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Rolosin und die Tugenden Temoras

Verfasst: Montag 2. Oktober 2006, 19:24
von Rolosin Vadebor
Einleitung


Noch über eine Woche nachdem er Darna von Elbenau vor der Kirche traf, dachte er über ihre Worte nach.. Ehre muss man sich immer von neuem verdienen, Ränge und Ansehen ebenso. Er dachte immer wieder darüber nach, ja er hatte sich auf den Lorbeeren seines hart erarbeiteten Ranges ausgeruht, ging davon aus dass man einen solchen Rang im ganzen Königreich anerkennen wird.. und wurde darin enttäuscht, ganz wie es die Ritterin sagte, enttäuscht wird man nur wenn man zu hohe Anforderungen stellt.
Gleichzeitig dachte der 40 Jährige immer wieder über seine Position in der Allianz nach, die Ziele der Gilde.. und seine eigenen. Im Kodex der Allianz hiess es eindeutig, es werden die Tugenden Temoras vorgelebt.. vorgelebt, dieses Wort hallte in seinem Kopf nach, er begann zu überlegen.. lebte er wirklich die Tugenden vor? Wusste er überhaupt genug über die Tugenden um sie zu leben? Nein.. die Antwort war nein, denn seit dem Beitritt in die Gilde hatte er sich nicht mehr oft Gedanken über den Glauben gemacht.

Es musste sich etwas ändern, er nickte fest, obwohl er alleine war, er musste sich etwas motivieren. Er nahm sich vor, mehr über die Tugenden zu lernen und seinen Weg zu ihnen zu suchen, denn was für einen Menschen gilt, gilt für den nächsten oft nicht mehr. Durch die Tugenden würde er sich selbst auch wieder treu werden können, seinen zu stark gewordenen Stolz, war er schon zu Hochmut herangewachsen? durch die Tugenden in seine Schranken zu weisen, er hat die Demut verlernt, diese erschreckende Tatsache traf ihn wie ein Blitzschlag.

Sogleich stand er auf und sattelte sein Pferd. Er würde das tun, was seines Wissens nach von den angehenden Rittern verlangt wurde, denn was für Ritter gut war konnte ihm nur billig sein. Er würde in den nächsten Tagen und Wochen die sieben über die Insel verteilten Schreine besuchen und dort in Andacht verharren und über die jeweilige Tugend nachdenken um herauszufinden, wie er ihr treu sein konnte, und wie er ihr bisher treu war.

Verfasst: Montag 2. Oktober 2006, 19:45
von Rolosin Vadebor
Die Ehre

Rolosin kannte ja bereits die Standpunkte einiger Schreine, er würde keine Reihenfolgen einhalten beschloss er, sondern jeweils wenn er in der Nähe von einem war, diesen besuchen.

So geschah es, dass er am Schrein der Ehre vorbeiritt. Dann jedoch wendete er das Pferd und band es an einem Baum an, um den Schrein zu besuchen. Er trat unter das Flachdach, nahm das Barett ab, wie immer wenn er vor Temora trat, sei dies in einer Kirche oder an einem Schrein. Vor dem Symbol der Ehre kniete er nieder, legt die Hände in den Schoss und liess die Gedanken frei laufen, die um die Ehre kreisten..

Ehre, was war das, wodurch äussert sich die Ehrhaftigkeit einer Person? Ehre erhielt man durch tapferes Verhalten, durch unbeirrbares Vollenden seiner Aufgaben, ganz gleich was passiert. Dies kannte er nur allzu gut, dies war wie er sich damals Profilierte, er war stets einer der wenigen die einen Posten nie verliessen, stets im Wissen das Richtige zu tun, auch wenn die Wache zwei volle Tage dauerte, ganz gleich ob die Kameraden sich längst hingelegt haben, das war immer seine Stärke, damals auf Arzberg wie auch kürzlich in Varuna, als er mitten in der Nacht zusammen mit Zeron das Südtor bewachte bis früh morgens Hauptmann Amarth übernahm.
Ehrenhaft war es ebenfalls, sich selbstlos vor die Schutzbefohlenen oder Untergebenen zu stellen, notfalls ohne zu zögern sein Leben für das Gerechte zu geben. All dies zeichnete ehrvolles Handeln aus, diesbezüglich konnte sich der alte Kämpe wenige bis keine Vorwürfe machen, ehrvoll gehandelt hatte er schon immer, auch im Angesicht des Feindes, wurde er doch erst kürzlich nach Bajard gerufen, um schwere Kampfwunden zu Nähen und somit zu nächtlicher Stunde ein Leben zu retten, die Tatsache dass der Mann die Uniform Rahals trug war ihm zu dem Zeitpunkt gleich, es war ein Leben das es zu retten galt, ganz gleich wie verblendet die Seele sein mochte.

Verfasst: Mittwoch 4. Oktober 2006, 02:39
von Rolosin Vadebor
Aufopferung / Opferbereitschaft

Nachdem der Adler am Tireller Hof einiges an Essensvorräten eingekauft hatte kam ihm in den Sinn, dass auf der merkwürdigen Sumpfinsel im Südwesten ebenfalls ein Schrein war, und er entschloss sich dazu, darin etwas Ruhe zu suchen und in Andacht zu verharren, um sich schliesslich seine Gedanken zu machen, wie er bisher zu dieser Tugend stand, und wie er sein Verhalten verbessern könnte, um auch diese Tugend als Vorbild besser vorzuleben.

So band er sein Pferd an der Brücke an, die Sümpfe schienen ihm zu unsicher für jenes, setzte zu Fuss über die Brücke, jeden Schritt vorsichtig vortastend, man wusste solcherorts nie, wie fest oder weich der Boden war.
dann betrat er den Schrein, ein Brunnen war darin, sowie das Zeichen der Aufopferung, ein Tropfen, der wohl Blut stilisieren sollte. Ruhig in sich gekehrt liess er sich am Schrein auf die Knie nieder und liess sich erst etwas von der Stille einnehmen, ehe er die Gedanken um diese Tugend kreisen liess.

Er lernte früh in seiner Armeelaufbahn, dass man im Notfall jederzeit bereit sein sollte, sein Leben für das Königreich und den Glauben zu geben, auch auf Gerimor dachte er oft daran, insbesondere als er mit der Allianz den Treueschwur gegenüber dem Truchsess leistete. Doch wusste er wirklich, was dies bedeutete? War er bereit dazu, ehrlich und tief in seinem Herzen, jenseits aller Floskeln? Er liess diese ungesprochenen Worte etwas wirken, ehe er nickte, ja er wäre bereit dazu, sein Leben für das Reich, die Grafenfamilie und Temora zu geben, er würde nicht zögern, sich schützend vor den Grafen zu stellen und ihn mit seinem Körper zu schützen.

Doch reichte das aus? War Opferbereitschaft nicht mehr als sein Leben wenn nötig hinzugeben um das der Schutzbefohlenen zu retten? Hiess Opferbereitschaft nicht auch, täglich bereit zu sein, kleinere Opfer zu bringen, um anderen Menschen zu helfen? Vielleicht hier ein wenig Bequemlichkeit, um statt weiterzugehen, einem unbeholfenen jungen Recken bei der Bekämpfung einer Spinne zu helfen, dort einige Kratzer in kauf zu nehmen um dem weinenden Mädchen die Katze vom Baum herunter zu nehmen. War nicht auch all dies ein wenig Opferbereitschaft im Alltag, um denen zu helfen, die der Hilfe bedürfen?

Der alte Kämpe neigte den Kopf etwas tiefer, schuldbewusst. Ja, was die Opferbereitschaft anging konnte er noch viel verbessern, er war trotz seines Alters immer etwas blind für solche Situationen, es kam zwar vor dass er half, doch eben nicht so oft wie es sein sollte, nämlich jederzeit wenn er an eine solche Situation herantrat.
Er gelobte vor Temora, sich zu verbessern und sich zu lehren, wahre Opferbereitschaft zu leben, um zu helfen und der Jugend als Vorbild zu dienen.

Verfasst: Freitag 6. Oktober 2006, 04:05
von Rolosin Vadebor
Gerechtigkeit

Rolosin war gerade dabei, in den Katakomben zu jagen, als er direkt beim Eingang einen jungen Kämpen, ganz in den Farben der Burg Eisenwart entdeckte. Nachdem anfangs frostig die klassischen Grussformeln Temoras und Alatars ausgetauscht wurden, begannen die beiden Gegner langsam, den anderen auszuloten, es galt wie immer in solchen Situationen erstmal herauszufinden, inwiefern das Gegenüber angriffsbereit oder eher friedlich war, ob gar Potential zu einer friedlichen Diskussion vorhanden war oder ob im nächsten Moment die Klingen gekreuzt würden.
Nachdem der Adler den ersten Schritt tat und das Visier anhob entschärfte sich die Situation schnell. Nach wenigen Worten wurde bereits absolut friedlich und nüchtern festgestellt, dass man sich feindlich gegenübersteht, doch nachdem ein Skelettritter von beiden niedergeschlagen wurde und dabei sichtlich erkennbar war, dass der Soldat der Burg wohl noch nicht so kampferfahren war wie sein lichter Gegenpart und dieser klar machte, dass er nicht vor hatte, aus seiner Sicht beinahe wehrlose Personen anzugreifen oder gar zu töten, gar durchblicken liess, dass er zum Erstaunen des jungen Kämpen mit dem Burgherrn Khazkal auf halbwegs friedlichem Fuss stand, wurde darüber gesprochen, um wieviel zivilisierter es doch war, selbst mit dem Feind normal sprechen zu können, statt sich gleich mit erhobener Waffe zu begegnen, wie dies von nicht wenigen Rahalern bekannt war. Die Zeit des letzten Krieges würde früh genug kommen und er würde schrecklich werden, so schonte man seine Kräfte besser bis zu diesem Zeitpunkt.

Noch einige Zeit nach der Begegnung machte sich Rolosin Gedanken darüber.. hatte er richtig gehandelt? Wäre es nicht vielleicht doch noch möglich gewesen, die Seele des jungen Mannes zu retten? Wie ungerecht war dieser Kampf der Götter und ihrer Anhänger doch, welch Balanceakt war es, stets korrekt zu handeln im Sinne der Tugenden, Gerechtigkeit zu üben.
Keine Vorurteile durften das Handeln beeinflussen, sowohl die Gefühle wie auch die Logik mussten stets abgewogen werden, doch war es überhaupt möglich, die Wahrheit zu finden, die einem erlaubte, gerecht zu handeln? Hatte er gerecht gehandelt gegenüber diesem jungen Mann? Oder hätte es Temoras Gerechtigkeit entsprochen, diese junge, vergiftete Seele zu befreien, nachdem der mutige Krieger kundtat, dass es unmöglich wäre, dass er seine Meinung ändere? Gab es überhaupt einen.. gerechten Weg, solchen Menschen zu helfen? Tötete man sie, ohne dass sie Temoras Gerechtigkeit einsahen, gab man ihre Seelen endgültig an Krathor, liess man sie leben, zwang man sie dazu, weiter von Alatars Lügen vergiftet zu werden. Gab es wirklich keine andere Möglichkeit? War es schlichtweg unmöglich, diesen Menschen gegenüber gerecht zu handeln?

Schweren Herzens machte sich der alte Kämpe auf, von Temora geleitet fand er bei Bajard den Schrein der Gerechtigkeit, wo er auf die Knie sank und stumm betete, darum bat, dass ihm die Göttin die absolute Gerechtigkeit lehre.

Verfasst: Sonntag 8. Oktober 2006, 14:45
von Rolosin Vadebor
Mitgefühl

Der Krieger war gerade etwas in Gedanken versunken und liess sein Pferd durch den Wald in Richtung Bajard traben, er würde sich mit den Feuerelementaren bei Tirell einige Kämpfe liefern, sich die Zeit vertreiben, so war sein Plan. Doch mitten im Wald, im strömenden Regen sass ein junger Mann unter einem Baum und versuchte verzweifelt, ein Feuer aufrecht zu erhalten um sich seine Kärgliche Mahlzeit, ein kleines Vöglein zuzubereiten.

Sofort liess Rolo sein Pferd anhalten und er erkundigte sich nach dem Mann, nach kurzer Zeit war klar, dass man diesem jungen Burschen, der gerade eben erst von zuhause ausgezogen war und nun hilflos versuchte, sein Leben zu meistern, helfen musste. Die Einladung auf ein warmes Feuer sowien heissen Grog wies der Bursche natürlich nicht ab, und so waren sie bald bei Rolosins Haus, wo er dem jungen erstmal trockene Kleidung gab.
Nach einem reich bestückten Teller mit Fleisch und Brot, sowie etwas Wein war der jüngere zufrieden und liess sich nun auch dazu überreden, etwas mehr von sich zu erzählen. 19 Sommer alt sei er, von weit her gekommen, er wüsste ein wenig mit einem Schwert umzugehen, doch reiche dies nicht aus, um sich einen Lebensunterhalt zu verdienen, und so würde er als Tagelöhner in den Minen arbeiten.

Schnell war der Entschluss unter dem ergrauenden Haarschopf gefasst, den jungen unsicheren Kämpfer unter seine Fittiche zu nehmen. Die Kleidung war nun auch trocken, und so konnten sie losziehen, den noch reichlich schmächtigen Burschen auszurüsten. Danach zeigte Rolo ihm noch die Sumpfkavernen bei Bajard, wo sich der frisch gesättigte und aufgewärmte Recke gut schlug.

So sagten sie einander nach diesen intensiven wenigen Stunden auf Wiedersehen und gingen getrennte Wege. Doch nicht für lange, da war sich der ältere sicher. So wie junge Welpen noch immer zu der Hand die sie fütterte zurückkehrte, so würden sich ihre Wege noch einige Male kreuzen, und dann wäre es auch an der Zeit, den Jungen zu Temora zu führen, doch die religiöse Erziehung würde er dem Kloster Temoras überlassen, die Templer und Klosterbrüder wären dazu weit besser in der Lage als der alte Kämpe.


Nach einigen turbulenten Tagen führte Temora Rolosins Pferd zum Schrein des Mitgefühls als er wiedermal etwas ausritt um sein Pferd auszubilden. Erst kurz vor dem Schrein realisierte er, wo er war und stieg ab.
Voll gerüstet, wie er war betrat der Kämpe den Schrein und kniete auf die dort liegenden Kissen, um sich über das Mitgefühl Gedanken zu machen. Schnell kam ihm der Bursche in den Sinn, dem er half. Er schien auf dem Weg zu sein, die Tugenden besser zu leben, wie er sich gelobte. Noch wenige Wochen zuvor wäre er an dem Mann wohl einfach vorbeigeritten. In einem Dankesgebet dankte er Temora, dass sie seine Augen bereits ein Stück geöffnet hatte und bat um weiteren Beistand, damit die Tugenden weiter Einzug halten würden in das geöffnete Herz des Streiters.

Verfasst: Dienstag 10. Oktober 2006, 01:31
von Rolosin Vadebor
Zwischenpart, die Zusammenhänge

Seit sich Rolosin mit den Tugenden befasste, fiel ihm etwas immer öfter auf, nämlich dass die Tugenden sich teilweise überlappten, dass man oft mit dem Ausleben einer Tugend auch eine andere aufzeigt. Diese einzelnen Gedanken, die ihm zwischendurch durch den Kopf schossen beschloss er nun in aller Ruhe am heimatlichen Kamin etwas zu ordnen.

Fürwahr, wer wahres Mitleid lebte, etwa einem Feind das Leben rettete und ihn so behandelte wie jeden anderen Menschen, dessen Handeln zeugte auch von Demut, gleichzeitig galt dies als ehrenhaft.. und es war gerecht, mit einer Handlung war es also in diesem Beispiel möglich, vier Tugenden vorzuleben.
Doch manchmal widersprachen sie sich auch und man musste zugunsten einer Tugend handeln und dabei eine andere etwas in den Hintergrund rücken. Wer etwa vor dem Feind zuviel Mitgefühl zeigte, im falschen Moment gar davor zurückschreckte, zu töten, der handelte gegen die Tapferkeit, zudem konnte man es als unehrenhaft bezeichnen.. und, ja es konnte einen gar sein Leben kosten in jenem Falle.

Insbesondere Mitgefühl und Demut konnten also im Übermass und im falschen Moment gar negativ wirken.. dieser Gedanke erschreckte den alten Kämpen.. war das möglich? Es waren doch Tugenden Temoras.. konnte es sein, dass sie nicht ausschliesslich Positiv waren, je nachdem wie man sie auslegte und wie streng man sie befolgte?
Keinen solchen Fall konnte er sich bei der Gerechtigkeit, der Opferbereitschaft und der Ehre vorstellen.. man konnte dabei sein Leben geben, doch gab man es immer für eine richtige Sache, folgte man diesen drei Tugenden. Dies sah Rolosin nicht erfüllt, wenn man sein Leben aus Mitgefühl gegenüber dem Feind hingab, man Opferte sich für keinen Gerechten Sinn, handelte nicht ehrenhaft.

Rolo strich sich durch das von einigen grauen Haaren durchzogene Haupthaar und nickte entschlossen. Er würde darauf achten, den richtigen Mittelweg zu finden, keine Tugend zu sehr ausser acht zu lassen und gleichzeitig keine zu überbewerten, dies war eine wichtige Aufgabe.. es war die Lebensaufgabe, diesen Mittelweg zu finden und zu Leben.. dies musste damit gemeint sein, wenn man forderte, die Tugenden zu leben.

Verfasst: Mittwoch 11. Oktober 2006, 22:52
von Rolosin Vadebor
Geistigkeit

Rolosin begann sich erst mit der Zeit zu Überlegen, wofür diese Tugend steht, bis dahin dachte er immer, das hätte wohl eher etwas mit der Nähe zu Temora zu tun, wie sie die Templer und Klosterleute pflegen als damit, dass es eine Tugend wäre, die für einen Krieger des Lichtes wie ihn von Wichtigkeit wäre.

Nachdem er erneut sich die Texte zu den Tugenden in der Kapelle der Allianz durchlas, fiel ihm die Passage auf, die Geistigkeit sei der Drang der Seele danach, sich stetig zu Verbesesern, was ja genau dies war, was ihn dazu trieb, sich nähere Gedanken zu den einzelnen Tugenden zu machen, er war also ohne dies zu wissen, der Geistigkeit gefolgt, hatte durch den inneren Drang zu mehr Geistigkeit einen besseren Bezug zum Glauben gefunden und ohne es zu wissen einen Weg zur Geistigkeit gefunden, der Tugend die das Streben nach Temora und somit nach Verbesserung der Seele beschrieb.

Nun wo ihm dies Bewusst war machte er sich auf zum Schrein der Geistigkeit, wo er Temora dafür dankte, dass sie ihm diese Tugend ins Herzen gelegt hatte, er würde ihr weiterhin folgen um mit der Zeit und der Hilfe Temoras ein wahrer Streiter und Verfechter des Lichtes zu werden.

Verfasst: Freitag 13. Oktober 2006, 03:37
von Rolosin Vadebor
Tapferkeit

Nachdem Rolosin dem Kampf zwischen vier Eisenwartlern, einem Menekaner und einigen Amarth beigewohnt und danach eine üble Schwertwunde von Tander Mandris vernähte, ging er nach einem kurzen Abstecher zuhause nach Bajard zurück. Auf dem Weg dorthin sah er den Ahad Letast mit den vier Eisenwartlern sprechen, einige böse Worte zwischen dem Ahad und dem Alten wurden getauscht, ehe dieser weiterritt.

In Bajard traf er auf einen jungen Templer, den er über die Anwesenheit des Ahads vor der Stadt informierte. Dieser bat daraufhin um die Begleitung des Adlers, die ihm dieser selbstverständlich gewährte, er würde den Geweihten Temoras mit seinem Leben beschützen, falls es nötig wäre, dies war gar keine Frage.
Der Templer schritt aus dem Fischerdorf heraus, Rolosin ritt an seiner Seite zu Pferde, die Hand stets an der Axt, bis beide vor Letast standen, wo sogleich ein Worgefecht zwischen Letast und dem Templer begann. Nach einigen Sätzen begann sich der Krieger mit ruhigen Worten einzumischen, mit stoischer Ruhe aufrecht im Sattel sitzend bot er dem Chaospaladin wenigstens halbwegs Paroli, anfangs lediglich verteidigend, ging er schliesslich mutiger in den Angriff über, die Anwesenheit der Göttin durch die Aura des Templers machte ihm Mut und liess ihn weiterhin klar denken und somit präzise Worte fassen. Kein einziger Gedanke an Rückzug, aufgeben war keine Möglichkeit. Der Templer schien ihn in einer merkwürdigen Weise in Schutz zu nehmen, indem er den erfahrenen Kämpfer als unwissenden hinstellte, was Ehre und Glaube anging, doch diese Worte sollten noch widerlegt werden während diesem Wortgefecht, spätestens nach den Worten des Ahads, der erklärte, Alatar und seine Verfechter, sie währen das Licht, der Reiter und der Templer Temoras wären nur Schatten, die sich schwach dagegen stellen würden.

Doch da hatte der Alatarpaladin nicht mit Rolosins kühl arbeitendem Verstand gerechnet, promt kam die Antwort: So der Brudermörder und seine Schergen das Licht seien, weshalb tragen sie allesamt Schwarze Kleidung und Rüstung, Schwarz wie die Nacht, Schwarz wie das Fell der Pantherbrut, dunkel verkohlt wie die Haut der Nachfahren der Sieben?
Diese Frage des Kriegers, absolut ruhig und mit seiner gewohnten Stimmlage, die keinen Widerspruch duldete, vorgetragen, führte dazu dass der Ahad zum ersten Mal keine prompte Antwort parat hatte, seine Stirn legte sich in leichte Furchen und er schien erstmal darüber nachdenken zu müssen, wie er nun argumentierte, ehe eine recht sinnfreie Antwort kam, die aufzeigte, dass der Krieger hier tatsächlich einen Teilsieg errang.

Nachdem eine Weile lang Ruhe herrschte, beide Gegenparts mehr oder weniger keine Argumente mehr hatten, die nicht schon vorgebracht und vom jeweils anderen nach seiner meinung widerlegt wurden sprach der Ahad recht schnell die Worte 'So verblendet wie ihr seid ist es besser ihr sterbt auf den Schlachtfeldern wenn sich meine Klinge in euer Fleisch brennt' und schritt in Richtung Bajard davon. Rolo atmete tief durch, es war überstanden, er hatte tatsächlich den Mut aufgebracht, sich einem Ahad gegenüberzustellen und sich mit Worten mit ihm zu messen, und er hatte nicht verloren, hatte es geschafft, einen Paladin des Alatar in eine Pattsituation zu zwingen, das war viel mehr als er erwartete, denn Wortgewandtheit war nie seine Stärke, Temora musste ihm beigestanden sein.

Er ritt weiter und liess sich von seinem Pferd zum Schrein der Tapferkeit führen, wo er Temora für ihren Beistand dankte.

Verfasst: Dienstag 17. Oktober 2006, 19:07
von Rolosin Vadebor
Demut

Rolosin war gerade unterwegs zum Kloster, er würde nun den Paladin Quarius de Lore aufsuchen und dessen Angebot, ihn zum Schrein der Demut, der letzten Station auf seiner Suche nach den Tugenden, die auch ein Weg zu ihm selbst waren, zu begleiten. Recht schnell marschierten die beiden, von Salix Saldorian begleitet, in Richtung Norden, dem Alten fiel gar nicht auf, dass die beiden Männer hinter ihm wohl nicht gerade geübt waren, lange in diesem Marschtempo zu gehen, er steuerte quer durch den Elfenwald auf jenes kleine Inslein zu, in der tiefen Hoffnung, dort Vergebung für seine Sünden zu erhalten. Dort angekommen knieten die beiden Krieger nieder, der Paladin blieb dahinter stehen und sprach ein gebet.

Salix stand schon längst wieder neben dem Paladin, doch Rolosin dachte gar nicht daran, aufzustehen. Er würde hier bleiben und verharren, bis ihm die Herrin Temora ein Zeichen geben würde, bis er Vergebung erführe dafür, dass er die Tugend der Demut aus den Augen verlor, den Stolz zu sehr keimen liess. Längst schmerzten die Beine, auf dem rechten gekniet, das linke war angewinkelt, keine bequeme Haltung für Stunden, doch der Kämpfer spürte es längst nicht mehr, er war tief in Gedanken, seit die beiden anderen Verschwanden war er regelrecht in Trance, die Augen geschlossen, komplett in sich gekehrt. Beinahe tonlos sprach er immer dasselbe Gebet an die Herrin:

Gütige Temora, Herrin der Tugenden, ich habe gesündigt, ich habe gefrevelt vor dir, vor der Demut, die langsam erstickt wurde, erstickt durch meinen Stolz über das, was ich erreicht habe. Nicht mehr sah ich die Grösse anderer Menschen, erkannte nicht, wie Hochmut längst Überhand nahm und mich an meinem Stolz laben liess. Ich erkenne nun meine Sünde, ich erkenne deine Grösse, oh Herrin, gegenüber der ich so klein und machtlos bin. Und ich bin bereit, die Demut in mir aufkeimen zu lassen, den Hochmut zu zerschlagen. Bereit bin ich, aufzustehen und die Augen wieder zu öffnen, um die Welt zu sehen und weiteres Wissen zu sammeln, denn kümmerlich ist meines, nicht viel habe ich verstanden von dieser Welt, die dank dem Opfer der Mutter Eluive existiert. Neu erkennen will ich meinen Stand auf dieser Welt, um dir zu dienen, das Licht zu verteidigen, mögen die Liebe, der Mut und die Wahrheit meine Seele erfüllen.

War er am Ende angelangt, so fing er wieder von vorne an, lediglich einmal in der Stunde ass er ein Stück von dem Brot, das ihm der Paladin da liess, und trank einen Schluck Wasser.
Die Sonne ging links neben ihm über den Baumwipfeln des Elfenwaldes unter, Dunkelheit hüllte den Betenden ein, doch noch immer lag das leise Murmeln seiner Gebete um den Schrein. Als er völlig in diesem Ryhtmus war, er hatte sich selbst komplett vergessen, selbst gegessen und getrunken hatte er seit Einbruch der Nacht nicht mehr, er war nur noch ein um Vergebung bittendes etwas, kein Mensch mehr, und schon gar nicht mehr stolz.

Da passierte das, wonach er gesehnt hatte, ohne dass er sich genau vorstellen konnte, wie es aussehen würde, das Zeichen der Herrin, wonach er suchte, wofür er hier betete, ein Zeichen Temoras, das ihm ihre Vergebung aufzeigte.
Er sprach gerade die Worte 'Ich erkenne deine Grösse', als in seinem Kopf, der zuvor durch die Stunden des betens völlig leer war, sich ein Bild manifestierte. Anfangs noch verwundert betete er weiter, dann verstummte er.. er konnte selbst nicht glauben was er da sah.. langsam wurde das Bild klar, der Baum des Lichtes.. ja das war er, er hatte ihn vor einigen Wochen im Kloster gesehen, als er mit Halungar dort war, doch was war das für ein Kind, das unter diesem gewaltigen, vor Schönheit leuchtenden Baum sass? Er musste genauer 'hinsehen', doch.. ja das musste er sein.. als Kind, mit 5 Jahren! Wie beinahe immer in seiner Kindheit trug er ein kleines Holzschwert an seinem Gürtel, das ihm sein Vater geschnitzt hatte. Da sass er, unter dem Baum des Lichtes, und kaum hatte er dieses Bild gerade richtig verstanden, erschien eine Lichtgestalt, ein weiblicher Körper, dessen Hand dem kindlichen Rolosin über den Kopf streichelte und mit warmer Stimme ruhige, geradezu sphärisch scheinende Worte der Vergebung sprach. Das Bild erschien ihm wie im Traum, es war so unwirklich, und doch wusste er, dass er nicht träumte. Er liess dieses Bild etwas auf sich wirken, atmete einige Male tief durch und sog die Wärme, die sich nun gar fühlbar um sich ausbreitete, in sich auf.

Langsam kam er zu sich, das Bild verschwand, und er kniete 'wieder' vor dem Schrein der Demut, selbst die Schmerzen in seinen Beinen, die er erwartete, blieben aus. Langsam stand er auf und verbeugte sich tief, ehe er sich auf den Weg nach Hause machte.

Verfasst: Donnerstag 24. Mai 2007, 12:59
von Rolosin Vadebor
Ein Ritter im Herzen oder: Das Herz eines Ritters?


Kapitel 1, der Anfang

Seit jenen Tagen, in denen Rolosin sich zum Kodex der reinen Seele zu wandte um wieder dem Lichte zu dienen wie es seine Familie stets tat, änderte sich viel in Rolos Leben. Er stieg auf in den Reihen der Allianz, verdiente sich den Respekt seiner Mitstreiter.. und ja, auch den seines Mentors.

Rafael de Arganta, der Mann, dem Rolosin aus Rückwirkender Sicht vieles.. nein, alles verdankte. Er sah die Ehrhaftigkeit in Rolosins Handeln.. wohl schon als er mit dem damaligen Hauptmann der Sturmkrähen, Farbiano Tohries vor Rafael und Adrian sass, dessen war sich Rolo heute ziemlich sicher. Später, als der Streiter das Licht der Herrin wiedererkannte und seinen endgültigen Abschied aus den Reihen der Söldner nahm um ein neues Leben zu beginnen, in Varuna, der Stadt der Lichtbringerin.. nahm ihn der Ritter sogar in die Reihen der Allianz auf.


Kapitel 2, der Aufstieg

Da begann der Aufstieg Rolosin Vadebors. Vom Streiter der Allianz, über den Posten des Ausbilders.. bis Rafael ihn eines Tages in sein Büro bat und ihm etwas eröffnete, was er sich bis an hin nicht mal erträumte...

Hauptmann.. und nicht nur das, nein, Hauptmann einer Elitetruppe der Grafschaft.. der Kürassiere. Schwer gepanzerte Reiter auf ausgebildeten Schlachtrössern, wie sie sonst nur von Rittern in die Schlacht geritten werden. Rolosin verheiratete sich wieder mit der Armee, wie er es schon als junger Feldwebel tat, und arbeitete.. Rekrutierungsgespräche, Absprachen mit der Garde.. kurzum, er baute die Truppe zur Einsatzfähigkeit auf und führte sie an.

Der nächste unerwartete Schritt folgte in der Allianz. Rafael sah sich als ungenügend mit Zeit gesegnet, um sich weiterhin um die AdL zu kümmern und bat Rolo darum, den Posten des Gildenlords zu übernehmen.

"Wie bitte Sir, ich habe mich wohl verhört? Das könnt ihr uns doch.. das geht doch nicht!"
"Doch Rolosin, du weisst dass ich mich nicht ausreichend um die Allianz kümmere..."
"Aber, ihr seid unser aller Vorbild, ihr seid unser Anführer, Sir Rafael!"
"Diese Aufgabe obliegt nun dir, Rolosin.. und ich bin sicher, du machst das gut"

So ungefähr muss das Gespräch zwischen den beiden abgelaufen sein und schliesslich hat es der Ritter mit seiner ruhigen und sicheren Art tatsächlich hin bekommen, dass der Alte diesem Posten zustimmte.. Gildenlord der Allianz des Lichtes, welch eine Ehre, Nachfolger eines Ritters und Grafen, nein wichtiger, Nachfolger Rafaels.

Im Glauben konnte man ihn inzwischen wohl mit Fug und Recht als gefestigt bezeichnen, wenn nicht sogar etwas mehr als das. Er war jederzeit bereit, für die Lichten und das freie Volk zu töten.. und auch zu sterben, hatte die Einsicht erhalten, dass die Pantherbrut nicht mit Worten zu überzeugen ist.. hier musste man den Stahl sprechen lassen.

Diese Haltung floss nach Absprache mit den Wichtigsten Gildenmitgliedern in den neuen Kodex der Allianz hinein. Nicht länger wollte man sich hinter den Mauern verstecken und rein defensiv walten. Angriff ist die beste Verteidigung, Männer!


Kapitel 3, ein wenig Rückbesinnung

Hatte er als Hauptmann viel zu tun, so war sein Tag nun vollständig ausgefüllt mit der Ausbildung Yrkanis', der Gildenleitung und den Kürassieren. Doch sein Schüler war ein Segen für Rolosin, denn es zwang ihn erneut, alle Schreine der Herrin zu besuchen und so regelmässig etwas Ruhe und Einkehr zu finden, im Gebet zu Temora. Er ging die hektische Zeit, die verflossen war in Gedanken durch, streng suchte er in dieser Zeit nach begangenen Sünden, Vergehen wider dem Kodex der Tugenden und bat die Herrin an dem jeweiligen Schrein um Vergebung.


Kapitel 4, Umbruch

(OOC: Ganze Story über die Schwertquest [URL=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=16107]>>Hier<<[/URL])

Doch es dauerte nicht lange, dass das Unheil über die Grafschaft kam.. Krieg mit der Burg, eine verlorene Schlacht, Gefangennahmen.. gar seine Hoheit wurde nach Rahal verschleppt!

Dazu kam, dass immer mehr Personen über ein Schwert sprachen.. nein, DAS Schwert. Die Elfenklinge, die Temora gegen Alatar führte. Es war in Gefahr und mit ihm ganz Alathair. Eine weitere Schlacht, diesmal nicht gegen Menschen sondern gegen Schlangenwesen, entbrannte.. im Herzen Varunas. Doch abgesehen vom frühen Morgen, an dem Rolosin mit Sir Rafael sprach, waren keine Ritter in der Stadt, die den Oberbefehl über Truppen und Zivilisten übernahmen.. es blieb schlussendlich auf den Schultern Rolosins liegen.. er rotierte förmlich. Truppen koordinieren, die Kampffähigen Zivilisten in die Patrouillen einweisen, Burg Llastobhar sowie Berchgard alarmieren, die Bevölkerung in Sicherheit bringen.. kurzum, ein ausgefüllter Tag. Nach der gewonnenen Schlacht, als der Drache verwundet vom Schwert Gelmirs, geführt vom Knappen, Leutnant und Allianzratsmitglied Thelor Dravan, floh und die Löscharbeiten Varunas im vollen Gange waren, erstattete Rolosin dem inzwischen zumindest geistig genesenen Grafen von Hohenfels Bericht und fiel im Gras des Klosters in einen erholsamen Schlaf....


Kapitel 5, ein Ritter?

Anfangs war es eine rein förmliche Entgegennahme von Befehlen, die Rolosin von Sir Calamdor von Auenfels im Zimmer seiner königlichen Hoheit im Kloster erhielt. Nachdem Rafael Thelor und ihn kurz lobend erwähnte, mehr war das in Rolosins Augen nicht, kam von diesem kurz und knapp der Befehl, die beiden hätten sich am Abend des Vierten Tages in Bussgewand zu hüllen und die Nacht wachend zu verbringen.

Aus des Grafen Zimmer getreten, begann es erst langsam zu rattern in des nicht mehr so jungen Mannes Schädel.. später auf der Patrouille mit Thelor erwähnte dieser erstmals, dass Rafael schon einmal die Möglichkeit erwähnte, Rolosin für die Ritterwürde zu empfehlen..

"Wie bitte?? Ich, Ritter?"

Diese Worte mussten anschliessend noch so einige Personen hören, als es ihm langsam dämmerte.. doch die absolut beste Antwort kam von Rotghar, einem seiner treuen Streiter:

"Ja, du Ritter!"

Und so nahm er es langsam als gegeben hin, dass er erneut vor die Herrin trat, um zu büssen.. und, ganz klein im Hinterkopf keimte die Vorstellung davon, die Möglichkeit erst, dass man ihn möglicherweise in wenigen Tagen mit Sir ansprechen würde..

Verfasst: Donnerstag 20. März 2008, 19:54
von Rolosin Vadebor
Opferbereitschaft, war es am Ende.

Rolosin ritt die Grenze ab, als ihm auf Höhe der Ruinen über den Katakomben der Arkorither ein Trupp Letharen entgegenkam, er erkannte sogleich den Lethyren darunter, dem er bereits einmal begegnete, Syrr'ael war es, welcher auch sogleich das Wort ergriff, proklamierte, dass keine Reichsgrenzen existierten, das sei nur abtrünnige Provinz, rechtmässig unter dem Besitz des einzig wahren Reiches Rahal.. diesen und ähnliche Blasphemische Worte hörte sich der Ritter eine Weile an, ehe zwei Lethrixoren auf ihn losstürmten, unterstützt vom Lethyren, welcher sich scheinbar von einer Sekunde zur anderen in ein Giftelementar zu verwandeln schien. Rolosin dachte einen Moment an Flucht, doch dann stünden sie vor Varuna.. nein, er musste kämpfen, er sah keine andere Möglichkeit. Das Schlachtross erhob sich auf die Hinterhufe, schlug nach vorne aus, während der Ritter das Schwert zur Seite hinabschwang, einen der Lethrixoren niederzwang.. als ein Bolzen seinen Rückenpanzer durchdrang, einer der Blauhäute musste sich hinter ihn bewegt haben, kurz darauf ein weiterer Bolzen, der alte Ritter sah einen Moment alles wie in Zeitlupe, er fiel vom Pferd.. ehe es ihm schwarz vor Augen wurde, das tödliche Gift durch die Blutbahn sein Herz erreicht hatte..

und er starb..

Verfasst: Donnerstag 20. März 2008, 22:08
von Syrr'ael
Geburt - Leben - Tod. Danach der ewige Dienst in Nileth'Azur.

So zumindest gestaltete sich der Ablauf eines Letharenlebens...aber wo befand sich nun die Seele des Ketzers? Saß sie an der Tafel der Seherin, bis sie eines Tages hinab auf die fleischliche Welt steigen würde um dort erneut für die Göttin zu streiten? Oder war sie schon längst im Schlund des Seelenfressers und war dort ewiger Marter ausgesetzt?
"Wo nur bist du, kleiner Recke?", säuselte der Lethyr leise als er über die erschlaffte Gestalt des Rittes gebeugt war.

In der Tat, dies musste man ihm lassen, der Auftritt des Ritters war dramatisch und voller Theatralik: das schnaubende Streitross, das sich aufbäumte ehe es in die Schlacht preschte, die goldene Rüstung die im Licht der untergehenden Sonne blitzte, die Klinge weit erhoben.

Ein wahrer Held, der da in die Schlacht wider die Kinder des Panthers ritt...
...und das Schicksal aller wahren Helden teilen würde.

Den Tod durch die Diener Alatars.

Die Klinge des Ritters fuhr wie ein Blitz hinab und riss den Hals des ersten Lethrixors auf, der in einem Gurgeln zu Boden ging. Ein Sirren in der Luft - erst einer, dann ein zweiter Bolzen, der sich wie ein wütendes Insekt durch die Rüstung in das Fleisch des Ritters fraß.

Als dieser mit einem leisen Ächzen aus dem Sattel fiel, war der Rest stumpfe Routine - der überlebende Lethrixor zog den Helm vom Haupt des Ritters, fixierte mit der Spitze der Klinge den Hals - ein Ruck, dann ein Schwall des kostbaren Lebenssaftes der sich auf den Boden ergoß.

Der Lethyr ließ sich in die Hocke sinken und beugte das Gesicht über das Haupt des Toten, um leise einige letzte Worte an ihn zu richten:
"Gleichgültig wo du nun bist...grüße Leonhard Caprine von mir...und erwarte all jene, die dir noch folgen werden."


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Kurz darauf vor den Toren Varunas:

Panik, kalter Schweiß der über den Körper rinnt und das Stechen in der Lunge.
Warum nur musste gerade er diesen blauhäutigen Teufeln über den Weg laufen, als er doch nur etwas Holz für die Nacht im Wald sammeln wollte?!
Egal...da zeichnete sich schon das Tor ab und die Wachen, die ungläubig auf ihn starrten. Noch einmal beschleunigte er seine Schritte, bis er schwer keuchend vor den Füßen des Wachmannes zum Stehen kam, der ihn in einer Mischung aus Belustigung und Irritation anblickte.

"Na Jungchen, wer ist denn dir über den Weg gelaufen...du siehst als hätte dich Alatars pelziger Arsch persönlich durch den Wald gejagt!".
Heiseres, von einer gewissen Unsicherheit gezeichnetes Lachen.
Idioten. Denen würde das Lachen noch vergehen.

"Ich..ich...der Ritter...ich...im Wald...", verdammt, warum war es nur so schwer ohne Atem zu sprechen?!
"Beruhig dich erstmal, und dann erzähl uns in Ruhe was geschehen ist...". Der andere Wachmann, Mitte 40, der Blick besorgt. Er würde ihn verstehen. Luftholen, durchatmen, dann ein neuer Versuch:

"Herr, im Wald...da, da waren diese...diese Letharen...sie sagten mir ich soll auf den schnellsten Weg hierher laufen, sagen, dass man dort bei ihnen etwas finden könnte, was wir...wir vermissen werden." Ein kurzes Zögern, das Niederkämpfen der Übelkeit die aufbrandete als die Bilder des Toten nocheinmal durch den Kopf gingen.
"Ich...ich glaube da war ein Toter, Herr...".
Die Wachen blickten ihn nun alarmiert an - sie würden ihm doch glauben, oder nicht?

Verfasst: Freitag 21. März 2008, 06:18
von Cedric von Mervis
Der grausame Fund.

Als er von seiner langen reise kam und schon freudig die Tore Varuna's erblickte, wusste er noch nicht das jene Freude nicht lange anhalten sollte. Vor dem tor zu Varuna hilt er bei der Wache an die sich grad mit einem jungen Manne unterhielt, nach einer weile schaute der Wachmann, den er noch aus seinem Dienste es Regimentest kannte alarmierend und entsetzt an. Dieser blick dachte er sich und fragte die Wache was genau passiert sei. Ein wenig Zeit verging waerend die Wache ihm alles erzaehlte, daraufhin bat er den jungen Manne ihn jene Stelle des geschehens zu zeigen. Es vergingen Stunden so kam es ihn vor, als Sie durch den Wald zogen, von einem monent zum anderen blieb der Mann stehen und deutet nur mit den Finger nach vorn gestreckt auf die Stelle der tat direkt vor sich in höhe der Katakomben der Arkorither. Nun stieg Cedric von Pferd und ging auf jene stelle zu unwissendlich was oder wer ihm dort erwartete. Er kam immer näh keine Menschen Seele war zu erblicken nur zwei regungslose Körper die auf den Boden lagen. Als er den beide nah tratt, bemerkte er das es sich bei den einen um ein toten Letharen handelte, ein paar Schritte weiter lag der zwei Körper, nur jener anblick ließ ihm das blut in den ardern gefrieren. dies Rüstung, dieser Wappenrock kennst du doch sagte er sich und in der tat sollte es sich hier um den toten Körper von Sir Rolosin handeln. Er blieb eine weile lang entsetzt und regungslos stehen, eh er wieder in richtung seines Pferdes ging und aufsitzte. zu den jungen Mann sagte er noch er sollte sich von der Wache versoregn laßen, dann ritt er in windeseile richtung Varuna, dort angekommen ließ er sich nicht lange von der Wache aufhalten und ritt gleich zum Karstell, um da Sire Rafael von jenem genausamen Fund zu berichten.

Verfasst: Freitag 21. März 2008, 10:55
von Larius von Bourgo
Doch Cedric kam zu spät im Kastell an. Zwei Wachen haben von den Beobachtungen des Jungen berichtet.
Ihm wird dort nur mitgeteilt das eine Gruppe Reiter unter denen sich auch Sir Rafael befand soeben Richtung Westtor aufgebrochen ist.

Sir Rafael, Sir Zeron, Hudgarr von Stolzenfels und der Knappe Larius de Bourgo beschlossen sich nachdem sie das Westtor passiert haben sich in zwei Gruppen aufzuteilen.

Sir Rafel und Larius sowie Sir Zeron und Hudgarr bildeten jeweils eine Gruppe.
Sie beginnen ihre Suche damit zuerst Richtung Norden, dies blieb jedoch erfolglos.
Nach einer kurzen Lagebesprechung wurde in südlicher Richtung der Wald abgesucht.

Nahe der Grenze finden Sir Rafeal und Larius einen Toten Körper. Sir Zeron und Hudgarr treffen kurz nach ihnen ein.

Niemand sagt etwas. Allen war klar bei wem es sich um den Toten handelt. Die Rüstung, das Schwert , das Schild und schließlich der Umhang in den Farben Sir Rosins lassen niemanden an der Identität des Toten zweifeln.

Dann wird die Stille gebrochen Sir Rafael zieht sein Schwert und sichert die Umgebung.
Dies ist das Stichwort das alle brauchten. Larius half Rafael dabei die Gegend zu sichern und Zeron stieg vom Pferd und stellt das offenensichtliche, den Tod Sir Rolosins fest.

Larius kann es nicht fassen es scheint ihn schwer zu fallen sich auf den Pferd zu halten. Schließlich läßt er noch sein Schwert zu Boden fallen. Er steigt ab um die wieder aufzuheben.

Mit Sir Zeron zusammen hebt Larius die Leiche vorsichtig auf Hudgarrs Pferd.
Eskortiert von allen anwesenden wird die Leiche über einen Umweg um Varuna herum zur Adlerfestung gebracht.

Larius bekommt den Auftrag zum Kloster zu reiten um dort den Tod Sir Rolosins bekannt zugeben. Am Tor des Klosters kam Rafael der den Grafen informieren wollte angeritten. Mit der kurzen information das sich der Graf im Kloster befindet betreten Sir Rafael und Larius das Kloster.

Verfasst: Sonntag 30. März 2008, 12:03
von Thelor von Reensdorf
Die Letzte Ölung

Kaum war die Audienz bei Adrian beendet, bei welchem er über das Schicksal Rolosins aufgeklärt wurde, so fand er sich vor dem Tore der Allianz ein, bei welchem Rolosins Knappe Alexandre und der Klerikale Ritter Nevyn Silberhand in einer kurzen Unterhaltung vertieft schienen.

Alexandre bat so beide Ritter, Sir Rolosin die Ehre der Letzten Salbung zu gewähren und Nevyn als Waffenbruder und auch Thelor gewährten diese bitte.
In weißen Gewändern gehüllt, betraten die 3 das Zimmer .
Rolosins Leichnam, lag aufgebahrt auf dem Bette, seine Kleidung und Rüstung vom Kampf geschunden in demselbigen.
Leichter Säuerlicher Geruch, hatte sich bereits im Zimmer verteilt und so begaben sich die 2 Ritter unter dem Assistieren von Alexandre an die Waschung.

Thelor und Nevyn berichteten vom Leben Sir Rolosins und seinem Werdegang, auf dass er kurzzeitig in ihren Erinnerungen wieder Lebendig wurde.
Schließlich war der Körper des Toten Ritters gewaschen und Alexandre brachte das Öl zu Salbung.

Nevyn tauchte Zeige und Mittelfinger in das öl und vollführte einen Ankh auf der Stirn Sir Rolosins, ehe er für den Rest der Salbung auf die Knie ging und ein Gebet sprach, währen Thelor den Leichnam Salbte.