Glaubensfindung und Sinnkrisen
Verfasst: Montag 4. September 2006, 23:36
Es war schon spät nachts, es war eigentlich immer spät nachts - der Bursche konnte sich gar nicht mehr daran entsinnen wann er einem geregelten Rythmus das Letzte mal nachkam. Ständig war Etwas zu tun, ohne wirklich um Kundschaft bemüht zu sein - auch war es weniger die eigentliche Arbeit als viel mehr die ein neuartiges Beschäftigtsein ...
In rastlosen Gedanken schwelgend lag er da - mitten im Maisfeld des Gutshofes - die Augen gen Sternenzelt gerichtet, die Ohren vernahmen eine gleichsam taktvolle Melodie des Bauernhoforchesters. Die Kühe schnauften als kollapierten sie jeden Moment vor Luftmangel, die Schaniere des alten Hintertürchens quietschen bei jedem Windstoß und das Blattwerk der prächtigen Apfelbäume raschelte als Untermalungsmusik. Grillen zirpten, die Pferde tappelten unruhig in ihren Stallungen, vereinzelt gackerte eine Henne weil sie sich durch die viel zu dicht neben sich schlafende Leidensgenoßin bedrängt fühlte. Der Himmel zeigte sich in einem samtschwarz, die Sterne wie Abziehbilder in einer ganz bestimmten Konstellation daran angebracht, ringsrum nur vereinzelt rauchgraue Wolkenschleier.
Vor Jahren war Alles noch so einfach gewesen, so als unbescholtener, kleiner Junge. Als wäre es gestern gewesen ... *eine verhungert wirkende Hand, geballt zu einer schwächlich-zittrigen Faust deren Fingerknöchel nun an die hölzerne Gutshoftür klopfen* Da stand sie dann - Leanne. Der erste Mensch in seinem Leben bei dem er das Gefühl hatte sich heimisch zu fühlen. 'Gu-Guten Tag, mi Lady' entgegnete er ihr damals nahezu im Wisperton, sofort ein herzliches Lächeln der Hofherrin bekommend. Obwohl es nie ausgesprochen wurde und eigentlich auch nie zur Debatte stand, war sie in seinen Augen für ihn wohl ähnlich einer Mutter zu einem Sohn. Auch mit Julia, Lairja und Silwen verband ihr nur gute Erinnerungen. Es war eine herrliche Zeit sich in ein Gefüge hinein zu entwickeln das so vollkommen war - und das war Es, jedenfalls für ihn.
Irgendwas schien ihm jedoch zu fehlen. Er hatte schon vor Wochen mit Lairja am Küchentisch gesessen, sie ausquetschend über ihre Glaubensansichten. Irgendwie schien er Talent zu haben die junge Magd völlig zu irritierten, andererseits zog er immer einen sehr großen positiven Effekt aus diesen Dialogen - Nachdenklichkeit! Lairja hielt sich wahrscheinlich für eine einfache Person, zwar nicht wortkarg aber ziemlich weltfremd und trotzdem waren ihm ihre Worte stets von großer Bedeutung.
Er war nie religiös erzogen worden, .. doch schnell war ihm klar was für einen Einfluß auf das Wertgefüge die verschiedenen Glaubensansichten der Menschen in seinem unmittelbaren aber auch weitreichenderen Umfeld hatten. Während man ihm oft vorlebte wie einfach es war Alles in ein altbekanntes Schema nach Gut, Neutral und Böse einzuteilen, schein es dem Jungen aber gar nicht so leicht zu fallen sich selbst einzuordnen. Seiner Meinung nach war er Gut. Er war insofern Gut, das er nie einem Menschen willentlich was wirklich Böses tat, noch hatte er viele Feinde oder die Hang zu klischeehaftem Sadismus. Und trotzdem - er hatte keinen Bezug zu Jenen die das Gute darstellten, ganz im Gegenteil, er kannte nun nichtmal wirklich praktizierende Leute dieser Partei.
Dann irgendwann schlief er wohl ein, ... mitten im Maisfeld, neben ihm ein Buch pechschwarzen Einbands. Der Wind schlug die Seiten hin und her, blätterte mal hie mal da, es war kaum möglich zu eruieren auf welcher Seite er stehen geblieben war, doch nehme man sich einen Moment länger Zeit es genauer zu studieren würde man wohl das ein oder andere Eselsohr an prägnanten Seiten erkennen, nämlich über Rahal, seine Gesellschaft, die Glaubensansäßigen und Letharen.
In rastlosen Gedanken schwelgend lag er da - mitten im Maisfeld des Gutshofes - die Augen gen Sternenzelt gerichtet, die Ohren vernahmen eine gleichsam taktvolle Melodie des Bauernhoforchesters. Die Kühe schnauften als kollapierten sie jeden Moment vor Luftmangel, die Schaniere des alten Hintertürchens quietschen bei jedem Windstoß und das Blattwerk der prächtigen Apfelbäume raschelte als Untermalungsmusik. Grillen zirpten, die Pferde tappelten unruhig in ihren Stallungen, vereinzelt gackerte eine Henne weil sie sich durch die viel zu dicht neben sich schlafende Leidensgenoßin bedrängt fühlte. Der Himmel zeigte sich in einem samtschwarz, die Sterne wie Abziehbilder in einer ganz bestimmten Konstellation daran angebracht, ringsrum nur vereinzelt rauchgraue Wolkenschleier.
Vor Jahren war Alles noch so einfach gewesen, so als unbescholtener, kleiner Junge. Als wäre es gestern gewesen ... *eine verhungert wirkende Hand, geballt zu einer schwächlich-zittrigen Faust deren Fingerknöchel nun an die hölzerne Gutshoftür klopfen* Da stand sie dann - Leanne. Der erste Mensch in seinem Leben bei dem er das Gefühl hatte sich heimisch zu fühlen. 'Gu-Guten Tag, mi Lady' entgegnete er ihr damals nahezu im Wisperton, sofort ein herzliches Lächeln der Hofherrin bekommend. Obwohl es nie ausgesprochen wurde und eigentlich auch nie zur Debatte stand, war sie in seinen Augen für ihn wohl ähnlich einer Mutter zu einem Sohn. Auch mit Julia, Lairja und Silwen verband ihr nur gute Erinnerungen. Es war eine herrliche Zeit sich in ein Gefüge hinein zu entwickeln das so vollkommen war - und das war Es, jedenfalls für ihn.
Irgendwas schien ihm jedoch zu fehlen. Er hatte schon vor Wochen mit Lairja am Küchentisch gesessen, sie ausquetschend über ihre Glaubensansichten. Irgendwie schien er Talent zu haben die junge Magd völlig zu irritierten, andererseits zog er immer einen sehr großen positiven Effekt aus diesen Dialogen - Nachdenklichkeit! Lairja hielt sich wahrscheinlich für eine einfache Person, zwar nicht wortkarg aber ziemlich weltfremd und trotzdem waren ihm ihre Worte stets von großer Bedeutung.
Er war nie religiös erzogen worden, .. doch schnell war ihm klar was für einen Einfluß auf das Wertgefüge die verschiedenen Glaubensansichten der Menschen in seinem unmittelbaren aber auch weitreichenderen Umfeld hatten. Während man ihm oft vorlebte wie einfach es war Alles in ein altbekanntes Schema nach Gut, Neutral und Böse einzuteilen, schein es dem Jungen aber gar nicht so leicht zu fallen sich selbst einzuordnen. Seiner Meinung nach war er Gut. Er war insofern Gut, das er nie einem Menschen willentlich was wirklich Böses tat, noch hatte er viele Feinde oder die Hang zu klischeehaftem Sadismus. Und trotzdem - er hatte keinen Bezug zu Jenen die das Gute darstellten, ganz im Gegenteil, er kannte nun nichtmal wirklich praktizierende Leute dieser Partei.
Dann irgendwann schlief er wohl ein, ... mitten im Maisfeld, neben ihm ein Buch pechschwarzen Einbands. Der Wind schlug die Seiten hin und her, blätterte mal hie mal da, es war kaum möglich zu eruieren auf welcher Seite er stehen geblieben war, doch nehme man sich einen Moment länger Zeit es genauer zu studieren würde man wohl das ein oder andere Eselsohr an prägnanten Seiten erkennen, nämlich über Rahal, seine Gesellschaft, die Glaubensansäßigen und Letharen.