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Träume
Verfasst: Samstag 16. September 2006, 02:47
von Tajara Nair
Milos Gesicht ist verzerrt, gleicht dem eines Monsters. Schmerz spiegelt sich in seinen hilflosen Augen, während alles drumherum im Chaos versinkt.
Dann steht sie auf einer kalten Ebene, das Gras ist braun, der Himmel grau - der Regen prasselt auf sie herab - schwer, dick und laut klatschen die Tropfen auf ihr Gesicht, sie fühlt Schmerz.
Dann verwandelt sich der Regen in Blut. Augenblicklich wird es still um sie herum, nur die Tropfen spürt sie... warm und klebrig fühlen sie sich an - und die Ebene wird dunkelrot.
Plötzlich ein Heulen - es ist das Heulen eines Wolfs. Eine Wolfsfratze schält sich aus den Wolken und will nach ihr Packen...
Schweißgebadet erwachte Tajara aus ihrem Traum.
Heißer Schweiß, Blutstropfen gleich tropft von ihrer Stirn. Sie blickt gen Himmel, in Erwartung, Sterne zu sehen. So oft war sie unter Sternenhimmel aufgewacht, hatte es nicht gerade geregnet... Doch da waren keine.
Die Luft pochte in ihrem Kopf als sie sich keuchend aufsetzte - verschwommen nahm sie die Umrisse wahr. Ihre Hand tastete sich entlang... Etwas Weiches... Ein Fell! Das Lager der Gefährtinnen - jetzt wusste sie wo sie war.
Sie verharrte eine Weile. Jede acht dieser grässliche Traum - er kehrte jede Nacht, immer und immer wieder, in genau derselben Reihenfolge - in genau derselben Szenerie - im genau demselben Ablauf. Jede verdammte Nacht. Tag für Tag hatte sie Angst vorm Einschlafen - und jeden Tag zurecht.
Am Anfang nach Milos Tod kamen die Träume nur ab und zu, vielleicht einmal im Monat, dann zweimal, dann ede Woche, alle paar Tage - jede verdammte Nacht. Sie waren nicht abzuschütteln, die Dämonen die sie verfolgten, das Verbrechen, das sie begangen hatte. Nein - sie wurde ihre Schatten nicht los.
Sie tastete sich barfuß nach draußen. Das Gras war kalt und feucht - die Luft frisch und klar - es war eine Befreiung.
Ihr langes blaues Haar hing in nassen Strähnen herab und klebten an ihrem Gesicht - doch sie scherte sich nicht darum.
Viel zu oft schon war sie unter Sternen aufgewacht - es war ungewöhnlich für sie, nach einem Jahr ein Dach über dem Kopf zu haben - im besten Falle war es immer eine Höhlendecke gewesen - einmal hingen sogar Stalaktiten von der Decke herab - mit der Fackel in der Hand ein beinahe schöner Anblick.
Im Grunde war sie froh, endlich wieder ein Zuhause zu haben, doch wusste sie, oder ahnte sie, nur zu gut, dass dies nur für kurze Zeit so bleiben würde. Sie war unnütz, das wusste sie nur allzu gut.
Die Stimmen am Lagerfeuer nahm sie nicht wahr als sie leise, um niemanden zu stören und nicht bemerkt zu werden entlangtapste - weitab vom Feuer.
Sie blickte zum sternenklaren Himmel, nur ab und zu war die Ahnung einer Wolke zu erkennen, die einen Stern verdeckte - es könnte ederzeit wieder regnen.
Sie ließ sich leise am Gras nieder und betrachtete die Sterne. Es gab keinen besonderen Grund, weshalb sie das tat - die Worte ihrer Mutter hallten in ihrem Kopf wider.
Sterne können dir helfen, böse Gedanken abzuschütteln.
Eine Lüge - die dunklen Gedanken waren immer noch da. Sie gingen nicht fort - ebenso wie diese schrecklichen Träume.
Verfasst: Samstag 16. September 2006, 03:14
von Xinthra
Ungern liess sie Tajara in den Schlafsaal einkehren.. hatte diese ihr doch eben noch erzält, dass diese Träume in letzter Zeit häufiger wiederkehrten. Xinthra vermutete, dass das diese Nacht wieder passieren würde. Noch eine Weile saß sie am Feuer und dachte über die Geschichte nach, die Tajara erzählt hatte.. von dem jungen Ritter, der durch die Liebe verdorben wurde und hinterher starb.. Wie wahr, Liebe ist das schönste und zugleich das schlimmste der Welt. Nichts anderes bringt Freude und Schmerz zugleich. Beide hatten sich eine Weile unterhalten, was aber in den Träumen passierte, wollte Tajara nicht erzählen. Vielleicht war das aber auch nicht nötig. Xinthra konnte es sich vorstellen.
Sie musste den Tod ihres Verlobten sehen, immer und immer wieder. Jede Nacht dieselbe hilflose Szene, zuschauen wie er erstochen wird, zuschauen wie er leblos zu Boden sackt.. Xinthra kannte solche Träume. Sie hatte diese selbst ab und an, früher häufig, jetzt seltener. Die brennende Schmiede mit ihren schreienden Eltern darin, die junge Xinthra weinend, schreiend und hilflos davor. Vielleicht könnte sie Tajara ein wenig helfen, indem sie an ihrem Schlafplatz wachte und sie sofort bei ihr war, sobald diese aus ihren Träumen aufwachte. Sie erhob sich und hockte sich an die Wand neben den Fellen im Schlafsaal.
Verfasst: Samstag 16. September 2006, 13:12
von Tajara Nair
Sie sieht das Bild ihres sterbenden Verlobten immer und immer wieder - das zahnlose Lächeln des Banditen, sich an seinem Opfer ergötzend, seine Befriedigung, derjenige gewesen zu sein, der denjenigen umbrachte, der drei seiner Kumpanen umgebracht hat.
Die anderen sind geflohen, doch er bohrt seine rostige zerbrochene Schwertspitze in den Leib Milos - sie muss es mit ansehen - kann nicht fliehen, sie darf nicht entdeckt werden, denn es ist Taara, die sie wollen - und Milo stirbt für sie.
Immer und immer wieder...
Ihre kalte Wut - sie greift sich ein an der Wand hängendes Messer und stürmt in kalter Wut nach vorn . in einem Anflug scheinbar ungeahnter Kräfte macht sie einen Hieb - Blut spritzt auf ihr Gesicht - dann noch einer... noch einer... - mit einem dumpfen Knall fällt ein Kopf zu boden - der Kopf von Milos Peiniger.
Der leblose körper kippt nach hionten - vor ihr liegt der blutüberströmte Körper Milos - er gurgelt noch Tajaras Namen heraus - dann ist auch er tot.
Sie schreit - sie wurde Zeuge eines Mordes, und wurde selbst zur Mörderin - sie greift sich eine Kanne öl und eine Kerze - in einem Anflug von geistiger Ohnmacht steckt sie die kleine blockhütte in Brand. Feuer - heißes Feuer... Tot... Sie rennt weg...
Taara warf sich in ihrem Fell herum - wieder einmal hatte sie einen unruhigen Schlaf.
Sie schoss förmlich hoch - erneut war sie schweißgebadet - sie hat wohl kurz aufgeschrien.
Da sah sie die gestalt neben sich - noch nicht ganz Wach ballte sie die Fäuste und holte zum Schlag aus...
Im letzten Moment begriff sie, wer diese Gestalt war. Müde senkte sie ihre Hand, ehe sie zuschlagen konnte und warf sich zurück
Sie keuchte noch eine ganze Weile - und noch länger lag sie einfach nur da - starrte zur Decke.
Erst als draußen der erste Streifen Licht im Osten zu sehen war,, gerade mal erahnbar und der Nebel in schweren Fetzen dem Boden entlangkroch fiel sie erneut in einen unruhigen Schlummer.
Verfasst: Dienstag 19. September 2006, 12:56
von Tajara Nair
Das was sie hier erlebte konnte man bloß als Harmonie bezeichnen - jeder war für den Anderen da - a vielleicht konnte man beinahe sagen, es war das, was sie ihr ganzes Leben gesucht hatte.
Sie war gerne hier, bei ihrer Schwester, Zera, Xinthra, Marye - sie waren alle gut zu Taara - es mag ihr unangenem sein, vielmehr kam sie sich sogar fehl am Platze vor, da sie bislang keien wirklich große Hilfe war. Sie fürchtete vielmehr eines Tages wieder gehen zu müssen. Kyra hatte einen festen Platz - sie konnte ja auch kochen.
Und dann waren noch die Träume - sie verschwanden nicht, doch tagsüber konnte sie ihre Träume vorerst vergessen. Erst Nachts kamen die Schatten wieder, schleichend, grausam. Noch schlimmer jedoch war das Gefühl, dass außerhalb der Pallisaden immer wieder irgendwer oder irgendwas herumschlich - das Gefühl konnte sie nicht los werden.
Zum ersten Mal seit Milos Tod hing ihre Zukunft an einem Faden, die quälende Frage, wie es denn nun weitergehen würde, würde sie ihren Platz in dieser Gemeinschaft noch finden können? Und wenn nicht... wie würde es dann weiter gehen?
Sie betrachtete am Handgelenk ihre alten Schnittwunden - beinahe wäre es ihr schon einmal gelungen... wahrscheinlich würde es ihr wieder gelingen.
Andererseits - Nach Milos Tod ging es auch irgendwie weiter - aber sie wolle nicht wieder durch das Land ziehen, all die Jahre lang - als Dirne oder Bettlerin bezichtigt werden - sie war mehr als eine einfache Bettlerin - sie wollte nie Almosen annehmen - sie wollte einfach ihren Frieden finden.
All diese Gedanken geisterten in ihr, als sie vergeblich versuchte einzuschlafen, und erst als beinahe die Sonne aufgegangen war verfiel sie in einen Schlummer - unruhig - unangenehm.
Verfasst: Dienstag 19. September 2006, 13:36
von Xinthra
Armes Mädel, dachte Xinthra jedes mal, wenn sie sah wie müde Tajara aus em Schlafraum kam, oft gar verschwitzt. Abends, wenn sie ihre Geschichten erzählte, lauschten ihr alle gebannt, aber bislang war noch keine schöne Geschichte dabei. Die meisten handelten irgendwie immer vom Tod, oft hatte Alatar eine Rolle dabei, die die Geschichte ins Traurige zog. Diese seltsame Mischung von Freude und Trauer, Liebe und Tod, sie lag in jeder der Geschichten, die sie bislang erzählt hatte. Da war der Junge, der Ritter wurde und sich verliebte, verflucht wurde und den Tod fand. Der Mann, der nicht schlafen wollte, sich von Alatar vom Schlaf befreien ließ und so verbitterte dass er verjagt wurde, von Eluive das Träumen geschenkt bekam, was Alatar mit seiner Finsternis durchzog..
Faszinierende Geschichten, denen Xinthra gerne Gehör schenkte. Sie schlossen den Abend perfekt ab, nach einer anstrengenden Jagd mit vielen Schwestern, oder Holzhackens, nach einem deftigen Mahl von Kyra, das ein oder andere Met im Magen waren solche Geschichten etwas, das das Leben im Lager noch gemütlicher machte. Sie ließ sich nicht beirren von Tajaras seltsamen Dialekt, der bisweilen sehr seltsam klang.
Ihre eigenen Träume die sie eine zeitlang hatte, konnte Xinthra immer mehr verdrängen. Immerhin war dieses Geschehnis auch schon ein paar Jahre länger her.
In Taja sah sie eine taffe Frau, die nicht lange fackelt zuzuschlagen, wenn man ihr dumm kam. Doch harte Schale, weicher Kern, dieses Sprichwort traf auch auf sie zu.
Ihre Angst, sie könne nicht von Nutzen sein, war in Xinhras Augen völlig unbegründet. Auch wenn sie recht ungeschickt mit dem Bogen war, nicht besonders stark und flink war, jeder hat mal klein angefangen und wer sich solche Mühe gab wie Taja das tat, würde aus ihr schnell eine großartige Schützin werden und dann lachen über ihre Gedanken.
Verfasst: Dienstag 19. September 2006, 23:55
von Alassea
Sie hatte bemerkt wie müde Taja immer aussah wenn sie geschlafen hatte, gerne würde sie ihr helfen, aber irgendwie hatte sie ein distanziertes Verhältniss zu jener Frau. Ja eigendlich war sie innerlich völlig dagegen das Ronya sie aufnehmen wollte. Erst ne Irre und jetzt eine Trinkerin und weis Eluive was sie noch alles war. Sie wollte es dennoch versuchen in ihr ein wertvolles Mitglied zu sehen, denn eines hatte sie immer versucht zu tun, so zu sein wie Ronya. Die Geschichten bekam sie nie mit, zu sehr war sie damit beschäftigt ihren eigenen Erinnerungen nachzuhängen, die Sorge um die bevorstehende Geburt die zwar erst in 4 Monden war, aber sie spürte schon jetzt das es hart werden würde und dann war da natuerlich noch Marel. Ihn durfte sie nicht wegen einer Schwester vergessen und das tat sie auch nicht.
Einmal hatte sie Taja beiseite genommen und mit ihr geredet. Sie wusste um Milo, auch wenn sie Schwierigkeiten hatte die junge Frau zu verstehen in ihrem Dialekt. Aber das wollte sie sich nicht auch noch aufbürden, ihr eigener Verlobter war gerade erst 10 Tage tot, da wollte sie sich nicht noch mit dem Tot eines Mannes beschäftigen der über ein Jahr zurücklag. Mehr denn je befasste sie sich mit ihrer Alchemie, nach einiger Pause nahm sie auch wieder den Unterricht auf. Den musste sie auch jedesmal vorbereiten, schliesslich wollte sie nicht unvorbereitet ihrem Schüler Unterricht geben.
Dennoch bevor sie schlief dachte sie über jede Schwester einzeln nach, auch über Taja. Sie würde ihr die Chance geben, es lag aber an Taja diese Chance zu ergreifen und umzusetzen und nicht ihre.
Verfasst: Mittwoch 20. September 2006, 09:28
von Marye Larou
Marye wollte gerade schlafen gehen, als sie sah wie Tajara aus dem Haus kam. Ganz blass war sie und sah verstört aus. Xin und sie waren gleich bei ihr. Sie versuchten Tajara zu beruhigen und gingen dann in ihr Zelt. Tajara wachte nachts immer wieder auf wegen einem Traum und Xin meinte daß sie das auch lange Zeit gehabt hätte. Am besten hätte ihr geholfen über ihre Träume zu reden meinte sie noch.
Marye entschloß sich dazu den beiden ihren Traum zu erzählen. Auch sie hatte früher immer wieder den selben Traum gehabt aus dem sie ganz verstört aufwachte.
Es war ein wunderschöner Frühlingsmorgen, die Vögel sangen, die Sonne schien und Marye war schon früh im Wald. Sie sammelte Beeren und dachte an ihre ältere Schwester die vor einiger Zeit von zu Hause ausgerissen war. Marye hatte sie nicht mitgenommen, sie wäre noch zu klein, hatte sie gesagt. Plötzlich hörte sie die Stimme ihres Vaters der nach ihr rief. Allein schon an der Stimme erkannte sie schon daß er schlechter Laune war und daß es wieder Schläge geben würde und so versteckte sie sich. Doch ihr Vater fand sie natürlich und öffnete sogleich die Gürtelschnalle um sie wie schon so oft vorher zu verprügeln. Doch Marye hatte eine Überaschung für sie. Schon als Kind schnitze sie gern und so hatte sie einen kleinen Bogen angefertigt und Pfeile geschnitzt. Als ihr Vater sie verprügeln wollte richtete sie den Bogen auf ihn und schoß einen Pfeil auf ihn ab. Der Pfeil traf ihn mitten ins Herz, er brach blutüberströmt vor ihr zusammen und starb.
An dieser Stelle wachte Marye immer mit pochendem Herzen und total verschwitzt auf. Ihr Bogen mit dem sie damals auf ihn schoß war ein Kinderspielzeug und hinterließ nur eine kleine Fleischwunde. Ihr Vater verprügelte sie daraufhin schlimmer als je zuvor und tagelang konnte sie kaum laufen und auch nur auf dem Bauch liegen. 2 Jahre später als bei Marye die ersten Rundungen zum Vorschein kamen beließ ihr Vater es nicht mehr bei Prügel. Marye merkte rasch was ihm im Sinn stand und so packte sie ihr Bündel und verschwand. Sie schlug sich mehr schlecht als recht einige Jahre durch, verbrachte die meiste Zeit im Wald und wachte oft nachts auf. Erst als sie zu den Gefährtinnen kam, hörten die Träume auf. Denn dort fühlte sie sich sicher und geborgen.
Verfasst: Mittwoch 20. September 2006, 10:04
von Xinthra
Träume.. immer wieder hörte sie davon. Beinahe jede Schwester, die sie etwas näher kennen lernte, hatte irgend einen schrecklichen Traum zu erzählen, der wiederkehrend an ihren Seelen rüttelte. Den neuesten Traum den sie erfuhr war der von Marie. Konnten Eltern wirklich so sein?
Xinthras Eltern zumindest waren nicht so. Doch sie kamen in ihrem brennenden Haus um, sie konnte noch die Schreie ihrer Eltern hören kurz bevor sie von der herunterfallenden Decke erschlagen wurden. Solche Situationen waren immer die große Angst von Xinthra gewesen. Zuzusehen, wie etwas schreckliches passiert und zur Hilfe unfähig zu sein. Jenes verfolgte sie als Traum bis in ihre Zeit auf Gerimor, bis sie dort auf Ronya traf. Mit einer Aufgabe als Ablenkung und gewisser Verantwortung vergaß sie einfach diesen Traum. Jetzt als Teil einer Gemeinschaft, mit noch mehr Verantwortung und Aufgaben, dachte sie nur noch an das, was kommen würde, kaum mehr an das, was war.
Wohl hatte sie sich zu gemütlich in ihre Felle gekuschelt, der sanften Stimme Maries gelauscht wie diese ihre grauslige Geschichte erzählte, zu müde ward sie gewesen und so schlummerte sie ein, des Nachts wachte sie irgendwann auf, ohne besonderen Grund, neben ihr schlief Marie. Schade, dachte sie, drehte sich auf die andere Seite, ihrer Schwester zugewandt und schlief wieder ein.
Verfasst: Mittwoch 20. September 2006, 11:20
von Tajara Nair
Es wurde immer schlimmer.
Hatte sie noch vor einer Woche tag für Tag draußen geschlafen, immer in einer Art Halbschlaf um eventuell unerwünschte Besucher fortzujagen, hatte sie nun die Gelegenheit für einen tiefen Schlaf.
Im Grunde wäre sie dafür dankbar, immerhin hatte sie seit einem Jahr kaum eine ruhige Nacht gehabt.
Die erste Zeit nach Milos Tocd war es Trauer, die sie wachhielt, dieses Gefühl der Leere, überall sein zu wollen und gleichzeitig nirgends. Dann kam der Winter - die Nächte waren oft zu kalt um richtig Schlaf zu finden, einmal wäre sie glatt erfroren. Zu dieser Zeit hatte sie angefangen, sich mit Schnaps warmzuhalten, häufig trank sie soviel, um sich zu betäuben, so dass sie wenigstens Schlaf finden konnte - doch das half nichts, irgendwann sah sie die tägliche Flasche als Rachenputzer an, nie soviel um wirklich betrunken zu sein - sondern gerade soviel, um sich etwas anzutun, möglicherweise.
Oh sie hatte häufig versucht sich umzubringen. Die Schnitte an ihrem Handgelenk erzählten Bände davon. Immer fand sie irgendeinen Grund es nicht zu tun.
Dann kamen die Träume noch hinzu - am Anfang verschwommen, so dass sie am Nächsten Tag allerhöchstens noch wusste, dass sie einen furchtbaren Traum hatte. Doch schließlich nahmen sie an Intensität zu - Erinnerungen, Assoziationen... Es war alles denkbar Schreckliche dabei
Letzte Nacht hatte sie ihren Traum erzählt... Es war das erste Mal dass sie darüber geredet hatte. Über Milo. Kyra schien es nicht zu interessieren, wahrscheinlich konnte sie mit ihr deshalb nicht reden. Sie spürte auch Alasseas Abneigung gegenüber ihr, weshalb Tajara ihr aus dem Weg ging...
Die anderen... Sie waren viel zu freundlich zu ihr. Sie war natürlich dankbar und froh, doch wusste sie nicht wie sie diese Geste erwidern konnte. Sie war im Grunde genomen eine leere Hülle geworden, von innen her aufgefressen durch Angst, Wut und Verzweiflung.
In jener Nacht schlief sie draußen,, mitten am Rasen in einen Umhang eingemummt, den Kopf zu den Sternen gerichtet schlief sie ein, ehe sie irgendwann in der Kalten Stunde vor dem Morgengrauen erneut aus einem Traum hochschreckte... Doch...
Es musste ein angenehmer traum sein - für einen kurzen Moment fühlte sie tatsächlich so etwas wie Behagen, ehe ihr gewahr wurde, wo sie da denn lag - wie am Präsentierteller mitten auf freier Fläche.
Sie erhob sich und tappste in das Lager hinein, während sie innerlich einen Beschluss fasste, der ihre Träume betraf, ihr Dasein bei den Gefährtinnen und ihre Zukunft, sofern sie denn keine hatte.
Verfasst: Freitag 22. September 2006, 13:00
von Tajara Nair
Sie steht am Rande einer Klippe, die Sonne scheint warm herab, eine leichte Briese kommt vom Mer hergeweht und umspielt ihr blaues Haar. Sie ist glücklich. Möwen fliegen ber sie hinweg hinein in den stahlblauen Himmel, es ist keine Wolke zu sehen.
Sie fühlt eine warme Hand in der ihren, als sie nach rechts blickt sieht sie Milos Gesicht von der Seite, er blickt ebenfalls aufs Meer und lächelt.
Ja, sie ist tatsächlich glücklich. Dennoch, auch wenn sie es nicht wahrhaben will, ahnt sie bereits die Tatsache. Sie versucht sie für den kurzen Moment des Glücks zu verdrängen. Die Frage keimt in ihr edoch erneut auf, so fragt sie Milo leise und vorsichtig.
"Ist das ein Traum?"
Er blickt sie an. Sein langes schwarzes Haar spielt ebenfalls im Wind, die eisblauen Augen starren in die ihren... edoch eigentümlich leblos, hohl... Er lächelt weiterhin. Doch trotz des sanftmütigen Gesichrts wird ihr zusehends unbehaglich.
"a... Es ist ein Traum" sagt er ehe sein Lcheln breiter wird, eine Fratze, eine verzerrte Totenmaske, als sein Gesicht einfällt, die Augen aus seinen Höhlen fallen und die Haut eine grünliche Farbe annimmt. Ehe er nach hinten kippt ein verwesender Leichnam, so schlimm wie sie ihn sich nur vorstellen kann wird sie von einer eisigen Klaue gepackt.
Der Himmel verfinstert sich - schwarze wolken treiben in Windeseile vom Heer heran - ein furchtbarer Sturm kommt auf - grelle Blitze zucken am Himmel, gefolgt von unbändigem Donner, als sie von einem Windhauch gepackt wird - jener eisigen klaue gleich. Sie vernimmt ein höhnisches Lachen. Das Lachen des Räubers... Da wird sie davongeweht und stürzt auf die tosende Flut des Meeres zu.
Erneut schrak sie aus einem unruhigen Schlaf... Es war zum Verrückt werden. Sie hätte sich langsam dran gewöhnen können... doch konnte sie nicht.
Die letzten Tage war sie müde durchs lager und durch die umgebenden Lande gewandert. Sie brauchte einen klaren Kopf, doch wie sollte es gehen, so müde wie sie war.
Ihre schlimmste Angst war im Augenblick die des Einschlafens. Die Träume kamen immer häufiger, immer schneller, intensiver - es war so als würde sie etwas verfolgen und einholen.
Der letzte Abend... diese Diskussion die geführt wurde zehrte an ihren Nerven. Sie war den ganzen Abend über ruhig geblieben, sie war ja auch zu müde um noch irgendwie aufbrausend zu sein.
Und dann war noch Alassea - sie tat Tajara irgendwie leid... Nein nicht irgendwie, sie TAT ihr leid, es tat ihr leid was ihr geschah, es tat ihr leid was sie mitmachen musste - sie konnte es irgendwie verstehen... Trotzde, was konnte sie schon tun?
Obschon sie einiges erfahren und mitbekommen hatte hatte sie jedoch den Eindruck, dass Ronya die beste Anführerin war die man sich eigentlich nur wünschen konnte - sie war stark aber gerecht, sie war ruhig, edoch freimütig - ja - die Gruppe konnte froh sein, solch eine Frau als Anführerin zu haben. Es war hier eine Familie - eine gute Familie, eine starke Familie Auch wenn keine Blutsverwandtschaft herrschte, es existierte ein Band.
Und gerade davor hatte Tajara angst - die Angst dieses Band zu schwächen, mit allem was sie war oder konnte. Sie war ein Wrack - ein Schatten ihrer Selbst.
Als sie hinaustrat bemerkte sie, dass es ungewöhnlich still war - sie waren entweder alle fort oder schliefen - zum ersten Mal fand sie das Lager Nachts wirklich ruhig vor.
Sie setzte sich ans ausgehende Feuer und weinte.
Verfasst: Freitag 22. September 2006, 13:55
von Marye Larou
schlaflos wälzte sich Marye auf ihrem Nachtlager herum. Die Vorwürfe von Alassea hatten sie tief getroffen. Seit zwei Monaten gehörte sie dieser Gemeinschaft an und sie hatte große Anstrengungen unternommen um diese zu unterstützen. Das ihr nun gerade das vorgeworfen wurde traf sie tief. Aber auch die Erkenntnis daß andere durch ihre Erfolge entmutigt werden könnten. Nie hatte sie irgendetwas beansprucht, sie war glücklich Teil der Familie zu sein und tat ihr bestes um diese zu unterstützen. Doch wenn sie durch ihre Erfolge andere entmutigte.. nein das hatte sie nicht gewollt und so grübelte sie die halbe Nacht ohne Schlaf zu finden. Sie trat dann aus ihrem Zelt heraus und sah Tajara am Feuer sitzen. Sie setzte sich zu ihr und legte ihr einen Arm um die Schulter. Versuchte so sie zu trösten, dabei war ihr selber nach Trost zu mute. Schweigend saß sie so eine Weile neben ihr.
Verfasst: Freitag 22. September 2006, 15:46
von Tajara Nair
Sie blickte auf - Marye stad da - sie erkannte sie durch den Schleier von Tränen. Man wird sie kaum gehört haben, sie weinte still und versuchte es stets zu verbergen, was ihr offensichtlich nicht gelang - sie hatte nie vor jemanden mit ihren Sorgen zu belasten.
Vermutlich konnte sie, weil sie es gelernt hatte ihre Tränen auf Kommando unterdrücken - sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und bat sie sich zu setzen.
Sie ahnte Maryes Schmerz - ebenso wie Xins - sie alle waren gekränkt - es ging wohl allen Mis, vermutlich auch Ronya, auch wenn sie es zu verbergen wusste. Sie wollte zu gerne auch mit ihr darüber reden, da sie davon ausging es half, doch wusste sie, dass da kein Vertrauen war, weshalb sie sich auch nicht aufdrängen wollte, gerade bei ihr nicht, da ihr die ganze Verantwortung über war.
Sie erklärte Marye wie sie die Sache sah. Sie war zweifellos wertvoll für die Gemeinde - empfand es nie als Prahlerei wenn sie viele Goldmünzen mitbrachte - nein eigentlich, so erklärte sie, war dies sogar ein guter ansporn.
Kyra mochte sich klein fühlen - Kyra hatte generell, Taaras Ansicht nach, ein Problem damit, dennoch war sie ihre Blutschwester - zumindest mütterlicherseits her.
Nein - Marye habe keinen Grund beleidigt zu sein - die tat das was sie konnte verdammt gut - ein Beispiel das man sich nehmen konnte - ein Beispiel das es galt sich zu nehmen .
Das einzige, und das hoffte Tajara, wäre schlicht, dass auch sie ihren Teil leisten konnte, für die Gruppe, wie alle anderen auch. Es war ihre größte Sorge, sie in Schwierigkeiten zu bringen, sie war ihnen allen nach wie vor etwas schuldig.
Verfasst: Freitag 22. September 2006, 19:45
von Marye Larou
lange saß sie so neben Tajara. Versuchte sie ein wenig zu trösten und wurde auch getröstet. Alasseas Vorwurf nagte ganz tief in ihr. Seit sie zu den Gefährtinnen gestoßen war hatte sie mit viel Energie und Einsatz ihre ganze Kraft für die Gemeinschaft eingesetzt und das ihr das nun zum Vorwurf gemacht wurde, konnte sie einfach nicht verstehen. Hätt Xin sie nicht aufgehalten wäre sie am Abend zuvor wortlos gegangen. Was gabs noch zu bereden nach Alasseas anklagenden Worten?
Doch wo sollte sie hin? Dies hier war zu ihrem zuhause geworden. Sie verstand daß durch ihre Erfolge andere Schwester vileicht entmutigt werden könnten, darüber hatte sie noch nie nach gedacht und es beschämte sie im Nachhinein tief. Jedoch waren alles Schwestern, nie würde sie auf die Idee kommen eine danach zu bewerten wieviel Beute sie mitbringen würde.
Marye war nicht beleidigt aber sie war ratlos und wußte nicht mehr weiter trotzdem bemühte sie sich Tajara zuzusprechen und ihr Mut zu machen. Jede Schwester war wertvoll für die Gemeinschaft unabhängig davon wieviel Beute sie heimbrachte. Dies versuchte sie ihr zu vermitteln und nahm sich vor auch mit Kyra darüber zu sprechen.
Verfasst: Freitag 6. Oktober 2006, 13:32
von Tajara Nair
Die Träume gingen, dank Alasseas Trank schaffte sie es nun tatsächlich die Nacht durchzuschlafen. Und sie schlief viel, hatte sie doch auch viel nachzuholen, nach dem Jahr voller schlafloser Nächte.
Vielleicht bemerekten andere die Frische in ihrem Gesicht nun. Die Kratzer waren verheilt, und nun konnte man sie so sehen wie sie einst war.
Doch der Streit mit ihrer leiblichen Schwester zehrte nach wie vor an ihren Nerven. Sie machte sich vorwürfe. Trotz dem guten Zureden und der unglaublichen Weisheit Ronyas hatte sie dennoch das Gefühl, es wiedergutmachen zu müssen.
Der Fluch der auf ihr lastete, wenn es tatsächlich ein Fluch war war gewissermaßen eine nicht enden wollende Pechsträhne. Genau genommen hatte sie sehr wenig Glück in ihrem Leben erfahren, und das setzte sich nun scheinbar fort.
Dennoch, seit sie hier bei den Gefährtinnen war besserte sich alles. Sie fühlte sich zuhause - ja sogar geborgen. Sie konnte sich nicht vorstellen dass es anderswo ebenso war. Sie war keine Untergebene - sie war eine Schwester, so wie alle anderen auch - und jeder musste mit jedem irgendwie zusammenleben - profitieren - nicht musste... nein - Jeder war einfach auf den anderen angewiesen - sie waren alle Schwestern.
Manchmal kam es immer noch vor dass sie nachts aufwachte - jedoch friedlich - aus einem traumlosen Schlummer. Dann konnte es immer noch vorkommen dass sie rausstapfte um die kalten Herbststerne zu betrachten, wenn nicht gerade Nebelschwaden am Boden entlangzogen.
Doch nun genoss sie den Anblick und die Ruhe der Nacht. Es schien, als ob tatsächlich alles sich zum besseren wandeln würde, und nun lächelte sie auch wieder. Zum ersten Mal seit langer Zeit lächelte sie wieder für eine Zeit.
Verfasst: Freitag 6. Oktober 2006, 14:21
von Alassea
Eine ganze Weile sah sie sich das Spiel an. Taja ging schlafen und Taja war kurze Zeit später wieder wach, da sie selber schlecht schlief merkte sie natuerlich wenn die Türen aufgingen und sah den Schatten im Fackelschein an ihrem Fenster wenn jemand vorbeiging. Irgendwann reichte es ihr aber, es genügte ja wenn eine im Lager wegen ihrer Umstände schlecht gelaunt war, aber noch eine wegen schlechter Träume und zu wenig Schlaf brachte einen ungeheuren Druck in die Gemüter.
Still sass sie da und suchte sich die richtigen Kräuter heraus. Leicht gemacht aus Bier und Eiern mischte sie einen gut wirkenden Trank, den sie selber schon oft genommen hatte. Ein Tropfen davon in einem Becher Wasser reichte vollkommen aus, denn das Bier das sie verwendete war hochprozentig. Da waren keine Schlacke und sonstige Nebenabfälle drin.
Von den Eiern verwendete sie nur halbe halbe. Halb Eiweiss halb Eigelb und das an der Wage genau abgemessen, nichts durfte zuwenig und zuviel sein. Mehrmal siebte sie die Mischung um sie sämig zu machen, dass man es leichter mischen konnte. Leicht erhitzte sie dann das Bier auf und fügte das Eiweiss und das Eigelb dazu. Kein Zittern ging dabei durch ihre hände, voellig ruhig hantierte sie herum bis alles die richtige konsistenz hatte und auch den richtigen Geruch. Zu Fest durfte es nicht werden, dennoch so das es sich besser im Wasser verteilen konnte. Als sie es fertig hatte gab sie es Taja.
Ich hm wüsste einen Trank, mit dem schläfst du tief und fest ohne Träume.
Waren ihre Worte, dennoch schob sie am anderen Tag einen Zettel in Tajas Kiste.
Benutz den Trank nur so lange wie du denkst das es wichtig ist, aber vergiss etwas nicht Liebes, ohne Träume kann ein Mensch nicht leben.
Danach ging sie wie schon so oft seit der ganzen Pestfällen zu den Tieren und untersuchte sie auf das gründlichste genau.