Ein versiegeltes Schreiben an Horatio Bes
Verfasst: Dienstag 3. März 2026, 22:41
Das Schreiben erreicht den Tempel in einem schlichten, doch sorgfältig versiegelten Umschlag.
Das Siegel ist sauber gesetzt, beinahe zierlich - als hätte eine ungeübte, aber sehr bemühte Hand es mit ehrfürchtiger Sorgfalt gedrückt.
Die Schrift darin ist fein und auffallend ordentlich, fast kindlich gerade gezogen, ohne Zittern, ohne Klecks.
Jeder Buchstabe steht brav an seinem Platz, als fürchte er selbst, aus der Reihe zu treten.
Zwischen den Zeilen liegt eine stille Ernsthaftigkeit – und etwas Unschuldiges, das nicht recht in die Schwere des Inhalts passen will.
Das Siegel ist sauber gesetzt, beinahe zierlich - als hätte eine ungeübte, aber sehr bemühte Hand es mit ehrfürchtiger Sorgfalt gedrückt.
Die Schrift darin ist fein und auffallend ordentlich, fast kindlich gerade gezogen, ohne Zittern, ohne Klecks.
Jeder Buchstabe steht brav an seinem Platz, als fürchte er selbst, aus der Reihe zu treten.
Zwischen den Zeilen liegt eine stille Ernsthaftigkeit – und etwas Unschuldiges, das nicht recht in die Schwere des Inhalts passen will.
An Vicarius Horatio Bes,
Diener des All-Einen,
ich habe Eure Worte gelesen.
Und mein Herz schlug schneller, als hätte der Herr selbst meinen Namen gerufen.
Wenn ein Gesicht gesucht wird,
das sich hingibt - dann bin ich es, so ihr mich als würdig erwählt.
Ich habe nichts, das ich behalten möchte.
Keinen Gemahl.
Keine Kinder.
Keinen eigenen Traum außer dem, dem All-Einen zu gefallen.
Seit ich denken kann, bete ich darum, würdig zu sein.
Würdig genug, dass mein Leben nicht vergeudet war.
Würdig genug, dass mein Blut nicht umsonst floss.
Wenn die Waagschale mein gewirktes Leben prüft,
so fürchte ich mich nicht.
Ich freue mich.
Denn was könnte schöner sein,
als im Angesicht des Tempels zu stehen
und zu wissen,
dass man dem Herrn etwas darbringen darf?
Ich bin rein.
Ich bin bereit.
Und ich zweifle nicht.
Nehmt mein Leben,
wenn es dem Tempel dient.
Lasst mich vor die Tore der schwarzen Festung treten.
Lasst mich beweisen,
dass mein Glaube kein Wort ist -
sondern Wahrheit.
Leben für den All-Einen.
Leben für ALATAR.
