Ich schreibe, sonst bleibt es
Verfasst: Mittwoch 14. Januar 2026, 21:35
10. Hartung 269
Ich schreibe das nicht, um es festzuhalten.
Ich schreibe es, weil es mir sonst im Kopf bleibt.
Sie wurde mir gebracht wie so viele zuvor. Ohne Worte, ohne Bedeutung. Eine Made, ungeformt, ohne Rang. Dreck an Haut und Haltung. Nichts Besonderes. So beginnt jeder von uns. Doch schon in dem Moment, in dem sie vor mir stand, wusste ich, dass etwas nicht passte.
Sie kniete nicht. Nicht sofort.
Sie knurrte.
Leise, fast unbewusst, als käme der Laut nicht aus dem Hals, sondern aus etwas Tieferem. Er begleitete sie selbst dann, wenn sie schwieg. Zorn habe ich oft gesehen, doch bei ihr lag er offen, roh, als wüsste er selbst noch nicht, wohin er wollte. Ich erinnere mich, dass ich länger hinsah, als nötig gewesen wäre.
Ich tat, was richtig war. Ich setzte Druck an, vielleicht mehr als notwendig. Doch nichts hat Bestand, was nicht gelernt hat, die Ordnung zu akzeptieren. Worte hätten hier nichts bewirkt. Diese Made lernte nur durch starke Führung und Schmerz. Das war mir sofort klar.
Der Zorn wich nicht. Er blieb in ihren Augen, in der Spannung ihres Körpers, in diesem Knurren, das nie ganz verstummte. Wegsehen wäre ein Fehler gewesen. Also blieb ich in ihrer Nähe, beobachtete sie, prüfend und wartend.
Sie suchte mich. Nicht offen, nicht bittend. Eher so, als wüsste sie, dass dort etwas ist, das sie braucht, auch wenn sie es selbst nicht benennen konnte. Sie wollte den Pfad meiner Kaste gehen und wusste, dass dieser Weg seinen Preis fordert.
Ich reizte sie bewusst, vielleicht zu bewusst. Ich wollte sehen, wo ihre Grenze liegt – ob sie bricht oder ob sie sich zeigt. Als es geschah, überraschte es mich nicht. Ihr Zorn brach hervor, ungezügelt und ohne jede Führung. Er prasselte auf mich ein, roh und ehrlich. Zornerfüllt schrie sie auf und sprang vor, wie ein Tier, das nur noch Angriff kennt. Rang, Abstand und jede Ordnung gingen verloren. Erst danach spürte ich ihre Nägel an meiner Wange. Das Brennen war scharf, real. Die Kratzer sind geblieben.
Ich hätte es beenden können.
Ich tat es nicht.
Was folgte, war stiller, als ich es erwartet hatte. Worte wurden selten. Die Nacht verging ohne Eile, ohne Bruch, und blieb innerhalb der Ordnung. Was darin geschah, veränderte nicht sie – sondern meine Sicht auf sie. Ich erkannte Potenzial, roh und ungeformt, nichts Gewachsenes, nichts Vollendetes. Etwas, das Führung braucht, um nicht zu vergehen. Wann genau mir das klar wurde, kann ich nicht benennen.
Am Morgen war nichts entschieden. Und doch war alles anders.
In ihr liegt Potenzial. Roh, ungeformt, vielleicht gefährlich, aber echt. Ich weiß nicht, was aus ihr wird. Das liegt nicht an mir allein.
Sie ist nicht zebrochen.
*Darunter ist eine Detaillierte Kohlestiftzeichnung von Zys im moment des Kontrolverlustes*

Ich schreibe das nicht, um es festzuhalten.
Ich schreibe es, weil es mir sonst im Kopf bleibt.
Sie wurde mir gebracht wie so viele zuvor. Ohne Worte, ohne Bedeutung. Eine Made, ungeformt, ohne Rang. Dreck an Haut und Haltung. Nichts Besonderes. So beginnt jeder von uns. Doch schon in dem Moment, in dem sie vor mir stand, wusste ich, dass etwas nicht passte.
Sie kniete nicht. Nicht sofort.
Sie knurrte.
Leise, fast unbewusst, als käme der Laut nicht aus dem Hals, sondern aus etwas Tieferem. Er begleitete sie selbst dann, wenn sie schwieg. Zorn habe ich oft gesehen, doch bei ihr lag er offen, roh, als wüsste er selbst noch nicht, wohin er wollte. Ich erinnere mich, dass ich länger hinsah, als nötig gewesen wäre.
Ich tat, was richtig war. Ich setzte Druck an, vielleicht mehr als notwendig. Doch nichts hat Bestand, was nicht gelernt hat, die Ordnung zu akzeptieren. Worte hätten hier nichts bewirkt. Diese Made lernte nur durch starke Führung und Schmerz. Das war mir sofort klar.
Der Zorn wich nicht. Er blieb in ihren Augen, in der Spannung ihres Körpers, in diesem Knurren, das nie ganz verstummte. Wegsehen wäre ein Fehler gewesen. Also blieb ich in ihrer Nähe, beobachtete sie, prüfend und wartend.
Sie suchte mich. Nicht offen, nicht bittend. Eher so, als wüsste sie, dass dort etwas ist, das sie braucht, auch wenn sie es selbst nicht benennen konnte. Sie wollte den Pfad meiner Kaste gehen und wusste, dass dieser Weg seinen Preis fordert.
Ich reizte sie bewusst, vielleicht zu bewusst. Ich wollte sehen, wo ihre Grenze liegt – ob sie bricht oder ob sie sich zeigt. Als es geschah, überraschte es mich nicht. Ihr Zorn brach hervor, ungezügelt und ohne jede Führung. Er prasselte auf mich ein, roh und ehrlich. Zornerfüllt schrie sie auf und sprang vor, wie ein Tier, das nur noch Angriff kennt. Rang, Abstand und jede Ordnung gingen verloren. Erst danach spürte ich ihre Nägel an meiner Wange. Das Brennen war scharf, real. Die Kratzer sind geblieben.
Ich hätte es beenden können.
Ich tat es nicht.
Was folgte, war stiller, als ich es erwartet hatte. Worte wurden selten. Die Nacht verging ohne Eile, ohne Bruch, und blieb innerhalb der Ordnung. Was darin geschah, veränderte nicht sie – sondern meine Sicht auf sie. Ich erkannte Potenzial, roh und ungeformt, nichts Gewachsenes, nichts Vollendetes. Etwas, das Führung braucht, um nicht zu vergehen. Wann genau mir das klar wurde, kann ich nicht benennen.
Am Morgen war nichts entschieden. Und doch war alles anders.
In ihr liegt Potenzial. Roh, ungeformt, vielleicht gefährlich, aber echt. Ich weiß nicht, was aus ihr wird. Das liegt nicht an mir allein.
Sie ist nicht zebrochen.
*Darunter ist eine Detaillierte Kohlestiftzeichnung von Zys im moment des Kontrolverlustes*






