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Korrespondenzstäbe
Verfasst: Dienstag 20. Januar 2026, 18:42
von Caelis Therin
Der Kamin knisterte, und die Flammen loderten in einem wilden Tanz vor sich hin. Caelis saß gemeinsam mit Thaius auf dem Fell vor dem Kamin, sie unterhielten sich über den Bau ihres Stabes. Schon lange hatte sie überlegt, welche Materialien sie dafür nutzen sollte, doch noch immer hatte sie sich nicht endgültig festgelegt. Immer wieder haderte sie mit sich, und leise Zweifel stiegen in ihr auf.
Der Stab sollte genau zu ihr passen. Schließlich ist so ein Artefakt etwas Besonderes, etwas sehr Persönliches, etwas, von dem sie profitieren und das seinen ganz eigenen Nutzen für sie entfalten würde. Ihr Blick wanderte wieder nachdenklich zu den tanzenden Flammen, man konnte ihr ansehen, wie sehr sie diese Entscheidung beschäftigte. Thaius folgte ihrem Blick ins Feuer, bevor er einen Vorschlag unterbreitete. Dieser gefiel Caelis ausnehmend gut und er war nicht nur klug gewählt, sondern spiegelte auch die tiefe Verbundenheit wider, die man bei den beiden sofort spürte, wenn man sie kannte. Angeregt durch Thaius' Worte kam der zierlichen Frau nun ihrerseits eine interessante Idee, die sie ihm sogleich offenbarte. Während sie sprach, sah sie den fertigen Stab bereits deutlich vor ihrem inneren Auge. Sie diskutierten die Materialien, die infrage kämen, und wurden sich schließlich einig. Caelis fertigte Skizzen an, die exakt ihre gemeinsamen Vorstellungen widerspiegelten. Nun waren sie sich beide nicht nur sicher, sondern auch vollkommen einig: Genauso sollte es sein. Bevor sie jedoch die Reise in die Kälte antraten, statteten sie der Matriarchin Mondstein noch einen Besuch ab, um letzte Zweifel auszuräumen und ihr Vorhaben abzusichern. Die Matriarchin sprach ihnen nicht nur Mut zu, sondern mahnte auch, dass dieses Vorhaben schwer werden würde. Doch Caelis und Thaius hielten fest an ihrer Aufgabe und ihren Ideen, und so dauerte es nicht lange, bis sie gemeinsam den Weg beschritten.
Caelis stand dicht neben Thaius, die Kälte der Berge noch in ihren Gliedern. Vor ihnen stand Chrom Felsschläger, ein Kalure, dessen Blick so prüfend und fest war wie der Fels, aus dem seine Heimat gehauen wurde. „K'awi xan'yasha“, grüßten sie, und nach einem Moment des gegenseitigen Musterns, wobei Chrom besonders kritisch unter ihre Kapuzen spähte, bot er ihnen den Gruß seiner eigenen Art an: „Cirmias zum Mahal.“ Es war ein vorsichtiger Tanz der Worte. Als Caelis erklärte, dass sie Liedwirker aus der Akademie von K'awi seien, spürte sie förmlich, wie sich die Luft veränderte. Chrom legte den Kopf schief. „Ihr wisst, dass wir Kaluren dem sehr skeptisch gegenüberstehen?“ Sie bemerkte, wie Thaius neben ihr die Lippen zusammenpresste. Aufrichtig gestand sie leise, dass sie das nicht gewusst hatte. Diese Ehrlichkeit schien das Eis zu brechen. Chrom forderte sie auf, keine Magie auf seinem Boden zu wirken, nicht einmal ansatzweise. Sie versprachen es, und erst dann, nach einem skeptischen Nicken, bat er sie herein. In der wohligen Wärme der Stube kam Caelis zum Kern ihres Besuches. Sie erzählte ihm von ihrem Studium und dem bevorstehenden Stabbau. Sie erklärte ihm offen, dass sie zierlich sei und körperlich nicht die Stärkste – ein Umstand, den sie schmerzlich im Kampf hatten feststellen müssen. Deshalb hatte sie sich für Mithril entschieden. Aber es gab noch einen weiteren Grund, Thaius und sie wollten Zwillingsstäbe. Ihr Stab sollte klein und fein sein, seiner robust und groß, und sie sollten so gefertigt werden, dass sie perfekt ineinanderpassten, wie ein Schwert in seine Scheide. Chrom hörte schweigend zu. Als er fragte, ob die Stäbe ganz aus dem heiligen Metall sein sollten oder nur damit verstärkt, nickte Caelis entschlossen. „Ja. hauptsächlich aus Mithril.“ Es folgte ein Moment, der beide sprachlos machte. Chrom offenbarte ihnen, dass er nicht nur ein Feinschmied, sondern auch ein Meister der Gemmenschneiderei war. Er nannte sogar die Namen großer Magier, die bereits seine Kunden gewesen waren. Das Vertrauen wuchs mit jedem Satz. Caelis zückte ihre Skizze, an der sie so fleißig gearbeitet hatte. Er beugte sich darüber, und ein leichtes Grinsen stahl sich auf sein bärtiges Gesicht. „Man könnte die Steine sogar in Faustform schleifen“, murmelte er. Er verstand sofort, was sie meinte: Dass die Stäbe so ausgewogen sein müssten, dass selbst Caelis mit ihrem geringen Gewicht nicht das Gleichgewicht verlor, wenn sie sie führte. „Dafür sind wir Kaluren bekannt“, sagte er stolz. Dann machte er einen Vorschlag, der sie überraschte: Er wollte beide Rohlinge sofort fertigen, auch wenn Thaius seinen erst viel später benötigen würde. „Präzision ist das Zauberwort“, erklärte er ihnen. Er versprach, die Stäbe so zu bauen, dass man am Ende nicht einmal erkennen würde, dass es zwei separate Teile sind, wenn sie verbunden werden. Thaius war sichtlich verblüfft, sein Mund stand einen Spalt breit offen. „Das geht?“, brachte er nur hervor. Caelis war genauso sprachlos und ihre Mundwinkel schossen empor. Bevor sie gingen, stellte Caelis ihm eine Frage, die ihr am Herzen lag: „Wenn du Mithril in drei Worten beschreiben müsstest, wie würdest du es nennen?“ Chrom grinste und sagte ohne zu zögern: „Ein Geschenk Cirmias.“ Es war ein guter Augenblick. Sogar ein Lachen stahl sich in die Runde, als Chrom meinte, dass es kein Problem gäbe, das man nicht mit einer scharfen Axt lösen könne. Sie verließen ihn mit dem Versprechen, dass er Boten schicken würde, sobald die Arbeit getan war. Caelis' Herz war leicht, bald würde sie nicht nur einen besonderen Stab in den Händen halten, sondern ein Stück Geschichte, das sie für immer mit Thaius’s Stab verbinden würde.
Fortsetzung folgt...
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Donnerstag 22. Januar 2026, 10:59
von Chrom Felsschlaeger
Chrom saß entspannt in seinem großen Sessel am Kamin und las in einem Buch. Genüsslich schmauchte er dabei seine Rauchpfeife und hatte eigentlich mit seinem Tagewerk für diesen Tag schon abgeschlossen.
Als die Türglocke sich rührte und ihn aufschrecken ließ da er für diese zeit keinen mehr erwartet hatte. Der Zwerg legte als Lesezeichen eine Vogelfeder zwischen die Buchseiten und legte dann das Buch bei Seite. Die Rauchpfeife wird kurzerhand am Kamin abgelegt, sie würde von alleine verlöschen.
Er drückt sich aus dem Sessel hoch und stapft zur Türe um nach zu sehen wer da noch etwas von ihm wolle.
Ale er die Türe öffnete sah er draußen zwei gestalten eingehüllt in Kapuzenmänteln, die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen so das man ihre Gesichter kaum erkennen konnte.
Chrom versuchte die Gesichter zu erkennen und beugte sich leicht vor. Die beiden Gestallten zogen darauf hin ihre Kapuzen zurück so dass sie sich zu erkennen gaben und stellten sich auch direkt vor mit einem Kawi-Gruß.
Der Zwerg fragte nach ob sie Liedwirker seinen was sie ohne zu zögern einräumten.
Chrom legte den Kopf schief und erklärte ihnen dass solche bei den Kaluren nicht gerne gesehen waren und forderte ihnen das Versprechen ab keine Magie zu wirken solange sie sich auf kalurischen Boden befänden. Diese versprechen wurde ohne zu zögern gegeben, erst dann entbot auch Chrom den beiden einen Cirmiasgruß und bat sie doch einzutreten.
Man saß eine ganze Weile beisammen und Caelis erläutere in allen Einzelheiten worum es ging und was genau sie angefertigt haben wollten. Chrom bestätigte das dies wohl alles handwerklich möglich sein und führte aus wie er es denn anstellen wollen würde.
Es war schon spät geworden und man verabschiedet sich. Chorm sagte den Beiden zu ihnen per Bote bescheit zu geben wenn er mit seiner Arbeit fertig wäre.
Und so zogen die beiden wieder von dannen. Chrom sinnierte noch kurz über das besprochene bevor er sich für die Nachtruhe zu Recht machte und zu Bett ging.
Am nächsten Morgen setzte sich der Zwerg hin um sich noch einmal Gedanken zu dem Auftrag zu machen den man ihm anvertraut hatte. Nach einer Weile bekam er Zweifel was die Herkunft seiner Kunden anbetraf, nicht das diese Liedwirker waren, sie hatten sich sehr anständig verhalten daran gab es nichts auszusetzen, sondern viel mehr war Kawi da eher ein Hindernis.
Chrom zog das kalurische Gesetzbuch aus dem Regal um dort nachzuschlagen welche Regelung es für Kawi ab.
Dort stand nichts betreffend der Insel Kawi, aber dort stand dass der Handel mit dem heiligen Metall nur mit befreundeten Völkern, Fraktionen und mit jedem mit denen die Kaluren ein entsprechendes Abkommen geschlossen hatten. Es galt also nicht für Kawi und seine Bewohner.
Chrom klatschte sich mit der Hand vor die Stirn und grummelte verärgert über sich selbst.
„Du alter Höhlenschrat, das hätte dir auch vorher einfallen können bevor du diesen Leuten eine Zusagen gegeben hast, jetzt stehst du in der Pflicht und kannst zusehen wie du da wieder raus kommst, aber vielleicht hat man ja Verständnis“?!
Chrom setzte sich direkt hin und meißelte eine Botschaft die er per Bote zu seinen Kunden schicken würde um alles zu erklären und um Verständnis zu bitten das er den Auftrag so nicht würde ausführen können.
Er entbot seine grüße im Namen Cirmias und bittet um Antwort.
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Donnerstag 22. Januar 2026, 15:23
von Caelis Therin
Ein immer wiederkehrendes Lächeln lag auf ihren Lippen, als sie nach dem Besuch in der Frostklamm daheim auf K'awi ankamen. Sie konnten es selbst noch gar nicht fassen, ein so wundervolles Material errungen zu haben, das so stimmig zu ihnen passte, das heilige Metall von Cirmias für ihren Stab. Ein Geschenk von Cirmias, wie Chrom es nannte. Caelis und Thaius freuten sich unglaublich darüber. Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit zahlten sich eben aus, zumal die beiden ja schon des Öfteren in der Frostklamm gewesen waren, um dort Handel zu treiben.
Gemeinsam sprachen sie darüber, dass all die Mühen sich gelohnt hätten, die Stunden, die man über der Zeichnung saß, die Überlegungen, wie der Stab einst werden sollte, welcher Edelstein gewählt wurde und welche Form die Geschwisterstäbe erhalten würden. Immer wieder verging ein Tag mit Gesprächen oder einem Besuch bei der Matriarchin Mondstein, um alles in Sicherheit zu wiegen. Endlich war die Skizze angefertigt und das Material ausgesucht. Dass nach all den Bemühungen ein solcher Erfolg zu verzeichnen war und alles per Handschlag mit Chrom abgewickelt wurde. Welch ein Glück!
Es vergingen einige Tage, bis eine Steintafel ankam. Caelis’ Gesicht veränderte sich plötzlich, und sie brauchte einige Momente, um die Nachricht richtig zu deuten und wahrzunehmen. Nach mehrmaligem Blinzeln sickerte die Enttäuschung durch. Es fühlte sich an wie ein Schlag in die Magengrube, und der Gedanke kam auf, dass all ihre Mühen umsonst gewesen waren. Was sie jedoch am meisten enttäuschte, war nicht die Tatsache, dass sie auf K'awi lebte und dies scheinbar der Grund für die Absage war, sondern dass man sich nicht einmal die Mühe gemacht hatte, eine gemeinsame Lösung zu finden. Vielleicht wusste man es nicht besser, vielleicht wusste man nicht, was ein Stab für einen Magier bedeutete. Er ist etwas zutiefst Persönliches, etwas, das einem Magier beisteht und nicht bloß als Schmuckstück gilt. Ein Magier benötigt ihn so sehr, wie ein Kalure seine Axt im Kampf benötigt. Sprachlos und mit bitterer Miene sah sie Thaius an, reichte ihm die Steintafel und ging hinaus, um einen langen Spaziergang auf K'awi zu machen, auf der Insel, die ihr wunderschönes Zuhause ist und die sie so sehr liebt.
Später als Caelis heim kehrte, schickte sie einen Boten zur Frostklamm um Chrom wissen zulassen das sie es zur Kenntnis genommen hatte.
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Donnerstag 29. Januar 2026, 14:42
von Thaius Lark
Ein Auszug, mitten aus einer langen Aufzeichnung, in der viele Details über die Planung zweier Stäbe zu finden sind.
… so wäre Mithrill die erste Wahl gewesen. Die Eigenschaften dieses Metalls sind geradezu überragend und wären für unser Vorhaben vermutlich ideal gewesen. Doch der schnelle und endgültige Vertragsbruch des Kaluren, lässt dieses besondere Metall in vorerst nicht erreichbare Ferne rücken. Eine interessante Strategie im Übrigen, einen Vertrag mit Überzeugung und Handschlag abzuschließen. So gibt es später keinen Nachweis. Das respektiere ich möchte ich erwähnen, es ist durchaus schlau und ich werde mich dem zu einem deutlich späteren Zeitpunkt noch einmal widmen. Es interessiert mich, ob dies gängige Praxis bei den Kaluren ist. Ich mutmaße jedoch, es betrifft lediglich deren Verhalten gegenüber anderen Völkern und damit stehen sie sicher nicht alleine da. Letztlich machen wir alle Fehler und vergessen manchmal selbst die Grundlegendsten Dinge im Angesicht der Möglichkeiten. Das Ergebnis zählt und nur daran können wir uns orientieren.
Interessanterweise wurde ich in diesem Zusammenhang an einen Satz erinnert, der mir vor vielen Jahren zugetragen wurde:
„Mit manchen Dingen muss man prahlen, ums ich Ihrer nicht zu schämen.“
Vielleicht trifft dies auch auf uns zu. Ist die Verwendung von Mithrill nichts anderes als Prahlerei und würde ein gewöhnlicher Werkstoff nicht vielleicht ein gleichwertiges Ergebnis aufbringen können? Letztlich ist es das Vorhaben selbst, welches den Stäben ihre Besonderheit und Wirkung verleihen wird. Selbstverständlich möchte man solche Dinge in allen Belangen besonders halten, aber wird hier nicht das Augenmerk vom wesentlichen abgelenkt? Je länger ich darüber nachdenke, je mehr entgleiten mir die rationalen Gründe für einen besonderen Werkstoff, was mich jedoch nicht davon abhalten wird, einen anderen Versuch anzustreben. Etwas Eitelkeit sei einem vergönnt die die einzigartigen Werke die man in seinem Leben….
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Samstag 21. Februar 2026, 16:25
von Chrom Felsschlaeger
Eine Steintafel wird gemeißelt deren Schriftbild feiner kalurischer Schriftrunen ähnelt und per Bote persönlich zugestellt.
Cirmias zu Gruße werte Caelis Therin,
Der hohe Rat der ist zusammengetreten und hat über deinen Ansinnen und auch über das allgemeine verhalten der Kaluren zu Kawi beraten. Letzteres soll aber hier jetzt vorerst keine Rolle spielen.
Der Rat hat beschlossen dass Dir die Gelegenheit gegeben werden soll selbst dein Anliegen dem Rat vorzutragen und zu erklären wieso es ausgerechnet das heilige Cimiasmetall sein soll.
Für ein solches Treffen schlage ich drei Tage zur Auswahl vor. Der 11. 12. & 13. Lenzing zur 20. Stunde. Teilt mir bitte mit welcher dieser tage euch passt.
Möge Cirmias Wohlsinn Euch stets beschieden sein.
*gezeichnet*
Diplomat im Namen des Volkes
In der Steintafel eingraviert findet sich das Siegel der kalurischen Diplomaten

Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Samstag 21. Februar 2026, 18:11
von Caelis Therin
Das Pergament ist mit feinsäuberlicher, schwungvoller Schrift versehen und akkurat gefaltet. Ein Bote überreicht es Chrom mit einer respektvollen Geste persönlich.
K'awi xan'yasha, ehrenwerter Chrom Felsschläger,
ich bedanke mich sehr für die Antwort und Eure Bemühungen, ich habe mich sehr über den Brief gefreut.
Dass mir nun die Gelegenheit gegeben wird, vor den Rat zu treten und mein Anliegen vorzutragen, erfüllt
mich mit großer Dankbarkeit und ist mir eine Ehre.
Von den drei besagten Terminen, die für dieses Treffen zur Verfügung stehen, wähle ich den
11. Lenzing 269 zur 20. Stunde. Ich werde in Begleitung meines Gefährten Thaius Lark pünktlich erscheinen.
K'awi xan'yasha
Discipula der Akademie arkanen Künste
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Donnerstag 12. März 2026, 14:36
von Caelis Therin
...eisige Frostklamm...
Es war schon recht spät am Abend, und Thaius war bereits vorausgereist, da Caelis noch einige Momente in sich gekehrt blieb. Man bekam schließlich nicht jeden Tag die hohe Ehre, vor dem Hohen Rat der Kaluren zu sprechen. Nachdem Caelis den magischen Weg zur Frostklamm genommen hatte, da sie schon recht spät dran war, sah sie Thaius bereits an der Kutsche stehen. Nun, nach mehreren Wochen der Arbeit und des Wartens, war es endlich so weit, und man ging mit voller Hoffnung in die Frostklamm. Die beiden waren nicht das erste Mal dort, denn schließlich hatten sie dort schon mehrmals eingekauft und hier und da Gespräche geführt, wenn auch nur kurze. In der Frostklamm angekommen, konnte man deutlich spüren, dass sie dort Fremde waren. Man bat sie, die Waffen abzulegen, da Caelis keine bei sich trug und Thaius eher, um beide zu beschützen. Er gab seine Waffe wie geheißen ab. Im Ratssaal saßen ihnen einige Kaluren gegenüber und man stellte sich freundlich und respektvoll vor. Auf dem Tisch standen Bier und Fleisch, aber Caelis und Thaius wurde nichts angeboten. Bork stellte später klar, dass dies Absicht war, es war ein direktes Zeichen für ihre aktuelle Meinung über sie und ihre Heimat K’awi. Dabei waren sie nicht wegen Speis und Trank gekommen, sondern um das heilige Mithril für ihre Geschwisterstäbe zu erwerben. Caelis und Thaius legten die Skizze der Stäbe vor, die wie Schwert und Scheide für Zusammengehörigkeit und eine feste Verbindung stehen sollten. Ein Werk, ein Stab, welcher für einen Magier sehr persönlich ist und ihn ein Leben lang begleiten soll. Nach der ersten Begründung, die Caelis nannte, sah sie schon keinen weiteren Grund, noch andere vorzubringen. Zuzugeben, dass man körperlich schwächer ist als andere, weil man eben sehr klein und nicht mit Muskeln bepackt ist, stieß eher auf Spott. Zunehmens wurde die Kawianerin stiller. Dass das heilige Erz für sie kein Handelsgut war, war Caelis nicht bekannt und vielmehr wunderte sie sich darüber. Die Frage kam auf, ob sie damit schon Menschen gesehen hatte, und auch da hielt sich die Magierin bedeckt. Jedoch kam ihr gedanklich die Frage auf, wie sich andere Völker aus dem Westen verdient gemacht hatten. Das Gespräch nahm seinen Lauf. Als der Name Althan fiel und erwähnt wurde, dass K’awi diesen beherbergte, sahen sie Caelis und Thaius als mitschuldig an, oder zumindest als Teil einer Gemeinschaft, die Verräter deckt. Kurzum, man wurde bestraft, weil man auf einer neutralen Insel lebte und die Umstände oder Ereignisse dem Vorhaben im Wege standen. Auch der Name Ignatius fiel als ein weiteres Beispiel angespannter Verhältnisse. Man verstand nicht, dass sie an K’awi festhielten und sich nicht als Bürger nach Lichtenthal begaben. Sie forderten Loyalität und eine tiefe Verbindung zu ihren Werten. Es wurde Caelis und Thaius klargemacht, dass sie auf der falschen Seite der Geschichte stünden, wo ihre Feinde Unterschlupf fänden. Da seit der ganzen Geschichte mehr als zwei Monde ins Land gegangen waren und Caelis leider nicht die Zeit hatte, sich als würdig zu erweisen und sie zudem weiterhin auf K’awi wohnen bleiben würde, war das Gespräch für sie bereits kurz nach der Ankunft gescheitert. Da sie für etwas gerade stehen sollten, wofür Caelis und Thaius nichts konnten, war die Enttäuschung groß, als sie wieder in ihrem schönen Haus auf K’awi ankamen. In ihrem Zuhause, das sie liebten auf der Insel K’awi, wo sie sich wohlfühlten, wo sie bleiben wollten und hingehörten. Schade um all die Arbeit im Vorfeld und die verlorene Zeit. Nun konnte die junge Magerin keine Zeit mehr verlieren und ein neuer, ein anderer Weg musste gefunden werden.
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Freitag 13. März 2026, 11:37
von Thaius Lark
…ein weit späterer Auszug aus den fortlaufenden Aufzeichnungen …
Es war im Grunde zu erwarten. Die Absage kommt wenig überraschend, die Art und Weise des Vorsprechens beim Rat der Kaluren allerdings war es. Es kam mir mehr vor, als würden wir die Schuld an Dingen tragen, die ich etwas später aufführen werde. Eine fortwährende, unterschwellige Abneigung war präsent.
Caelis sollte die Möglichkeit gegeben werden vorzusprechen. Anfangs waren die Anliegen der Kaluren noch berechtigt und verständlich. Das Metall ist etwas besonderes für die Kaluren und sie erwarten, dass man eine gewisse Bindung zum Metall, den Kaluren und Cirmias mit sich trägt. Das ist nachvollziehbar und sicher auch schlau. Solches hebt den Wert von Dingen erheblich, nicht nur der persönliche Wert, selbstverständlich auch der materielle Wert. Auch wenn ich mir recht sicher bin, dass der materielle Wert in diesem Fall für die Kaluren tatsächlich eine eher untergeordnete Rolle spielt, der Aspekt der Bindung zu Cirmias und dem Metall dürfte hier im Vordergrund stehen.
Die unter den Kaluren geteilten Informationen sind jedoch überraschend mangelhaft in solch einer Angelegenheit, die doch scheinbar einiges an Gewicht für sie hat. Sie gingen davon aus, dass nur der Stab von Caelis geplant war und es sich nur um eine Verzierung handle. Vielleicht ein Versuch von Chrom, die Lage zu beschwichtigen, vielleicht etwas anderes. Mutmaßungen bringen mich hier jedoch nicht weiter.
Zum frühen Zeitpunkt waren die Fragen noch verständlich, wenn auch teils irritierend. Gerade die Frage, warum wir nicht Obsidian verwenden wollen, beschäftigt mich noch. War es eine Fangfrage, oder erkennen sie tatsächlich an, dass Obsidian vergleichbare Eigenschaften wie Mithrill besitzt?
Recht schnell bewegte sich das Ganze dann in eine andere Richtung. Bemerkenswert war, wie sehr sie ihre Abneigung gegenüber Althan auf uns und ganz K’awi bezogen. Hiermit wurde auch begründet, warum uns als Gästen, weder Essen noch Trinken angeboten wurde. Es sei ein Symbol für das Verhältnis zu K’awi. Die Thematik mit Althan war ab diesem Punkt auch nicht mehr vom Tisch zu bekommen. Selbst nach einem Fürsprüch ihres Priester Keldion, dass es kein Thema sein sollte bei diesem Anliegen von uns beiden, wurde das Thema weiter ausgeweidet. Hier sitzt tiefer Groll. Nachvollziehbar, da einer der ihren wohl gefangen und gefoltert wurde, um Althan einst einen Stab aus Mithrill zu fertigen. Sicher nicht das einzige Vorkommnis.
Dies sind die Folgen, wenn man zu einer Gemeinschaft gehört, die einen Verräter beherbergt, ob mit Gedächtnis oder nicht. Ein Zustand der uns vermutlich noch sehr lange verfolgen wird. Ich kann nur hoffen, dass der Schaden nicht größer und größer wird.
Ebenso ist wohl etwas zwischen dem Protector und einem Kaluren namens Rago vorgefallen, was jedoch nur am Rande dem Ganzen hinzugefügt wurde. Die Möglichkeit für uns beide Mithrill zu erhalten, würden wir Althan und den Protector ausliefern, grenzt jedoch an Lächerlichkeit. Auch hier frage ich mich, ob es eine Finte war, oder tatsächlich ernst gemeint.
Zum Schluss erhielten wir die Möglichkeit uns den Kaluren in Zukunft anzunähern, uns dem Metall verdient zu machen. Ein überraschendes Handreichen nach dem äußerst unangenehmen vorherigen Austausch. Jedoch fehlt uns hierfür die Zeit. Caelis, sofern sie ihre Prüfung bestehen möchte, braucht einen fertigen Stab und eine Annäherung könnte Monde, wenn nicht Jahresläufe dauern. Hier ist bereits zu viel Zeit vergangen und genug Resignation eingetreten, um unsere Pläne zu ändern.
Damit ist die Möglichkeit für uns, Mithrill zu verwenden, nicht länger erreichbar. Bedauerlich, sehr sogar, aber es ist immerhin nun endlich ein Ergebnis, mit dem wir weiterarbeiten können. Nicht das Material macht einen Gegenstand besonders, es ist seine Erschaffung. Eine Weisheit an der wir uns nun festhalten sollten. Wir werden also nun unsere Aufmerksamkeit verlagern und uns den verschiedenen Hölzern widmen. Vielleicht bleibt uns noch die Zeit für eine kurze Reise zum Festland, vielleicht liegt die Wahl näher.
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Freitag 24. April 2026, 18:16
von Caelis Therin
Orangenholz und …?
Die Luft war angenehm, als Caelis und Thaius den langen Weg über den Pass in Richtung Leuchtturm gingen. Sie waren gerade dabei, den K’awi-Kurier zu verteilen, und sprachen auf dem Weg dorthin über den nächsten Schritt für den Bau der Geschwisterstäbe. Durch die nun verlorene Zeit von über acht Wochen und die Anfrage bei den Kaluren, um das Mithril zu erwerben, verspürte Caelis nun einen gewaltigen Zeitdruck. All die ganze Arbeit in den Vorbereitungen war zunichtegemacht und umsonst gewesen, was kein sehr schönes Gefühl hinterließ. So viel Ärger wegen zweier Menschen, für deren Taten man nun geradestehen sollte, obwohl weder Caelis noch Thaius etwas dafür konnten.
Am Leuchtturm angekommen, warfen sie dem Anwohner jenen K’awi-Kurier in den Postkasten. Einen Moment hielten beide inne und blieben am Postkasten des Leuchtturms stehen. Natürlich hatte sich Caelis viele Gedanken darüber gemacht, da Mithril ja nun nicht mehr infrage kam. Sollte es Holz werden? Aber welches? Caelis sah direkt auf den danebenstehenden Orangenbaum. Sein Duft umkreiste sie wie eine Aura, die sich auf die beiden legte. Die Blicke beider verrieten jene Antwort, nach der sie gesucht hatten. Wozu auf eine lange Suche gehen, wenn die Antwort hier auf K’awi selbst lag? Auf dem Weg zurück zu ihrem Haus beschlossen die beiden, einen Schreiner aufzusuchen und sich mit ihm auszutauschen, ob dieses Holz für einen Magierstab geeignet war. Mit ein wenig Hoffnung und doch voller Tatendrang wusste Caelis schon, wen sie fragen würde. Und so schrieb sie voller Neugier dem Schreiner Jenner, um den nächsten Schritt zu tun und sich über das Holz zu vergewissern. Sollte es geeignet sein, wäre das Projekt der Geschwisterstäbe einen entscheidenden Schritt weiter. Das Holz war jedoch nicht alles, was ausschlaggebend für einen Magierstab ist. Ein Magierstab ist für einen Liedwirker etwas ganz Persönliches und Besonderes. Es ist kein Stab, den man mal eben so angefertigt erwirbt und mit dem man herumwedelt. Ein Liedwirker formt und baut ihn mit seinem magischen Wissen und seiner arkanen Willenskraft zusammen, er sollte auf den Liedwirker abgestimmt und angepasst sein. Schließlich ist auch er auch das Werkzeug eines Magiers.
Dazu fehlt noch der Edelstein, der oben an der Spitze in seiner Fassung befestigt wird. Caelis und Thaius suchten sich den für sie besten Edelstein aus, der genau zu ihnen passend erschien. Es ist ein sehr, sehr seltener Edelstein, man nennt ihn auch ein Naturwunder. Alte Schriften behaupten, dass auf zehntausend Diamanten oft nur ein einziger dieser Turmaline kommt. Er nennt sich Paraíba-Turmalin, sein Geheimnis und seine Beschaffenheit sind absolut ungewöhnlich. Er trägt ein fast schon glühendes Türkis und strahlt wie ein Karibikblau nach außen hin. Er scheint sehr robust zu sein, und wegen seiner Farbe wird ihm oft eine tiefe Verbindung zum Element Wasser und den Ozeanen nachgesagt. Er gilt als Stein der Reinigung, der emotionale Blockaden einfach wegspült. Die Energie des Ozeans trägt eine Ruhe in sich, und wenn man ihn ansieht, ist er wie die Erinnerung an ein tropisches Meer. Man behauptet, er besitze eine magische Anziehungskraft und sei von Glück und Erfolg gekrönt. Obwohl er optisch wie kühles Meerwasser wirkt, hat er eine tiefe, fast „feurige“ energetische Komponente. Diese wird auch als ein „inneres Feuer“ interpretiert, das nicht verbrennt, sondern illuminiert. Er verbindet die Ruhe des Wassers mit der dynamischen Kraft des Blitzes – einer Form von magischem Feuer. So steht es in alten Schriften geschrieben, die Caelis einst von Calen zum Abschied mitbekam, von dem Mann, den sie damals im Wald traf und ihr sagte, sie sei „erwacht“. Ob er da schon wusste, dass Caelis dem Feuer zugetan war? Doch da dieser Edelstein dermaßen selten war, würde wohl die nächste große Hürde vor den beiden und ihren Geschwisterstäben stehen. Caelis’ Emotionen kochten langsam, aber sicher hoch, doch Thaius beruhigte sie zusehends. Er bot ihr an, sich darum zu kümmern. Verwundert sah die kleine Liedwirkerin ihn an, kannte doch nur sie seine Vergangenheit. Ob diese damit etwas zu tun hatte? Sie war sich sicher, dass ihr Thaius die richtigen Fäden ziehen könnte, ganz sicher …
Fortsetzung folgt …

Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Samstag 25. April 2026, 16:42
von Thaius Lark
…einmal mehr, irgendwo in den Unweiten des Buchs, ein Auszug…
...Orangenholz also. Da war es die ganze Zeit so nahe. Jenner hielt es nicht für unmöglich, aber er würde zumindest etwas mehr Holz benötigen, um sich daran zu versuchen. Immerhin, ein Fortschritt nach all dieser Zeit.
Getroffene Entscheidungen tragen immer eine gewisse Last hinfort. Gerade hier, ich konnte es mir selbst und Caelis anmerken. Das Thema war zu lange eine drückende Last, die nun endlich gebrochen war.
Wie mit Jenner besprochen, habe ich also zwei Äste abgesägt. Möglichst wenige Astverzweigungen an diesen, möglichst gerade. Die „Wunde“ am Baum haben wir ordentlich mit Wachs versehen, damit der Baum keinen nachhaltigen Schaden nimmt. Wie Jenner uns sagte, werden wir darauf achten, ob sich die Stellen schwarz verfärben oder andere Erscheinungen bekommen, die darauf hindeuten, dass der Baum erkrankt. Aber ich denke wir haben uns gut um ihn gekümmert…
Nach diesem Abend wurden auch zwei Äste zusammengeschnürt und später zu Jenner nach Adoran verbracht, damit dieser seine Arbeit beginnen kann.
...Hiernach setzte er sich an ein Schreiben, eines dass später nach Bajard gebracht wurde und dort einem Kapitän übergeben wurde, der es schließlich auf den Weg zum Festland bringen sollte. Der gezahlte Preis für dieses Schreiben war nicht zimperlich, aber wer ein Schreiben in ein Kriegsgebiet zustellen will…
Elim,
du wusstest dieser Tag kommt - nun vielleicht früher als gedacht.
Wisch dir dein dreckiges Grinsen aus dem Gesicht und vergiss einen Moment deinen Hass auf mich. Es gibt eine Schuld zu begleichen und hiermit wirst du die erste Hälfte abgelten können.
Du hast noch die Edelsteine, die wir damals an uns bringen konnten, ich weiß das du sie noch immer hast. Ich benötige zwei der Paraíba-Turmaline, zwei der großen. Damit nicht gleich alles schief geht, schicke mir erst einen. Den zweiten, wenn ich dir erneut schreibe.
Grüße an den Trupp
K. Thaius Lark
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Mittwoch 29. April 2026, 08:13
von Jenner Armus
Der Besuch wurde abrupt von Alarmglocken und dem rasseln der Stadttore unterbrochen und das Gespräch fand ein jähes Ende. Seine Gäste brachen recht hastig auf zum Adoraner Hafen. Von Besorgnis getragen wanderte Jenners Blick zum nördlichen Tor , doch wurde es dort nach einer Weile wieder ruhiger und so machte er sich Gedanken um den besprochenen Auftrag.
Holz vom Orangenbaum...damit hatte er noch nie gearbeitet . Das würde sicher eine interessante Erfahrung werden zu ergründen wie sich jenes verarbeiten lässt. So eilte er um sich zu belesen und so er Bücher oder Abhandlungen dazu finden sollte jene zu studieren. Leider war die Suche von wenig Erfolg gekrönt , so hieß es im Versuch herauszufinden wie es sich verhält. Eine ganze Weile saß er nur da und betrachtete das Ausgangsmaterial das Thaius vorbeigebracht hatte
Zusätzlich war es noch die spezielle Machart der Stäbe die genau Planung erforderte , zuerst schälte Jenner nun die Rinde ab und betrachtete das nun entblößte Holz .
Noch unentschlossen wie er vorgehen würde suchte er das nötige Werkzeug zusammen und schärfte die Schnitzmesser nach.
Abermals wurde der Plan genauestens studiert und nach einer ganzen Weile entschied er sich mit dem kleineren Stab zu beginnen der das Inlet bilden würde.
Zuerst wurde das in der Verarbeitung ungewohnte Holz vorsichtig bearbeitet, jedoch entwickelte der Meister alsbald mehr Gefühl für die Bearbeitung dieses speziellen Materials. Der Stab nahm mehr und mehr die vorgegebene Form an und die Runen und Sigillen wurden präszise eingearbeitet. Danach wurde die Halterung für die Aufnahme des Steins soweit vorbereitet das die nachfolgenden Gewerke eine gute Basis haben würden.
Kritisch wurde das soweit fertiggestellte Werk betrachtet und hier und da noch etwas nachgearbeitet und immer wieder hier noch etwas geschnitzt oder geschliffen. Als es letztendlich seinen Vorstellungen entsprach und Jenner mit seiner zufrieden war legte er den Stab beiseite und sich zu Bett um am nächsten Tage frisch und ausgeruht ans Werk zu gehen für den zweiten Teil der Stäbe…
Am nächsten Morgen..
Nach einem ausgiebigen Frühstück fand er sich in der Schreinerei ein und sein Blick blieb einen Moment an dem zweiten Holzstück hängen aus dem nun der größere Stab entstehen sollte…
Wohl verging so eine geraume Zeit in vermeintlicher Untätigkeit , in seinem Kopf jedoch arbeitete es und hätte der Kopf qualmen können vor Anstrengung wäre vermutlich die Sicht im Haus Armus recht schlecht gewesen.
Doch irgendwann schien die Arbeit sich zu verselbstständigen und der kleinere Stab wurde perfekt und als wären sie so gewachsen in den größeren Stab eingepasst . Ein zufälliger Betrachter würde denken das es so gewachsen wäre, sie schon immer vereint waren. Wenn man sie nach der Trennung wieder zusammenfügen würde könnte es den Anschein erwecken als würde er förmlich in die vorgesehene Bettung gesaugt .Willkommen geheißen wie eine lang vermißte Liebe..
Re: Korrespondenzstäbe
Verfasst: Donnerstag 7. Mai 2026, 00:36
von Caelis Therin
Endlich ist es soweit...
Wieder war ein neuer Tag angebrochen, als die Sonnenstrahlen Caelis’ s Gesicht streichelten. Sie saß direkt an dem Orangenbaum vor dem gemeinsamen Haus und betrachtete ihn eingehend. Da man über Orangenbäume kaum etwas nachlesen konnte, nahm Caelis die Sache selbst in die Hand. In dem Buch, das sie in der Hand hielt, befanden sich Blätter als Lesezeichen, parallel dazu arbeiteten sie und Thaius daran, die Skizze zu vervollständigen, um das finale Aussehen der Geschwisterstäbe festzuhalten. Auch wenn Caelis’ eigener Stab hierbei völlig im Fokus stand, zeigten die Skizzen, wie beide Stäbe harmonisch in einer Art Verschmelzung zusammengefügt werden, wie ein Schwert, das in seine Scheide gebettet ist. Doch bevor sie den kleineren Rohling abholen würde, gab es noch einiges zu tun. Die junge Liedkundige hatte zuvor schon einige Orangenbäume studiert und herausgefunden, dass es sich um einen immergrünen Baum handelt, der eine Höhe von schätzungsweise fünf bis zehn Metern erreichen kann. Caelis betrachtete die Blätter und wollte ihre Erkenntnisse dem Buch hinzufügen. Alles, was sie entdeckte, hielt sie vorerst auf einem dünnen Pergament fest, um später ein eigenes Buch darüber zu schreiben. In Stichworten notierte sie, dass die Blätter eine ovale Form haben, ledrig sind und in einem tiefen, glänzenden Dunkelgrün erstrahlen. Als sie ein Blatt gegen das Licht hielt, stellte sie fest, dass sich winzige helle Punkte darauf befanden. Während sie mit ihren zierlichen Fingern darüber rieb, lösten die Öldrüsen jenen charakteristischen, frischen Duft aus, der dadurch noch verstärkt wurde. Ein Lächeln durchflutete ihr Gesicht, während ihre lindgrünen Augen den Baum weiter musterten. Die Baumkrone war rund und dicht verzweigt. Die weißen Blüten waren klein, wirkten fast wie aus Wachs geformt und verbreiteten einen betörend süßen Duft, der Insekten anlockte.

Dieser Duft sorgte dafür, dass Caelis sich kurzerhand eine Orange pflückte und diese bereits beim Schälen unter die Lupe nahm. Die dicke Schale schützt das Innere vor dem Austrocknen, während die mit Saft gefüllten, feinen Haarschläuche im Inneren Energie speichern. Genussvoll naschte sie von der Frucht und beschrieb währenddessen ihr Pergament weiter. Traditionell galt der Orangenbaum als Symbol für Licht, Fruchtbarkeit und ewiges Leben. In seinen Zyklen trägt er gleichzeitig Blüten wie auch reife Früchte, was in der Natur eine echte Seltenheit ist. Er schien die Zeit in sich aufzuheben, eine Einheit aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es wirkte fast so, als besäße der Baum die magische Kraft, schwere Gedanken in Licht zu verwandeln. Caelis schien sich immer mehr in das Holz zu verlieben. Nicht nur, dass es diesen wundervollen Duft verströmte, als sie den Rohling nun endlich in den Händen hielt, sah sie auch, dass er eine Robustheit besaß, die auf Eleganz traf. Das Holz war hart und widerstandsfähig, perfekt für jene Geschwisterstäbe, die eines Tages wieder vereint sein und ineinander verschmelzen würden.

Nun war es fast geschafft. Caelis wusste, dass noch ein sehr seltenes und kostspieliges Metall fehlte, das sie noch von einem Schmied besorgen musste. Ein Metall, das gut leitend und aufnahmefähig war, den Energiekreislauf des Feuers unterstützte und zudem die geistige Energie verstärken würde. Es dauerte noch ein paar Tage, bis Caelis endlich alles beisammen hatte. Die Zeit bis dahin nutzte sie, um die Skizze zu vervollständigen, bevor sie sich auf den Weg zur Matriarchin Mondstein machen würde, um einen Termin für den Zusammenbau ihres Stabes zu vereinbaren.