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Ein Labor für den Konvent des Phönix
Verfasst: Dienstag 26. September 2006, 16:55
von Meredorn Volospa
Der sich langsam seinem Ende zuneigende Tag wird nur noch zwielichtig vom orangeroten Licht der Sonne erfüllt, welche hinter dem verschwommen erscheinenden Horizont im Westen gar bereits vollständig versunken zu sein scheint. Lange Schatten ziehen sich so durch die Bibliothek des Konventes, welche nur an einigen Ecken von unruhig flackernden Kerzen erhellt werden. Zwei Jener verharren nah beieinander auf dem Schreibtisch in der Mitte des Raumes. Ihr unstetes Licht erhellt das Gesicht des jungen Studiosus Meredorn Volospa, wessen Augen ruhig auf die verschiedenen kleineren Stapel Bücher vor ihm hinab blicken. Die Vitalität ist zu dieser späten Stunde ein wenig aus seinen Augen gewichen, es war ein langer Tag. Ein langsames Seufzen verlässt seine Lippen und droht nahezu eine der Kerzen vor ihm zu löschen, als er das letzte Buch für den heutigen Tag zur Hand nimmt. Ein weniger magisches als eher handwerkliches Werk.
Er schlägt die ersten Seiten auf. Die Schrift ist ungewöhnlich klein, karg und einfach und doch recht gut leserlich. Einzelne recht sporadische Zeichnungen zieren einige der ersten Seiten. Zu sehen sind darauf Konstruktionen von verschiedenen Gläsern, Flaschen, Phiolen, glühenden Eisenplatten, Mörsern und Vielem dergleichen.
Schon erstaunlich, welch Menge von einfachstem Material in komplizierter Anordnung benötigt wird um in noch komplexerer Verwendung ein recht einfaches, aber hochinteressantes, Ergebnis zu erzielen… Dachte er sich in ebenso Anbetracht seinem wachsenden Interesses für die Mischkunst, die Alchemie, wie auch der Aufgabe, ein geeignetes Labor für den Konvent her zu richten. So begann er einige Zeit lang weniger die Gerätschaften selbst zu betrachten, sondern eher jene Dinge, welche sie trugen. Tische, Schemel, Schränke, Regale… einfachste Dinge der Schreinerskunst und doch von größter Wichtigkeit. Man sollte sich ja nicht stets zum Boden bücken müssen, um eine Flüssigkeit umzufüllen.
Die Luft des einst recht warmen Tages kühlte sich bereits stark ab, als Meredorn sich unter einem leichten Ächzen erhob um die anderen Kerzen aus dem Raum zu holen und rings um das Buch herum auf zu stellen. Die Nacht war bereits vorangeschritten und das mattsilbrige Leuchten des Mondes reichte nicht aus um den müden Augen Meredorns noch einen ausreichenden Blick auf die Zeilen des Buches zu richten. Eine Kerze nach der anderen postierte er vorsichtig vor sich und achtete peinlichst genau darauf auf, kein Wachs auf den Tisch oder gar das werk tropfen zu lassen. Er hatte sich bereits einige Gedanken gemacht. Mehrere Tische würde man benötigen für die wichtigsten der Laborgeräte, Schränke für die Materialien, ebenso versiegelt wie auch offene. Eine Sitzgelegenheit für länger andauernde Arbeiten und vieles mehr. Auf einem recht groben und leicht schmutzigen Pergamentstück hatte er seine Gedanken in mehreren wirren Skizzen nieder geschrieben. So begann er einige letzte Notizen hinzu zu fügen bevor er sich seinem ersehnten Schlafe widmen konnte.
Kurz bevor er die letzte Linie mit der Feder in seiner linken Hand zog, hob er seinen Kopf und lauschte der Stille dieser tiefschwarzen Nacht. Ein leises Säuseln, geflüstert vom schwachen Wind vor den Mauern der Akademie drang an seine Ohren. Sonst ward kaum ein Geräusch mehr zu vernehmen. Nur noch das leise Kratzen der Feder, als er mit einem recht zufriedenen Schmunzeln seine Notizen vollendet und sie sorgsam zusammen faltet. Direkt am nächsten Tag würde er sich mit den anderen Mitgliedern des Konventes des Phönix besprechen, um bald möglichst die entsprechenden Teile von den Handwerkern Varunas fertigen zu lassen.
Verfasst: Freitag 27. Oktober 2006, 15:35
von Meredorn Volospa
Mit leisem Schaben und einem darauf folgenden Klacken drehte Meredorn den noch recht neuen Schlüssel in seiner Tür herum um jene fest zu verriegeln. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen als er begann die knarrenden Stufen hoch in die sporadisch eingerichtete Wohnetage seines Geschäftshauses zu steigen. Bereits auf der Hälfte der Stufen drang ihm der gewohnte und doch stets variierende Geruch von Kräutern, Obst, Pulvern und diversen anderen Mittelchen entgegen. Sein Blick beginnt über die im matten orange des Kerzenscheins erhellte Stube zu gleiten. Einige kleinere Phiolen, verschiedene Gerätschaften zum erhitzen und Abfüllen von Flüssigkeiten, Regale zur Aufbewahrung der Reagenzien und vieles mehr an alchemistischen Gerätschaften fielen ihm ins Auge und erzeugten urplötzlich verwoben mit den jungen Erinnerungen an einige Worte, welcher er mit seinem jüngsten Gast wechselte.
Er warf die Gedanken an die Pflicht vorerst beiseite und ließ sich auf seinen harten Stuhl fallen. Wahrlich, ein unerwarteter Besuch war dies. Ihre Spektabilität, Frau Llastobhar erschien überraschend vor seiner Tür, ein freundlicher Besuch unter dem Zeichen der Nachbarschaft. Noch immer erwärmte ihn die Freude um diese ungewohnte Freundlichkeit unter den Menschen nachhaltig, mehr noch als das die vielen kleinen brennenden Dochte um ihn herum. Wenn auch ihr Wunsch, sie als „Fräulein“ Llastobhar zu bezeichnen in seinem bestreben um respektvolles Verhalten einen merkwürdig anmutenden Beiton hinterließ, waren es doch diese Kleinigkeiten im Umgang mit den mehr und ebenso weniger Vertrauten Mitmenschen, die ihn immer wieder von der Richtigkeit seines jetzigen Weges überzeugten.
Da schoss ihm der Gedanke wieder durch den Kopf, ja sein Weg! Er hatte noch einiges zu erledigen. Sein Heim ward eingerichtet, die Utensilien an ihrem vorbestimmten Ort und man vermag bereits den einen oder anderen Trank in seinem kleinen Labor, doch jenes im Konvent war noch sehr leer, leblos und nicht von großem Nutzen. Nun, wenigstens Una schien Interesse daran zu haben jenes Unternehmen mit umzusetzen und ihn zu unterstützen.
Direkt morgen würde er aufbrechen um sich dem Raum genau anzusehen und sich ein erstes Bild zu machen, für heute doch war es zu spät und seine Augen zu müde. Mit dem letzten aufkeimenden Eifer stand er auf und ging zu seinem pule und dem Stuhl. Er drehte jenen Arbeitsplatz so zurecht, dass er einen guten Blick auf seine kleine Laborecke hatte. Er betrachtete die Anreihung von Instrument, die Möblierung und somit Einzelheiten wie das Ganze genau und zog dabei aus der unteren Schublade des Pultes ein etwas älteres Pergament heraus. So begann er dann, die Wahrnehmung seiner Augen skizzenhaft auf das Pergament zu übertragen. Das Bild welches so von den schmalen Linien der Feder auf das helle Pergament gezeichnet wurde, war nicht von großer Kunstfertigkeit oder auch nur besonders schön anzusehen. Aber es war zumindest exakt. Eine eher technische, denn künstlerische Zeichnung.
Unter die Skizze setzte er noch einige weitere Informationen. Aufzählungen der einzelnen Reagenzien, er teilte sie in Gruppen ein und strukturierte sie nach einzelnen Aufbewahrungsmöglichkeiten. Dann zählte er die essentiellen, die wichtigen und die weniger wichtigen Utensilien auf und verfasste zu guter letzt noch eine Liste der entsprechend zu verwendenden Möbel.
Nach einiger Zeit begannen seine Fingerknöchel bereits zu schmerzen und er legte umhüllt vom dichten Schleier der Müdigkeit die Feder beiseite und blickt aus geröteten Augen heraus auf sein vollendetes Werk. Zufrieden mit seiner Arbeit nickt er sich selbst zu. Ein weiterer Schritt getan…
Verfasst: Freitag 27. Oktober 2006, 16:07
von Meredorn Volospa
Am Tag darauf brach Meredorn direkt recht früh auf. Die Sonne strahlte ihm in ihrer morgendlichen Stärke bereits fröhlich entgegen als er seinen Weg gen Konvent nahm. Er schloss noch während des Gehens seine Tasche, welche gefüllt war mit Schreibwerkzeugen, leerem Pergament, einigen Notizen und einigen Dingen zu Ausmessung. So trug er kleinere wie größere Lineale mit sich sowie einige längere Seile, um den Raum auszumessen. So konnte er sich bereits ein genaues Bild von den Ausmaßen des zukünftigen Labores machen und die Bestellungen für die einzelnen Tische, Regale, Sitzgelegenheiten sowie natürlich der Essenz des Labores, den Gerätschaften, konnten bald beginnen.
Die Mauern des Konventes traten bereits in der Ferne hervor und stachen ihm ebenso ins Auge, wie das reflektierte Licht der der Sonne auf dem vom Tauwetter feuchten Dach der Akademie. Ein heller morgen war es und die Motivation stieg in Meredorn. Es würde ein erfolgreicher Tag werden, Phanodains Augen schienen an diesem Tag einen Blick auf sein Werk zu werfen.
Im Konvent angekommen begrüßte er mit fast etwas verschwenderischer Höflichkeit den Verwalter und ließ sich in das Labor führen. Als er in den kargen, etwas kalten und feuchten Raum eintrat begann er seine mitgebrachten Utensilien langsam auf dem Boden zu verteilen und verschaffte sich erst einmal Überblick. Nachdenklich streifte seine linke Hand über sein Kinn. Dabei spürte er anstatt des gewohnten kurzen Kinnbärtchens recht früh einige kratzige Haarstoppeln und wenig darauf sogar einige völlig deplatzierte Barthaare an seinem Kinn, unter den Wangen und sogar ein wenig am Hals. Wahrhaftig, in der letzten Zeit hatte er anstatt der morgendlichen Rasur einige Arbeiten erledigen müssen, doch dies allein konnte kaum ein derartiges Ergebnis erzielen. Wohl hatte er wieder einmal seinen Kopf zu nah an den aufsteigenden Dampfgehalten, als er für Frau Famrock einige Haarwuchsmittel fertigte. Aber, genug Gedanken um einige Härchen gemacht, welche bald abgeschnitten werden sollten. Nun war es an der Zeit, sich um die wichtigeren Dinge zu kümmern.
Er legte alle benötigten Materialien sorgfältig vor sich auf und ging dann noch einmal mit Hilfe seiner Notizen die seine Vorgehensweise durch. Dabei schauten seine grünbraunen Augen auf die recht anweisungsähnlich verfassten Zeilen und er musste schmunzeln. Sein gestriges Ich gab dem heutigen Anweisungen…
Erstens: Arbeitsmittel mittig und griffbereit positionieren
Zweitens: Raum genauestens in alle Richtungen ausmessen
Drittens: Maße notieren
Viertens: mögliche Anordnung der Möblierung ausrechnen
Fünftens: genaue Angaben für die Bestellung beim Schreiner verfassen
Die erste „Aufgabe“ war bereits getan, er konnte mit sich zufrieden sein! So denn, er rieb fast schon vorfreudig die Hände und begann seine Arbeit zu tun. Der Raum wurde genauestens ausgemessen und jedes maß wurde mit einer kleinen Skizze notiert. Die Entfernung der Wände zueinander, eventuelle Unebenheiten im Boden, die Entfernung von Boden zu Decke, die Größe des Türrahmens…
Es dauerte einige Stunden bis alle Maße notiert waren und er in Gedanken den Raum bereits komplett ausstattete. Verschiedene Ideen wurden wieder verworfen weil das Regal mit den brennbaren Flüssigkeiten zu nage an dem Kerzenständer war, die Tisch einen Teil der Einganstür verdeckte, ein Schrank auf einer unebenen Stelle des Bodens mittig stand oder lediglich die Anordnung der Laborgeräte unpraktisch war.
Am Ende jedoch verfasste er drei verschiedene Aufstellungsmöglichkeiten, komplett skizziert mit allen benötigten Maßen, den voraussichtlichen Kosten und den jeweils darauf beziehungsweise darin befindlichen Geräte und Reagenzien. Er seufzte tief, als er nun langsam wieder Distanz zu seiner Arbeit gewinnend, sein Ergebnis betrachtet. Nicht jedoch aus Zufriedenheit oder Unmut, sondern weil er jetzt erst spürte wie seine Glieder schmerzen und sein Kopf dröhnte. Ein weiterer wichtiger Schritte war getan doch es war ein anstrengender, der Eifer betäubt die Anstrengung nur bis zum Feierabend, dann spürt man, was man den Tag lang erreicht hat. Nun soll es gut sein vorerst, ein Tag Ruhe! Auf seinem heimweg noch würde er das Ergebnis in den Briefkasten der nachbarlichen Spektabilität werfen und sich selbst dann in das ersehnte Bett begeben, die Kutsche, welche ihn schon bald in das erholsame Reich eines tiefen Schlafes bringen sollte…
Verfasst: Sonntag 29. Oktober 2006, 17:42
von Una Llastobhar
Es ging voran - das Projekt stand nun nicht mehr still...
Grübelnd sass sie nun im Arbeitszimmer der Villa de Jagotin, rutschte auf dem Schemel vor der Arbeitsplatte unbequem umher und hatte längst damit angefangen eher unbewusst auf dem Federkielende herumzukauen.
Es hatte sie wahrlich gefreut zu hören mit welcher Begeisterung der junge, angehende Candidatus sich in die Arbeit stürzte und mit schier blühendem Elan in all den Planungsaufgaben aufging, doch war genau das der Moment, in welchem sie feststellte, dass sie selber nun nicht länger müßig bleiben konnte und all ihre Unterstützung aufzubringen hatte. Als er ihr also beim Gastbesuch mit leuchtenden Augen von seinen Ideen erzählt hatte, da war der Funke Begeisterung vom hell glimmenden Feuer in seinem Blick übergesprungen und hatte sie infiziert. Ein kleiner Schwur wurde rasch ganz privat und im stillen gemacht - sie würde ihre Hilfe anbringen.
Nur was konnte sie nun machen um ihm richtig beizustehen?
Ernüchtert hatte sie die letzten Augenblicke feststellen müssen, dass sie wichtige Fragen einmal wieder nicht gestellt hatte und das Stückchen Pergament vor ihr noch immer bestechend leer blieb.
Mit einem Seufzen nahm sie den Kiel aus dem Mundwinkel und bestrafte diese Knabberei mit einem kritischen Stirnrunzeln, dann wurde die feine, silbrige Spitze ins Tintenfass getunkt und kurz darauf konnte sie doch mit einer Art Schreiben ansetzen - auch wenn es sich in dem Fall nicht um eine konkrete Planung als vielmehr einen Brief an Meredorn selber handelte, welchen sie nur wenige Stunden später unter seine Haustüre halb durchschob...
Die Lichten in all ihrer Güte mit Euch und möge Phanodain selbst Euch mit Wissen segnen,
werter Herr Nachbar Meredorn Volospa,
da ich noch immer nicht nur gewillt, sondern bestrebt bin Euch bei der Planung des Labors zu unterstützen, jedoch gerade gänzlich allein nicht recht auf einen grünen Zweig hinsichtlich der anstehenden Arbeiten kam, wollte ich Euch hiermit bitten, mir doch einmal eine kleine Arbeitseinteilung zukommen zu lassen.
Braucht Ihr noch Hilfe hinsichtlich einer Liste an Einrichtungsgegenständen? Steht denn ein Ort für den Bauplatz fest? Ich für meinen Teil würde ihn gerne außerhalb der Stadt sehen, falls doch das ein oder andere Malheur mit Trankmischungen oder dergleichen passieren würde... oder ist ein Kellergewölbe nun sicher? Letzteres wäre fast noch idealer. Kurzum, wie kann ich in meiner Person Euch behilflich sein und sollte man nun auch andere Mitglieder des Konvents vielleicht mit der ein oder anderen Aufgabe betreuen?
Mit hoher Achtung und Respekt vor Eurem Werke,
Una aus dem Hause Llastobhar
P.S.: Zudem wünsche ich Euch natürlich viel Glück bei der anstehenden Prüfung zum Candidatus!
Verfasst: Mittwoch 8. November 2006, 17:27
von Meredorn Volospa
Meredorn war gerade dabei das Tor seines hauses entriegeln als er zu seinem Briefkasten blickte. Nur sehr selten traf Post ein und so würde es sich wohl nicht lohnen heute erneut hinein zu schauen sagte er sich und griff trotzdem zu der Öffnung, schließlich war es ja kein Aufwand. Wie auch sonst, das metallene Kästchen war leer und er seufzte leise. So entriegelte er nun doch seine Tür und ließ seinen Blick in der Eingangshalle seines Geschäftshaueses schweifen. Ein paar Schränke und Tische füllten inwzischen den leeren Raum, doch es war noch viel zu tun und nicht viel möglich bei seinen bescheidenen Möglichkeiten. Unwillkürlich sank sein Blick etwas und er erspähte den brief zu seinen Füßen. Etwas irritiert hob er ihn auf und mit einer gewissen aufkeimenden Vorfreude auf das recht rare Ereignis einer eintreffenden nachricht begab sich hinauf in sein Arbeitszimmer.
Er legte den Brief auf sein Pult und entflammte die beiden Kerzen an der oberen Seite des hölzernen Tisches. Seine Augen überflogen mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen die Zeilen Unas und bald drauf machte er sich daran, ein Antwortschreiben zu verfassen.
So zog er sorgsam aus der unteren Schublade ein Stück Pergament hervor, tauche seine Feder in das bereits recht leere Tintenfass und begann zu schreiben. Ab und an neigte er beim erneuten Auffrischen der Federspitze seinen Blick gen des Tintenfasses um nicht in das Leere zu fassen. Wider anfänglichen Erwartens reichte die Tinte für die Zeilen aus, welche er kurz daraufhin in dem sorgsam verschlossenen Pergament in den nachbarschaftlichen Briefkasten der Priora brachte.
Meinen gruß und der Segen Phanodains mit euch Priora Llastobhar,
verzeiht die fehlende Eindeitigkeit meiner Nachricht. Ich war wohl zu sehr in den Aufgaben befangen um diese noch genauer erläutern zu können.
Meinen Ausmessungen bezogen sich auf das untere Kellergewölbe des Konventgebäudes in welches mich der Verwalter des Konventes führte und ich erachte jenen Raum für äußerst angemessen. So befindet sich das Labor in direkter Nähe zu den Unterrichtsräumen, ist jedoch isoliert genug um bei eventuellen Missgeschicken keinen größeren Schaden zu verursachen.
Ich habe euch wie gesagt alle benötigten Gegenstände notiert, welche wir für die Einrichtung eines geeigneten Labores benötigen. Ich würde mir wünschen, dass ihr die Bestellung jener Möbel bei einem fähigen Schreiner übernehmt und anhand der Skizzen oder bei Verbesserung auch eurem eigenen Gutdünken die Einrichtung leitet. Mir ist es leider nicht möglich dies zu übernehmen da ich weder über die Kontakte zu einem solchen Handwerker noch die nötigen finanziellen Mittel verfüge um die zu bewerkstelligen.
Des Weiteren habe ich euch eine Liste mit den benötigten Instrumentalien angefügt und sie anhand meiner Notizen zu den geplanten Einrichtungsgegenständen mit der Einrichtung meines Labores sowie einem allgemeinen Werk zur Kunst der Alchemie abgeglichen. Dabei habe ich mir erlaubt einige Freiräume zu lassen, um noch weitere Instrumente hinzu zu fügen. Falls euch etwas einfallen sollte, was ich vergessen habe, können wir dies somit ohne größere Probleme einfügen.
Ein etwas kleinerer Zettel, mit einem Kohlestift beschriftet, ist unterhalb des eigentlichen Pergamentes zu finden. Die Liste ist wesentlich schwerer zu lesen als das eigentliche Schriftstück. Die Letter ist etwas krakelig und teilweise ist der ein oder andere Schriftzug bereits durch Wischen oder Durchstreichen negiert worden. Es sollte jedoch trotz allem gut möglich sein, die Liste der einzelnen Instrumentalien zu lesen. Aufgelistet sind dabei verschiedene Arten von Flaschen, Phiolen und diversen weiteren Hilfsmitteln aus Glas mit der jeweilig empfohlenen Anzahl. Auch werden, ebenso mit einer entsprechenden Mindestanzahl, Werkzeuge wie Mörser, Kohlebecken, Waagen, Sanduhren oder kleinere und größere Konstruktionen zur Erhitzung von Reagenzien mit Hilfe darunter positionierter Kerzen genannt.
Aufgrund meiner eigenen Tätigkeit als Alchemist konnte ich mir schon einen Überblick verschaffen, welche Kräuter und anderartige Reagenzien wir benötigen werden. Ich werde mich, bevor ich auch dafür eine Liste verfasse, jedoch noch weiter informieren bevor wir eine größere Bestellung anstreben. Vorerst kann man sich natürlich auch als Übergang mit den Vorräten meines Lagers arrangieren.
Ich möchte abscgließend noch erwähnen, dass alle Listen, Skizzen und Anordnungen von meiner Seite selbstverständlich nur Vorschläge, resultierend aus meiner Beschäftigung mit dem Thema, sind. So ihr - oder ein anderes Mitglied des Konventes - Punkte zur Verbesserung seht, sollen diese gern übernommen werden.
Mögen unsere Anstrengungen bald süße Früchte tragen,

Candidatus der Elementarmagie am Konvent des Phönix zu Varuna
Verfasst: Sonntag 26. November 2006, 23:39
von Una Llastobhar
Sie hatte nicht einmal gewusst, dass sie so laut und schief zu pfeifen vermochte aber in just diesem Moment kam ihr diese Erkenntnis nur mehr als gelegen, denn von dieser Kunst konnte man gar wunderbar Gebrauch machen. So drang das schrille Pfeifkonzert der guten Laune durch die gesamte Villa de Jagotin und ließ sicherlich auch den noch etwas schläfrigen Hausherren bald aus des Federn kriechen.
"Na, was ist? Ich dachte du _bist_ Wind? Dann aber mal flott... es gibt viel zu tun! Hast du gesehen wie hoch sich unsere Post stapelt?!"
Ein eher leidendes Seufzen und ein genuscheltes Brummeln war die morgendliche Antwort des sonst so redseeligen Luftmagiers und während jener noch alles andere als koordiniert nach seinem Morgenrock tastete, war die penetrante Pfeifmadame ins Arbeitszimmer getänzelt um dort mit vollem Elan Briefe, Depeschen und Pergamentrollen zu sortieren.
Es dauerte nicht lange, da hatte sich das Geschrille etwas beruhigt - ganz zugunsten der armen Ohren des Windlings - und machte dafür dem stetigen, monotonen Kratzen des Federkiels in der häuslichen Geräuschkulisse Platz. Der allererste Brief ging mit einer eher raschen, doch diesmal für Unas Verhältnisse sorgfältigen, Notiz an den "Nachbarn" Meredorn...
Ein weiteres Mal wünsche ich Euch, dass Phanodain Euren Pfad mit Wissen anreichert, aufdass Ihr noch lange schöpfen und Euch daran bereichern könnt,
werter Candidatus und Nachbar Meredorn Volospa!
Da ich dem Schriftweg, beziehungsweise diversen, unübersichtlichen Anschlägen am Marktplatz nicht mehr recht traue, werde ich persönlich einige Schreiner aufsuchen und mir bei der Gelegenheit auch die Ware prüfend ansehen.
Was Kräuter und sonstige alchemistische Reagenzien betrifft will ich ebenso zusehen, dass ein gewisser Grundstock in Bälde angelegt ist. Ich hoffe Ihr habt die letzten Errungenschaften bekommen? Ich habe sie in Euren Briefkasten in einem etwas fleddrigen Lederbeutel hinterlegt.
Auch werde ich es mir nicht nehmen lassen selbst noch einmal die Räumlichkeiten unterhalb des Konvents in Augenschein zu nehmen, jedoch kann ich ja getrost jegliche Mess-Maßnahmen, dank Euren genauen Vermessungszahlen, außer Acht lassen.
Schon jetzt möchte ich mich für Euer Engagement sehr bedanken! Dies ist nicht selbstverständlich und es tut gut eine derartige Hilfe im Rücken zu wissen. Habt also aufrecht Dank!
aus dem Hause Llastobhar
Kurze Zeit später dröhnte diesmal das freche Schnattern des Flügelaffen an das gepeinigte Lauschorgan des jungen Magister und entlockte nur ein weiteres, resignierendes aber nicht unzufriedenes Seufzen.
Man lebte und liebte eben mit all den bizarren Eigenarten und Sperenzchen... und war glücklich.