesetztem Schlaf vorerst zu entgehen, denn Frau Belira Talinger, die unglückselige Mutter der beiden fleischgewordenen Wirbelwinde, hatte bis dato jedes Duell gegen den kindlichen Charme der beiden verloren und so schien auch jene dreiste Machtpartie zu Gunsten des Geschwisterpaares auszugehen.
Schien…

„Nun, dennoch solltet ihr beide auf eure Mama hören. Schließlich meinte sie es doch nur gut mit euch und bewahrt euch mit der Anweisung letztendlich nur vor der morgigen Müdigkeit und dem Kelos.“
Der raue, doch ältlich-warme Bass, welcher sich diesmal in den gewohnten Satzabschlag einschaltete, gehörte zu einem nicht minder gemütlichem, ergrautem Herren, welcher genüsslich etwas abseits im alten Ohrensessel an seinem Pfeifchen schmauchte und mit weisen Augen die Rasselbande unter dem Tische gütig betrachtete.
Will fand nach geraumer Zeit und Augenblicken der erstaunten Stille als erster seine Worte wieder und wagte es jene zögerlich an den Großvater zu richten.
„Opa, was ist denn ein Kelos?“
Amüsiert kräuselten sich die etwas dünnen Lippen des alten Mannes, welcher die angesetzte Falle nun zuschnappen ließ.
„Ah, na über den gibt es so viel zu berichten, dass das schon eine Gute-Nacht-Geschichte wert ist und so etwas bekommen Kinder nur dann zu hören, wenn sie im Bett liegen.“

Wenig später lugten Mariechen und Will, behaglich in Laken und Felle gewickelt, halb unter dem äußersten Bettzipfel hervor und lauschten der leise geraunten Erzählung des Großvaters:

„Woher der Kelos genau kommt, das weiß eigentlich niemand so genau und keiner kann auch genau sagen wie er denn richtig aussieht, denn ihr beide solltet wissen, dass der Kelos nur nach ganz bestimmten, festen Ritualen handelt. Während ein Bauer in der Nacht ruht und am frühen Morgen schon beginnt das Feld zu bestellen um mit seiner Arbeit am Tage, so lange das liebliche Antlitz der Sonne noch der Herrin’ Licht spendet, fertig zu werden, so erwacht die schwarze Seele des Kelos nur in der Nacht, wenn lediglich der Mond seine schaurigen Taten beleuchten kann.
Er zeigt sich nur Kindern, sucht jene auf, welche frech und vorlaut versuchen die Nacht zum Tage zu verwandeln und nimmt sie mit sich. Wohin kann ich euch nicht sagen, denn ihr werdet einsehen, dass dies niemand wirklich ahnen kann, schließlich verschwinden all die, welchen der Kelos sich zeigt, nicht wahr? Sie werden dann nie wieder gesehen, jedoch behauptet man, dass in stürmischen Nächten ihre ängstlichen Stimmchen im Wind zu hören sind. Sie schreien, weinen und rufen nach ihren Eltern, geloben und beteuern auch immer artig zu sein, doch dann ist es natürlich schon zu spät.
Genau deshalb ist es klug auf die Worte einer besorgten, lieben Mutter zu hören, denn sie will euch stets vor Schaden und somit auch dem schwarzen Wesen, dem Kelos, bewahren.“


Mit einem zufriedenen Lächeln bemerkte der gute Großvater, dass beide der vorher so aufmüpfigen Enkelkinder nun ungewohnt nachdenklich und still blieben. Folgsam ließen sie den obligatorischen Gute-Nacht-Kuss der Mutter zu und wagten auch kein zweites Aufbegehren, als jene die Lichter löschte und mit ihrem eigenen Vater das Zimmer verließ um die Türe zum Kinderschlafzimmer sanft ins Schloss zu ziehen.

Erdrückende Stille schlug den beiden Talinger Kindern, welche wahrlich an alles andere als den gesegneten Schlaf denken konnten, für eine lange Zeit entgegen und die einzige Bewegung im Halbdunkel des Zimmers blieb die vom Wind spielerisch geleitete Schwingung des Vorhanges, welcher wie ein übergroßes, durchsichtiges Taschentuch den beiden zuzuwinken schien, doch waren es Mariechens kleine Ohren, welche das neue Geräusch zuerst entdecken.

Klickelick…ticktick… klackilick

Mit bebenden Lippen und nur gewisperten Worten versuchte sie den plötzlich so steifen Bruder neben sich zu erreichen.
„Will… wie kommt der Kelos eigentlich zu den Kindern?“

Klickelick…ticktick… klackilick

Mit geweiteten Augen starrte der nun käsbleiche und nicht mehr auch nur annähernd kühne Knabe dem nahen, dunklen Ebenholzschrank entgegen und brachte die Antwort spät, mühsam und krächzend hervor.

„Ich weiß nicht, Ma… Marie, der Opa sagte das ni… nicht.“

Klickelick…ticktick… klackilick

Etwas schien am Inneren der schwärzlichen Schranktüre unnachgiebig zu arbeiten mit der stoischen Ruhe eines geduldigen Jägers- scharrend, drehend, voran arbeitend,
bis jene mit einem leisen, aber grausig langem Quietschton ächzend aufgab und sich eine Handbreit öffnete.

Panisch packten die eiskalten, zitternden Händchen der kleinen Schwester nach Wills Arm und noch während sie sich schaudernd an ihn drückte, hörte er ihre halberstickte, weinerliche Stimme, welche wimmernd in sein Ohr keuchte:

„Aber… wir SIND doch artig ins Bett heute!“

Dann allerdings fesselte das Geschehen am, nein IM Schrank seine Aufmerksamkeit endgültig, als seine Augen mit blankem Entsetzen eine neue Entdeckung machten und ihm so die Antwort auf die Frage seiner Schwester offenbarten.

[img]http://www.cinemovies.fr/images/data/films/Pfilm635121449.jpg[/img]

Verfasst: Dienstag 10. Oktober 2006, 23:23
von Der Erzähler
Gerüchte machen sich in all den Städten, Dörfern und Siedlungen langsam wie schleichendes Gift breit. Zunächst nur sehr leise, kaum mehr ein Wispern, ein gehauchtes Wort und doch schwillt es langsam an, bis letzendlich ein furchtsames Flüstern daraus entsteht.

Kinder würden verschwinden. Nachts aus den Bettchen heraus.
Verschwinden ohne jegliche Spur... und irgendwie legt sich eine Welle der Alpträume über die Bettchen der Kinder, welche nicht verschwunden sind.

So wird ein jedes Kind langsam von seltsamen Alpträumen geplagt:
Hände, nachtschwarzblau greifen nach den Kleinen, ein stimmloses Lachen ertönt und wispert heiser zusprechende, lockende Worte, weissliche Augen blicken aus Gebüschen, Nischen und Schränken den Kinderschritten hinterher, verfolgen sie mit Interesse, Boshaftigkeit und Gier.


"Iiiiiisabellaaaaa....",
hauchte es heiser aus und mit langen, schabenden Klauen fuhr das Wesen über ein altes Pergament, tunkte die Kralle in ein Schüsselchen voller patziger, dunkelroter Farbe um den Namen mit den Spitzen jener Klauenhände auf den Bogen zu schreiben, festzuhalten nebst einer ganzen Ansammlung.

Antares... Viconia... Niall... Marel... Mairin... Shalimah... Antoris... Avadia... Lileas... Kervin... Marvin... Melisen... Trysthan... Kyara... Anisha... Caireen... Enola... Kalena... Genefe... Walpurga... Amalie... Lise... Mairin...

"Neeeeleeeee... miiich täuscht du niiiicht, Kleineeee..."
"Yasccaraaaaaa.... diiich bekomm' ich auuuuch, wenn du alleiiiine bist!"

Damit starrten die bleichen, pupillenlosen Augen auf die nette Ansammlung. Vielleicht konnte er sie noch erweitern? Auch jene in seine Sammlung nehmen, welche gerade auf der zarten Schwelle zur Welt der Erwachsenen standen? Seine Macht wuchs von Tag zu Tag, es dürstete ihn nach Angst, Tränen und verschreckten Blicken... und somit wuchs die Gier. Doch erst einmal wollte er sich durch die Liste arbeiten, sehen was es zu finden gab.

Ein leises Wimmern drang an sein Ohr und mit seiner Klauenhand umgriff der Kelos den leuchtenden, blauen Stein um seinen Hals.
Sie gehörten ihm, seine Sammlung - mehr sollten es werden.
VIEL MEHR!

... und mit dem Zwielicht kam er zurück, öffnete die Schränke und suchte seine kleinen Opfer auch in deren Schlaf heim.

Verfasst: Mittwoch 11. Oktober 2006, 19:56
von Isabella de Mournant
Ihr Mutter hatte erstaunlicher Weise recht wenig mit ihr geschimpft, als der Gardist sie nach Hause gebracht hatte. Wohl hatte sei die Erwähnung des Hauptmanns und dessen verbale Beteuerung, Isabella wäre keine Last, sondern eher noch eine Hilfe gewesen, sie mehr als beruhigt und vielleicht sogar mit einem kleinen Hauch von Stolz erfüllt. Die genauen Vorfälle interessierten sie jedoch soweit überhaupt nicht und Isabella kannte mittlerweile das Verhalten ihrer Mutter gut genug um wohl wissentlich zu vermeiden, irgendetwas von dem schrecklichen Vorfall an der Kaserne zu erzählen.

Nun lag sie im Zwielicht in ihrem kleinen Bett und starrte auf zur Decke. In ihrem müden Geist spielten sich noch einmal die Szenen des Abends ab. Erst diese formlose Stimme die sie gerufen hatte, als sie die große Vogelstatue auf dem Haus der Magier betrachtet hatte. Dann das schreckliche Grinsen aus dem Ginsterbusch und die ledrige die nach ihr gegriffen hatte.
Trotz ihrer jungen Jahre war Furcht nichts unbekanntes für Isabella, wurde sie doch mittlerweile sowohl in den Nächten, als auch ab und an am Tage von schrecklichen Alpträumen und Spukbilder heimgesucht, aber die schreckliche Erkenntnis, daß jener Spuk real und wirklich da war, sie berührte und sie mit sich ziehen wollte, ja er sogar von Erwachsenen gesehen und gehört worden war, das steigerte das Grauen in ihr noch einmal ins unermessliche.
War es wirklich der Kelos gewesen? Was war, wenn es vielleicht doch etwas ganz anderes gewesen war. Was, wenn die schrecklichen Bilder die sie regelmäßig erträumte begannen Wirklichkeit zu werden? Verzweifelt drehte sie sich auf die Seite und versuchte den Gedanken zu verdrängen, der in seiner logischen Konsequenz sie drohte zu überfordern. Es war ein seltener Moment, das sie dieses Mal den Schlaf willkommen hieß, als er sie letztendlich umfing.

Verfasst: Donnerstag 12. Oktober 2006, 14:34
von Lileas Jagotin
Unruhig drehte sie sich auf ihrem Laken, dem notdürftigen Bett, welches ihr bisheriger Gönner ihr zurecht gelegt hatte, hin und her. Etwas stimmte ganz und gar nicht. Von Nacht zu Nacht wurde es deutlich schwerer den Schlaf der Gerechten zu finden und obwohl sie ihren lieben, langen Tag damit verbrachte im Sonnenschein Varunas zu hocken und ihre Lügenidentität als kleine Magd "Lisetta Haselbach" zu leben und erfinderisch zu erweitern, sprich reichlich wenig körperliche Arbeit verrichtete, so strengten die Nächte umso mehr an!

Das wiederum lag nicht an dem ungewohnt kleinen und engen Häuslein, welches so gar nichts mit ihrer geliebten Burg Dunnomar gemeinsam hatte, auch nicht am eher trübe-windstillen Varuna, welches das Sturmkind immer etwas träger machte, sondern vielmehr an den länger werdenden Schatten.

Zunächst waren da die Bewegungen in den dunkleren Ecken des kleinen Raumes oder da wo all die verschiedenen Kisten und alchemistischen Flakons standen. Etwas huschte, krabbelte und arbeitete sich stetig wabernd voran. Rasch hatte sie ihre angebliche Vernunft hervorgekramt und sich feste bestätigt, dass sie doch schon beinahe erwachsen war, ihr also solche Dinge keine Angst bereiten sollten und überhaupt...

Ächzend drehte sie sich wieder und zog die Decke zitternd näher an den noch so unreifen Körper. All das gute zureden hatte vielleicht die ersten Abende noch erträglich gemacht, doch das Grauen wurde stärker, mächtiger und beängstigender.
Mit einer vor Panik zugeschnürter Kehle musste sie nun mitansehen, wie von der Spüle her neue Bewegungen... Hände formten sich aus den Schattengebilden und schienen sich blind suchend zu ihr zu tasten. Unfähig den Blick auch nur annähernd abzuwenden musste sie mitansehen, wie das "Etwas" näherkam. Ein leiser, weinerlicher Ton in ihrer zugepressten Kehle erwachte und wurde, äquivalent zur Distanzüberwindung der Schattenhände, lauter.
"Liiiiileeeaaaaaaaaaaaaaaaaaas..."

und als ihr Name von diesem stimmlosen, kehligem Wispern genannt wurde, drang der Aufschrei gellend durch den Raum.

Stunden später saß der junge Magiestudent, welcher sie bisher aufgenommen hatte, noch immer neben ihrem Bett und blickte stirnrunzelnd auf die nun endlich, dank Beruhigungstrank schlafende Gestalt des Mädchens, welche dennoch im Traume bebte und stockend einen einzigen Namen murmelte... "Ke...los... Kelos... K...Kelos"

Verfasst: Freitag 13. Oktober 2006, 00:37
von Antoris Leador
Mitten in der Nacht wachte er schreiend auf. Das Bett wo er lag war klatschnass und er zitterte am ganzen Leib so wie schon am Nachmittag. Zuerst wusste er gar nicht wo er war, voellig verstört wirkte seine Mimik. als er den Atem seiner Mutter hörte und spürte wie sie ihn schnell an sich drückte und über den nassen Rücken strich, wusste er das er bei ihr schlafen durfte, weil er sein eigenes Zimmer nicht mehr betreten wollte nachdem was da am Nachmittag passiert war.

Er hatte am Regal gestanden und war wie schon so oft mit den Fingerspitzen über die Bucheinbänder gestrichen, es machte ihm spass die weichen Einbände zu befühlen, als er ein Flüstern von oben vernahm.

Antoooooris .... komm her.... kommm her


Neugierig wie er war tapste er nach oben, seiner Mutter sagte er, dass er mit seinen Steinchen spielen wolle, es war eine Lüge, aber da Leana nicht auf das Flüstern reagierte wollte er doch wenigstens wissen was das war. Langsam war er nach oben getapst und in sein Zimmer. Dort hörte er ein Klappern seiner Schranktüren und unsicher tapste er dorthin. Er kniete sich auf die Bank und tastete den Schrank nach den Griffen herum.

Antoooris komm her... komm zu mir.... gib mir deine Hand

Erklang es aus dem Schrank und er meinte zögerlich dazu

ich geb fremden nich meine hant

Ich bin nicht fremd, ich bin schon solange da wie du auch


Flüsterte die Stimme weiter. Doch Antoris zögerte, plötzlich umgriff eine kalte Hand die seine und Antoris rutsche automatisch nach hinten, dabei riss er den Kerzenleuchter der allen Göttern sei dank nicht angezündet war um. Als die Hand die ihn griff anfing an ihm zu ziehen bekam er dann doch Angst und fing an zu schreien

maaaaaaamaaaaaaa ..... da is jemant in mein schrank....

Er zog schnell gegen und begann langsam zu zittern

Komm Antoooris komm, bei mir wirst du viel Spass haben.


Die Rufe nach seiner Mama bekamen einen panischen hysterischen Klang als die Hand fester zog und der Hund unten begann zu knurren und zu kläffen. Die Schritte seiner Mama erklangen hastig auf der Treppe und die Stimme wurde eisigkalt

Schrei nur, schrei nur, dass wird dir gar nichts helfen, ich kriege dich, irgendwann, immer kann dich deine mama nicht beschuetzen

Dann liess die Hand ihn plötzlich los als Leana die Türe öffnete und die Stimme flüsterte

nie.... sicher

Antoris begann zu weinen und schrie immer wieder, seine grünen blinden Augen vor angst weit geöffnet. Leane kniete sich schnell zu ihm und drückte ihn fest an sich. Antoris krallte sich an ihr fest, als würde er ertrinken

da.. da.. da is wer in mein schrank

Sein kleiner Körper hatte gezittert wie wollte er sich so alle Knochen brechen.

will hier raus....

Bettelte Antoris. Leana glaubte er habe nur geträumt und sagte es ihm auch. Hysterisch schrie Antoris

will hier raus!


Leana hatte es für besser gehalten ihn hochzunehmen und ging gerade mit ihm durch die Türe als die Schranktüren wieder klapperten. Schreiend krallte Antoris sich noch fester an Leana.

Jetzt lag er wieder schreiend und zitternd an Leana gedrückt, sich wieder festkrallend. Er hatte geträumt. Er hatte im Schlaf wieder diese kalte Hand gespürt und die Stimme hatte wieder im Schlaf zu ihm geredet.

Antoooooooris.......

Verfasst: Samstag 14. Oktober 2006, 22:51
von Antoris Leador
Es war einfach frustrierend. Keiner der Erwachsenen glaubte ihm. Alle taten es nachsichtig als Traum ab.

aba das wa kein traum
das hat echt nach mir gegreift


Immer wieder sagte er das, aber alle lächelten nur und das brachte ihn dazu letzendlich darüber zu schweigen. Wenn er Nachts alleine in seinem Zimmer lag und schlecht geträumt hatte dann drückte er sich unter das Kopfkissen und weinte für sich dahin. Sein Papa hatte den Schrank aus dem Zimmer genommen, aber Tori hatte dennoch Angst das das Etwas sich unter seinem Bett verkrochen hatte.

das wa kein traum

Flüsterte er für sich alleine und in die Ohren seines Welpens.

Verfasst: Sonntag 15. Oktober 2006, 23:19
von Antoris Leador
Er verstand den Wirbel nicht, den alle machten um das Ding aus dem Schrank. Hudgarr wollte ihn befragen, aber aus der Vergangenheit hegte Tori eine Abneigung gegen Onkel Hudi. Florence war lieb zu ihm und sie sprachen über Schnecken in Kleidern und Quarius war ein Ritter aber das Gefühl, dass es seiner Mama nicht recht wäre, schwieg er. Nur winzige Andeutungen machte er, aber wirklich berichten tat er nicht.

Florence hatte Leana erzählt von einer Mutter die einen Schrank zerhauen hatte, oder war es eine Tür gewesen? um zu ihrer Tochter zu kommen. Sie soll sogar das Ding gesehen haben, dass aus dem Schrank nach der Tochter griff. Bei ihm hatte es niemand gesehen, nichtmal er selber, und deswegen glaubte man ihm nicht. Die Grossen taten es als Märchen ab und dass sie nicht zulassen würden das Tori noch mehr Angst bekäme.

Tief im Herzen wollte er darüber erzählen, aber er wollte auch nicht seiner Mama wehtun und sie dastehen lassen als würde sie lügen also sagte er einfach

wenn... wenn mama sagen tut... das das ein traum wa... dann... dann wa das auch ein traum....


Dabei hatte er den Kopf gesenkt. Als es Bettzeit war versuchte er wie die Nächte zuvor auch wach zu bleiben und lauschte zum Schrank seiner Eltern. Bei Quarius wollte er nicht bleiben, er wollte nicht von Leana getrennt werden. Er war von all den Dingen schon so verwirrt, dass er sich schon einbildete im Schrank seiner Eltern wäre wieder jemand. Doch diesesmal schrie er nicht. So leise es ging stand er auf und verkroch sich nach unten unter die Felle, dort übermannte ihn dann die Müdigkeit und er schlief ein. Mehrmals wachte er auf von Alpträumen heimgesucht und weinte leise unter den Fellen bsi er dann wieder einschlief.

Verfasst: Montag 16. Oktober 2006, 13:02
von Amalie
Das Gemeine an Träumen ist, dass sie unberechenbar sind. Sie kommen, wann es ihnen gefällt und sie enden erst, wenn es ihnen beliebt. Und selbst was wir träumen obliegt nicht dem Willen des Träumenden selbst, vielmehr sind wir der Willkür des Traumes hilflos ausgeliefert.

So ähnlich mochten Amalies Gedanken gelautet haben, als sie auf den hölzernen Treppenstufen im Eingangsbereich des Uhlenhoff’schen Gutes saß. Die Ellenbogen auf die Knie gestützt und das Kinn in die Handinnenflächen gebettet, war der Blick aus den himmelblauen Kinderaugen starr nach vorn gerichtet. Ein brauner Stoffbär saß auf ihrem Schoß, den Blick ebenfalls geradeaus haltend. Amalies gerötete Wangen zeugten noch von den letzten Tränen, die die Augenwinkel vor kurzem verlassen hatten und über die nun Emmas Finger streichelten.

„Was ist denn passiert, dass Ihr Beide so traurig daher schaut?“, wollte Emma wissen.

„Wir haben schlecht geträumt … ganz furchtbare Angst hatten wir“, ließ Amalie die Fragende durch ihr Stofftier wissen. Noch immer war das sechsjährige Mädchen nicht bereit selbst zu ihrer Ziehmutter zu sprechen, schickte sie weiterhin ihren treuen Stoffbären vor.

„Ja, so was ist gar nicht schön. Aber manchmal hilft es, wenn man darüber spricht, dann erscheint es oft gar nicht mehr so schlimm“, versuchte Emma den blonden Lockenschopf aufzumuntern, ihr dabei weiter über die Bäckchen streichelnd.

„Da war …“, setzte der kleine Bär an um noch mal einen Blick gen seiner menschlichen Freundin zu werfen und auf ihr Nicken hin fuhr er fort. „Da war so ein Rufen. Es war alles dunkel und es hat jemand nach ihr gerufen. Gezischt wie eine Schlange hat es. Amaaaaaliiiiiieeee, hat es gemacht. Und, und eine Hand war da gewesen, die nach uns fassen wollte und immer noch hat es Amaaaaaaliieeeee gezischt. Und dann sind wir aufgewacht“
Als der Stoffbär seine Erzählung beendet hat, drückte Amalie ihn wieder fest an sich und vergrub ihre Nase in seinem Fell, während Emma nach beruhigenden Worten suchte.

„Wisst ihr, was ihr machen müsst, wenn ihr wieder so etwas träumt?“, fragte sie die Beiden und erntete ein zaghaftes Kopfschütteln.

„Dann müsst Ihr gaaaaanz laut Emma rufen und dann komme ich mit meiner Heugabel und piekse jedem, der gemein zu Euch ist, in das Hinterteil!“ Triumphierend lächelte Emma, ihre ganze Überzeugung in ihre Worte legend um wieder ein Lächeln auf das Kindergesicht zu zaubern. Und in der Tat hatte sie Erfolg, die Vorstellung wirkte im Kopf der kleinen Amalie und sie ließ sich zu einem Glucksen hinreißen während sich die Miene auch wieder aufhellte.

„Dann passiert uns also nichts, wenn wir ganz laut nach Dir rufen?“, lässt sie ihren kleinen Begleiter sich noch einmal versichern und auf Emmas kräftiges Nicken hin war die Welt für das blond gelockte Kind auch schon wieder in Ordnung. Jetzt bei der kräftigen Nachmittagssonne fühlte sie sich stark und mutig, Emmas Worte taten ihr Übriges.

Den Rest des Tages verbrachte das Kind draußen auf den Feldern des Bauernhofes, unbekümmert und nicht ahnend, dass Träume schneller zur Realität werden konnten, als einem lieb war …

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Die Lider waren schon schwer und die Wärme der Bettdecke steuerte den Rest bei um Amalie sanft in den abendlichen Schlaf zu wiegen. Der weiche Stoff des neuen Nachthemdes, welches Emma ihr vor wenigen Minuten geschenkt hatte, schmiegte sich sanft an die Kinderhaut und auch der Stoffbär, welcher in den Armen des Kindes ruhte, war in ein Nachtgewand gekleidet, welches im Aussehen dem Amalies glich.

Das leise Klappern im Schrank und das kurze helle Aufquietschen aus dessen Innerem nahm Amalie nur am Rande ihres Bewusstseins wahr, wog sie sich schon in den Armen des Schlafes. Als jedoch ihre Bettdecke in kleinen Rucken von ihr gezogen wurde, öffnete sie mit einem Schlag hellwach die Augen um vorwurfsvoll vor ihr Bett zu blicken in der Ahnung dort Emma vorzufinden, die sie schon wieder zum Morgen wecken wollte. Doch, oh Schreck! Es war noch immer dunkel, noch mitten in der Nacht und keine Emma zu sehen! Und wieder bewegte sich die Bettdecke, als würde sie von einer unsichtbaren Hand weggezogen.

Hellwach machte sie einen Satz ans Kopfende des Bettes, wo sie sich an die Wand drückte und die Beinchen an ihren Körper zog. Der Blick aus den geweiteten Kinderaugen flitzte im dunklen Zimmer hin- und her als könne sie entdecken, wer oder was ihr die Decke zu klauen versuchte. Ein Zischeln drang durch das Zimmer, ohne Quelle und ohne Ziel. Es war ganz plötzlich da.

Amaaaalieeeeee … meine Kleeeineee …Amaaaalieeee …

„Da ist es wieder, hörst Du?“, flüsterte sie mehr oder minder vor Angst quietschend zu ihrem Stoffbären, sich unangenehm an den Traum der letzten Nacht erinnert fühlend. Im Kleiderschrank knackte es leise, als würde sich in dessen Inneren etwas drehen.

„Nein, nein, nein, wir haben keine Angst. Wir müssen keine Angst haben hat Emma gesagt“, wimmerte sie leise in das Fell ihres Bären, ihn so feste an sich gedrückt, dass es ihm sicher die Luft abgeschnürt hätte, wäre er darauf angewiesen gewesen.

Aber Emmaaaa ist nicht daaa... die Grossen lassen euch immer allein.... ganz allein.
Amaaallliieee, mein Engelchen.... DU BIST ALLEIN!


„Gar nicht wahr!“, entgegnete Amalie in einem kurzen Anflug von Trotz, erbost darüber, dass man Emma vorwarf sie würde das Kind alleine lassen. Doch dicke Kullertränen brachten die Angst schneller zurück, als ihr die Trotzreaktion bewusst werden konnte.

„Emma kommt bestimmt gleich und dann bringt sie ihre Heugabel mit und dann wird sie dich pieksen!“, jammerte sie leise vor sich hin, als würde sie damit dem Spuk ein Ende setzen oder zumindest beeindrucken können.

Doch das heftige Klappern im Schrank und das plötzliche Umfallen des Stuhles straften ihrer Hoffnung Lügen und noch mehr versuchte sich Amalie an die Wand zu drücken, als würde sie sich darin verkriechen wollen. Und dann Stille, unendliche Sekunden lang. Dann kam es wieder, das leise Kratzen im Kleiderschrank. Doch es ging weiter, im Schloss der Schranktür klackte es, als werde der Schlüssel herumgedreht. Unendlich langsam und begleitet von einem hellen Quietschen.

Und mochte Amalies Scheu vor Emma auch noch so groß gewesen sein, in diesem Moment der unendlichen Angst überwand sie sie und ihr Mund öffnete sich zu einem gellenden Schrei, der durch das gesamte Haus drang. „EEEEEMMMMAAAAAAAA!!!!!!“.

Im Untergeschoss war ein Poltern zu vernehmen, eilige Schritte kamen die Treppe hinauf. Ein Rütteln an der Zimmertüre, doch wollte jene sich nicht öffnen lassen. Indes öffnete sich aber im Inneren des Kinderzimmers die Schranktüre und ein von eisigem Nebel umgebener Schatten sprang regelrecht aus dem Schreinerstück heraus.

Sturzbäche rannen Amalies Wangen herab, der Kindermund zu einem nicht enden wollenden Schrei verzerrt, an der Zimmertüre kräftiges Rütteln und darauf ein Schlagen – doch nichts beeindruckte den Schatten, der sich wabernd immer mehr auf Amalie zu bewegte.

„EEEEEMMMAAAAAAA!!!“

„Ich komme Mäuschen, ich bin gleich bei dir!“, drang Emmas Stimme von Außen zu dem kleinen Mädchen durch, die sich dadurch jedoch nur wenig beruhigt fühlte und sich weiter dem Schreien hingab. Krachend schlug etwas Hartes gegen die Holztüre, von der einige kleine Stücke absplitterten. Wie ein unablässiges Donnern kam es Amalie vor, wie Emma immer und immer wieder etwas gegen das Hindernis schlug. Und der wabernde Nebel kam immer näher, eine schemenhafte Hand nach dem Kinde ausgestreckt.

„Geeeeeh weeeeeeg, nein, nein, nein!“

Weiße Punkte sah Amalie irgendwo in dem Schwarz des Schattens, immer näher kam er. Kälte umwob ihn, eisige Kälte. Bedrückende Stille ging von ihm aus, während Emma mit weiteren Schlägen für lauten Krach sorgte.

„Geeehhh weeeeeeg!!!“ wimmerte Amalie dem Schatten noch einmal entgegen, den Kopf zwischen den angezogenen Beinchen vergrabend. So konnte sie ihn nicht mehr sehen, vielleicht sah er sie auch nicht mehr. „Geeeeh weeeeg“.

Und mit einem finalen Donnern gab die Holztüre endlich nach. Das erlösende Kerzenlicht aus dem Flur vertrieb die Schatten in dem kleinen Schlafzimmer, blitzschnell rauschten die dunklen Schemen zurück in den Kleiderschrank. Mit einem sichtlich verbeulten Kerzenständer bewaffnet stand Emma in der Mitte des Zimmers, schwer atmend und auch ihre Züge von Angst verzerrt. Jenen Kerzenständer nutzte sie um das Schloss des Schrankes zu verbarrikadieren. Dann eilte sie hinüber zu Amalies Bettchen um sie in den Arm zu schließen.

„Schhhh Maus, ich bin ja da“, flüsterte sie zu der weinenden Amalie, die den Stoff von Emmas Hemd tränkte. Vorsichtig hob sie das Mädchen hoch um sie aus dem Zimmer zu tragen.

Ich krieeegeee dichh.... Amalieeeee...
ICH KRIEGE EUCH ALLE …

Verfasst: Montag 16. Oktober 2006, 16:56
von Andiara Aylen
Trysthan hatte diese eigenartige Augen gesehen. Direkt auf Anas Bauernhof. Was immer es war - es durfte hier nicht sein, wenn auch die Erwachsenen sich skeptisch gegenüber Trysthan zeigten. Ana traute ihm - sie würde ihm sicherlich alles glauben - klar, er war der erste Junge, den sie überhaupt mochte. Sie selbst hatte seit seiner Reaktion ein komisches Gefühl gehabt. Es kam dieses kalte Streichen über ihre Wange. Die Gänsehaut bildete sich auf ihrem Rücken, auch am Hals. Sie stürtzte nach vorne - war erschrocken und tat sicherlich auch Lairja dabei weh, die sie vorher noch so liebevoll im Arm hielt. Dann war da diese leise Stimme, ein Zischeln, bei dem man nicht erahnen konnte, wo es herkam. Sie krabbelte sofort unter den Tisch - wohl das erstbeste, was sie als halbwegs "sicher" betrachtete.

Es dauerte nicht lange, da schauten auch Lairja, Loran und Trysthan nach ihr. Ana hatte die Beine angezogen und die Arme über dem Kopf zusammengeschlagen, als würde etwas von oben auf sie herabstürzen. Es geschah aber nichts mehr und es war wieder ein Schweigen da, was sie bedrückte. Lairja und Loran glaubten den beiden Kindern, oder sie taten zumindest so, als ob, und das ziemlich glaubhaft. Trysthan zog sie unter dem Tisch hervor und Lairja stellte klar, dass beide heute in Lorans Zimmer schlafen durften.

Beide Kinder waren in ihre Nachthemden gekrabbelt und versteckten sich unter der warmen Wolldecke. Lairja hatte einen Spalt in der Türe aufgelassen. Ana dachte sich noch, dass Loran, Lairja und ihr treuer Dackel Bodo zu dritt vor der Tür saßen und Wache schoben, so wie es sich für gute Freunde gehörte. Außerdem hatte sie noch Trysthan dabei - der immerhin einmal ein großer Ritter werden wollte. Der war für einen Jungen ja auch ganz schön stark und mutig sowieso. Sie hätte sich eigentlich sicher fühlen können. Dennoch kam ein eigenartiger Alptraum über sie herein. Undurchsichtige Augen... ein dichter Nebel.. lautloses Kinderschreien....

Verfasst: Montag 16. Oktober 2006, 17:05
von Quarius Lore
"Ich will nicht darüber reden..."
So in etwa waren mehrere Sätze des Jungen Toris gewesen, als Quarius bei ihm in den Kissen seines Hauses zusammen mit ihm gesessen hatte.
"Du must nicht wenn du nicht willst..." sprach er milde und sanft zu dem kleinen... "...aber warum sprichst du immer wieder davon...?" ,immer wieder schien der kleine davon zu reden...mindestens ein halbes dutzend Andeutungen machte er über das "Ding" im Schrank und dieser "Hand"...

"Und was willst du denn einmal werden wenn du groß bist..?" war sicher eine der Fragen auf der der junge nur eine Antwort wusste...."Ritah..!"

Der Gläubige laechlte nur...scheinbar war seine Fantasie dermaßen weit ausgeprägt, wie die eines jeden Kindes in seinem alter...doch sowas koennte immer wieder in psychische Traumata ausarten wenn so ein junges Kind erstmal erwachsen ist und sich nicht langsam fangen wuerde....

Nachdenklich laechlte er den jungen an...Tori schien wirklich wohl nur Jungfrauen retten zu wollen, wenn er denn einmal Ritter werden würde, so wie es anscheinend die Ritter in seinen Augen wohl tun...

Nun, mit dem jungen schien alles in Ordnung, so dachte er und schuettelte den Kopf leicht...er wird wohl nur verängstigt sein...

Verfasst: Dienstag 17. Oktober 2006, 03:55
von Darna von Hohenfels
"Der Kelos ist eine uralte Mär - manche meinen, die Kinder zu Gehorsam zu bringen, doch jede Mär hat ihren Grund. Ihr werdet finden, wenn ihr bereit seid, die Gedanken der Kinder und ihre Ängste zu erkennen, eure eigenen wieder zu erinnern.
Denkt nach, worüber ihr euch als Kind gefürchtet habt, dann kennt ihr den Ort der Gefahr, möglicherweise... so ihr euch noch entsinnt."
"Und... aber wie...", haspelte Darna vor sich hin und kam sich vor der Heiligkeit für einen Moment tatsächlich sehr kindisch vor.
"Bedenke nur Kind, daß dies keine Menschen sind, die durch Hecken kriechen, es ist mehr."
Mehr... DAS vermochte weitaus stärker in ihr etwas zu rühren, als die blanke Beobachtung eines dunklen Armes, der aus einer Hecke nach Isabellas Hals griff - aber eine unbeschädigte Hecke zurückließ. In diesem Moment wurden Beobachtung und empfundene Wahrheit verbunden.
"Vielleicht findest du dein eigenes Erschrecken, durch die Augen der Kinder sehend."
"Und wie soll einer ... früher... eingebildeten Gefahr begegnet werden, die... nicht mehr nur Einbildung wäre?", fragte die Ritterin vorsichtig.
"Sie ist nicht eingebildet. Denkt nicht, dass Kinder nur Träumer sind."
"Nein... aber... wie..."
"Lass dich auf die Welt der Kinder ein und überwinde ihre Furcht."
"Hm."

"Es tut mir leid, Euer Hochgeboren - ich kann zwar freundlich zu Kindern sein, aber..."
Darna seufzte. Wie sollte sie es erklären?
Selbst jetzt, schon einige Zeit, nachdem der Fluch gebrochen war, war die Erinnerung an ihre eigene Kindheit wie von einem diffusen Nebel umgeben. Es wirkte alles, einfach alles, selbst die Zeit, bevor sie im zarten Alter von sechs Jahren das Lachen und ihr Empfinden für Freude verlor, alles... distanziert. Unwirklich.
Ihr waren keine Gruselgeschichten zur Disziplinierung erzählt worden - man hatte sie nie disziplinieren müssen. Ängste? Sobald sie über kindliche Ängste nachzudenken versuchte, war da nur dieses Bild eines strahlend fallenden Gelmir Ancalime, den sie schon fast so lange bewunderte, wie sie denken konnte. Gelmir hatte auch keine Angst gehabt, das war irgendwo stets unverbrüchlich in ihr drin gewesen.
Früh, sehr früh, war sie an Pflichten, Tugenden und Traditionen herangeführt worden - und nun sollte sie mithilfe ihrer eigenen Erinnerung "durch die Augen der Kinder sehen"? Ein Ding der Unmöglichkeit.

Die liebe, nette Lady Darna... in vager Ahnung hatte sie alles, was mit dem Kelos und den Kindern zusammenhing, von sich wegzuhalten versucht - vergeblich. Hudgarr hatte Isabella zu ihr geschleppt, sie versuchte, es an Gardist Toberen zu delegieren. Dieser Fall würde ihn, wenn er sich dessen annahm, so oder so fordern, sollte er sich daran seine Lorbeeren verdienen.
Doch auf die Aushänge reagierte keiner.
Stattdessen suchte Quarius sie auf, um ihr im Schloß mitzuteilen, daß der ihr gerade mal flüchtig bekannte Antoris, Frau Leadors Ziehsohn, ihr - und nur ihr - etwas erzählen wolle, was ganz offensichtlich mit diesem Fall zu tun haben würde.
"Der Kleine setzt auf Euch..."
Verdammt, manchmal war es eine Last, als Ritter bewundert zu werden.
Sie tat doch wirklich alles, um an fähige Hände weiterzudelegieren. Sie hatte Quarius alles berichtet, was sie bisher hierzu wusste, in der Hoffnung, daß er es selber als seine Aufgabe annehmen würde oder wenigstens einsah, daß Gardist Toberen die zuständige Stelle war.
"Nun, es ist sinnvoll, die eigenen Grenzen zu kennen... doch noch wichtiger ist es, zu wissen, wann man jene herausfordern muss...
Dann werde ich dem Kleinen wohl mein Bedauern kund tun..."
Er stand auf.
Darna verengte die Augen.
Er würde also hingehen und ein vierjähriges Kind seiner Hoffnung in einen Ritter berauben? Und ausgerechnet in sie, der gerade dieses "Bild" so wichtig war? Dreck, das wusste er doch selber, daß sie das nicht geschehen lassen würde.
"Meine Güte, na schön...", grummelte sie.
Quarius wagte doch tatsächlich, zu grinsen - er hatte erreicht, was er wollte.
"Lediglich dem Kleinen seine Angst wegnehmen."
Hrmpf.

Leana Leador schüttelte den Kopf, als sie sah, wie Darna Antoris ein Stück getrocknete Birne in die Hand gab, um ihr Pferd Sandsturm zu füttern, bevor sie ihn zu sich in den Sattel hochzog, um mit ihm zum Haus der Familie zu reiten.
Der Paladin stand daneben und registrierte ebenso zufrieden, wie die ablehnenden Worte der Ritterin nicht mehr als Schall und Rauch gewesen zu sein schienen.

"Vor was hast du Angst, Antoris?"
Diese Frage war es mehr und mehr, die sich bei allen Erzählungen, allem Nachhaken und Beobachten herauskristallisierte. Der Junge kannte nicht einmal Märchen vom Kelos.
"Also muß es etwas anderes sein, etwas, das nur manchmal mit diesem Namen in Verbindung gebracht wird."
Kälte. Dunkelheit. Und immer wieder Angst.
"Ich bin schon so lange da, wie es dich gibt", sollte das Wesen zu Antoris geflüstert haben. Angst? So oberflächlich, wie es abgewiegelt wurde, schien der Junge dennoch eigentlich immer Angst zu haben - Angst, in seinem blinden Zustand irgendwo gegen zu laufen, von anderen Kindern ausgelacht zu werden, alleine zu sein...
"Es hat nichts mit dem Schrank zu tun, Quarius."
Sie stand im Keller des Hauses. Natürlich war der Schrank leer. Klapperte nicht. In diesen Momenten tat ihr Antoris sogar leid - sie an seiner Stelle wäre sich vorgeführt und dämlich vorgekommen.
Sie an seiner Stelle...

Plötzlich fiel es so leicht. Und plötzlich hatte sie vor diesem Kind Respekt. Leben in einer dunklen Welt... Sie beobachtete ihn, wie er Abendbrot für sie und sich zusammentrug, es zum Tisch brachte. Alleine. Absichtlich half sie ihm so wenig wie möglich, und es tat auch nicht Not. Er kannte sein Haus, und er wusste schnell um die Dinge, denen er vertrauen konnte oder nicht, auch wenn er nichts sah. Er hörte. Fühlte. Wusste er, daß er etwas Besonderes war?

"Und vor was hast du Angst, Darna?"
Es war spät geworden. Dunkel.
"Doch! Die Lady Dana tut mir glauben!", rief der Junge. Glauben? An was? Etwas versuchte er von seinem Kopf zu verscheuchen, was sie nicht sah - schien mit etwas zu sprechen, was sich ihrer Wahrnehmung entzog.
Da war Etwas. Diese eine Tatsache spielte jetzt einzig eine Rolle. Da war Etwas, das mehr war.
"Natürlich glaub ich an Angst. Erinnerst du dich, was ich dir über Angst gesagt hab, Antoris?"
"Angst tut warnen..."
Fraaaaag sie mal nach Alptraeumen... frag sie mal... NACH FEUER!!!
Sie schluckte. Als sie in den Kamin sah, bildete sich in den Flammenzungen ein Gesicht, das sie mit boshaftem Grinsen anstarrte, eine schmerzhaft verzerrte Frauenmiene, ein Blinzeln - weg.

Ja... sie hatte Angst. Und Antoris hatte auch Angst. Wer hätte es ihm verdenken können? Plötzlich war es da. Löste sich aus den Schatten zwischen den Vorhängen, mit einem unheilvollen Rascheln und stand vor ihnen.
Eriiiiinnerruuuungen... was? Kleine Darnaaaaa....
Sie hörten es beide. Mit einem Quietschen kam Antoris zu ihr und kletterte auf ihren Schoß. Diesmal schloß sie ihn regelrecht dankbar in die Arme.
"Ich bin nicht klein. Und diese Erinnerungen sind Teil von mir."
Angst haben... das war der Schlüssel. Doch auf welche Gratwanderung begab sie sich, indem sie das zuließ?
Willst du nun Retterin spielen.... alle retten... im Naaaaamen der eineeen..?
"Ich...", sie schluckte und sah auf den Jungen in ihrem Schoß, der sich ängstlich an sie drückte. "Ich bin die helfende Hand. Und er hilft mir."

Manchmal nannte man es also Kelos... die Angst der Kinder. Etwas hatte diese Angst zu mehr gemacht. In seinen Klauen hielt es einen bläulich schimmernden Gegenstand, an den es sich krallte, während es mühsam versuchte, näherzukommen.
Aus dem blau schimmernden Ding erklang das Gewimmer von Kindern...
Es schnürte ihr die Kehle zu, sie schluckte. "Kennst du den Spruch 'Der Angst ins Gesicht sehen', Antoris?"
Unter der Kapuze nichts als Schwärze und zwei fahlweiße, kalte Augen, die sie leer und lidlos anstarrten.
"Du kriegst uns nicht. Auch wenn du da bist. Du bist eben da. Aber du beherrscht mich nicht, und du beherrschst Antoris nicht. Der ist auch viel mutiger, als du glaubst."
Neiiiiiiinnn.... chhh, diesmal... diesmal noch.... das naechste Mal ist ER MEIN.... MEIIIIIN
UND DU DAZU!

"Nein." Entschieden klang ihre Stimme noch durch den Raum. Es sollte - für heute Nacht - keine Antwort mehr erklingen, doch das war gleich. "Angst warnt uns vor Dingen. Doch wer sich von Angst beherrschen lässt, erst der ist allein."

Es gab Dinge, vor denen hatte der Junge eben Angst. Doch er wusste sich auch zu helfen. Wenn ihm die Welt zu dunkel war, stellte er sich eine Sonne vor, die alles licht machte.
"Dieses Flüstern... hat mehr Angst vor dir, als du vor ihm, wenn du fest an deine Sonne glaubst. Das ist mein voller Ernst." Es war ihr voller Ernst. "So eine schöne Sonne hat es nämlich selber nicht und ist deswegen nur neidisch."
Jawohl.
Sie brauchte Antoris jetzt nichts von Gebeten zu erzählen, nichts von einer Temora, die ihn schützte - das wäre in diesen Momenten zu weit weg, zu schwer greifbar. Er hatte schon seine eigene Art, das Licht und die Wärme der Gütigen für sich zu nutzen. In ihm war es nicht dunkel... diese Gewißheit versuchte sie zu bestärken.
"Hier musst du auch Geduld haben. Wir kriegen den schon noch klein. Und mit dem Gedanken kann man auch ruhig schlafen.
Du?"
"Ja?"
"Ich find, wir habens dem blöden Flüstern richtig gut gezeigt." Gemeinsamkeit. Angst... hatten alle Menschen.
"Weis du was?"
"Na?"
"Ich hab dich lieb."
Die schlichte Offenheit dieser Kinderworte kratzte etwas in ihr an, als zerbrösele ein mühsam gehütetes Stückchen Eis zu Staub. Gab es Worte, darauf etwas zu erwidern?
"Ich dich auch, Antoris - bist ein sehr aufgeweckter Junge, ich mag dich."
Nein, eigentlich gab es keine Worte dafür. Aber er verstand wohl, was sie meinte, auch wenn sie sich ob dieser immernoch irgendwie ihr selber hohl vorkommenden Worte für einen flüchtigen Moment selbst nicht leiden konnte.


(später)
Sie hatte sich bewusst im Schloß vor den warmen Kamin gesetzt, um ihrer restlichen Arbeit nachzugehen, bevor sie schlafen konnte. Gelmira lag auf ihrem Schoß, ein kitzelndes Gefühl jedesmal, wenn die Katze im Schlaf zuckte, die Schnurrhaare sich bewegten.
Nach einem Brief an die bajarder Bürgermeisterin saß sie nun vor dem vierten Versuch, das Erlebte in einen Bericht zu fassen. Keine Chance. Jeder, der dies las, würde es entweder nur verstehen können, wenn er ohnehin alles Nötige wusste und für wahr hielt, oder - wahrscheinlicher - die Ritterin für völlig Banane im Kopf halten. Frustrierend.
Sie konnte sich diesem "Fall" nicht mehr entziehen. Wollte es auch nicht mehr. Es galt, so rasch wie möglich tätig zu werden.

Nachdem sie vorsichtig und doch vergeblich versuchte, das schlafende Katzengebilde mit der Konsistenz geschmeidiger Teigmasse von ihrem Schoß zu heben, ohne es zu wecken, sah sie nochmal in die klein noch vor sich hinzüngelnden Flammen im Kamin.
"Du hast dich verraten", flüsterte sie, "Ich krieg dich."
Einen weiteren Namen hatte das Etwas genannt, haßerfüllt, verfluchend - also eine potentielle Verbündete. Nur...
sie seufzte bei dem Gedanken, daß mit den Begriffen "Bäuerin" und "Emma" leider diese biestige Frau Uhlenhoff gemeint sein dürfte.
"Erst Kinder... und dann auch noch die...? Mir bleibt aber auch wohl gar nichts erspart..."

Verfasst: Dienstag 17. Oktober 2006, 11:24
von Der Erzähler
Keuchend brach er in seinem Reich zusammen und nur das hohe Wimmern und Jammern, welches so voller kindlicher Panik und Angst aus dem bläulich glimmenden Stein in seinen Klauenhände drang, verschaffte ihm ein klein wenig Linderung. Schnarrend und ächzend rollte er sich etwas zusammen und verfluchte innerlich den Namen jener jungen Frau, welche ihm diese Wunde zugefügt hatte, als der Kerzenständer einen Splitter aus dem wertvollen Kleinod gesprengt hatte.

Emma...
diese verdammte, törichte Bäuerin, welche sich nicht von seiner Gestalt abschrecken lassen wollte und trotz dem Entsetzen in ihrem Gesicht und der Gänsehaut, welche ihren nackten Arm gänzlich zeichnete, wild versuchte gegen ihn anzukämpfen um Amelie von ihm zu reissen.

ABER SIE GEHÖRTE IHM!!!

Sie alle waren rechtmäßig sein Eigentum und nie zuvor war er mächtiger gewesen, hatte sich in kühnster Gier ausgemalt wie es denn wäre statt der Kinder nun auch noch die Heranwachsenden und jene Erwachsene mit kindlich-unschuldiger Angst auf den Seelen zu holen. Aber sie hatte ihn geschwächt, seinen Plan vorerst vereitelt und mit Emma kamen plötzlich weitere "Große" hinzu, die sich mit Gegenwehr austatteten.

Die kleinen, menekanischen Zwillinge hätten ihm gehört, wäre die Mutter nicht doch zu ihren Kindern gekommen und Antoris... ja, diesem stand nun plötzlich eine alte Bekannte bei, welche er schon mit Interesse betrachtet hatte, als sie selbst noch ein ernstes, nachdenkliches Kind gewesen war. Darnas Seele wäre ein weiterer Leckerbissen und würde der Sammlung sicherlich Macht und Glanz verleihen. Beinahe sanft, wie er es bei der Berührung mit den Kindern handhabte, glitten die Klauenfinger über den pulsierenden Stein an seinem Hals.
Er brauchte sie- ALLE!- auch wenn es ganz so aussah als würde es nicht einfach werden.

Wieder kam ein pfeifendes, stimmloses Schmerzstöhnen aus den Tiefen der Kapuze. Vorerst jedoch brauchte er Ruhe. Ruhe und leichte Beute!
Vielleicht der kleine, heranreifende Rotschopf, welcher nur mäßig von jenem Mann mit der seltsamen Haarfarbe bewacht wurde? Oder doch lieber das kleine Mädchen im Wald, welches versuchte sich als Junge auszugeben? Ah, nein... Marvin, der Bengel der ständig umherstreunerte war ein ideales Ziel oder aber die beiden kleinen, weisshaarigen Llastobhar-Kinder, welche beide eh in einer eigenen Fantasywelt aus Magie und Naivität lebten. Alle, alle würden IHM gehören!

Sein altbekanntes, heiseres, boshaftes Lachen schallte durch das Dunkel seiner Welt, als der Kelos sich, angefacht von der Gier nach jenen Seelen, schwor, dass Emma, Darna, Leana, Quarius, Aalina die neugierigen Templer und all die anderen Erwachsenen den Schaden am Kleinod und den damit verbundenen Verlust sehr teuer bezahlen würden:

Mit ihren individuellen Schätzen und Juwelen- den Kindern!

Verfasst: Dienstag 17. Oktober 2006, 12:01
von Antoris Leador
Darna war weg, es war bereits tief in der Nacht. Er drehte nachdenklich seinen kleinen Kopf zum Haus. Eines hatte er heute Nacht begriffen.

Kelos wohnte nicht nur im Schrank, er war überall.

Leana und Antarian schliefen tief und fest und er konnte es nichtmal verübeln. Sie hatten genauso wie er die letzten Nächte nicht viel Schlaf bekommen, wegen seiner Alpträume. Er wollte ja mutig sein, er hatte es ja versucht, aber war es nicht zuviel was man verlangte? Er war doch erst vier Sommer alt. Mora stand am Zaun und blickte zu ihm. Er spürte ihren Blick. Langsam ging er zu ihr hinein und setzte sich an den Zaun.

meine sonne wo bis du nur


Dachte er bei sich und doch es blieb dunkel. Sonst konnte er sich immer eine Sonne vorstellen die ihm zumindes innen die Dunkelheit nahm. Zitternd zog er die Beinchen an und schlang dankbar seine Ärmchen um die junge Wölfin als jene sich zu ihm legte. Eng an sie gekuschelt schlief er ein, ihr Körper wärmte ihn in der kalten Nacht. Bevor er einschlief hatte er noch gesagt

lass mich heut ma nich träumen

aber dieser Wunsch blieb ihm wiedermal verwehrt.

Um ihn herum war dichter wabbernder schwarzer Nebel aus dem heraus etwas geflüstert wurde was er nicht verstand. Ohne es zu wollen tapste er näher und näher und näher bis er das Flüstern verstand - ich kriiiiieege euch alleeeeee, alleeee unschuldigen seeeeelen sind meiiiiin, duuu bist meiiiiin - - NEIIIN NEIIIN NEIIIN - er versuchte rückwärts wegzulaufen, aber es war kalt und er glaubte seine Beinchen seien eingefroren, er konnte nicht weg, spürte nur wieder einen kalten Griff um seine Hand. Die Kehle wie zugeschnürt schrie er lautlos nach Leana. Um ihn herum der Nebel und das leise Rattern von irgendeinem Gefährt. Er klammerte sich fest, wodran wusste er gar nicht, er klammerte einfach nur. Der Nebel war nass, klamm, angsteinflössend und von einem Schmerz im Arm wurde er schreiend wach.

Warme Arme umschlossen seinen zitternden kleinen Körper. Er drückte seine Nase an ihren Hals. Er brauchte gar nicht zu fragen, er wusste das Leana ihn hochgenommen hatte und wie ein Baby in ihrem Arm wiegte. Tränen liefen seine Wangen entlang. Das das Rattern, das Knurren der Wölfin war, an die er sich so fest geklammert hatte das er ihr wehtat wusste er nicht. Der Schmerz im Arm verstummte denn sie hatte ihn nur gezwickt damit er loslies. Jetzt lag er wieder zwischen Leana und Antarian, blass mit rot verweinten Liedern und schlief. Der Name

Keeelos

Ging ihm dabei dennoch nicht mehr aus dem Kopf. Seine Kleidung lag vor dem Kamin zum trocknen, die hatte er in seiner Angst von dem Traum nass bekommen. Wäre der Kelos nicht da gewesen, als Darna da war, hätte er vielleicht langsam wieder richtig geschlafen, denn das Reden darüber hatte ihm gut getan und das Gefühl, dass da jemand war der ihm glaubte

Darna von Elbenau

Seine Ritterin. Er mochte die strenge und ernst wirkende Frau, denn er spürte in ihr etwas das einem Kind ähnlich war. Unschuld.

Verfasst: Dienstag 17. Oktober 2006, 13:51
von Leana Leador
Wenn der Glauben fehlt

Seit Tagen schlief die Familie nicht besonders. Tori hielt sie alle wach und kein beruhigendes Wort konnte helfen. Sie war schon soweit das es ihr passierte an den unmöglichsten Stellen einfach wegzudämmern. Kindermärchen, wer hatte nicht davon gehört? Der Mann im Schrank. Jedes zweite Kind hatte diese Vorstellung einmal. Selbst sie hatte als Kind hatte Angst gehabt, doch wuchs man schließlich darüber hinaus. Sie hatten alles daran gesetzt Tori dieAngst zu nehmen. Glaubten schlichtweg nicht an dieses Ammenmärchen, hielten es für Einbildung. Dem Hauptmann hätte sie am liebsten eine Nadel in den Hintern gejagt. Einem Vierjährigen zu erzählen seine schlimmsten Befürchtungen seien wahr. Dank der Aussage kam eine weitere unruhige Nacht auf sie zu. So aufrichtig er sein mochte. Das hier war zu weit gegangen. Weder ging es ihn etwas an wie sie Tori erzogen noch stand es ihm zu sich gegen seinen Willen aufzudrängen. Je mehr gedrängt und gesprochen wurde desto mehr zweifelte sie am Verstand einiger Gardisten. Also wirklich, wer würde schon glauben das eine Hand auftaucht und einfach wieder verschwand? Wer würde glauben das Augen aus Sträuchern sahen die nicht da waren so man genauer hinsah? Wer würde glauben.. das 'etwas' aus dem Schrank kommt? Nein, sie glaubte nicht.

Tage später ging sie der Verlobten des Paladins zur Hand ihren Sohn eine Weile bei diesem zurücklassend. Etwas entgeistert hörte sie sich den Vorschlag an das der Junge doch die Nacht bei ihm bleiben sollte. >>Mir das Kind wegnehmen?<< war so ziemlich der erste Gedanke der ihr durch den Kopf schoss. Alle Unsicherheit einem hohen Herren gegenüber war verflogen. Eher würde sie sterben als sich ihren Sohn nehmen zu lassen. Sie machte deutlich das sie ob dieses Vorschlags nicht sonderlich angetan war. Ruhe gab Quarius jedoch erst als Tori selbst sehr entrüstet erklärte das er nicht von ihr fern schlafen würde. Sichtlich erleichtert über den Umstand musste sie später feststellen wie dumm dieser Gedankengang gewesen war. Letztendlich war er ein Mann Temoras und wollte helfen. Nur helfen, mehr nicht Leana, sagte sie sich immer wieder selbst. Die Frage des 'Warums' sollte sich allerdings erst einen Tag später klären.

Summend war sie den weiten Weg vom zu Hause bis in die Stadt gelaufen. Seit einiger Zeit schon hatte sie es sich angewöhnt damit Antoris wusste wo sie war. So konnte er ihr folgen ohne stets auf Schritte lauschen zu müssen die doch oft unsicher aufklangen. Es war eine Möglichkeit ihm ein Stück Selbstständigkeit zu geben, denn auch ein Vierjähriger wollte nicht immer an der Hand laufen. In Varuna angekommen hielt sie sich jedoch dicht bei ihm. Die Stadt war zu laut und verwirrend um ihm zu weit von der Seite zu weichen. Verblüfft blieb sie stehen als Darna und Quarius wie bestellt und nicht abgeholt vor dem Haus ihres Verlobten standen. >>Die Gütige zum Gruß<< meinte sie recht freundlich und blieb unsicher stehen, die Hände auf Toris Schultern gelegt, der sich wie immer, wenn sie jemanden traf, an sie drückte. Noch verwunderter jedoch war sie als sich herausstellte das die Lady einige Fragen an den Kleinen hatte. Sie wusste noch immer von nichts. Hatte keine Ahnung gehabt was ihr Sohn dem Paladin anvertraut hatte. Doch klärte es sich geraume Zeit später als Tori selbst sich dazu äußerte.

Es hätte ihr klar sein müssen das er seinem großen Vorbild mehr vertrauen schenkte als dem Hauptmann und so ließ sie ihn erzählen. Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage brachte der Kleine die Geschichte mit dem Schrank vor. Ob er denn Gruselgeschichten kenne? Verdattert sah sie Darna an. Sie erzählten keine Gruselgeschichten .. überhaupt, Geschichten die Kinderangst schürten mochte sie nicht. Meist wurden ihm Geschichten erzählt die gut endeten und den lehrreichen Sinn verspielt übermittelten. Seltener folgten Abenteuergeschichten von Schätzen und Seeschlangen aber grusliges oder gar schreckliches, nein. Während der Befragung des Kindes musterte sie nicht wenige Male die Tischplatte, mit einem Blick als habe die Ritterin nicht mehr alle Krüge im Schrank. Zu Aberwitzig kam ihr vor was teilweise gesagt wurde. Dennoch, was Tori sagte schien sie alle ein wenig nachdenklicher zu machen. Er hatte keine Angst vor Monstern. Er hatte Angst alleine gelassen zu werden, zu nichts zu taugen, nicht geliebt zu werden. Wäre sie doch nur mit ihm alleine gewesen, hätte sie die Zweifel energischer weggewischt doch so hörte sie nur zu ihm eine Hand in den Nacken legend. Er erzählte weiter. Von der kalten Stimme, der er nicht folgen wollte, das Poltern aus dem Schrank... sie hatte die Geschichte schon gehört. Es als Tagtraum abgetan, da er so schlecht schlief doch nun... immerhin saßen hier zwei Leute die weit über ihr standen und an etwas zu glauben schienen das sie selbst verdrängte.
Als vorgeschlagen wurde sich den Schrank einmal anzusehen stimmte sie zu. Das Ding stand nun schon einige Tage im Keller. Wie zu erwarten gewesen war, fand sich ein ausgeräumter Schrank an dem nichts, aber auch gar nichts, darauf hingedeutet hätte das etwas gewesen sein könnte. Auch das Gebaren von Quarius vermochte dem Kind die Angst nicht zu nehmen. Langsam zweifelte sie. Sonst war er doch so tapfer , hier so stur und darauf beharrend das dort etwas war. Als Darna geräuschlos über den Teppich schritt und den Schrank wieder zuklappte sah man Tori nur noch zusammen zucken und nach Oben wetzen. >>Na wunderbar, nun glaubte er das.. << den Gedanken nicht zu Ende denkend huschte sie hinterher. Nach ihm rufend und sich umsehend ging es die Treppen hinauf. Den Göttern sei Dank ließ er sich diesmal recht rasch beruhigen und flitzte munter wieder nach Unten um der Lady sein Zimmer zu zeigen, wie er es versprochen hatte. Sie blieb einen Moment mit Quarius zurück der ihr mitteilte das es Zeit für ihn wäre. Nickend ließ sie ihn hinaus sich gerade wieder gen Haus wendend als die Übelkeit sie überkam. Schon seit über einer Woche hatte es auffallend zugenommen. Ihr war nicht nur am Morgen schlecht sondern auch immer wieder einmal des Tages. Sie setzte sich einen Augenblick an den Kamin. Die Wärme durchströme sie und sich einlullen lassend dämmerte sie kurzerhand weg. In dem Wissen das Darna Oben bei Antoris war wachte sie auch nicht gleich wieder auf. Erst später schlug sie die Augen auf. Die Ritterin wohl gerade gegangen brachte sie Tori zu Bett ehe sie selbst sich dazu legte. Den Arm beschützend über den kleinen Körper gelegt sah sie noch auf die Kerze. >>wo Licht ist, gibt es Hoffnung<< hatte sie ihm erklärt. >>aber was wenn alles dunkel is?<< dann trägst du das Licht in dir. Unsere Liebe wird dich immer umgeben Tori. Wenn es Dunkel ist wird sie dir ein Licht sein und wenn es kalt ist wird sie dich wärmen. Selbst wenn du hungrig bist kann sie dich nähren. Es war schwierig sich so auszudrücken das er auch daran glaubte doch kurze Zeit später war er beruhigt eingeschlafen. Ihr selbst jedoch spendete die Flamme wenig Trost, sie grübelte.

Mitten in der Nacht schreckte sie hoch. Die Hand griff neben sich ins Leere und viel zu rasch war sie aufgestanden. Den Schwindel kurzerhand verdrängend hechtete sie nach Unten. Schnuff bellte schon wieder das ganze Haus zusammen ehe eine herrische Handbewegung ihn verstummen ließ. Umso verblüffter war sie das Kind bei Mora zu finden und erstarrte. Eigentlich hätte das Gatter fest verschlossen sein sollen. Er schrie immer wieder “NEEIIINNN!! NEEIIINN!!“ rasch löste sie sich von der Starre und huschte in die Umzäunung. Die Wölfin jedoch war schneller als sie. Sie wehrte sich gegen den Klammergriff und schnappte zu. Das Kind jedoch nicht verletzend, reichte der Schmerz des Zwickens dennoch aus ihn aufzuwecken. Heulend fiel er ins Gras und ich nahm ihn hoch. Rasch war er ins Haus getragen und vor dem Kamin hielt sie ihn in den Armen, ihn wie ein kleines Kind wiegend. Es half tatsächlich. Er beruhigte sich. Seine Kleider vor dem Kamin auslegend brachte sie ihn wieder nach Oben. Ein neues Nachtgewand, leiser Zuspruch und er lag wieder ruhig im Bett zwischen ihr und Antarian. Sie war froh das Antarian nicht aufgewacht war. Hatte er doch selbst viel zu viel zu tun und brauchte den Schlaf nötiger als sie. Sie hielt sich wach bis Tori eingeschlafen war. Er zitterte noch lange und flüsterte lautlos einen Namen. Das war kein “normaler” Alptraum mehr der ihn da peinigte. Spätestens nun war es ihr klar. Fortan würde sie noch mehr auf das Kind aufpassen. Keinen Moment sollte er mehr alleine bleiben. Am nächsten Tag hielt sie Ausschau. Quarius wollte in der Bibliothek des Klosters im Rat suchen und sie hoffte das er mit jenem wiederkehrte.

Verfasst: Dienstag 17. Oktober 2006, 15:49
von Quarius Lore
Das fahle laecheln des Paladins ließ immerzu nach als er den Worten Darnas zuhörte...Wie konnte es sein das ein Märchen war sein sollte...?Sehr bizarr war es am Anfang gewesen, was er da hörte..

Zumindest hatte er erreicht, dass Darna den Weg in Richtung Antoris nahm...seine kleine Taktik hatte zumindest bei ihr funktioniert, aber was war mit der Angst des kleinen...?
Nun, er wollte dem kleinen sicherlich die Angst nehmen indem sie zum Schrank gingen und jenen besuchten,inspizierten...was auch immer...

"Entschuldigt Bruder, aber was sollte das bringen..?" fragte Darna ihren Glaubensbruder...Er blickte nur lächelnt zu ihr, ja diese harte Schale hatte einen noch weicheren Kern als er dachte..."Manchmal habe ich das Gefühl, ihr denkt viel zu militantisch, versucht es doch einmal mit eurem Herzen, was würde denn jenes sagen..?" und einige augenblicke später verstand sie es auch..."ihr wisst das ihr nichts finden werdet.." meinte sie nur flüsternd zu ihm, worauf ein nicken folgte...

(später beim Haus Leana´s)

Ein wundervoller Anblick war der Hof, das musste er meinen. Alles schien an seiner Ordnung zu sein alles war so wie er selber vor Jahren am Hof seines Onkels wart...
Kurz erinnerte er sich an seine eigene Angst, wie er damals in den Brunnen etwas am Waldrannt hineinviel und glücklicherweise eine Elfe ihm heraushalf...ausgerechnet eine Elfe...
Er ging ins Haus und sein beeindrucken ließ sichelrich nicht nach, bis alles samt zu diesem Schrank gingen. Der Zeit der Angst war nun vorbei, so dachte der Paladin und schaute verschmitzt zum jungen, welchem er sogleich ein blinzeln zeigte.
"Wir Ritter haben keine Angst..." sagte er zum jungen Antoris, wobei er mit dem "wir" auch den jungen meinte. "..ich pin kein Ritah.." war nur seine Antwort gewesen...für Quarius stand fest er hatte immernoch Angst und nicht er sondern jemand ganz anderes würde sie ihm nehmen können. Er blickte kurz zu Darna und Riß daraufhin die Schranktüren auf....der kleine Antoris floh einige Sekunden später aus dem Zimmer und schien schon, das heil in der flucht zu suchen...ein seufzen des jungen Paladins wurde kund und er blickte dann wieder zu Darna...
"Es hat nichts mit dem Schrank zu tun, Quarius..." sagte Sie nur und er hatte es schon verstanden..."Ich weiss.." sagte er verstehend und blickte zu ihr.
"Vor was hattet ihr angst als ihr ein Junge wart bruder..?" fragte sie träumerisch in seine Richtung..."Wißt ihr, da war ein Brunnen in der nähe des Waldrandes, ich machte seit dem ich einmal reingefallen bin, einen großen Bog..." Schritte vernahm er, wahrscheinlich Leana und ihr Sohn. Sie schien etwas zermürbt, sie glaubte scheinbar immernoch nicht daran und ehrlich gesagt glaubte der Paladin auch nicht so recht daran...sein Blick ging zu Antoris und jener nahm die Ritterin mit auf sein Zimmer...

Lächelnd blickte er den beiden nach...nun die Aufgabe seine Angst zu nehmen wurde schier schwerer als er dachte und scheinbar wußte es auch Leana..."Ich werde in Richtung kloster gehen, und dort in der Bibliothek einige Nachforschungen betreiben um was es bei diesem Kelos zu gehen scheint..." Darna hatte seine Worte gehört bevor sie mit Antoris auf sein Zimmer ging...

Leana brachte ihn heraus, "Ich glaube nicht an diesen Kelos..." meinte sie zu ihm...etwas erwartungslos blickte er zu ihr..."..das solltet ihr aber, euer Sohn tut das und Ritterin Darna sprach mit der Heiligkeit und scheint ebenfalls nun daran zu glauben...!" ein leises seufzen folgte...
"Alles ist viel zu Wage um auf etwas zu bauen..." meinte er dann resignierend..., "..viel zu undeutlich um auf etwas zu bauen...im Kloster werde ich sicherlich antowrt finden..!" er nickte ihr kurz zu, ein kleines Dankeschöön für die Gastfreundschaft...zund wendete zum gehen...

Der kleine wollte nicht einmal mit ihm beten, dachte er dann wieder und ging die ganze Szenarie in seinem Kopf durch. Nun, dieser Kelos ist sicherlich nur ein Mythos um die Kinder ins Bett zu bringen...

(spät am abend im Kloster)

Etwas erschrocken fuhr einer der Templer zur Seite und verfluchte sich für einige Sekunden aufgrund des Schocks, welchen Quarius ihm einbrachte. Der Templer war in der Klosterbibliothek eingeschlafen, was nicht selten bei der Klostergruppe zu sein schien. Quarius bedachte ihn für einige Sekunden und lächelte sanft, worauf jener ihn fragte was er denn bräuchte.
"Nun ich denke es ist nichts schlimmes, es geht nur um ein Märchen...um das des Kelos..." sprach er sanft zu ihm "Ihr wollt doch keine Gruselgeschichten lesen vor dem zu Bett gehen Bruder...?" meinte jener milde zu ihm...doch er ging seinem Bedürfnissen nach und versuchte ihm jene Dokumente oder Bücher zu bringen, die etwas mit dem Märchen Kelos, in Verbindung zu bringen schien...