Zugeständnisse
Verfasst: Montag 11. September 2006, 20:29
Leise seufzend begann Lythiana damit, zum nunmehr dritten Male die erste Seite des dicken Wälzers, der aufgeschlagen vor ihr auf dem Tisch lag, zu lesen. Wieder merkte sie bereits nach zwei Sätzen, das nicht ein Wort des bisher gelesenen hängen geblieben war... es hatte einfach keinen Sinn! Das Hämmern in ihrem Kopf verhinderte jegliche Konzentration und die Übelkeit tat ihr übriges hinzu. Was in Alatars Namen hatte sie gestern nur dazu gebracht, sich schon am frühen Abend dermaßen dem Rotweingenuss hinzugeben? Wieder seufzte die junge Magierin, starrte einige Augenblicke lang dumpf auf ihr Buch. Eigentlich kannte sie die Antwort ja... doch fiel es ihr unendlich schwer, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Ja, wenn es darum ging, sich selbst etwas vorzumachen war sie wirklich ein Ass. Unendlich langsam stand Lythiana auf - sie vermied an diesem Tag hastige Bewegungen - und holte einen Wasserkrug vom Nachttisch an den Tisch. Dieser quälende Durst....
Ein Mitgrund für ihren "Aussetzer" gestern Abend war sicherlich Jago gewesen. Oder halt - war es nicht ein bißchen zu einfach, ihm die Schuld in die Schuhe zu schieben? Wie auch immer. Auf jeden Fall waren sie und Lanaya gestern durch Zufall Jago begegnet... und wieder hatte sie sich nach kurzer Zeit gefühlt wie eine Marionette, geführt von einem sehr begabten Puppenspieler. Eine Marionette, die sehr genau wusste dass man mit ihr spielte - und dennoch nichts dagegen unternahm. Je länger sie mit Jago und Lanaya in einem Raum verweilte, desto greifbarer wurde die Spannung, desto hilfloser fühlte sie sich. Und je mehr die Spannung wuchs, desto lauter wurde gleichzeitig eine Stimme in ihr, die sie an Sarog erinnerte. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus - sie musste einfach weg, so lange sie noch die Kraft dazu besaß. Also ging sie, unter Zuhilfenahme einer sehr dünnen Ausrede, die sicherlich sowohl von Lanaya als auch von Jago durchschaut wurde. Kurze Zeit später ließ sie sich müde auf ihr Bett fallen, in der rechten Hand schon die erste Weinflasche haltend. Die junge Frau wollte, konnte in jenem Moment einfach nicht näher über ihre Gefühle nachdenken - sie wollte sich einfach nur möglicht schnell entspannen. Eine erste Flasche Wein wurde geleert, dann eine zweite. Lythianas Gedanken wurden zusehends leichter, verwirrten sich, die Anspannung wich, ein leichtes Schwindelgefühl stellte sich ein - bis sich der ganze Raum vor ihren Augen zu drehen schien. Schließlich schlief sie ein - nur um wenigei Stunden später schon wieder zu erwachen. Etwas hatte sie geweckt... Lythianas alkoholbenebeltes Gehirn brauchte lange, um zu registrieren, was sie da geweckt hatte - eine leichte Berührung an der Wange. Noch länger brauchte sie, um zu registrieren dass Sarog es war, der sie geweckt hatte, sich nun über sie beugte und sie sanft mit der Bettdecke einhüllte. Er musste wohl kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass es der jungen Magierin sowohl körperlich als auch seelisch alles andere als gut ging. Er wirkte besorgt - besorgt, nachdenklich und auch ein wenig gekränkt... vermutlich hatte er schon seine eigenen Theorien zu ihrem Verhalten aufgestellt. Doch als Lythianas Benommenheit etwas wich und sie begann, ihm die Gründe für ihren Aussetzer darzulegen, veränderte sich Sarogs Verhalten - er nahm deutlichen Abstand zu ihr ein, der Blick wirkte plötzlich sehr kalt und als sie versuchte, seine rechte Hand zu ergreifen verbot er ihr es. Für sie war es wie ein Schlag ins Gesicht - trotz oder gerade wegen des Alkohols. Sie fühlte deutlich, dass er kurz davor war, ihr zu entgleiten - oder sie kurz davor, ihn zu verlieren? Wie auch immer, sie wollte es nicht. "Ich glaube.... mir ist jetzt erst klar geworden dass du mir sehr wichtig bist." Die Worte waren heraus, noch bevor darüber nachdenken konnte. Eine spontane Eingebung - oder die Wahrheit? Was es auch war, es brachte Lythiana sogar dazu, noch weiter zu gehen - Sarog Zugeständnisse zu machen, seine Regeln zu akzeptieren - Regeln, die sie noch vor wenigen Tagen niemals anerkannt haben würde. Ob sie sie einhalten könnte, würde die Zeit zeigen...
Ein Mitgrund für ihren "Aussetzer" gestern Abend war sicherlich Jago gewesen. Oder halt - war es nicht ein bißchen zu einfach, ihm die Schuld in die Schuhe zu schieben? Wie auch immer. Auf jeden Fall waren sie und Lanaya gestern durch Zufall Jago begegnet... und wieder hatte sie sich nach kurzer Zeit gefühlt wie eine Marionette, geführt von einem sehr begabten Puppenspieler. Eine Marionette, die sehr genau wusste dass man mit ihr spielte - und dennoch nichts dagegen unternahm. Je länger sie mit Jago und Lanaya in einem Raum verweilte, desto greifbarer wurde die Spannung, desto hilfloser fühlte sie sich. Und je mehr die Spannung wuchs, desto lauter wurde gleichzeitig eine Stimme in ihr, die sie an Sarog erinnerte. Schließlich hielt sie es nicht mehr aus - sie musste einfach weg, so lange sie noch die Kraft dazu besaß. Also ging sie, unter Zuhilfenahme einer sehr dünnen Ausrede, die sicherlich sowohl von Lanaya als auch von Jago durchschaut wurde. Kurze Zeit später ließ sie sich müde auf ihr Bett fallen, in der rechten Hand schon die erste Weinflasche haltend. Die junge Frau wollte, konnte in jenem Moment einfach nicht näher über ihre Gefühle nachdenken - sie wollte sich einfach nur möglicht schnell entspannen. Eine erste Flasche Wein wurde geleert, dann eine zweite. Lythianas Gedanken wurden zusehends leichter, verwirrten sich, die Anspannung wich, ein leichtes Schwindelgefühl stellte sich ein - bis sich der ganze Raum vor ihren Augen zu drehen schien. Schließlich schlief sie ein - nur um wenigei Stunden später schon wieder zu erwachen. Etwas hatte sie geweckt... Lythianas alkoholbenebeltes Gehirn brauchte lange, um zu registrieren, was sie da geweckt hatte - eine leichte Berührung an der Wange. Noch länger brauchte sie, um zu registrieren dass Sarog es war, der sie geweckt hatte, sich nun über sie beugte und sie sanft mit der Bettdecke einhüllte. Er musste wohl kein Hellseher sein, um zu erkennen, dass es der jungen Magierin sowohl körperlich als auch seelisch alles andere als gut ging. Er wirkte besorgt - besorgt, nachdenklich und auch ein wenig gekränkt... vermutlich hatte er schon seine eigenen Theorien zu ihrem Verhalten aufgestellt. Doch als Lythianas Benommenheit etwas wich und sie begann, ihm die Gründe für ihren Aussetzer darzulegen, veränderte sich Sarogs Verhalten - er nahm deutlichen Abstand zu ihr ein, der Blick wirkte plötzlich sehr kalt und als sie versuchte, seine rechte Hand zu ergreifen verbot er ihr es. Für sie war es wie ein Schlag ins Gesicht - trotz oder gerade wegen des Alkohols. Sie fühlte deutlich, dass er kurz davor war, ihr zu entgleiten - oder sie kurz davor, ihn zu verlieren? Wie auch immer, sie wollte es nicht. "Ich glaube.... mir ist jetzt erst klar geworden dass du mir sehr wichtig bist." Die Worte waren heraus, noch bevor darüber nachdenken konnte. Eine spontane Eingebung - oder die Wahrheit? Was es auch war, es brachte Lythiana sogar dazu, noch weiter zu gehen - Sarog Zugeständnisse zu machen, seine Regeln zu akzeptieren - Regeln, die sie noch vor wenigen Tagen niemals anerkannt haben würde. Ob sie sie einhalten könnte, würde die Zeit zeigen...