Ein Kalurisches Meisterstück
Verfasst: Samstag 31. Januar 2026, 02:38
Teil I – Von Wegen, Wacht und der Frage nach dem Bihr
„Âkh soll mich entscheiden.“
Nori sagte es ruhig, aber er hatte den Krug noch nicht angerührt.
Für einen Kaluren war das kein gutes Zeichen.
„Austausch über die Graik“, fuhr er fort.
Er schnaubte. „Drei Wege.“
Ich legte den Hammer beiseite. „Welche?“
„Die Thyren im Norden.“
Er zuckte mit den Schultern. „Kälte, Sturm, lange Märsche. Das macht dar nor etwas – wir sind Kaluren. Aber Wacht heißt dort: Stundenlang stehen, ohne Ablösung, ohne Ausschank.“
Er hob einen zweiten Finger.
„Die Menekaner in der Wüste. Hitze, Sand, klare Regeln. Nor gibts dort Bihr. Und das in dos Hitze.. mit dos hohem Sonnenstand.“
Dann der dritte.
„Oder die Langbeiner in der Stadt. Feste Mauern, feste Zeiten, feste Blicke.“
Ein schiefes Grinsen. „Und die feste Überzeugung, dass Bihr auf Wacht unangebracht sei.“
„Kälte schreckt dar nor“, stellte ich fest.
„Nie“, sagte Nori. „Durst schon.“
Er trommelte mit den Fingern auf den Tisch.
„Überall Pflicht. Überall Schild und Speer. Aber nirgends ist sicher, dass ein Kalure dabei Kalure bleiben darf.“
Ich wollte einen Spott sagen. Tat es nicht.
„Bei den Thyren“, sagte ich, „verpasst dar den Ausschank.“
„Bei den Menekanern“, ergänzte er, „vergisst du, dass es überhaupt Bihr gibt.“
„Und bei den Langbeinern“, sagte ich langsam, „wartest du auf Erlaubnis.“
Nori nickte ernst. „Eben das.“
Mein Blick wanderte zu dem Schild an der Wand. Schwer. Abgenutzt. Ehrlich.
„Was“, hörte ich mich sagen, „wenn der Ort egal wäre?“
Er sah mich an. „Jetzt wirst dar philosophisch.“
„Was, wenn du dar Bihr nicht bekommst“, fuhr ich fort,
„sondern es einfach dabei hast?“
„Im Rucksack?“
Er verzog das Gesicht. „Warm. Ungeschützt. Unwürdig.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Ein Kalure trägt seinen Schild immer.“
Stille.
Dann ein kurzes, kehliges Lachen.
„Grim“, sagte Nori, „wenn dar mir jetzt erzählen willst, dar baust einen Schild, aus dem man trinken kann, dann sag âkh das der ganzen Halle.“
„Es ist nur eine Frage“, knurrte ich.
„Eine gefährliche“, grinste er.
Aber er dachte nach. Das sah ich.
„Ein Schild“, murmelte er. „Auf jeder Wacht. In Schnee, Sand oder Stein.“
Er sah mich an. „Er müsste stabil sein. Und das Bihr… geschützt.“
Ich antwortete nicht.
Ich sah nur das Metall vor mir.
Und fragte mich zum ersten Mal ernsthaft:
Wie viel Funktion verträgt Mithril, bevor es seine Würde verliert?
„Âkh soll mich entscheiden.“
Nori sagte es ruhig, aber er hatte den Krug noch nicht angerührt.
Für einen Kaluren war das kein gutes Zeichen.
„Austausch über die Graik“, fuhr er fort.
Er schnaubte. „Drei Wege.“
Ich legte den Hammer beiseite. „Welche?“
„Die Thyren im Norden.“
Er zuckte mit den Schultern. „Kälte, Sturm, lange Märsche. Das macht dar nor etwas – wir sind Kaluren. Aber Wacht heißt dort: Stundenlang stehen, ohne Ablösung, ohne Ausschank.“
Er hob einen zweiten Finger.
„Die Menekaner in der Wüste. Hitze, Sand, klare Regeln. Nor gibts dort Bihr. Und das in dos Hitze.. mit dos hohem Sonnenstand.“
Dann der dritte.
„Oder die Langbeiner in der Stadt. Feste Mauern, feste Zeiten, feste Blicke.“
Ein schiefes Grinsen. „Und die feste Überzeugung, dass Bihr auf Wacht unangebracht sei.“
„Kälte schreckt dar nor“, stellte ich fest.
„Nie“, sagte Nori. „Durst schon.“
Er trommelte mit den Fingern auf den Tisch.
„Überall Pflicht. Überall Schild und Speer. Aber nirgends ist sicher, dass ein Kalure dabei Kalure bleiben darf.“
Ich wollte einen Spott sagen. Tat es nicht.
„Bei den Thyren“, sagte ich, „verpasst dar den Ausschank.“
„Bei den Menekanern“, ergänzte er, „vergisst du, dass es überhaupt Bihr gibt.“
„Und bei den Langbeinern“, sagte ich langsam, „wartest du auf Erlaubnis.“
Nori nickte ernst. „Eben das.“
Mein Blick wanderte zu dem Schild an der Wand. Schwer. Abgenutzt. Ehrlich.
„Was“, hörte ich mich sagen, „wenn der Ort egal wäre?“
Er sah mich an. „Jetzt wirst dar philosophisch.“
„Was, wenn du dar Bihr nicht bekommst“, fuhr ich fort,
„sondern es einfach dabei hast?“
„Im Rucksack?“
Er verzog das Gesicht. „Warm. Ungeschützt. Unwürdig.“
Ich schüttelte den Kopf.
„Ein Kalure trägt seinen Schild immer.“
Stille.
Dann ein kurzes, kehliges Lachen.
„Grim“, sagte Nori, „wenn dar mir jetzt erzählen willst, dar baust einen Schild, aus dem man trinken kann, dann sag âkh das der ganzen Halle.“
„Es ist nur eine Frage“, knurrte ich.
„Eine gefährliche“, grinste er.
Aber er dachte nach. Das sah ich.
„Ein Schild“, murmelte er. „Auf jeder Wacht. In Schnee, Sand oder Stein.“
Er sah mich an. „Er müsste stabil sein. Und das Bihr… geschützt.“
Ich antwortete nicht.
Ich sah nur das Metall vor mir.
Und fragte mich zum ersten Mal ernsthaft:
Wie viel Funktion verträgt Mithril, bevor es seine Würde verliert?
