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Ein Schreiben an den Tempel

Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2026, 16:39
von Raena Wolkental
Nachdem die Strapazen der Reise durch die heiße, unbekannte Wüste überstanden waren, stand sie schließlich am Ziel. Vor ihr bauten sich die Tore auf, durch welche hindurch sie einen ersten Blick auf den Tempel erhaschen konnte.

Sogleich traten die Wachen heran, und befragten sie zu ihrem Anliegen, woraufhin sie ein Schreiben an den Tempel überreichte mit der Bitte es zu überbringen.
Zudem ließ sie wissen, dass die Absenderin wohl noch eine Zeit in der Stadt weilen würde um sie sich anzusehen, und sie eine Antwort in der nächsten Zeit wohl in der Herberge zum wilden Lama erreichen würde.

Den Kopf wird dankbar etwas tiefer geneigt, wobei sie den um Selbigen sowie Nacken und Hals gewickelten dünnen Stoffschal mit einer Hand festhielt, damit er ihr nicht verrutschte.

Dann machte sie sich aber auch schon wieder auf den Weg zurück, den Berg hinab um sich etwas in der Herberge zu erfrischen, und den Sand - zumindest für kurze Zeit - von Körper und Kleidung zu bekommen.


~~~


Wird das Schreiben geöffnet offenbaren sich die folgenden Zeilen:

An die ehrwürdigen Hüter des Tempels,

diese Zeilen tragen eine Bitte, nicht aus Glauben geboren, sondern aus dem Wunsch nach Verständnis.

Mein Name ist Raena. Als Reisende hat mein Weg mich erst kürzlich in dieses Land und nun in die Wüste geführt, bis vor die Mauern Eures Tempels. Ich ersuche Euch respektvoll um die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches, um Einblick zu erhalten in die Gedanken und Lehren des Glaubens, den Ihr bewahrt.

Seit längerer Zeit trage ich etwas mit mir, für das ich bislang keinen Abschluss finden konnte. Es liegt hinter mir, doch wirkt es fort. Weder Zeit noch Entfernung vermochten es, ihm das Gewicht zu nehmen. Darum suche ich nach Wegen, anders auf das Vergangene zu blicken – nicht um mich ihm zu entledigen oder es zu vergessen, sondern um es tragen zu können.

Von einem Einblick in euren Glauben erhoffe ich mir Anregungen, die mir helfen könnten, das Vergangene einzuordnen, es vielleicht auf einem neuen Blickwinkel zu betrachten und einen neuen Umgang damit zu finden.

Ich komme nicht in Erwartung schneller Antworten. Allein das Gespräch selbst, das Zuhören und das Verstehen, erscheinen mir als möglicher erster Schritt auf diesem Weg, um daraus für meinen Weiteren zu lernen.


Solltet Ihr es für angemessen erachten, mir diese Gelegenheit zu gewähren, so wäre ich Euch sehr dankbar.


Mit aufrichtiger Bitte,
Raena

Annahme

Verfasst: Donnerstag 5. Februar 2026, 23:10
von Maheen Ayat Azeezah
*Das Schreiben erreicht die Geweihtenschaft der Mutter und wird in den Räumlichkeiten der Khaliq ausgelegt*

Re: Ein Schreiben an den Tempel

Verfasst: Freitag 6. Februar 2026, 18:31
von Maheen Ayat Azeezah
Ein Bote in den Farben des Tempels wird versuchen, Raena in der besagten Herberge aufzufinden, um ihr ein Antwortschreiben des Tempels zu übergeben:


06. Eisbruch 269 n. BK.,
unter der Herrschaft des Erhabenen Amar Haydar Omar im Zeitalter der Dualität,
5. menekanisches Zeitalter,
Goldene Stadt - Menek'Ur.


Salam Aleikum und der Schöpfermutter Segen mit Dir, Raena.

  • Der hohe Tempel der Mutterschöpferin auf dem heiligen Berge Cantar muss dein Ersuchen bedauerlicherweise vorerst ablehnen. Die Geweihtenschaft hat derzeit keine Kapazitäten einer fremden Suktar einen Privatunterricht über unseren Glauben zu ermöglichen.

    Wir empfehlen Dir, [1] die öffentlichen Glaubensunterrichte des Tempels zu besuchen, die regelmäßig bekannt gegeben werden,
    [2] das Einlesen in die Glaubenswerke, die unsere Bibliothek im Tempel beinhaltet,
    [3] das Abwarten, bis wir wieder Ressourcen haben, um Glaubensunterweisungen in solch exklusivem Kreis zu ermöglichen
    [4] oder das Vorweisen eines Empfehlungsschreibens eines verbündeten Volkes, z.B. eines hochrangigen Adeligen Lichtenthals, dem Rat der Kaluren, dem Rat der Edhil oder aus der Führungsriege der Thyren.

    Dein anderes Anliegen, das nach einer seelsorgerischen Begleitung klingt, verweisen wir aus ähnlichem Grund an unsere geschätzten Freunde im Kloster der Lichteinigkeit - der Geweihtenschaft der Tochter, Temora oder die Bruderschaft, die Druiden, solltest du dem gefestigten Glauben an Eluive nachgehen.

    Wir bedauern, dass wir uns aktuell nicht um dein Anliegen kümmern können.
    Wir hoffen jedoch, dass Du die Gastfreundschaft der goldenen Stadt genießt,
    damit wir Dir und Du uns weniger fremd wirst.

    Wasser und Schatten.
    Im Namen des Tempels:

    Maheen Ayat Azeezah,
    Haatim der All-Mara"

Re: Ein Schreiben an den Tempel

Verfasst: Sonntag 8. Februar 2026, 01:38
von Raena Wolkental
Spät am Abend kehrte Raena aus der Bibliothek der Akademie in die Herberge zurück. An der Schwelle wurde ihr das Antwortschreiben des Tempels gereicht. Mit einem dankenden Nicken nahm sie es entgegen und zog sich die Treppen hinauf in ihre vorübergehende Bleibe zurück.

Auf der Bettkante sitzend widmete sie sich dem Inhalt. Zeile um Zeile las sie aufmerksam, bis sich in ihren Zügen eine stille Mischung aus Bedauern und Verständnis spiegelte. Ein leises Seufzen entwich ihr, als sie das Schreiben auf den Nachttisch legte.

Sie ließ sich rücklings auf das weiche Bett sinken, zog das Kissen heran und schloss die Augen.
„Dann will ich die Ausschreibungen im Auge behalten… und der Bibliothek bisweilen einen Besuch abstatten“, murmelte sie leise – ehe die Müdigkeit sie einholte und ihr Atem ruhiger wurde.

Ein unverhofftes Geschenk?

Verfasst: Sonntag 8. Februar 2026, 02:25
von Maheen Ayat Azeezah
*Nachdem sie nun schon eine Weile höflich zurückhaltend von einigen Wüstenkindern in der Herberge und Akademie beobachtet wurde, wird ihr ein kleines Stoffbündel am nächsten Morgen überbracht, das vom Siegel des Tempels geziert wird. Anbei liegt ein schlichter Zettel:

"In der Bibliothek des Tempels findest Du mehr zu deinem Anliegen als in der Akademie, lies selbst." *



ooc: siehe "Private Nachrichten"

Re: Ein Schreiben an den Tempel

Verfasst: Sonntag 8. Februar 2026, 17:51
von Raena Wolkental