tropfende Erinnerungen
Verfasst: Mittwoch 30. August 2006, 03:36
Eine kleine Hand griff unsicher nach seinem Herz und schloss die langen dürren Finger um das pochende Etwas im Inneren der drahtigen Brust, welche von simplem, weißem Stoff verhüllt war, der langsam aber stetig durch die kalte, prasselnde Flut durchnässt wurde.
Die Hand spürte die Bewegungen. Sie war kalt.
Er saß nur dort auf der kleinen Treppe vor dem großen Hof in Bajard. Um diese Zeit und bei diesem Wetter war niemand zu sehen und die Dunkelheit der Nacht verschlang den jungen Mann, der allein und mit angezogenen Beinen auf zwei Stufen kauerte und bedächtig mit trübem Blick in den ebenso gespenstischen wie tiefschwarzen Himmel starrte.
Der Regen wurde immer stärker. Aber das war ihm egal.
Sie musste wohl schon schlafen, es war nirgends Licht zu erkennen.
Des Abends wartete sie oft auf ihn, konnte nicht eher schlafen bis er zurückgekommen war. Die Arbeit musste heute kräftezehrend gewesen sein... und er zu lange fort...
"Ich glaube, dass dir die Zeit dort gut tut Leith"
...Woher konnte sie das wissen wenn sie doch niemals dort war?
"Du wirst es bestimmt zu etwas bringen... ich glaube an dich"
So schien es doch auch ihm auf den ersten Blick...
"Bring mir das Buch! und dann... TÖTE SIE"
Die Stimme... Leith erinnerte sich an die Stimme, welche ihn an diesen Punkt gebracht hatte...
Nein... Sie war nicht... nicht mehr da...
[img]http://home.arcor.de/llastobhar/Llastobhar/Leith/SadLeith.JPG[/img]
"Herr Llastobhar, in meiner Eigenschaft als Zeremonienmeister habe ich Euch eine Botschaft zu überbringen..."
Schwarze Stäbe... der Fall von schwarzen Stäben...
Die Anzahl reichte nicht aus... reichte nicht aus...
Wer hatte das schwarze Holz geworfen? Aus welchem Grund?
„…Eurer persönlichen Integrität im Umgang mit magischer Macht…“
Ja. Das war es. Wegen des Buches. Der Qual im Inneren, welcher er sich nicht hatte entziehen können. Der Wille war zu schwach. Schwächer wohl als der seines Urgroßvaters oder der seines Vaters selbst.
Wäre jemand anderes dazu in der Lage gewesen dem Fluch zu entgehen? Wenn selbst Caradawc dem Fluch vor Jahren verfiel?
Er war weitaus stärker und weiser als Leith nun war… doch … selbst er hatte sich nicht gegen den Fluch zur Wehr setzen können, soviel wusste der junge Mann dort im Dunkeln.
Doch wer hatte es beim Ritual der Stäbe erwähnt? Wer hatte etwas darüber gesagt? Und warum?
Es kamen doch nur zwei Menschen in Frage... zwei Familienmitglieder...
Leith sah dem unaufhaltsamen Regen entgegen und spürte ihn auf seiner Haut.
Sollte das alles schon vorbei sein? Der Weg zu Stärke, Weisheit, Macht sollte hier und auf diese Weise enden?
Die feingliedrigen Finger hoben sich von den Knien und bildeten wie in Zeitlupe und durchzogen von wilder Entschlossenheit Fäuste.
Nein!
Es wird so nicht enden! Nicht hier, nicht jetzt… und auch nicht in absehbarer Zeit.
" Die Priora Princeps hat Eure verlängerte Probezeit auf zwei Lektionen begrenzt…"
Er würde beweisen, dass er es verdient hatte aufgenommen zu werden… dass er es verdient hatte ein Magier zu werden… dass er die Fähigkeiten besaß größeres zu vollbringen als allein auf einer Treppe inmitten der Nacht zu sitzen.
Leith stand auf. Trotz dass er sich langsam mit geballten Fäusten erhob, schien die Zeit um ihn herum noch langsamer zu laufen. Sein linker Arm begann schmerzhaft zu brennen, während er mit stechendem Blick in die Finsternis starrte. Wohl schien ihn die nasse Flut zu verschonen. Die dicken Tropfen prasselten zu Boden, durchnässten alles was in ihren Weg kam. Und dennoch suchten sie sich ihren Weg auf magische Weise um den Körper des jungen Mannes herum, berührten weder seine Haut noch die Kleidung.
Er war sich dessen nicht bewusst.
Am morgigen Tag würde es beginnen. Das Training. Er würde seinen Geist und Körper trainieren. Tag für Tag hart an sich selbst arbeiten. Und er musste Una finden.
Es war nun Zeit zu zeigen was es heißt den Namen Leith Llastobhar zu tragen.
[img]http://home.arcor.de/llastobhar/Llastobhar/Leith/Leithhard3.JPG[/img]
Die Hand spürte die Bewegungen. Sie war kalt.
Er saß nur dort auf der kleinen Treppe vor dem großen Hof in Bajard. Um diese Zeit und bei diesem Wetter war niemand zu sehen und die Dunkelheit der Nacht verschlang den jungen Mann, der allein und mit angezogenen Beinen auf zwei Stufen kauerte und bedächtig mit trübem Blick in den ebenso gespenstischen wie tiefschwarzen Himmel starrte.
Der Regen wurde immer stärker. Aber das war ihm egal.
Sie musste wohl schon schlafen, es war nirgends Licht zu erkennen.
Des Abends wartete sie oft auf ihn, konnte nicht eher schlafen bis er zurückgekommen war. Die Arbeit musste heute kräftezehrend gewesen sein... und er zu lange fort...
"Ich glaube, dass dir die Zeit dort gut tut Leith"
...Woher konnte sie das wissen wenn sie doch niemals dort war?
"Du wirst es bestimmt zu etwas bringen... ich glaube an dich"
So schien es doch auch ihm auf den ersten Blick...
"Bring mir das Buch! und dann... TÖTE SIE"
Die Stimme... Leith erinnerte sich an die Stimme, welche ihn an diesen Punkt gebracht hatte...
Nein... Sie war nicht... nicht mehr da...
[img]http://home.arcor.de/llastobhar/Llastobhar/Leith/SadLeith.JPG[/img]
"Herr Llastobhar, in meiner Eigenschaft als Zeremonienmeister habe ich Euch eine Botschaft zu überbringen..."
Schwarze Stäbe... der Fall von schwarzen Stäben...
Die Anzahl reichte nicht aus... reichte nicht aus...
Wer hatte das schwarze Holz geworfen? Aus welchem Grund?
„…Eurer persönlichen Integrität im Umgang mit magischer Macht…“
Ja. Das war es. Wegen des Buches. Der Qual im Inneren, welcher er sich nicht hatte entziehen können. Der Wille war zu schwach. Schwächer wohl als der seines Urgroßvaters oder der seines Vaters selbst.
Wäre jemand anderes dazu in der Lage gewesen dem Fluch zu entgehen? Wenn selbst Caradawc dem Fluch vor Jahren verfiel?
Er war weitaus stärker und weiser als Leith nun war… doch … selbst er hatte sich nicht gegen den Fluch zur Wehr setzen können, soviel wusste der junge Mann dort im Dunkeln.
Doch wer hatte es beim Ritual der Stäbe erwähnt? Wer hatte etwas darüber gesagt? Und warum?
Es kamen doch nur zwei Menschen in Frage... zwei Familienmitglieder...
Leith sah dem unaufhaltsamen Regen entgegen und spürte ihn auf seiner Haut.
Sollte das alles schon vorbei sein? Der Weg zu Stärke, Weisheit, Macht sollte hier und auf diese Weise enden?
Die feingliedrigen Finger hoben sich von den Knien und bildeten wie in Zeitlupe und durchzogen von wilder Entschlossenheit Fäuste.
Nein!
Es wird so nicht enden! Nicht hier, nicht jetzt… und auch nicht in absehbarer Zeit.
" Die Priora Princeps hat Eure verlängerte Probezeit auf zwei Lektionen begrenzt…"
Er würde beweisen, dass er es verdient hatte aufgenommen zu werden… dass er es verdient hatte ein Magier zu werden… dass er die Fähigkeiten besaß größeres zu vollbringen als allein auf einer Treppe inmitten der Nacht zu sitzen.
Leith stand auf. Trotz dass er sich langsam mit geballten Fäusten erhob, schien die Zeit um ihn herum noch langsamer zu laufen. Sein linker Arm begann schmerzhaft zu brennen, während er mit stechendem Blick in die Finsternis starrte. Wohl schien ihn die nasse Flut zu verschonen. Die dicken Tropfen prasselten zu Boden, durchnässten alles was in ihren Weg kam. Und dennoch suchten sie sich ihren Weg auf magische Weise um den Körper des jungen Mannes herum, berührten weder seine Haut noch die Kleidung.
Er war sich dessen nicht bewusst.
Am morgigen Tag würde es beginnen. Das Training. Er würde seinen Geist und Körper trainieren. Tag für Tag hart an sich selbst arbeiten. Und er musste Una finden.
Es war nun Zeit zu zeigen was es heißt den Namen Leith Llastobhar zu tragen.
[img]http://home.arcor.de/llastobhar/Llastobhar/Leith/Leithhard3.JPG[/img]