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Ein Schriftstück für das Kloster

Verfasst: Donnerstag 13. November 2025, 19:52
von Remnon Kormin
Ein Bote aus Bajard, mit dem Geruch der Meeresbrise, dem Eau de Cologne von Bier und zwei Tagen Körperschweiß und einem Ausschnitt, der kräftig-buschige Brusthaare präsentiert, wird die Tore des Klosters erreichen und ein Schriftstück mit dem Siegel simpler Machart tragen- ein K, das Zentrum des Symbols ist. Der Bote wird froh sein, sobald er das Schreiben bei der erstbesten Person zurücklassen kann.
Der Segen der Götter sei mit Euch,

in Demut wende ich mich an Euch, wohl wissend, dass mir die gebührende Anrede nicht bekannt ist und ich nicht gewiss sein kann, wessen Augen diese Zeilen erreichen mögen. Vergebt mir diese Unzulänglichkeit – wäre mir die rechte Form bekannt, würde ich sie mit aller Sorgfalt befolgen.
Mein Name ist Remnon Kormin. Meine Schwester Liv dürfte dem ehrwürdigen Kloster und dem Adoraner Umland bereits ein Begriff sein. Sie ist unlängst in diese Lande gekommen und sucht ihren Weg, sowohl im Reich als auch im Regiment. Ich hege keinen Zweifel daran, dass sie dies meistern wird.

Wie sie Euch gewiss berichtet hat, entstammt unsere Familie ursprünglich Weidenheim. Aus diesem Grunde schloss ich mich bei meiner Ankunft den westlichen Reichen an, in der Hoffnung, meine Fähigkeiten zu mehren und einer würdigen Institution zu dienen. Dieses Vorhaben blieb mir jedoch versagt.

Meine Schwester sollte sich mir anschließen, doch entschied sie bei Bajard anders. Unter Mühen erfuhr ich schließlich, dass sie in Adoran weilt, und eilte dorthin, sie – wie ich meinte – befreien zu müssen. Mein Verhalten, getrieben von heftigen Gemütsbewegungen, war einer Schande gleich, und ich habe mich sowohl während als auch nach meiner Zeit im Kerker Adorans in aller Form dafür entschuldigt.

Tage und Wochenläufe sind seither verstrichen, und ich bin zur Erkenntnis gelangt, dass ich mich nicht länger dem fügen möchte, was mir durch meine Herkunft vorgezeichnet scheint. Daher bitte ich ehrerbietig um ein Gespräch, um zu erörtern, welche Möglichkeiten mir offenstehen, Buße zu tun, mich frei in den östlichen Reichen bewegen zu dürfen und wiedergutzumachen, was ich verschuldet habe. Vor allem aber möchte ich an der Seite meiner Schwester sein – ein Wunsch, den Ihr als jemand, der den Wert der Familie zu schätzen weiß, hoffentlich nachvollziehen könnt.

So hoffe ich inständig, dass Ihr mir die Gnade gewährt, vorstellig werden zu dürfen. Dem Westen habe ich bereits den Rücken gekehrt und meinen Bürgerbrief zurückgegeben.
Gegenwärtig halte ich mich in Bajard auf.

In tiefster Ergebenheit und mit aufrichtigem Dank im Voraus verbleibe ich

Mögen die Götter ihre schützende Hand über Euch halten.

Remnon Kormin

Re: Ein Schriftstück für das Kloster

Verfasst: Freitag 14. November 2025, 15:00
von Leandra Kalveron
... Dem Boten wird nach dem Erhalt ausgerichtet, dass sich die Geweihtenschaft in kürze schriftlich bei Remnon Kormin melden wird. ...

Re: Ein Schriftstück für das Kloster

Verfasst: Samstag 22. November 2025, 11:28
von Leandra Kalveron
... Ein offizieller Bote der Geweihtenschaft wird nach Bajard aufbrechen und ein Schriftstück für Remnon Kormin hinterlegen. ...
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Einladung zum Gespräch


Möge Temoras sanfter Schein Euren Schritt lenken, Herr Remnon Kormin,

euer Schreiben hat die Geweihtenschaft der Temora erreicht. Die Antwort hat einige Tage benötigt, die Wege der Boten und die notwendigen Beratungen innerhalb der Priesterschaft ließen sich nicht schneller bewältigen. Temora lehrt uns, dass kein Herz gänzlich verloren ist, solange es noch den Mut aufbringt, sich zu beugen und um Vergebung zu bitten. Euer Brief trägt die Spuren dieses Mutes.

Die Geweihtenschaft der Temora sind bereit Euch anzuhören. Ein erstes offizielles Gespräch soll stattfinden, auf dass wir prüfen, ob der Weg der Versöhnung und der Eingliederung in die Gemeinschaft des östlichen Reiches für Euch gangbar ist.
Das Gespräch wird im Kloster der Lichteinigkeit stattfinden, in Gegenwart der Priesterschaft sowie der Klosterwache. Dies geschieht nicht aus Misstrauen gegen Eure Person, sondern aus der Pflicht heraus, die uns obliegt, die Sicherheit aller hier Weilenden zu wahren, insbesondere nach den Ereignissen, die Euch nach Adoran und in den Kerker führten.

Da Euch der Zutritt nach Lichtenthal verwehrt ist, wird eine Eskorte des Lichtenthaler Regiments Euch am Grenzstein am Weg von Bajard nach Schwingenstein am Meeresufer erwarten. Die Soldaten werden Euch unmittelbar vor dem Stein in Empfang nehmen und sicher bis vor die Tore des Klosters geleiten. Dies ist die einzige Weise, wie Eure Einreise zum Zwecke dieses Gesprächs genehmigt werden kann.

Wir schlagen den 23.Rabenmond zur 17ten Stunde vor.
Sollte Euch dieser Termin genehm sein, so lasst es uns durch einen einfachen Boten wissen.

Wir bitten Euch inständig und mit Nachdruck: Erscheint ungerüstet und unbewaffnet. Jede Klinge, jeder Panzer, selbst ein einfacher Dolch würde als Verstoß gegen diese Auflage gewertet und das Gespräch unverzüglich beenden. Temora verlangt von denen, die vor ihr knien wollen, dass sie ihre Hände leer machen, nur so können sie wieder gefüllt werden.


Möge Temora Euch auf Eurem Weg der Buße geleiten und Euer Herz weich halten, damit es das Licht aufnehmen kann.


Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 22.Rabenmond 268;,
im Kloster der Lichteinigkeit zu Schwingenstein
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora

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Re: Ein Schriftstück für das Kloster

Verfasst: Samstag 22. November 2025, 16:18
von Remnon Kormin
Der Termin wird dem Boten direkt mündlich bestätigt.

Re: Ein Schriftstück für das Kloster

Verfasst: Freitag 28. November 2025, 16:53
von Remnon Kormin
Die breitschultrige Gestalt tritt in den Morgenstunden und im schlimmsten Regenschauer an die Klosterwache am Tor heran und zieht aus einem Lederzylinder das Schriftstück hervor, das ihm mit einem freundlichen Lächeln und zugehörigem Nicken überreicht wird. Dankbare Worte folgen, als es abgenommen wird und ebenso rasch, wie er angekommen war, verschwindet er auch wieder aus dem Blickfeld des Soldaten. Die Kapuze stülpt er sich über den nassen Schädel, der bereits Rinnsale über das Gesicht laufen lässt.
Geschätzte Hochwürden Kalveron,

in tiefster Ehrerbietung wende ich mich, Remnon Kormin, an Euch, um Bericht zu erstatten über jene Angelegenheiten, die Ihr mir bei unserem jüngsten Zusammentreffen aufgetragen habt.

Mit Freude darf ich vermelden, dass sich eine ehrenhafte Seele gefunden hat, welche gewillt ist, für meine Person einzustehen. Die werte Gardistin Greya Ontanu hat sich gestern, am 27. Tage des Rabenmonds, dazu erklärt, mich in die rechten Wege zu weisen, mein Verhalten zu prüfen und mich zu unterrichten, wie es das übliche Verfahren für einen Mann meiner Situation erfordert.

Überdies erlaubt ich mir, das löbliche Wirken des Lichtenthaler Regiments hervorzuheben, welches sich meiner und meines Ankommens im Reiche mit großer Sorgfalt angenommen hat. Eine Führung durch die Stadt ward mir gewährt, welche zugleich meiner Schwester zur Unterweisung gereichte. Beim gestrigen Tage fand sodann die Prüfung des Gelernten statt, und wahrlich, auch sie zeigt erfreuliche Fortschritte auf ihrem Wege.

Doch muss ich Euer Gnaden noch von einer weiteren Begebenheit in Kenntnis setzen: Mein jüngerer Bruder Rasmus ist gleichfalls in Adoran eingetroffen. Die Gardistin Hamberg hat mir nahegelegt, Euch hiervon zu unterrichten und zu erwägen, ihn Euch persönlich vorzustellen, auf dass der Klerus auch in seinem Falle die gebotenen Schritte einleiten möge.

Gleichwohl muss ich in aller Offenheit berichten, dass Rasmus unsere Familie bereits vor mehr als einem Jahrzehnt verlassen hat, da sein Wesen und seine Überzeugungen in deutlichem Widerspruch zu jenen Grundsätzen standen, nach welchen unsere Familie lebte und handelte. Erst vor wenigen Tagen habe ich ihn erstmals wiedergesehen. Nach eigenem Bekunden hat er mit dem Verlassen unserer Familie auch dem alatarischen Reich den Rücken gekehrt. In Schwarzwasser fand er Zuflucht und ward dort von einem Gläubigen der Temora behütet, erzogen und unterrichtet.

In meiner bescheidenen Meinung möchte ich es wagen anzumerken, dass bei ihm das Verfahren für einen Überläufer womöglich nicht mehr von Nöten sein könnte – doch wer bin ich Geringer, dass ich mir anmaßen dürfte, über solche Dinge zu urteilen?

So bitte ich Euer Hochwürden demütig um Weisung, welche weiteren Schritte sowohl meiner Person als auch meinem Bruder Rasmus betreffend zu unternehmen sind.

Über meine ferneren Fortschritte werde ich Euch, wie es sich geziemt, weiterhin Bericht erstatten.

In tiefster Ergebenheit und ehrfurchtsvollem Dank verbleibe ich
Remnon Kormin

Re: Ein Schriftstück für das Kloster

Verfasst: Sonntag 30. November 2025, 10:28
von Leandra Kalveron
... Ein offizieller Bote der Geweihtenschaft wird mit einem Schriftstück Remnon Kormin versuchen aufzufinden. ...
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Temoras sehender Blick stets über Euch, Herr Kormin,

es erfreut mich in wahrhaft aufrichtiger Weise zu vernehmen, dass Ihr Euren Weg in Lichtenthal mit solcher Entschlossenheit und Demut beschreitet. Noch größer aber ist meine Freude darüber, dass die wackere Gardist Greya Ontanu sich bereit erklärt hat, für Euch als Leumund zu wirken. Eine solche Bürgschaft spricht für Euren Charakter wie auch für die Vertrauenswürdigkeit, die Ihr in so kurzer Zeit zu begründen vermocht habt.
Dies wird, wie es die Ordnung gebietet, entsprechend in den Akten vermerkt.


Was Euren Bruder Rasmus betrifft, so möchte ich Euch jegliche Sorge nehmen:
Für ihn ist kein Überläuferverfahren vonnöten.

Das entsprechende Programm dient ausdrücklich jenen Seelen, die eine führende Hand benötigen, um in die Rechtschaffenheit des Reiches und die Ordnung Alumenas eingeführt zu werden. Nach Eurem Bericht, sowie nach dem Umstand, dass Euer Bruder bereits seit vielen Jahren unter rechtschaffenen Gläubigen lebt, sehe ich keinen Anlass, diesen Weg für ihn in Erwägung zu ziehen.

Dass Ihr dennoch mit Umsicht gehandelt und uns in Kenntnis gesetzt habt, ehrt Euch. Für diese Besonnenheit spreche ich Euch meinen Dank aus. Es ist gut, dass Ihr ein wachsames Auge auf all jene richtet, die mit Euch in Verbindung stehen.


Setzt Eure Unterweisungen fort, vertraut auf die Führung derer, die Euch begleiten und wisst: Der Pfad des Lichts steht jedem offen, der ihn mit offenem Herzen beschreitet.


Für die Geweihtenschaft der Temora
Gesetzt am 30.Rabenmond 268;,
im Kloster der Lichteinigkeit zu Schwingenstein
Unterzeichnet von
Hochwürden Leandra Kalveron
Priesterin der Geweihtenschaft der Temora

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Re: Ein Schriftstück für das Kloster

Verfasst: Donnerstag 11. Dezember 2025, 14:05
von Remnon Kormin
Die Bitte des Kormin-Ältesten musste nicht weit wandern, als er ein Schriftstück Leandra überstellt haben wollte. Das macht es zwar entsprechend bequem, doch hatte er sich dafür andere Umstände gewünscht.

Der Segen der Götter sei mit Euch, Hochwürden Kalveron,

ist meine Pflicht Euch darüber zu unterrichten, dass es vor zwei Tagen zu einem Vorfall beim Regiment kam, dem ich als Rekrut beigetreten bin. Bei einer Übung Mann gegen Mann, habe ich meinem Gegenüber Schaden zugefügt, der nicht mehr im Rahmen der Übung stattfand. Durch eine Verletzung meinerseits, wurde eine Art Blutrausch ausgelöst, mit dem ich mich auf den Kontrahenten gestürzt habe und erst durch das Eingreifen des Feldwebels und der Oberstleutnant zu Sinnen kam.

Glücklicherweise war Eminenz Berenguer von Salberg in seiner Regiments-Funktion vor Ort, der auch mein Gemüt beruhigen konnte. Sowohl Frau Oberstleutnant, als auch er, haben vor Ort diverse Fragen gestellt, um die Ursachen zu ergründen. Das konnte allerdings nicht final geklärt werden, weswegen ich nun für weitere Behandlungen und Nachforschungen im Kloster Schwingenstein weile.

Es tut mir von Herzen leid, was ich dem Kameraden angetan habe und dass ich sowohl meinem Leimund, als auch Euch mit dieser Tat geschadet habe.

Ich wollte Euch unterrichtet haben und hoffe, dass baldige Besserung in Sicht ist.

Mit ergebenstem Dank und voller Zuversicht.