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Lithotek der Goldspalter

Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2026, 17:07
von Grim Goldspalter
Willkommen in der Lithothek der Sippe der Goldspalter
geschlagen in Stein, Metall und gewiss nor auf dünnem Papier

Was hier gesammelt liegt, sind keine feinen Langbeinerbücher aus dünnem Papier und noch dünnerem Verstand. Dies hier ist Wissen, dos Bestand haben soll. Wissen fuer Werkbank, Feldlager, Stollen, Schenke und die Wundflickerstube.

Die Lithothek der Goldspalter sammelt Abhandlungen, Lehrtafeln, Reiseberichte, Heilkunde, Werkzeugwissen, Trankrezepte, Kampflehren, Beobachtungen ueber fremde Völker sowie allerlei Erkenntnisse.

Einige Texte beruhen auf jahrelanger Erfahrung. Andere auf mehreren Krügen Bhir und glaubhaften Zeitzeugen. Wieder andere auf alten Steintafeln, deren Richtigkeit kaum anzuzweifeln ist.

Nicht jedes Wort hierin ist unumstößliche Wahrheit. Aber alles wurde zumindest einmal mit ausreichender Überzeugung behauptet.

Wer diese Tafeln liest, tut dos auf eigene Gefahr. Wer daraus lernt, ehrt den Stein. Und wer meint, es besser zu wissen, darf jederzeit selbst Hammer und Meißel in die Hand nehmen und etwas Klügeres schlagen.


Grim Goldspalter
Maul und Bartwart der Klamm

ooc: Alle Steintafeln natürlich auch IG im Original zu finden

Re: Lithotek der Goldspalter

Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2026, 17:10
von Grim Goldspalter
Ein gesammelter Band der Die Zwölf Tafeln vom rechten Wirken am Leibe

viewtopic.php?t=126040

Re: Lithotek der Goldspalter

Verfasst: Donnerstag 21. Mai 2026, 17:36
von Grim Goldspalter
"Warum Bögen keine Waffen sind"
Eine Abhandlung über trollische Mundpflege, fehlgeleitete Langbeiner und den Niedergang vernünftiger Werkzeugnutzung

geschlagen von Grim Goldspalter, Maul und Bartwart der Klamm


Seit vielen Jahren muss akh mit ansehen, wie Langbeiner, Waldläufer und andere dünnarmige Völker Bögen mit großem Ernst behandeln, als handle es sich dabei um ehrbares Kriegsgerät. Sie hängen sie sich auf den Rücken, ölen die Sehnen, geben den Bögen Namen und sprechen darüber mit derselben Ehrfurcht, mit der ein Kalure über einen guten Kriegshammer spricht.

Dos allein hätte mich bereits misstrauisch machen müssen.

Denn kein Werkzeug, dos bei Regen weich wird, beim falschen Zug bricht und dem Träger erlaubt, den Feind aus sicherer Entfernung anzustupsen, kann ernsthaft für ehrlichen Kampf geschaffen worden sein.

Ein Hammer zerschmettert. Eine Axt spaltet. Ein Schild hält. Ein Stein fällt auf Dinge. Der Bogen hingegen? Er pfeift.

Und so begann akh meine Nachforschungen.

Die Entdeckung der Trolltafeln

Während einer Reise durch alte, halb eingestürzte Stollen stieß akh auf mehrere verwitterte Reliefs trollischer Herkunft. Große Gestalten waren darauf zu sehen, mit gewaltigen Schädeln, breiten Kiefern und überraschend ordentlichen Zahnreihen. Dos allein widerspricht bereits dem heutigen Trollbild.

Die heutigen Trolle kauen auf Leder, Knochen, manchmal auf eigenen Fingern und riechen, als hätte man nassen Hund in sumpfiges Bier gelegt. Doch die alten Reliefs zeigten etwas anderes: Werkzeuge, Ordnung, und vor allem: Zahnpflege.

Eine Darstellung zeigte eindeutig einen Troll, der einen langen Stab mithilfe einer gespannten Sehne zwischen seine hinteren Mahlzähne führte. Ein anderer Troll daneben hielt mehrere solcher Stäbe in einem Köcher-artigen Behälter.

Die Langbeiner würden darin vermutlich Jagdszenen sehen. Weil Langbeiner bekanntlich alles missverstehen, was nicht direkt auf sie einschlägt. Doch für einen geübten Kaluren war die Wahrheit offensichtlich.

Die wahre Funktion des Bogens

Die frühen Trolle waren riesig. Ihre Köpfe allein maßen beinahe die Größe eines Gährfasses. Zwischen solchen Kauleisten sammeln sich nach einer Mahlzeit erhebliche Mengen an Resten. Sumpfwurzeln, Höhlenpilze, Sehnenstücke, Knochenmark und gelegentlich sicher auch halbe Ziegen.

Ein Kalure erreicht seine hinteren Zähne mit Silberdraht, einem Kieferhaken oder notfalls einem kleinen Meißel. Ein Troll jedoch benötigte längere Werkzeuge. Und genau dafür wurde der Bogen geschaffen.

Die gespannte Sehne erlaubte es, langen Reinigungsstäben zusätzliche Kraft und Führung zu verleihen, um tief zwischen die gewaltigen Zahnreihen vorzudringen. Die sogenannten "Pfeile" waren ursprünglich Reinigungsstäbe - vorne mit kratzenden Spitzen gegen Zahnstein, hinten mit weichen Federn zur Reinigung empfindlicher Zahnhälse.

Mehrere gefundene Spitzen weisen sogar Abschabungen von Zahnstein auf.

Die große Degeneration der Trolle

Leider verfielen die Trolle im Laufe der Jahrhunderte geistig. Ob durch Pilzgase, schlechte Ernährung oder wiederholte Schläge auf den Kopf vermag akh nicht endgültig zu sagen. Fakt ist jedoch: Sie vergaßen die eigentliche Nutzung ihrer Werkzeuge.

Die Trolle selbst haben Bögen niemals als Waffen genutzt. Selbst im Verfall ihres Denkfleischs blieb ihnen offenbar ein Rest alter Erinnerung: Dos Werkzeug gehörte an die Kauleiste, nicht aufs Schlachtfeld. Der Irrtum kam später.

Langbeiner fanden die alten trollischen Zahnreinigungsgeräte, verstanden weder Zweck noch Würde des Werkzeugs und spannten daran herum, bis sie merkten, dass sich die Reinigungsstäbe mit Gewalt fortschleudern ließen. Von dort an ging es bergab.

Statt daraus zu lernen, nannten sie es Jagd. Statt sich zu schämen, nannten sie es Kriegskunst. Und bis heute nennen sie Bögen "edle Waffen", obwohl jeder Kalure erkennen sollte, dass dos gesamte Werkzeug eher an Mundpflege erinnert als an ehrliches Kriegshandwerk.

Warum Kaluren niemals Bögen brauchten

Ein Kalure kämpft mit Werkzeug, dos Verstand besitzt. Eine Armbrust ist ehrliches Handwerk: Holz, Stahl, Bolzen, Mechanik, Zugkraft, Verriegelung. Dos ist eine kleine Belagerungsmaschine fuer die Hand.

Ein Bogen hingegen ist ein gebogener Ast mit Sehne und zu viel Vertrauen. Akh brauche kein biegsames Holzgestell, dos jault wie ein erschrockener Höhlenfuchs, nur um einen Zahnstocher durch die Gegend zu werfen.

Außerdem besitzen Kaluren vernünftige Zahnwerkzeuge: Silberdraht, Kieselschaber, Pilzfaserbürsten, den kleinen Winkelhaken oder, in dringenden Fällen, den Griff eines Bierkruges.

Unsere Vorfahren wussten: Nicht jedes Ding mit Sehne ist eine Waffe. Manche gehören zurück in den Mundraum eines Trolls.

Schlusswort

Nach all meinen Untersuchungen komme akh zu nur einer möglichen Wahrheit:

Der Bogen ist kein Kriegswerkzeug. Er ist ein missverstandenes Mundpflegeinstrument eines untergegangenen Trollvolkes.

Und jedes Mal, wenn ein Langbeiner stolz einen Pfeil verschießt, erinnert er akh weniger an einen Krieger - und mehr an einen Troll, der vergessen hat, wie man sich die Zähne putzt.

Re: Lithotek der Goldspalter

Verfasst: Mittwoch 27. Mai 2026, 12:43
von Grim Goldspalter
"Warum es keine Bäume gibt"
Eine Abhandlung über verschrobene Pilze, verwirrte Langbeiner und die große Lüge des Waldes

geschlagen von Grim Goldspalter, Maul und Bartwart der Klamm

Seit vielen Jahren erzählen Langbeiner, Spitzohren und andere waldbesessene Völker von sogenannten "Bäumen", als handle es sich dabei um eine eigene Pflanzengattung.

Akh jedoch sage: Dos ist Unsinn.

Es gibt nor etwas wie Bäume. Was die Langbeiner "Bäume" nennen, sind nichts weiter als verschrobene, fehlgewachsene Pilze, die zu stolz geworden sind, ordentlich am Boden zu wachsen. Und wie bei vielen wirren Ideen begann auch diese vermutlich mit dos Spitzohren.

Der offensichtliche Zusammenhang

Jeder Kalure mit funktionierenden Augen erkennt die Wahrheit sofort.

Ein Pilz wächst aus feuchtem Grund. Ein sogenannter Baum ebenfalls.
Ein Pilz besitzt einen Stamm. Ein Baum besitzt einen Stamm.
Pilze bilden Fasern unter der Erde. Bäume ebenfalls.
Pilze mögen Schatten, Feuchtigkeit und morsches Holz.
Und wo stehen Bäume? Genau!

Der Unterschied liegt lediglich darin, dass manche Pilze irgendwann beschlossen haben, nach oben zu fliehen, anstatt ein ehrliches, bodennahes Leben zu führen. Vermutlich wegen dos Spitzohren.

Vom geistigen Verfall der Waldpilze

Der gewöhnliche Höhlenpilz ist ein ehrliches Gewächs. Er bleibt dort, wo er hingehört. Still, nützlich und meist essbar. Gelegentlich giftig, aber wenigstens aufrichtig dabei. Der sogenannte Baum hingegen zeigt alle Merkmale pilzlicher Überheblichkeit. Er wächst jahrzehntelang sinnlos in die Höhe. Bildet unnötige Seitenarme. Wirft jedes Jahr Blätter ab, nur um sie kurz darauf wieder neu wachsen zu lassen. Und beschäftigt ganze Spitzohrenvölker damit, ihn traurig anzustarren.

Kein vernünftiges Gewächs würde so etwas tun.

Die große Täuschung des Waldes

Langbeiner behaupten oft, Holz sei etwas völlig anderes als Pilzgewebe. Akh habe jedoch morsches Holz untersucht. Es riecht nach Pilz. Es zerfällt wie Pilz. Und wenn man es lange genug liegen lässt, wird daraus… Pilz.

Der Zusammenhang könnte kaum deutlicher sein.

Einige besonders verwirrte Gelehrte behaupten sogar, Pilze würden auf abgestorbenen Bäumen wachsen. Dabei ist die Wahrheit offensichtlich: Der Pilz holt sich lediglich zurück, was ursprünglich ihm gehörte.

Warum Spitzohren an "Bäume" glauben

Spitzohren verbringen große Teile ihres Lebens damit, im Wald zu sitzen und über Gefühle nachzudenken. Es überrascht daher wenig, dass sie irgendwann begannen, übergroße Pilze fuer etwas Besonderes zu halten. Sie geben ihnen Namen, sie sprechen mit ihnen und... dar glaubst dos kaum, teilweise entschuldigen sie sich sogar bei ihnen.

Akh sah einst ein Spitzohr, dos einen sogenannten Baum umarmte. Dos erklärt vermutlich bereits alles Wichtige über diesen Schlag Leute.

Der Beweis der Axt

Doch der endgültige Beweis liegt im Handwerk. Schlage einen Pilz mit einer Axt: Er fällt um. Schlage einen sogenannten Baum mit einer Axt: Er fällt ebenfalls um.

Mehr Beweis braucht ein vernünftiger Kalure nicht.

Schlusswort

Nach jahrelanger Untersuchung komme akh zu nur einer möglichen Wahrheit: Es gibt keine Bäume.

Es gibt lediglich sehr große, sehr alte und geistig fehlgeleitete Pilze, die vergessen haben, wie ein ordentliches Gewächs auszusehen hat. Und jedes Mal, wenn ein Langbeiner ehrfürchtig durch einen Wald spaziert, seh akh keinen "Forst".

Akh sehe eine Ansammlung überzüchteter Pilze mit Größenwahn.