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Ein Schreiben an Kathi

Verfasst: Sonntag 18. Januar 2026, 19:46
von Lydia von Stahl
Ein weiterer Brief erreicht die Vogtin von Adoran - Katharina von Winterwacht

Der Schildmaid Segen Kathi,

ich hoffe mein Schreiben erreicht dich bei guter Gesundheit.

Wie Dir durch die entsprechenden Schreiben bereits kundgetan worden sein dürfte, ist über Feldgeweihten Berenguer von Salberg ein Militärtribunal anberaumt worden, dessen Vorsitz mir übertragen wurde. In Vorbereitung auf dieses Verfahren beabsichtigt das Lichtenthaler Regiment, für die Verhandlung das Gericht zu Adoran zu nutzen.

Hintergrund hierfür ist der kurzfristig notwendige Umbau der Besprechungs- und Verhandlungsräume innerhalb des Kastells leider nicht möglich ist. Das Gericht zu Adoran erscheint daher als geeigneter Ort, der sowohl dem Rang der Beteiligten als auch dem Ernst des Verfahrens entspricht.

Bevor jedoch über die neue Örtlichkeit informiert wird, ist es mir ein Anliegen, mich direkt an Dich zu wenden.

Gibt es aus Deiner Sicht als Vogtin Einwände oder Bedenken gegen die Nutzung des Gerichts durch das Regiment zu diesem Zweck, bitte ich Dich um offene Rückmeldung. Sollte es organisatorische, rechtliche oder andere Gründe geben, die dagegen sprechen, werde ich diese selbstverständlich achten und berücksichtigen.

Mir ist wichtig, dass dieses Verfahren nicht nur rechtmäßig, sondern auch in gutem Einvernehmen mit Adoran geführt wird.

Ich danke Dir im Voraus für Deine Antwort.

Lydia

Re: Ein Schreiben an Kathi

Verfasst: Dienstag 20. Januar 2026, 18:21
von Kathrina von Winterwacht
*Die Vogtin saß allein in ihrem Büro. Das Rathaus war still, zu still! Eine jener Stillen, die ungewöhnlich still wirkten. Schließlich erhob sie sich und tapste, den Blick suchend über leere Flure schweifend, in Richtung Stadtarchiv. Als sie an Cecilias Schreibtisch vorbeikam, hielt sie inne, ging einen Schritt zurück und hob eine der fein gezupften Brauen ein wenig an. Im Ablagefach der neu eingetroffenen Schreiben hatten sich bereits mehrere Briefe angesammelt, offenbar in der festen Absicht, dort Wurzeln zu schlagen. Kathrina wurde bei diesem Anblick etwas mulmig zumute. Sie seufzte leise, nicht klagend, eher vorsorglich. Wo Cecilia nur stecken würde, murmelte sie leise zu sich selbst.

Sie nahm den Stapel mit in ihr Büro und öffnete einen Brief nach dem anderen. Als sie schließlich Lydias Schreiben öffnete, wanderten ihre Brauen erneut empor. Das verlangte nach einer Antwort, und zwar nicht irgendwann, sondern gleich!
Also griff sie zu Federkiel und Tinte...*







Herzogtum Lichtenthal
Adoran, Grafschaft Meerswacht
20. Hartung 269



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Des Schildmaids Segen, Lydia,

hab Dank für deinen Brief. Es geht mir wohl, und ich hoffe von Herzen, dass auch dich diese Zeilen bei guter Gesundheit erreichen. Es ist mir stets eine Freude, von dir zu lesen, selbst wenn es diesmal wieder nicht für einen gemeinsamen Tee gereicht hat.
Das Leben in unserer Stadt fordert uns alle, und jede Pflicht, der wir nachkommen, dient letztlich dem Ganzen.

Zu deinem Gesuch:

Wo sollte ein solches Anliegen besser aufgehoben sein als im Gerichtssaal Alumenprachts, welches nicht ohne Grund auch den Hauptsitz unseres Regiments beherbergt?
Die Mauern dieses Ortes haben schon vieles getragen, Urteil wie auch Verantwortung.
Selbstverständlich stehen die Räumlichkeiten des Gerichtssaals dem Tribunal uneingeschränkt zur Verfügung.

Solltest du darüber hinaus Unterstützung benötigen, zögere nicht, dich an mich zu wenden.
Es ist mir ein Anliegen, das Regiment und die Stadt, der wir beide dienen, in guter Ordnung und Eintracht zu wissen.


Ich hoffe wir sehen uns bald einmal wieder, ich würde mich freuen!


Für Krone, Reich und Glaube.


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Vogtin von Adoran


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Re: Ein Schreiben an Kathi

Verfasst: Mittwoch 21. Januar 2026, 21:12
von Lydia von Stahl
Liebe Kathi,

danke für deine Antwort und deine offenen Worte.

Ich möchte dir bestätigen, dass das Militärtribunal den Gerichtssaal Alumenprachts für die Sitzung nutzen wird.

Sollte es im Vorfeld organisatorische Dinge geben, bei denen du mir helfen kannst, werde ich mich an dich wenden.

Und was den Tee angeht: Du hast recht.
Wenn unsere Pflichten uns loslassen, schaffen wir das bestimmt auch mal. Oder durch Zufall. Sollte dem so sein, werde ich versuchen zu verhindern, dass mein Rockzipfel im Türrahmen hängt.

Für Krone, Reich und Glaube.

Lydia