Seite 1 von 1

wichtiges Schreiben an die Vogte des Herzogtums Lichtenthal

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2025, 21:05
von Cecilia Zola
Noch vor der Messe in Adoran eilten berittene Boten vom Kastell aus in alle Vogteien des Landes und überbrachten versiegelte Schreiben persönlich an die Vogte mit dem Vermerk, dass diese von äußerster Wichtigkeit zur Kenntnisnahme seien.


Herzogtum Lichtenthal
Adoran, Grafschaft Meerswacht
14. Alatner 268





Bild


  • Ehre Seiner Majestät und dem Reiche Alumenas werte Vogte Alumenas,

    mit diesem Schreiben übersende ich Euch auf Wunsch der Vogtin Adorans Kathrina von Winterwacht einen Bericht über das heutige Bürgergespräch mit Herrn Ron Wintereich.

    Leider verlief das Gespräch nicht erfolgreich für Herrn Wintereich, worüber Vogtin von Winterwacht Euch informiert haben möchte und so verhindern mag, dass ähnliches in anderen Vogteien erfolgen kann.

    Dieses Schreiben, sowie der Bericht erhält jede Vogtei des Herzogtums. Ebenso liegt es der Führungsebene des Regiments vor.


    Hochachtungsvoll und der Herrin Licht,

    Im Dienste von Krone, Reich und Temora!

    Im Auftrag der Vogtin Adorans,
Bild
Bild
Bericht zum Bürgerbriefgespräch von Ron Wintereich am 14. Alatner 268
verfasst von Feldwebel Kabo in Zusammenarbeit mit Fräulein Cecilia

Anwesende:
Vogtin Kathrina von Winterwacht
Feldwebel Marlan Kabo
Ron Wintereich (Bürgerbriefanwärter)
Cecilia (Schreiberin der Vogtei)

Fräulein Aniviel begleitete Herrn Wintereich zum Gespräch, wartete im Vorraum.


Die Vogtin eröffnete das Bürgerbriefgespräch und wies darauf hin, dass Bürgergespräche grundsätzlich allein zu führen seien. Fräulein Cecilia wurde als beisitzende Beobachterin angekündigt.
Bereits zu Beginn fiel eine mangelhafte Etikette in der Begrüßung von Herrn Wintereich gegenüber der Vogtin auf, welches sich im gesamten Gesprächsverlauf wiederfand.

Herr Wintereich wurde mit einem vorliegenden Bericht vom Regiment konfrontiert, wonach er zuweilen gegen erhaltene Auflagen verstoßen habe. Insbesondere wurde festgehalten, dass sein Name auf einem Ladenschild sichtbar gewesen sei. Dies widerspreche der Auflage aus dem Erstgespräch mit der Vogtin, dass er keinen Laden zu öffnen habe und ein Handelsverbot im Stadtgebiet Adorans habe bis zur weiteren Klärung seines Falls.
Herr Wintereich bestritt zunächst einen Auflagenverstoß, erklärte dann jedoch sein Name sei durch Fräulein Aniviel zum Zwecke der Bestellannahme am Ladenschild angebracht worden. Er selbst schmiede nicht mehr bzw. nehme keine Verkäufe vor, Waren seien nach seiner Darstellung verschenkt worden; Kaufinteressenten seien auf das Verkaufsverbot hingewiesen worden.
Die Vogtin nahm die Ausführungen zur Kenntnis und kündigte eine Prüfung der Sachlage an, da Angaben zu beteiligten Personen und Orten im Verlauf der Stellungnahme von Herrn Wintereich unklar und teils widersprüchlich blieben.
Nachfolgend konnte geklärt werden, dass es eine andere Person war, als jene die Herr Wintereich im Gespräch beschrieb.

Die Vogtin stellte klar, dass angesprochene Thematiken im Rahmen einer Eignungsprüfung grundsätzlich zu würdigen seien und hakte nach, ob Gerüchte ggf. selbst befördert worden sein könnten.

Die Vogtin brachte in diesem Zusammenhang ein weiteres, ihr zugetragenes Gerücht vor: Herr Wintereich habe sich damit gebrüstet, die Fesseln des Kronritters Keylon von Salberg gelöst und diesen gerettet zu haben.
Herr Wintereich erklärte, er habe lediglich versucht, die Fesseln zu lösen unter Nutzung eines unsichtbarmachenden Trankes, ein Erfolg sei nicht von ihm erzielt worden.

Zwischenzeitlich mahnte die Vogtin den respektvollen Umgang und die korrekte Anrede des Adels an. Dies wurde nur in Teilen im folgenden Gespräch von Herrn Wintereich umgesetzt.

Fräulein Cecilia gab auf Aufforderung der Vogtin an, Herr Wintereich habe ihr gegenüber in einem früheren Aufeinandertreffen berichtet, er habe den Kronritter mithilfe eines unsichtbarmachenden Trankes die Fesseln lösen wollen. Dabei betonte sie, dass er den Kronritter stets mit Vornamen ansprach, auch als er bereits bei Fräulein Aniviel auf dem Hof wohnte. Daraufhin gab Herr Wintereich zu Protokoll, Sir von Salberg habe ihm bereits in Bajard wohnhaft die Ansprache per Vornamen erlaubt. Eine Aussage, welche stark zu bezweifeln sei.

Mit dieser Aussage äußerte er sich gleichsam recht respektlos über die Vogtin und Fräulein Cecilia, was umgehend von der Vogtin und Feldwebel Kabo getadelt wurde.


In der Gesamtschau entstanden Widersprüche zwischen zugetragenen Aussagen und der Darstellung von Herrn Wintereich, auch innerhalb seiner eigenen Aussagen.

Die Vogtin erklärte ausdrücklich, es gehe ihr nicht allein um einzelne Vorhalte, sondern um das Vertrauensfundament als Voraussetzung einer möglichen Bürgerschaft. Ihr entstand der Eindruck, dass Herr Wintereich seine Aussagen je nach Situation anpasse, wie es ihm am genehmsten wäre. Sie wies darauf hin, dass jede auch kleinste Unwahrheit schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen könne.
Diese Erklärung der Vogtin wurde mehrfach auf respektlose Weise und ohne jeglicher Etikette von Herrn Wintereich unterbrochen.

Herr Wintereich erklärte daraufhin, er verzichte auf den Bürgerbrief und bekundete, er sehe sich nicht in einem „Verhör“ auf Basis von Gerüchten.
Die Vogtin nahm den Verzicht an und bedauerte, dass ein klärendes Gespräch von Herrn Wintereich nicht gewollt sei und erklärte das Gespräch für beendet.

Letztendlich bedankte Herr Wintereich sich und verabschiedete sich mit der Aussage, dass er am selben oder folgenden Tageslauf bereits einen anderen Bürgerbrief erhalten würde.
In Folge dessen verfügte die Vogtin:
Aufenthaltsverbot in der Stadt Adoran für Herrn Ron Wintereich - Vollzug durch den anwesenden Feldwebel Kabo.

Fristsetzung: Der Betroffene hat bis Mitternacht desselben Tages seine Habe aus der Stadt zu verbringen; andernfalls folgen weitere Maßnahmen nach Ermessen des Regiments.

Der Antragsteller wurde angewiesen, der Aufforderung Folge zu leisten und von Feldwebel Kabo aus dem Gespräch zum Hof Zottelbarthof von Fräulein Aniviel zurück eskortiert.


Abschließend lässt sich das Verhalten von Herrn Wintereich wie folgt beschreiben:
Von Beginn an war die dargebotene Etikette mangelhaft. Sämtliche Ansprachen an die Vogtin wirkten kameradschaftlich und eher wie bei einem Tavernenabend, es war keinerlei Darstellung über den Unterschied vom eigenen Stand zum Adelsstand der Vogtin zu erkennen.
Erklärungen oder Fragen der Vogtin wurden vorzeitig respektlos unterbrochen und auch der anwesende wachhabende Feldwebel wurde zusammenhanglos mit respektlosen Aussagen angesprochen. Sämtliche Aussagen der Vogtin wollten diskutiert werden, obgleich diese nur zur Information dienten oder nicht. Ebenso wurden Hinweise bezüglich der Etikette mit Gegenaussagen versucht zu relativieren oder gar abzuwiegeln. Ermahnungen wurden nur zeitweise berücksichtigt und oft auch nur teilweise.

Re: wichtiges Schreiben an die Vogte des Herzogtums Lichtenthal

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2025, 21:48
von Adelena von Salberg
*mit düsterer Mine wird das Schreiben gelesen und hier und da ein mal genickt oder unwillig gebrummt. Schließlich seufzt sie tief und murmelt vor sich hin*

Gut zu wissen.

Re: wichtiges Schreiben an die Vogte des Herzogtums Lichtenthal

Verfasst: Sonntag 14. Dezember 2025, 22:50
von Gwenna von Nordlicht
*Auch in Berchgard wird das Schreiben aufbewahrt werden.*

Re: wichtiges Schreiben an die Vogte des Herzogtums Lichtenthal

Verfasst: Montag 15. Dezember 2025, 19:22
von Ekatharyna von Silbersteyn
*Auch in Junkersteyn wird das Schriftstück gelesen und gut sichtbar in der Vogtei in der Mappe abgelegt wo die Bürgerschaftsgesuche aufbewahrt werden. *