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Briefwechsel Helisande - Althan

Verfasst: Montag 26. Januar 2026, 19:02
von Helisande von Alsted
Ein Bote wird auf Kawi dem Veneficus Althan einen Brief überreichen. Die Banderole ist in Drachenblauschwarz, das Siegel nur ein ins Wachs gedrücktes, winziges Efeublättchen.

Grafschaft Tiefenberg
26. Hartung 268


Kron und Reich zur Ehr, Veneficus Althan Novus,

ich hoffe Ihr verlebt ruhige Tage auf der Insel und habt die Gelegenheit weiterhin langsam und stetig dazu zulernen. Zunächst, verzeiht mir meine Überforderung Eurer Person bei unserem Gespräch. Wir haben teilweise ungünstige Erfahrungen mit Personen sammeln dürfen, die vorgeblich ihr Gedächntis und ihre Erinnerungen eingebüßt haben. Doch scheinen die Berichte von dem Umgang des alatarischen Reiches mit Euch valide zu sein.

Ich bin Helisand von Alsted, geborene Senheit und verwitwete Dravan. Ich bin Kronritter der Krone Alumenas und Gräfin Tiefenbergs. Doch beginnen wir mit dem Anfang: Ich lebe in Lichtenthal. Lichtenthal ist ein Herzogtum in Königreich Alumenas. Unser König ist Ador I. von Alumenas. Sein Königreich gliedert sich in Herzogtümer, die Herzogtümer in Grafschaften und die Grafschaften in Baronin und Freiherrschaften. Genauere Namen und Ortschaften könnt Ihr der beigefügten Karte entnehmen. Bitte beachtet, dass der Grenzverlauf in Drakon sich sehr dynamisch verhält und die Karte eine Momentaufnahme darstellt.

Ich bin somit eine Vasallin Seiner Herzöglichen Hoheit Anselm von Lichtenthal. Darüberhinaus, noch bevor ich Gräfin wurde, war ich Soldatin des Regimentes. Meine militärische Karrieren führte mich bis in den Rang des Oberst - den ich sehr lange inne hatte. Im Herzen bin ich noch immer Soldatin. Vermutlich kennt Ihr Soldaten von der Inselwacht Kawis. Ich wurde Knappe, Ritter und nach einigen Jahren dann von Seiner Majestät zum Kronritter ernannt. Es gibt keine wirklich treffende Möglichkeit zu erklären, was ein Ritter ist, doch will ich es versuchen.
Wir werden ausgebildet in Kampf und Taktik, als Adlige und Diplomaten. Wir leisten Eide auf Reich, auf Glauben und auf die Krone. Wir werden von Temora gesegnet, unser schützender Schild gilt der Kirche und ihrer Geweihten. Klingt wunderbar, nicht wahr? Kurz gefasst - ich bin das Schwert des Reiches. Ich töte und das nicht immer nur zur Verteidigung. Da wo Ihr und andere Magier das Lied nutzt und dessen Möglichkeiten, nutze ich die Realität des kalten Stahls.

Mein Wappen habt Ihr schon auf meiner Kleidung sicher wahrgenommen. Mein Wappentier ist ein Drache. Mal schwarzblau, mal silbern - je nach Untergrund. Den Beinamen "der Drache", den bekam ich schon als Korporal im Regiment. Ich verrate Euch hier und heute nicht warum, sondern hebe mir Eure Vermutungen und Ideen dazu für ein Gespräch auf.

Innes wird Euch in den nächsten Tagen einige Bücher vorbeibringen, die ich auf die Schnelle auftreiben konnte. Einige meiner Bücher würde ich Euch später zur Ansicht geben. Sie sind selten und für mich wertvoll. Ich hoffe dieses Schreiben überfordert Euch nicht und Ihr habt ein wenig Kenntnis nun mehr gewonnen über diese für Euch neue Welt. Schickt mir gern Fragen oder Betrachtungen, ich werde antworten.

Kommt gut durch Eure Tage.
Helisande von Alsted

  • Eine Karte des Königreich Aluemenas mit allen Herzogtümern liegt bei.
  • Eine Karte des Herzogtum Lichtenthals mit allen Lehen liegt bei.
  • Ein Glossar mit Personen, Ständen und Worterklärungen wurde ebenfalls beigefügt, es macht den Anschein das sei Lehrmaterial für Adelskinder.

Re: Briefwechsel Helisande - Althan

Verfasst: Samstag 31. Januar 2026, 15:03
von Althan
Ein Bote wird damit beauftragt werden ein gesiegeltes Schreiben an die Gräfin von
Tiefenberg zu überreichen. Es ist umwickelt mit einem schmalen Bandagenstreifen, als hätte er nichts Anderes vorrätig gehabt. Das Siegel scheint einfaches getropftes Kerzenwachs zu sein, als habe er gerade nichts Besseres zur Hand gehabt.



K`awi xan’yasha, Gräfin Helisande von Tiefenberg,

die Beurteilung in wie weit meine Tage ruhigereignisreich erscheinen, fällt mir noch schwer, da mir hier ein längerer Vergleich über die Jahre noch fehlt. Jeder Tag ist ein Ereignis. Doch muss ich einräumen, dass ich im Bestreben meine Zeit sinnvoll zu nutzen einen gewissen Ablauf in meinen Tag integriert habe. Natürlich kommt es hierbei immer wieder zu unvorhergesehenen Zwischenfällen, die meine tägliche Routine unterbrechen.

Ich möchte dieses Pergament zum Anlass nehmen euch für die Karten und Bücher zu danken, sie sind recht umfangreich, geben mir aber einen guten Überblick auch war ich dankbar über die verständliche Auflistung der Stände im Reich. Am gestrigen Abend besuchte uns Freiherrin Ekatharyna von Junkernsteyn. Angelica ward es so möglich ihre Fragen zu beantworten und ihr einiges über Ihn zu erklären. Jenes geschah in meiner Abwesenheit, warum dies nötig war führe ich weiter unten meines Schreibens an. Aber ich habe vieles über ‚Drachen‘ an diesem Abend lernen dürfen, um so eure Worte doch wage zu verstehen, aber dies ist nur eine Vermutung.

Alles hier ist für mich ein Lernen, Tun, Fehler machen und es besser machen, ich denke es wird nach zu einigen Fehlern kommen in Zukunft. Aber ich freue mich jenes in einem erneuten Gespräch zu vertiefen, natürlich ist euer Gemahl dazu immer mit eingeladen.
Um es euch aus meiner Sicht darzustellen. Mein Leben begann am 16. Alatner 268 und Angelica war die Einzige die mir half und mich aus dem Land, dass Er seine Heimat nannte nach K’awi führte. Ich hege kein Interesse daran, die Hintergründe was Ihm geschah zu ergründen. Wir haben indies festgestellt, dass sobald ich mich versuche an der Zeit vor meinem ‚Wahrnehmen‘ zu erinnern ich mit stetig ansteigenden Kopfschmerzen malträtiert werde und es danach zu einem Gedächtnisverlust kommt. Ich kann mich an jenen persönlich nicht erinnern, aber es wurde von Angelica, Arkalimon und Aayron wohl erlebt/wahrgenommen.

Ich stelle mir es so vor… taucht in die tiefe See und je tiefer ihr hinabtaucht umso dunkler wird es. Ganz dort unten irgendwo ist nur Schwärze, ansonsten ist da nichts. Kein Flüstern, keine Sicht und kein Erinnern. Dann seht ihr was ich sehe. Was ich nun erleben darf ist ein Auftauchen aus einer Dunkelheit in eine mir vollkommen unbekannte Welt. Eine Welt die auf mich einstürmt, wo einige Worte absolut fremd sind. Dazu musste ich in den vergangenen Tagen auch feststellen, dass Handlungen die ich gut meine schon ein Unverständnis bis hin zu einem Eklat auslösen könnten. Wenn ich nur in einem Stundenlauf schon mehrere Fehltritte was Umgangsformen oder das Miteinander angeht begehen kann, was soll dies erst werden, wenn ich K’awi verlasse? So sehe ich K’awi als sicherer Hafen und habe auch nicht vor ihn zu verlassen… bis ich auf die Welt dort draußen besser vorbereitet bin.

Ich glaube gerade ist dort im Norden Winter, die K’awianer waren von den Bajardern
eingeladen worden an einer Schneeballschlacht teilzunehmen. Ich stellte fest, dass ich hier mit drei Gewandstücken und ein paar Schuhe auskomme, etwas was bei Angelica immer noch zu einer leichten Missbilligung führt. Ich scheine so etwas wie ein Minimalist zu sein, der mit wenig auskommt. Aber ich vermute bald gehen mir die Argumente aus und der Gang zu einer Schneiderin mit ihr steht mir bevor, die Vorstellung daran gefällt mir nicht sonderlich. Jedenfalls stellten Angelica und ich vor einiger Zeit fest, dass ich über eine gewisse Ausrüstung verfüge, aber leider sind sie alle viel zu unbequem für das warme Wetter hier. Auch ist es nicht ratsam außerhalb vom Strand mit einem Handtuch herumzulaufen. Inzwischen habe ich einen guten
Mittelweg finden können. Ich hoffe, bald einen Collegus zu finden, der mir den ganzen ‚Kram‘ in meiner Banktruhe erklärt… mein altes Ego scheint eine beinahe perfektionistische Ordnung dort gehalten zu haben. Vielleicht, weil Er so war oder aber um es mir zu erleichtern mich in den ganzen Kästchen zurechtzufinden. Aber ich langweile euch bestimmt mit solchen Nichtigkeiten nur.

Vielleicht wird es sich irgendwann ergeben, herauszufinden an was sich mein Körper noch erinnert auch wenn sein Wissen fort ist. Indessen verspürte ich je mehr meine körperlichen Kräfte sich regenerierten eine Unruhe die ich mit Bewegung kompensieren konnte. Mit Angelica fanden wir heraus, dass ich schwimmen kann. Es gelang mir mit einer gewissen Leichtigkeit und hinterließ in mir die Frage zu was dieser Körper noch in der Lage sein wird.
Aufgrund eurer Erfahrung in Diplomatie und Umgangsformen wäre es mir auch hier eine Freude, mein Wissen darüber zu erweitern? So wünsche ich einen wohlen Tag unter den Euren.

Gez. Althan