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Der Tot einer Freundin, der Tot einer Schwester: Fiona

Verfasst: Montag 18. September 2006, 19:22
von Malachai Schwarzmourne
Malachai stand am Wegesrand nahe der Kreuzung, wo Abseits jener durch den Wald die Burg liegt.
Er wirkt ungeduldig, auf den Rücken seines Pferdes nach vorne lehnend, tippelt er mit den Fingern an die Seite seines Pferdes. Es war schon dunkel geworden, sein Gesicht tief in der Kaputze verdeckt, sein Mund durch die Maske verdeckt, wirkte er wie der Schwarze Mann, der früher als Kinderschreck von den Eltern erzählt wurde.
Doch er war kein Kinderschreck. Er war der Schatten der Burg, der ungeduldig auf etwas oder jemanden wartete.
Sie war immer noch nicht da, sie hat sich noch nie verspätet. Dabei wollten Sie gemeinsam zur Burg gehen, die neuen Rekruten beobachten und mit Khazkal reden. Doch sie kam und kam einfach nicht.
Es musste etwas passiert sein, sie würde ihn nicht solange warten lassen. Ach verdammt, er hätte nicht voraus reiten sollen, nur weil er noch etwas erledigen wollte.
Er beugte sich auf und gab dem Pferd die Sporren. In Windeseile lief es los, doch das war für Malachai noch zu langsam.
Er hoffte, er würde sie gleich durch den Nebel entgegenkommen sehen, doch nichts passierte und bei jedem Meter, den er näher zu dem Hofe kam, umso größer wurde seine Sorge.
Zuviele Feinde gab es, die ihm oder Inara etwas antun würden, es war leichtsinnig, sie alleine zu lassen.
Vorwürfe rangen sich in seinem Kopf und die schrecklichsten Gedanken malten sich ihm vor. Er schüttelte einmal den Kopf. An soetwas darf er nicht denken. Es geht ihr gut, wahrscheinlich ist sie bloß noch in ihre Arbeit vertieft.
Er erreicht den Hof, ein Kerzenschimmern ragt aus dem Küchenfenster und ein Schatten bewegt sich.
Es ist zumindest jemand da. Er stoppte sein Pferd und ging leise durchs Tor. Er zog sein Schwert, ein leises metallisches Poltern durch seine Eisenstiefel drangen auf den Stufen der Treppe zum Eingang. Mit einem knirschen öffnete er die Tür und ging durch den Vorratsraum zur Küche.
Er lauschte erst, doch hörte er nichts. Egal wer drin war, lieber einmal Inara erschrecken, als hinterrücks angegriffen zu werden.
Er ging einen Schritt zurück, das Schwert im Anschlag, machte er einen Satz nach vorne und trat die Tür ein. Es war mittlerweile das zweite mal, das er dazu gezwungen war, und er hoffte innigst, das es übermütig von ihm gewesen ist. Eine Gestallt offenbarte sich ihm, es war nicht Inara. Nein.
Sie hatte langes, goldenes Haar, sie war etwas schmaler und ihr Kleid wedelte durch den Windzug, der durch die aufgebrochene Tür kam.
Fiona stand da, sie schien zu schwitzen und hielt ein blutiges Messer in der Hand.
In der Ecke kauerte Inara. Ihr blick wirkte ängstlich, während der von Fiona schon wahnsinnig aussah. Inara hielt sich den Arm fest. Ihr Hemd schien am Ärmel einen riss zu haben und durch ihre Finger schien Blut zu quollen.
Malachai schien entsetzt über das Bild, was war hier bloss los.
Er liess sein Schwert senken, er hatte mit allem gerechnet. Mit den Amarths, mit Banditen, Dieben oder Feinden der Burg, aber nicht mit Fiona.
Er fasste sich an die Kaputze und schob sie langsam zurück, sodass seine Augen zum Vorschein kamen.
Fiona lächelte. Sie schien sich zu freuen und stürmte auf ihn zu und umarmte ihn.
Vielleicht, so kam es Malachai in den Kopf, wurde Inara wirklich von jemanden angegriffen und Fiona kam und half ihr. Doch er sah keinen Fluchtweg oder irgendeine Leiche. Auch sah er nichts, was auf einen Kampf deuten liess. Die Fenster waren zu und das Glas ungebrochen.
Nein, gestand er sich ein, er hätte es von aussen bemerkt.
Das Schwert war weiterhin gesunken, während Fiona ihn umarmt hielt.
Zuviele Gedanken kreisten in seinem Kopf, ehe sein Blick auf die verwundete Inara fiel. Er riss sich aus den Gedanken, drückte Fiona zur Seite und schob sie weg, ehe er dann zu Inara ging und sich niederkniete, um ihre Wunde zu sehen.
Fiona stand wie angewurzelt da, ihr Blick schien die Freude verloren zu haben, ehe sie leise bibbernd sprach.
"Ich wollte Inara erklären, dass du und Ich, dass wir uns lieben. Sie wollte nicht hören. Sie glaubt es nicht. Doch nun mein Liebster Malachai, bist du hier, um ihr die Wahrheit zu sagen."
Malachai schloss die Augen für eine Sekunde. Es konnte nicht wahr sein. Sie konnte es nicht wirklich glauben...oder doch?
Er drehte sich langsam um und stand auf.
Er schaute ihr tief in die Augen. Alleine sein Blick würde Fiona zuviel von dem Verraten, was er gerade empfand.
Seine Hand umklammerte wieder fest den Griff seines Schwertes, während seine andere Hand langsam seine Maske hinab schob.
"Fiona. Hör dich reden. Wie oft hatten wir dies Thema? Wie oft sprachen wir darüber. Das kannst du nicht ernst meinen. Das kannst du nicht wirklich glauben?"
Fiona starrte ihn voller entsetzen an.
"Aber...aber Malachai..."
"Nichts aber Fiona. Dieses eine Male bist du zu weit gegangen. Ich empfinde für dich, ja, aber nur wie für eine Schwester und eine Freundin. Nicht mehr und nicht weniger und das war immer so. Mein Herz und meine ganze Liebe gehört alleine Inara, auch das habe ich dir oft gesagt und ich dachte, du würdest es verstehen."
"Du....du hast aber zu mir...."
"Nichts habe ich. Ich war immer ehrlich zu dir. Ich habe dir von Anfang an gesagt, wie meine Gefühle zu dir stehen und ich habe dich nie belogen."

Fiona starrte weiterhin entsetzt zu Malachai, während eine Träne langsam ihre Wange entlang rollt. Ihr Handgriff schien sich für eine Sekunde vom Messer zu lockern. Sie starrte nun auf den Boden, murmelte etwas mit einem schluchzen.
"Du Liebst mich und ich dich Malachai...warum tust du mir weh. Warum lügst du mich an. Sag Inara die Wahrheit. Sag ihr, dass du ein Leben mit mir verbringen willst. Sag ihr, dass wir Zusammen gehören."
Malachai schloss die Augen und schüttelte langsam den Kopf.
"Fiona...du bist meine Freundin. Doch akzeptier bitte die Wahrheit. Leg das Messer bei Seite und geh. Lass uns in Ruhe und sammel erst einmal deine Gedanken. Wir werden nicht diese Art von Zukunft haben, die du dir wünscht. Ich Liebe Inara und das werde ich für immer."
Fiona schaute auf, sie lächelte kurz, ehe sich ihr Handgriff wieder festigt und Wut zum Vorschein kommt.
"Du liebst Sie. Sie ist das Hindernis, das uns nicht Zusammen bringt. Sie ist das Übel, das unsere Liebe befällt. SIE MUSS STERBEN, DAMIT WIR GEMEINSAM LEBEN KÖNNEN!"
"FIONA NEIIIIN TU...."

Ehe Malachai weiter reden konnte, stürmte Fiona auf Inara zu, das Messer im Anschlag, würde Sie Inara nun umbringen.
Es hätte nicht soweit kommen dürfen, doch es reichte ein Schwertstreich und Fiona sank auf die Knie. Blut rinnt aus der Stelle hinaus, wo das Schwert von Malachai ihren Bauch durchrammt hat. Sie schaut hoch, in die Augen von jenem, den sie liebte. Sie lächelt leicht, während Malachai zu ihr hinab sieht.
Er musste Sie töten, es gab keinen anderen Weg. Entweder Sie oder die Frau,die er liebte. Es gab keine Zeit zum Nachdenken, keinen anderen Auswegpunkt. Er hob sein Schwert und stach zu und nun lag sie da, auf den Knien, während die Spitze seines Schwertes ein paar Zentimeter aus ihrem Rücken ragten.
"Ma....la....chai....ich...ich...es ist.....kalt....vorbei...endlich....vorbei...."
Malachai zog das Schwert mit einem Ruck hinaus, sie sank rückwärts auf den Boden, ihre Augen waren glasig und schauten ihn an.
Er kniete sich zu ihr hinab, sein Gesicht wirkte kalt, doch innerlich war er traurig und empfand viel Mitleid. Er musste die Person töten, die als erstes sein Freund wurde. Die Person nieder strecken, die ihm in der Zeit der Not half. Er musste vieles erleben und viele Menschen töten. Doch nie zuvor stellte man ihn vor solch einer Wahl. Niemals vorher musste er töten, obwohl er es nicht wollte.
Immer fand er eine Lösung, um alles wieder ins Gute zu bringen, bloss heute nicht. Keine schlauen Pläne, keine guten Ideen....nur sein Schwert richtete diese Situation.
Seine Hand streifte ihr leicht über den Kopf, es schien, als würde sich eine Träne in seinem Auge bilden. Er beugte sich nach vorne, hörte das langsame Atmen von Fiona und sprach in ruhigem Tone.
"Es ist vorbei...Fiona...es ist vorbei. Kein Leid soll dir nun wiederfahren mehr, niemand soll dir je wieder etwas antun. Schlafe nun, meine Schwester, schlafe. Dein Bruder wacht über deinen Körper. Er wird wachen, bis du den Weg zum Licht gegangen bist. Bis du dein Glück gefunden hast im Paradies."
Das Atmen hörte auf. Malachai gab ihr einen Kuss auf die Stirn und schloss ihr die Augen.
Er nahm ihren Leichnahm, erhob sich damit und schaute kurz zu Inara. Seine Augen wirkten nun trauriger, doch innerlich war er froh, dass Inara noch lebte. Er war in einem Zwiespalt zwischen Glück und Trauer. Er schaute ihr tief in die Augen, ehe er leise sprach.
"Ich werde Sie begraben meine Liebste. Es....es tut mir Leid, was du erleben musstest."
Dann ging er über die Holzsplitter der zerbrochenen Tür nach draussen, durch die Dunkelheit, er setzte seine Maske hoch und die Kaputze auf und in den Armen hielt er den toten Körper von Fiona.

Verfasst: Dienstag 26. September 2006, 19:25
von Malachai Schwarzmourne
Es war nun tiefste Nacht und Malachair ritt durch den Wald, vor ihm tragend der tote Körper von Fiona. Ihr Blut durch die Wunde tropfte auf seine Kleidung, doch es gab wichtigeres für ihn zu bedenken.
Er hat gerade seine älteste Freundin töten müssen. Jene Frau, der er sich mit allem anvertrauen konnte. Jene Frau, die ihm bei seinem Anfang auf Gerimor mehr als eine Hilfe war.
Es ging nicht anders, redet er sich die ganze Zeit ein. Sie war verrückt geworden, sie wollte Inara töten.
Verrückt ja...doch es war seine Schuld.Er wusste, wie groß die Gefühle von Fiona ihm gegenüber waren, doch versuchte er immer, alles nur durch die Macht des Wortes regeln zu können.
Er war ja sowas von Naiv.
Und nun ist sie tot. Warum nur, fragt er sich, warum nur müssen alle wegen ihm sterben und die Angst, Inara könnte etwas passieren, wuchs in ihm.
Warum nur trachtet man immer nach dem Leben jener, die Malachai liebte. Warum will man, statt ihm Leid zuzufügen, immer jemand anderes nehmen, der dem Schatten mehr als nahe steht.
Die Menschheit sucht sich das Opfer aus, das beim Feind den größen Schaden anrichten würde und das erreicht man meist durch einen direkten Stoß ins Herzen.
Der kalte Wind peitscht ihm ums Gesicht. Die Kaputze und die Maske verhüllen ihn zwar, doch geben sie kaum Schutz vor der erbarmungslosen Kälte. Sein Umhang tänzelt wie ein kleiner Geist durch die Nacht, vom Winde getragen.
Fiona musste nun beerdigt werden. Eine Beerdigung, wie sie es verdient hätte. Niemand dürfte auf ihrem Grabe herumtanzen. Niemand dürfte es mit Verachtung anschauen.
Er war gleich da, vor ihm bot sich schon der Schatten eines größeren Gebildes und je näher er kam., desto genauer waren die Umrisse des großen Blockhauses zu erkennen.
Er stieg ab, nahm den toten Körper vorsichtig in seine Arme und öffnete die Tür mit einem Tritt.
Er schaute sich genau in Fionas Haus um, es war noch nicht lange her, wo er hier im Streit von ihr ging. Wo sie von der Liebe sprach, die Sie für ihn empfand. Wäre er doch nicht einfach gegangen. Doch nun war es zu spät.
Er ging in ihr Schlafgemach, das Bett war unbenutzt und gemacht. Die weißen Decken wie Lacken glänzten vom Mondlicht, dass durch das Fenster schien.
Er legte ihren Körper vorsichtig darauf, nahm ein seidendes Tuch, was er auf einem Stuhl fand und bedeckte damit Fiona´s Körper.
Dann ging er in den Vorraum, er brauchte nicht lange suchen, als er einige Fackeln erblickte.
Er nahm eine, betrat das Schlafzimmer und kniete sich neben das Bett, ehe er leise sprach.
"Fiona, es tut mir Leid. Ich schwor, dich stetig zu schützen und nun musstest du durch meine Hand und meiner Klinge den Tot erfahren. Ich habe versagt. Ich hätte auf dich eingehen sollen, dir zuhören und nicht im Streite von dir gehen. Es ist meine Schuld, dass du nun nicht mehr unter uns weilest, doch ich hatte keine andere Wahl. Du zwangest mich zu einer Entscheidung. Eine Entscheidung, die dir zeigen sollte, für wen mein Herz schlägt...ich hoffe...du weisst es nun.
Möge deine Seele ihren Frieden finden. Den Frieden, den du dir immer gewünscht hast und mögest du dort, wo du bist, jemanden finden, der dich so lieben kann, wie du es verdient hast.
Leb wohl Fiona...meine Freundin....leb Wohl...meine Schwester.
Leb wohl Fiona Schwarzmourne."

Dann stand er auf, nahm eine Fackel und entzündete sie. Ein letzter Blick auf das Totenbett, dann schmiss er die Fackel auf jenes, welches sich sofort entzündete.
Er ging langsam hinaus, eine Träne schien sich aus seinem Auge zu drücken, während die Flammen um sich schlagen und nun das Haus in sich zerreist.
Als Malachai den Ort verlässt, erkennt er nur noch aus der Ferne das Licht, was das brennende Haus von sich gibt und den Rauch, welcher den Mond verdeckt.

Verfasst: Freitag 29. September 2006, 20:09
von Inara Schwarzmourne
Verstört und zitternd saß sie noch immer in der Küchenecke und starrte auf das Loch in der Wand, wo vorher die Türe war.
War das alles gerade wirklich passiert, oder träumte sie nur? Der stechende Schmerz an ihrem linken Oberarm sagte ihr allerdings sehr deutlich, dass es nur allzu wahr war.

Noch vor nicht mal einer halben Stunde war alles in Ordnung gewesen und nun? Sie wollte nur noch schnell den Käse fertig ansetzen und Malachai wollte schon mal vorreiten, da er wie immer noch etwas zu tun hatte. Danach wollten sie sich an der Kreuzung treffen und gemeinsam zur Burg reiten. Doch kurz nachdem er weg geritten war, läutete es am Törchen und sie ging hinaus um zu sagen, dass sie gleich weg müsse. Doch es war kein Kunde, der dort läutete, sondern eine Frau, die sie bereits einmal sah, eine Bekannte von Malachai, Fiona. Sie hatte sie damals auf dem Schiff das erste Mal gesehen, als Malachai mit seiner toten Freundin im Arm kaum mehr Herr seiner Sinne war.
Sie wollte kurz mit ihr über Malachai reden und da Malachais Freunde auch ihre waren, bat sie sie zu sich in die Küche, damit sie den Käse fertig ansetzen konnte.
Inara füllte gerade das letzte Fass mit Ziegenmilch, als Fiona plötzlich zu ihr meinte „Weißt du, Malachai und ich, wir gehören zusammen. Schon immer. Er liebt dich gar nicht, er liebt nur mich!“ Etwas in Fionas Stimme lies sie erschaudern und sie fuhr erschrocken herum.
„Was…was sagst du da?“ Sie blickte Fiona ungläubig an und ihre Augen weiteten sich noch mehr, als sie sah, dass diese das Fleischermesser, welches noch am Tisch lag, in ihrer Hand hielt. Fionas Stimme klang, als hätte sie der Wahnsinn gepackt und in ihren Augen konnte Inara sehen, dass dies wohl wirklich der Fall war. Ruhig und leise versuchte sie auf Fiona einzureden „Fiona, bitte, leg das Messer weg! Wir können doch über alles reden!“ Doch sie kam immer mehr auf sie zu und sprach wieder mit einem eisigen Unterton „Aber immer redet er nur über dich, dich, dich! Deswegen werd ich jetzt dafür sorgen, dass das aufhört!“ Ihre Stimme und der Ausdruck ihrer Augen lies keinen Zweifel, was sie mit dem Messer vorhatte. Inara wich immer mehr vor Fiona zurück und just, als diese einen Ausfallschritt nach vorn machte, fiel sie über die Kiste, die an der Wand stand und fiel hin. Keinen Moment zu früh, denn so verfehlte das Fleischermesser ihre Brust und streifte sie nur am Arm. Zitternd sass sie am Boden und hielt sich den blutenden Arm und rechnete damit, dass Fiona sie nun wohl töten würde und sie konnte sich nicht einmal wehren.

Doch da trat Malachai die Türe ein und Fiona war auf einmal wie ausgewechselt. Malachai schien sich einen Moment verwirrt umzusehen, dann umarmte Fiona ihn stürmisch und für einen Moment fragte sie sich, ob Fiona wohl doch Recht hätte? Schnell verwarf sie den Gedanken aber wieder und auch Malachai drückte Fiona unwirsch zur Seite. Er bückte sich zu ihr hinunter und sah ihre Wunde an, doch Inara bekam das nur wie durch einen Schleier mit. Sie konnte nicht glauben, was Fiona eben getan hatte und sie empfand aber doch Mitleid für sie. Es musste furchtbar für sie gewesen sein, wenn sie ihn liebte. Erst seine Freundin auf dem Festland, dann sein grauenvoller Zustand bei seiner Rückkehr und dann auch noch sie. Tatenlos musste sie mit ansehen, wie ihr Geliebter stetig andere Frauen wählte, obwohl sie ihn doch liebte. Was muss sie gelitten haben?
Ein röcheln riss sie aus ihren Gedanken und fassungslos starrte sie Fiona an, welche mit gezücktem Messer nur knapp vor ihr stand, dann auf die Knie vor sich sank. Aus ihrem Bauch quoll Blut und dahinter stand Malachai mit blutiger Schwertklinge.

Ein Alptraum, ja, es MUSSTE ein Alptraum sein. Gleich würde sie sicher schweissgebadet aufwachen und alles wäre wie immer.
Doch sie wachte nicht auf. Sie sah, wie Malachai mit Fiona redete, wie er sie aufhob und mit ihr davon ging auf den Armen, aber begreifen konnte sie es nicht. Seine Worte hörte sie kaum.
Und dann dieses Bild, dieses furchtbare Bild! Es war ihr so bekannt. Schon einmal musste sie ihn sehen, so unendlich traurig, auf dem Arm eine tote Frau. Und nun schon wieder?

Malachai, geliebter Malachai. Wie musst auch du leiden? Erst wurde dir Stephanie genommen, nun Fiona....

Unheilsvoll wisperte eine Stimme in ihrem Kopf „Was, wenn du die nächste bist?“
Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken.