Erinnerung zum Frühstück
Verfasst: Freitag 1. September 2006, 12:16
Leere, die Hand wanderte über das Laken. Lang schon ungewohnt war dieses Gefühl. Sollte, musste es nun wieder Gewohnheit werden? Er würde kämpfen, er wollte kämpfen, doch wie sehr durfte er? War es Schicksal, so gewollt? Oder nur eine Prüfung des Herzens? Würde Temora helfen können? Ja gewiss, doch war es vielleicht so gewollt, so vorgesehen? Füreinander bestimmt, daran wollte und würde er glauben. Würde das Schicksal hierüber lachen und aufzeigen, dass es anders entschied? Würde ihr Herz wiederentdecken oder neue Wege suchen? Viele Fragen, zuviele! Sie musste zurückkehren, er würde nicht ruhen, bis dies sicher war. An ein „Oder“ wollte er nicht denken. Es durfte dieses oder nicht geben!
Ihren verwirklichten Traum hatte er ihr vorgeführt. Unentschlossen schien sie noch, selbstgeschaffenes auch als eben dies anzusehen. Die Tiere hatten ihr die Nähe deutlich aufgezeigt, keinen Zweifel gelassen, sie so gut zu kennen, wie ein jeder in ihrer Umgebung sie kannte. Einzig sie selbst schien zu zweifeln, ob sie noch sie selbst war. Ihre Familie? Wäre ihr dies Halt und Lösung? Musste er sie nicht sogar anschreiben? Auf der anderen Seite erbat sie Zeit, sicherlich in allem, so wohl auch hierin. Wäre nicht hierin auch Gefahr, sie würde ihre Sorge bestätigt sehen, das alles sei nur ein Spiel, eingefädelt durch den Vater? Nein es musste einen anderen Weg sie wiederfinden zu lassen, was verloren ging. Und sollte es keinen geben, würde er wieder um sie werben. Noch hundertfach, wenn nötig.
Er hatte es angesprochen, ihre erste scheue Annäherung. Damals am Strand, als alles was er schaffen wollte ein Ort der Ruhe und Nähe fern mahnender Augen war und es doch zunächst mehr einem Geschäfstessen glich, als wolle man einen Vertrag aufsetzen, der alle Gefahren und Sorgen abhandelte und alles absichern sollte. Er konnte nicht umhin bei dieser und allen Erinnerungen der vergangenen zwei Jahre, ein um das andere mal zu Schmunzeln. All die kleinen Neckereien und auch die deutlichen Tadelungen. Nichts war vergessen, er musste sich eben für sie beide erinnern, wenn nötig. Ein Gedanke entstand in ihm. Eine kleine Überraschung, albern anmutend möglicherweise und doch etwas woran er festhielt. Die frühe Morgenstunde würde nötig sein.
Nochmals erhob er sich und durchstriff die nächtlichen Gänge des Schlosses. Stille und Frieden lag in den Mauern, doch im Moment eher Einsamkeit gleichkommend. Ihr Lächeln vor seinem geistigen Auge, würde es je wieder so offen geschenkt sein? Die kleine Idee würde es vielleicht in ihr Gesicht zaubern, er vermochte es nicht zu sagen, würde es nicht einmal sehen, wenn alles sein würde, wie vorgesehen. Und doch ihr hoffentlich eine Überraschung. Die Küchenmagd war deutlich verwundert über die späten Wünsche, doch erfüllte sie sogleich in allem Eifer, zusagend sie in aller Frühe vor dem Zimmer bereitzustellen. Auch Garvagh würde wie gefordert bereit stehen.
Der Morgen kam und wie beordert wurde er zu früher Stunde geweckt. Ein eiliger Ritt zunächst gen Westen, besorgend, was die Überraschung komplett machen sollte in einem kleinen Behältnis. Eine kleine Muschel noch hinzugelegt. Wieder huschte ein Schmunzeln über seine Lippen als er sich in eiligem Ritt gen Berchgard aufmachte. Die Tore wurden ihm eiligst geöffnet sahen ihn die wachenden Gardisten schon von fern. Einige beschwichtigende Worte, beruhigten diese schnell und machten deutlich, dass seine Eile gewiss nicht in Verfolgern begründet war. So hielt er schliesslich erst wieder auf der letzten Brücke vor Eileens kleinem Hof an. Garvagh war schnell angebunden. Der Wildfang würde zu viel Lärm veranstalten, wollte er doch unbesehen wieder entschwinden.
So würde Eileen an diesem Morgen einen Korb vor dem Tor des Hofes finden. Gut bestückt mit einigen leckereien und einer Flasche lieblichen Eisweines sowie einem kleinen Fläschchen Sand und folgender Nachricht:
Einen guten Morgen wünsche ich dir, Sonne des Reiches!
Was du verloren hast, werde ich für dich wiederfinden. Möge es dich erinnern an den gemeinsamen Abend im Sonnenuntergang am Strand, als wir das erste mal wahre Nähe zueinander fanden. So bringe ich dir einen Teil des Strandes sowie die Speisen die wir damals miteinander teilten. Die Sonne konnte ich leider nicht einfangen, doch die Sonne erstrahlt durch dich an diesem Ort. Bewahre es in deinem Herzen, so wie ich es seit jeher bewahre, hierum bitte ich.
In Liebe

Ihren verwirklichten Traum hatte er ihr vorgeführt. Unentschlossen schien sie noch, selbstgeschaffenes auch als eben dies anzusehen. Die Tiere hatten ihr die Nähe deutlich aufgezeigt, keinen Zweifel gelassen, sie so gut zu kennen, wie ein jeder in ihrer Umgebung sie kannte. Einzig sie selbst schien zu zweifeln, ob sie noch sie selbst war. Ihre Familie? Wäre ihr dies Halt und Lösung? Musste er sie nicht sogar anschreiben? Auf der anderen Seite erbat sie Zeit, sicherlich in allem, so wohl auch hierin. Wäre nicht hierin auch Gefahr, sie würde ihre Sorge bestätigt sehen, das alles sei nur ein Spiel, eingefädelt durch den Vater? Nein es musste einen anderen Weg sie wiederfinden zu lassen, was verloren ging. Und sollte es keinen geben, würde er wieder um sie werben. Noch hundertfach, wenn nötig.
Er hatte es angesprochen, ihre erste scheue Annäherung. Damals am Strand, als alles was er schaffen wollte ein Ort der Ruhe und Nähe fern mahnender Augen war und es doch zunächst mehr einem Geschäfstessen glich, als wolle man einen Vertrag aufsetzen, der alle Gefahren und Sorgen abhandelte und alles absichern sollte. Er konnte nicht umhin bei dieser und allen Erinnerungen der vergangenen zwei Jahre, ein um das andere mal zu Schmunzeln. All die kleinen Neckereien und auch die deutlichen Tadelungen. Nichts war vergessen, er musste sich eben für sie beide erinnern, wenn nötig. Ein Gedanke entstand in ihm. Eine kleine Überraschung, albern anmutend möglicherweise und doch etwas woran er festhielt. Die frühe Morgenstunde würde nötig sein.
Nochmals erhob er sich und durchstriff die nächtlichen Gänge des Schlosses. Stille und Frieden lag in den Mauern, doch im Moment eher Einsamkeit gleichkommend. Ihr Lächeln vor seinem geistigen Auge, würde es je wieder so offen geschenkt sein? Die kleine Idee würde es vielleicht in ihr Gesicht zaubern, er vermochte es nicht zu sagen, würde es nicht einmal sehen, wenn alles sein würde, wie vorgesehen. Und doch ihr hoffentlich eine Überraschung. Die Küchenmagd war deutlich verwundert über die späten Wünsche, doch erfüllte sie sogleich in allem Eifer, zusagend sie in aller Frühe vor dem Zimmer bereitzustellen. Auch Garvagh würde wie gefordert bereit stehen.
Der Morgen kam und wie beordert wurde er zu früher Stunde geweckt. Ein eiliger Ritt zunächst gen Westen, besorgend, was die Überraschung komplett machen sollte in einem kleinen Behältnis. Eine kleine Muschel noch hinzugelegt. Wieder huschte ein Schmunzeln über seine Lippen als er sich in eiligem Ritt gen Berchgard aufmachte. Die Tore wurden ihm eiligst geöffnet sahen ihn die wachenden Gardisten schon von fern. Einige beschwichtigende Worte, beruhigten diese schnell und machten deutlich, dass seine Eile gewiss nicht in Verfolgern begründet war. So hielt er schliesslich erst wieder auf der letzten Brücke vor Eileens kleinem Hof an. Garvagh war schnell angebunden. Der Wildfang würde zu viel Lärm veranstalten, wollte er doch unbesehen wieder entschwinden.
So würde Eileen an diesem Morgen einen Korb vor dem Tor des Hofes finden. Gut bestückt mit einigen leckereien und einer Flasche lieblichen Eisweines sowie einem kleinen Fläschchen Sand und folgender Nachricht:
Einen guten Morgen wünsche ich dir, Sonne des Reiches!
Was du verloren hast, werde ich für dich wiederfinden. Möge es dich erinnern an den gemeinsamen Abend im Sonnenuntergang am Strand, als wir das erste mal wahre Nähe zueinander fanden. So bringe ich dir einen Teil des Strandes sowie die Speisen die wir damals miteinander teilten. Die Sonne konnte ich leider nicht einfangen, doch die Sonne erstrahlt durch dich an diesem Ort. Bewahre es in deinem Herzen, so wie ich es seit jeher bewahre, hierum bitte ich.
In Liebe