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Verlorenes Kind - das ewige Leid einer Mutter

Verfasst: Dienstag 3. Oktober 2006, 09:16
von Caillean Hinrah
Noch klar und deutlich erinnerte sie sich wie zoegerlich und scheu Erinna sie das erste Mal Mah genannt hatte. Sie liebte Erinna mittlerweile wie ihr eigenes Kind, hatte es vor den Ahnen angenommen. Sich ihr mit Leib und Seele verschrieben. Wuerde mit ihr Freude und Leid teilen.

viele monde spaeter

"Erinna ist aus dem Clan verstossen worden, es war ihre Wahl"
Es zerriss sie. Es peinigte sie. Sie klagte Falk an.
"Du hast mir mein Kind genommen! Dazu hattest du kein Recht! Erinna wird immer meine Tochter sein, mit oder ohne Ahnen, egal was du tust oder sagst!?" Dann brach sie schluchzend zusammen.

Sie sah Erinnas Kampf um Akzeptanz. Doch scheinbar nur die Gefaehrtinnen wussten wie mit ihr umzugehen? oder doch nicht?

Immer wieder erfuehr sie ueber Dritte von Erinna, Bruchstuecke an Informationen. Ihr ging es gut.. sie war verletzt. sie spricht nicht... sie lebt im wald....Cailly hielt es nicht mehr aus und entschied sich sie alsbald zu suchen. Aufzusuchen. Wo immer ihr Heim war.

Dann kam Xintra und gemeinsam eilten sie an den Waldrand. Da stand sie!
Erinna! Ihre Herzenstochter! Niemals wuerde jemand ueber ihr Herz entscheiden! Keine Ahnen! kein falk! kein Clan!
Ohne zu zoegern nahm sie das zerbrechliche, verdreckte Wesen in die Arme. Wie duenn sie war! Die haare verfilzt...

An einem anderen Tag brachte sie Erinna in die Clanshalle. Die staunenden Augen taten ihr weh. Ihre Tochter... verstossen... nicht Teil des Clanes. Es wurde ihr nur wieder allzu deutlich.
"sorg dich nicht um falk, der soll sich nicht trauen etwas zu sagen"

wie gerne haette sie Erinna und Ulfarr in der Wanne spielen sehen... aber es war nicht der rechte zeitpunkt. ...
Mein Wildfang du fehlst mir so sehr.

Es herrschte krieg mit den Burglern.. erneut.... Selbst der friedlichen Caillean war es genug und sie befand es gut. Falk war erfreut. gemeinsam gingen sie in die Mine.

Erinna! Fuchtelnd kam sie in die Mine angerannt. die augen weit, das gesicht blass. falk verstand sie auf anhieb, Xintra war verletzt. So war erinna.
Cailly kuemmerte sich um sie brachte sie heim ohne zu zoegern ohne nachzudenken.
Als falk mit der halb bewusstlosen Xintra ankam ging er schnurrstracks zu Erinna und verarztete sie mit Aisling zusammen nachdem er sie in der halle auf felle gebettet hatte.

Liess Cailly mit einer verblutenden Xintra alleine. Ihr magen hob sich. Hatte sie nicht schon schlimmere wunden verbunden? hatte die schwangerschaft ihren magen verweichlicht? wenn Caillean Blut sah.. nun.. frueher hatte sie einen klaren kopf behalten bei sowas..

Zitternd und mit hilfe von Aisling - sie wollte falk dann doch mit erinna lassen - flickte sie dann zusammen.

Wenig spaeter humpelte ihr wildfang hinein und nach einer Weile, als es besuchsweise turbulent wurde, schickte sie erinna in die felle. Mit einer selbstverstaendlichkeit gab Erinna nach, erleichtert, dass Xintra leben wuerde und erschoepft von der Aufregung des Tages.

"Erinna, geh in die Felle, dein Dah und ich kuemmern uns um Xintra" ihr war nichtmals bewusst was sie sagte, aber es fuehlte sich richtig an.
Halbwachend legte sie sich spaeter in dem kleinen Wohnzimmerchen von Falk und Cailly zu erinna auf das baerenfell, deckte sie beide zu und schlang einen Arm um sie.

Caillean hatte selten so gut geschlafen, seit dem Umzug. Am naechsten Morgen wurde ihr bewusst, dass Falk mit keiner Geste oder Wort etwas gesagt hatte... und dafuer liebte sie ihren rauhen Krieger umso mehr.

Verfasst: Dienstag 3. Oktober 2006, 11:54
von Erinna Hinrah
Lange hielt es sie nicht in Grimwould. Als es still in der grossen Festung wurde und Cailly neben ihr fest schlief, schlich sie humpelnd durch den Raum. Die Türe war nicht verschlossen und so öfnete sie jene. Durch die grosse Halle schlicht sie langsam und leise unsicher einen Fuss vor den anderen setzend. Die grosse schwere Türe war dann doch verschlossen. Unruhig blickte sie sich um, sie wollte raus hier, sie wollte die Mauern verlassen. Nachdem sie ruhig durchatmete entdeckte sie die Fenster neben den Toren und sacht öffnete sie eines und kletterte hinaus. Befreit atmete sie auf als sie draussen stand. Von aussen verschloss sie das Fenster wieder und huschte humpelnderweise in den Wald.

Als erstes lief sie so gut es ging zu den Gefährtinnen um nach Xinthra zu sehen, doch schien jene schon zu schlafen. Kurz erklärte sie mit den Händen fuchtelnd Zera was passiert war. Doch auch da hielt es sie nicht lange und zusammen mit Zera ging sie zu ihrem Zelt. Zera hatte sie reiten lassen, denn ohne es zuzugeben zitterte ihr Bein doch langsam von der Anstrengung. Tief im Herzen wusste Erinna das Caillean und Falk verstehen würden wieso sie einfach gegangen war und nicht noch dort geschlafen hatte.

Verfasst: Mittwoch 4. Oktober 2006, 12:44
von Caillean Hinrah
Sie wachte auf, Erinna weg, die Arme leer. Ein tiefer Schmerz setzte sich in ihrer Brust fest. Alt. Neu. Erneut war sie von ihr gegangen.
Seufzend ging sie hinab und blickt in die Krippe...

Ulfarr war schon so gross. ihn konnte sie noch jahre verhaetscheln bevor er ans weggehen dachte. Doch das beruhigte Caillean nicht. Sie wollte Erinna in die Arme schliessen. Doch stattdessen gab sie Ulfarr die Brust.

Wunsch vor Notwendigkeit.

Der Erbe der Hinrahs war auf sie angewiesen. Erinna ging ihren eigenen Weg. Traenen liefen stumm ihre Wangen hinab und benetzten Ulfarr runde Baeckchen. Sie herzte ihn und liess sich von seinem Babyduft troesten. Sie wollte nicht dass Falk wach wurde und sie weinen hoerte.
so ging sie nach oben, ruhelos, ging auf und ab bis Ulfarr schlaff und warm in ihren Armen schlief.

Den leeren Fleck in ihrem Herzen konnte auch Ulfarr nicht fuellen. Wenngleich er all die Liebe erhielt die sie ihm im ueberschuss geben konnte.
Aber ein Ulfarr war nicht ihr Wildfang.
Und er wird immer mehr Falks Sohn sein als ihrer.

sie legte den saeugling zurueck und ging raus.

draussen toste ein gewitter, doch sie ging hinaus im Nachthemd und spuerte wie der Wind ihr all den Kummer aus dem Leib riss, waehrend er an ihrer Kleidung und ihrem offenem Haar zerrte. Wie der Regen ihren Schmerz linderte als sie die Natur ueber sich hereinbrechen liess.

Willig oeffnete sie die Arme und legte den Kopf zurueck mit geoeffneten Lippen. Regentropfen liefen in ihrem Mund zusammen. Vermischten sich mit ihren Traenen.

"Dein Kind lebt! Der Erbe lebt. Sei gluecklich! Oeffne die Augen und sieh was ich mir fuer euch gewuenscht hab" hoerte sie ein sanfte doch eindringliche stimme fluestern. vernahm es in den sturmgepeitschten rauschen der Blaetter. SIE war wieder zu ihr gekommen....

Es war frueher Morgen, der Regen hatte abrupt aufgehoert. Sie oeffnete blinzelnd die Augen, die Sonne ging auf und stand gross und flammend hinter Grimwould, beleuchtete seine Ecken und Kanten mit warmen Strahlen. Es war ein Anblick der ihr den Atem in der Brust stecken liess.

Hort

Dies war der Hort der Hinrahs und Trauer war hier nicht von Dauer

Verfasst: Mittwoch 4. Oktober 2006, 14:21
von Erinna Hinrah
Als wäre nie etwas passiert huschte sie nach zwei Tagen wieder unbeschwert und fröhlich durch den Wald. Den ersten Tag nachdem Falk den widerhakigen Pfeil durchstossen musste hatte sie nur in den Fellen in ihrem Zelt gelegen und geschlafen. Sie hatte keine Lust verspürt gehabt aufzustehen. Unterwegs fand sie zwei schöne Holzstücke die vom Wetter noch nicht angegriffen waren und ihn ihrem Kopf reifte langsam ein Plan. Irgendwann - irgendwann konnte sie bestimmt gut genug schnitzen um das schöne Holz bearbeiten zu können und sie wusste im Kopf auch schon was daraus werden sollte.

Doch erstmal wollte sie jemand anderem eine Freude machen und sie wusste auch schon woher sie diese dafür nötigen Dinge bekommen würde. Unweit ihres Zeltes gab es eine runde Lichtung und auf ihr wuchsen wunderschöne Blumen. Da sie die Natur dort nicht zerstören wollte grübelte sie lange. Ihre bernsteinfarbenden Augen huschten über die Wiese und sie entdeckte einige Fleckchen wo einige Blumen den anderen Platz wegnahmen. Sacht zog sie ihren Wurfdolch aus seiner Scheide, ihn hatte sie von Kyra geschenkt bekommen, und behutsam und bedacht grub sie mit ihm die zuvielen Blumen aus. Jene zusammen mit ihrer Wurzel nahm sie mit und pflanzte sie mit Geduld zu einem schönen runden Pfleckchen vor Grimwould wieder ein. Genau da wo man sie sehen konnte wenn man oben auf dem Balkon stand. Danach huschte sie wieder in den Wald, dorthin wo sie frei war und wo sie immer Ruhe gefunden hatte.

Innerlich malte sie sich Cailleans Gesicht aus und kicherte lautlos. Caillean würde schon wissen woher die Blumen kamen oder besser gesagt von wem. Erinna hoffte jetzt nur das Caillean die Bumen pflegen würde. Es war ihre Art Danke zu sagen, denn sie wusste, wenn Falk sie weggeschickt hätte, wäre Xinthra tot und sie selber vielleicht auch. Fröhlich wanderte sie durch die Wälder Lameriast, hi und da sammelte sie Federn ein, beobachtete die Tiere und genoss ihr Leben in vollen Zügen.