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[MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Dienstag 25. November 2025, 11:57
von Jynela Dhara
...oder:
Wie man Ärger vermeidet, bevor er höflich anklopft
Es gibt Momente im Leben eines Gardisten, die brennen sich ein wie glühendes Eisen in altes, wettergegerbtes Leder.
Die Schlacht um Berchgard war einer davon gewesen.
Der Angriff auf Grenzwarth sicher der nächste.
Doch wenn man ehrlich war – die eigentliche Erkenntnis hatte viel früher begonnen, schon vor den Geschehnissen hinter den Mauern Berchgards, aber dort, mitten während der Belagerung, als sie im Vorteil waren, den Sieg vor Augen und die Fehler des Ostens ebenso, dort war die Erkenntnis schlicht nicht mehr zu ignorieren.
Dort, hinter den schützenden Wällen, hatte sie eines ganz sicher gelernt:
Es ist eine ausgesprochen schlechte Idee, den Feind erst dann zu beachten, wenn er bereits an die eigenen Tore klopft, fröhlich winkt und möglicherweise höflich fragt, ob er kurz hereinkommen dürfe, um anschließend alles anzuzünden.
Spätestens dann war man nämlich am Arsch.
Wobei sie es für ein großes Talent hielt, genau diesen Punkt zuverlässig zu verpassen — aber das war ein Problem für einen anderen Tag...
Sie hatte in Berchgard eine ganze Reihe von Lektionen gesammelt. Manche gut, manche weniger gut, einige so unangenehm, dass man sie am liebsten wie alte Stiefel unters Bett geschoben hätte. (Früher oder später würde sie Heinrik gegenüberstehen. Und dann würde sie ihm mehr brechen als nur die Nase: logisch, konsequent und vermutlich in alphabetischer Reihenfolge. Angefangen mit seiner Arroganz, bis hin zu seiner Zielstrebigkeit.)
Doch vor allem nahm sie etwas mit nach Hause, das schwerer wog als jedes Stück Ausrüstung:
Erkenntnisse.
Wie man es im besten Fall machen sollte – und vor allem, wie man es auf keinen Fall machen durfte.
„Aus Fehlern lernt man“, sagten die Leute.
Nun, es waren nicht ihre Fehler gewesen, aber auch aus den Schnitzern anderer konnte man hervorragend lernen, sofern man sie nicht ignorierte oder unter den Teppich kehrte wie Krümel nach einem viel zu großen Frühstück.
Während das Reich in den Alltag zurückkehrte, begann in der Garde die eigentliche Arbeit.
Sie hatte beschlossen, dass sich etwas ändern muss und plötzlich kam der Stein in Bewegung.
Ja, Bewegung.
Echte Bewegung, kein "Ich stehe auf, um so zu tun, als würde ich etwas tun" - Bewegung.
Damit würde man im Reich niemals weiterkommen.
Es begann mit den ersten Treffen im Versammlungssaal.
Es wurde vorgeschlagen, diskutiert, geplant, verworfen, neu geplant und schließlich wieder verworfen, weil irgendjemand einen entscheidenden Punkt beim ersten Mal übersehen hatte.
Man hörte einander zu, man sprach sich aus, und ja – zwischendurch ging eine Kanne Tee zu Bruch, weil jemand eine etwas zu euphorische Armbewegung vollführte.
Das war eindeutig ein taktischer Kollateralschaden, der jedoch als Beweis diente, dass man sich mit Leidenschaft und vollem Körpereinsatz engagierte.
Sie trafen sich aber nicht nur innerhalb der Garde, nein, es gab Treffen mit der Statthalterin, dem Orden, dem Tempel - kurz: mit jedem, der etwas beitragen konnte, wollte oder sich nicht rechtzeitig hinter einem Vorhang versteckt hatte.
Es wurde darüber gesprochen, was es bereits gab, was gut war und was so bleiben konnte. Und dann darüber, wo man noch nachbessern müsste. Wo man sogar komplett neu beginnen würde.
Das hier war ihr Part. Die Städte Rahal und Düstersee waren der Bereich der Garde.
Das war ihr Bereich.
Hier würde die Garde für den Schutz sorgen, den das Reich benötigte – nicht irgendwann, sondern jetzt.
Es wurde beschlossen wer was übernehmen würde, wie man sich zusammentun und aufstellen würde, was funktionieren würde und - noch wichtiger - was definitiv NICHT funktioniert und deswegen außer acht gelassen werden musste.
Stück für Stück entstand etwas, das man tatsächlich als Konzept bezeichnen konnte.
Ein richtiges Konzept. Mit Abschnitten. Und Plänen. Und sogar einer Zeichnung, die nach drei Revisionen nicht mehr aussah wie das Werk eines verärgerten Ogers mit Wachsmalstiften. Gut – sie war nun mal Linkshänderin und künstlerisch nicht völlig talentfrei, aber für Bauzeichnungen fehlte ihr schlicht der Sinn für diese spezielle Art von Ästhetik, die gerade Linien verlangte.
Sehr gerade Linien.
Sie arbeitete mehr als vorher. Und das war an sich schon zuviel, aber als ob das jemanden juckte.
Und als wir fertig waren, wurde das Konzept im Palast eingereicht.
Die Mühlen der Bürokratie begannen zu mahlen und am Ende war es der Alka selbst und die Statthalterin, mit denen endgültig Entscheidungen getroffen wurden.
Die Unterlagen waren geprüft, es kamen einige Fragen auf, die geklärt wurden und am Ende wurde genickt.
Zufrieden.
Zumindest aus ihrer Sicht, denn sie spürte einmal mehr, dass hier genau das stattfand, das wichtig war im Reich.
Bewegung.
Kein Stillstand.
Kein Ausruhen.
Keine Selbstzufriedenheit.
Bewegung.
Und damit war es geschehen:
Abgesegnet. Erlaubt. Offiziell.
Sie durften endlich beginnen.
Die Garde stand bereit. Sie hatte einen Plan, die Erlaubnis und - man soll die Hoffnung ja nicht zu laut aussprechen - vielleicht am Ende auch eine Verteidigung, die uns nicht in die Lage bringt, dass man bei einem Angriff überrascht wird wie ein schlecht gelaunter Troll hinter einer zu dünnen Holztür.
Der Stein kam ins Rollen…
Und diesmal, so hoffte sie, würde er nicht nur rollen – sondern etwas verändern.
Re: [MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Samstag 29. November 2025, 13:24
von Lingor Melia
Zu tun gab es eigentlich immer etwas – besonders seit Berchgard. Niemand war so naiv zu glauben, dass damit der Krieg beendet sei. Berchgard hatte seine Abreibung bekommen, doch auch Ketzer besaßen ihren Stolz. Sie würden zurückschlagen. Und das hatten sie bereits versucht, wenn auch erwartungsgemäß kläglich gescheitert.
Was waren schon zwei kleine Häuser im unbefestigten Grenzwarth im Vergleich zu einer brennenden Bergstadt? Diesen Anblick würde er wohl nie vergessen. Ein Traum! Doch galt es nun, sich nicht auf dem Erfolg auszuruhen – und das hatten sie auch nicht getan. Nicht zuletzt, weil Jynela eben war, wie sie war: Nach der Arbeit wurde weitergearbeitet.
Die Planungen gingen zügig voran: Man setzte sich zusammen, besichtigte, zeichnete, notierte, protokollierte. Nachdem die Pläne abgesegnet waren, wurden die Aufgaben verteilt. Es brauchte viel Holz, noch mehr Metall, Handwerkskunst, Kraft und schweres Gerät. Lingor hätte bei den meisten Punkten wohl gerne selbst mit angepackt, wenn nicht Dienst, Hof und Richteramt ihn zusätzlich beansprucht hätten.
Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, zumindest die große Scheune in der Oberstadt zu begutachten und sich einzubringen. Die Oberstadt war ideal für einen möglichen Rückzug. Sollte es je dazu kommen, musste der Ort vorbereitet sein: Platz, um notdürftig Dinge herzustellen, zu reparieren oder auszubessern. Vorausschauend war es, sich
jetzt darum zu kümmern, statt später lange Gesichter zu riskieren.
Das Gebäude bot reichlich Raum – nicht nur für Pferde, sondern auch für verschiedene Werkstätten. Es brauchte eine Schmiede, Werkbänke, Platz für Feinschmiedearbeiten und Lagerflächen für Material. Ebenso wichtig war eine gute Belüftung und ausreichend Licht zum Arbeiten.
Es waren nicht nur die Rahaler Handwerker, die fleißig mithalfen, sondern auch einige Kameraden, die neben ihrem Dienst ihre Zeit opferten, um schwere Werkbänke, Kisten voller Fassreifen, Nägel und Eisenbarren in die Oberstadt zu schleppen. Die Anweisungen des Grundausbilders waren klar, die Pläne lagen vor, und die Arbeiten griffen ineinander. Innerhalb von zwei Tagen entstand in dem zuvor fast leeren Stall ein kleines, gut ausgestattetes Handwerkshaus.
Wieder einmal zeigte sich, dass Zusammenarbeit und das Zurückstellen des eigenen Egos Welten verändern konnten. Und er war sicher, dass die Alkas mit der Arbeit sehr zufrieden sein würden.

Re: [MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Sonntag 30. November 2025, 15:14
von Thalion Ardent
Bericht des Trabanten Thalion Ardent
über die Begehung der Tore innerhalb Rahals und die anschließende Besprechung in Grenzwarth
verfasst am 28. Rabenmond 268
Es gibt Momente im Dienst eines Gardisten, die sich nicht durch Lärm oder Schlachten ankündigen.
Keine Geschosse, keine Feinde an den Mauern, kein Schlachtengeschrei.
Nur ein leises, aber hartnäckiges Ziehen im Nacken und die Ahnung, dass etwas getan werden muss, bevor es irgendwann zu spät ist.
Die Begehung der Tore innerhalb Rahals am 22. Rabenmond war genau ein solcher Moment.
Nicht so eindrucksvoll wie ein Sturm auf Berchgard, gewiss.
Und doch, im Kern, vielleicht sogar wichtiger, weil es die Art von Arbeit ist, die den Feind gar nicht erst bis an die Mauern kommen lässt.
I. Die Begehung in Rahal am 22. Rabenmond
Der Schmied Emeron Valderis aus Grenzwarth traf, wie vereinbart, in Rahal ein.
Ich führte ihn durch die betroffenen Tore: das grosse Tor am Marktplatz beim Aufgang zur Oberstadt, dass etwas kleinere Tor beim Tempel, welches ebenfalls in die Oberstadt führt und drei weitere Tore, die den Hafen schützen. Alles innere Zugänge, die bei einem Angriff schnell kritische Punkte darstellen könnten.
Wir besprachen zusammen, die vorhandene Statik, die Breite der Durchgänge, die bestehenden Holz- und Eisenkonstruktionen und vor allem darüber, wie man verhindern konnte, dass ein Feind diese Tore überhaupt erreicht – geschweige denn aufbricht.
Valderis maß nach, prüfte, schlug mit seinem Hammer gegen Stein und Metall, hörte zu, stellte Fragen und machte sich Notizen, die wie kleine Runen aus praktischer Erfahrung wirkten.
Ich merkte dabei erneut:
Manchmal beginnt Verteidigung nicht mit einer Waffe, sondern mit einem Massband.
Die Begehung bestätigte, was mir Hauptmann Dhara auftrug und auch bereits klar war:
Rahal brauchte Fallgitter. Nicht irgendwann. Jetzt.
II. Die Besprechung in Grenzwarth am 25. Rabenmond
Drei Tage später folgte eine weitere Besprechung in Grenzwarth, zur Schmiede Valderis.
Das Feuer brannte dort heißer als an manch einem Ort der Front, und der Hammer klang wie ein Herzschlag aus Stahl. Auch wenn für diesen Tag der Hammer und das Feuer ruhte, wusste ich, dass dies nicht mehr für lange so sein würde.
Dort trafen wir auch auf Hauptmann Dhara, welche ebenfalls zur Besprechung eingeladen wurde.
Es ist erstaunlich, wie eine Person einen Raum verändern kann, ohne ihn lauter zu machen.
Wo der Schmied mit Funken arbeitete, arbeitete sie mit Worten – klar, scharf und zielgerichtet, wie man es nur von jemandem kennt, der zu oft gesehen hat, was passiert, wenn man nicht rechtzeitig handelt.
Das Gespräch drehte sich um, die technischen Anforderungen für die Fallgitter, die benötige Menge an Eisen und welche Art davon, die genaue Konstruktion der Führungsschienen, die
Zugmechanismen für die schnelle Bedienbarkeit durch die Garde, sowie welche Tore, denn den Vorrang hatten.
Hauptmann Dhara stellte präzise Fragen, keine davon unnötig.
Valderis beantwortete sie mit derselben Ruhe wie jemand, der seit Jahren weiß, wie Metall sich verhält, wenn man es zwingt, stärker zu werden.
Ich selbst erläuterte die Erkenntnisse aus der Begehung und schilderte die Schwachstellen, die ich identifiziert hatte und die Stellen, an denen ein Fallgitter den entscheidenden Unterschied machen würde, zwischen einem kontrollierten Rückzug und einer überrannten Pforte.
Es wurde, wie immer, nichts unter den Teppich gekehrt.
Es wurde geplant, verworfen, neu geplant.
Und irgendwann fügten sich die Gedanken wie Glieder einer Kette zusammen.
III. Ergebnis und weiteres Vorgehen
Am Ende stand Folgendes fest:
Der Schmied fertigt Entwürfe und Materialbedarf für jedes Fallgitter an.
Die Garde wird den Schmied bei der Anbringung der Tore unterstützen und koordiniert wird dies durch den Hauptmann.
Sobald die finalen Masse und Mechanismen feststehen, beginnt die Schmiede mit dem Giessen und Schmieden.
Während wir dort sassen – ein Hauptmann, ein Schmied und ein Trabant, spürte ich das, wovon der Hauptmann spricht, wenn Sie sagt, dass das Reich sich bewegt.
Bewegung, nicht Stillstand.
Voraussicht, nicht Nachlässigkeit.
Ordnung, nicht Zufall.
Ein Fallgitter ist ein einfaches Stück Metall, könnte man sagen.
Doch es ist mehr als das:
Es ist eine Entscheidung.
Eine Haltung.
Ein Akt der Vorbereitung, bevor der Feind überhaupt darüber nachdenken kann, freundlich anzuklopfen.
Der Stein, den Hauptmann Dhara ins Rollen gebracht hat, rollt weiter.
Und diesmal, so hoffe ich, rollt er, um Rahal stärker zu machen, bevor Stärke überhaupt geprüft werden muss.
Macht und Stärke.
Thalion Ardent, Trabant der Legion des Panthers
Re: [MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Sonntag 30. November 2025, 18:45
von Maralea Liathe
Der Krieg hatte Narben hinterlassen, doch die unmittelbaren Schäden wurden beseitigt. Nun ging es nicht mehr um den schnellen Wiederaufbau, sondern um die strategische Absicherung für die Zukunft. Der Schutz der Bürger hat oberste Priorität.
In dieser Atmosphäre der Notwendigkeit trat Hauptmann Dhara mit einem Konzept zur dauerhaften Sicherung der Städte Rahal und Düstersee hervor. Ihr Plan, die bestehenden Befestigungsanlagen an ihren grundlegenden Schwachstellen zu verstärken, fand schnell Gehör beim Alka. Doch das bedeutete für die Statthalterin viel Arbeit. Diesmal nicht nur in Düstersee, sondern im ganzen Reich gab es Verantwortung zu tragen und Entscheidungen zu treffen. Sie wusste, dass ein Fehler schwerwiegende Folgen haben könnte, und wem man es zurechnen würde. Dennoch vertraute sie darauf, dass die Hauptmann wusste, was sie tat.
So hörte die Statthalterin aufmerksam zu, gab ihr Einverständnis oder leitete die Anliegen weiter an die Stadtverwaltung, wo sie gemeinsam mit den Verantwortlichen die von Hauptmann Dhara angesprochenen Punkte klärte. Langsam, aber stetig machten sie Fortschritte. Neben ihrer Ausbildung zur Heilerin gab es für sie auch als Statthalterin viel zu tun.
Re: [MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Dienstag 2. Dezember 2025, 21:30
von Emeron Valderis
Die Gespräche mit Hauptmann Dhara und Trabant Ardent waren beendet. Der Plan stand. Ich wusste was zu tun war.
Die Arbeit begann nicht an der Esse, sondern tief unter Rahal. In der Mine wurde das Erz gefördert, das später den Kern der neuen Fallgitter bilden würde. Jeder Schlag der Spitzhacke hallte wie ein Vorspiel auf das, was kommen sollte. Ich liebe es wenn die Spitzhacke ins Erdreich sausst und das Erz freigelegt wird. Das Erz musste von bester Qualität sein – fest, rein und widerstandsfähig. Doch für das, was Rahal brauchte, würde Stahl nicht allein ausreichen.
Als die ersten Fuhren Erz in der Gardenschmiede eintrafen, entzündete ich die Feuer. Die Hitze legte sich wie eine zweite Haut über mich, vertraut und unerlässlich. Und nun ging es los. Schmelzen, reinigen, trennen – jeder Schritt musste sitzen. Denn den entscheidenden Unterschied machte der Hexenstahl, den ich beimischte: ein Material, das mehr war als nur Metall. Widerspenstig, aber unübertroffen in seiner Festigkeit. Um es herzustellen und verarbeiten zu können, bedarf es einer bestimmten stetigen Temperatur die permanent gehalten werden muss.
Beim Schmieden verbanden sich die Metalle nur widerwillig. Hexenstahl folgt seinen eigenen Regeln. Doch mit Geduld, Kraft und dem richtigen Schlag fügte er sich schließlich in die Form der Fallgitters ein.
Wer nicht weiß, wonach er suchen muss, wird es nie bemerken.
Doch wer genauer hinsieht, erkennt im Stahl feine, dunkle Linien – wie Adern, die sich durch das Metall ziehen: die stillen Spuren des Hexenstahls, der Rahals Tore stärker machen wird als je zuvor. Rahal hat nicht nur Feinde die mit Schwertern, Äxten und Bögen umgehen können. Die Bedrohung durch Magie durfte in keinem Fall unterschätzt werden, dies war Hauptmann Dhara klar und die Einarbeitung von Hexenstahl in die Fallgitter war eine sehr kluge Lösung für dieses Problem.
Die Tage vergingen und die Schmiede brannte Tag und Nacht. Pausen wurden nur bei absoluter Notwendigkeit gemacht. Zu lange schon war das Herz des Alatarischen Reiches, der Palast in Rahal, in dieser Hinsicht, ungeschützt gewesen. Der Plan ist die neuralgischen Punkte mit doppelten Fallgittern an den Durchgangspunkten zu verstärken um ein Eindringen möglichst lange hinauszuzögern.
Nach Tagen unentwegter Schmiedearbeiten war das Werk vollbracht. Die Fallgitter und die dazugehörige Mechanik lagen in Rahal bereit um eingebaut zu werden.
Zufrieden begutachtete ich die Arbeiten und gab danach Hauptmann Dhara Bescheid um das weitere Vorgehen zu planen.
Re: [MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Freitag 12. Dezember 2025, 11:59
von Livo Gavran
Der Balistensteg von Düstersee
Am 10. Alatnar traf sich Livo, seines Zeichens ein erfahrener Schreiner aus Grenzwarth, mit Provost Edora in Düstersee. Die Abendstunden hatten bereits eingesetzt, und ein violett getönter Himmel spiegelte sich auf dem dunklen Wasser, während die Lichter der Stadt am Ufer zu flackern begannen.
Der neu erweiterte Steeg lag still im Schein der Laternen. Er war mit großer Mühe von engagierten Gardisten errichtet worden. Laien in der Holzverarbeitung, gewiss, aber solche, die sich ins Zeug gelegt hatten und mit bloßer Hingabe, ein solides Fundament geschaffen hatten.
Man sah es an der sorgfältigen Auswahl der Bretter und der sauberen Verlegung. Die Materialien waren gut, und die Arbeit zeugte von ehrlichem Bemühen.
Doch als Livo mit geschultem Blick über die Konstruktion wanderte, erkannte er sofort, was fehlte.
Nicht die Bretter waren das Problem… sie waren solide. Es war die Stabilisierung, die Lastenverteilung der Unterkonstruktion, die einer schweren Balista standhalten musste. Querbalken fehlten, Seitenbalken ebenso, und an manchen Stellen würde eine stärkere Verbindung nötig sein.
„Sie haben Großes geleistet,“ sprach Livo leise, während er über das Holz strich, „doch für eine Balista braucht es mehr Halt.“
Edora nickte zustimmend. „Dann mach es richtig. Du hast freie Hand. Und wenn du Hilfe brauchst – frag einen der Wachleute.“ „Ich erledige es,“ versprach Livo. „Nicht länger als eine Woche. Dann steht dieser Steeg so fest, wie er stehen muss.“
So nahm sich Livo sogleich der Aufgabe an und machte sich ans Werk, nahm Maße und erstellte Skizzen, ehe er sich auf den Heimweg machte, um am nächsten Tag mit den weiteren Arbeiten fortzufahren.
Tag 1 – Die Auswahl des Holzes
Der Morgen brach kühl über Grenzwarth herein. Ein dünner Schleier aus Nebel lag noch zwischen den Bäumen, als Livo mit seiner Ledertasche und dem breiten Zimmermannsgurt auf dem Rücken in den Forst hinabstieg. Das fahle Licht der ersten Sonne kroch zwischen den Stämmen hervor und verlieh dem Wald eine fast andächtige Stille.
Livo brauchte starke und trockene Stämme. Keine, die morsch waren oder zu viele Äste trugen, sondern jene, die gleichmäßig gewachsen und fest im Kern waren. Er strich mit der flachen Hand über die Rinden, klopfte prüfend gegen das Holz und lauschte dem Klang wie einem alten Freund, der ihm Geheimnisse zuflüsterte.
Nach und nach traf er seine Auswahl: vier lange Stämme für die Seitenbalken, zwei besonders massige für die Querstreben und einige weitere kleinere Stücke für Verstärkungspunkte. Jeder Stamm hatte seine eigene Art, seine eigene Geschichte, und Livo wählte sie mit meisterlicher Sorgfalt.
Mit Hilfe eines kleinen Karrens und eines der Wachleute, ein junger Gardist, der sich bereitwillig gemeldet hatte, brachte Livo das Holz zur Werkstatt. Die Sonne war mittlerweile gestiegen, als er die schweren Türen hinter sich schloss und die vertraute Stille seiner Werkstatt ihn empfing.
Dort, zwischen Hobelbänken, Sägen und dem Geruch von Harz und warmem Holz, begann der zweite Teil des Tages.
Livo legte die Stämme auf die Böcke, nahm Maß, markierte Linien und setzte die erste Schneide an. Das Schaben des Hobels erfüllte die Werkstatt wie ein ruhiger Herzschlag.
Späne fielen in weichen Wirbeln zu Boden und nach und nach verwandelten sich rohe Stämme in Balken von präziser Form und gleichmäßiger Stärke. Stunden vergingen, ohne dass Livo es bemerkte. Die Arbeit verlangte Geduld, Kraft und ein wachsames Auge. Immer wieder prüfte er die Kanten, kontrollierte die Länge und glättete Unebenheiten. Die Sonne sank allmählich und goldenes Licht fiel durch das kleine Fenster, während der Duft frisch gehobelter Bretter den Raum immer stärker erfüllte.
Erst als der Schatten der Hobelbank lang über den Boden wanderte, legte Livo schließlich die Werkzeuge beiseite. Vor ihm lagen die fertigen Balken, stabil, sauber gearbeitet und bereit, am nächsten Tag ihren Platz am Steeg zu finden.
Livo wischte sich den Schweiß von der Stirn, blickte auf seine Arbeit und nickte zufrieden. Der erste Tag war vergangen und das Fundament für die nächsten Schritte war geschaffen.
Re: [MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Freitag 12. Dezember 2025, 20:44
von Livo Gavran
Tag 2 – Der Weg und die Vorbereitung
Der zweite Tag begann früh.
Noch bevor die Sonne ihre ersten Strahlen über die Wälder von Grenzwarth erhob, stand Livo bereits in den Stallungen und machte die Pferde für ihre Aufgabe bereit.
Die Tiere waren eigens für den Transport bereitgestellt worden, denn die schweren Balken aus hartem, getrocknetem Holz waren für einen einfachen Handkarren zu groß und zu schwer.
Livo überprüfte die Gurte, die Seile und die ledernen Schutzlagen, mit denen die Balken an den Flanken der Tiere befestigt werden sollten. Jeder Balken wurde sorgfältig ausgerichtet, damit er im Gleichgewicht lag und die Pferde ihn ohne Beschwerden tragen konnten. Ein älterer Stallmeister, der anwesend war und Livo etwas zur Hand ging nickte zufrieden, als Livo die letzten Knoten festzog.
„Die Tiere mögen dich“, meinte er mit ruhiger Stimme. „Das macht es leichter.“
Livo lächelte nur kurz und strich einem der Pferde über den Hals. „Ein beschwerlicher Weg liegt noch vor uns, da soll alles sitzen.“
Vorsichtig führten Sie die Tiere aus der Stallung ins Zentrum Grenzwarths und Livo setzte sogleich die kleine Karawane in Bewegung.
Der Weg schlängelte sich durch Wälder, über weiche Hügel und vorbei an vereinzelten Höfen. Dabei klopften die Balken leise gegen die Sättel, und ab und an durchbrach das Rufen eines Vogels die ansonsten vorherrschende morgendliche Ruhe.
Der Weg nach Düstersee war zwar nicht sehr weit, doch benötigte man mit fünf voll bepackten Pferden selbst für diese Strecke seine Zeit. Als sich schließlich die grauen Mauern von Düstersee vor Livo erhoben, stand die Sonne bereits recht hoch am Himmel.
Er begrüßte zunächst die anwesenden Gardisten am Tor und tauschte ein paar freundliche Worte mit ihnen aus, ehe er weiter zum Steg ging. Dort wurden zuerst die Balken vorsichtig abgeladen und neben dem Steg gestapelt. Anschließend entlud Livo auch die Materialien, die er am Vortag vorbereitet hatte: starke Seile, eiserne Haken, Bolzen, zwei massive Pfosten und verschiedene Holzrahmen, die als Stützgestell dienen sollten. Diese platzierte er ebenso sorgfältig am Rand des Stegs.
Doch bevor er mit der eigentlichen Arbeit begann, versorgte er zuerst seine Pferde und gönnte sich selbst eine kleine, deftige Stärkung. Denn mit leerem Magen ließ sich schließlich schlecht arbeiten. Erst nach seiner Jause und einem ganz kurzen Schläfchen im windgeschützten Turm machte er sich voller Tatendrang ans Werk.
Als Erstes errichtete er eine einfache Vorrichtung, um die Balken am nächsten Tag sicher über die Kante des Stegs heben zu können. Er schlug zwei Stützpfosten in den Boden, spannte Balken darüber und befestigte daran eine Seilwinde. Dann folgte eine zweite Konstruktion, kleiner, aber ebenso wichtig: ein Flaschenzug, der seitlich am Steg angebracht wurde, um längere Balken kontrolliert schwenken zu können.
Schließlich richtete er eine weitere Zugvorrichtung ein, bestehend aus mehreren Rollen und einer quer verlaufenden Seilleitung. Damit würde er die Balken am Folgetag ohne große Kraftanstrengung entlang des Stegs bewegen können.
Zuletzt kontrollierte er alle Knoten, Verankerungen und Bolzen sorgfältig, bis er sich sicher war, dass jede Vorrichtung den Belastungen standhalten würde. Und als die Sonne sich langsam dem Horizont näherte und die Schatten immer länger wurden, trat Livo einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk. Die Balken lagen bereit, die Seilwinden standen sicher, und die Flaschenzüge schimmerten leicht im letzten Licht des Tages.
Der zweite Tag war vergangen. Die Vorbereitung war abgeschlossen.
Nun konnte er endlich mit der eigentlichen Arbeit beginnen.
Re: [MMT/Bau-RP] Die Garde in Bewegung...
Verfasst: Montag 15. Dezember 2025, 10:53
von Livo Gavran
Tag 3 – Die Verstärkung des Stegs
Der dritte Tag begann ruhig und klar. Ein leichter Wind zog über das Wasser von Düstersee, als Livo den Steg betrat und einen prüfenden Blick über die vorbereiteten Balken und Vorrichtungen warf. Alles lag bereit. Seile waren gespannt, die Winden fest verankert, und die Balken warteten darauf, ihren Platz zu finden. Nun begann die eigentliche Arbeit.
Livo begann damit, die Positionen der Querbalken noch einmal genau auszumessen. Mit einem Kohlestift markierte er die Stellen an der Unterseite des Stegs, an denen die neuen Träger sitzen sollten. Diese Balken würden das Gewicht gleichmäßig verteilen und die Konstruktion gegen Durchbiegen sichern. Erst als jede Markierung saß, gab er das Zeichen zum Anheben des ersten Balkens.
Langsam setzte sich die Seilwinde in Bewegung. Das Holz knarrte leise, als der schwere Balken angehoben und Stück für Stück unter den Steg geführt wurde. Zwei Gardisten hielten ihn stabil, während Livo ihn ausrichtete und millimetergenau in Position brachte. Mit kräftigen Bolzen wurde der Balken schließlich fixiert und fest mit der bestehenden Konstruktion verbunden.
So arbeitete sich Livo Abschnitt für Abschnitt voran. Querbalken folgten, einer nach dem anderen, jeder sorgfältig angepasst, jeder fest verankert. Wo es nötig war, setzte er zusätzliche Holzkeile ein oder verstärkte Verbindungen mit eisernen Beschlägen. Immer wieder hielt er inne, trat einen Schritt zurück und prüfte den Sitz der Balken aus verschiedenen Winkeln.
Im weiteren Verlauf des Tages widmete er sich den Seitenbalken. Diese wurden entlang der Kanten des Stegs angebracht und verbanden die Querträger miteinander. Mithilfe des Flaschenzugs wurden die langen Balken kontrolliert geschwenkt und langsam an ihren Platz geführt. Auch hier griffen die Gardisten helfend ein, hielten Seile straff oder stützten das Holz, während Livo die endgültige Befestigung vornahm.
Die Arbeit war anstrengend und verlangte volle Konzentration. Schweiß lief Livo über die Stirn, seine Hände waren rau vom Holz und den Seilen. Doch der Steg gewann sichtbar an Stabilität. Wo zuvor Bewegung im Holz lag, entstand nun Festigkeit. Die Konstruktion wirkte geschlossen, belastbar und bereit für das Gewicht, das sie künftig tragen sollte.
Als die Sonne langsam tiefer sank, setzte Livo die letzten Bolzen. Er klopfte prüfend gegen die Balken, trat auf verschiedene Stellen des Stegs und lauschte dem Klang des Holzes. Nichts gab nach. Alles saß.
Ein letzter Blick ging über seine Arbeit, dann nickte er zufrieden. Der Steg war nun verstärkt, die Last verteilt, die Unterkonstruktion gesichert. Die Balista würde hier festen Stand finden. Der dritte Tag war vergangen und Livos Auftrag war endlich erfüllt.
So griff er schließlich zum letzten Proviant, der ihm noch geblieben war, und teilte ihn mit den helfenden Gardisten, um einen kurzen gemeinsamen Moment am Steg zu genießen, ehe der Tag langsam zur Ruhe kam.
Schließlich sammelte er sein Werkzeug im goldenen Licht des Abends ein, belud die Pferde und machte sich mit den letzten Sonnenstrahlen auf den Weg zurück nach Grenzwarth.