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Eine Salzkarawane?
Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2025, 22:15
von Alaun Estelcolron
Lauschende Ohren könnten dieses oder ein ähnliches Gespräch dieser Tage auf den Straßen Menek'Urs aufschnappen:
Wenn ich es Dir doch sagen, ganz und gar grün waren die!
Und der Hajinedar war bei ihnen sagst Du?
Aiwa aiwa du Anaan eines einohrigen Lamas, mit meinen eigenen Augen habe ich es gesehen!
Ins Haus der Schakale sind sie, schier eine Ewigkeit waren sie darin. Dann kam der Faizullah heraus, ganz weiß vom Salzstaub.
Säckeweise haben sie die Tränen der Allmara in den Kontor getragen! Und jetzt lauf zum flinken Ahmej.
Ich will diese Karawane durch die Durrah führen und es mir gut bezahlen lassen.
Vielleicht brauchen sie auch ein Tier, das die Säcke bis in deren Heimat trägt, aber das soll meine Sorge nicht sein.
Aber warum nehmen sie nicht einfach ein Schiff?
Oh Allmara warum strafst Du mich so? Du hast das Hirn eines Sandflohs! Während des Winters meiden die Kapitäne der schweren Handelsschiffe die Gewässer der Elfen wegen der widrigen Strömungen.
Und So einen nahm meine kleine Yazemin zu ihrem Ranim und er soll dereinst meine Geschäfte erben, Eluive steh mir bei!
Re: Eine Salzkarawane?
Verfasst: Mittwoch 17. Dezember 2025, 13:06
von Zyn'tuin
Zyn’tuin hatte sich hoch über den flachen Dächern positioniert, dort, wo der Wind den Sand wie trockenen Rauch durch die Gassen trieb. Unter ihm lag die Wüstenstadt Menekur, flimmernd selbst in der Nacht, als speicherten ihre Mauern die Hitze des Tages wie einen alten Fluch.
Die Stimmen drangen aus einem ummauerten Innenhof. Gereizt, angespannt, voller unterschwelliger Hast.
Es ging um Salzsäcke, um Liefermengen, um eine Karawane. Und schließlich um jene, für die all das bestimmt war: gänzlich grüne Besucher. Der Name fiel nicht, doch er musste nicht fallen.
Hass breitete sich in Zyn’tuin aus, heißer als die Nachtluft über Menekur.
Waldelfen.
Vetternhafter Abschaum.
Der Ton der Männer verriet mehr als ihre Worte. Keine Furcht, kein Zögern – nur die nüchterne Vorsicht von Leuten, die für Verbündete arbeiteten. Dass die Grünen das Salz bestellt hatten und den Transport verlangten, wurde beiläufig erwähnt, als sei es eine Selbstverständlichkeit.
Zyn’tuin musste nicht nachfragen.
Wenn Waldelfen Salz in solchen Mengen orderten, dann war das Ziel klar. Dieser verfluchte Wald. Dorthin, wo Fremde nur selten geduldet wurden.
Mehr erfuhr er nicht. Keine genaue Route, keine Namen. Nur, dass diese Karawane weit führen sollte, hinaus aus dem Sand und hinein in den Winter, bis an den Rand des Elfenwaldes – oder weiter.
Später folgte er den Spuren.
Nicht den offenen, sondern den verräterischen:
Ein Lagerhof, in dem die Luft nach Tier und Salz roch. Männer mit verhüllten Gesichtern, die sorgsam rechneten. Lasttiere, an Hitze gewöhnt, aber bereits mit Decken und zusätzlichem Gepäck versehen – Vorbereitungen für Kälte, die noch vor ihnen lag. Säcke, doppelt vernäht, als müssten sie mehr ertragen als Sand und Sonne.
Eine Karawane wurde vorbereitet.
Von Menekur aus.
Durch die Wüste.
Und weiter – bis dorthin, wo Grün unter Schnee lag.
Zyn’tuin ließ den Blick über die dunkle Weite aus Sand gleiten. Dass Menekaner den Elfen den Weg ebneten, bestätigte nur, was er längst wusste. Salz war die Ware – doch es würde den Falschen zugutekommen.
Er zog sich zurück, lautlos wie der nächtliche Atem der Stadt.
Diese Karawane würde Spuren hinterlassen – im Sand, im Schnee und tief im Wald.
Und Zyn’tuin würde sie nicht verlieren.
Re: Eine Salzkarawane?
Verfasst: Mittwoch 17. Dezember 2025, 15:36
von Nepha Liura Ifrey
Sie schnaufte leicht durch, als sie sich über das letzte Mäuerchen das es zu überwinden gab auf das Dach ihres Hauses schwang.
Es gab nichts besseres zur Ablenkung als ein wenig über die Dächer zu schleichen und den Blick über die goldene Stadt zu genießen. Sie folgte leisen Geräuschen die von unten bis zu ihr nach oben drangen, als sie auf einem der Dächer in der Nähe einen sich bewegenden Schatten bemerkte, der dort nicht hingehörte. Instinktiv duckte sie sich weiter in die Schatten und wurde eins mit der Umgebung.
Sie folgte lautlos dem Schatten der scheinbar etwas verfolgte, was sich auf dem Boden befand.
Einige Brocken des geredeten konnte sie von unten auffangen, sodass sie vermuten mochte, dass es sich um eine Karawane handelte für die sich der Schatten interessierte.
Als der Schatten verschwand, machte sie sich auf den Weg zur Kaserne und würde versuchen dort ihr erlebtes zu erzählen.
Re: Eine Salzkarawane?
Verfasst: Donnerstag 18. Dezember 2025, 20:03
von Hadija Yazir
Eine Salzkarawane, wie viele andere vorher auch. Sie machte sich wenig Sorgen, da sich Faizullah aus dem Haus Ryzan gestern bei der Übung als fähig bewiesen hatte, eine Karawane anzuführen und sicher ans Ziel zu bringen. Gut, mittendrin, nach dem Angriff der Lavaschlangen hätte sie sich schon gewünscht, Dakhil und seine Lamas würden etwas blühender aussehen. Ein leichter Brandgeruch nach Lamafell lag in der Luft. Aber nachdem alle Wunden versorgt und die Lamas mit Orangen bestochen waren, erreichten sie doch wohlbehalten die Grenze. Genauso sicher würde diese Karawane sein, so lange sie von den Janitscharen bewacht war.
Re: Eine Salzkarawane?
Verfasst: Montag 22. Dezember 2025, 14:25
von Alaun Estelcolron
Die erbarmungslos brennende Sonne stieg höher und höher über die versengten Sande Menek'Urs.
Der Mittag kam und mit ihm die größte Hitze, wie sie im derzeit schneebedeckten Norden selbst im Sommer kaum je erreicht wird.
Still lag Menek'Ur im grellen Sonnenschein, die Straßen beinahe menschenleer.
Doch mit dem Sinken der Sonne verließen auch die emsigen Menekaner zunehmend ihre kühlen Behausungen.
Bald schon herrschte wieder emsige Betriebsamkeit auf den Straßen.
Wer weiß, worauf er achten muss, wird die Karawane bemerken, die für ihre Reise vorbereitet wird.
Und wer weiß, worauf er achten muss, der wird vermuten können, dass diese Karawane nur auf den Einbruch der Dämmerung wartetn, um die Wüste zu jener Zeit zu durschreiten, wo die Hitze des Tages und die Kälte der Nacht einander die Waagschale halten.